Yay! Es gibt eine Neuauflage eines Kreativprojektes, bei dem ich vor Jahren mit einem anderen Blog teilgenommen habe. Die Linkparty für Projekt52 im Januar 25 ist tatsächlich schon voll. Das habe ich jetzt davon, dass ich mich stattdessen den MonatübermitanderenDingenbeschäftigt habe 😄
Worum geht es? Über ein Jahr verteilt gibt es 52 Stichworte, eins für jede Woche. Dazu reichen die Teilnehmenden selbst erstellte Zeichnungen, Photos oder Texte ein, prinzipiell über besagte Linkparty. Allerdings sammelt Sari, die das Projekt veranstaltet, jetzt weitere Links in einer Liste ein.
Ursprünglich hatte ich vor, wieder mit meiner Spiegelreflexkamera zu photographieren. Für den Januar habe ich aber doch noch das Fairphone genommen. Im Februar lese ich mich dann wieder in die technischen Einstellungen der „richtigen“ Kamera ein. So der aktuelle Plan 😉 Auf jeden Fall hilft mir dieses Projekt beim Vorhaben, wieder kreativer zu sein.
Meine Beiträge zu Projekt52 Januar 25
Klein, aber oho
Weihnachtsbäume in spe
Der Kreis Pinneberg ist für seine Baumschulen berühmt. Unser Weihnachtsbaum kommt immer aus einem Umkreis von ein bis zwei Kilometern.
Sportlich
Viel zu selten getragen
Aus Long-COVID-Gründen bin ich seit Ewigkeiten nicht mehr gelaufen. Eins meiner To-Wants für den März 25.
Comic
Auch ein bisschen „klein, aber oho“
Habe mir gerade neulich wieder ein Comicbuch zugelegt, dem turmhohen Bücherstapel zum Trotz 🤓
Verbindung
Vorfreude auf das Gartenjahr
Als Chemikerin, die ich im Herzen immer noch bin, war die Richtung, in die dieses Bild ging, unausweichlich.
Fazit Januar 25
Entsprechend meinem Jahresmotto „Was soll passieren?“ habe ich versucht, nicht zu viel nachzudenken und erst recht keine perfekten Ergebnisse zu erwarten. Alleine das tut meiner Seele momentan besonders gut.
Ich freue mich schon auf die Prompts für Projekt52 im Februar 25. Vielleicht inspirieren sie mich ja auch zu Zeichnungen oder Kurzgeschichten. Alles, was dem jetzt schon merkwürdigen Jahr ein bisschen Optimismus einhaucht, ist mehr als willkommen.
Es ist jederzeit möglich, noch bei Projekt25 einzusteigen, auch wenn sich die Linkparty für den Januar jetzt schließt. Die Februarthemen sind schon veröffentlicht 😀
Ursprünglich wollte ich nur darüber bloggen, was mich an Social Media allgemein nervt. Dann kam Mark Zuckerberg mir zuvor und motivierte mich dazu, meine Business-Accounts bei Meta komplett zu löschen. Hier erkläre ich, was genau es mir leicht macht, Facebook und Instagram zu verlassen. Ich beschreibe, wie ich dabei technisch vorgehe. Außerdem erkläre ich, wie ich mich in Zukunft vernetzen werde.
Warum Facebook und Instagram verlassen?
Was mich an Social Media schon lange nervt
Darüber wollte ich wie gesagt schon länger bloggen. Bisher hatte ich allerdings noch viele andere Themen, die mir auch auf der Seele lagen.
Werbung macht mich meistens mehr oder weniger wütend. Ich hatte mein Leben lang gedacht, das sei normal. Ist es vielleicht gar nicht.
Grundsätzlich bin ich allergisch gegen Manipulation. Auf Instagram kommt noch häufig ein aggressiv-übergriffiger Ton dazu. Den kenne ich auch von um Klicks bittenden Youtube-Videotiteln:
Hör auf, diesen Fehler zu machen!
Ausrufezeichen!
Imperativ!
Entgegengestreckte Handfläche!
Vorwurfsvolle Gesichter!
Da bin ich von vornherein auf Ablehnung gestimmt. Mir ist schleierhaft, wer sich von dieser Art Auftreten zu einer Buchung motivieren lässt. Woher wollen diese Menschen wissen, ob ich „diesen Fehler“ mache, ob das aus meiner Sicht wirklich ein Fehler ist, oder ob ich eventuell gar keine „Hilfe“ angedient bekommen möchte?
Und in meiner Wahrnehmung ist die Zahl der eingeblendeten Werbeposts deutlich gestiegen. Natürlich müssen Menschen auf sich aufmerksam machen. So stößt mich das aber eher ab. Wenn ich Facebook und Instagram verlasse, werde ich diesen Anzeigen nicht nachtrauern.
Funnel und Pyramiden
Es scheint für das Onlinemarketing nicht ohne zu gehen. Undwer noch keine Funnel nutzt, bekommt mehrfach täglich Anleitungen und Vorlagen dazu angeboten. Ich finde das unangenehm. Denn am Ende geht es darum, Menschen buchstäblich in die Enge zu treiben. Genau dafür steht das Bild. Jemand klickt auf eine Seite und mit der Zeit wird der Druck immer größer, bis am Ende der Funnelseite der Klick auf den Kaufbutton fast unausweichlich erscheint.
Natürlich müssen wir alle irgendwie unseren Lebensunterhalt verdienen. Aber mir persönlich liegt es fern, Menschen derartig meinen virtuellen Fuß in die Haustür zu klemmen. Mein Eindruck ist auch, dass sich das Konzept mit der Zeit verselbstständigt hat und viele mitmachen, weil viele mitmachen.
Das Dreiecksbild taucht auch andersherum auf. Ich habe selbst eine Coachingausbildung abgeschlossen und im November darüber gebloggt, wie diese Erfahrung mich persönlich weiter gebracht hat, wie viel ich von dem, was ich jetzt mache und bin, einer Coachingsitzung verdanke.
Und gleichzeitig oder auch gerade deswegen bin ich frustriert. Besonders auf Instagram scheint es einen begrenzten Pool zu geben, in dem sich gegenseitig gecoacht wird. Für Einige mag die Rechnung aufgehen. Rein mathematisch müssen aber die meisten Beteiligten in den unteren Rängen der Pyramide bleiben und eher Kurse buchen als geben.
Der Algorithmus
Ich beschwere mich nicht über den Contentdruck. Der alleine wäre für mich noch kein Grund, Facebook und Instagram zu verlassen. Über diese „Pflicht“ war ich mir relativ schnell im Klaren, und natürlich lebt Meta davon, dass die Beteiligten in hoher Frequenz posten. Am besten immer in den jeweils beliebtesten Formaten.
Aber besonders Facebook hat in den letzten Monaten zunehmend unangenehm am Algorithmus geschraubt. Sowohl auf meinem privaten als auch auf meinem Businessaccount bekam ich zunehmend Krawallbeiträge angezeigt: Hoffnungslos offensichtliche KI-Bilder auf Klicksuche, „Omas Rezepte“ mit Rechtsdrall-Diskussionsangeboten, direkte rechte Inhalte von rechten Gruppen. Meta gibt alles, um Menschen zum Streiten anzuregen. Und das ist auf Dauer nicht gesund, gleichzeitig lenkt es von unseren dringenden Krisen ab.
Was Facebook und Instagram für mich untragbar macht
Vor kurzem fiel der letzte Tropfen in dieses schon sehr volle Fass. Und zwar war das die Ankündigung, den Faktencheck abzuschaffen. Dabei gab es zuvor schon reichlich Misinformation und Desinformation auf dieser Plattform. Auch so war der Austausch mit Meta beim Melden von Inhalten oft abenteuerlich bis extrem frustrierend.
Mark Zuckerberg hat beschlossen, sich Trumps Wünschen anzupassen. Damit wird auf Meta nicht nur mehr Desinformation erscheinen. Sondern wir dürfen auch damit rechnen, dass die allgemeine Atmosphäre ähnlich feindselig wird wie auf X. Und das werde ich nicht abwarten. Ich habe 2022 gemerkt, wie gut es meinen Nerven getan hat, X zu verlassen. Dieses Mal vermeide ich die schlechte Laune im Voraus.
Ich möchte die Firma Meta allgemein nicht mehr unterstützen. Unsere Währung sind unsere Daten und unsere Anwesenheit. Während einerseits für Beiträge mit politischen Inhalten die Reichweite gedrosselt wird, sucht Zuckerberg die Nähe zur Republikanischen Partei. Da diese sich aktuell im freien Fall in die Autokratie beziehungsweise Broligarchie befindet, ist davon auszugehen, dass Meta sich genauso vor den menschenfeindlichen Karren spannen lässt wie ehemalige Twittermitarbeiter*innen.
Dass Zuckerberg meint, sein Unternehmen bräuchte mehr „maskuline Energie“, ist nur ein weiteres Sahnehäubchen. Und dabei haben wir noch nicht einmal danach gefragt, wie er diese männliche Energie definiert. Immerhin soll es jetzt wieder sanktionsfrei möglich sein, Frauen als Haushaltsgegenstände zu bezeichnen.
Wie Meta verlassen?
Wie kann ich Meta löschen? Ich persönlich nehme mir für diesen Prozess Zeit, damit ich mich nicht im Rückblick ärgere, Kontakte verloren zu haben oder auf Links, Fotos oder sonstige Dateien nicht mehr zugreifen zu können. Sowohl für Facebook als auch für Instagram gibt es offizielle Abläufe zum verlassen.
Ich gehe so vor:
für Menschen, denen ich folge, wo möglich alternative Kontaktmöglichkeiten suchen
gespeicherte Inhalte durchgehen und entscheiden, was ich davon auf andere Weise für mich erreichbar ablegen will
mit zwei Wochen Vorlauf ankündigen, dass ich Facebook und Instagram verlassen werde
Einladungslinks für Mastodon teilen und erklären, warum ich das Fediverse für eine sinnvollere Alternative als Bluesky halte
Facebook
Wie kann ich mich bei Facebook komplett löschen? Es gibt die Option, das Profil komplett zu entfernen, dann sind nach Ablauf von 90 Tagen die Beiträge nicht mehr zu sehen. Alternativ kann ein Profil auch deaktiviert werden.
Das hat den Vorteil, dass der Messenger noch genutzt werden kann. Außerdem habe ich eine Liste mit anderen Seiten und Apps, bei denen ich mich über meinen privaten Facebook-Account einlogge. Das geht auch nach der Deaktivierung noch. Bevor ich den Privataccount also komplett lösche, werde ich diese Logins der Reihe nach umstellen.
Facebook bietet eine detaillierte Anleitung an. Auf dieser Basis werde ich meinen Business-Account löschen und mein privates Profil zunächst nur deaktivieren. Ich bin ursprünglich Facebook beigetreten, um mit meiner Familie in den USA Kontakt zu halten, da muss ich noch abwägen, ob ich diese Verbindung kappen will.
Auch meine Business-Seite kann ich entweder löschen oder nur deaktivieren. Facebook macht das nicht sehr offensichtlich, aber hier ist der direkte Link dafür.
Instagram
Wie kann ich meinen Instagram-Account löschen? Auch da gibt es eine Anleitung. Und auch hier ist es möglich, das Konto nur zu deaktivieren.
Ich hatte auf Instagram sowohl mit meinem privaten, als auch mit meinem Business-Account eine Menge Posts gespeichert. Darunter waren Rezepte, englischsprachige Sammlungen mathematischer Formeln und Zitate. Diese gehe ich gerade durch und entscheide, was ich davon löschen und was ich mir auf andere Art sichern werde, vor allem die inspirierenden Zitate.
Das alles ist nebenbei mal eine schöne Gelegenheit zum digitalen Entrümpeln. Und spätestens zum 9. Februar werde ich beide Insta-Profile endgültig löschen.
Whatsapp
Nicht zu vergessen: Auch Whatsapp gehört zu Meta. Allerdings fällt hier (bisher) die Werbung weg und dasProblem liegt hauptsächlich im Bereich Datenschutz. Daher und weil ich auch über diese App mit vielen Menschen in Kontakt bin, werde ich sie zunächst behalten.
Was kommt danach oder stattdessen?
Aktuell beobachte ich eine deutliche Strömung in Richtung Bluesky. Diese Plattform hat den Vorteil, dass sie dezentral angelegt ist. Gegründet wurde sie von Jack Dorsey, dem ehemaligen Twitter-Bestizer. Allerdings ist unter ihren Investoren auch eine Blockchain-Risikokapitalfirma. Wie sich das in Zukunft auswirken wird, ist noch unklar.
Das Fediverse als Alternative
Das Fediverse ist grundsätzlich anders angelegt. Es gibt einzelne sogenannte Instanzen, die miteinander kommunizieren. Wie ein lockerer Verbund von Dörfern, die jeweils einen eigenen Marktplatz haben,aber untereinander auch per Telefonkabel verbunden sind. Niemandem gehört das Ganze, die Instanzen finanzieren sich durch freiwillige Spenden der Mitglieder.
Die Hürden
Die größten Hürden, die ich beim Fediverse sehe: Auf den ersten Blick wirkt es ungewohnt und verwirrend. Außerdem kommt es manchmal vor, dass eine Instanz entscheidet, andere Instanzen zu blockieren, weil diese zum Beispiel den Ansprüchen an Moderation nicht genügen. Dann können sich die Nutzer*innen der beiden Instanzen gegenseitig nicht mehr sehen.
In meiner Erfahrung wirkt sich besonders der zweite Punkt nicht merkbar aus. Vielleicht, weil ich auch nicht Teil einer Instanz mit speziellen Interessen bin und nicht Menschen aus Instanzen mit besonders hohen Moderationsansprüchen folge.
Es gibt Umgangsregeln, die von Facebook und Instagram aus ungewohnt sein dürften. Bei geteilten Bildern wird allgemein erwartet, dass für die Barrierefreiheit eine Bildbeschreibung zugefügt wird. Manche Menschen bitten regelmäßig darum, Beiträge zu Themen wie Krieg, Gewalt aber auch generell Politik mit einer Contentwarnung zu versehen.
Besonders die Erwartung der Contentwarnungen hat mich eine Zeit land gestresst.Und zwar so sehr, dass ich erst einmal nichts mehr gepostet habe. Inzwischen sehe ich es so, dass ich nichts extrem Negatives poste, und dass es immer möglich ist, individuell spezielle Begriffe zu filtern uns so auszublenden. Wenn mir danach ist, verberge ich dann und wann Beiträge hinter einer Contentwarnung.
Die Vorteile
Ich erlebe meine Zeit auf Mastodon, einem Teil des Fediversums, als gelassen, inspirierend, unterhaltsam und verbindend. Es gibt keine Werbung, keinen Algorithmus, keine Notwendigkeit, ständig Content zu posten.
Ich kann meinen Feed für mich persönlich passend einstellen. Und zwar folge ich einer Reihe von Hashtags und Profilen, während ich andere Profile und Hashtags blockiert oder stummgeschaltet habe. Die erwähnten Filter blenden mir manche Begriffe und Hastags komplett aus, andere werden mit einem Hinweis versehen, sodass ich je nach Tagesverfassung darauf klicken und sie lesen kann. Oder eben nicht. Dann steht dort nur „Klima“, „Twitter“ oder „Trump“ und es zieht beim Scrollen an mir vorbei.
Der Feed ist rein chronologisch aufgebaut. Das bedeutet, dass Beiträge in der Reihenfolge angezeigt werden, in der sie gepostet wurden. Und tatsächlich gibt es immer wieder Momente, in denen ich oben ankomme und es nicht weitergeht, weil es gerade keine neuen Beiträge gibt. Derunendliche Feed, der bei Instagram und Facebook gerade den Suchtfaktor ausmacht, findet hier nicht statt.
Bei X und Meta teilt der Algorithmus den Nutzer*innen die Reichweite zu. Springen wir über genügend Stöckchen, geht mit Glück der eine oder andere Beitrag viral. Die Betreiber der Plattform entscheiden außerdem nach Gutdünken, ob wir herunter geregelt werden, zum Beispiel wenn wir ein politisches Thema besprechen oder unliebsame Begriffe verwenden.
Im Fediverse gibt es diese Zuteilung von Aufmerksamkeit durch einen Betreiber nicht. Unsere Beiträge werden anderen Menschen angezeigt, wenn sie uns oder einem von uns verwendeten Hashtag folgen. Außerdem sehen sie unsere Beiträge, sobald eine Person, der sie folgen, unsere Posts „boostet“ (das heißt in Meta-Sprache „teilt“). So kann ein Beitrag mühelos sehr vielen Menschen angezeigt werden.
Meine Tipps zum Einrichten
Ich rate dazu, sich nicht entmutigen zu lassen. Es ist immer möglich, den Account umzuziehen oder eine andere App zu installieren. Der mit meiner Webseite verbundene Account ist auf mastodon.online. Das ist eine ganz allgemeine Instanz ohne Spezialinteressen oder regionalen Bezug.
Mein zweiter, eher privater Account ist bei norden.social, unter anderem, weil ich so gerne Schleswig-Holsteinerin bin und dort ein paar Bekannte schon vor mir waren. Für den Anfang spricht grundsätzlich nichts gegen eine der großen und allgemeinen Instanzen.
Es gibt online Anleitungen zum Einrichten eines Accounts. Wer sich nicht in die Details fuchsen will, kann auch gleich eine Schnellanleitung lesen. Über Einladungslinks geht der Prozess besonders schnell. Für Interessierte habe ich hier eine solche Einladung zu mastodon.online:
Ich selbst benutze die App Tusky. Als mich neulich eine Freundin nach dem Grund dafür fragte, konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Sehr wahrscheinlich lag es an dem niedlichen Logo 😄 Es gibt auch eine „offizielle“ sowie eine Reihe weiterer Apps. Meiner Ansicht nach sind die Unterschiede nicht entscheidend. Den Ausschlag werden wohl die Rezensionen im App Store oder Google Play Store geben. Wechseln können wir später bei Bedarf immer noch.
Pixelfed
Beim Schreiben dieses Beitrages habe ich spontan entschieden, Pixelfed auszuprobieren. Das ist ein Bestandteil des Fediversums, der Instagram in Aussehen und Bedienung sehr ähnlich ist. Nur ohne Werbung und Algorithmus.
Dieses Profil werde ich zum Teilen von Zitaten in Kachelform und Bildern nutzen. Unter anderem plane ich, dort meine Beiträge zu Projekt52 zu teilen.
Ansonsten sehe ich mich jetzt schon dort durch die Beiträge scrollen. Und erwarte ein sehr ähnliches Erlebnis wie auf Instagram, nur ohne die nervigen Anteile. Ich bin sehr gespannt und werde berichten.
Meinen Blog vernetzen
Ich habe kein Onlinebusiness. Meine Profile auf Meta habe ich bisher genutzt, um Menschen auf neue Blogbeiträge aufmerksam zu machen. Nicht um dadurch Kurse zu verkaufen oder jemanden für einen Newsletter zu interessieren, weil ich den ich nebenbei auch gar nicht habe. Ich möchte einfach nur Menschen zum Nachdenken und zum Austausch anregen.
Es gibt einiges in der Welt, das ich ändern möchte. Anderes möchte ich ich stärken. Neben meinen Beiträgen zu den Themen Lernen, Mathematik und Wissenschaften schreibe ich deswegen Meinungs- und Haltungsartikel, für die ich andere Menschen interessieren möchte. Das hat, ehrlich gesagt, mit Facebook und Instagram nur mittelprächtig funktioniert. Vielleicht, weil ich dort weniger werbewirksam aufgetreten bin und weil ich weder Onlinebusiness noch Newsletter habe 😉
Jetzt ist also der Plan,Facebook und Instagram zu verlassen. Wie werde ich in Zukunft auf meine Blogposts aufmerksam machen,außer duch das Teilen auf Mastodon?
Linkpartys und Blogparaden
Eine Linkparty ist im Grunde eine Liste von Links unter einem zentralen Blogpost. Wer einen zum Thema passenden Beitrag veröffentlicht hat, kann einfach den Link dazu selbst eintragen. Dann erscheint dieser Beitrag als Punkt in der Liste. Zuletzt habe ich so meinen Jahresrückblick 2025 bei Annettes Linkliste in „Augensterns Welt“ eingetragen.
Eine weitere, sehr ähnliche Möglichkeit zur Vernetzung sind Blogparaden. Die Content Society von Judith Peters veranstaltet traditionell im Sommer immer sehr viele Blogparaden und ich muss mich regelmäßig sehr zusammenreißen, mir nicht zu viele davon vorzunehmen 😄
Beide Konzepte sind hilfreich, um sich zu vernetzen und neue Blogs kennenzulernen. Außerdem geben sie mir auch eine Menge Inspiration und Anlass, meine Gedanken zu sortieren und aufzuschreiben.
Blogrolls
In der „guten alten Zeit“ hatten Blogs immer eine Blogroll in der Seitenleiste. Jedenfalls so weit ich mich erinnere. Dabei handelt es sich um eine Liste von Links zu Blogs, denen die betreffende Person jeweils folgt. Aktuell hat mein Blog keine Seitenleiste und damit auch keine Blogroll.
Inwieweit sich durch eine Blogroll wirklich die SEO verbessert, kann ich nicht einschätzen. Auf jeden Fall ist sie ein Stück Extravernetzung innerhalb der Blogosphäre. Und hilft besonders in einer möglichen Zukunft, in der wir nicht mehr so stark über Social Media untereinander in Kontakt sind.
RSS-Feed
Ein weiteres Relikt aus vergangenen Blogzeiten sind Feedreader. RSS-Feeds protokollieren Änderungen auf Webseiten. Solche Feeds kann ich einfach abonnieren und mich dadurch immer automatisch informieren lassen, wenn auf einem für mich interessanten Blog ein neuer Beitrag erschienen ist.
Dir URL des Feeds ist meistens die URL des Blogs zuzüglich der Endung /feed. So ist die Adresse meines Feeds
Oft brauchen wir nicht einmal eine neue Software zum Abonnieren. Mein Mailprogramm Thunderbird bietet zum Beispiel die Möglichkeit, Blogs und Newsfeeds anzuzeigen wie E-Mails.
Dafür klicke ich in meinem Fall auf „Blogs & News-Feeds“, dann auf „Feed-Abonnements verwalten“, hier füge ich die Feed-Adresse ein und fertig. Der RSS-Feed Kreis Pinneberg teilt mir beispielsweise alle Pressemitteilungen des Kreises mit. Ansonsten habe ich in den letzten Tagen schon eine Reihe interessanter Blogs in meine Liste eingefügt.
Wenn ich eine der Nachrichten anklicke, sehe ich einen Textauszug oder den ganzen Artikel,je nach Einstellungen des jeweiligen Blogs. Mir wird immer oben ein Link angeboten,der mich letztlich im Browser zum Blogpost führt. Also muss sich auch niemand um Klickzahlenrückgänge sorgen 😉
Wer möchte oder im Mailprogramm keine entsprechende Funktion findet, kann sich eine Feedreader-App installieren. Im Prinzip funktionieren die alle nach dem gleichen Prinzip, nur die Darstellung der Beiträge kann anders ausfallen.
WordPress bietet bei den Social-Icons-Buttons auch einen für den für den RSS-Feed an. Den werde ich noch in meiner Fußleiste einbinden. So sieht er aus:
Ein weiterer Punkt bei WordPress ist das „ActivityPub“-Plugin. Es ermöglicht, direkt vom Blog aus im Fediverse zu posten. Es reicht dafür, einen Beitrag auf meinem Blog zu veröffentlichen. Innerhalb von ungefähr 15 Minuten erscheint der Beitrag dann automatisch in meinem Mastodon-Profil. Sollte dort jemand kommentieren, erscheinen diese Kommentare wiederum automatisch direkt in meinem Blog.
So weit die Theorie. Ausprobiert habe ich das noch nicht, aber es steht auf meiner Liste.
FOMO oder JOMO?
Was passiert, wenn ich Meta lösche? Auf jeden Fall gibt es viele Menschen, die ich nur dort finde und die oftmals auch auf Meta bleiben wollen. Viele finden das Fediverse zu unübersichtlich oder aus anderen Gründen nicht attraktiv genug. Sie werden also Facebook und Instagram nicht verlassen wollen. Diese Menschen und ihren Input werde ich vermissen.
Ich habe in den letzten Jahren viel Zeit auf Meta verbracht. Das ist ja auch die Absicht hinter diesen Angeboten. Und die Vorstellung, nicht mehr durch diese bunten Bilder zu scrollen, diesen vielen inspirierenden Menschen zu folgen und nicht mehr mit meinem Bruder oder anderen Menschen lustige Reels hin und her zu tauschen, fühlt sich ein bisschen wie ein Verlust an. Das berühmte FOMO: Fear of missing out oder die „Angst,etwas zu verpassen“.
Fomo ist ein starker Treiber hinter unserer Treue zu den großen Social-Media-Unternehmen. So vieles findet dort statt. Dort erfahren wir Neuigkeiten und bekommen im Idealfall Aufmerksamkeit und Bestätigung. Selbst Medienanstalten, Bildungseinrichtungen und politischen Gremien scheint es schwer zu fallen, Twitter, Facebook und Instagram endgültig zu verlassen.
Mit etwas Disziplin schaffen wir den Entzug.Und dann wandelt sich FOMO hoffentlich in JOMO um. Das steht für „Joy of missing out“ oder die „Freude, etwas zu verpassen. Eine Art Informationsminimalismus. Genauer betrachtet, wird es meiner Seele gut tun, nicht mehr so viel Input in so hoher Frequenz zu haben. Vor allem nicht, was anstrengende Nachrichten oder übergriffige Werbung angeht.
Unterm Strich bin ich Mark Zuckerberg dankbar, dass er mich zu diesem Schritt motiviert hat.
Online-Business ganz ohne Social Media
Gerade habe ich dieses wunderbare Plädoyer für die Freiheit von Social Media bei Franziska Schwarzkopf gelesen. Auch sie berichtet über FOMO und JOMO. Und listet schonungslos eine ganze Reihe guter Gründe auf, warum wir uns und unserer mentalen Verfassung keinen Gefallen tun, wenn wir uns der Algorithmusmühle unterwerfen.
„Ich will keine Unternehmen dabei unterstützen, Geld mit Plattformen zu verdienen, wo Menschen aufgehetzt, gegeneinander ausgespielt, ganze Gesellschaften gespalten werden.“
Franziska Schwarzkopf
Planst du auch, Facebook und Instagram zu verlassen?
Wenn ja: Was sind deine Alternativen und strategischen Tipps? Falls nein: Was müsste passieren. damit du dich nach Alternativen umsiehst? Und wie kann ich mit dir in Kontakt bleiben?
So oder so: Vielen Dank fürs Lesen und für die gemeinsame Zeit in den sozialen Medien. Ganz verschwunden bin ich ja nicht, hier in meinem Blog wirst du noch oft von mir lesen können.
Ich hörte neulich eine spannende Podcastfolge von „Nach den Rechten geschaut“. Dabei ging es um das Adjektiv „woke“ als Kampfbegriff. Bei der aktuellen Lage der Weltpolitik ist dieses Thema gleichzeitig nerviger und dringender als je zuvor.
Ich benutze den Begriff nicht als Selbstbezeichnung. Aus diversen Gründen. Aber sollte mich jemand woke nennen, wäre ich nicht beleidigt, selbst wenn das die Absicht der anderen Person gewesen wäre.
Das verwendete Adjektiv ist damit eine Slangvariante von „awake“ und wurde entsprechend in Liedern und Gedichten über Rassismus verwendet. Wer sich einer Gefahr bewusst ist, kann sich mit anderen Betroffenen solidarisieren und konstruktiver reagieren.
Mit der Black-Lives-Matter-Bewegung war wieder häufiger davon zu hören. Einige Fälle von Polizeigewalt lösten eine Welle von Protesten aus, die das Rassismusproblem wieder in das allgemeine Bewusstsein rückten.
Seit 2017 steht „woke“ im Oxford English Dictionary. Die frei verfügbare Plattform Oxford Learner’s Dictionaries weist darauf hin, dass es neben der historisch offiziellen Bedeutung noch eine spätere Verwendung gibt:
“aware of social and political issues and concerned that some groups in society are treated less fairly than others
This word is often used in a disapproving way by people who oppose new ideas and political change and think that some other people are too easily upset about these issues.“
Hier sehen wir, warum die Debatte um dieses Wort so anstrengend ist. Wir haben mindestens zwei Bedeutungen, und verschiedene Personengruppen argumentieren auf verschiedenen Ebenen. Dieser Prozess der Neubesetzung hat System und Geschichte.
Rechte Kampfbegriffe
Es gab vorher schon ähnliche Strategien mit den Wörtern „Gutmensch“ und „politisch korrekt“. Ähnlich wie Orwells Doppeldenk transportieren diese vordergründig positiven Begriffe meistens Verachtung und Verurteilung.
Gutmensch
Der angebliche „Gutmensch“ wird gar nicht als gut gesehen, sondern als nicht ins System passend mit seiner oder ihrer Ethik. Mit den zu hohen Ansprüchen. Vor allem schwingt der Vorwurf der Doppelmoral mit, als ob die moralisch konsequente Grundhaltung nur zu Showzwecken eingenommen würde.
Wenn wir sehen, dass sich jemand so verhält, wie wir es eigentlich vorbildlich finden, reagieren wir Menschen oft irrational wütend. Denn wenn wir selbst uns nicht so verhalten, entsteht in uns häufig eine unangenehme kognitive Dissonanz. Und dieses Unwohlsein nutzen Populisten aus.
Meines Wissens war Gutmensch nie Selbstbezeichnung. Im Gegensatz zum urspünglichen „woke“ war der Begriff vermutlich zuerst als eine Art Witz gedacht. Später übernahmen rechte Strömungen das Wort „Gutmensch“ so flächendeckend und hämisch, dass es 2015 zum „Unwort des Jahres“ gewählt wurde:
„Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindert somit einen demokratischen Austausch von Sachargumenten. Im gleichen Zusammenhang sind auch die ebenfalls eingesandten Wörter „Gesinnungsterror“ und „Empörungs-Industrie“ zu kritisieren.“
Auch „politisch korrekt“ steht heute für überzogene Forderungen, die angeblich selbsternannt politisch korrekte Personengruppen der Bevölkerung angeblich diktieren wollen.
Ziel der Kampfbegriffe
Woke ist nur eine weitere in einer langen Reihe von strategisch verwendeten Worthülsen. Das Ziel ist in allen Fällen meiner Ansicht nach nicht die Kritik von zu hohen ethischen Vorstellungen.
Menschen wie Markus Söder wiederholen Worte wie „Wokismus“ immer und immer wieder, um sie mantraartig in die Gehirne der Zuhörenden zu schleifen. Diese Art der Kommunikation ist unehrlich und spielt absichtlich mit unscharfen Bedeutungen.
Es werden Feindbilder entwickelt und über Forderungen gesprochen, die nur ein Zerrbild der Realität sind, die aber beim Publikum direkt Ängste ansprechen.
Die Ergebnisse sind
eine Verunsicherung in den Bedeutungen von Ausdrücken
eine verzerrte Bewertung von Verhalten und Haltungen
und eine Destabilisierung des Zusammenhaltes.
Warum ich nicht woke bin
Erstens bin ich nicht Teil der Personengruppe, die mit diesem spezifischen Slangausdruck auf ihre Unterdrückung reagierte. In ihm schwingen mehrere sprachgeschichtliche Ebenen mit. Für mich wäre der Effekt ähnlich wie bei Erwachsenen, die Jugendausdrücke für sich nutzen.
Zweitens halte ich den Begriff für weitestgehend verbrannt. Selbst wenn ich mich mit der Haltung identifizieren kann, für Ungerechtigkeit wachsam zu sein: Das ist nicht, was den meisten Menschen spontan in den Sinn kommt.
Wer heute andere Menschen als „woke“ bezeichnet, denkt an angebliche Sprachverbote und befürchtete Angriffe auf die Schnitzelkultur. Auch nicht beteiligte Zuhörende werden mit großer Wahrscheinlichkeit in diese Richtung denken.
Es mag Menschen geben, die diesen Ausdruck zurück erobern und wieder positiv besetzen wollen. Dazu fehlen mir die Energie und die Motivation. Außerdem gibt es meiner Meinung nach genügend alternative Adjektive und Beschreibungen meiner Haltung.
Was bin ich stattdessen?
Wie ich mich in diesem Zusammenhang beschreibe: Offen für Menschen mit anderen Lebensentwürfen. Aufmerksam für systemische Ungerechtigkeit. Solidarisch mit weniger privilegierten Menschen. Mir meiner eigenen Privilegien bewusst.
Ich sehe mich als Person mit Anstand, Empathie und Lernbereitschaft. Die Furchtlosigkeit der Bürgerrechtsbewegung des 20sten Jahrhunderts fehlt mir leider. Ich lasse mich von Gewaltandrohung und autoritärem Auftreten einschüchtern. Das ist vermutlich wirklich nicht woke.
Mir ist es wichtig, in der Debatte eins klar zu machen: Was Populisten von rechts kritisieren, ist kein Aufzwingen von übertriebener Tugend. Sondern die Solidarität, die es ihnen schwerer macht, die Bevölkerung zu entzweien. Wenn wir uns künstlich in Lager aufspalten lassen, sind wir leichter zu regieren. Es ist ähnlich wie mit den polarisierenden Fragen, über die ich 2024 bloggte.
Je öfter wir also klar sagen, dass es in Wirklichkeit nur um Anstand und Mitmenschlichkeit geht, umso verbindender. Ich bin an einer gesunden und gerechten Gesellschaft interessiert, die niemanden wegen eventuellen Andersseins fallen lässt oder Menschen aufgrund nicht selbst gewählter Eigenschaften willkürlich Grundrechte abspricht.
Und wenn mir deswegen doch noch jemand angeblichen „Wokismus“ „vorwirft“, dann bedanke ich mich lächelnd für das Kompliment.
Was meinst du zum Thema? Kennst du Menschen in deinem persönlichen oder virtuellen Umfeld, die sich absichtlich und unironisch als woke bezeichnen? Welche Bedeutung hat der Begriff für dich?
2024 war in Teilen ein anstrengendes Jahr, vor allem gesundheitlich. Aber auch die weltpolitischen Entwicklungen haben mich belastet. Das neue Jahr möchte ich mit einer Vorschau beginnen. Und am Ende des Jahres werde ich sie mit der Realität abgleichen. Wie sieht mein ideales 2025 aus? Was sind meine persönlichen und beruflichen Pläne? Und was würde ich auf gesellschaftlicher und bildungspolitischer Ebene begrüßen?
Meine persönlichen Ideale
Was habe ich privat im kommenden Jahr vor? Ich möchte an das anknüpfen, was ich 2024 über das Grenzensetzen und über Selbstfürsorge realisiert habe. Der Grundsatz, dass ich nicht hart an mir arbeiten werde, gilt noch immer. Allerdings möchte ich ganz sanft ein paar Gewohnheiten etablieren, eine nach der anderen.
Kondition und Muskeln wieder auf das Level von vor der Coronainfektion anheben.
Uralte, unrealistische und nicht zu mir passende „ToDos“ loslassen
Haltungsblogposts, Blogparaden, Linkpartys
Mehr Aufmerksamkeit für meine kreativen Hobbys, zum Beispiel mit Projekt 52
Beruflich bin ich mit 2024 ganz zufrieden. Daher werde ich mich im Groben auf den angelegten Bahnen weiter bewegen.
Blogposts über MSA und ESA in Mathematik: Ehemalige Prüfungsaufgaben und generelle Cornerstoneartikel
Blogposts über das Abitur in Mathematik ergänzen, plus einen generellen Cornerstoneartikel
aus einer Reihe Social-Media-Plattformen geordnet aussteigen
für bessere Darstellung von Matheformeln MathJax lernen und auf meiner Seite etablieren
über Weiterbildung im Bereich Lerncoaching nachdenken
auf anderen Plattformen vernetzen
eigene Blogparaden veranstalten
Mehr als 50 Blogartikel schreiben
Ideale Bildungpolitik
Bildung und Politik sind stark miteinander verzahnt. Im November habe ich darüber gebloggt. Darüber hinaus beschreiben Saskia Niechzial und Bob Blume den Ist-Zustand aus ihrer täglichen Praxis. Entsprechend wünsche ich mir für 2025:
Echte Inklusion
Inklusion ist keine Sparmaßnahme, sondern sorgt für Chancengerechtigkeit. Zum Beispiel müssen Eltern nicht mehr im Einzelkampf für ihre Kinder Nachteilsausgleiche gegen absurde Widerstände durchfechten, die ihnen per Gesetz eigentlich zustehen. In Schulämtern läuft der Vorgang automatisch und Eltern werden im Voraus informiert, welche Optionen ihre Kindern haben.
Zusätzlich begleitende Lehrkräfte sind nicht eine gnädig gewährte Ausnahme, sondern selbstverständlich.
Diversität
Das Bildungssystem setzt sich Ziele zur Verbesserung der Chancengleichheit. Kollegien erhalten Schulungen zu verschiedenen Diskriminierungsformen. Dadurch können sich Kinder mit Migrationshintergrund und Schüler*innen außerhalb der Gendernormen auf das Lernen konzentrieren.
Entlastung für Lehrkräfte
Kleinere Klassen und zusätzliches Begleitpersonal sorgen für entspannteres differenziertes Unterrichten. Administrative Tätigkeiten werden überwiegend von Ministerien und Schulämtern erledigt. Für neue Lehr- und Organisationskonzepte stehen angemessen lange Zeiträume zur Verfügung, um sie in Ruhe zu bewerten und gegebenenfalls im Schulalltag zu verankern.
Pandemienachbereitung
Rückstände im Lesen und Rechnen werden untersucht und gezielt bearbeitet. Auch die jetzigen Jahrgänge tragen noch an den Folgen der Pandemiemaßnahmen. Also ist es nicht angemessen, zur Tagesordnung überzugehen, als hätten sie nicht extrem unterschiedlich organisierten virtuellen Unterricht erlebt und dabei viele Lerninhalte unzureichend vermittelt bekommen. Außerdem werden Schüler*innen verstärkt psychologisch unterstützt.
Luftfilter in Klassenräumen sorgen für einen geringeren Krankenstand ohne ständiges Lüften. Statt des Mottos „die Pandemie ist ja vorbei“ wird individuelles Maskentragen akzeptiert und unterstützt. Niemand muss sich aus Angst vor dem Lern- und Zeitdruck schwer hustend zu einer Klausur schleppen.
Investitionen in das Bildungssystem
Neben funktionierenden sanitären Anlagen bekommen Schulen grundlegende digitale Ausrüstungen. Außerdem gibt es deutlich mehr sozialpädagogisches und IT-administratives Personal. Alle Dächer sind dicht und alle Sportanlagen benutzbar.
Harmonisierung zwischen Bundesländern
Schüler*innen können von einem Bundesland in ein anderes umziehen, ohne zu befürchten, dass ihnen plötzlich für ihren Abschluss zum Beispiel eine Sprache fehlt. Bei einem Schulwechsel fehlen auch nicht unerwartet massive Teile des Lernstoffes, die sich dann die Betroffenen irgendwie selbst aneignen müssten.
Mehr Klarheit bei Prüfungen
Prüfungsverordnungen haben mehrere Jahre Bestand und werden rechtzeitig mündlich und schriftlich kommuniziert. Es gibt für jeden Abschluss in jedem Bundesland ein online leicht zugängliches Textdokument in verständlicher Alltagssprache. Dadurch ist allen Prüflingen (und bei Interesse auch den Eltern) jederzeit bekannt, wie sie sich genau und konkret vorbereiten müssen.
Umgang mit KI
KI ist Teil unserer Realität. Schulen und Eltern stecken nicht den Kopf in den Sand, sondern sprechen mit Kindern und Jugendlichen über diese Technologie. Auch wenn niemand aus dem Stand alles darüber wissen muss, haben alle eine grundlegende Vorstellung von den Möglichkeiten, Vorteilen und Gefahren.
Vor allem: Das Potential von KI als Schummelmethode ist bekannt. Daher werden Gegenmaßnahmen entwickelt.
Elterntaxis
Der Bereich vor dem Schulgelände ist eine Zone, in der Kinder und Jugendliche sicher zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad ankommen. Idealerweise fahren Erwachsene gemeinsam mit Schüler*innen als Fahrradbus zur Schule. Zusätzlich ist das ÖPNV-Angebot so gut, dass Kinder nicht einzeln mit dem PKW zur Schule gebracht werden müssen.
Ein gesellschaftlich ideales 2025
Auch allgemeinpolitisch habe ich einen Wunschzettel vorbereitet:
Umgang mit der Klimakrise
Bevölkerung, Politik und Medien realisieren, wie groß und dringend das Problem ist. Statt Schuldzuweisungen übernehmen alle Verantwortung für ihren realistisch machbaren Anteil.
Insgesamt sinkt der Konsum, auch weil die Klimaauswirkungen von verschiedenen Produkten ermittelt und klar kommuniziert werden. Während Dinge mit einem großen CO2-Rucksack teurer werden, sinken Preise für wirklich klimafreundliche Produkte.
Städte werden durch Baumpflanzungen und zukunftsfähiges Wassermanagement auf die Folgen der Erderwärmung vorbereitet.
Vogelgrippe und andere Zoonosen
Die Ursachen für zoonotische Infektionskrankheiten sind in der Bevölkerung, Politik und den Medien bekannt. Entsprechend nimmt der Anteil pflanzlicher Lebensmittel in der Ernährung zu. Die Forschung rund um das Vogelgrippevirus und ähnliche Erreger wird noch stärker gefördert.
Risikogruppen werden gesehen und in ihren Bedürfnisse berücksichtigt. Verschwörungsmythen rund um Impfungen verfangen nicht mehr. Zudem ist es völlig selbstverständlich, wenn Menschen sich entscheiden, Maske zu tragen.
Rechtsruck
Abgeordnete erkennen die große Sorge vieler Menschen vor dem steigenden Einfluss von autoritären Populist*innen. Nicht funktionierende Versuche, rechtsextreme Politik zu „stellen“ gehören der Vergangenheit an. Potentielle Wähler*innen werden auch nicht mehr durch das Übernehmen extremer Forderungen umworben. Stattdessen arbeiten demokratische Parteien an einem sicheren und gerechten Leben für alle.
Der Teil der Bevölkerung, der sich um den Rechtsruck sorgt, geht wiederholt in großen Zahlen zum Demonstrieren auf die Straße. So wird allen bewusst, wie viele Menschen sich eine bunte und offene Gesellschaft wünschen.
Solidarität
Menschen mit Privilegien entwickeln ein Bewusstsein für die Lebenssituation weniger privilegierter Menschen. Weiße erkennen die systematische Diskriminierung, mit der POC täglich konfrontiert sind und äußern sich aktiv dazu. Männer sprechen öffentlich über die systematischen Probleme von Frauen, zum Beispiel über Femizide und andere Gewalt an Frauen.
Alle erkennen, dass das Leben kein Nullsummenspiel ist: Niemandem geht es auf Dauer besser, wenn es einer anderen Person schlechter geht. Und wir werden alle erst dann wirklich frei und sicher leben, wenn wir Freiheit und Sicherheit für alle Menschen ermöglichen.
Social Media
Soziale Medien verdienen endlich ihren Namen: Es geht um Vernetzung, Austausch von Ideen und gegenseitige Unterstützung. Die Plattformen, auf denen wir uns austauschen, sind dezentral.
Die Meinungsfreiheit hat einen hohen Wert, genauso wie das Recht darauf, nicht beleidigt oder belästigt zu werden. Daher gibt es eine konsequente Moderation und die Beteiligten achten gegenseitig aufeinander.
Der Unterschied zwischen Meinung und Behauptung ist klar definiert. Falschbehauptungen werden als solche markiert.
Welche Nachrichten wir angezeigt bekommen, entscheiden wir selbst. Es gibt keinen Algorithmus, der besonders emotionalisierende Inhalte durch verstärkte Aufmerksamkeit belohnt.
Dieses Ideal ist in Teilen schon Realität: Das Fediverse funktioniert genau auf dieser Basis. Allerdings sind aktuell noch die meisten Menschen auf anderen Social Media Plattformen aktiv.
Meine Prognose für 2025
Ursprünglich wollte ich für diesen Blogartikel eine Prognose schreiben. Dann schob sich aber diese Liste für mein ideales 2025 in den Vordergrund. Und meine Wünsche empfinde ich aktuell als motivierender als einen Blick in die Glaskugel.
Wünsche sind die beachtlichsten Brückenbauer und die mutigsten Begeher.
Elfriede Hablé
Meine persönlichen und beruflichen Ideale werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit erreichen. Bei meinen bildungspolitischen und gesellschaftlichen Wünschen bin ich eher skeptisch. Denn viele unserer Probleme sind ja schon Jahrzehnte alt. Da wäre es viel verlangt, wenn das jetzt alles in 12 Monaten erledigt werden soll.
Allerdings bin ich auch auch offen für positive Überraschungen. Und spätestens am 31. Dezember 2025 ziehe ich dann Bilanz. Warten wir ab, was das Jahr so bringt.
Wie sähe dein ideales 2025 aus? Hast du ähnlich ambitionierte Wünsche an die Menschheit wie ich?
In meinem Jahresrückblick schrieb ich auch über mein Motto für 2025. Es lautet:
Was soll passieren?
Inspiriert hat mich dazu Moritz Neumeier mit seinem Programm für 2025. Und ich habe zunächst überlegt, ob ich diese Frage so übernehmen will. Aber sie sagt genau das aus, was ich mir für dieses Jahr wünsche und vornehme. Immerhin übernehme ich nicht seine zweite Version mit dem Ausrufezeichen.
Mein Motto 2025 als Motivation
Mich hat die Frage sofort auf einer tiefen Ebene angesprochen. Moritz erwähnte sie in einer Folge von „Talk ohne Gast“. Dieser Podcast hat mich 2024 mental über Wasser gehalten, wenn die Weltlage wieder belastend war. Die gleichzeitige Leichtigkeit und Gewichtigkeit dieser Frage war genau das, was ich im Anschluss das das Jahr ohne Arbeit an mir gebrauchen kann.
Ich habe lange genug an meiner Persönlichkeit gemeißelt. Jetzt ist eher die Zeit für gezielte Politur und kleine, aber gezielte Perspektivwechsel. Mir gefällt, dass ich mein Motto 2025 in unterschiedliche Fragen umformulieren kann:
Was will ich?
Ich bin mir nicht sicher, wie es anderen Menschen damit geht. In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, wie wenig mir klar ist, was ich wirklich will. Wie viel von dem, was ich für meine Ziele halte, wirklich mir und meiner Persönlichkeit entspricht.
Es ist erstaunlich, wie schwierig es ist, das zu sortieren. Jedenfalls für mich. Manche Dinge sind mir klar, vor allem die, die nicht passieren sollen: Die Verschärfung der Klimakrise, das weitere Abdriften in autoritäre Politik, die Menschenfeindlichkeit propagiert und extrem Reichen Menschen überproportionale Macht gibt.
Im Kleinen habe ich noch immer nicht die Klarheit, die ich mir wünsche. Und das wirkt sich auf meine Motivation aus. Dinge, die ich seit Ewigkeiten auf meinen vielen Listen stehen habe, von denen ich immer noch glaube, sie seien eigentlich wichtig. Diese Klarheit ist schon mal etwas, das ich dringend will. Und ich hoffe, dass dieses Jahr mich auf dem Weg zu meinen Prioritäten weiter bringen wird.
Was soll schon passieren?
Im Bedenkentragen habe ich jahrzehntelange Übung. Und ich gehe nicht davon aus, dass ich zum 31. Dezember 2025 die Meisterin der Leichtherzigkeit und Zuversicht sein werde. Trotzdem lasse ich ganz bewusst diese Frage bei Entscheidungen mitlaufen. Oder auch genau deswegen.
Was, wenn niemand sich für meine Mathe-Lernkarten interessiert? Wie geht es mir, wenn ich wirklich regelmäßig Reels veröffentliche und keine Reaktion bekomme? Oder sogar Gegenwind?
Ich setze immer mehr Grenzen und finde immer mehr meine Priotitäten. Was, wenn sich jemand in meinem Umfeld darüber ärgert?
Und was wäre, wenn ich mich durch das Bedenkentragen davon abhalten lasse, zu finden und machen, was ich wirklich will?
Daraus ergibt sich für mich der Plan für 2025. Ich werde üben, mir bewusst zu werden, wenn in meinem Kopf die Stimmen laut werden, die überall die Katastrophe wittern. Außerdem werde ich üben, mit diesen Stimmen ins Gespräch zu kommen. Und dann werden wir sehen, was passiert.
Was ist mein Beitrag?
Dinge passieren meistens nicht einfach so. Manche Selbstläufer brauchen einfach nur die passenden Umstände. Da kann es helfen, einfach nicht einzugreifen und zu vertrauen. Noch so eine schöne Übung für mich 😉
Andere Dinge brauchen einen Auslöser. Und auch hier hilft wieder Vertrauen, und zwar das in die eigene Selbstwirksamkeit. Außerdem ein Bewusstsein für die eigene Zuständigkeit. Wenn ich weiß, was aus meiner Sicht passieren soll, wie kann ich wo meinen Anteil daran übernehmen?
Was auch dazugehört: Manches, was ich mir wünsche, ist außerhalb meiner Zuständigkeit. Zum Beispiel kann ich nicht dafür sorgen, dass sich Menschen verhalten, wie ich es gerne hätte. In solchen Fällen hilft mir die „Let Them“-Strategie von Mel Robbins.
Andere Dinge sind für mich als Einzelperson zu groß. Dann ist es sinnvoll, mich zu fragen, ob dieser Wunsch trotzdem in der Prioritätenliste für mich weit oben steht. Und falls ja, ist es gut zu wissen, mit wem ich mich vernetzen kann.
Mein Motto 2025 zum Begreifen
Häkelfiguren sind eine tolle Möglichkeit, Aspekte meiner Persönlichkeit auszudrücken. Auf meiner Liste steht immer noch ein Narr. Er verkörpert die Leichtherzigkeit der Mottoversion „Was soll schon passieren?“ Entsprechend werde ich mir diese Personifikation meines Mottos häkeln.
Zum Glück sind die Umstände passend: Eine Anleitung habe ich schon heraus gesucht und durch mein Motto die nötige Motivation. Ich habe sogar eine Menge Wollreste in diversen Farben. Wenn der Narr fertig ist, werde ich ein Photo von ihm hier nachliefern. Und dann darf er mich durch meinen Alltag begleiten und mich bei passender Gelegenheit fragen: Was soll passieren?
Hast du ein Motto für 2025?
Hast du dir auch einen Leitspruch für das kommende Jahr zugelegt? Wie geht es dir allgemein mit solchen Mottos? Und wie gehst du damit um, wenn du nicht weißt, was du willst, oder wenn dich Bedenken davon abhalten, in deinem Leben die passenden Umstände zu schaffen?
Mehr über meine Haltung zu den Themen Ziele und Motivation findest du hier.
Wow, das neue Jahr ist schon eine Woche alt! Den Monatsrückblick Dezember 24 will ich aber noch teilen, denn dabei geht es um meinen Lieblingsmonat. Ich liebe die Adventszeit, die Dunkelheit und das zeitlose Gefühl rund um die Wintersonnenwende.
Jedes Jahr machen wir es uns noch ein bisschen gemütlicher. Das liegt mir so sehr am Herzen, dass ich darüber einen extra Blogpost geschrieben habe. Mir tut das sanfte Entschleunigen in Richtung Jahreswechsel einfach gut. Ich kann mich sortieren und meinen Energiehaushalt ausgleichen. Und mich von meiner Umgebung positiv überraschen lassen.
Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?
Weihnachtsdeko in meinem Unterrichtszimmer aufhängen. -> Die Häkelaufhänger sind fertig geworden, von den Julehjertern nur zwei. Aber das ganze Set kann ich dann schön fürs nächste Jahr aufheben. Und bis dann noch ein paar Herzen fertigbasteln.
Durch den alten Elbtunnel spazieren. -> Das realisiere ich jetzt erst, dass ich das vergessen hatte. Ich bin aber ansonsten schön im Kreis Pinneberg rumgekommen.
In aller Ruhe Weihnachten feiern. Wirklich in aller Ruhe. Und wirklich feiern 🙂 -> Das hat wirklich gut funktioniert. Vor lauter Begeisterung habe ich darüber gebloggt.
Zwischen Weihnachten und Silvester mit meinem Mann über den Ruheforst und unsere Patientenverfügungen sprechen. -> Das machen wir jetzt in den ersten Januarwochen.
Weihnachten
Ich sage es gerne noch einmal: Die Weihnachtszeit liegt mir sehr am Herzen. Bei mir siehst du Weihnachtsohrringe und Nikolauspuschen. Und seit 20 Jahren die immer gleichen Weihnachtsbaumkugeln, die wie damals noch in London gekauft haben 🩷🇬🇧
Meine Traditionen
Mir geht es bei diesem Fest nicht um Geschenke. Jedenfalls nicht um die materiellen Geschenke, über deren Kauf sich der Einzelhandel jedes Jahr freut. Mit meinem Umfeld habe ich inzwischen generell die Absprache, dass wir uns gegenseitig nichts schenken. Bis auf Aufmerksamkeit in Form von gemütlichen Videochats. Und mein Mann und ich genießen im Dezember besonders bewusst gutes, selbstgemachtes Essen.
Jedes Jahr sehe ich der Sonne nach der längsten Nacht beim Aufgehen zu. Jedenfalls versuche ich es: Dieses Jahr war der norddeutsche Himmel mal wieder komplett bedeckt. Aber die Hauptsache ist ja, dass der Sonnenaufgang stattfindet. Und dass wir wissen, dass die Tage jetzt wieder heller werden.
Kulinarisches
Dieses Jahr habe ich auch endlich mal Mandeln und Haselnüsse selbst gebrannt. Mir war vorher gar nicht klar, wie einfach das geht und wie lecker die werden. Genauso wie die Tortellini, mal wieder nach einem Rezept von Bianca Zapatka. Sie waren nur halb so friemelig wie befürchtet 😄
Anfang Dezember habe ich mich sehr beherrscht. Denn ich habe von einer großen Auswahl Keksausstecher nur zwei gekauft: Einen Lebkuchenmann und einen Elch. Ich backe sehr gerne, aber am Ende müssen die vielen Kekse ja auch gegessen werden. Also gab es nur drei Sorten, eine schöne Übung in Prioritätensetzen 😉
Ich feiere die Wintersonnenwende, mein Mann das christliche Weihnachtsfest. So kommen wir zu zwei Gelegenheiten für ein festliches Menü. Einer meiner Pläne für das Jahr 2025 ist es, dass wir häufiger mal einfach so zu zweit richtig schick kochen. Denn es gibt viel mehr tolle Rezepte als Feiertage im Jahr. Dann essen wir Nachtisch eben anlasslos 😉
Weihnachten in Pinneberg
Zum Pinneberger Weihnachtsmarkt fahren wir erst seit 2023. Dabei ist er eigentlich richtig schön. Wenn die Großstadt Hamburg so einfach mit der S-Bahn erreichbar ist, wird so ein kleinerer Ort leicht unterschätzt. Jetzt aber nicht mehr, diesen Markt haben wir fest im Programm!
Das Pinneberg-Museum
Ähnlich lief es mit meinem Museumsbesuch im Dezember 24. Ich hatte eigentlich eine Ausstellung zum Thema „Pippi Langstrumpf und ihr Vater“ vorgenommen. Und dann war mir doch nicht nach Großstadtgetümmel.
Das Pinneberg Museum wirkt von außen eher übersichtlich. Innen habe ich nur den oberen Stock besichtigt und war damit lange beschäftigt. Es gibt historische Karten, auf denen selbst „Hamborch“ beschaulich aussieht. Außerdem kleben überall QR-Codes, die Audiodateien abspielen, wahlweise auch für Kinder oder in einfacher Sprache. Ich fand diese Inklusivität einfach liebenswert.
Es werden spannende Objekte von Menschen gezeigt, die in Pinneberg gelebt haben. Einer von ihnen war Rudolph Grothkop, der als Zahnarzt und als Maler arbeitete. Für mich auch ein Beispiel eines Lebensweges, der unterschiedliche Interessen ganz selbstverständlich unter einen Hut brachte.
Der Chemiker und Botaniker Johannes Görbing hinterließ eine bunt gemischte Sammlung von Mineralien und archäologisch interessanten Gegenständen. Dass so ein kleines städtisches Museum bei freiem Eintritt eine Reihe von Goldklumpen ausstellt, hat mich überrascht.
Genauso unerwartet war die Ausstellung über die Entwicklung der Wirtschaft. Die Bevölkerung im Kreis ist unter anderem durch die Entwicklung der Baumschulen in der Vergangenheit stark angewachsen. Allerdings hat es auch andere spannende und erfolgreiche Wirtschaftszweige gegeben.
Lange Jahre wurden in Pinneberg zum Beispiel Emaille, Regenmäntel und Polsterbezüge aus Rosshaar hergestellt.
Das Fahrrad im Bild ist aus den 1950ern und hat schon einen Hilfsmotor. Allerdings war er nicht elektrisch, sondern auf Verbrennerbasis.
Die Motoren-Firma ILO hatte sich 1913 in Pinneberg angesiedelt. Für mehrere Jahrzehnte war sie ein erfolgreicher Arbeitgeber.
ILO stellte außerdem auch lustige kleine Taschenmopeds her, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Insgesamt fand ich die ILO-Ausstellung faszinierend. Vorher hatte ich beim Kreis Pinneberg eher Baumschulen, die A23 und Familienbesuche im Hinterkopf und weniger wirtschaftlich bedeutende Industrien.
Und dann gibt es noch die Ausstellung zur Nazivergangenheit des Kreises. Sie ist eine der Motivationen für mich, das Museum noch einmal zu besuchen. Die Menschen hier waren nicht auffällig begeistert für die NSDAP. Allerdings zeigen auch hier die Wahlergebnisse eine allmähliche Entwicklung nach rechts außen.
Zur Ausstellung gehören auch Magazine aus Kriegszeiten. Unter anderem wandten sie sich an Sportinteressierte, aber auch an Frauen, die neben ihrer Berufstätigkeit noch den Haushalt stemmen sollten. Die Vorschläge für wenig zeitintensive Rezepte wirken in der Rückschau gleichzeitig pragmatisch und bizarr.
In der Abteilung zum Thema Kriegsflüchtlinge wurde das Ergebnis eines Schulprojektes präsentiert. Und zwar ging es dabei um den Vergleich von Aussagen von Menschen, die nach dem ersten Weltkrieg nach Norddeutschland geflüchtet waren und heutigen Geflüchteten. Da gibt es, wie zu erwarten, wenig Unterschiede.
Regionale Kulturangebote überzeugen mich immer wieder. Ich hätte für das, was mir hier geboten wurde, gerne auch Eintritt gezahlt. Der untere Stock hat wechselnde Ausstellungen und wurde im Dezember renoviert. Da habe ich in Zukunft noch einiges zu besichtigen.
Und im Zweifelsfall kann ich dann immer noch zur Abwechslung mal wieder nach Hamburg fahren. Die Pippi-Langstrumpf-Ausstellung läuft jedenfalls noch.
Was habe ich im Dezember 24 gelesen?
Die Realität der Frauenrechte im Alltag
Britta stellte fest, dass in der Klasse ihrer Tochter einige der heranwachsenden jungen Männer ziemlich rückständige Vorstellungen von Frauen und deren gesellschaftlicher Aufgabe haben. Das nimmt sie zum Anlass über Feminismus im Alltag zu schreiben.
Ich kann ihre Beobachtungen so gut nachvollziehen. Wir leben im 21sten Jahrhundert und immer noch scheinen wir uns nach jedem Fortschritt wieder ein Stück zurück zu bewegen.
„Es geht um so viel – um häusliche Gewalt, um den Zugang ungewollt Schwangerer zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch, um Frauenhandel und Prostitution. Themen, die groß, komplex und oft erschütternd sind. Und dann frage ich mich: Ist mein Thema da nicht viel zu klein? Feminismus in meinem Alltag. Frauenrechte in meinem Alltag. Doch vielleicht ist es genau das, was zählt – im Kleinen anfangen, das Bewusstsein schärfen, im eigenen Umfeld hinsehen und handeln. Denn Veränderung beginnt nicht immer mit den großen Themen, sondern oft mit den kleinen Schritten, die wir täglich gehen.„
Britta von Brigantis Kosmos
Genauso sehe ich das auch. Wir haben direkten Einfluss auf unser begrenztes Umfeld. Und damit indirekt auf das große Ganze.
Diese Episode des Podcasts „Feminismus für alle“ ist schon aus dem April. Ich habe sie aber im Dezember erst entdeckt. Christian Stöcker folge ich schon länger in den sozialen Medien und wäre mein Bücherstapel nicht schon so hoch, würde ich mir sein Buch „Männer, die die Welt verbrennen“ zulegen.
Es geht in diesem Interview hauptsächlich um das Phänomen „Petromaskulinität“. Es zeigt sich in exzessivem Silvesterfeuerwerk, Gruppierungen wie „Fridays for Hubraum“ und der Weigerung, sich auch nur im Ansatz mit den Folgen des Konsums fossiler Brennstoffe zu befassen.
Letztlich stecken auch hier wieder finanzielle Interessen hinter dem Problem. Die Fossillobby schafft es, Techniken zur Stromproduktion als „woke“ und „grün“ zu markieren. Die Folge ist, dass Menschen, die sich als nicht-woke und nicht-grün identifizieren, so gegen regenerative Energiequellen polarisiert werden. Ohne dass es dafür einen rationalen Grund gibt.
Natürlich ist die Realität etwas komplexer. Und es ist obendrein frustrierend, wie finanziell privilegierte Gruppen auf diese Weise weniger reiche Menschen vor ihren industriellen Karren spannen. Und am Ende haben nur die einen wirklich einen Nutzen davon.
Am Ende werde ich mir das Buch wohl doch kaufen müssen 😉
Katharina Jetter und Maja Bahtijarevic besprechen die Hintergründe der Einteilung von Produkten in rosa und hellblau, in männlich und weiblich.
Unter anderem habe ich hier auch wieder gehört, dass es nicht einfach so ist, dass früher angeblich blau eine Mädchenfarbe war und rosa eine für Jungen. Es gab die Zuschreibung von rosa als das „kleine Rot“ und starke Farbe für männliche Kinder, allerdings galt das regional und auch nicht durchgängig.
Was die sich immer weiter verstärkende Trennung im Marketing bewirkt? Eine Einengung der Perspektive vor allem für Jungen, höhere Preise für gleiche Produkte, sobald sie für Frauen vermarktet werden und den Druck, für Kinder unterschiedlicher Geschlechter die gleiche Ausrüstung noch einmal zu kaufen. Und damit mehr Profit für Unternehmen, mehr Konsum und damit auch mehr Belastung für den Planeten.
Interessant waren auch die Gedanken zur geschlechterneutralen Erziehung von Kindern. Oder vielmehr auch der Frage, ob das in unserem gesellschaftlichen System überhaupt funktioniert. Es ist das eine, Kindern nicht unsere Vorstellungen aufzudrängen, etwas anderes ist es, sie davon abzuhalten, ihre eigene Identifikation zu finden.
Auch die Frage danach, ob Geschlecht angeboren oder anerzogen ist, wird erfrischend differenziert diskutiert.
Im Jahr 2024 gab es für mich drei Jubiläen. Eins davon ist die Tatsache, dass ich als selbstständige Lehrerin seit 10 Jahren Nachhilfe gebe. Hier erfährst du, was ich in der Zeit gelernt habe.
Am zweiten Weihnachtstag nutze ich die Zeit, um zu sortieren, welche meiner Traditionen dafür sorgen, dass die Weihnachtszeit bei mir immer zuverlässig gemütlich abläuft.
Für den Jahresrückblick schreibe ich dieses Mal 100 Dinge auf, die mein 2024 ausmachten: Was ich erlebt, gelernt oder nicht geschafft habe.
Und was war sonst noch los?
Was war ich froh, als diese Baustelle abgeräumt wurde. Endlich wieder freier Zugang zu unserer Straßeneinfahrt!
Duolingo
Beim Duolingo-Jahresrückblick wurden meine Mathekompetenzen gelobt. Das hat mich genauso gefreut wie die Anzahl meiner Fehler 😄 Und dann konnte ich im Dezember 24 meine 1000 Tage Duolingo am Stück feiern. Selten habe ich etwas so lange und ausdauernd durchgezogen.
Draußen – Die Natur
Die Umgebung zeigt sich von ihrer verwunschensten Seite.
Draußen – Die Nachbarschaft
Ein paar Menschen in der Umgebung scheinen genauso ein Herz für Weihnachtsdeko zu haben wie ich. Und andere haben ein Freiluftfundbüro eingerichtet 😊
Monatsrückblick in Zahlen
Im Dezember 24 komme ich auf 9474 gebloggte Wörter.
Die Schrittzähler-App zeigte am Ende des Dezembers 24 einen Stand von 222485, das sind ca 7176 Schritte pro Tag.
Die PV-Anlage hat im vergangenen Monat 58,5 kWh geliefert, dabei haben wir 585 kWh verbraucht. Unterm Strich lag der Autarkiegrad bei 8 %. Der Dezember war aber auch wirklich neblig und verregnet 😄
Was habe ich im Januar 25 vor?
Meine Pläne gehen größtenteils aus meinen To-Wants hervor:
Die Küche durchsortieren, jeden Tag mindestens 10 Minuten.
Neue Profilbilder nach dem Kurs von Karina Schuh erstellen.
Das war mein Monatsrückblick Dezember 24. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit? Und hattest du im Dezember auch Gelegenheit zu entschleunigen?
Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier
Da hat Judith Peters im Oktober 23 aber etwas losgetreten. Seitdem plane ich schon seit mehr als einem Jahr regelmäßig Wunschzettel an mich selbst für drei Monate im Voraus. Hier und heute kommen meine To-Wants für das 1. Quartal 25.
Mit meinen To-Wants 2024 habe ich mich regelmäßig an Dinge erinnert, die ich gerne machen wollte. Und ganz nebenbei habe ich gelernt, den Zeitbedarf für Aktivitäten wenigstens etwas realistischer einzuschätzen. Und darüber, was mich motiviert und was mir vielleicht doch gar nicht so sehr am Herzen lag.
Bilanz der To-Wants 24
Was lief gut?
Am besten haben persönliche To-Wants geklappt. Oder solche, die mit meiner Freizeit zu tun hatten. Ich habe mich deutlich mehr und regelmäßiger an der frischen Luft bewegt, meine Umgebung erkundet, Museen, Ausstellungen und Theaterstücke genossen und mich gezielt gesund und abwechslungsreich ernährt.
Besonders gefreut habe ich mich in der Weihnachtszeit: Die Organisation einer Kiste mit allen CDs, DVDs, meinen Weihnachtspuschen und den diversen Kartons mit Räucherkegeln führte dazu, dass ich mich nicht im Nachhinein geärgert habe, wieder etwas davon nicht genutzt zu haben. Auch, dass ich meine Adventskalenderhäkel-UFOs fertig bekommen habe, verdanke ich der To-Want-Liste 😀
Beruflich hat mich die Liste aber auch motiviert. Außerdem hat sie mich daran erinnert, gezielter Nein zu sagen, endlich die Abitur-Blogposts und meinen 100sten Artikel zu schreiben sowie mit meinen offiziellen Auftritten politischer zu werden und klarer Stellung zu beziehen.
Was habe ich nicht umgesetzt?
Die meisten nicht abgehakten To-Wants sind beruflicher Natur. Ich hatte eine Menge Projekte vor, die mir dann wohl doch zu viel Aufwand waren. Oder sie lagen mir nicht genug am Herzen. Oder es waren Dinge, bei denen ich befürchte, dass sie gar nicht auf so viel interesse stoßen würden.
Zum Beispiel die Mathe-Quizkarten: Da gibt es viele Plugins und keins passte mir so richtig in den Kram, irgendwas war immer nicht ideal. Auch die Matheerklärvideos oder Instareels über meine Blogartikel schiebe ich schon seit Jahren von einer Liste auf die nächste. Und die Renovierung der Webseite kommt immer nur in mikroskopisch kleinen Schritten voran.
Privat habe ich die tägliche Yogapraxis 2024 nicht etabliert bekommen. Da habe ich aktuell wieder Hoffnung für das 1. Quartal 25, weil ich bisher jedenfalls jeden Tag Adriene Mishlers 7-Tage-Challenge gefolgt bin. Ich habe nichts über post-COVID gebloggt und meine Kräuterbeobachtung war eher sporadisch als systematisch. Und meinen Aktivismus habe ich sehr heruntergefahren und mich nicht zu Treffen des Klimabündnisses Halstenbek bewegen können.
Besonders deprimierend fand ich die Kurzgeschichten. Da hat mich schon im Frühjahr die Muse verlassen. Dass ich den Gartenschuppen nicht entrümpelt habe, belastet mich im Vergleich weniger. Und die Museen, die ich nicht besichtigt habe, stehen mir ja immer noch zur Verfügung 🙂
Was nehme ich für die To-Wants in Zukunft mit?
So langsam kristallisieren sich ganz persönlich Erkenntnisse heraus:
Weniger ist mehr.
To-Wants im Freizeitbereich sind für mich sinnvoller, weil ich sie umsetze und mich das auch im beruflichen Bereich motiviert.
Ich lege die Schwerpunkte für 2025 auf körperliche und mentale Gesundheit sowie Selbstwirksamkeit.
Auch Dinge, die ich schon mache und weiterführen will, kommen auf die Liste.
Es werden nur vergangene To-Wants in das 1. Quartal 25 geschoben, wenn ich wirklich Lust darauf habe, sie umzusetzen.
Meine To-Wants im 1. Quartal 25
Hier ist also die Liste mit Dingen, die ich mir für die ersten drei Monate des Jahres auf den Wunschzettel schreibe:
Persönliches Wohlbefinden
Im Januar jeden Tag Yoga machen
Im Februar das Programm zum Muskeltraining etablieren
Für alle diese To-Wants im 1. Quartal 25 habe ich ein Warum, ein Wie und ein Lächeln im Bauch bei dem Gedanken daran. In drei Monaten werde ich sehen, wie sich das Vorhaben To-WAnt-Liste weiter entwickelt.
Schreibst du auch deine To-Wants regelmäßig auf? Wie sind deine Erfahrungen mit solchen Listen und mit der Selbstmotivation?
Mehr über meine Haltung zur Setzung von Zielen findest du hier.
Dieses Jahr schließe ich mal nicht mit dem gewohnten „Jahresrückblog“ ab. Im Jahr 2014 schrieb Austin Kleon einen Rückblick, dessen Format 2022 Maren Martschenko inspirierte, die wiederum Anna Koschinski animierte, auch so ein Listicle zu verfassen. Und jetzt sitze ich hier an meinen 100 Dingen aus 2024 😊
100 Dinge 2024 – Vom Bleimantel und der Sukkulente
Allerdings hatte ich den größten Teil des Jahres gefühlt einen Bleimantel an. Post-Covid ist so ätzend, da brauche ich keine zweite Infektion. #DieMaskeBleibtAuf
Seit dem 14. Januar 2024 habe ich eine Schrittzähler-App. Das hatte eine erfreulich motivierende Wirkung auf mein Bewegungspensum.
Direkt zum Jahresbeginn gab es einen großen Streit in meiner Familie, der mir lange nachhing und der mich dazu brachte, einige Glaubenssätze in Frage zu stellen.
Ich habe wieder einige junge Menschen durch das Abitur begleitet und mitgefiebert, in Mathematik, Chemie und Biologie.
Anschließend hat mir eine Abiturientin eine Topfblume geschenkt. Ich habe die schwärzesten Daumen dieser Welt und bin außerdem nicht der größte Fan von rosa oder Sukkulenten. Trotzdem hält sich die Pflanze erstaunlich hartnäckig und schleicht sich allmählich in mein Herz hinein.
Zwei Studenten habe ich bei der Mathematik für ihre Klausuren in Mikro- und Makroökonomie unterstützt.
Mein Neffe studiert Informatik. Mit ihm habe ich für eine Klausur Kombinatorik und Knotentheorie besprochen. Wie viele unterschiedliche Brötchentüten kann ich mit fünf Brötchensorten befüllen und wie kann ich das Haus von Nikolaus in einem Zug zeichnen?
Ich stelle immer mehr fest, wie mir der Algorithmus besonders bei Facebook auf die Nerven geht. Irgendwann wurden mir hauptsächlich Posts angezeigt, bei denen klar war, dass sie meinem Weltbild total entgegen standen oder großes Aufregerpotential hatten. 2025 wird Facebook gefastet.
Genauso geht mir langsam der Hut hoch, wenn ich KI-Bilder nur sehe. Nicht nur die sechseinhalb Finger pro Hand machen mich nervös. Auch die offensichtlich in virtuellen neuronalen Netzen zusammenphantasierten Texturen und Proportionen der abgebildeten Gegenstände und Hintergründe kratzen mir quer über den Sehnerv.
Entsprechend habe ich mir im August gebrauchte Bücher von Rasmus Klumpgekauft. Auf Deutsch heißt er Petzi und war ein Held meiner Kindheit. Jetzt hilft er mir, Dänisch zu üben.
Weil mich das Konzept so überzeugt hat, habe ich vier To-Want-Listen geschrieben, eine für jedes Quartal.
Dadurch habe ich zum Beispiel eine Weihnachtskiste angelegt. In der sind alle CDs und DVDs gesammelt, plus kartonweise Räucherkegel, Dekoartikel und noch nicht beschriftete Karten. Hat mir jetzt im Dezember sehr gut gefallen, diese Organisation.
Genauso habe ich endlich die Häkel-UFOs aus dem Adventskalender von 2023 vernäht. Die werden jetzt immer meinen Unterrichtsraum schmücken.
Im Frühjahr dachte ich, die Fliederbäume in meiner Umgebung seien irgendwie defekt. Leider war es mein Geruchssinn, der nicht mehr funktionierte 😢
Außerdem lebe ich seit 20 zusammenhängenden Jahren in Schleswig-Holstein. Zeit für eine Liebeserklärung!
2024 war unser erstes ganzes Jahr mit der Photovoltaik-Anlage. Immer noch sehr zufrieden 😁
Im November 2024 habe ich den Blogartikel Nummer 100 geschrieben, jedenfalls auf diesen Blog bezogen. Dabei ging es um die gegenseitige Abhängigkeit von Lernen und Politik.
Insgesamt kamen dieses Jahr deutlich mehr Blogbeiträge zusammen als in den Jahren zuvor: Mit diesen „100 Dingen aus meinem 2024“ sind es insgesamt 51 Artikel geworden.
Und zwar gab es fast jeden Monat einen Monatsrückblick, nur Juni und Juli gab es wie schon 2023 im Doppelpack.
Insgesamt habe ich an 12 Blogparaden teilgenommen, hauptsächlich im Sommer. Von den spannenden Aufrufen her hätten es auch gerne mehr sein können, wäre nicht auch meine Zeit endlich 😉
In meiner To-Want-Liste für das vierte Quartal 2024 hatte ich mir vorgenommen, „politischer zu werden und klarer Stellung zu beziehen“. Das hat zu einigen Haltungsbeiträgen auf meinem Blog geführt.
Entsprechend sind auf Instagram und Facebook dieses Jahr auch für mich erstaunliche 86 Posts zusammengekommen.
Am 30. Dezember habe ich tatsächlich noch ein Reel gepostet, einfach nur ein paar Slides mit Text darauf und einem Photo von mir als Thumbnail. Thema: Was ich 2024 alles nicht geschafft habe 😉 Inzwischen ist mein Instagramprofil gelöscht, aber auf YouTube existiert das Video noch.
Mein Mann hat spontan das Kochbuch „Vegan Foodporn“ von Bianca Zapatka gekauft. Ich weiß nicht, wie sie das macht, aber da hat bisher immer alles geklappt und gut geschmeckt. Ich habe zum Beispiel zum ersten Mal Tortellini selbst gemacht 😁
Zu Anfang des Jahres lernte ich den Begriff „hurkle durkle“ kennen. Er kommt aus dem Schottischen und bedeutet „im Bett liegen bleiben, lange nachdem du eigentlich hättest aufstehen sollen“. Das beschreibt ganz hervorragend, wie ich meinen Jahresanfang plane und verbringe, wenn ich es mir aussuchen kann.
Im Oktober waren wir in der Laeizshalle und haben Christoph Spangenberg gesehen, der Nirvana auf seine ganz eigene Weise auf dem Klavier spielt. Für Menschen unserer Alterskohorte extra spannend, dass Nirvana heute noch so relevant ist.
Im September war ich auf einem Konzert von Orphaned Land. Diese Band kommt aus Israel und mein Ticket war ursprünglich für den April 2022. Damals lebte meine Freundin Romy noch, und wir wollten gemeinsam hin. Außerdem sorgte natürlich der Krieg in Gaza dafür, dass der Abend extrem bewegend war.
Die Europawahl hat mich mächtig deprimiert.
Eine neue Gewohnheit war das bewusste Neinsagen. 2023 habe ich schon darüber gebloggt, dieses Jahr stand es regelmäßig auf meinen To-Want-Listen.
Auf Instagram war mir Gina Hitsch mit ihren sehr unterhaltsamen, lehrreichen und durch ihre Warmherzigkeit, Originalität und Großzügigkeit beeindruckenden Beiträgen eine nachhaltige Inspiration.
Mit dem Ansetzen neuer Sauerteige kann sich der Mensch schön selbst im Weg stehen, wenn er/sie darauf wartet, dass es warm genug ist, damit die Mikroorganismen es ideal gemütlich haben. Und wenn er/sie dann vor lauter Sommerhitze zu platt ist, um in der Küche wirklich konstruktiv zu werden.
Ich bin die Sorte Mensch, die im Sommer schmachtet, im Herbst aufblüht und im Winter Kälte tankt. Das ist mir dieses Jahr wieder richtig deutlich geworden.
Wir haben eine sehr witzige Show mit animatronischen Dinos gesehen. Da sehe ich die Zukunft für Zirkusse und Vorträge über Tiere. Und ich werde nie zu alt für Kinderveranstaltungen sein.
Ich bin das ganze Jahr mehrheitlich zu Fuß gelaufen und habe dabei nochmal richtig realisiert, wie desolat die Situation für diese Personengruppe im Straßenverkehr ist. Und zwar bin ich jetzt um eine Sammlung von Bildern der Sorte „Lieferwagen auf Fußweg“ reicher. Und um die Erkenntnis, dass es eine App namens weg.li gibt, mit der richtig rücksichtsloses Falschparken sehr einfach angezeigt werden kann. Wenn allerdings eine Adresse auf dem Wagen steht, schreibe ich einfach eine höfliche E-Mail.
Nachdem die CDU eine Umfrage zum angeblichen „Verbrennerverbot“ veranstaltet und mittendrin abgewürgt hatte, schrieb ich einen höflichen Brief an Carsten Linnemann mit der Bitte um Erklärung. Er ist bisher der einzige Politiker in einer relativ langen Liste, der mir auf ein Schreiben nie geantwortet hat.
Eine weiteres Hindernis beim Zufußgehen war die Baustelle, die wochenlang die Einfahrt zu unserer Straße blockierte. Praktisch jeden Tag wurde die Route, auf der ich nach Hause kam, umgelegt. Zeitweise mit zweimaliger Überquerung derselben, star befahrenen Straße. In der dunklen Jahreszeit. Für viele Kinder Teil ihres Schulweges.
Moritz Neumeier und Till Reiners haben mich mit ihrem Podcast „Talk ohne Gast“ mental durch das Jahr getragen. Eine wunderbare Mischung aus unbekümmerter Heiterkeit und Einordnung der gesellschaftlichen Geschehnisse.
Daran gemessen, wie groß meine erweiterte Familie ist, sehe ich die meisten davon selten bis nie. Umso schöner war das Cousinentreffen in Osnabrück.
Das Pinneberg Museum habe ich hauptsächlich besucht, weil ich auf der To-Want-Liste einen Ausstellungsbesuch stehen hatte und nicht ganz nach Hamburg fahren wollte. Das Stadtmuseum ist richtig spannend und sogar kostenlos. Dort werde ich mich noch mehr als einmal umsehen, besonders in der Ausstellung zum Nationalsozialismus hier in der Region.
Auf einer meiner Spazierrunden sah ich ein Plakat für eine Aufführung des Theaters Schenefeld. Das Stück „Der Gott des Gemetzels“ ist gleichzeitig lustig und eine treffende Beobachtung menschlicher Natur in Konfliktsituationen. Bei der Gelegenheit beschlossen wir, wieder regelmäßiger Kulturveranstaltungen zu besuchen,
Im August habe ich mir einen neuen Claim zugelegt: „Lernen ist echt krass!“
Seit Oktober habe ich dreimal an der Aktion „12 von 12“ teilgenommen. Es ist ziemlich anspruchsvoll, am Abend so einen Beitrag zusammenzustellen, wenn ich um 19 Uhr erst von der Arbeit nach Hause komme. Trotzdem habe ich Hoffnung, dass ich bei dem Format dranbleibe.
Zum Fahrradfahren hat lange meine Kondition nicht gereicht. Umso begeisterter war ich, als ich endlich wieder eine Runde mit dem Rad gedreht habe, ohne dass mir das Herz in den Ohren klopfte.
Weil ich gezielt meine Kondition verbessern wollte, habe ich mir jetzt doch ein Fitnesstrackerarmband zugelegt. Nächstes Jahr wird wieder gelaufen!
Im neuen Schuljahr überrascht mich ein Schüler mit der Frage „Sind Sie eigentlich glücklich?“ Solche unerwarteten Gesprächsanlässe sind ein Grund dafür, warum ich meinen Beruf so sehr mag.
Im Sommer habe ich es sogar geschafft, mehrmals im Freibad zu schwimmen. Ich liebe es, mich im Wasser zu bewegen, allerdings habe ich das in den letzten Jahren irgendwie nicht organisiert bekommen. Und mit dem post-COVID hatte ich auch Bedenken, dass es zu anstrengend sein könnte.
Ich habe meine Katze Lilly dreimal zum Ziehen fast aller Zähne abgeliefert und dreimal unverrichteter Dinge wieder abgeholt, weil immer neue Diagnosen die Narkose verhinderten.
Beim dritten Operationstermin wurde unter Lillys Zunge eine Wucherung entdeckt. Also wurde eine Probe eingeschickt, um zu sehen, ob das Gewebe bösartig war. Vorübergehend dachten wir also, sie hätte nur noch ein paar Wochen zu leben.
Umso erleichterter waren wir, dass die Probe gutartig war und dass sie jetzt zwar eine Menge Zähne weniger hat, aber dafür wieder mit großem Appetit futtert.
Eigentlich wollte ich im Januar wieder bei Adrienes Yoga Challenge mitmachen. Unser Familientreit hat mich dermaßen runtergezogen, dass ich mich zu nichts aufraffen konnte und auch später im Jahr nur sehr vereinzelt Yoga gemacht habe, wenn die Rumpfmuskulatur so richtig geklemmt hat und es einfach nötig war.
Ein Punkt, der mich echt deprimiert hat: Ich war das ganze Jahr nicht fit genug für die Mitarbeit bei der Tafel Schenefeld. Dort die schweren Kisten zu wuchten und so viel hin und her zu laufen hat mich von Drandenken schon bleimüde gemacht. Nächstes Jahr wieder!
Im Vorlauf zur US-Präsidenten-Wahl habe ich eindeutig zu viele YouTube-Videos von progressiven Nachrichtennetzwerken gesehen. Nach der Wahl war ich wie verkatert. Von der Sorge um unsere globale Zukunft mal ganz abgesehen.
Danach war ich schwer beschäftigt damit, mir in den sozialen Medien und auf Youtube den Feed wieder schön zu machen. Jetzt werden mir wieder eine Menge Videos aus den Bereichen Mathematik, Tortendekoration und Haarefärben vorgeschlagen 💝
Nachdem Lindner endgültig seinen Posten verloren hatte, sind wir bei den Grünen eingetreten. Damit hätte ich vor ein paar Jahren auch nicht gerechnet.
Mein Aktivismus hat leider eine deutliche Delle bekommen. Nachdem ich an einigen Tierrechtsdemos teilgenommen hatte, beschloss ich, eine Pause zu machen. Die Erfahrung, dass immer mehr Menschen, aus welchen Gründen auch immer, einfach schnell vorbeilaufen, statt sich mit dem immer noch stattfindenden Unrecht zu befassen, hat mich deprimiert und belastet.
Es hat sich gezeigt, dass ich Videochats viel lieber mag als Telephonate, um mit Menschen in Kontakt zu bleiben.
Meinen Onlineunterricht habe ich von Jitsi auf die Plattform Teech umgestellt, hauptsächlich wegen der besseren Datenschutzbedingungen.
Zum Jahresbeginn fielen mir die vielen Plastikkonfettischnipsel in meiner Umgebung auf. Eigentlich wollte ich eine Petition für das Verbot von diesen Konfettikanonen für den Außenbereich aufsetzen, das habe ich allerdings leider verschleppt 😕
Auf den Tag mit zwei Jahren Abstand habe ich mir eine SARS-CoV-2-Auffrischungsimpfung geholt. Ende 2023 hätte ich eigentlich auch auffrischen wollen, aber da kam mir die Infektion dazwischen.
Es hat mich unglaublich gefreut, Wacken und das Elbriot mitzumachen, wenn auch nur in sehr reduzierter Form.
Mit der Zeit ging mir immer mehr auf, dass polarisierende Fragen ein Mittel von Populisten sind, mit denen Menschen emotionalisiert werden, damit sie sich weniger mit wirklich existenziellen Problemen beschäftigen.
Und auch wir sind zu Beginn des Jahres gegen Geheimtreffen und geplante Deportationen demonstrieren gegangen.
Bei der Challenge von deadlinesforwriters habe ich herausgefunden, dass eine öffentliche Ankündigung, ich würde 12 Kurzgeschichten schreiben, absolut nichts besser macht. Druck ist für mich kein nachhaltiger Motivator. Als mich die Muse verließ, hatte ich dann nur ein extra schlechtes Gewissen.
Auf Instagram erwähnte ich unter einem humorigen Beitrag zu Müllbeuteln, dass ich keine verwende. Das trat so viele wütende und teils beleidigende Reaktionen los, dass ich meinen Kommentar wieder löschte. Und darüber bloggte, wie Menschen darauf reagieren, wenn jemand etwas anders macht.
Auf Mastodon wollte ich meine Blogartikel regelmäßig teilen. Warum ich das wieder habe einschlafen lassen, weiß ich auch noch nicht so genau.
Als ich irgendwann wieder Rosenduft wahrnehmen konnte, habe ich ihn mir in Form von Rosensirup konserviert.
Ich habe darüber gebloggt, dass ich zu keiner Gruppedazugehören will, die mich nicht akzeptiert, wie ich im Grunde bin.
Wegen der generellen Lage der Menschheit habe ich zwischendurch immer mal wieder meinen Nachrichtenkonsum drastisch herunter gefahren.
Duolingo hat einen Musikkurs eingeführt. Und der hat irgendwann komplett meine Lektionen in Dänisch, Französisch und Klingonisch beiseite geschoben.
Wo ich beim Thema Duolingo bin: Im Dezember 2024 habe ich den 1000-Tage-Streak geschafft. Seit März 2022 bin ich dabei.
Wir haben zum ersten Mal gebrannte Mandeln selbst gemacht. Ich war erschüttert, wie einfach das war und wie lecker die waren.
Es gibt keine Worte dafür, wie es mich gefreut hat, als ich herausfand, wie ich in Listen wie in diesen „100 Dingen 2024“ die Abstände zwischen den Punkten einheitlich vergrößern kann.
Die einzigen Bücher, die ich dieses Jahr fertig gelesen habe, waren Comics.
In einem Mathekurs bei den Lerncoaches Halstenbek hat mir ein Schüler lautstark und in bunten Farben erzählt, wie gemein er zu seinem Lehrer ist. Ich habe ihn in einen anderen Kurs versetzen lassen. Ich suche mir aus, wen ich unterrichte und wen nicht.
Mein Jahr in Zahlen
Inklusive dieser 100 Dinge, die mein 2024 prägten, komme ich auf 96223gebloggte Wörter 😮 Das hätte locker für einen Roman gereicht.
Seit Mitte Januar hat meine App 2.393.468 Schritte gezählt. Jeder Schritt trägt mich aus der bleiernen Müdigkeit heraus 😁
Über das Jahr 2024 hinweg hat unsere PV-Anlage 6.465 kWh Sonnenstrom erzeugt.
Ich habe mit Komoot10 Ausflüge gemacht und aufgenommen. Das waren ungefähr 77 Kilometer und für meine Bleimantelkondition bin ich sehr zufrieden damit. Zumal ich auch viel unterwegs war und das nicht mit Komoot mitgeschnitten habe.
Zum Zeitpunkt des Duolingo-internen Jahresrückblicks hatte ich 1976Fehler gemacht.
Ich schätze regelmäßig die Zeit, die von mir geplante Vorhaben brauchen,völlig falsch ein.
Ich bin nicht dafür zuständig, die Zufriedenheit anderer Menschen sicherzustellen. Auch nicht dafür, Traumata anderer auf meine Kosten auszugleichen.
Wenn mich irgendwas zuverlässig und schnell auf die Palme bringt, dann wenn jemand versucht, mir etwas zu erzählen, von dem ich weiß, dass es nicht stimmt.
Ein Vorsatz für 2024 war es, authentisch zu sein. Oft fühlte sich das für mich an, als sei ich gemein oder unzumutbar. Spannend.
Lernapps mit Wettbewerbscharakter sind für mich sehr motivierend, was mich immer noch überrascht und auf Dauer so sehr stresst, dass ich mein Duolingo-Profil wieder auf privat gestellt habe.
Nach den Jahren des Abstandhaltens bin ich wieder gereist und stärker unter Leute gekommen. Dabei habe ich gelernt, dass ich mir Socialising gut einteilen muss.
Ich habe gelernt, dass es gar nicht so normal ist, wie ich immer angenommen hatte, von Werbung mehr oder weniger wütend zu werden.
Auch wenn ich einer Sache mal zugestimmt habe, lässt sich ein Ja auch wieder revidieren. Auch wenn es mir schwerfällt.
Aktionen, bei denen ich mir Ziele setzen und etwas lernen kann, drücken bei mir Knöpfe und ich darf lernen, nicht immer spontan mitzumachen. Immerhin bemerke ich diesen Automatismus inzwischen 😀
Ich habe in einem Konflikt den Anspruch angemeldet, dass ich gesehen werden will. Gleichzeitig habe ich beobachtet, dass ich die Gabe und die Gewohnheit habe, mich unsichtbar zu machen. Da sind interessante Ergebnisse vorprogrammiert.
Mein inneres Team ist sich nicht immer über ein Nein einig. Manche Aktionen machen großen Spaß, kosten aber Energie. Da gibt es noch einiges auszuhandeln.
Wenn ich To-Wants der Sorte „Ich mache jeden Tag X Minuten Y“ nicht umsetze, glauben Teile meiner Persönlichkeit, ich hätte „Schulden“, die ich an kommenden Tagen ausgleichen müsste. Was mich noch mehr abschreckt, bis sich die „Schulden“ auftürmen. 2024 habe ich beschlossen, dass vergangene Tage vergangen sind und es nichts nachzuholen gibt.
100 Dinge – 1 Fazit
Das Jahr war bunt gemischt. Die zähe Müdigkeit und die politischen Entwicklungen haben mich sehr frustriert. Auf der anderen Seite habe ich wieder viel gelernt und es gab Anlass zur Hoffnung.
Wenn ich es tatsächlich schaffe, eine Zimmerpflanze am Leben zu halten, und sei es eine, deren Kategorie ich zuvor gründlich ignoriert hatte, dann bin ich mal gespannt, was mir im nächsten Jahr alles Unvorhergesehenes möglich sein wird.
Nachdem ich im Sommer 2024 100 Anlässe gefunden habe, um stolz zu sein, wusste ich ja, was mit diesem Format für den Jahresrückblick auf mich zukam. Es war spannend, gleichzeitig diese 100 Dinge aus 2024 aufzulisten und mich dabei mit jedem davon eher kurz zu fassen. Das könnte ich nächstes Jahr nochmal genauso machen 😀
Bonustipp: Ich beende seit langer Zeit jedes Jahr mit einer Fragenliste von Nosidebar und einem Diagramm nach der Level-10-Life-Methode. Beides hilft mir, sortiert in das neue Jahr zu gehen.
Mein Motto für 2025
Ich klaue diese Jahr ganz frech bei Moritz Neumeier und wähle mir für das kommende Jahr das Motto:
„Was soll passieren?“
Ich danke dir fürs Lesen und hoffe, wir sehen uns im kommenden Jahr wieder. Hoffentlich wird es spannend, aber nicht zu spannend 😉
Alles Gute für 2025!
Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier.
Jahresrückblickvernetzung
Britta von Brigantis Kosmos hat mich dazu animiert: Weil das Vernetzen von Blogs so schön ist, trage ich mich hiermit mit meinem Jahresrückblick 2024 in Annettes Linkparty auf ihrem Blog Augensterns Welt ein. Vielleicht lesen wir uns da ja auch bald?
Ich liebe den Dezember. Obwohl ich einige der verbreiteten Traditionen nicht mitmache, freue ich mich jedes Jahr darauf. Vor allem darauf, Weihnachten entspannt zu verbringen. Aus den Jahren, in denen es nicht so gemütlich lief, habe ich für mich Lektionen gezogen und daraus meine eigenen Traditionen gemacht.
Was ist Weihnachten für mich?
Ich feiere nicht die Geburt Jesu, sondern die Wintersonnenwende. Das ist für mich eine Zeit des Rückzugs und der Entschleunigung. Genauso wie die Veränderungen der Sonnenstunden immer kleiner werden, bis schließlich die Nacht besonders lang ist, rolle ich in meinen Aktivitäten allmählich zum 20./21. Dezember hin aus.
Weihnachten ist für mich die Zeit, in der ich mich frage: Worin gründet meine Zuversicht? Was wurde mir dieses Jahr von der Welt und dem Leben geschenkt? Was habe ich zu schenken?
Der Winter ist gleichzeitig furchterregend und Kraft spendend. Wenn draußen keine Nahrung mehr wächst, sind wir existenziell bedroht. Und zugleich wissen wir aus Erfahrung, dass nach dieser längsten Nacht der Jahreskreis sich weiter dreht und die Natur nach einer kurzen Verschnaufpause wieder neues Leben hervorbringen wird.
Die Kompromisse
Weil Weihnachten mir persönlich so viel bedeutet, mache ich Kompromisse nur noch mit der Person, die direkt mit betroffen ist. Mein Mann feiert als Christ am 24. Dezember, geht dann in die Kirche und möchte einen Weihnachtsbaum haben.
Ich selbst bräuchte keinen Baum. Und weil er ökologisch auch nicht sonderlich sinnvoll ist, würde ich selbst heute eher einen Friesenbaum oder etwas ähnliches aufstellen. Immerhin haben wir immer relativ kleine Bäume und sie kommen aus einem Umkreis von ungefähr einem Kilometer. Das ist ein großer Vorteil des Baumschulkreises Pinneberg. Und die Kugeln sind noch aus unserer Zeit in London, also mehr als zwanzig Jahre alt.
Wir wünschen uns immer zweimal „Fröhliche Weihnachten“: Zur Sonnenwende und zu Heiligabend. Das bedeutet für uns einfach eine längere Phase der Feierlichkeiten und wir nehmen uns gegenseitig ernst und nichts weg.
Wo feiere ich gemütlich Weihnachten?
Hier mache ich keine Kompromisse. Früher bin ich um die Weihnachtszeit noch durch die Gegend gereist und habe oft an zwei Familienfeiern teilgenommen. Aber gerade in diesen Tagen finde wohl nicht nur ich Reisen besonders stressig, ob nun mit der Bahn oder im Auto. Wenn ich schon mein Zuhause schön weihnachtlich dekoriert und sogar einen Baum aufgestellt habe, möchte ich auch dort in aller Ruhe feiern.
Seit Jahren feiern wir jetzt zu zweit zu Hause. Wir sind offen dafür, hier Menschen zu Gast zu haben, allerdings nicht zu Heiligabend. Wir nehmen uns diese Freiheit, genauso wie wir anderen die gleiche Freiheit geben.
Und hier sehe ich eine wichtige Voraussetzung für die Entspannung, denn ich höre von verschiedenen Seiten Geschichten über teils beklemmende Familientreffen, die eigentlich für alle nur Pflichtveranstaltungen sind und ein „same procedure as every year“, aber nicht im guten Sinne.
Die Adventskalender
Wir haben einen befüllbaren Adventskalender aus Stoff, den habe ich früher oft mit Schokolade bestückt. Dieses Jahr hängt er nur dekorativ an der Küchentür. 2023 hatte ich einen Häkeladventskalender. Den hatte mir meine Schwester zum Geburtstag geschenkt und es gab jedes Jahr eine dekorative Figur zu häkeln.
2024 hat mir eine liebe Freundin einen Kalender aus Pappe geschenkt. Mit dem konnte ich eine Schildkröte dabei begleiten, wie sie aus dem Ei schlüpft und sich auf den Weg ins Meer macht. Ich genieße es sehr, jeden Tag eine kleine Erinnerung zu haben, wie weit der Dezember jeweils fortgeschritten ist.
Weitere kalorienfreie Kalender die ich verfolgt habe, waren:
Die Alltagstipps der Omas for Future und den klimafreundlichen Kalender von FFF Elmshorn auf instagram. Beide einfach liebevoll gemacht und unterhaltsam. Außerdem waren wirklich hilfreiche Dinge dabei 😊 Vielleicht machen sie ja dieses Jahr wieder etwas Ähnliches.
Die Tipps gegen Populismus der Psychologists for Future auf Instagram. Das ist ein Thema, das auch mir sehr unter den Nägeln brennt.
Den Email-Kurs für Branding-Photos von Karina Schuh. Sie hat eine Menge technische Tipps in appetitliche Häppchen verpackt, von denen ich einige zwischen den Jahren richtig umsetzen werde. Auch 2025 bietet sie wieder einen Branding-Bilder-Kurs an.
Karinas Videos zum Adventskalender
2025 bin ich Teil des Bloghexen-Adventskalenders, bei dem an jedem Tag eine andere Person einen speziellen Blogbeitrag postet, darunter Geschichten, Informationen, Bastelanleitungen und Rezepte.
Die Weihnachtsmusik
Von Anfang Dezember an hören wir zum Frühstück nicht mehr den ansonsten gewohnten Metalstream. Ich liebe Weihnachtsmusik, von alt bis neu, von sphärisch bis Metal. Mir gefällt sogar „Last Christmas“ im Original und in fast allen mir bisher vorgespielten Coverversionen.
Es gibt nur zwei Weihnachtslieder, die ich aus ästhetischen Gründen nicht gerne mag: „Little Drummer Boy“ und „Feliz Navidad“. Die beiden fressen sich entsprechend umso zuverlässiger pünktlich ab dem 1. Dezember als Ohrwurm in mein Gehirn.
Ich selbst singe auch gerne Wintersonnenwendlieder. Allerdings drücken bei mir die klassischen deutschen Weihnachtslieder Knöpfe aus meiner Kindheit und die englischen Carols drücken Nostalgieknöpfe aus den JahreninEngland. Da geht bei mir Melodie vor Inhalt. Und viele Liedertexte passen grundsätzlich auch zu meinen Sonnenwendgedanken über Hoffnung und Licht in der Dunkelheit.
Die Musikkulisse hilft mir, mein Gehirn nachhaltig auf Weihnachten zu flauschen.
Das Essen
Ich bin diejenige, die zu beiden Feiertagen ausführlich kocht. Mit Vorspeise und Nachtisch und manchmal abenteuerlich mit neuen Rezepten.
Manchmal geht das Abenteuer gut. Und manchmal wird der „Lentil Wreath“, der auf dem Rezeptfoto so festlich aussah, nicht fest. Dann kann ich mich allerdings drauf verlassen, dass mein Mann auch ein abgesacktes Menü klaglos aufisst.
Das Kochen ist bisher noch der einzige Punkt, an dem mein Weihnachten nicht komplett entspannt ist. Ich stehe zwischen dem Wunsch, eine Tradition zu etablieren und die unzähligen verführerischen veganen Weihnachtsrezepte auszuprobieren. Bisher habe ich mich noch nicht festlegen können.
Nachtisch geht immer 🎄
2024 habe ich immerhin den Rollbraten einmal vorher ausprobiert und für lecker und praktikabel befunden. Für mehr Entspannung beschloss ich 2024, mir zwei Menüs für Weihnachten 2025 zu überlegen, den gesamten Einkaufszettel zu schreiben und in meinem Googlekalender als Benachrichtigung abzulegen. Es hätte sicherlich dazu beigetragen, dass unser Weihnachten entspannt wird, hätte ich daran gedacht.
Ähnlich läuft es mit den Keksen, es gibt so viele herrliche Rezepte. Allerdings muss die dann ja auch jemand essen 😉 Also beschränke ich mich auf drei Varianten und die halten dann den ganzen Dezember über. So ganz allmählich setzt über die Jahre auch da eine feierliche Gemütlichkeit ein.
Der Weihnachtsmann und die Geschenke
Als ich Kind war, haben unsere Eltern uns nichts vom Weihnachtsmann erzählt. Jedenfalls nicht über das hinaus, was wir in Liedern gesungen oder in Geschichten gelesen haben. So weit ich zurück denken kann, war mir klar, von wem die Geschenke kamen und ich bin den beiden dafür dankbar.
Hätte ich irgendwann erfahren, dass sie mir ohne Not etwas erzählt hatten, was gar nicht stimmte, hätte ich das schwierig gefunden. Und ich hätte mich gefragt, was von ihren Behauptungen eventuell noch alles nicht gestimmt hätte. Für mich als Kind war es wichtig, für voll genommen zu werden. Und auch heute noch sind Ehrlichkeit und Wahrheit für mich existenzielle Werte.
Dabei hat die Weihnachtsmagie nie gelitten. Sonst wäre ich ja heute auch nicht so ein Weihnachtsfan. Ich wusste nur die Geschenke der Person zuzuordnen. Und ich fand es schön zu sehen, wie dieser Mensch sich Gedanken gemacht und mich beschenkt hatte.
Heute habe ich mit meinen Lieben ein Abkommen, mit dem wir uns nichts mehr schenken. Weil wir alle alles haben, was wir brauchen. Wir schenken uns Aufmerksamkeit und Freiheit. Das ist für mich persönlich passender. Und außerdem spart es uns allen, uns in den Konsumrummel stürzen zu müssen, und zu befürchten, das Geschenk könne doch nicht ganz das Richtige sein.
Dieses Jahr habe ich mit meiner Familie über Video gechattet, das war sehr verbindend und festlich.
Die Weihnachtskarten
Einige Jahre habe ich an praktisch alle meine Familienmitglieder Karten geschickt, außerdem noch an ein paar Freundinnen. Das waren locker 40 Karten. In manchen Jahren habe ich die sogar selbst gebastelt und gemalt. Karten zu schreiben ist für mich einerseits eine schöne Form, Kontakt zu halten und in Weihnachtsstimmung zu kommen. Allerdings hatte ich mir damit auch viel Zeitaufwand ans Bein gebunden. Und irgendwie kam der letztmögliche Absendetag immer überraschend plötzlich.
Bei Post mit Herz habe ich mehrere Male teilgenommen. Diese Organisation sammelt Briefkarten von Freiwilligen und sendet sie an Menschen, die sonst keine Post bekämen, zum Beispiel in Pflegeheimen oder an Menschen ohne Obdach. 2024 war ich zu spät mit der Anmeldung und sie brauchten keine Karten mehr. Aber zu Ostern bin ich auch immer gerne dabei!
2024 habe ich mich auf 10 Karten für die Familie und zusätzlich welche für aktuelle Schüler*innen beschränkt. Selbst dabei war es dann etwas knapp, weil durch die Baustelle der Briefkasten vor unserer Straßeneinfahrt vorübergehend demontiert worden war. Das hatte ich nicht eingeplant und musste dann noch zügig mit dem Rad zur Hauptpost nach Pinneberg düsen.
Für die Zukunft habe ich jetzt eine Benachrichtigung in meinem Googlekalender. Hoffentlich hilft mir die, mit reichlich zeitlichem Vorlauf Karten zu organisieren und ganz entspannt bei der Post einzureichen.
Sonstige Traditionen
Rausgehen
Im Dunklen wie im Hellen ist der Winter genau mein Ding!
Wenn wir es schaffen, besuchen wir im Advent Weihnachtsmärkte. Meistens kaufen wir dort gar nichts, sondern schlendern nur drüber und nehmen die Stimmung, die Geräusche und die Gerüche auf. Ich gehe sowieso jeden Tag spazieren, und in der zweiten Dezemberhälfte beobachte ich sehr aufmerksam, wo und wann sich die Sonne vom Himmel verabschiedet. Als ausgemachtes Nordlicht genieße ich auch die kalte Luft um mich herum.
Die Sonne
Am Morgen nach der kürzesten Nacht versuche ich, die Sonne beim Aufgehen zu beobachten. Das klappt hier in Norddeutschland eher selten, denn im Dezember ist der Himmel meistens bedeckt.
Manchmal ist der Sonnenaufgang ergreifend, manchmal versinkt er im Einheitsgrau
Etwa eine Stunde später geht die Sonne in Stonehenge auf. Das sehe ich mir bei einer Tasse Tee und Keksen im des YouTubeKanals „English Heritage“ an und denke mir, wie frustrierend der selbe Wolkenschleier für die Menschen gewesen sein muss, die damals unter großem Aufwand die Monolithen zusammen geschleppt haben. Das gibt mir eine Perspektive für meine eher geringen Strapazen mit dem Blick aus dem Dachfenster.
In Newgrange lief es 2023 und 2024 mit dem Wetter etwas besser und eine Handvoll glücklicher Lottogewinner*innen konnte sich in der Kammer ansehen, wie das Sonnenlicht hinein und wieder heraus wanderte. Auch dieses Spektakel sehe ich mir im Live-Stream an.
Singen mit Dave
Ein weiteres Online-Ereignis ist das Hauskonzert von Damh the Bard. Dabei spielt er viele eigene Lieder, es wird gemeinsam für Geburtstagskinder gesungen und es gibt eine Kerzen-Zeremonie. Diese Tradition ist für mich wunderbar verbindend und gibt mir extra Hoffnung, dass da draußen noch viele Menschen sind, die zu einem gelingenden Zusammenleben beitragen wollen. 2024 passte Daves neues Lied „Something Beautiful“ besonders gut dazu:
„For the future’s like a seed within our hands, It will better grow in soil than in sand, We can plough and sow together, hand in hand, And watch the flowers spread throughout the land, Let’s do something beautiful.“
Damh the Bard
Wenn das nicht weihnachtlich ist, weiß ich auch nicht weiter.
Organisation und Rückzug
Darüber hinaus habe ich mir im Januar 2024 eine Weihnachtskiste zugelegt. Das war Bestandteil meiner To-Want-Liste für das 1. Quartal 24. In dieser Kiste sind alle Weihnachts-CDs und Weihnachtsfilm-DVDs neben übrig gebliebenen leeren Karten und Dekoration. Der Plan war, dass ich damit vermeide, mich im Januar wieder zu ärgern, dass ich vergessen habe, diese CDs beziehungsweise DVDs zu hören oder sehen 😄 Und die Kiste hat tatsächlich geholfen!
Ich mache keine spezifischen Rauhnachtrituale. Allerdings ist die Zeit von der Sonnenwende bis ungefähr zum 6. Januar für mich für den Rückzug, die Rückschau und die grobe Planung des kommenden Jahres reserviert.
Seit Januar 24 habe ich dafür einen Begriff: Hurkle Durkle. Der Ausdruck kommt aus dem Schottischen, bedeutet so viel wie „im Bett liegenbleiben, obwohl ich eigentlich aufstehen sollte“ und transportiert genau das Gefühl von Freiheit und Luxus, das für mich die Tage zwischen den Jahren einfärbt.
Gemeinsam mit den anderen Traditionen und Abmachungen sorgt mein Hurkle Durkle dafür, dass das eine Jahr entspannt zu Ende geht und das neue Jahr gelassen anfängt.
Mein Fazit
Was meine Feiertage so gemütlich und gelassen macht? Dass ich auf meine Bedürfnisse und auf die meines Mannes höre. Dass wir beide unsere Traditionen gemeinsam neu ausgerichtet haben. Dass wir uns nicht um die Erwartungshaltung der Mehrheit gekümmert haben. Wir nehmen uns die Freiheit unsere ganz eigene Advents- und Weihnachtszeit zu gestalten.
Wenn wir uns zugestehen, unsere Zeit so zu verbringen, wie es und entspricht: Was sollte passieren? Könnte es unangenehmer kommen, als dass wir uns ein paar Tage verbiegen, nur um in eine gesellschaftliche Schablone zu passen? Ich persönlich habe jedenfalls viel Weihnachtsgenuss gewonnen und nichts verloren.
Aus dem Sortiment der Weihnachtsbausteine haben wir Musik, Dekorationen, Kerzen, Karten und Kekse übernommen. Die Hektik, den Konsum und sonstige gesellschaftlich erwartete, aber uns nicht entsprechende Aktivitäten haben wir einfach losgelassen.
Was meinst du zu entspannten Weihnachten?
Feierst du Weihnachten? Wenn ja, hast du dafür Traditionen? Empfindest du diese Zeit als so gelassen, wie du sie gerne hättest? Was hast du für Tipps, um den dunklen letzten Monat des Jahres für dich genau passend zu gestalten?
Diese Jahr feiere ich drei Jubiläen: Silberhochzeit, 10 Jahre Selbstständigkeit und 20 Jahre am Stück in Schleswig-Holstein. Ich bin zwar in Elmshorn geboren, allerdings sind kurz danach meine Eltern nach Ostwestfalen umgezogen. Nach diversen Stationen an größeren und kleineren Orten bin ich 2004 wieder in Schleswig-Holstein gelandet, zuerst in Brunsbüttel mit einem kurzen Gastspiel in Reinbek als Zweitwohnsitz über die Woche. Seit 2016 wohne ich in Halstenbek, also zurück zu den Wurzeln im Kreis Pinneberg. Die runde Zahl nehme ich als Gelegenheit für eine Liebeserklärung 💖
Was ich an Schleswig-Holstein liebe
Die Abwechslung
Schleswig-Holstein hat nahezu menschenleere Gegenden und dicht besiedelte Kreise wie Pinneberg. In manchen Regionen werden Faustkeile oder Objekte aus der Wikingerzeit gefunden, andere wurden erst im Lauf der Zeit dem Meer abgewonnen. Von Westen nach Osten finden wir Marsch, Geest und Hügelland, die sich von flach und rau bis wellig und flauschig sehr unterschiedlich anfühlen. Es ist ziemlich für jedes Interesse und jede Freizeitgestaltung etwas dabei, bis auf richtig ausführliche Skiabfahrten vielleicht 😉
Ich habe gerade erst angefangen, die Museen in meiner Umgebung zu besichtigen. Von den Baumschulen, der „Wiege des Waldes“, über das Industriemuseum in Elmshorn zum Ernst Barlach Museum in Wedel, es gibt noch eine Menge zu lernen und Punkte für meine ToWant-Listen.
Das Wasser
In Schleswig-Holstein ist das Wasser nie weit weg. Ich persönlich mag die Nordsee lieber, auch wenn sie sich ungefähr zweimal am Tag verkrümelt. Aber am Ende ist natürlich auch die Ostsee wunderschön und eine Reise wert.
Es muss keine Insel sein, nicht einmal Sandstrand, Hauptsache Wind und Wellen!
In Brunsbüttel haben wir 100 m Luftlinie vom Elbdeich entfernt gewohnt. Das ist in Halstenbek schon ein bisschen anders, dafür haben wir hier mehr ÖPNV und können zur Not die Nachbar*innen an der Alster besuchen 😄
An der Küste findet sich das größte Raubtier Deutschlands, die Kegelrobbe. Außerdem bietet das Wattenmeer eine erstaunlich große Artenvielfalt, auch die begeistert mich immer wieder.
Und dass große Wassermassen entsprechende Wärmemengen aufnehmen können, bringt mich zum nächsten Vorteil dieses Bundeslandes 👉
Das Wetter
Wer mich kennt, weiß eins: Ich mag es gerne kalt. Der „meerumschlungene“ Charakter Schleswig-Holsteins sorgt dafür, dass die Temperaturschwankungen hier sehr moderat sind. Obwohl ich den Wechsel der Jahreszeiten genieße, bin ich froh, dass die Sommer hier nicht so heiß sind wie anderswo und dass sich die meisten Wetterlagen nicht so lange halten. Wie gesagt, hier gibt es Abwechslung 😁
Kolleg*innen meines Mannes haben sich oft über den Nebel und den tristen Januar beschwert. Ich fühle mich in der dunklen Jahreszeit tatsächlich eher geborgen und geflauscht. Wenn es so aussieht, als käme gleich der Schimmelreiter aus dem Gebüsch galloppiert, ist es meiner Ansicht nach genau die richtige Zeit für eine Tasse Tee unter der Wolldecke.
Gemütlichkeit ist etwas, was ich mir mache.
Das Essen
Ich habe gar kein ausgesprochenes Lieblingsgericht. Ein paar Kindheitserinnerungen habe ich aber in den letzten Jahren mit großem Erfolg veganisiert: Fliederbeersuppe und Birnen, Bohnen und Speck. Die Kombination aus süß und salzig und die intensiven Farben genieße ich genauso wie das nostalgische Gefühl, das für mich dabei aufkommt.
Jedes Mal, wenn ich darüber blogge, fällt mir die Liste mit Rezepten ein, die ich noch auf pflanzlich umstricken will. Labskaus dürfte schwierig werden, bei Mehlbüdel sollte es klappen. Irgendwann in den nächsten 20 Jahren in Schleswig-Holstein erwischt mich bestimmt die Inspiration.
Und dann gibt es noch Köllnflocken. Da geht mein Lokalpatriotismus mit mir durch. Das scheint auch anderen Menschen in Elmshorn so zu gehen, denn dort habe ich bisher die meisten Regalmeter am Stück nur mit den verschiedensten Kölln-Müslimischungen. Ich habe selbst zwei verschiedene Sorten Knuspermüsli, plus Haferkleie, kernige und blütenzarte Haferflocken im Küchenschrank vorrätig 😁
Die Over-Night-Oats sehen zwar vielleicht nicht beeindruckend aus, aber das ist wie mit dem Wattboden: Die inneren Werte sind es, die zählen.
Die Weite
In meiner Jugend lebte ich im Weserbergland. Mich hat es immer etwas irritiert, dass das Wiehengebirge und das Wesergebirge mir den Blick verstellten. In Dithmarschen konnte ich mich dann am vielen Himmel gar nicht sattsehen.
Für mich ist das weite Land der Ausdruck von Freiheit, einer meiner wichtigsten Werte, meiner größten Bedürfnisse.
Auch meinen beruflichen Werdegang und mein Verhältnis zu meinen Haaren hat die Sehnsucht nach Freiheit geprägt. Hier bin ich wohl nicht mehr wegzubekommen!
Die Festivalkultur
Bevor ich nach Dithmarschen zog, hatte ich keine Ahnung, wo genau Wacken liegt. Seit 2009 fahre ich brav zu jeder Ausgabe des WOA, es sei denn, es fällt aus Pandemiegründen aus. Oder es steht noch mehr als gewöhnlich unter Wasser und ich bin eine derjenigen, die sich überreden lässt, nicht mehr anzureisen.
2019 war ich sogar mit drei Freundinnen bei den Wacken Winter Nights. Wir haben im Februar gezeltet und morgens den Rauhreif auf den Autofensterscheiben bewundert. Mal was anderes, leider wurde dieses Festival wieder abgeschafft, weil es mehrere Male wegen instabiler Wetterlagen kurzfristig abgesagt werden musste.
Auch Dithmarschen hat musikmäßig alles gegeben: In Marne fand ein paar Jahre lang das Dithmarscher Rockfestival statt. Dort sind Größen wie Torfrock, die H-Blockx und Madsen aufgetreten. War sehr beschaulich und direkt um die Ecke.
Leider war vielen Bands aus südlicheren Gefilden vorher nicht ganz klar, dass die Dithmarscher*innen nicht so sehr aus der Ruhelage heraus kommen.
Merke: Im Rhythmus mitgenickt ist exstatisch genug getanzt.
Das Wattstock war eine Nebenveranstaltung der Wattolümpiade. Bei diesem Benefiz-Sportfest sind Wattlethen aus aller Welt für die gute Sache bei Ebbe im Elbschlick rumgeturnt. Zum Wattstock, das einige Male auch am Deich stattfand, sind immerhin Fury in the Slaughterhouse angetreten. Mein Highlight waren aber Mandowar.
Egal, ob bei Frost oder im Matsch: Freiluftmusik ist eins der großen Highlights. Und wenn es im Sommer doch mal wieder heiß und staubig sein sollte, finde ich immer noch einen Platz im Schatten.
Die Menschen und ihren Humor
Die Stadt Elmshorn und das Land Schleswig-Holstein haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben jeweils einer Agentur eine Menge Geld für einen Markenspruch gezahlt. Ich hoffe, das war nicht in beiden Fällen die gleiche Firma 😆 Im Nachhinein sorgen sowohl die „supernormale“ Stadt in zartem Magenta wie auch der angebliche „echte Norden“ für eine Menge Heiterkeit.
Der norddeutsche Humor ist meistens etwas reserviert. Manchmal platt, oft staubtrocken und fast immer auf meiner Wellenlänge.
Wenn die drei Vokabeln „Moin“, „jo“ und „na!“ eine komplette Konversation ausmachen können, ist die Comedy entsprechend speziell.
Die Architektur
Die kompletten 20 Jahre in Schleswig-Holstein habe ich hinter roten Backsteinen gewohnt. Es hat sich so ergeben, dass auch unser Umzug nach Halstenbek uns wieder in ein rotes Haus führte. Auf der anderen Seite gibt es davon hier einfach auch viele, die Wahrscheinlichkeit war nicht sehr klein.
Und ich finde sie gleichermaßen schön wie praktisch. Mit den Jahren bekommen die Steine keine Schmuddelschicht, sondern Patina. Da muss in Jahrzehnten nicht nach gestrichen werden.
Allerdings liebe ich auch die weiß getünchte Variante mit blauen Türen und Fensterrahmen und Reetdach drauf. Oder den hellen Backstein der Marienkirche in Husum.
In unserem Haus haben wir keine blau-weißen Fliesen an der Wand. Wir mögen es aber schon gerne hauptsächlich norddeutsch-minimalistisch. Und wie schön, dass das hier so gut hin passt!
Die Farben
Von wegen graue Stadt am Meer: Was hier nicht minimalistisch ist, ist das Grün der Wiesen, das lila der Krokusblüte und das Farbspektakel der Sonnenuntergänge.
Und wenn nicht gerade Sommer oder Frühling ist, dann ist doch der Himmel immer wunderschön grau 😉 🩶
Auf die Zukunft in SH!
Vermutlich kommt ein kleines bisschen rüber, wie unfassbar gerne ich hier in diesem Land zwischen den Meeren lebe. Und ich hoffe auf noch mindestens 20 weitere Jahre in Schleswig-Holstein.
Wie geht es dir mit deiner eigenen Heimat? Bist du dort seit Generationen verwurzelt, gerade zugezogen oder etwas dazwischen? Sind dir auch Land, Leute und Kultur so ans Herz gewachsen wie mir?