Es ist Zeit für den Monatsrückblick April nach der Anleitung von Judith Peters. Ich wusste vorher, dass viel zu tun sein würde und im Rückblick merke ich das auch. Und gleichzeitig habe ich richtig wenig Bildmaterial davon 😀
An Judith Peters‘ neustem Abenteuer teilzunehmen, der Sichtbarkeitsexplosion. -> Das war wieder mal sehr erhellend.
Den Aquarellkurs, den ich vor ein paar Monaten gekauft habe, auch wirklich zu machen. -> Der ist vor lauter anderen Dingen erstmal nach hinten geschoben worden.
Mich endlich mal wieder auf mein Fahrrad zu trauen. -> Ich hatte wenig Zeit und auch ein bisschen Bedenken, dass es mich doch zu sehr anstrengt und dann deprimiert 🙁
Was habe ich im April 24 über mich gelernt?
Wenn mir jemand eine Aktion präsentiert, bei der ich mir Ziele setzen und etwas lernen kann, habe ich immer spontan den dringenden Impuls mitzumachen.
Zum Beispiel das „Make It Happen“-Programm von Mel Robbins. Dieser Enthusiasmus drückt bei mir eine ganze Reihe von Knöpfen.
Inzwischen bemerke ich diesen Automatismus allerdings, meistens sogar rechtzeitig. Und kann dann im Idealfall einen Schritt zurücktreten, überlegen und für dieses mal Nein sagen 😀
Für dieses Jahr habe ich beschlossen, nicht an mir zu arbeiten. Das meine ich ernst. Und das ziehe ich relativ konsequent durch.
Ich muss nicht immer nur Schritte in die geplante Richtung machen. Wenn es mal wieder kurz rückwärts ging, stellt das die generellen Pläne nicht in Frage. Ein Ja lässt sich revidieren und der gewünschte Kurs wieder einstellen.
Vom Neinsagen und vom Spaß an der Arbeit
Anfang April 24 war der Terminplan noch so erfrischend leer 😀 Allerdings sind die Osterferien traditionell die Wochen, in denen einige meiner Schüler*innen einen Gang hoch schalten, um für die Abiturklausuren fit zu sein.
Ich habe zwar den Beschluss gefasst und auch auf meiner To-Want-Liste verankert, immer mal wieder beruflich Nein zu sagen. Und ich habe das tatsächlich auch getan. Und gleichzeitig sind es eine Menge Stunden geworden, die ich im April unterrichtet habe. Dadurch sind am anderen Ende ein paar ToWants untergegangen.
Es ist einerseits beruhigend, dass ich so eine stetige Nachfrage habe und alle diese Stunden abrechnen kann. Und ich liebe meine Tätigkeit: Im Grunde darf ich mich dabei mit Menschen über Dinge unterhalten, die mich sehr interessieren und damit diese anderen Menschen auch noch weiter bringen.
Ich weiß allerdings, dass ich so nicht das ganze Jahr über arbeiten werde. Ab Mitte Mai laufen einige Verträge aus, weil dann die Prüfungen durch sind. Und dann brauche ich eine Phase mit weniger beruflichem Aufwand und mehr persönlichen ToWants.
Die Mischung macht es 🙂
Globaler Klimastreik
Auf dem Drosteiplatz in Pinneberg
Es ist sehr erfreulich, dass es in der Kreisstadt eine FFF-Gruppierung gibt. Zusammen mit der Gruppe aus Elmshorn organisieren diese freundlichen Menschen immer wieder Demos, für die ich nicht ganz bis nach Hamburg fahren muss. Theoretisch komme ich nach Pinneberg sogar bequem mit dem Fahhrad. Praktisch nehme ich aus Fitnessgründen noch den ÖPNV.
Und es ist auch in der Kleinstadt weniger Getümmel: Als ich am 19.4. Den Pavillon sah, dachte ich noch, dass das aber eine sehr kleine Demonstration würde. Ein bisschen später füllte sich der Bereich davor aber noch und wir waren trotz des Regens ordentlich laut.
Die aktuellen Zahlen und Meldungen sind besorgniserregend. Die deutsche genauso wie die internationale Politik macht aus verschiedenen Gründen immer noch viel zu wenig. Es menschelt sehr, viele von uns haben den Ernst der Lage auch immer noch nicht verstanden oder bezweifeln ihren Beitrag dazu.
Gemessen daran bewundere ich, wie die Personen, die auf dieser Demo Reden gehalten haben, immer noch so optimistisch und pragmatisch sind und sich über kleine Dinge freuen.
Ich selbst habe einen Hang dazu, gerade Umwelt- und Klimafragen binär zu sehen und mich sehr darüber aufzuregen, wenn nur kleine Schritte gemacht werden, von denen wir uns ausrechnen können, dass sie „too little, too late“ sind, also vermutlich wenig bringen werden. Ich möchte dann eigentlich am liebsten schreien, dass das nur Kosmetik ist und dass wir jetzt endlich mal konkret werden müssen. Nicht sonderlich konstruktiv.
Gerade deswegen tun mir solche Veranstaltungen auch gut, wenn ich den wütenden Persönlichkeitsanteil in mir einmal wütend sein lasse, aber mit dem Rest des Teams denen zuhöre, die es schaffen, zuversichtlich zu bleiben.
Der Gott des Gemetzels
Auf einer meiner Walkingrunden fiel mir das farbenfrohe Plakat ins Auge. Und ich hatte mir doch auf die ToWant-Liste geschrieben, ins Theater gehen zu wollen.
Die Theatergruppe Schenefeld hat an den vergangenen Wochenenden das Stück „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza aufgeführt. Wir waren sehr beeindruckt, von den Darstellenden, aber besonders auch vom Bühnenbild. Das Stück spielt in einem Wohnzimmer, wobei im Hintergrund die Außenwand des Badezimmers zu sehen war. Diese Wand war drehbar, sodass wir der Unterhaltung zweier Personen im Badezimmer folgen konnten. Die Möblierung des Wohnzimmers und die Sanitäreinrichtung sahen richtig schick und überzeugend aus 🩷
Das Stück hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Es geht darum, dass zwei Jungen in der Schule aneinander gerappelt sind und im Nachgang die beiden Elternpaare versuchen, sich über sinnvolle Konsequenzen zu einigen. Die vier Persönlichkeiten sind sehr unterschiedlich. So kommt es immer wieder zu Kollisionen vom Weltbildern und nur vorübergehenden Solidarisierungen kreuz und quer in dem Vier-Personen-Gebilde.
Mit der Mutter, die sich für einen zivilisierten Umgang untereinander (und letztlich für den Weltfrieden 😉 ) einsetzt, konnte ich mich am meisten identifizieren. Allerdings hatte auch sie abgründige Momente, in denen eine alles andere als friedliche Seele aufblitzte.
Mein Fazit: Sehr unterhaltsam und empfehlenswert. Dieses ToWant behalte ich bei.
Was habe ich gelesen?
Ms Marvel, Captain Marvel und Doctor Who
Ich hatte auf Instagram angekündigt, im April wolle ich „The Long Earth“ von Terry Pratchett und Stephen Baxter lesen. Unter dem # BücherAusDerZweitenReihe hatte Nadine Edel dazu aufgerufen, sich ein Buch vorzunehmen, das vielleicht schon eine Weile vor sich hingestaubt hatte. Mich hat die Aktion motiviert, dieses Buch endlich anzufangen, allerdings hat sich nicht so oft Lesezeit am Stück ergeben. Im Mai wird es aber was werden mit der langen Erde 🙂
Als Kind und Jugendliche habe ich Bücher meterweise gelesen. Dass es jetzt manchmal so zäh läuft, liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich mal wieder neue Gläser für meine Lesebrille brauche.
Was ging: Comics. Medimops ist eine ganz tückische Veranstaltung, bei der ich mich angesichts meines Bücherstapels, der im Bild im Hintergrund zu sehen ist, sehr zusammenreißen muss. Gebrauchte Kleidung kaufe ich aus persönlichen Gründen nicht, gebrauchte Bücher dafür umso lieber.
Comics habe ich als Kind schon geliebt, bei Marvel und Dotor Who habe ich aber noch viel aufzuholen 😀 Wir sehen gerade die DVDs mit Jodie Whittaker an. Je länger ich darüber nachdenke, umso weniger kann ich nachvollziehen, was die vielen negativen Bewertungen sollten. Ich finde die Plots super mitreißend und Jodie als Doctor einfach überzeugend. Ich kann in ihrer Darstellung teils die vorherigen Doktoren wiedererkennen und gleichzeitig hat sie viele faszinierende eigene Facetten mit eingebracht.
In der DVD-Box war eine Liste mit erschienenen Comics und ich habe mich sehr gut im Griff gehabt und nur einen gekauft 😀 Die beiden Inkarnationen der Timelords kooperieren wie eine gut geölte Maschine und die Aliens, mit denen sie es zu tun haben, sind angemessen furchterregend. Nr. 13 teilt sich beeindruckend diszipliniert ein, was sie Nr. 10 an Informationen mitteilen kann, und was unter „Spoilers!“ fällt 🩷
Bei „Crushed“ mit Ms. Marvel geht es vordergründig um romantische Irrungen und Wirrungen. Grundsätzlich ist der Comic allerdings eine Geschichte darüber, wie unterschiedliche Generationen miteinander umgehen. Und darüber wie wir lernen, wem wir vertrauen können und wem nicht. Die Figur Kamala Khan ist so dreidimensional und es war offensichtlich, dass einiges aus diesem Band in die Serie mit eingeflossen ist.
Der Captain Marvel Band ist auf deutsch, obwohl ich bei Medimops „Englisch“ angeklickt hatte. Und dabei ist mir wieder aufgegangen, warum ich gerne Originale lese. Es mag vielleicht nicht allen Menschen so gehen, aber gerade wenn die Geschichte und die Comicblasen der Übersetzung Grenzen setzten, und wenn dann noch Menschen versuchen, richtig schön dicht am Detail zu arbeiten, dann entsteht oft ein unrealistisches und teils auch unangenehmes Deutsch, bei dem ich schnell raus bin aus der Erzählung. Ich versuche dann immer wieder mir zu überlegen, was da im Original gestanden haben mag.
Ich habe noch ein anderes Buch auf dem Stapel liegen, das ich zu Ende lesen möchte, bei dem ich aber das Gefühl habe, dass es an der Übersetzung liegt, dass es mir so schwer fällt, am Ball zu bleiben. Das ständige Rückübersetzen und Kopfkratzen trägt echt nicht zum Lesefluss bei 😀
Die Captain Marvel Geschichten an sich waren sehr witzig und haben für mich wieder Informationslücken geschlossen. Sie machen den Film von 2023 für mich noch herzerwärmender und nachvollziehbarer. Und auch hier die wütenden Rezensionen noch schwerer verständlich. Ich sehe viel von der Carol Danvers aus diesem Buch in Brie Larsons Darstellung. Wer mit dieser Figur nicht einverstanden ist, sollte dann vielleicht einfach nicht in den dazu gehörenden Film gehen. Unterm Strich bin ich sehr zufrieden, dass ich den Comic gekauft und gelesen habe 🙂
Und was war sonst noch los?
Es gibt immer noch spannende Frühstücksrezepte auf meiner Liste, die ich versuche, jeden Sonntag durchzuprobieren. Der Pfannkuchen ist von Bianca Zapatka, die Waffel mit Zimt-Nuss-Mischung ist aus „Vegan zu Hause und unterwegs“ von Celine Steen et al. Das Waffelrezept ist unbedingt empfehlenswert, innen flauschig und außen knusprig 🩷Das frage ich mich auch regelmäßig, Junior 😀 dicht gefolgt von „Was soll das alles?“Ich habe bei CrowdFarming wieder eine Lieferung Mangos und Avocados von Biobauern bestellt und zum ersten Mal im Leben Orangenmarmelade gekocht. Die Früchte sind immer wieder traumhaft. Und manchmal frage ich mich, ob diese Benachrichtigung auf dem Transportkarton nicht das ideale Tattoomotiv für mich wäre.Ich musste schon sehr lachen. Selbst das Original würde ich mir nicht zulegen, nur um für eine Marke Werbung zu laufen. Aber einen Chanle-Schal brauche tatsächlich noch weniger 😀Jedes Jahr wieder zauberhaft, wenn im Garten all diese Farbtupfer aufploppen 🩷Der Waldboden ist immer noch mehr als gesättigt 😳Ich habe tatsächlich wie geplant wieder angefangen, Sprossen zu ziehen. Der Haken ist, dass ich rechtzeitig daran denken muss, die fertigen Sprossen zu essen, bevor sie große grüne Blätter ansetzen 😀Meine Katze frönt immer noch ihrer Gewohnheit, morgens den Sonnenaufgang zu bewundern. Der ist aktuell zu einer sehr aufstehfreundlichen Zeit.
Monatsrückblick in Zahlen
Im April 24 hat meine Schrittzähler-App einen offiziellen Endstand von 199732 Schritten angezeigt, also pro Tag 6658 Schritte 💪 Okay, da ist auch einiges an Zeit rein gegangen.
In der gleichen Zeit hat die PV-Anlage 662 kWh produziert. Das ergibt einen Autarkiegrad von 86%. Ich freue mich immer noch, dass wir das Projekt durchgezogen haben.
Meine To-Want-Liste für das 2. Quartal 24! Was möchte ich in den nächsten drei Monaten gerne erleben oder sehen?
Meine Kurzgeschichte für den April habe ich zwar geschrieben, aber noch nicht verbloggt. Dafür gibt es im Mai zwei Geschichten 😀
Was habe ich im Mai 24 vor?
Eine Mediation mit einer Gruppe, mit der ich mich im Januar tiefgreifend gestritten habe.
Nach der Mathe-Abiklausur und den Klausuren meiner BWL-Studenten mal deutlich herunterfahren und durchschnaufen.
Zwei Sauerteige ansetzen.
Mich mal mit meinem TikTok-Account beschäftigen.
Das war mein Monatsrückblick April 24.
Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit? Gibt es bei dir auch beruflich mal terminlich stressige Zeiten und dann wieder Ruhephasen?
Mehr Beiträge zum Thema Rückblicke findest du hier.
Der HMF-Teil im Mathe-Abi ist nicht halb so mysteriös, wie er scheint. Ich habe die IQB-Aufgaben für dich gesichtet und erzähle dir, was oft vorkam und wie du die Aufgaben angehst.
Meine Nachhilfeschüler:innen sind aktuell auf der Zielgeraden zur Abiturklausur in Mathematik. Und vielleicht betrifft dich das ja auch. Nachdem ich über die Komplexaufgaben in Analysis, Stochastik und Vektorrechnung gebloggt habe, ist heute der hilfsmittelfreie Teil dran.
Dieser Artikel ist zu deiner Information gedacht, aber auch als Abhakliste, was du schon sicher kannst. Und zur Planung, was du noch unbedingt wiederholen solltest. Ich habe Details und Tipps angefügt, die du durch Klick auf den jeweiligen Stichpunkt sichtbar machen kannst. Im Laufe der Zeit werde ich eventuelle neue Informationen noch ergänzen.
In Schleswig-Holstein werden die Abiturklausuren 2024 auf den IQB-Poolaufgaben basieren. Daher fokussiere ich mich mit dieser Artikelserie auf diese öffentlich einsehbaren Übungsaufgaben. Und zwar zunächst auf die Dokumente zum erhöhten Niveau aus den Jahren 2017 bis 2023.
Ich plane auch Blogposts zum grundlegenden Niveau. Allerdings wird dies wenigstens in Schleswig-Holstein für das Mathe-Abi 2024 noch dezentral geregelt. (Prüfungsregelungen als PDF)
Wichtig: Natürlich kann der HMF-Teil im Mathe-Abi zukünftig Aufgaben enthalten, die von meiner Liste nicht abgedeckt sind.
Dieser Blogartikel fasst alle meine Beiträge zur Vorbereitung auf das Matheabi zusammen:
Warum sind Klausuren vergangener Jahre interessant?
Viele Abituraufgaben im Fach Mathe wiederholen sich über die Jahre immer wieder. Das gilt besonders im hilfsmittelfreien Teil. Er enthält oft Klassikerfragen, die abklopfen, wie gut du die grundlegenden Konzepte verstanden hast.
Wenn du die häufig vorkommenden Inhalte im Blick hast und diese bei deiner Vorbereitung gut übst, hat das zwei Vorteile:
Du kannst diese Aufgaben schneller und zuverlässiger erledigen und hast dann mehr Zeit für die kniffeligeren Fragen. Manche Fragen im hilfsmittelfreien Teil lassen sich grundsätzlich in unter einer Minute beantworten.
Du bist von vornherein entspannter. Das steigert deine Erfolgsaussichten ähnlich nachhaltig wie ein solides Faktenwissen.
Was bedeutet „HMF-Teil“?
Dieser Teil wird auch als taschenrechnerfrei bezeichnet. Wie schon im Vorabi bekommst du einen Stapel kurzer Aufgaben, die du ohne Formelsammlung und ohne Taschenrechner lösen musst.
In Schleswig-Holstein bekommt deine Schule für diesen Teil der Abiturprüfung zehn Aufgaben zugeschickt. Sie fallen in eine einfachere und eine schwierigere Kategorie.
Vier Aufgaben gehören zur Aufgabengruppe 1. Zwei dieser Aufgaben sind aus dem Bereich Analysis, jeweils eine aus der Vektorrechnung und der Stochastik.
Sechs Aufgaben gehören zur Aufgabengruppe 2. Dabei beziehen sich jeweils zwei Aufgaben auf die Analysis, die Vektorrechnung und die Stochastik.
Die Aufgabengruppe 1 musst du komplettbearbeiten, bei der Aufgabengruppe 2 darfst du zwei Aufgaben frei auswählen. Insgesamt hast du inklusive Einlesen und Auswählen 100 Minuten Zeit.
Die Zeit ist so bemessen, dass du pro Aufgabe zehn Minuten zur Verfügung hast. Die reine Berechnungszeit ist allerdings bei manchen Aufgabentypen eher unter einer Minute. Die größte Hürde ist es eher, den richtigen Ansatz zu finden.
Allgemeine Tipps
Die Zahlen sind meist glatt im Kopf berechenbar. Die Aufgaben sind in sich abgeschlossene kleine Pakete. Das hat den Vorteil, dass am Verständnis einer Aufgabe nicht noch eine darauf aufbauende Anschlussfrage hängt.
Ein genereller Tipp: Wenn du als Ergebnis einen Term wie zum Beispiel 2·ln(3) oder 8·π heraus bekommst, ist das kein Zeichen, dass du dich verrechnet hast. Solche Terme sollst du an der Stelle so stehen lassen. Es geht nicht darum, dass am Ende immer eine „schöne“ Zahl steht.
Du solltest grundsätzlich Terme vereinfachen und Gleichungen umstellen können.
Rechengesetze
Ohne Formelsammlung lernst du diese grundsätzlichen Gesetze am besten gründlich auswendig:
Ausklammern
Dieser Teil der Termumformung ist in diversen Aufgabentypen wichtig, gleichzeitig für viele Menschen zunächst etwas mysteriös. MathemaTrick hat zu diesem Thema zwei Erklärvideos: Video eins und Video zwei.
Potenzgesetze
Du solltest mindestens folgende Regeln auswendig wissen:
Oft ergeben sich quadratische Gleichungen, wenn zum Beispiel in der Stochastik p mit (1-p) multipliziert wird, wenn in der Analysis Nullstellen gesucht sind oder der Parameter für eine vektorielle Ebenenschar ermittel werden soll.
An dieser Stelle brauchst du ohne Taschenrechner die pq-Formel. Wenn ein schlimmer Ohrwurm aus deiner Sicht ein zumutbarer Preis dafür ist, diese Formel auswendig zu können, hier gibt es den pq-Formel-Rap.
Ein Quader hat sechs rechteckige Seitenflächen. Das Volumen berechnest du aus den Kantenlängen a, b und c so:
V_{Quader}=a\cdot b\cdot c
Spat
Auch ein Spat hat sechs Seitenflächen. Davon sind jeweils zwei parallel zueinander liegende Parallelogramme.
Das Volumen berechnest du aus den Kanten a, b und c mit Hilfe des Spatpoduktes. Das ist aber eher ein Fall für den Komplexaufgabenteil.
Pyramide
Eine Pyramide hat eine Grundfläche und eine Spitze. Das Volumen berechnest du im hilfmittelfreien Teil aus dem Flächeninhalt der Grundseite G und der Höhe h so:
V_{Pyramide}=\frac{1}{3}\cdot G\cdot h
Zylinder
Dagegen hat ein Zylinder eine kreisförmige Grundfläche G und eine Höhe h. Daraus ergibt sich das Volumen so:
V_{Zylinder}=G\cdot h
Figuren
Quadrat
Ein Quadrat hat vier gleich lange Seiten und vier rechte Winkel. Den Flächeninhalt berechnest du so:
A_{Quadrat}=a\cdot a
Rechteck
Das Rechteck hat jeweils zwei gegenüber liegende gleich lange Seiten und vier rechte Winkel. Den Flächeninhalt berechnest du so:
A_{Rechteck}=a\cdot b
Parallelogramm
Ein Parallelogramm hat jeweils zwei gegenüber liegende gleich lange und parallele Seiten. Den Flächeninhalt berechnest du aus der einen Seite und der Höhe h so:
A_{Parallelogramm}=a\cdot h
Trapez
Auch ein Trapez hat zwei gegenüber liegende parallele Seiten a und c. Den Flächeninhalt berechnest du aus den beiden Seiten und der Höhe h so:
A_{Trapez}=\frac{a+c}{2}\cdot h
Trapeze kommen im Analysisteil öfter mal vor, wenn es um Flächeninhalte unter den Graphen linearer Funktionen geht. Dafür musst du vielleicht das Blatt um 90° drehen.
Raute
Eine Raute hat vier gleich lange Seiten. Die jeweils gegenüber liegenden Seiten sind parallel.
Gleichseitiges Dreieck
Ein gleichseitiges Dreieck hat drei gleich lange Seiten, wie der Name schon sagt. Die drei Winkel sind auch gleich und betragen jeweils 60°.
Gleichschenkliges Dreieck
Beim gleichschenkligen Dreieck sind nur zwei Seiten und damit auch zwei Winkel gleich.
Rechtwinkliges Dreieck
Ein rechtwinkliges Dreieck hat einen rechten Winkel. Die beiden kurzen Seiten sind die Katheten, die lange Seite heißt Hypothenuse. Den Flächeninhalt berechnest du aus den Katheten a und b so:
A_{rechtw.Dreieck}=\frac{1}{2}\cdot a\cdot b
In den folgenden Listen sind die Aufgabentypen nach Häufigkeit sortiert. Je weiter oben ein Thema steht, umso häufiger wurde es abgefragt.
Analysis
Es kamen rationale Funktionen, Sinus- und Kosinusfunktionen, e‑Funktionen und in seltenen Fällen auch gebrochen rationale Funktionen vor. Es lohnt sich also, das Aussehen und generelle Verhalten dieser Funktionstypen zu wiederholen.
Kurvenscharen
Wichtig ist, dass du den Scharparameter beim Integrieren und Ableiten wie eine konstante Zahl behandelst. Es wird nicht nach a abgeleitet!
Häufig soll aus einer Bedingung der Scharparameter bestimmt werden. Dafür bildest du zunächst das Integral, den Hochpunkt oder was auch immer gefragt ist, sodass der Parameter noch im Ausdruck drin steht. Diesen Term setzt du dann mit der Bedingung gleich, zum Beispiel mit einer bestimmten Fläche. Am Ende löst du nach dem Parameter auf.
Es gibt Aufträge der folgenden Sorte:
Zeigen Sie, dass das Flächenstück, das die Graphen von fk und fk +1 in den Grenzen von 0 bis 4 einschließen, für alle Werte von k den gleichen Inhalt hat.
Dafür berechnest du das Integral über fk in den gegebenen Grenzen. Dann setzt du in diesen Term (k+1) statt k ein. Die beiden Terme setzt du gleich. Wenn die beiden Flächen für alle k gleich sein sollen, muss das k beim Versuch, danach aufzulösen, aus der Gleichung herausfallen.
Geradengleichungen / Konzept Steigung
Immer wieder sollen Geradengleichungen angegeben werden. Unter anderem geht es dabei um Tangenten oder rechtwinklig schneidende Geraden.
Diese allgemeine Gleichung solltest du kennen:
y=m\cdot x+n
(Es kann sein, dass das n bei dir im Unterricht auch b war.)
Dabei ist m die Steigung. Bei einer Tangente ist m gleich der ersten Ableitung an dieser Stelle, also f'(x).
Bei einer senkrecht schneidenden Geraden ist
m=-\frac{1}{f^{\prime}(x)}
Der Achsenabschnitt n ist häufig gefragt. Dafür setzt du die drei bekannten Werte für x, y und m ein und löst nach n auf.
In den Bereichen, in denen f‘ positiv ist, ist die Funktion f monoton steigend. Dort nehmen die Funktionswerte also nach rechts hin zu.
Die mittlere Änderung zwischen zwei Punkten erhältst du mit dem Steigungsdreieck.
Die momentane Änderung an einem Punkt ist die erste Ableitung bei diesem x.
Kurvendiskussion
Schnittpunkte und Nullstellen
Für Schnittpunkte setzt du die zwei Funktionen gleich und löst nach x auf.
In manchen Fällen sollst du die Anzahl von Schnittpunkten zwischen einer rationalen Funktion und einer Geraden in Abhängigkeit von der Steigung der Geraden angeben. Dafür legst du am besten dein Geodreieck oder ein transparentes Lineal auf die Abbildung und probierst verschiedene Steigungen aus.
Flächen und Integrale
Wenn ein Integral über f von a nach b gefragt ist, achte darauf, ob du einen Graphen der Stammfunktion F vor dir hast. Dann brauchst du die Werte F(b) und F(a) nur abzulesen.
\int\limits_{a}^bf(x)dx=F(b)-F(a)
Oft sollst du auch in einer Abbildung „Kästchen zählen“ oder Figuren wie Dreiecke, Rechtecke oder Trapeze finden, mit deren Hilfe du Flächen unter einer Geraden berechnest.
Ableitungen und besondere Punkte im Graphen
Die Ableitung an einer Stelle x entspricht der Steigung der Tangente an diesem Punkt. Wenn du zu einer Abbildung eine Steigung angeben sollst, kann eine Lösung das Einzeichnen einer Tangente sein. In diesem Fall hast du für den Wert einen gewissen Spielraum, weil das Anlegen des Geodreiecks auf dem Augenmaß basiert.
Es kam allerdings auch vor, dass in einer Abbildung sowohl f als auch f‘ zu sehen waren. In diesem Fall sollte f'(x) direkt abgelesen werden.
Folgende Tabellen zeigen wichtige Zusammenhänge zwischen Funktionen, ihren Ableitungen und Stammfunktionen:
Symbol
Bedeutung
F(x)
Stammfunktion, Fläche zwischen f und x-Achse
f(x)
Funktion, y-Koordinaten aller Punkte
f'(x)
Ableitung, Steigung der Tangente an der Stelle x
f“(x)
zweite Ableitung, Krümmung der Kurve
Die dritte Ableitung brauchen wir nur, um einen Wendepunkt zu überprüfen. Oft wird sie gar nicht verlangt.
Außerdem ist es wichtig, sich zu merken, dass die Funktion f(x) die Ableitung der Stammfunktion F(x) ist. Wenn du zeigen sollst, dass F eine Stammfunktion von f ist, dann leitest du F ab. Idealerweise sollte dabei als Ergebnis f herauskommen.
Wenn die Funktion f eine Geschwindigkeit darstellt, dann gibt ein Integral die Bestandsänderung an. Ein paar Beispiele:
Hat f die Einheit Meter pro Sekunde -> F gibt die gefahrene Strecke an
Ist f in L pro Minute angeben -> F gibt das zugeflossene Volumen an
Ist f eine Infektionsrate -> F ist die Anzahl der Infektionen im betrachteten Zeitraum
Für besondere Punkte im Graphen ist die folgende Tabelle hilfreich:
F
Wendep.
Extremp.
Sattelp.
f
Wendep.
Extremp.
Nullst.
Sattelp.
Nullst.
f‘
Extremp.
Nullst.
k. Nullst.
Sattelp.
Nullst.
Nullst.
f“
Nullst.
k. Nullst.
Nullst.
Nullst.
f“‘
k. Nullst.
Nullst.
Wenn also zum Beispiel die Funktion f eine Nullstelle hat, die erste Ableitung f‘ aber nicht, dann hat die Stammfunktion einen Extrempunkt.
Wenn die Funktion f und die erste Ableitung beide jeweils eine Nullstelle haben, dann hat die Stammfunktion bei diesem x einen Sattelpunkt.
Auch der hilfsmittelfreie Teil im Mathe-Abi erfordert immer wieder die Produktregel und die Kettenregel zum Ableiten.
Symmetrie
Für die Bestimmung der Symmetrie setzt du -x statt x in eine Funktion ein und vereinfachst den Funktionsterm.
Wenn am Ende f(-x) = f(x) herauskommt, ist die Funktion achsensymmetrisch..
Wenn stattdessen f(-x) = -f(x) herauskommt, ist die Funktion punktsymmetrisch.
In allen anderen Fällen ist sie nicht symmetrisch. Stell dich darauf ein, dass Fragen dieser Art vorkommen:
h(x) ist punktsymmetrisch, g(x) ist achsensymmetrisch. Welche Symmetrie hat f(x) = (h(x))2 · g(x)?
Dafür setzt du -x ein:
g(-x) = g(x) und h(-x) = -h(-x)
f(-x) = (h(-x))2 · g(-x)
= (-h(x))2 · g(x)
= (h(x))2 · g(x), denn Minus mal Minus ergibt Plus.
Also ist f(-x) = f(x) und damit ist f(x) achsensymmetrisch.
Skizzieren von Funktionen
Funktionen skizzieren
Um Funktionen zu skizzieren, gehe ich so vor:
Bekannte Punkte und Nullstellen ankreuzen
Hoch und Tiefpunkte mit einer kleinen „Schale“ andeuten
Grenzwerte mit Pfeilen andeuten
Bei rationalen Funktionen Wendepunkte zwischen Hoch- und Tiefpunkten andeuten, dabei schon den Wechsel zwischen Rechts- und Linkskurve (beziehungsweise anders herum) anpeilen.
Bei e-Funktionen Wendepunkte zwischen Hochpunkt und Asymptote andeuten, dabei Wechsel der Krümmung anpeilen.
Nullstellen und bekannte Punkte in Hellgrün, Extrempunkte in Türkis, Wendepunkte in Orange
Beherzt eine Linie durch diese Elemente ziehen:
Auf diese Weise werden Extrempunkte nicht zu spitz und die Wendepunkte sitzen korrekt. außerdem lässt sich so der Graph auch sehr viel leichter zeichnen. Es geht bei diesen Skizzen nicht um Schönheit, sondern um Richtigkeit 🙂
Transformation von Graphen
Spiegeln an der y-Achse:
g(x) = f(-x)
-> Du setzt also überall, wo ein x vorkommt, stattdessen (-x) ein.
Spiegeln an der x-Achse:
g(x) = -f(x)
-> Du multiplizierst also einfach die Funktion mit -1. Vorne und hinten eine Klammer und ein Minus davor gesetzt.
Verschiebung senkrecht
Zum Beispiel um 5 nach oben:
g(x) = f(x) + 5
-> Du addierst also am Ende zu f(x) 5 dazu.
Verschiebung waagerecht
Zum Beispiel um 2 nach rechts:
g(x) = f(x-2)
-> Du setzt also überall, wo ein x vorkommt, stattdessen (x-2) ein.
Spiegeln an einer beliebigen senkrechten Achse
Zum Beispiel x = 2
Du spiegelst die Funktion zunächst an der y-Achse und schiebst sie dann um 2 nach rechts:
g(x) = f(-x-2)
-> Du setzt also überall, wo ein x vorkommt, stattdessen (-x-2) ein.
Spiegeln an einer beliebigen waagerechten Achse
Zum Beispiel y = -1
Du spiegelst die Funktion zunächst an der x-Achse und schiebst sie dann um 1 nach unten:
g(x) = -f(x)-1
-> Du multiplizierst also die Funktion mit -1 und ziehst danach 1 ab. Vorne und hinten eine Klammer, ein Minus davor gesetzt und danach noch -1 dahinter geschrieben.
Streckung/ Stauchung entlang der y-Achse
g(x)=a · f(x)
-> Du multiplizierst f(x) mit dem gewünschten Faktor. Vorne und hinten eine Klammer und das a davor geschrieben.
Stauchung/Streckung entlang der x-Achse
g(x) = f(b·x)
-> Du setzt also überall, wo ein x vorkommt, stattdessen (b·x) ein. Je größer b, umso stärker wird die Funktion zieharmonikamäßig zusammen geschoben. Bei kleinem b wird der Graph auseinander gezogen.
Wenn du angeben sollst, wo ein Punkt nach dieser Transformation landet, berechnest du den Funktionswert g(x). Ein Beispiel:
f(x) = x2 + 2x – 4
g(x) soll durch Spiegelung an der x- Achse und Verschiebung um 1 nach unten entstehen:
g(x) = -(x2 + 2x – 4) – 1 = – x2 – 2x + 3
Aus dem Punkt P(3 | 11) wird der Punkt P'(3 | -12). Achte darauf, dass bei der Spiegelung an der x-Achse aus Hochpunkten Tiefpunkte werden und umgekehrt!
Die folgenden Punkte kamen nur vereinzelt vor, sind allerdings für das Verständnis grundlegender Konzepte wichtig:
Steckbriefaufgaben
Die Steckbriefaufgaben im HMF-Teil sind vom Aufwand her sehr übersichtlich. Das Vorgehen ist wie gehabt:
Stelle die Funktion mit Parametern auf, zum Beispiel a·eb·x oder a·x2 + b
Entnimm dem Text die Informationen für besondere Punkte.
Stelle auf dieser Basis dein Gleichungssystem auf und löse es.
Verkettung von Funktionen
Rechne damit, dass Aufgaben des folgenden Typs vorkommen werden:
Berechnen Sie für f(x)= eg(x) die Steigung der Tangente an der Stelle x = 1.
Bei dieser Aufgabe war ansonsten nichts gegeben, außer einer Abbildung von g und g‘. Daraus ließen sich g(1) = 0 und g'(x) = 2 ablesen.
Mit Hilfe der Kettenregel ergibt sich:
f'(1) = g'(1) · eg(1) =2 · e0 = 2
Funktionstypen
Rationale Funktionen
Dir sollte klar sein, dass am Grad einer Funktion ihr Aussehen ablesbar ist. Zum Beispiel hat eine Funktion dritten Grades maximal drei Nullstellen, maximal zwei Extrempunkte und in dem Fall einen Wendepunkt zwischen den Extrempunkten.
e-Funktionen
Hier sollte dir hauptsächlich klar sein, dass die Ableitung wieder die e-Funktion ist. Ausdrücke wie e2 oder ln(4) sind nicht im Kopf berechenbar und werden so stehen gelassen. e0 ist aber gleich Eins!
Sinus/Kosinus/Tangens
Du solltest eine ungefähre Vorstellung vom Aussehen der Graphen der Sinus- und Kosinusfunktion haben. Die y- Werte schwingen zwischen 1 und -1 hin und her. Wenn du eine x-Achse zwischen Null und π skizzierst, sehen die beiden Graphen so aus wie in der Abbildung oben.
Diese Skizze hilft dir dabei, dir wichtige Punkte zu merken. Ansonsten sollte klar sein, dass beide Funktionen links und rechts unendlich weiter verlaufen und dass die Ableitungen in folgender Reihenfolge laufen:
sin -> cos -> -sin -> -cos -> sin
Die Stammfunktionen verlaufen in der umgekehrten Reihenfolge.
In der Aufgabengruppe 2 kamen kompliziertere Fragen vor. Zur Lösung dieser Aufgaben musst du wissen, dass die Amplitude a, Periode b, die waagerechte Verschiebung c und die senkrechte Verschiebung d im Sinus und Kosinus folgendermaßen erscheinen:
Den Tangens brauchst du zum Berechnen von Steigungswinkeln, denn
tan{x}=f'(x)
Im hilfsmittelfreien Teil im Mathe-Abi lässt du Ausdrücke wie tan(3), die nicht im Kopf berechenbar sind, einfach so stehen.
Stochastik
Oft sind Zufallsgrößen vordefiniert. Wenn es mehrere Zufallsgrößen auf einem Aufgabenzettel gibt, ist es besonders wichtig, darauf zu achten, welche gerade gemeint ist.
Zum Beispiel kann im Einleitungstext stehen: „Die Zufallsgröße X ist binomialverteilt mit n = 50 und p = 0,2. Die Zufallsgröße Y beschreibt das Produkt aus zwei hintereinander gewürfelten Zahlen.“ Wenn du später aus verschiedenen Balkendiagrammen das passende heraus suchen sollst, macht es natürlich einen Unterschied, ob es um X oder um Y geht.
Insgesamt enthält die Stochastik viele Spielbeschreibungen und logisches Denken. Wie so oft empfehle ich immer eine Skizze 😉 Stell dich auch darauf ein, dass du dir anhand eines Terms für die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses eine dazu passende Spielsituation ausdenken sollst.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn bei einem Glücksspiel eine Zeitlang unerwartet oft ein bestimmtes Ergebnis aufgetreten ist, sagt das nichts über die kommenden Versuche aus. Wir Menschen neigen zu Aussagen wie „Jetzt habe ich so lange keine Sechs gewürfelt, da muss jetzt bald eine kommen.“ Von dir wird erwartet, dass du formulierst, dass so eine Art zu denken nicht der Wirklichkeit entspricht.
Zufallsexperimente
Baumdiagramme
Oft ist die Aufgabe, ein Baumdiagramm zu zeichnen. In anderen Fällen ist es extrem hilfreich, ein Baumdiagramm zu zeichnen, um die Wahrscheinlichkeit für ein komplizierteres Ereignis zu berechnen.
Denke daran, entlang der Pfade die Wahrscheinlichkeiten zu multiplizieren und quer zu den Pfaden zu addieren.
Bevor du das Baumdiagramm beschriftest, stelle noch einmal klar, ob zurückgelegt wird oder nicht und wie das die Wahrscheinlichkeiten beeinflusst.
Wenn du die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis nicht kennst, beschrifte den entsprechenden Zweig im Diagramm mit einem p.
Wenn oft gewürfelt oder gezogen wird, ist der Baum zu groß, um ihn komplett zu zeichnen. Dann empfehle ich, nur den Pfad zu zeichnen, der die geforderte Geschichte wiedergibt.
Beispiel: „Zehn Überraschungseier werden nacheinander zufällig ausgewählt. Geben Sie einen Term zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit dafür an, dass nur in den letzten beiden Überraschungseiern jeweils eine Figur enthalten ist.“
Hier würde ich einen Pfad zeichnen,der achtmal nach links und zweimal nach rechts abzweigt. Die Skizze ist nur für dich und muss nicht vollständig sein.
Wahrscheinlichkeit für ein komplexes Ereignis
In manchen Fällen hilft ein Baumdiagramm, zum Beispiel, wenn zunächst eine von drei Urnen und dann daraus eine Kugel gezogen wird.
In anderen Fällen berechnest du die Anzahl der Möglichkeiten, die eine bestimmte Bedingung erfüllen und teilst sie durch die Anzahl aller Möglichkeiten. Manchmal brauchst du dafür die Formeln aus der Kombinatorik, manchmal hilft eine Tabelle.
Beispiel:
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, bei zweimaligem Würfeln die Augensumme 5 zu erhalten.
1
2
3
4
5
6
1
2
3
4
5
6
7
2
3
4
5
6
7
8
3
4
5
6
7
8
9
4
5
6
7
8
9
10
5
6
7
8
9
10
11
6
7
8
9
10
11
12
In der ersten Zeile und der ersten Spalte sind in orange die Augen des ersten bzw zweiten Würfels angegeben. In den übrigen Feldern die Augensummen.
Aus der Tabelle ist zu entnehmen, dass es vier Möglichkeiten für die Augensumme 5 gibt und insgesamt 36 mögliche Ergebnisse. Damit ist die Wahrscheinlichkeit 5:36.
Wenn die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis berechnet werden soll, das sich aus zwei Ereignissen zusammensetzt, musst du die Einzelwahrscheinlichkeiten berechnen und addieren. Es sei denn, die Ereignisse überlappen wie in diesem Beispiel:
A: Bei zweimaligem Würfeln fallen nur gerade Zahlen
Dieser Aufgabentyp ist so populär, weil sich damit so viele Geschichten erzählen lassen. In den Aufgaben der letzten Jahre wurden regelmäßig verschiedene Urnen mit unterschiedlich vielen verschiedenfarbigen Kugeln bestückt.
Teils wurden dann Kugeln zwischen den Urnen hin und her getauscht, teils wurde zufällig eine der Urnen gewählt. Am Ende stand meist die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Kugel einer bestimmten Farbe gezogen würde.
Bei solchen Geschichten ist ein Baumdiagramm hilfreich, an dem du die zeitliche Abfolge der Schritte ordentlich auflistest. Bei der zufälligen Wahl von Urnen ist die Wahrscheinlichkeit 1 geteilt durch die Anzahl der Urnen.
Für andere Geschichten war der Anteil der Kugeln in der gesuchten Farbe unbekannt und musste aus der Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ereignisses geschlossen werden. Auch hier hilft ein Baumdiagramm, an dem du den Anteil erst einmal als p einträgst.
Stochastische Unabhängigkeit
Wenn A und B stochastisch unabhängig sind, gilt:
P_A(B)=\frac{P(A\cap B)}{P{A}}=P(B)
Um das zu prüfen, helfen dir ein Baumdiagramm oder eine Vierfeldertafel.
Wahrscheinlichkeitsverteilungen
Erwartungswert bei einer willkürlichen Verteilung, faires Spiel
E(X) ergibt sich, wenn du alle Werte, die die Zufallsgröße X annehmen kann mit der jeweils dazu gehörenden Wahrscheinlichkeit multiplizierst und dann alle Ergebnisse zusammen addierst.
Ich empfehle, falls nicht schon gegeben, eine Tabelle aufzustellen und die einzelnen Summanden dann unter die jeweiligen Spalten zu schreiben.
X
10
20
– 8
P(X)
0,1
0,05
0,85
X · P(X)
1
1
– 6,8
Wäre dies ein Spiel, wäre der Erwartungswert für den Gewinn
E(X) = 1 € + 1 € – 6,80 € = – 4,80 €
Es kann also davon ausgegangen werden, bei jedem Spiel durchschnittlich 4,80 € zu verlieren.
In diesem Zusammenhang wird oft nach einem fairen Spiel gefragt, oder nach dem Einsatz, bei dem sich „auf lange Sicht“ die Einsätze und Auszahlungen ausgleichen. Dafür berechnest du den Erwartungswert für die Auszahlung. Für ein faires Spiel muss der Einsatz genau diesem Wert entsprechen.
Term im Sachzusammenhang interpretieren
Immer wieder sollst du einen Term interpretieren, der folgende Form hat:
{20 \choose 1}\cdot 0,2\cdot0,8^{19}
Dabei handelt es sich um die Bernoulliformel. Weil sie im HMF-Teil vorkommst, solltest du sie auswendig können.
P(X=k)={n \choose k}\cdot p^k\cdot(1-p)^{n-k}
Aus den Exponenten und dem ersten Faktor kannst du n = 20 und k = 1 ablesen. Diese beziehen sich meistens auf eine Situation, die im Aufgabentext beschrieben wurde.
Aus dem zweiten und dritten Faktor kannst du die Trefferwahrscheinlichkeit p = 0,2 ablesen.
Die drei Werte n, p und k musst du dann noch auf die Geschichte beziehen, die der Aufgabe zugrunde liegt.
Wenn k = 1 ist, dann ist der vordere Faktor also nur eine Zahl, diese ist dann n.
In anderen Fällen sieht ein Term ungefähr so aus:
\bigg(\frac{2}{5}\bigg)^7
Hier wurde ein Experiment siebenmal wiederholt und jedesmal dasselbe Ergebnis mit der Trefferwahrscheinlichkeit von 2/5 beobachtet. Hier ist n = k = 7 und daher sind der erste und der dritte Faktor der Bernoulliformel 1. Und in einem Produkt kann der Faktor 1 weggelassen werden.
Glücksradaufgabe
Bei diesem Aufgabentyp ist wichtig, dass der Winkel über einen Dreisatz mit der Wahrscheinlichkeit zusammenhängt.
360° entsprechen 100 %. Ist dein Winkel gegeben, zum Beispiel φ = 72°, dann gehört zu diesem Feld auf dem Glücksrad die Wahrscheinlichkeit 72° : 360° · 100 % = 20 %
Es kommt vor, dass der Winkel zunächst nicht gegeben ist, dann lässt du die Wahrscheinlichkeit als p = φ : 360° stehen.
Manchmal wird der Winkel im Bogenmaß betrachtet, dann gilt: 2π entspricht 100 %.
Binomialverteilung, Bernoulliformel
Da du die Formelsammlung im HMF-Teil nicht zur Verfügung hast, musst du dir die Bernoulliformel auswendig merken:
P(X=k)={n \choose k}\cdot p^k\cdot(1-p)^{n-k}
Das n gibt die Anzahl der Wiederholungen an, das k die Anzahl der Treffer und das p die Trefferwahrscheinlichkeit. Insgesamt berechnest du so die Wahrscheinlichkeit für genau k Treffer.
Damit du annehmen kannst, dass eine Binomialverteilung vorliegt, kannst, muss das p bei jeder Wiederholung immer gleich sein. Es muss also zum Beispiel beim Ziehen aus einer Urne die Kugel jeweils wieder zurück gelegt werden.
Immer wieder sollen einer Geschichte Balkendiagramme zugeordnet werden. Dafür siehst du dir die x-Achse an, ob überhaupt n Balken angezeigt werden. Wenn es mehr als n Balken sind, passt das Diagramm nicht zu der Geschichte.
Dann rechnest du mit n·p den Erwartungswert µ aus. Bei diesem Wert muss im Diagramm das Maximum sein.
Ansonsten hilft es noch, die Höhen der Balken zusammenzuzählen. Dabei muss 1 heraus kommen, ansonsten zeigt das Diagramm keine Wahrscheinlichkeitsverteilung.
Die Standardabweichung σ berechnest du so:
\sigma=\sqrt{n\cdot p\cdot (1-p)}
Wenn dieser Wert größer ist als drei, kann die Binomialverteilung näherungsweise als normalverteilt behandelt werden.
Auch wenn du für kumulierte Wahrscheinlichkeiten den Taschenrechner nicht verwenden kannst, kommt es vor, dass du sie dir logisch zusammenreimen sollst:
Wenn zum Beispiel p = 0,5 ist, dann ist die Verteilung symmetrisch. Ist zusätzlich noch zum Beispiel gegeben, dass bei n = 100 die Wahrscheinlichkeit P(X<20) = 0,05 ist, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit P(X>80)= 0,05 und damit bleibt für ein eventuell gefragtes Intervall von 20 bis 80 noch 0,9 übrig.
In einer Aufgabe war die Verteilung nicht als gewohntes Balkendiagramm präsentiert, sondern in „kumulierten Werten“. Jeder Balken hat die Höhe P(X=k) plus die Höhe des Balkens links daneben. Der letzte Balken hat also die Höhe 1. Der Wert P(X=k) für ein beliebiges k kann berechnet werden, indem von dem jeweiligen Balken der Balken des linken Nachbarn abgezogen wird.
In diesem Bild entsprechen die türkis schraffierten Flächen jeweils den Wahrscheinlichkeiten P(X=k).
„Dichtefunktion“
Dieser Ausdruck sollte dich nicht erschrecken. Es geht in diesen Aufgaben nur um eine Normalverteilung. Oft ist die Glockenkurve abgebildet, in der du eine Fläche einzeichnen sollst, also die Wahrscheinlichkeit dafür abschätzen, dass der Wert der Zufallsgröße x in dem betrachteten Intervall liegt.
Merke: Die komplette Fläche unter der Kurve ist 1 oder 100%.
Wenn der Erwartungswert µ sich ändert und die Standardabweichung σ gleich bleibt, verschiebt sich die Glocke nach rechts oder links.
Wenn µ gleich bleibt und σ größer wird, bleibt das Maximum an der gleichen Stelle und die Glocke wird breiter und gleichzeitig flacher.
Kombinatorik
n und k identifizieren
Frage dich, ob bei dem Zählverfahren zurückgelegt wird oder nicht, ob die Reihenfolge wichtig ist oder nicht, und eventuell ob alles verteilt wird oder nicht.
n: Aus wie vielen Optionen kann ich für jede Ziehung wählen?
k: Wie oft ziehe ich?
Richtige Formel auswählen
Der größte Teil der Geschichten lässt sich auf folgende Grundmuster zurückführen:
Prinzip Zahlenschloss (mit Zurücklegen, mit Beachtung der Reihenfolge)
n^k
Prinzip Klassenphoto (ohne Zurücklegen, mit Beachtung der Reihenfolge, alle Kinder kommen mit auf das Photo)
n!
Prinzip Siegertreppchen (ohne Zurücklegen, mit Beachtung der Reihenfolge, nur ein Teil der Teilnehmenden kommen auf das Treppchen)
\frac{n!}{(n-k)!}
Prinzip Weihnachtsmann, der mit einem Griff aus seinem Sack drei Geschenke für ein Kind zieht (ohne Zurücklegen, Reihenfolge egal, Hauptsache Geschenke 😉)
{n \choose k}
Prinzip Blumenstrauß, bei dem n Blumen zusammen gebunden werden, wobei aus k Farben gewählt werden kann.
{{n+k-1} \choose {k-1}}
Du musst in den meisten Fällen nur den Term aufschreiben und nicht fertig berechnen.
Vektoren
Obwohl Kreise für 2024 nicht bei allen meinen Schüler*innen behandelt wurden, gab es eine Kreisaufgabe, allerdings noch 2020, also bevor dieses Thema in Schleswig-Holstein gestrichen wurde. Es ist gut möglich, dass in Zukunft der hilfsmittelfreie Teil im Mathe-Abi wieder Kreisgleichungen enthalten wird, allerdings machte dieser Aufgabentyp von 2017 bis 2023 nur 4 % aller Aufgaben aus.
Du solltest grundsätzlich nach rechtwinkligen Dreiecken Ausschau halten und den Satz des Pythagoras auswendig wissen.
Im Folgenden bezeichnen bei Geradengleichungen die Begriffe Ortsvektor und Stützvektor dasselbe 🙂
Zurechtfinden im Koordinatenssytem
Koordinaten eines Punktes aus Text oder Abbildung erschließen
Ich sage es nochmal: Hier hilft eine Skizze extrem weiter 🙂 Falls du nicht schon eine Abbildung vorliegen hast. In der darfst du so viel herum malen wie nötig, um Dinge klarer zu sehen.
Jeder Punkt hat einen dazu gehörenden Ortsvektor. Die Koordinaten sind dieselben, nur um 90° „gekippt“.
Vektoraddition: Du überlegst dir, wie du über bekannte Punkte zum gesuchten Punkt kommst und addierst deine „Reisebeschreibung“ auf.
Wenn du zum Beispiel einen Punkt D bestimmen sollst, der zu einem Parallelogramm ABCD gehört und von dem du die Punkte A. B und C kennst, sieht diese Reise so aus, dass zu vom Ursprung erst zu A gehst und dann dort den Vektor von B nach C dran hängst.
Wenn du einen Punkt so bestimmen sollst, dass eine Figur einen vorgegebenen Flächeninhalt hat oder ein Körper ein gegebenes Volumen, setzt du für die Koordinaten erst einmal allgemein x, y und z ein. Dann berechnest du alle nötigen Vektoren. Im hmf-Teil sind viele Nullen dabei, sodass der Rechenaufwand gering ist. Am Ende setzt du den resultierenden Term mit der gegebenen Fläche beziehungsweise dem Volumen gleich.
Oft ergibt sich aus einer Skizze zu einer Pyramidenaufgabe auch, dass die Punkte der Bodenfläche alle auf der gleichen Höhe sind, zum Beispiel A ( 3 | 3 | 3 ) , B ( 6 | 7 | 3 ) und C ( 2 | 10 | 3 ). Wenn du dazu eine Spitze finden sollst, damit die Pyramide ein bestimmtes Volumen hat, berechnest du den Flächeninhalt der Grundseite.
Die Höhe der Pyramide ist
h=3\cdot V:G
Die z-Koordinate der Spitze muss in diesem Fall 3 + h sein. Die x- und y-Koordinaten sind frei wählbar.
Manchmal ergibt sich der Punkt aus dem Zusammentreffen mehrerer Bedingungen. Zum Beispiel könnte ein Punkt auf einer Geraden liegen und mit einem anderen Punkt einen Vektor bilden, der zu der Gerade senkrecht steht. Du ahnst es schon: Eine Skizze hilft 😉 Und hier das Konzept der Geradengleichung sowie das Skalarprodukt.
Rechter Winkel bei Skalarprodukt = 0
Weil das Skalarprodukt so einfach zu berechnen ist und der Nachweis von rechten Winkeln damit so leicht ist, kommen sehr viele Aufgaben zu diesem Zusammenhang vor.
Lerne, das Skalarprodukt und das Vektorprodukt auseinanderzuhalten. Für das Skalarprodukt multiplizierst du die Koordinaten der Vektoren miteinander und addierst die Ergebnisse. Am Ende bekommst du eine Zahl.
Term angeben
Es geht im hmf-Teil nicht darum, lange Berechnungen durchzuführen, sondern zu zeigen, dass du die Konzepte verstanden hast.
Deswegen lautet der Auftrag häufig:
Geben sie einen Term an, mit dem Sie berechnen könnten,…
Damit ist wirklich nur das gemeint. Du stellst hier zum Beispiel eine Vektoraddition auf und lässt sie so stehen.
Lage eines Punktes überprüfen
Immer wieder soll überprüft werden, ob ein Punkt auf einer Geraden oder einer Ebene liegt. Bei einer Ebene setzt du die Koordinaten ein und stellst fest, ob die Gleichung aufgeht.
Bei einer Geraden setzt du den Ortsvektor zum Punkt mit der Ebene gleich und löst das entstehende Gleichungssystem.
Das Ganze nennt sich Punktprobe.
Konzept Richtungsvektor
Während ein Ortsvektor immer vom Ursprung zu einem konkreten Punkt im Raum gedacht wird, ist ein Richtungsvektor frei im Raum verschiebbar. Er gibt an, wie du von einem beliebigen Punkt zu einem anderen Punkt kommst.
Einen Richtungsvektor berechnest du, indem du den Ortsvektor des Startpunktes vom Ortsvektor des Zielpunktes subtrahierst.
Richtungsvektor = Ende – Anfang
Diese Reihenfolge ist wichtig, weil anders herum der Vektor in die entgegengesetzte Richtung zeigt.
Konzept Koordinatenebenen
Die Gleichung für die xy-Ebene, beziehungsweise x1x2-Ebene lautet:
Der Normalenvektor zeigt also in Richtung der z-Achse und die beiden Richtungsvektoren in Richtung der x- beziehungsweise der y-Achse. Für die anderen drei Ebenen musst du nur die Koordinaten tauschen.
Wenn ein Punkt in dieser Ebene liegen soll, muss er die z-Koordinate Null haben.
Wenn eine Gerade in dieser Ebene liegen soll, muss ihr Aufpunkt als z-Koordinate eine Null haben und als frei wählbarer Richtungsvektor wären jeweils u oder v geeignet, ansonsten auch alle anderen Vektoren, die eine Null als z-Koordinate haben..
Vektoren sind zur xy-Ebene parallel, wenn ihre z-Koordinate Null ist.
Objekte in ein Koordinatensystem einzeichnen
Wiederhole noch einmal das Vorgehen, wie du einen Punkt in ein Koordinatensystem mit drei Achsen einträgst. Zuerst gehst du den Wert der X-Koordinate nach vorne oder hinten, dann von diesem Punkt aus den wert der y-Koordinate nach rechts oder links und von dieser zweiten Zwischenstation aus den Wert der z-Koordinate nach oben oder unten.
Geraden und Ebenen
Konzept Geradengleichung
Eine Geradengleichung setzt sich zusammen aus einem Ortsvektor zu einem Punkt auf der Geraden und einen Richtungsvektor, der zu der Gerade parallel ist.
Der Ortsvektor verankert die Gerade im Raum, der Richtungsvektor richtet sie aus.
Eine Gerade, deren Punkte immer drei gleiche Koordinaten haben ´, zum Beispiel P(4|4|4), hat folgende Gleichung:
Der Aufpunkt ist im Ursprung, daher ist ein Ortsvektor nicht nötig und der Richtungsvektor addiert zu x, y, und z immer jeweils die gleiche Zahl dazu.
Wenn du eine Gerade angeben sollst, ist oft gefordert, dass sie durch einen speziellen Punkt geht und zu einer anderen Gerade parallel ist. Dann nimmst du diesen Punkt als Aufpunkt und den Vektor der anderen Geraden als Richtungsvektor.
Konzept Ebenengleichung
Der HMF-Teil im Mathe-Abi sieht für jedes Arbeitsblatt ungefähr 10 Minuten Bearbeitungszeit vor. Hier wird also nicht erwartet, dass du von Grund auf aus drei Punkten eine Ebene in Koordinatenform herbei zauberst
Möglich ist allerdings, dass zwei Geraden gegeben sind, die sich schneiden, und aus denen eine Ebene in Koordinatenform zusammengesetzt werden soll.
Dafür berechnest aus den beiden beteiligten Richtungsvektoren mit dem Vektorprodukt einen Normalenvektor und übernimmst den Stützvektor der einen Geraden. Daraus setzt du eine Ebenengleichung in Normalenform zusammen. Diese ausmultipliziert ergibt die Koordinatenform.
Gegebene Ebenen haben im hmf-Teil generell Koordinatenform. Richte dich darauf ein, dass du daran die Lage im Raum erkennen sollst, also den Normalenvektor ablesen und eventuell die Schnittpunkte mit den Koordinatenachsen berechnen.
Eine Ebene ist dann parallel zu einer der Koordinatenachsen, wenn die jeweilige Koordinate in der Ebenengleichung nicht vorkommt. Zum Beispiel ist E: 2y + 3z = 14 parallel zur x Achse. Du kannst das damit begründen, dass der Normalenvektor mit dem Vektor in Richtung der x-Achse das Skalarprodukt Null ergibt:
Der Normalenvektor steht auf einer Ebene senkrecht. Wenn du ihn berechnen sollst, dann nimmst du das Vektorprodukt aus zwei Richtungsvektoren, die in der Ebene liegen.
Oft kannst du aber auf den Richtungsvektor einer gegebenen Geraden zurückgreifen, die laut Aufgabentext auf der Ebene senkrecht steht. Du kennst es:
Mach dir eine Skizze.
Ebenen- und Geradenscharen
Was auch immer du an Lagebeziehungen zwischen Punkten, Geraden und Ebenen bestimmen kannst, kannst du auch mit Scharen machen. Wenn also in einem Vektor eine Koordinate keine Zahl, sondern ein Parameter (häufig ein a) ist, dann rechnest du das jeweilige Verfahren durch und behandelst das a wie eine Zahl.
Am Ende der Rechnung hast du dann einen Term oder eine Gleichung und musst überlegen, welches a die geforderte Bedingung erfüllt.
Beispiel:
Weisen Sie nach, dass g und ha für jeden Wert von a windschief sind.
Wenn du die beiden Richtungsvektoren vergleichst, siehst du, dass sie unabhängig von a keine Vielfachen voneinander sein können.
Du setzt die beiden Geraden gleich und erhältst ein Gleichungssystem:
I \quad \lambda=\mu\\\quad\\II\quad1=\mu\cdot a\\\quad\\
III\quad 1-\lambda=1 \implies \lambda =0
Die dritte Gleichung sagt dir direkt, dass λ Null sein muss. Damit ist nach Gleichung I auch µ gleich Null. Daraus ergibt sich für Gleichung II, dass 1 = 0 · a ist.
Weil es kein a gibt, das diese Gleichung erfüllt, sind alle Geraden ha windschief zu g.
Lagebeziehungen
Gerade in einer Ebene oder parallel dazu
Wenn du zeigen sollst, dass eine Gerade in einer Ebene liegt, überprüfst du den Richtungsvektor der Geraden und den Normalenvektor der Ebene. Diese müssen senkrecht zueinander sein. Mit anderen Worten: Das Skalarprodukt muss 0 ergeben. Den Normalenvektor von E liest du an den Zahlen vor x, y und z direkt ab.
Außerdem muss der Aufpunkt der Geraden (ergibt sich aus dem Stützvektor)in der Ebene liegen. Dazu setzt du seine Koordinaten in die Ebenengleichung ein (Punktprobe):
0 + 1 + 1 = 2
Diese Gleichung stimmt auch, damit ist nachgewiesen, dass g in E liegt.
Soll die Gerade nur parallel zur Ebene sein, brauchst du die Punktprobe nicht.
Gerade schneidet Ebene
Bilde das Skalarprodukt aus dem Richtungsvektor der Geraden und dem Normalenvektor der Ebene. Wenn dabei nicht Null herauskommt, schneidet die Gerade die Ebene in einem Punkt.
Gerade schneidet Ebene senkrecht
Vergleiche den Richtungsvektor der Geraden und den Normalenvektor der Ebene. Sind sie parallel, steht die Gerade senkrecht auf der Ebene.
Zwei Geraden sind parallel zueinander
Vergleiche die Richtungsvektoren. Sie müssen parallel sein.
Zwei Geraden stehen senkrecht aufeinander
Bilde aus den Richtungsvektoren das Skalarprodukt. Es muss Null herauskommen.
Lineares Gleichungssystem
In den Jahren 2017 und 2023 gab es jeweils eine Aufgabe, die nur auf dem Lösen von linearen Gleichungssystemen basierte. Wenn du darauf vorbereitet sein willst, wiederhole am besten noch einmal das Additionsverfahren. Die Gleichungen enthielten relativ viele Nullen und Einsen, so dass der Rechenaufwand an sich gering war.
Wenn du am Ende Werte für alle Variablen bekommst, die alle Gleichungen erfüllen, hat das Gleichungssystem eine Lösung.
Kommt zwischenzeitlich etwas der Art 5 = 7 heraus, hat das Gleichungssystem keine Lösung.
Wenn irgendwann etwas der Art 5 = 5 herauskommt, hat das Gleichungssystem unendlich viele Lösungen.
Punkte
Abstand zwischen zwei Punkten
Du berechnest den Vektor zwischen den zwei Punkten. Aus dessen Koordinaten ergibt sich der Abstand über einen dreidimensionalen Pythagoras.
Im hilfsmittelfreien Teil lohnt es sich oft, genauer hinzusehen, wenn der Schnittpunkt zweier Geraden gefragt ist. Oft steht in den Geradengleichungen jeweils der gleiche Stützvektor. Diese Aufgabe ist dann in unter einer Minute beantwortet, indem du nur diesen Stützvektor als Schnittpunkt angibst.
Sollten die beiden Stützvektoren tatsächlich unterschiedlich sein, setzt du die Geraden gleich und löst das entstehende Gleichungssystem.
Ebenen sind generell in der Koordinatenform angegeben. Den Schnittpunkt zwischen einer Ebene und einer Geraden erhältst du durch Einsetzen.
Bei der Frage, ob ein Schnittpunkt innerhalb einer definierten Fläche ist, hilft es, die Fläche und den Punkt in eine Koordinatensystem zu zeichnen.
Spurpunkte
Spurpunkte einer Ebene sind die Schnittpunkte mit den Koordinatenachsen. Für den Spurpunkt mit der x-Achse setzt du
y = 0 und z = 0
und berechnest dann x. Das ist deine x-Koordinate für den Spurpunkt. Für die anderen Achsen gehst du ähnlich vor, immer die beiden nicht gefragten Koordinaten werden gleich Null gesetzt.
Aus zwei Spurpunkten einer Ebene ergibt sich eine Spurgerade.
Spurpunkte einer Geraden sind die Schnittpunkte mit den Koordinatenebenen. Dafür setzt du die Geradengleichung gleich dem Ortsvektor, der an der passenden Stelle eine null hat. Beispielsweise könnte das das für die xz-Ebene so aussehen:
Das entstehende Gleichungssystem löst du. Aus der zweiten Gleichung ergibt sich, dass λ = -0,8 ist. Das setzt du in die erste und dritte Geleichung ein.
Im hmf-Teil sind oft viele Nullen dazwischen. Hier ist es wenigstens eine in der zweiten Gleichung, sodass dieser Rechnungsschritt wenig Aufwand bedeutet. Es kann auch sein, dass du die obige Vektorgleichung nur aufstellen und nicht zu Ende rechnen musst. Das ergibt sich aus der Aufgabenformulierung.
Geometrische Berechnungen
Spiegelung an einer beliebigen Ebene
Immer wieder sollen Objekte an einer Ebene gespiegelt werden. Manchmal ist dafür wirklich eine Rechnung über ein Lotfußpunktverfahren nötig. Manchmal stellst du auch mit Hilfe einer Skizze fest, dass wieder einmal alles deutlich einfacher gemeint ist als es auf den ersten Blick klingt.
Beispiel:
Gegeben sind die Ebene E sowie die Punkt P, Q und S. S liegt in E, die Gerade durch P und Q steht senkrecht auf E und die Punkte P und Q haben den gleichen Abstand von der Ebene E.
Die Punkte S und P legen die Gerade g fest. Spiegelt man g an E, so erhält man die Gerade h. Geben Sie eine Gleichung von h an.
Das ist eine Menge Text. Ich empfehle, einmal kurz durchzuatmen und dann Schritt für Schritt daraus eine Skizze zu zeichnen:
Wenn aus P durch Spiegelung Q wird und die Gerade g die Ebene in S schneidet, muss das Spiegelbild von g durch Q gehen. Damit kannst du einfach eine Gerade aus Q und S erzeugen.
In anderen Fällen war ein bisschen mehr Berechnung erforderlich. Ein Beispiel:
Gegeben sind der Punkt P und die Ebene E:
P(-1\vert7\vert2)\quad\quad E:x_1+3x_2=0
Bestimmen Sie die Koordinaten des Punktes Q, der entsteht, wenn P an E gespiegelt wird.
Als Skizze sieht das so aus:
Mit dem Lotfußpunktverfahren findest du den Punkt L, der auf E und dabei mittig zwischen Q und P liegt. Dann brauchst du nur noch zweimal den Vektor zwischen P und L zu dem Ortsvektor von P zu addieren.
Umgekehrt gab es auch die Aufgabe, aus P und Q die Spiegelebene E zu ermitteln. Dabei ist der Vektor zwischen P und Q der Normalenvektor der Ebene, der Aufpunkt der Ebene ist L und liegt auf halber Strecke zwischen P und Q. Das heißt, du addierst zum Ortsvektor für P den halben Vektor zwischen P und Q. Mit diesen zwei Bausteinen setzt du die Normalenform der Ebene zusammen. Durch Ausmultiplizieren bekommst du die Koordinatenform.
Pyramidenvolumen
Das Volumen einer Dreieckspyramide ist ein Sechstel des Spatproduktes aus drei beteiligten Kantenvektoren.
Allerdings sind die hmf-Aufgaben auf eine Bearbeitungszeit von 10 Minuten pro Arbeitsblatt ausgelegt. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass das Volumen aus einer einfach zu berechnenden Grundfläche G und der aus der z-Koordinate abzulesenden Körperhöhe h berechnet werden soll:
V_{Pyramide}=\frac{1}{3}\cdot G\cdot h
x3 bzw z als Höhe
Behalte im Hinterkopf, dass in Sachaufgaben, die sich um Gegenstände drehen, die z-Koordinate die Höhe eines Punktes im Raum ist. Das hilft oft bei der Orientierung, beim Skizzenbeschriften und beim Berechnen von Strecken oder Volumina.
Schattenwurf
Wegen der kurzen vorgesehenen Bearbeitungszeit kommen keine komplizierten Schattenwurfaufgaben vor. Grundsätzlich gehst du bei der Ermittlung eines Schattenpunktes so vor:
Punktförmige Lichtquelle:
Der Gegenstandspunkt ist der eine Punkt einer Geraden, die Lampe ist der andere Punkt. Die Gerade entspricht einem Lichtstrahl.
Sonnenbeleuchtung:
Die Richtung der Sonnenstrahlen ist vorgegeben. Dies ist der Richtungsvektor, der Gegenstandspunkt ist der Aufpunkt einer Geraden. Diese Gerade entspricht einem Sonnenstrahl.
Den Licht- beziehungsweise Sonnenstrahl schneidest du mit der Ebene, auf der der Schattenpunkt liegen soll.
Längenverhältnisse von Strecken, Streckenmittelpunkte
Zur Berechnung eines Streckenverhältnisses errechnest du die Längen der beiden Strecken und teilst sie durcheinander. Der größte Aufwand ist meistens die Ermittlung der Koordinaten des Punktes T, der eine Strecke AB in zwei Teile teilt.
Wenn es sich dabei um den Streckenmittelpunkt handelt, sind beide Teilstrecken gleich lang.
Lotfußpunktverfahren
Wenn zwei Objekte „den kleinsten Abstand“ voneinander haben sollen, ist die senkrechte Verbindung gefragt. Dahinter steckt das Lotfußpunktverfahren.
Im Beispiel eines Punktes P und einer Ebene E nimmst du den Punkt P als Aufpunkt und den Normalenvektor n der Ebene als Bausteine für eine Gerade. Das ist die Lotgerade g. Schneidest du g mit E, ergibt sich der Lotfußpunkt L.
Im Beispiel einer Geraden h und einer Ebene E nimmst du als Aufpunkt der Lotgeraden den schon gegebenen Aufpunkt A der Geraden und als Richtungsvektor wieder den Normalenvektor n der Ebene. Am Ende ergibt sich wieder der Lotfußpunkt L.
Manchmal ist die Ebene E parallel zu einer der Koordinatenebenen, meistens zur xy-Ebene. Dann kann eine Aufgabe so lauten:
P liegt in E. Unter allen Punkten auf der Deckfläche F hat der Punkt S den kleinsten Abstand von P. E und F sind parallel zur xy-Ebene.
In einer Skizze sieht das Ganze so aus:
In diesem Fall haben P und S dieselben x- und y-Koordinaten. Die z-Koordinate von S ist die z-Koordinate der F-Ebene. Du musst also so gut wie nichts rechnen, wenn du dir die Zeit nimmst, eine schnelle Skizze anzufertigen.
Kreise
Du musst die Gleichung für einen Kreis nicht kennen, um zu wissen, dass alle Punkte auf der Kreislinie den gleichen Abstand vom Mittelpunkt M haben.
Sollte nachzuweisen sein, dass ein Punkt P auf einer Kreislinie, beziehungsweise auf der Kante der Grundfläche eines Zylinders liegt, dann berechnest du den Abstand des Punktes vom gegebenen Mittelpunkt. Dabei sollte der gegebene Radius r herauskommen.
Den Punkt Q genau gegenüber kannst du berechnen, indem du zum Ortsvektor von P zweimal den Vektor zwischen P und M addierst:
Matrizen
Diese Aufgaben wählt deine Schule nur aus, wenn ihr im Unterricht Matrizen behandelt habt. Wenn nicht, bekommt ihr entsprechend mehr Vektorrechnungsaufgaben.
Multiplikation
Dieses Video von MathemaTrick zeigt dir das Verfahren. Im Grunde ist besonders wichtig, dass du dir das Muster gut einprägst. Und dass du dich gut darauf konzentrierst, immer eine Zeile mit einer Spalte zu multiplizieren.
Stelle dich darauf ein, dass einige der Matrizen, die du mit anderen multiplizieren sollst, als Einträge Variablen statt Zahlen haben. Das könnte dann so aussehen:
In einigen Aufgaben waren die Einträge in Matrizen oder Vektoren Variablen statt Zahlen. Du rechnest mit diesen Variablen die verschiedenen Rechenverfahren bis zum Ende durch und durch Vergleichen mit einem gegebenen Vektor oder sonstigen Wert ergibt sich dann dass Ergebnis für die Variable.
Dabei kann es sich zum Beispiel um den Prozentanteil handeln, mit dem Jungtiere eines Wolfsrudels zu erwachsenen Tieren entwickeln.
Übergangsmatrix ↔ Übergangsdiagramm
Entweder ist eine Übergangsmatrix gegeben, die in ein Übergangsdiagramm umgewandelt werden soll, oder umgekehrt.
Von der Matrix zum Diagramm:
Ergänze die Matrix mit der Kopfzeile „von A, B, C“ und füge links eine Spalte „nach A, B, C“ zu. Zeichne drei Kreise, beschrifte sie mit A, B und C und verbinde sie mit Pfeilen. Schreibe die Werte an die Pfeile. Wenn ein Prozentanteil Null beträgt, lässt du den Pfeil weg.
Vom Diagramm zur Matrix:
Schreibe dir eine von-nach Tabelle und übertrage alle Zahlen aus dem Diagramm. Fülle alle Lücken mit Nullen auf.
Bei Produktionsprozessen steht „von“ in der linken Spalte und „nach“ in der Kopfzeile, die Richtung ist also genau anders herum. Das Prinzip ist aber gleich.
Stationärer Vektor
Wenn die Zusammensetzung einer Population gefragt ist, „die sich im weiteren Verlauf nicht mehr ändert“, stellst du folgende Gleichung auf:
M\cdot \overrightarrow{v}=\overrightarrow{v}
M ist hier die Übergangsmatrix und der Vektor v entspricht der Populationsverteilung.
Im hmf-Teil ist das entstehende Gleichungssystem generell eher übersichtlich. Manchmal ist auch schon die obige Gleichung als Arbeitsauftrag gegeben.
Es kann auch vorkommen, dass du diese Gleichung nur aufstellen und nicht fertig rechnen musst, um zu beschreiben, wie du den stationären Vektor herausfinden könntest.
Zahlen im Sachzusammenhang interpretieren
Oft ist die Frage, welche Bedeutung ein Eintrag in einer Übergangsmatrix im Sachzusammenhang hat.
In folgendem Beispiel legen Insekten Eier, aus denen Larven entstehen, die sich zu Insekten entwickeln:
Du sollst erklären, was die 0,2 im Sachzusammenhang bedeutet. Die Antwort ist:
20% der Eier entwickeln sich innerhalb einer Zeiteinheit zu Larven.
Es sind unterschiedliche Geschichten, aber immer das gleiche Konzept „von -> nach“
Populationsentwicklungen beschreiben
Hier geht es darum, dass du dir logisch überlegst, was passiert, wenn zum Beispiel die Zahl der Schmetterlingseier das zehnfache der Zahl der Schmetterlinge vom Vorjahr ist, aus 80% der Eier erfolgreich Larven werden und aus 20% der Larven dann wieder Schmetterlinge.
Manchmal sollst du diese Überlegungen mit Diagrammen abgleichen, in denen der Verlauf der Populationszahlen mit der Zeit auf der x-Achse gezeigt wird. Dabei geht es meistens darum, ob die Population wächst oder schrumpft, ob sie stetig zunimmt oder schwankt.
In anderen Fällen sollst du beschreiben,wie sich die Verhältnisse in der Population ändern, dass also zum Beispiel der Anteil der Schmetterlingseier gegenüber den ausgewachsenen Schmetterlingen immer weiter zunimmt.
Inverse Matrizen
Inverse Matrizen verwendest du dazu, um aus einer aktuellen Population auf die vorherige Population zu schließen.
Für die Matrix M und die inverse Matrix M-1 gilt:
M\cdot M^{-1}=I
I ist die Einheitsmatrix, in der nur Einsen auf der Diagonalen von links oben nach rechts unten vorkommen und auf allen anderen Plätzen nur Nullen stehen.
Teils sind die inversen Matrizen schon gegeben, sodass du direkt mit ihnen rechnen kannst.
Teils sind inverse Matrizen selbst zu ermitteln. Dieses Video von MathemaTrick beschreibt das grundsätzliche Verfahren. Im hmf-Teil kommen allerdings eher 2×2-Matrizen mit ein paar Nullen als Einträge vor. Dann kannst du auch diesen Ansatz verwenden:
Hier sollst du die Inverse der linken Matrix heraus finden. Die Variablen a bis d sind die Platzhalter für die Einträge in der inversen Matrix. Du berechnest das Produkt aus M und M-1.
Durch Vergleich ergeben sich die Werte für a, b, c und d.
Ein paar Aufgabentypen kamen nur selten vor:
Produktionsmatrizen
Bei Produktionsmatrizen sind „von“ und „nach“ umgekehrt im Vergleich zu Populations-Übergangsmatrizen. Deswegen ergibt die Multiplikation der Matrix mit dem Vektor für die Produkte den Vektor für die Rohstoffe. Wir rechnen hier also zeitlich gesehen in die Vergangenheit.
„rückwärts“ rechnen
Wenn angegeben werden soll, wie die Verhältnisse in einer Population im letzten Jahr waren oder wie viel von welchem Produkt du beim Einsatz bestimmter Rohstoffmengen bekommst, rechnest du „rückwärts“.
Dafür multiplizierst du die Matrix mit einem unbekannten Vektor und setzt das Ganze mit dem aktuellen Vektor gleich:
In diesem Fall wären 20 Einheiten des einen und 30 Einheiten des anderen Rohstoffes eingesetzt worden. Die Zahlen a und b stehen für die Mengen der Rohstoffe.
Oder es sind aktuell 20 Jungtiere und 30 ausgewachsene Tiere. Dann stehen a und b für die Anzahlen dieser Tiere im vorangegangenen Jahr.
Spezialbegriffe nach Anleitung anwenden
In manchen Aufgaben wurden neue Fachbegriffe eingeführt. Der Auftrag bestand dann darin, die erklärten Eigenschaften spezieller Matrizen anzuwenden. Ich gebe hier die Definitionen aus den Klausuraufgaben an und zeige, wie sie sich in einer Rechnung anwenden lassen.
(spalten)stochastische Matrix
Betrachtet werden stochastische Matrizen, d. h. quadratische Matrizen, deren Spaltensummen jeweils gleich eins sind und in denen alle Elemente größer als null oder gleich null sind.
Beispiel einer stochastischen 2×2-Matrix:
\begin{pmatrix}a&b\\{1-a}&{1-b}\end{pmatrix}
transponieren / orthogonale Matrizen
Eine Matrix wird transponiert, indem sie um eine Diagonale „gekippt“ wird:
Quadratische Matrizen sind orthogonal, wenn Folgendes gilt:
M\cdot M^T=\begin{pmatrix}1&0\\0&1\end{pmatrix}
Das musst du nicht im Voraus wissen, es kann allerdings vorkommen, dass diese Fachbegriffe eingeführt werden und du sie dann auf eine quadratische Matrix anwenden sollst, also überprüfen, ob sie orthogonal ist.
In dem Fall kippst du die Matrix und erhältst dadurch die Transponierte. Als letzten Schritt multiplizierst du die Originalmatrix mit der transponierten Matrix. Du hältst dich also an die Anleitung auf dem Arbeitsblatt.
Diagonalmatrix
Eine Diagonalmatrix ist eine quadratische Matrix, die nur Einträge auf der Diagonalen von links oben nach rechts unten hat. Alle anderen Einträge sind Nullen.
Wenn diese Einträge a auf der Diagonalen alle gleich groß sind, bewirkt eine Multiplikation eines Vektors mit dieser Matrix die Multiplikation des Vektors mit dieser Zahl a.
In diesem Fall ist a = 1,5. Die Population nimmt bei a>1 zu und bei a<1 ab, aber die prozentualen Verhältnisse der beteiligten Untergruppen, zum Beispiel Eier, Larven und Käfer, bleiben immer gleich.
Grenzmatrix
Die Grenzmatrix ist die Matrix, die ich mit einem beliebigen Zustandsvektor multiplizieren kann, sodass stationäre Vektor herauskommt. Wenn ein Übergangsprozess solch eine Grenzmatrix hat, dann ergibt sie sich im Prinzip dadurch, dass ich die originale Übergangsmatrix so lange immer wieder mit sich selbst multipliziere, bis sich die Einträge nicht mehr verändern.
Bei der Aufgabe, in der eine Grenzmatrix vorkam, musste diese nicht berechnet werden, sondern war gegeben. Die Aufgabe lag darin, die Grenzmatrix zu interpretieren, also zu sagen, wie der stationäre Zustand der Population aussehen würde.
Ein paar Aufgabentypen kamen nur selten vor:
Wie läuft der HMF-Teil im Mathe-Abi möglichst entspannt?
Jetzt hast du einen Überblick, was der HMF-Teil im Mathe-Abi bereit hält. Eine gute fachliche Vorbereitung ist schon die halbe Miete, auch für eine möglichst große innere Entspannung. Was kannst du zusätzlich während und in der Zeit vor der Prüfung tun?
Einer meiner am häufigsten wiederholten Tipps ist: „Mach dir eine Skizze!“ Weil ich davon so überzeugt bin, habe ich dazu einen eigenen Blogartikel geschrieben.
Das Gehirn entspannt, wenn wir zunächst die Informationen aus einer Aufgabe grob auf Papier visualisieren. Viele Dinge, die im Text unverständlich klingen, werden mit Hilfe einer bildlichen Darstellung oft viel offensichtlicher.
Zusätzlich kannst du eine für dich passende Entspannungstechnik lernen. Dazu gibt es online Anleitungen für Meditationen, Atemtechniken, Affirmationen und ähnliche Methoden. Ich selbst habe eine geführte Meditation zur Stärkung der inneren Sicherheit vor Prüfungen geschrieben.
Fragen und Feedback
Diese Artikelreihe liegt mir besonders am Herzen. Und zwar, weil ich aus nächster Nähe sehe, wo die Schwierigkeiten liegen: Darin, die Aufgabenformulierungen überhaupt erst einmal zu verstehen und im generellen Druck, den die ungewisse Prüfungssituation erzeugt. Ich möchte deswegen dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen vor ihrer Abiturklausur hilfreiche Informationen erhalten.
Wenn du Fragen hast oder zu meinem Artikel etwas anmerken möchtest, freue ich mich sehr über Rückmeldung. Gerne auch aus anderen Bundesländern 🙂
Und wenn du jemanden in deinem Umfeld hast, der oder die 2024 Mathe-Abi schreiben wird, freue ich mich, wenn du diesen Artikel mit dieser Person teilst.
Nach dem Blogtober-„Wunschzettel“ habe ich beschlossen, alle drei Monate einen Wunschzettel an mich selbst zu schreiben. Hier kommt also meine To-Want-Liste für das 2. Quartal 24 😀
Im Rückblick auf die Liste für das 1. Quartal stelle ich fest, dass ich realistischer in meinen Vorstellungeng eworden bin, was in drei Monate rein passt 😉 Auch das ist ein wichtiger Lerneffekt. Außerdem hat die Liste wieder dafür gesorgt, dass ich einige Dinge erlebt habe, die ich ansonsten wieder einfach vergessen hätte.
Die Januar-März-Liste hatte ich nicht ausgedruckt, das ist deutlich aufgefallen. Der Effekt ist nachhaltiger, wenn ich täglich mindestens einmal auf meine Vorhaben gucke und mich so daran erinnere. Also wird für April bis Juni wieder ausgedruckt 🙂
Ich erhöhe den Anteil an persönlichen Plänen, Alltagsdingen, touristischen Unternehmungen weiter. Die beruflichen Ziele dürfen sich dann selbst einstellen, weil ich gut für mich sorge. So weit jedenfalls der Plan. Ein paar Punkte aus vergangenen Listen werden verbleiben. Manche, weil sie mir gut getan haben und es sich lohnt, dran zu bleiben. Manche, weil ich noch nicht dazu gekommen bin, aber immer noch Lust dazu habe.
Was habe ich bis zum 30. Juni 2024 vor?
Weiterhin gesundes Meal-Prep für mindestens drei Mittagsmahlzeiten in der Woche.
Es ist Zeit für den Monatsrückblick März 24 nach der Anleitung von Judith Peters. Mein Außen und mein Innen kommen allmählich in Bewegung für das Jahr. Von mir aus kann das Tempo gerne so bleiben, nur beim Umgang mit Deadlines gibt es noch Bedarf nach Feinjustierung.
Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?
Ein Fortbildungswochenende in Berlin mit Mensch-Tier-Bildung -> Das war eine richtig schöne Erfahrung 🩷
Die Blogreihe zum Mathematikabitur fertig stellen ->Immerhin zu 75% fertig geworden 😀
Die Märzgeschichte schreiben -> Habe ich, allerdings wieder erst am allerletzten Tag, wobei mir da erst auffiel, dass es 2500 Wörter werden sollten 😬
Die Socken fertig stricken ->Nö
Häkel-UFOs fertig basteln -> Nö
Gartenjahresplanung -> Nicht schriftlich, aber ich habe die obersten Rahmen der Hochbeete umverlegt und damit jetzt vier Hochbeete, außerdem habe ich mir Gedanken über die Planung gemacht und Saatgut liegt parat beziehungsweise wächst schon in Anzuchttöpfchen vor sich hin.
Was habe ich im März 24 über mich gelernt?
Im Licht-unter-den-Scheffel-Stellen macht mir so schnell niemand was vor. Wenn das olympisch würde, ich wäre dabei.
Und sei es nur, dass ich einen Onlinetest mache, ob ich heute noch den Führerschein bestehen würde und das danach damit abwedele, dass ich „gut im Raten bin“.
Nach der schönen Zeit des Abstandhaltens kann ich gerne mal wieder reisen und unbekannte Menschen treffen. Solange ich mir das Socialising gut einteile 🙂
Wochenendseminare müssen nicht darauf hinaus laufen, dass ich am Abend noch mit in ein Restaurant gehe.
Oder mich mit meinem mittäglichen Döner (Ach, Berlin! 🩷) mit in die kleine Sitzecke in der Dönerbutze klemme, statt ihn alleine an der frischen Luft zu genießen.
Werbung macht mich meistens mehr oder weniger wütend. Ich hatte mein Leben lang gedacht, das sei normal. Ist es vielleicht gar nicht.
Das beginnt mit der Wandbanderole bei der Tankstelle in meiner Nähe, die über den Getränken Adjektive wie „erfrischend“ und „sprudelnd“ auf mehreren Metern mehrfach wiederholt.
Es geht über absichtlich nervensägende Melodien und künstlich hohe Frauenstimmen.
Und es endet in „Stopp!!! Hör endlich auf, diesen Fehler zu machen!!!“ mit Photos von Leuten mit vorwurfsvollen Gesichtern und mir entgegengestreckter Handinnenfläche.
Ich bekomme schon wieder schlechte Laune davon davon, das hier nur zu beschreiben. Natürlich muss für Produkte und Dienstleistungen geworben werden. Nur wäre es schön, wenn die Manipulation nicht entweder so offensichtlich oder so übergriffig wäre.
Sagt mir einfach, was euer Produkt kann und macht. Dann melde ich mich schon, sollte ich das Bedürfnis haben, es zu kaufen 😀
Per Flixbus zur emanzipatorischen Bildung
Die Organisation Mensch Tier Bildung motiviert mit Workshops an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu mitfühlendem und faktenbasiertem Handeln. Regelmäßig finden Schulungswochenenden für Menschen statt, die daran interessiert sind, selbst solche Workshops zu moderieren.
Nach meiner Anmeldeung habe ich mit mir gehadert, ob ich wirklich an meinem Wochenende durch die Welt reisen will, lauter fremde Menschen treffen und überhaupt.
Im Vorlauf zu diesem Wochenende war auch nicht klar, ob die Bahn zuverlässig fahren würde, daher habe ich mir zum ersten Mal das Unternehmen Flix angeguckt. Im Rückblick war meine Skepsis total unangebracht. Ich war begeistert von den sinnvoll konzipierten Tickets, die in A4 ausgedruckt zu einem Heft zusammengefaltet werden konnten. Inklusive kleinem Stadtplanausschnitt.
Genauso hilfreich waren die Benachrichtigungen per E-Mail ein paar Tage vor der Abreise. So wusste ich schon vorher, dass sich an der Abfahrt der S3 in Bergedorf etwas ändern würde. Flix kam proaktiv auf mich zu, im Gegensatz zur Bahn, bei der ich gefühlt selbst aktuellen Informationen hinterher rennen muss.
Bei der Hinfahrt mit dem Bus war ich 15 Minuten später als angekündigt am ZOB Berlin. Und bei der Rückfahrt mit dem Zug war ich sogar auf die Minute pünktlich in Bergedorf. An Bord funktionierte das WLAN problemlos und auf meinem Ticket stand im Vorlauf, an welchem Ende des Zuges mein Sitzplatz sein würde. Bei der Zuverlässigkeit und dem Entgegenkommen bin jederzeit bereit, nochmal mit Flix irgendwohin zu fahren.
Und dann noch Berlin an sich 😍 Ich war seit Ewigkeiten nicht mehr dort. Es ist schon eine lustige Stadt, mit viel veganem Angebot, Kultur, ewigen Baustellen und einem Baum vor meinem Fenster, in dem eine Eltster ein Nest baute und mich zugucken ließ.
Berlin ist erfreulich angenehm zu Fuß erlebbar, jedenfalls auf der Strecke zwischen Hostel und Seminarort. Es kann auch sein, dass Berlin sich auf meine Gehgeschwindigkeit eingestellt hat, jedenfalls hatte ich größtenteils grüne Welle.
Die Fortbildung an sich war auch ein Highlight. Ein Schwerpunkt dieses Wochenendes war „emanzipatorische Bildungsarbeit“. Durch Wissensvermittlung werden Menschen dabei in die Lage versetzt, selbstkritisch und gesellschaftskritisch aktuell bestehende Ansichten und Zustände zu hinterfragen und selbstwirksam zu handeln.
Ich habe eine unglaublich aufmerksame und kooperative Gruppe Menschen erlebt, die gemeinsam daran arbeitete, dem emanzipatorischen Ideal ein Stück näher zu kommen. Die Veranstaltenden haben auch selbst auf Instagram über das Wochenende berichtet. Ich kann diesen Workshop sehr empfehlen, wobei das Lernpensum schon recht dicht gepackt war.
In den Jodelkeller habe ich mich aber nicht rein getraut. Ich hoffe, sie haben dort alle ein Diplom und jodeln nicht unlizenziert. Genau sagen kann ich das nicht.
Mein Lotushintergrund
Ich höre auf meinen Walkingrunden gerne Podcasts. Bei „Meno an mich“ gab es vor einer Weile eine Episode über gute Vorsätze und das Zürcher Ressourcenmodell. Dabei geht es aus meiner Sicht um eine „weichere“ Art der Zielformulierung. Diese hilft dabei, Vorsätze nicht selbst zu sabotieren. Mit Plänen, die mein Kopf für tolle Ideen hält, zu denen ein großer Teil meines inneren Teams aber leider absolut keine Lust hat, habe ich schon einen reichen Erfahrungsschatz.
Mit Symbolsprache, somatischen Markern und einem Zielzustand, wie ich mich fühlen werde, wird mein Unterbewusstsein beim Entwickeln neuer Routinen mit ins Boot geholt. Dazu gibt es ein Onlinetool, das durch einen intuitiven Prozess hindurch leitet. Durch ein Bild und Begriffe zu diesem Bild bekommt das Unterbewusstsein die Gelegenheit, eine neue Haltung zum Thema zu entwickeln.
Am Ende stand bei mir einer neuer Desktop- und Smartphonehintergrund, der mich in Richtung meines Jahresmottos unterstützt. Außerdem bei meinem von Mel Robbins angeregten Plan, 2024 zu meinem besten Jahr zu machen 😉
Immer wenn ich mein Smartphone in die Hand nehme, sehe ich diese leuchtende Lotusblüte und werde daran erinnert, was ich mir vorgenommen habe und was das in mir für ein Gefühl erzeugen wird. Ich bin mit meinem besten Jahr ja noch nicht durch, aber dieses Lotusgefühl merke ich jetzt schon 🙂
Die Zielgerade
So langsam wird es ernst mit den Abiturprüfungen. Die Klausuren in den Profilfächern sind gelaufen, daher habe ich jetzt schon zwei Schülerinnen weniger. Mit beiden habe ich Biologie besprochen. Natürlich gibt es die Ergebnisse erst in ein paar Wochen, aber die Rückmeldungen klangen schon ganz gut. Ich fiebere da immer sehr mit.
Die schriftlichen Matheprüfungen sind erst im Mai, aber wir sind schon mitten in der Trainingsphase mit Aufgaben aus vergangenen Klausuren.
Einer meiner Schüler, mit denen ich auf Englisch Wirtschaftsmathematik bespreche, hat ganz gegen seine Erwartungen die Klausur in Micro Economics bestanden. Als ich das las, bin ich fast geplatzt vor Begeisterung. Dafür mache ich das alles 😁
Und was war sonst noch los?
Die Kirschbäume vor der japanischen Schule sind zauberhaftAuch sonst ist hier alles voll mit zart explodierenden Blüten 🩷Ich war das erste Mal beim Willkommhöft, obwohl wir jetzt mehr als sieben Jahre in der Nähe von Wedel wohnen. Es wurde für uns aber keine Musik zur Begrüßung gespielt 😀Ich lerne seit zwei Jahren jeden Tag mit Duolingo Sprachen. Das Konzept, mich mit bunten BIldchen und Orden für gesammelte Punkte zu motivieren, funktioniert immer noch. Für diesen Bären habe ich immer schön vor neun Uhr eine Lektion erledigt 😀Dann war auch noch Ostern. In unserer Nähe gibt es Menschen, die ihren Vorgarten immer besonders liebevoll gestalten. Wir selbst haben immer noch keine Eier zum Aufhängen. Vielleicht 2025.Der Friedrichshulder Teich sieht wieder richtig gut aus, nachdem da jahrelang Faulschlamm in großen Säcken herumlag und die Gemeinde Probleme hatte, dafür eine Deponie zu finden.Nicht alles am März ist zart und flauschig.Im Rahmen meiner ToWant-Liste probiere ich immer wieder verschiedene Frühstücksrezepte aus. Beim Hirseporridge war ich skeptisch, aber das Rezept habe ich in die Wiederholungsliste aufgenommen.
Monatsrückblick März 24 in Zahlen
Im März 24 hat meine Schrittzähler-App einen offiziellen Endstand von 194422 Schritten angezeigt.
In der gleichen Zeit hat die PV-Anlage 485 kWh produziert. Montiert wurde sie Februar 23, aber angeschlossen und abgenommen erst Im August. Jetzt bin ich mal gespannt, was wir über den Sommer 24 ernten können.
Der zweite Teil in meiner Reihe über die wiederkehrenden Aufgaben in den IQB-Mathematik-Abiturklausuren. Gut vorbereitet in eine Prüfung zu gehen, ist schließlich die halbe Miete. Zusätzlich zum Auflisten habe ich noch Tipps ausformiuliert, welcher Ansatz bei welcher Aufgabenart jeweils angebracht ist.
Der dritte Teil in meiner Reihe über die wiederkehrenden Aufgaben in den IQB-Mathematik-Abiturklausuren. Dieser Beitrag wurde besonders episch, weil ich auch den Themenbereich der Matrizen mit besprochen habe. Offiziell heißt es „Analytische Geometrie und lineare Algebra“ und dieser Artikel war eine extra Gelegenheit, die Wichtigkeit von Skizzen mehrfach zu erwähnen.
Mein Beitrag zur Kurzgeschichtenchallenge von Deadlines For Writers. Im März war das Stichwort „levels“, die vorgegebene Länge war 2500 Wörter. Dieses Jahr möchte ich zu allen 12 Terminen eine Geschichte schreiben. Ich basiere sie wieder auf immer dieselbe Protagonistin und hoffe, das hilft. „Lord Butterworth should not have picked a fight with a Healer“
Was habe ich im April 24vor?
Den Blogbeitrag zum hilfsmittelfreien Teil der IQB-Abiturklausuren zu schreiben.
Den Aquarellkurs, den ich vor ein paar Monaten gekauft habe, auch wirklich zu machen.
Mich endlich mal wieder auf mein Fahrrad zu trauen.
Das war mein Monatsrückblick März 24.
Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit? Blüht bei dir auch gerade so vieles so vielversprechend auf??
Mehr Beiträge zum Thema Rückblicke findest du hier.
Lorena Hoormann fragt nach Beiträgen zum „Business as usual“. Mit diesem Blogparadenthema meint sie die Dinge und Aktivitäten, die sich im Zusammenhang mit einer Tätigkeit ergeben, die wir selbst manchmal gar nicht so spektakulär finden. Den Alltag eben. In ihrem Blogparadenaufruf sagt sie:
„Das Bewusstmachen gibt uns wieder ein realistisches Gefühl dafür zurück, dass wir ganz viel schaffen.“
Ich beobachte in diesem Jahr bewusst und besonders genau meine Wahrnehmung davon, was ich mir vornehme, was ich glaube, in welcher Zeit erledigen zu können und was dann wirklich Realität wird. Und ein wichtiges Prinzip ist dabei, mir mit Interesse und Nachsicht zu begegnen. Da kam mir #MeinBusinessAsUsual2024 sehr gelegen 😀
Als Nachhilfelehrerin folge ich größtenteils dem Zyklus des Schuljahres, da ist es mit der Alltäglichkeit schon von sich aus nicht so gleichmäßig verteilt. Auch die Student*innen, die sich von mir durch Mathematikprüfungen im Nebenfach begleiten lassen, kommen und gehen im Rhythmus der Klausurtermine.
Zur Zeit unterrichte ich fast nur Menschen auf der Zielgeraden zum Abitur. Spätestens ab der zweiten Maiwoche wird sich daher mein Stundenplan drastisch verkleinern.
Und doch gibt es ein paar Konstanten. Es gibt ein paar Aspekte an meinem Tagesablauf, die ich selbst spannend finde und solche, die ich ich eher pflichtgemäß erledige.
Eine typische Woche
Einen Teil meiner Nachhilfestunden unterrichte ich in einem lokalen Institut bei den „Lerncoaches“. Den Betreiber kenne ich aus den Jahren, in denen wir noch beide beim Studienkreis in Krupunder tätig waren. Irgendwann hat er sich selbstständig gemacht und ein florierendes Unternehmen aufgebaut. Und zwar mit viel Liebe und Wertschätzung den Kindern, Jugendlichen und Lehrkräften gegenüber.
Bei den Lerncoaches
An zwei Tagen in der Woche unterrichte ich bei ihm Kleingruppen von maximal vier Schüler*innen, zur Zeit nur in Mathematik. In diesem Fach drückt der Schuh offensichtlich am nachhaltigsten.
Als ehemalige Lehrerin weiß ich die kleinen Gruppen und die Lernbereitschaft aller Beteiligten zu schätzen. So habe ich die Freiheit, immer wieder drei bis zehn Schritte zurück zu treten und zum Beispiel noch einmal die Grundlagen der Bruchrechnung zu besprechen, wenn es daran in der Stochastik hakt.
Meine anderen Stunden gebe ich als selbstständige Lehrerin. Im Laufe meines beruflichen Weges war ich nie besonders dafür geeignet, mich als Angestellte in eine Hierarchie einzuordnen. Nicht, dass ich die große Rebellin wäre. Allerdings hat es mich extrem demotiviert, mit den Lehrkräften von Parallelklassen gleichschrittig mit den gleichen Arbeitsblättern zu arbeiten und am gleichen Tag die gleiche Arbeit zu schreiben.
Meine eigenen Schüler*innen sind ein bisschen gemischter als meine Abivorbereitungskusre bei den Lerncoaches. Der Jüngste geht in die sechste Klasse, die beiden Ältesten studieren Business Administration an einer internationalen Uni in Hamburg und brauchen englischsprachige mathematische Unterstützung in Micro Economics und Statistics.
Meistens unterrichte ich nachmittags, habe also am Vormittag viel frei, im genauen Gegensatz zu meiner Tageseinteilung im Schuldienst. Es sei denn, einer meiner Schüler hat wieder einen großen Freistundenblock mitten am Morgen 😉
Einen Teil meiner Stunden gebe ich in meinem Unterrichtsraum. Als wir nach Halstenbek zogen, haben wir das Haus danach ausgesucht, dass ich einen Raum nur für meine Nachhilfe habe. Er war schon in einem freundlichen Gelb gestrichen und hat ein Halbparterre-Kellerfenster in den Garten. 2021 wurde dort dann auch das Provisorium „keine Fußleisten“ beseitigt und ein gemütlicher Teppich verlegt.
Zu einer Handvoll meiner Schüler fahre ich nach Hause, solange sie im Umkreis von ungefähr 10 Kilometern fahren. Mit anderen treffe ich mich online. Da bin ich gerade dabei, eine neue Software auszuprobieren. Diese Mischung aus unterschiedlichen Formen, Menschen dort zu begegnen, wo es für sie am besten passt, sorgt auch dafür, dass mir nicht langweilig wird 😀
Vertraglich biete ich an, auch in den Ferien zu unterrichten. Das wird von einigen angenommen, andere gönnen sich die wohlverdienten Auszeiten. Entsprechend habe ich aktuell in den Osterferien etwas mehr Freiraum, gleichzeitig buchen ein paar meiner Abiturient*innen ein paar Extrastunden dazu.
An Wochenenden mache ich keine festen Termine mehr. Eine Zeitlang habe ich dadurch versucht, mehr Flexibilität in meine Termine zu bekommen. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass von beiden Seiten immer wieder etwas dazwischen kam, mehr als an anderen Wochentagen. Entsprechend habe ich beschlossen, mir das Wochenende freizuhalten.
Der Bürokram
Der Haken an der Selbstständigkeit: Ich muss mich selbst organisieren. Verträge und Rechnungen schreiben. Papierstapel sortieren und ablegen. Überweisungen überprüfen und Strichlisten für gegebene Stunden führen. Das entspricht auch beim besten Willen nicht meinem Naturell. Allerdings ist das der Preis, den ich für die Freiheit zahle. Wenn ich so unterrichten kann, wie ich es für sinnvoll halte, dann nehme ich den extra Aufwand in Kauf.
Inzwischen hadere ich auch nicht mehr so mit der Buchhaltung. Und zum Glück sind die Eltern, mit denen ich zusammen arbeite, zuverlässig genug, dass ich überhaupt nicht darüber nachdenken muss, Mahnungen zu schreiben. Sie erinnern mich eher daran, wenn es mal ein paar Tage über den Monatswechsel hinaus dauert, dass ich Rechnungen verschicke 😀
Mein ganz und gar nicht elektronischer Terminplan. Ich wundere mich auch.
Mein Kompromiss in Sachen Papierstapel heißt Hängeregister. Verträge und andere Ausdrucke hochkant in Mappen zu stecken empfinde ich auf jeden Fall als machbar im Vergleich zum Lochen und Heften.
Als ich mir ein paar Hängeregisterkartons zulegte, konnte ich auch meine scheinbar überbordende Sammlung an Arbeitsblättern endlich strukturiert bändigen. Ich bin zwar vielleicht die typische Lehrkraft, die mit keinem fertigen Arbeitsblatt 100% einverstanden ist. Allerdings ist es schon oft sinnvoll, eine vorberechnete Aufgabe aus der Mappe zu ziehen, als sich eine Funktion auszudenken, deren Hoch-, Tief und Wendepunkte dann bei sehr ungefälligen Koordinaten landen.
Die Steuererklärung macht zu meinem großen Glück größtenteils mein Mann. Ich muss nur Belege und Strichlisten anliefern, nichts selbst eintippen. Formulare sind immer noch mein Endgegner.
Inspirationen
Unterricht hat für mich auch die Aufgabe, die Gesellschaft voranzubringen auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft. Gerade im März habe ich an einer Schulung von „Mensch Tier Bildung“ teilgenommen. Diese Organisation geht mit Workshops zu dem Themen „Tiere in der Landwirtschaft“, „Klimakrise“ und „Milchproduktion“ an Schulen.
Ich habe schon einmal 2022 bei einem dieser Workshops assistiert und wäre gerne wieder dabei, sollte sich noch einmal etwas in meiner Nähe ergeben. Auch abgesehen vom Tierrechtsaspekt kann ich mir gut vorstellen, zum Thema Klimakrise an Schulen zu gehen.
Lernen ist für mich die allerschönste Verwendung meiner Lebenszeit. Um immer wieder neue Ideen zu haben, wie ich Inhalte vermitteln kann, sehe ich vormittags häufig Lernvideos auf Youtube an. Mir gefällt es sehr, wie unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Temperamenten Wissensinhalte präsentieren. Dies sind nur ein paar der Kanäle, denen ich folge:
Sie alle machen motivierende und verständliche Lernvideos aus den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften. Und ich nehme immer ein spannendes Detail für meinen eigenen Unterricht mit.
Der Vorteil und Nachteil an der Selbstständigkeit ist das flexible Einteilen der Zeit. Ich versuche, das Beste daraus zu machen: Wenn ich schon gerne Zeit online verbringe, dann kann ich mich dafür entscheiden, das konstruktiv zu gestalten. Und wenn ich mich jeden Tag durch die neuesten Quordles kniffele, arbeite ich in Wirklichkeit daran, meinen aktiven Englischwortschatz lebendig zu halten 😉
Ein weiterer Youtubekanal, AnimatorIslandTV, informiert unter anderem über den Umgang mit der Software OpenToonz. In unterhaltsamen kleinen Häppchen erklärt Ferdinand Engländer, mit welchen Techniken und Grundsätzen ansprechende Animationen entstehen. Und dieses Stichwort bringt mich zum Thema „Wie kann ich mein Wissen in die Welt bringen?“
Meine Plattformen
Meine eigenen Animations-Ambitionen kommen im Schneckentempo voran. Der Plan ist, kleine Erklärungshäppchen auf meinem Youtubekanal hochzuladen auf dem bisher nur Meditationen aus dem Selbstfürsorgebereich zu finden sind.
Einerseits plane ich diese Lernvideos in Mathematik und Englisch für meine eigenen Schüler*innen zur Wiederholung. Andererseits für alle diejenigen, die meine Kurvendiskussions-Pantomimen leider nicht live und in Person erleben können.
Inzwischen habe ich meine Meta-Profile gelöscht. Altersmäßig ist vermutlich meine Zielgruppe der Jugendlichen bis 20 Jahre gar nicht mehr so auf Insta und Facebook vertreten.
Ähnlich sieht es mit meinem Mastodon-Account aus, den ich schon vor einer Weile eingerichtet habe, auf dem ich aber noch nicht aktiv bin. Das Fediverse ist eine sehr angenehme Gesellschaft, allerdings scheint mir auch dort das Durchschnittsalter etwas höher zu sein. Ich habe mich tatsächlich auf TikTok schon angemeldet, aber das muss warten bis nach den Abiturprüfungen.
Was ich in den letzten Wochen endlich abhaken konnte: Ich bin die IQB-Mathe-Abiturklausuren der vergangenen sieben Jahre durchgegangen und habe die sich wiederholenden Aufgabentypen inklusive Tipps zum Ansatz aufgelistet und verbloggt. Meinen ersten Blog hatte ich 2006, aber erst seit 2020 blogge ich intensiver auf meiner professionellen Webseite. Mit wachsender Begeisterung 😀
Schreiben, Photos und GIMP-Grafiken basteln und Geogebraobjekte maßzuschneidern sind gleichzeitig zeitintensiv und wunderbare Möglichkeiten, meine Gedanken so auszudrücken, dass ich bei anderen Menschen dazu betragen kann, dass sich Knoten lösen.
Ich sehe immer wieder, wie Schüler*innen daran scheitern, dass sie einfach die Sprache nicht verstehen, auf der viele Sachaufgaben basieren. Wenn sie den Schlüssel dafür in die Hand gelegt bekommen, können sie oft die Probleme erfolgreich eigenständig bearbeiten. Und ich finde es schade, dass es so oft nur daran hängt, dass nicht klar ist, wie eine Aufgabe gemeint ist.
Wenn ich mit dem vierten Blogartikel der Abitur-Serie fertig bin, steht als nächstes ein Quizplugin auf der Liste. Das wird eine Art Mathematik-Vokabeltraining, um genau diese Sprachbarriere zu verringern. Und sollten mir dafür irgendwann keine Quizfragen mehr einfallen, hoffe ich auf eine neue Idee, wie ich mehr Freude am Lernen in die Welt bringen kann.
Was ist schon usual?
Mich fragte neulich ein Schüler aus für mich heiterem Himmel:
Sind Sie eigentlich glücklich?
Wenn ich mir meinen „Alltag“ so ansehe, bin ich sehr dankbar, dass meine berufliche Tätigkeit so wenig „Alltag“ ist, so viel Freiheit bietet und gleichzeitig so viel Struktur und liebe Gewohnheiten ermöglicht. Ich war auch meinem Schüler für diese Frage sehr dankbar und habe beschlossen, regelmäßiger wahrzunehmen, wie glücklich mich mein Beruf macht.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann dass möglichst viele Menschen ihren Beruf nicht nach einem „usual“ ausrichten, sondern danach, dass sie den Montag nicht fürchten und den Freitag nicht herbeisehnen. Die Welt wäre ein besserer Ort.
Wie sieht es bei dir aus?
Hast du einen Alltag? Wenn ja oder nein, würdest du daran etwas ändern? Ist dir bewusst, wie viel du eigentlich schaffst? Wie viel du tust, was dir selbstverständlich scheint, womit du aber die Welt ein Stück weiter bringst?
Dir vielen Dank dafür, auch fürs Lesen, und vielen Dank an Lorena für die Anregung zu meinem Blick auf mein business as usual 🩷
Bereitest du dich auf die Abiturklausur Vektorrechnung vor? Ich habe die IQB-Aufgaben für dich gesichtet und erzähle dir, was darin vorkam und wie du die Aufgaben angehst.
Meine Nachhilfeschüler:innen sind aktuell auf der Zielgeraden unter anderem in Mathematik. Und vielleicht betrifft dich das ja auch. Nachdem ich über die Abiturklausuren in Analysis und in Stochastik gebloggt habe, geht es in diesem Blogartikel um die Vektorrechnung.
Dieser Artikel ist zu deiner Information gedacht, aber auch als Abhakliste, was du schon sicher kannst. Und zur Planung, was du noch unbedingt wiederholen solltest. Ich habe Details und Tipps angefügt, die du durch Klick auf den jeweiligen Stichpunkt sichtbar machen kannst. Im Laufe der Zeit werde ich eventuelle neue Informationen noch ergänzen.
In Schleswig-Holstein werden die Abiturklausuren 2024 auf den IQB-Poolaufgaben basieren. Daher fokussiere ich mich mit dieser Artikelserie auf diese öffentlich einsehbaren Übungsaufgaben. Und zwar zunächst auf die Dokumente zum erhöhten Niveau aus den Jahren 2017 bis 2023.
Als Nächstes werde ich über die Aufgaben im hilfsmittelfreien Teil schreiben. Wenn ich damit fertig bin, füge ich Informationen über das grundlegende Niveau zu.
Wichtig: Natürlich können in zukünftigen Klausuren Aufgaben vorkommen, die von meiner Liste nicht abgedeckt sind.
Dieser Blogartikel fasst alle meine Beiträge zur Vorbereitung auf das Matheabi zusammen:
Warum sind Klausuren vergangener Jahre interessant?
Viele Abituraufgaben im Fach Mathe wiederholen sich über die Jahre immer wieder. Das gilt auch für die Vektorrechnung. Daneben gibt es immer Knobelaufgaben aus dem Anforderungsbereich III, für die kreativ über den vorher eingeübten Lernstoff hinaus gedacht werden muss.
Wenn du die häufig vorkommenden Inhalte im Blick hast und diese bei deiner Vorbereitung gut übst, hat das zwei Vorteile:
Du kannst diese Aufgaben schneller und zuverlässiger erledigen und hast dann mehr Zeit für die kniffeligeren Fragen.
Du bist von vornherein entspannter. Das steigert deine Erfolgsaussichten ähnlich nachhaltig wie ein solides Faktenwissen.
Was ist mit Vektorrechnung gemeint?
Eigentlich heißt dieser Teilbereich der Oberstufenmathematik „lineare Algebra und analytische Geometrie“. Meiner Erfahrung nach können sich allerdings die meisten Menschen unter „Vektorrechnung“ mehr vorstellen und meine erste Priorität ist es, die Mathematik so verständlich und zugänglich wie möglich zu machen.
Es geht einerseits um Punkte, Flächen, Körper und Bewegungen im (üblicherweise) dreidimensionalen Raum. Andererseits gibt es noch den Teilbereich, der mit Matrizen Veränderungen zum Beispiel in Tierpopulationen, im Wahlverhalten oder in der Herstellung verschiedener Produkte aus unterschiedlichen Rohstoffen beschreibt.
Aufbau einer Abiturklausur Vektorrechnung
In ca. 80% der Fälle waren Sachaufgaben zu berechnen. Das liegt daran, dass sich auf die Realität bezogene Geschichten für eine Abiturklausur Vektorrechnung anbieten. Wie in der Analysis ist es aber auch möglich, dass in seltenen Fällen völlig kontextfrei ein Körper im Raum betrachtet wird.
In mehr als 80% der Klausuren gab es im Arbeitsblatt eine durchgehende Aufgabengrundgeschichte. Kugeln und Kreise kamen in den IQB-Aufgaben überhaupt nicht vor. Das könnte sich in Zukunft allerdings ändern.
Noch mehr als in der Analysis oder der Stochastik war oft eine Skizze zum Lösen einer Aufgabe sinnvoll bis notwendig. In vielen Fällen wurde eine solche Zeichnung sogar verlangt.
Sowohl bei Matrizen als bei geometrischen Aufgaben war Wissen aus der Mittelstufe und der Analysis gefordert:
In diesem Teil der Prüfung kannst du zum Lösen linearer Gleichungssysteme deinen Taschenrechner verwenden. Dafür solltest du vorher die Tastenfolgen einüben.
Damit dein Taschenrechner die Daten annehmen und korrekt verarbeiten kann, sind folgende Schritte wichtig:
Du musst die Gleichungen soweit „aufräumen“, dass alle Variablen auf der linken Seite und die Zahlen ohne Variablen rechts vom Gleichheitszeichen stehen.
Wenn es um Parameter r, s und t (oder andere Buchstaben 😉 ) geht, musst du im Blick haben, in welcher Reihenfolge diese in den linearen Gleichungen vorkommen. Denn der Taschenrechner bietet dir nur x, y und z an.
Hast du drei Gleichungen mit drei Variablen, kannst du unterschiedlich viele Lösungen bekommen. Bei einer Geraden und einer Ebene bedeutet zum Beispiel eine Lösung einen Schnittpunkt, keine Lösung, dass die Gerade parallel außerhalb der Ebene liegt und unendlich viele Lösungen, dass die Gerade in der Ebene verläuft.
Der Taschenrechner teilt dir mit, ob es unendlich viele Lösungen oder keine Lösungen gibt. Berechnest du ein Gleichungssystem von Hand, erkennst du unendliche viele Lösungen daran, dass deine Variablen immer wieder „verschwinden“ und Gleichungen der Sorte 5=5 übrig bleiben.
Es gibt keine Lösung, wenn die Variablen immer wieder heraus fallen und am Ende ein unmöglicher Ausdruck stehen bleibt, zum Beispiel 5=3.
Kommen in drei Gleichungen nur zwei Unbekannte vor, gibst du zwei Gleichungen in den Taschenrechner ein. Solltest du dabei zwei konkrete Werte für die jeweiligen Variablen erhalten, musst du diese noch in die dritte Gleichung einsetzen, um zu prüfen, dass sie auch gilt.
Bei Matrizen ergeben sich lineare Gleichungssysteme oft durch das Multiplizieren einer Matrix mit einem Vektor, wobei Elemente der Matrix oder des Vektors unbekannt sind. Im Prinzip kannst du diese Gleichungssysteme auch mit dem Taschenrechner lösen, meistens geht es aber nur um eine einzige Variable. In diesen Fällen ist der Zeitaufwand beim Lösen von Hand geringer als beim Eintippen in den Taschenrechner.
Anteil / Abweichung in Prozent
Es wurde relativ oft nach einer prozentualen Abweichung gefragt. Ich empfehle, das als Dreisatz zu sehen. Hier ein Beispiel:
Länge
Prozent
25
100
1
4
8
32
Wenn du dir diese Tabelle und diese Art zu rechnen merkst, musst du nur daran denken, dass du die Größe mit dem ganzen Wert in die erste Zeile schreibst, die abweichende in die dritte und eine 1 in die mittlere Zeile. Dann teilst du auf beiden Seiten durch den oberen Wert (hier: durch 25) und multiplizierst mit dem unteren Wert (hier: mal 8).
Dreisatztabellen sind außerdem auch eine gute Gedankenstütze für den hilfsmittelfreien Teil.
Definitionsmengen
Nicht nur in der Analysis können Zahlenbereiche vorgeschrieben sein. Wenn aus einer unendlich langen Geraden eine Strecke heraus geschnitten wird, zum Beispiel als Kante eines Körpers, dann darf der Geradenparameter nur eine bestimmte Menge an Werten annehmen.
Bei manchen Aufgaben wurde ein Parameter von Anfang an wie nebenbei eingeschränkt.
Beispiel:
a \in \R
Wenn sich am Ende der Rechnung dann mehrere Kandidaten für die richtige Antwort ergaben, mussten diejenigen ausgewählt werden, die in der Definitionsmenge waren. In diesem Fall sind nur positive reelle Zahlen zugelassen.
Es lohnt sich also, die Fragestellung noch einmal zu lesen, bevor du den Antwortsatz schreibst.
Die relevanten Zahlenmengen sind in der zugelassenen Formelsammlung aufgelistet. Daher musst du nicht auswendig lernen, wofür das R in der obigen Gleichung steht 😀
Grenzwerte
Grenzwertbetrachtungen kamen im Bereich der Matrizen vor. Bei einer Matrix mit zwei Parametern sollte einer davon gegen unendlich geführt werden.
Frage: „Für welche positiven Werte von a nähern sich alle Einträge mit k->∞ einem endlichen Wert?“
Manche Dinge, besonders in der Mathematik, sehen schlimmer aus, als sie sind. Ich empfehle immer, solche komplizierten Ausdrücke in kleine Bausteine aufzuteilen.
Damit dieser Grenzwert nicht ins Unendliche geht, muss 2a positiv aber kleiner oder gleich 1 sein. Und damit muss a kleiner oder gleich 0,5 sein.
Genauso geht (1-2kak) für ein positives a gegen -∞, wenn 2a größer als 1 ist.
Mein Tipp bei Grenzwerten, wie so oft: Atme durch. Dann stelle dir vor, was passiert, wenn du bei k einen Schieberegler hochziehst. Ein paar grundsätzliche Grenzwerte solltest du dir vor der Abiturklausur ansehen und verstehen. Hier ist eine Playlist von MathemaTrick zum Thema.
lineare Geradengleichungen aus der Analysis
In einer der Matrizenklausuren sollte die Abhängigkeit der benötigten Menge eines Rohstoffes von einem Parameter in einer Matrix ermittelt und in ein xy-Koordinatensystem gezeichnet werden.
Sei darauf vorbereitet, dass auch in der Abiturklausur Vektorrechnung Geradengleichungen wie in der Analysis vorkommen können.
Es kam zweimal eine Geschichte vor, in der sich ein Ball auf einer Parabelbahn bewegte. Dafür war der Punkt gegeben, in dem sich der Ball zu einem bestimmten Zeitpunkt t befand:
P(32-8t \vert 5 \vert -5t^2+6,5t+0,3)
Von der x-Koordinate werden für jede Sekunde 8 m abgezogen. Die y- Koordinate bleibt konstant auf 5. Die z-Koordinate (also die Höhe des Balls) hat die Form einer nach unten geöffneten Parabel.
Wie immer: Erstmal durchatmen. Der Arbeitsauftrag könnte lauten, wie hoch der Ball an der höchsten Stelle fliegt. Dafür musst du das Maximum der Parabel ausrechnen.
Der Ball kommt also auf eine Höhe von maximal 2,1425 m
Wenn gefragt ist, wo der Ball den Boden berührt, setzt du die z-Koordinate gleich null und löst die Gleichung nach t auf. Nur eine positive Zeit ist im Sachzusammenhang sinnvoll, weil der Ball ja nicht in die Vergangenheit fliegt. Und dieses t setzt du noch bei der x-Koordinate ein:
Wichtig beim Lösen dieser Aufgabensorte ist, dass du verstanden hast, wie die drei Koordinaten als Ortsangabe im Raum gemeint sind. Und dass jede davon als eine Funktion formuliert sein kann, die mit den Mitteln der Analysis bearbeitet wird.
Pythagoras
Es sollte nicht überraschen, dass in einer Klausur über Geometrie sehr oft rechtwinklige Dreiecke auftauchen. Wenn die Länge einer Strecke gesucht ist, versuche es immer zuerst mit der Suche nach einem rechten Winkel und danach, ob unter zwei Katheten und einer Hypothenuse zwei der Seiten gegeben sind.
Sinus und Kosinus
Den Kosinus brauchst du, um Hilfe des Skalarproduktes Winkel zu berechnen. Die Formelsammlung enthält im Bereich Vektorrechung kaum Informationen, aber diese Formel steht darin 🙂
Wenn Winkel gegeben sind, kannst du mit dem Sinus oder dem Cosinus Strecken in einer Figur oder einem Körper berechnen.
Außerdem kommen sin und cos immer wieder in Aufgaben vor, in denen Terme interpretiert werden sollen. Eine Skizze hilft dabei sehr, wie fast immer.
Themenbereich Geometrie
Für mich ist diese Art Mathematik besonders faszinierend. Mit relativ einfachen rechnerischen Mitteln kann ich Dinge „herbei zaubern“, bewegen und miteinander in Kontakt treten lassen. Die Sachaufgaben sind im Grunde anschaulich und wiederholen oft sehr ähnliche Geschichten aus dem Alltag, zum Beispiel Sportplätze, Ballspiele, Gartenlauben oder Schattenwürfe. Wer ein einigermaßen gutes dreidimensionales Vorstellungsvermögen hat (und rechtzeitig übt, Skizzen zu zeichnen), kann die grundlegenden Aufgaben solide bewältigen.
Auf der anderen Seite wird für eine gute bis sehr gute Note erwartet, dass du nicht nur gewohnte Rechenvorgänge kennst, sondern die gelernten Konzepte kreativ und manchmal um die Ecke gedacht anwenden kannst. Mehr noch als in der Analysis und der Stochastik ist es für die Abiturklausur Vektorrechnung wichtig, dass du die grundlegendenKonzepte verstanden hast:
Raum- und Symmetrieverständnis
Punkte im Raum
Geraden/Ebenen
Flächen/Körper
Winkel
Beschreibungen von Bewegungen
Raum- und Symmetrieverständnis
Mit Hilfe der Symmetrie argumentieren
Normalenvektor der Ebene an“
oder
„Begründen Sie, warum der Punkt P die gegebenen Koordinaten hat“
In den meisten Fällen geht es darum, dass etwas symmetrisch ist, und zwar an einer Ebene oder eine Achse gespiegelt oder um eine Achse gedreht. Oft ist das auch in der begleitenden Abbildung zu erkennen.
Für diese Art Aufgaben ist es wichtig, dass du Dinge im Kopf drehen und spiegeln kannst. Außerdem musst du verstanden haben, wie Orts- und Richtungsvektoren funktionieren.
Terme geometrisch interpretieren
Ich habe dazu Aufgaben von sehr unterschiedlicher Schwierigkeit gefunden.
Teils musst du einer Geradengleichung eine Kante eines Körpers oder eine Bewegung eines Objektes zuordnen.
In anderen Fällen war die Rechnung zu einer Art Lotfußpunktverfahren gegeben, mit deren Hilfe die neuen Koordinaten einer Ecke eines Körpers nach einer Drehung im Raum berechnet werden konnten.
Als Ansatz gehe ich immer mental die verschiedenen vektoriellen Rechenverfahren durch und überlege, bei welchem Verfahren ich zu einem ähnlichen Term komme. Das Schneiden von Geraden oder Ebenen und das Lotfußpunktverfahren kommen häufig vor.
Ein Beispiel aus einer Klausur von 2023, die Aufgabe war:
„Erläutern sie die Fragestellung, die zu diesen Gleichungen führte!“
Die erste Zeile hat das Format einer Ebenengleichung in der Normalenform. Der Vektor (6|-3|0) ist der Normalenvektor, (3|0|0) ist der Stützvektor dieser Ebene.
In der eckigen Klammer ist eine Gerade in der Parameterform eingesetzt worden. Der Stützvektor ist (0|6|0) und der Richtungsvektor ist (6|-3|0).
Das bedeutet, hier wurde der Schnittpunkt einer Geraden mit einer Ebene ermittelt, die aufeinander senkrecht stehen. Dabei geht die Gerade durch den Punkt (0|6|0).
Nachdem alles ausmultipliziert wurde, ergab sich für λ der Wert 0,8 und damit der Schnittpunkt S. Das ist das klassische Lotfußpunktverfahren, mit dem der Abstand des Punktes (0|6|0) von der verwendeten Geraden ermittelt wird.
Die letzte Vektorgleichung beschreibt den Weg vom Ursprung 0 zum Punkt T. Dazu gehen wir von 0 zu S und dann parallel zur z-Achse senkrecht nach oben. Und zwar so weit, wie es dem Abstand vom Punkt C nach S entspricht.
Ein Blick an den Anfang der Arbeitsblattes sagt uns, dass der Punkt C die Koordinaten (3/0/0) hat. Daraus können wir die folgende Skizze zusammenstellen:
braun: Gerade aus gegebenem Term türkis: Senkrechte durch C auf diese Gerade grün: Vektoren von 0 nach S und von S nach oben
Der Punkt T ist von der Geraden genauso weit entfernt wie der Punkt C. Die Vektoren von C nach S und von T nach S stehen senkrecht aufeinander. Also wurde der Punkt C um einen Winkel von 90° um die Gerade gedreht.
Hinter dem Term steckte also der Auftrag:
„Der mit C bezeichnete Punkt wird nach der Drehung um einen Winkel von 90° um die Gerade mit T bezeichnet. Ermitteln Sie die Koordinaten von T.“
Wichtig für diese Art von Aufgaben ist es, Muster wiederzuerkennen und Vektorgleichungen in Pfeilen als Skizze visualisieren zu können. Deshalb empfehle ich, diese Kompetenzen rechtzeitig zu trainieren.
Achsensymmetrie nachweisen
Wenn zwei Punkte bezüglich einer Achse symmetrisch sind, dann stimmen sie in der entsprechenden Koordinate überein. Die beiden anderen Koordinaten wechseln die Vorzeichen.
Beispiel Symmetrie bezüglich der x-Achse:
A(5\vert2\vert3) \to A'(5\vert-2\vert-3)
Eine Gerade durch A und A‘ schneidet die x-Achse senkrecht und beide Punkte sind gleich weit von der x-Achse entfernt.
In einer Aufgabe waren mehrere Punkte zum Überprüfen gegeben.
Beispiel:
B(2\vert-1\vert8) \qquad C(-2\vert1\vert8)
Diese Punkte sind symmetrisch bezüglich der z-Achse.
Körper im Koordinatensystem um eine gegebene Achse drehen
Bei dieser Aufgabenstellung liegt die Schwierigkeit darin, sich eine solche Drehung vorzustellen. Eine Skizze wurde ausdrücklich eingefordert, ansonsten müsste ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen 😉
Stelle dich darauf ein, dass du die neuen Koordinaten der Ecken eines so gedrehten Körpers ermitteln sollst.
Schnittfigur zwischen einem Körper und einer Ebene beschreiben
Auch hier ist dreidimensionale Vorstellungskraft gefragt. Wenn zum Beispiel eine Ebene durch einen Quader schneidet, kann die Schnittfigur unterschiedlich viele Ecken haben. Ein paar Beispiele:
Der linke Quader wird so geschnitten, dass ein Dreieck entsteht, beim mittleren ist die Schnittfläche ein Rechteck und beim rechten liegt die Schnittebene auf der Ecke auf, sodass die Schnittmenge nur aus einem Punkt besteht.
Kooordinatenebenen und -achsen verstehen
In 65% der geometriebasierten Klausuren wurde auf die Koordinatenebenen und -achsen verwiesen. Es ist also wichtig, die dazu gehörigen Gleichungen und Richtungsvektoren im Kopf zu haben.
In den Original-IQB-Klausuren sind die Achsen mit x1, x2 und x3 beschriftet. Je nach Lehrbuch entspricht das x, y und z.
Die x3 -Koordinate wird besonders häufig als Höhe eines Objektes erfragt.
An einer Ebene spiegeln
Wird ein Punkt an einer der Koordinatenebenen gespiegelt, bleiben die entsprechenden zwei Koordinaten gleich, bei der dritten ändert sich das Vorzeichen.
Beispiel Symmetrie bezüglich der xy-Ebene:
A(5\vert2\vert3) \to A'(5\vert2\vert-3)
Eine Gerade durch A und A‘ schneidet die xy-Ebene senkrecht und beide Punkte sind gleich weit von dieser Ebene entfernt.
In einer entsprechenden Aufgabe sind mehrere Punkte gegeben, die du überprüfen sollst.
Beispiel:
B(2\vert-1\vert8) \qquad C(2\vert1\vert8)
Diese Punkte sind symmetrisch bezüglich der xz-Ebene.
Manchmal soll ein Punkt an einer anderen Ebene gespiegelt werden. Dafür brauchst du den Normalenvektor dieser Ebene. Mit den Punkt als Stützvektor und dem Normalenvektor als Richtungsvektor setzt du eine Geradengleichung auf. Der gespiegelte Punkt muss auf der anderen Seite der Ebene gleich weit entfernt sein.
Mehr Details findest du weiter unten im Kapitel über Geraden und Ebenen.
Punkte im Raum
Koordinaten aus einer Abbildung entnehmen
Eine flache Abbildung auf Papier ist für die Darstellung eines Punktes mit drei Koordinaten nicht eindeutig. Trotzdem war in mehr als der Hälfte der geometriebasierten Klausuren gefordert, dass Punktkoordinaten aus einer Abbildung entnommen werden.
Dabei ging es zum Beispiel um einen Quader, bei dem von den vier unteren Ecken drei gegeben waren. Durch diese zusätzlichen Bedingungen ist dann der vierte Eckpunkt festgelegt.
Zu jedem Punkt gibt es einen Ortsvektor. Dieser Ortsvektor gibt die direkte Verbindung vom Koordinatenursprung zum Punkt an. Vektorgleichungen sind im Prinzip eine Wegbeschreibung, wie du auf indirektem Weg zum Punkt P gelangst:
In Worten bedeutet diese Gleichung, dass ich am Nullpunkt starte und über die Zwischenstationen A, B und C den Punkt P erreiche.
Punkte / Objekte in Abbildung einzeichnen
Hierbei ist besonders wichtig, dass du die Reihenfolge der Koordinatenachsen sicher beherrscht.
Erst nach vorne/hinten, dann nach rechts/links, dann nach oben/unten. Beachte, dass die x1-Achse kürzere Abstände zwischen den Markierungen hat.
Koordinaten eines Punktes berechnen
Zu jedem Punkt gibt es einen Ortsvektor. Dieser Ortsvektor gibt die direkte Verbindung vom Koordinatenursprung zum Punkt an. Vektorgleichungen sind im Prinzip eine Wegbeschreibung, wie du auf indirektem Weg zum Punkt P gelangst:
Wenn du keine Abbildung hast, um daraus die Koordinaten zu entnehmen, suche dir im Text die Punkte zusammen, die gegeben sind. In der Aufgabenstellung wird dir beschrieben, in welchem Verhältnis der gesuchte Punkt zu den bekannten Punkten steht.
Ist der Punkt zum Beispiel 3 Längeneinheiten über einem anderen, dann addierst du zur z-Koordinate 3.
Immer wieder ist der Mittelpunkt einer Strecke, einer Fläche oder eines Körpers gesucht. Auch hier hilft eine Skizze.
Der gesuchte Ortsvektor vom Ursprung zum Mittelpunkt M (braun) kann ersetzt werden durch die „Umleitung“ über den bekannten Ortsvektor zum Punkt A und die Hälfte des Richtungsvektors von A nach B.
Abstand zwischen zwei Punkten
Berechne dazu den Vektor zwischen den beiden Punkten (falls nicht schon gegeben). Der Betrag dieses Vektors entspricht dem Abstand. Dafür quadrierst du alle Koordinaten des Vektors, addierst sie und ziehst aus dem Ergebnis die Wurzel.
Du kannst jeden der beiden Punkte für den Ortsvektor verwenden. Ich nehme aus Gewohnheit immer den ersten. Von diesem Punkt aus bildest du den Richtungsvektoren zum zweiten Punkt. Aus diesen Bausteinen setzt du deine Gleichung zusammen:
Eine vektorielle Geradengleichung in der Parameterform besteht aus einem Ortsvektor, der die Gerade im Raum befestigt, und einem Richtungsvektor, der sie im Raum ausrichtet.
Vor dem Richtungsvektor ist der sogenannte Parameter, der im Falle einer Geraden jeden beliebigen Wert annehmen kann. Am besten stellst du dir den Parameter als Schieberegler vor.
Ebene aus drei Punkten / aus einer Gerade und einem Punkt
Das war einer der am häufigsten vorkommenden Aufgabentypen. Deswegen ist es besonders wichtig, dieses Verfahren auswendig zu können.
Meistens sind drei Punkte gegeben, in anderen Fällen musst du sie dir selbst überlegen. In allen Fällen war die Koordinatenform verlangt.
Du beginnst mit einer Ebenengleichung in Parameterform:
Du kannst jeden der drei Punkte für den Ortsvektor verwenden, ich nehme aus Gewohnheit immer den ersten. Von diesem Punkt aus bildest du die Richtungsvektoren zu den zwei anderen Punkten und setzt aus diesen drei Bausteinen diese Gleichung zusammen:
Im nächsten Schritt berechnest du aus den beiden Richtungsvektoren den Normalenvektor, der senkrecht auf deiner Ebene steht:
Dafür verwendest du das Kreuzprodukt. Leider steht in der Formelsammlung nur die Anleitung für das Skalarprodukt, also solltest du das Kreuzprodukt rechtzeitig trainieren.
Die 10 darf als +10 links vom Gleichheitszeichen stehen bleiben. Es ist nur allgemein Tradition, sie am Ende auf die rechte Seite zu schieben, indem von beiden Seiten der Gleichung 10 abgezogen werden.
Parameterform verstehen
Die Parameterform einer Ebenengleichung sieht so aus:
Um damit möglichst frei und kreativ umgehen zu können, solltest du die Bedeutung der einzelnen Bausteine verstanden haben.
X ist ein beliebiger Punkt in der Ebene. Der rechte Teil der Gleichung ist eine Art Reisebeschreibung. Wir starten am Ursprung 0 und gehen zunächst zum Aufpunkt A.
Dann bewegen wir uns in Richtung des Vektors zwischen AB und zwar so weit, wie es der Parameter µ vorschreibt. Ist µ negativ, bewegen wir uns in die entgegengesetzte Richtung des Vektors von B nach A. Als letzten Schritt bewegen wir uns parallel zum Vektor zwischen A und C.
Oft wird gefragt, ob ein Punkt Teil einer Geraden oder einer Ebene ist. Dafür werden seine Koordinaten eingesetzt oder die Ebene/Gerade in Parameterform dem zum Punkt gehörenden Ortsvektor gleichgesetzt.
Beim Einsetzen in die Koordinatenform musst du nur ausrechnen, ob die Gleichung aufgeht.
Beim Gleichsetzen entsteht ein Gleichungssystem, das für die beteiligten Variablen gelöst werden muss. Gibt es hierbei eine Lösung, dann ist der Punkt in der Geraden oder der Ebene.
gegenseitige Lage zweier Geraden / Schnittpunkte
Zwei Geraden können sich schneiden oder identisch, echt parallel oder windschief sein. Andere Optionen gibt es im dreidimensionalen Raum nicht.
Im ersten Schritt vergleichst du die Richtungsvektoren. Ob diese parallel sind, ist auf den ersten Blick offensichtlich, wenn du den einen Vektor mit einer Zahl multiplizieren kannst und dadurch den anderen Vektor erhältst.
In diesem Fall machst du mit dem Ortsvektor der einen Geraden die Punktprobe mit der anderen Geradengleichung. Ist der Punkt in der anderen Geraden enthalten, sind die beiden Geraden identisch, ansonsten sind sie echt parallel.
Nicht parallele Geraden schneidest du, indem du sie gleichsetzt und das dabei entstehende Gleichungssystem löst. Hat das System keine Lösung, sind die beiden Geraden windschief.
Bei genau einer Lösung gibt es einen Schnittpunkt. Die Parameterwerte aus dieser einen Lösung setzt du in die jeweiligen Geradengleichungen ein, um den Schnittpunkt zu ermitteln.
Grundsätzlich reicht es, nur einen einen Parameter in die passende Gleichung einzusetzen. Wenn du eine Minute Zeit hast, ist es meiner Ansicht nach immer schön, auf beiden Wegen denselben Punkt zu berechnen und damit mehr Sicherheit zu haben 🙂
gegenseitige Lage zweier Ebenen / Schnittgeraden
Zwei Ebenen können sich schneiden, identisch oder echt parallel sein. Andere Optionen gibt es im dreidimensionalen Raum nicht.
Zur Bestimmung der gegenseitigen Lage eignet sich die Normalenform besonders gut: Sind die beiden Normalenvektoren parallel, dann sind es auch die beiden Ebenen.
In allen anderen Fällen ergibt sich eine Schnittgerade. In den Klausuren zwischen 2017 und 2023 war nie gefordert, dass du diese Gerade selbst berechnest, in manchen Fällen war sie allerdings gegeben und sollte kommentiert werden.
gegenseitige Lage Ebene und Gerade / Schnittpunkte
Eine Gerade kann zu einer Ebene parallel sein, diese schneiden oder in der Ebene liegen. Andere Optionen gibt es im dreidimensionalen Raum nicht.
Zur Bestimmung der gegenseitigen Lage hilft es, wenn die Ebene in der Normalenform gegeben ist: Stehen Normalenvektor der Ebene und der Richtungsvektor der Geraden senkrecht zueinander, sind die Ebene und die Gerade parallel.
Wenn du den Aufpunkt der Geraden in die Ebenengleichung einsetzt, findest du heraus, ob er in der Ebene liegt oder nicht. Damit liegt dann auch g in E oder eben nicht.
Liegen sowohl g als auch E in der Parameterform vor, ist es auch möglich, die beiden gleichzusetzen und das entsprechende Gleichungssystem mit drei Variablen zu lösen.
Das ist im Verlgleich zum Bilden des Normalenvektors allerdings mehr Aufwand. Erstens kostet es mehr Zeit und die Optionen, sich durch einen Vorzeichenfehler zu verrechnen, sind beim Kreuzprodukt und beim Gleichungssystem ziemlich gleich.
Ist E in der Koordinatenform gegeben, liest du den Normalenvektor an der Gleichung ab:
Die letzte Gleichung stellst du nach λ um. Wenn es eine Lösung gibt, sind g und E nicht parallel. Das λ setzt du in die Geradengleichung ein und erhältst dadurch den Schnittpunkt.
Streckenverhältnisse
Regelmäßig ist das Verhältnis gefragt, in dem eine Strecke geschnitten wird. Dafür berechnest du zunächst den Schnittpunkt.
In diesem Beispiel ist S der Schnittpunkt zwischen der Geraden g und der Strecke von A nach B.
Wenn du den Abstand von A zu S und von S zu B ermittelst und den einen Wert durch den anderen teilst, hast du das Verhältnis.
Es kann vorkommen, dass S eine Variable enthält, zum Beispiel, wenn g eine Geradenschar ist. Dann enthält das Verhältnis sehr wahrscheinlich auch diese Variable.
Lotfußpunktverfahren / Abstand Punkt Ebene / Abstand Punkt Gerade
Dieses Verfahren auf dem Schirm zu haben, ist sehr hilfreich, weil es immer wieder bei Fragen nach Abständen verwendet werden muss.
Das Prinzip ist relativ übersichtlich, allerdings sind meine Schüler*innen immer wieder verwirrt, wenn sie dabei nur die Zahlen und Vektoren vor Augen haben.
Wenn wir einen Punkt und eine Ebene betrachten, dann nehmen wir den gegebenen Normalenvektor der Ebene und den Ortsvektor zum Punkt. Aus diesen beiden Komponenten setzen wir eine Gerade zusammen. Diese ist automatisch senkrecht zur Ebene (daher der Begriff Lot) und geht durch P.
Der Schnittpunkt aus dieser Geraden und der Ebene ist der Lotfußpunkt L. Der Betrag des Vektors von P nach L ist der Abstand des Punktes von der Ebene.
Alternativ kann auch die Ebenengleichung in die Hessesche Normalen- beziehungsweise Koordinatenform umgewandelt und die Koordinaten des Punktes P eingesetzt werden. Dieses Verfahren steht allerdings leider nicht in der zugelassenen Formelsammlung.
Wenn wir einen Punkt und eine Gerade betrachten, dann nehmen wir den gegebenen Richtungssvektor der Geraden und den Orzsvektor zum Punkt. Aus diesen beiden Komponenten setzen wir eine Ebene in der Normalenform zusammen. Diese ist automatisch senkrecht zur Geraden (daher der Begriff Lot) und enthält den Punkt P.
Der Schnittpunkt aus dieser Ebene und der Geraden ist der Lotfußpunkt L. Der Betrag des Vektors von P nach L ist der Abstand des Punktes von der Geraden.
In Prinzip kannst du mit diesem Verfahren auch den Abstand zweier windschiefer Geraden berechnen.
Punkt-, Geraden- bzw. Ebenenschar
Genau wie in der Analysis Funktionsscharen vorkommen, gibt es in der analytischen Geometrie Scharen von Punkten, Geraden und Ebenen. Dazu werden eine oder mehrere Zahlen in den Koordinaten der beteiligten Vektoren durch Variablen ersetzt.
Eine Beispielfrage könnte lauten:
„Für welches k enthält die Ebene E den Punkt P?“
In solchen Fällen behandelst du die Variable zunächst wie eine Zahl und rechnest je nach Situation mutig los. In der Beispielfrage ging es darum, ob der Punkt in der Ebene liegt. Dafür machst du einfach eine Punktprobe, setzt als den Punkt mit der Ebene (in Parameterform) gleich oder setzt ihn (in die Koordinaten- oder Normalenform) ein.
Ganz am Ende deiner Rechnung steht dann die Variable der Lösung gegenüber.
Mein Tipp ist wirklich immer, erst einmal mit dem anzufangen, was du hast und was du kannst. Wenn du die Rechenverfahren verstanden hast und sicher beherrschst, kannst du auch mit Scharen umgehen 🙂
Flächen / Körper
Spezielle geometrische Figuren nachweisen
Der erste Schritt sollte immer sein: Mach dir eine Skizze!
Folgende Figuren kamen teils mehrfach vor:
Ein gleichschenkliges Dreieck hat zwei gleich lange Seiten. Entsprechend musst du zwei Vektoren mit gleichen Beträgen finden.
Für ein rechtwinkliges Dreieck musst du zwei Vektoren finden, die zueinander senkrecht stehen.
Für ein Rechteck musst du zwischen den beteiligten Vektoren mit dem Skalarprodukt rechte Winkel nachweisen. Dass die gegenüberliegenden Vektoren identisch sind, siehst du ihnen an, sobald du sie berechnet hast,
Beim Quadrat ist über das Rechteck hinaus noch zu berechnen, dass alle vier Seiten gleich lang sind.
Für ein Parallelogramm ist nachzuweisen, dass die gegenüberliegenden Seiten identische Vektoren liefern.
Beim Trapez müssen zwei gegenüberliegende Seiten parallel, aber nicht gleich lang sein. Die Längen und Richtungen der anderen beiden Seiten sind irrelevant.
Flächeninhalte berechnen
Die relevanten Formeln für Dreiecke, Parallelogramme, Trapeze, Kreise und Drachenvierecke stehen in der Formelsammlung. Du musst nur die Formeln für Rechtecke und Quadrate auswendig wissen 🙂
In den meisten Aufgaben ist die eigentliche Schwierigkeit, dass du die Koordinaten der beteiligten Eckpunkte finden und Abstände berechnen musst.
Beim Dreieck und beim Parallelogramm ist es auch möglich, statt der aus der Mittelstufe bekannten Formeln das Vektorprodukt zu verwenden. Dieser Zusammenhang sollte dir geläufig sein:
Du berechnest also das Vektorprodukt (auch Kreuzprodukt genannt) und im Anschluss den Betrag des Ergebnisvektors.
Pyramidenvolumen berechnen
Die Formeln für das Volumen der Spitzkörper Pyramide und Kegel stehen in der Formelsammlung. Dafür musst du die relevanten Eckpunkte und Abstände ermitteln.
Alternativ ist es auch möglich, das Volumen einer Pyramide mit dreieckiger Grundfläche durch das Spatprodukt zu berechnen. Dieser Zusammenhang sollte dir geläufig sein.
Die Formel für Prismen steht in der Formelsammlung. Sie gilt auch für Quader, falls du vor lauter Stress auf dem Schlauch stehst 🙂
Volumen eines zusammengesetzen Körpers berechnen
Immer wieder kommen Körper vor, die komplizierter aussehen. Deine Aufgabe ist es, sie in Quader, Prismen und Pyramiden zu zerlegen, die Einzelvolumina zu berechnen und am Ende zusammen zu addieren.
Eine Pyramide mit einer viereckigen Grundfläche schneidest du in zwei Pyramiden mit jeweils dreieckiger Grundfläche. Die beiden kleineren Teile berechnest jeweils du mit dem Spatprodukt.
Winkel
Bedeutung des Skalarproduktes
Das Skalarprodukt zeigt dir, ob zwei Vektoren senkrecht zueinander stehen, wenn es Null ist.
An dieser Stelle: Die Begriffe „senkrecht“, „orthogonal“ und „rechtwinklig“ bedeuten alle genau dasselbe, und zwar einen Winkel von 90° 😀
Ist das Skalarprodukt nicht Null, kannst du den Winkel zwischen den beiden Vektoren ermitteln. Die Formel dazu (und auch, wie du das Skalarprodukt berechnest) steht in der Formelsammlung.
Du brauchst das Skalarprodukt und die Beträge der beiden beteiligten Vektoren. Den cos-1 berechnet dein Taschenrechner.
Oft wurde nach dem „Neigungswinkel einer Ebene zur Horizontalen“ gefragt. Das bedeutet:
In welchem Winkel steht die Ebene zur xy-Ebene, also zur „Bodenplatte“ des Koordinatensystems?
Dafür musst du den Winkel zwischen dem z-Vektor und dem Normalenvektor der betrachteten Ebene berechnen.
dunkelbraun: der gesuchte WinkelSchnittwinkel zwischen Ebenen und/oder Geraden
Der Schnittwinkel zwischen zwei Geraden ist der Winkel zwischen ihren zwei Richtungsvektoren.
Zwischen einer Geraden und einer Ebene liegt ein Schnittwinkel von 90° abzüglich dem Winkel zwischen dem Richtungswinkel der Geraden und dem Normalenvektor der Ebene.
Der Schnittwinkel zwischen zwei Ebenen ist der Winkel zwischen ihren zwei Normalenvektoren.
Gerade senkrecht / parallel zu einer Ebene
Sollst du eine Gerade durch einen gegebenen Punkt und senkrecht zu einer Ebene aufstellen, ist der Punkt der Aufpunkt und der Normalenvektor der Ebene der Richtungsvektor der Geraden.
Wenn du eine beliebige Gerade durch einen Punkt und parallel zu einer Ebene nennen sollst, ist der Punkt wieder der Aufpunkt. Für den Richtungsvektor bildest du einen Vektor senkrecht zum Normalenvektor der Ebene. (Siehe nächster Punkt „Senkrechte zu einer Geraden“)
Senkrechte zu einer Geraden
Sollst du ganz allgemein eine Senkrechte zu einer Geraden g angeben, verwendest du ihren Aufpunkt für den Ortsvektor der neuen Geraden. Für den Richtungsvektor wandelst du den Richtungsvektor von g folgendermaßen um:
Setze eine Koordinate auf Null, vertausche die anderen beiden Koordinaten und ändere bei einer der beiden Zahlen das Vorzeichen.
Du solltest auf dem Schirm haben, wie du km, m, dm, cm und mm ineinander umrechnest.
Es kam mehrfach vor, dass einer Längeneinheit oder [LE] im Sachzusammenhang eine bestimmte Länge zugeordnet wurde und das bei der Antwort auf eine Frage mitbedacht werden musste.
Unter anderem entsprach einmal 1 [LE] der Länge von 80cm. Fehlte die abschließende Umrechnung in der Antwort, kostete das Punkte.
Bedeutung des Richtungsvektors für Bewegungen oder Lichtstrahlen
Der Richtungsvektor einer Geraden kann entlang einer Kante eines Körpers verlaufen. Er ist aber besonders interessant in Aufgaben, in denen er in die Richtung zeigt, in die sich etwas bewegt, oder in die ein Lichtstrahl leuchtet.
Regelmäßig wird in einer Abiturklausur Vektorrechnung verglichen, in welcher Beziehung eine Bewegung zu den Himmelsrichtungen steht. Oder zur sogenannten Horizontalen, die mathematisch gesehen die xy-Ebene ist, auf der der z-Vektor (0|0|1) senkrecht steht.
Vektoren sind Größen, die eine Richtung und einen Betrag, oder anders gesagt eine Länge haben. Diese Länge wird in Sachaufgaben oft verwendet, um die Geschwindigkeit einer Bewegung anzuzeigen.
Du hast vermutlich während deiner Zeit in der Oberstufe Aufgaben gerechnet, in denen Flugzeuge durch die Gegend fliegen. Genau diese Art Sachaufgaben bieten sich für Abituraufgaben an. Daher ist es sinnvoll, wenn du dich vorher darauf einstellst und dir das Konzept dahinter noch einmal verdeutlichst.
Schnittpunkt mit Ebenen außerhalb oder innerhalb einer Fläche
Immer wieder ist zu beurteilen, ob ein Gegenstand eine gegebene Fläche berührt. Das kann eine Wand oder Mauer, aber auch ein eingegrenztes Stück auf dem Boden sein.
Um das herauszufinden, schneidest du die Gerade, auf der sich der Körper bewegt, mit der Ebene, in der die Fläche liegt. Dann musst du vergleichen, ob der Schnittpunkt von den Koordinaten her zwischen den Eckpunkten der begrenzten Fläche liegt oder nicht. (Am besten mit Hilfe einer Skizze!)
Beide Flächen ABCD und PQRS liegen in der Ebene E. Die Gerade g schneidet E, aber der Gegenstand trifft nur innerhalb der Fläche ABCD auf.
Es gab auch zwei Klausuren, in deren Geschichten sich ein Ball auf einer Parabelbahn bewegte. Dafür war eine Schar von Punkten gegeben, in der der Parameter t für die Zeit in Sekunden stand.
Wenn gefragt ist, wo der Ball den Boden berührt, setzt du die z-Koordinate gleich null und löst die Gleichung nach t auf. Nur eine positive Zeit ist im Sachzusammenhang sinnvoll, weil der Ball ja nicht in die Vergangenheit fliegt. Und dieses t setzt du noch bei der x-Koordinate ein:
Diese Koordinaten gleichst du dann wie oben beschrieben mit den Eckpunkten der Fläche ab.
Wenn gefragt ist, ob der Ball in einer Fläche auf einer beliebigen Ebene auftrifft, setzt du P in diese Ebene ein, erhältst t und damit wieder die Koordinaten des Schnittpunktes.
Schattenkonstruktion
In mehr als einer Klausuraufgabe war ein Schatten zu konstruieren. Auch wenn das nach Physik klingt und vielleicht irgendwie schwierig, ist es nur wieder das Schneiden von Geraden (Lichtstrahlen) mit Ebenen (Wände, Erdboden).
Wenn es um Sonnenlicht geht, ist der Richtungsvektor immer gegeben. Du nimmst einen Eckpunkt des beleuchteten Körpers für den Ortsvektor und fertig ist die Geradengleichung. Sobald dir klar ist, auf welche Ebene der Schatten fällt, kannst du den Schnittpunkt und damit einen Eckpunkt des Schattens berechnen.
Wenn es um eine Lampe (sogenannte „punktförmige Lichtquelle“) geht, sind ihre Koordinaten gegeben. Diesen Punkt nimmst du für den Ortsvektor. Aus dem Ort der Lampe und dem Eckpunkt des Körpers berechnest du den Richtungsvektor der Geraden. Schon hast du die Geradengleichung für deinen Lichtstrahl, den du dann mit der Wand schneiden kannst.
Wie immer: Mach dir am besten eine Skizze 😉
Zeiteinheiten
Du solltest auf dem Schirm haben, wie du Stunden, Minuten und Sekunden ineinander umrechnest. Vor allem, wenn es um Geschwindigkeiten geht.
Es könnte sein, dass sich aus einer Abbildung eine Strecke in Metern und eine Zeit in Sekunden ergibt, du aber die Geschwindigkeit in Kilometer pro Stunde angeben sollst.
1 km/h ≈ 0,278 m/s
1 m/s = 3,6 km/h
Geschwindigkeit ermitteln
Grundsätzlich brauchst du dafür die Strecke, um die sich ein Körper bewegt hat, und die Zeit, die er dafür brauchte. Dann teilst du die Strecke durch die Zeit.
Wenn der Richtungsvektor die Geschwindigkeit repräsentiert, musst du seinen Betrag ermitteln.
Beispiel:
In der folgenden Geraden g haben die Koordinaten die Einheit Meter, der Parameter λ hat die Einheit Sekunde.
Die Aufgaben mit Matrizen kamen in ungefähr 30% der IQB-Klausuren vor. Ein großer Teil meiner Schüler*innen hat im Mathematikunterricht über Matrizen nichts gehört. Ein paar von ihnen holen dieses Thema gerade noch nach, allerdings nicht in dem Umfang, dass sie dem Anspruch der IQB-Klausuren gewachsen wären.
Die zentralen Abiturprüfungen sind klar geregelt (PDF-Dokument): Die Lehrkräfte an den jeweiligen Schulen in Schleswig-Holstein wählen aus den zwei zentralen Vorschlägen eine Abiturklausur Vektorrechnung aus, die die Prüflinge bearbeiten müssen.
Ich gehe davon aus, dass dabei in den meisten Fällen die Matrizenklausuren heraus genommen werden. Trotzdem werde ich in diesem Artikel diesen Aufgabentyp besprechen, auch weil er in Zukunft wichtiger werden könnte.
Die Hintergrundgeschichten waren Austauschprozesse. Das können Tierpopulationen sein, Verhältnisse von Stimmen bei einer Wahl, aber auch Leuchtmuster in LED-Installationen. Es gab nur eine kurze Nebenaufgabe mit einer Matrix ohne Sachzusammenhang.
Theoretisch könnten auch zukünftig Aufgaben mit Matrizen gestellt werden, die Körper oder Flächen unter anderem stauchen, drehen oder spiegeln. Dieser Aufgabentyp kam allerdings in den Jahren 2017 bis 2023 gar nicht vor.
Diese Konzepte wurden immer wieder abgefragt:
Interpretation einer Matrix und ihrer Elemente im Sachzusammenhang
Rechenverfahren mit Matrizen
Übergangsdiagramme erstellen oder auswerten
zukünftige, vergangene und stabile Populationen berechnen
inverse Matrizen und ihre Bedeutung
Übergangsdiagramme
Übergangsdiagramm auswerten
Oft fangen Matrizenaufgaben mit einem Übergangsdiagramm an. Zum Beispiel wechseln Wähler*innen von einer Partei zu einer anderen und zurück. Oder Insekten legen Eier, aus denen Larven werden und letztendlich wieder neue Insekten.
Du solltest in der Lage sein, die Zahlen an den Pfeilen in deinen eigenen Worten erläutern zu können. Beispielsweise so:
„Innerhalb eines Jahres wechseln 80% der Kundinnen der Marke A zur Marke B, während 35% der Kundinnen der Marke B zur Marke A übergehen.“
Es ist immer wieder die Aufgabe, nachzuvollziehen, wie aus einem solchen Übergangsdiagramm eine Übergangsmatrix entstanden ist und einzelne noch fehlende Elemente in der Matrix nachzutragen.
Übergangsdiagramm erstellen
In ein paar Klausuren bestand eine Aufgabe darin, aus einem ausformulierten Text ein Übergangsdiagramm zu zeichnen.
Dieses Diagramm muss keinen Schönheitspreis gewinnen. Es reicht, wenn die Pfeile deutlich erkennbar in die richtige Richtung zeigen und die Zahlen korrekt angebracht sind.
Es ist für die spätere Rechnung zu empfehlen, Prozentzahlen gleich in Dezimalzahlen umzuwandeln. Also statt 85% schreibst du 0,85, statt 2% schreibst du 0,02. Dann brauchst du im Anschluss nur noch zu multiplizieren, statt dir einen Dreisatz zu überlegen.
Beispiel: 35% von 250 €
Als Dreisatz:
€
%
250
100
2,50
1
87,50
35
Als Multiplikation:
250 € · 0,35 = 87,50 €
Die Matrix im Sachzusammenhang
einzelne Elemente erläutern, Zahlen zuordnen
Dir sollte geläufig sein, dass in einer Übergangsmatrix die Elemente angeben, wie viel % von einem Zustand in einen anderen wechseln.
Beispiel:
\enspace\quad von\quad\enspace A\quad\quad B\quad\quad C\\
nach \quad
\begin{matrix}A\\B\\C\end{matrix}\begin{pmatrix}0,25&0,1&0,4\\0,15&0,7&0,04\\0,6&0,2&0,56\end{pmatrix}
Im Sachzusammenhang wandern zum Beispiel 60 % der Kundinnen von A nach C, während 70% der Kundinnen von B ihrer Marke treu bleiben.
Bei Produktionsmatrizen ist die Richtung von -> nach umgekehrt:
\enspace\space nach\quad\enspace P_1\quad P_2\\
von \quad
\begin{matrix}R_1\\R_2\\R_3\end{matrix}\begin{pmatrix}2&1\\10&18\\0,5&4\end{pmatrix}
In diesem Beispiel werden für das Produkt P1 10 Einheiten des Rohstoffes R2 gebraucht, während für das Produkt P2 4 Einheiten des Rohstoffes R3 nötig sind.
räumliche Interpretation eines Verteilungsvektors
In einem Fall sollte ein Vektor, der die Verteilung verschiedener Menschen auf drei Gruppen beschrieb, als Ortsvektor im dreidimensionalen Raum betrachtet und in ein Koordinatenzentrum eingezeichnet werden.
Wenn wir davon ausgehen, dass die Gesamtzahl dieser Menschen sich nicht ändert, ist damit die Länge des Vektorpfeiles begrenzt. In der Aufgabe sollte das entsprechend argumentiert werden. Es war die Frage, ob der zum Verteilungsvektor gehörende Punkt außerhalb eines gegebenen Quaders liegen könnte.
richtige Auswahl für verschiedene Aufgabenstellungen
In Aufgaben zu Produktionsprozessen werden mehrere Matrizen angegeben: Von den Rohstoffen zu den Zwischenprodukten und von den Zwischenprodukten zu den Endprodukten. Manchmal ergeben sich zwischenzeitlich auch Matrizen von den Rohstoffen direkt zu Endprodukten. In manchen Fällen waren letztere von Anfang an gegeben.
Zur Beantwortung verschiedener Fragen ist es wichtig, dass du aufpasst und jeweils die richtige Matrix auswählst. Manchmal haben die Matrizen die gleichen Anzahlen an Zeilen und Spalten und sind daher nicht ganz so leicht zuzuordnen. Dann hilft ein Blick in das Diagramm und ein Vergleich der Zahlen „von -> nach“.
Rechnen mit Matrizen
Multiplikation mit einem Skalar
Ein Skalar ist eine Zahl ohne Richtung im Gegensatz zu einem Vektor.
Wird eine Matrix mit einem Skalar multipliziert, dann wird jedes Element der Matrix mit dem Skalar multipliziert.
In einer Matrixklausuraufgabe war der Betrag eines solchen Skalars gefragt. Im Prinzip musst du für die Antwort zwei Matrizen vergleichen und überlegen, um welchen Faktor sie sich unterscheiden.
Die beiden Matrizen unterscheiden sich in allen Elementen um den Faktor 3. Das ist also der gesuchte Skalar.
Multiplikation zweier Matrizen / einer Matrix mit einem Vektor
Die Matrizenmultiplikation ist vom rein rechnerischen Verfahren her einfach, der wichtigste Punkt ist, dass du dich konzentrierst und darauf achtest, dass du immer eine Zeile mit einer Spalte verbindest.
Übergangsmatrizen zu einer übergeordneten Matrix kombinieren
In Produktionsprozessen gibt es Matrizen von Rohstoffen zu Zwischenprodukten (RZ) und von den Zwischenprodukten zu den Endprodukten (ZE). Eine immer weder gefragte übergeordnete Übergangsmatrix drückt den Prozess von den Rohstoffen zu den Endprodukten aus (RE).
Wenn der Rohstoffvektor R heißt und der Produktvektor P, dann kannst du R so berechnen:
\overrightarrow{R}=RE\cdot\overrightarrow{P}
Wenn es noch einen Zwischenproduktvektor Z gibt, sind das die Zusammenhänge:
Es kommen in Aufgaben auch manchmal andere Bezeichnungen für diese drei Matrizen vor. Welche welche ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang, oft sieht die Benennung aber so aus:
RZ -> A ZE -> B RE -> C
In Aufgaben mit Tier- oder Pflanzenpopulationen ist es möglich, zum Beispiel von einem Jahr zum nächsten zu rechnen. Hier sollst du regelmäßig Matrizen für größere Zeiträume angeben oder das Verfahren beschreiben, wie solche Matrizen berechnet werden können.
Du erhältst die Matrix für größere Zeiträume durch Potenzieren. Gilt die Matrix A zum Beispiel für ein Jahr und du sollst einen Term für eine Zehn-Jahres-Matrix B angeben, sieht die Antwort so aus:
B = A10
Es ist realistisch, dass du den Term so stehen lassen sollst, ohne ihn auszurechnen. Denn so eine lange Reihe von Multiplikationen hintereinander bringt nichts außer Zeitaufwand und ist ein schöner Anlass, sich zu verrechnen.
Ist eine Matrix C für einen Rhythmus von zum Beispiel nur zwei Jahren gesucht, wird nicht nur eine Beschreibung des Vorgehens erwartet. Denn hier ist der Rechenaufwand zumutbar. In diesem Fall berechnest du tatsächlich:
C = A · A
Zufügen/Streichen von Spalten/Zeilen
Es gab Aufgaben zu Produktionsabläufen, in denen eine Firma ein neues Endprodukt E4 einführte. Im Ergebnis wurde die Rohstoff-Endprodukt-Matrix um eine Spalte erweitert.
„Ermitteln Sie die Summe der Mengeneinheiten der Zwischenprodukte, die zur Herstellung einer Mengeneinheit von E4 erforderlich ist.“
An dieser Stelle begann der Lösungsweg damit, zunächst auf dem Arbeitsblatt die gegebenen Matrizen zu identifizieren, die den Übergang von den Rohprodukten zu den Zwischenprodukten und von den Zwischenprodukten zu den Endprodukten E1 bis E3 beschreiben:
Jetzt muss dir klar sein, dass C‘ = A · B‘ ist. Wenn du A mit B‘ multiplizierst und das Ergebnis mit C‘ vergleichst, siehst du, dass
0,04\cdot x+0,04\cdot y=0,06 \implies x+y=1,5
Die Summe aus x und y ist auch schon direkt die Antwort auf die Frage. Was hier zur Lösung der Aufgabe notwendig ist, ist ein Verständnis des Konzeptes hinter der Berechnung von Prozessen.
Solltet ihr also Matrizen behandelt haben, kann es also sein dass eine entsprechende Klausur verwendet wird und du nicht nur geübte Verfahren abarbeiten musst. Solltest du an einer Stelle im Text das Gefühl haben, dass dir Informationen fehlen, lies noch einmal den Anfang des Arbeitsblattes. Oft musst du Werte oder Formeln verwenden, die dort angegeben sind.
In anderen Aufgaben wurde von einem Monat zum nächsten ein Restaurant geschlossen. Die Personen in der Geschichte hatten daher keine Möglichkeit mehr, zu diesem Restaurant zu wechseln. Einen Monat lang galt deswegen eine andere Matrix:
Die drei Zeilen und drei Spalten gelten jeweils für die drei Restaurants. Aus der dritten Zeile ist ablesbar, dass in diesem Monat niemand mehr nach R3 wechselt. Aus der dritten Spalte ist ablesbar, dass von R3 40% der Personen zu R1 wechseln und 60% zu R2.
Eine Frage lautete:
„Begründen Sie, dass aus der Verteilung im Monat nach der Schließung mithilfe des Modells nicht auf die Verteilung der Kunden unmittelbar vor der Schließung geschlossen werden kann.“
Wenn du N zum „Rückwärtsrechnen“ einsetzt, bekommst du ein Gleichungssystem ohne eindeutige Lösung. Für Fragen des Musters „Begründen Sie, dass nicht“ rate ich dazu, das Gegenteil der Behauptung anzunehmen, also hier dass es möglich ist, zurück zu rechnen. Auf dieser Basis machst du so lange weiter, bis du auf einen Widerspruch stößt. Dieser Widerspruch ist deine Begründung.
Generell wird immer wieder danach gefragt, welche Matrix sich von welcher herleiten lässt und welche nicht. Wenn zum Beispiel die Kund:innen eines Stromtarifs nochmal in zwei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt werden, lassen sich die beiden neuen Anteile zum alten Wert zusammenaddieren.
10 % der Personen in Tarif A1, 15% in Tarif A2 -> 25% der Personen in der übergeordneten Kategorie A
30 % der Personen in Kategorie B -> Wie sich diese Personen in B1 und B2 aufteilen, ist nicht vorhersehbar.
Populationen berechnen
in die Zukunft
Um eine Population im nächsten Zeitabschnitt (je nach Aufgabe Jahr, Monat oder Tag) zu berechnen, multiplizierst du die Übergangsmatrix mit dem aktuellen Populationsvektor.
Etwas komplizierter wird es, wenn du mehrere Zeitabschnitte in die Zukunft rechnen sollst.
In einer Aufgabe war eine Matrix gegeben für eine Wolfspopulation bezogen auf einen Ein-Jahresrhythmus. Betrachtet wurden weibliche Tiere im Alter von einem, zwei und mindestens drei Jahren. 72% der Tiere sollten in den ersten zwei Lebensjahren sterben, gefragt war nach dem Wert für x:
Die übergeordnete Matrix im Zweijahresrhytmus enthält dem Term 0,7x an der Stelle, die angibt, welcher Anteil der einjährigen Tiere eines Jahrgangs nach zwei Jahren noch leben und dann in die Gruppe der mindestens drei Jahre alten Tiere übergehen. Wenn 72% von ihnen sterben, sind noch 28% übrig:
0,7 x = 0,28 -> x = 0,4
Im Sachzusammenhang bedeutet das, dass von den einjährigen Wölfinnen 40% das Alter von zwei Jahren erleben. In dieser Altersklasse ist, anders herum gesagt, die Sterblichkeit 60%.
Manchmal ist der aktuelle Populationsvektor nicht gegeben, aber eine bestimmte zukünftige Verteilung gefordert, zum Beispiel, dass drei beteiligte Gruppen gleich groß sind, also alle einen Anteil von 1/3 haben. Dann nimmst du einen aktuellen Vektor (x/y/z) an, multiplizierst die Matrix damit und setzt das Produkt dem geforderten Vektor gleich. Dieses Verfahren läuft rechnerisch genauso wie das Rechnen in die Vergangenheit, siehe nächster Punkt.
in die Vergangenheit
Um eine Population im vorherigen Zeitabschnitt (je nach Aufgabe Jahr, Monat oder Tag) zu berechnen, multiplizierst du die Übergangsmatrix mit einem unbekannten Populationsvektor (x/y/z) und setzt dieses Produkt dem aktuellen und bekannten Populationsvektor gleich:
Durch Ausmultiplizieren erhältst du ein Gleichungssystem:
I \quad\quad\quad\enspace2,5\cdot z=100 \\ II\quad\quad\quad\enspace 0,5\cdot x=250\\III\quad 0,8\cdot y+0,6\cdot z=80
Als Lösung erhältst du x = 500, y = 70 und z = 40. Das sind die Bestandszahlen vom letzten Jahr, Monat oder Tag, je nach Aufgabe.
Die Variablen x, y, und z können natürlich je nach Geschichte anders heißen. Zum Beispiel e für Eier, l für Larven und s für Schmetterlinge.
stabile Populationen
Eine übliche Aufgabe fragt nach einer „stabilen Verteilung“ oder einer Population „die sich nicht mehr verändert“. Der dazu gehörende Vektor wird auch als Fixvektor bezeichnet, weil der Zustand der Population ab diesem Zeitpunkt fixiert ist.
Dafür multiplizierst du die Matrix mit einem unbekannten Vektor und setzt das Produkt dem unbekannten Vektor gleich. Mit anderen Worten suchst du also nach dem Vektor, der bei diesem Vorgehen selbst wieder herauskommt. Du kannst die Matrix beliebig oft wieder mit diesem Vektor multiplizieren, das Ergebnis ist immer wieder dasselbe.
Durch Ausmultiplizieren erhältst du ein Gleichungssystem:
I \quad\quad\quad\quad2\cdot z=x \\ II\quad\quad\quad\enspace 0,5\cdot x=y\\III\enspace 0,8\cdot y+0,2\cdot z=z
Dieses Gleichungssystem hat keine eindeutige Lösung, weil nach dem „Aufräumen“, also dem Verschieben aller Variablen auf die linke Seite, rechts vom Gleichheitszeichen in jeder Gleichung eine Null steht.
Um ein Ergebnis zu erhalten, musst du für eine der Variablen eine konkrete Zahl vorgeben (die in der Aufgabe genannt wird). Soll zum Beispiel x= 100 sein, ergibt sich der Vektor (100/50/50).
Alternativ sollst du davon ausgehen, dass alle Tiere/Pflanzen zusammengezählt 100% entsprechen, also x + y + z = 1 ergibt. Damit bekommst du im vorliegenden Fall einen eindeutigen Vektor von (0,5/0,25 /0,25). Eine unendliche Anzahl möglicher stabiler Verteilungen sind Vielfache dieses Vektors.
Sollte das Gleichungssystem tatsächlich keine Lösung haben, gibt es keinen Fixvektor.
größte / kleinste mögliche Veränderungsrate ermitteln
In einer Klausur wurde das Wechselverhalten zwischen drei Stromtarifen betrachtet mit folgender Übergangsmatrix:
„Für den Anteil aller Kunden, die von einem Monat zum nächsten den Tarif wechseln, gibt es im Modell einen kleinsten und einen größten möglichen Wert. Geben Sie diese beiden Werte an und begründen Sie Ihre Angabe.“
Lies die Frage genau. Es geht darum, im welchen Fällen die meisten Menschen bei ihrem Tarif bleiben und in welchen die wenigsten. Dafür ist die Diagonale von links oben nach rechts unten zuständig: x · 0,84 + y · 0,71 + z · 0,86 ist der prozentuale Anteil der Personen, die nicht wechseln.
Die Extreme im Wechselverhalten ergeben sich als das Setzen von Nullen und Einsen im Verteilungsvektor. Wenn alle Personen im dritten Tarif sind, werden 86% dabei bleiben und 14% in die beiden anderen Tarife wechseln. Eine geringere Anzahl von Wechseln ist nicht erreichbar.
Wenn alle Personen im ersten Tarif sind, bleiben 84% dabei und 16% wechseln.
Wenn alle Personen im zweiten Tarif sind, bleiben nur 71% in ihrer Kategorie und 29% wechseln in die anderen Tarife.
Die Antwort lautet also: Der größte Wert ist 0,29, der kleinste ist 0,14.
Eignung eines Modells im Vergleich mit der Realität beurteilen
Die Beurteilung eines Modells hat nur begrenzt mit Mathematik zu tun. Meist geht es darum, dass wir davon ausgehen können, dass die Umweltbedingungen einer Tierpopulation nicht unendlich lange exakt gleich bleiben. Deswegen beschreibt die Übergangsmatrix die Veränderungen nur für einen endlichen Zeitraum.
Bezogen auf Marktprozesse kann eine Übergangsmatrix nur eine begrenzte Zahl von Jahren sinnvoll angewendet werden, bevor ein neues Produkt oder sogar eine technologische Weiterentwicklung auf den Markt kommt, ein neues Restaurant eröffnet wird oder ein Wirtschaftssystem sich durch politische Vorgänge stark verändert.
inverse Matrizen
Verfahren zum Invertieren
In den Klausuren 2017 bis 2023 war keine Berechnung einer inversen Matrix gefordert.
Dieses Video von MathemaTrick beschreibt das grundsätzliche Verfahren, falls du es trotzdem zur Sicherheit noch einmal wiederholen willst.
Interpretation einer inversen Matrix im Sachzusammenhang
Im Zusammenhang mit Austausch- oder Produktionsprozessen bedeutet die inverse Matrix den „Übergang in die Vergangenheit“ oder das Schließen von Rohstoffmengen auf die Mengen der Endprodukte.
Nur quadratische Matrizen können eine inverse Matrix haben. Nicht jede quadratische Matrix ist invertierbar.
Ist eine Matrix quadratisch, aber nicht nicht invertierbar, ist kein Rückschluss auf frühere Populationen möglich. Dieser Zusammenhang war unter anderem in Matrizenklausuren gefragt.
Bedeutung der Einheitsmatrix für inverse Matrizen
Eine Einheitsmatrix enthält nur Nullen und Einsen. Die Version mit drei Zeilen und drei Spalten sieht so aus:
\begin{pmatrix}1&0&0\\0&1&0\\0&0&1\end{pmatrix}
Einheitsmatrizen sind immer quadratisch und können unterschiedlich groß sein.
Sie kommen heraus, wenn du eine quadratische Matrix mit ihrer inversen Matrix multiplizierst. In einer der Klausuren zu Matrizen war genau dieser Zusammenhang gefragt. Es sollte also erkannt werden, dass
Wie gehe ich entspannt in die Abiturklausur Vektorrechnung?
Jetzt hast du einen Überblick, was dich in der Abiturklausur Vektorrechnung erwartet. Eine gute fachliche Vorbereitung ist schon die halbe Miete, auch für eine möglichst große innere Entspannung. Was kannst du zusätzlich während und in der Zeit vor der Prüfung tun?
Einer meiner am häufigsten wiederholten Tipps ist: „Mach dir eine Skizze!“ Weil ich davon so überzeugt bin, habe ich dazu einen eigenen Blogartikel geschrieben. Das Gehirn entspannt, wenn wir zunächst die Informationen aus einer Aufgabe grob auf Papier visualisieren.
Viele Dinge, die im Text unverständlich klingen, werden mit Hilfe einer bildlichen Darstellung oft viel offensichtlicher. Das betrifft ganz besonders geometrische Aufgabenstellungen.
Zusätzlich kannst du eine für dich passende Entspannungstechnik lernen. Dazu gibt es online Anleitungen für Meditationen, Atemtechniken, Affirmationen und ähnliche Methoden. Ich selbst habe eine geführte Meditation zur Stärkung der inneren Sicherheit vor Prüfungen geschrieben.
Fragen und Feedback
Diese Artikelreihe liegt mir besonders am Herzen. Und zwar, weil ich aus nächster Nähe sehe, wo die Schwierigkeiten liegen: Darin, die Aufgabenformulierungen überhaupt erst einmal zu verstehen und im generellen Druck, den die ungewisse Prüfungssituation erzeugt. Ich möchte deswegen dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen vor ihrer Abiturklausur hilfreiche Informationen erhalten.
Wenn du Fragen zur Abiturklausur Vektorrechnung hast oder zu meinem Artikel etwas anmerken möchtest, freue ich mich sehr über Rückmeldung. Gerne auch aus anderen Bundesländern 🙂
Und wenn du jemanden in deinem Umfeld hast, der oder die 2024 Matheabi schreiben wird, freue ich mich, wenn du diesen Artikel mit dieser Person teilst.
My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge March 2024. The prompt was „Levels“ and the required word count was 2500. Cover photo by Klub Boks on Pexels.
Dunstan the Wise
Lillian appreciated the fresh air outside her cottage. It was still morning, but noticeably warmer than in the weeks before. She shut the heavy oaken door behind her and ran a hand across the honey coloured stones around it, as if saying goodbye to a friendly pet.
Instead of walking off into the forest at once, she closed her eyes for a moment and shook her head. She could still hear her housemate’s voice ringing in her ears. Not for the first time she wondered if she had made a wise choice by inviting her into her home.
Lillian turned to look back through the round window. Ada was napping. A month ago, the old healer had died. Lillian was not sure if it had been a last-minute deathbed inspiration or planned long beforehand, but Ada had chosen to stay a little bit longer. Since then, the former teacher had been haunting an antique mirror, which had ended up in Lillian’s cottage. Most of the time, they both got along fine or at least close to some semblance of fine. Today was not one of those peaceful days.
Eventually, Lillian straightened up, brushed her long black hair out of her face, and took off towards the narrow but well-trodden path through the trees behind her cottage. As soon as Lillian had disappeared from view, Ada opened her eyes, stretched, and grinned.
Lillian loved all the seasons for all their respective peculiarities: summer for all the fruit and sunlight, autumn for its colours and the feasting, and winter for the resting and silence. Still, on this spring morning, her soul soaked up the delicate green, the enthusiastic chirping of the birds, and the abundance of blossoms bursting from the mossy ground.
This was no leisure walk, however. Her herb storage was running low, and the time was ideal for collecting fresh yarrow shoots. Also, Lillian was going to check on her favourite bend in the Crickle, the brook that meandered through her forest. Last time she had seen it in the winter, the snow had been a greyish colour. It had been dark and cold, and the snow had piled up so high that she had decided to postpone a closer examination until after the thaw.
While walking, her thoughts kept spinning around in her head. Why could people not be more like the forest? Generous and eternally regenerating instead of making problems out of nothing? Life had so much potential to be simpler and happier than it usually was. When it wasn’t, it was often due to people’s own choices.
Eventually, after the first half-hour among the trees, Lillian felt the muscles in her shoulders soften. She thought about how lately she had not come to the forest nearly often enough. This was where she could just be one with her surroundings. When she died, she was not going to spend her afterlife sandwiched between glass and silver. She was going to melt into the forest floor, resonate with the rotting leaves, and sleep in the bedrock underneath.
Soon, her basket was filled with juicy herbs and other bits and pieces. She could almost sense a low, rumbling purr underneath her feet, as if the forest had just been waiting for her. As if it were happy to see her, so it could present her with all these gifts. They would be useful in treating her patients over the next few months at least.
Her mood changed as soon as she approached the Crickle bend. An unnatural smell filled the air, and at the same time, there was an absence of any sound. Where last summer she had sat in the soft grass, the ground was bare except for a few dead fish close to the edge of the water. At the bottom of the stream, there were dark grey lumps, while on the surface Lillian saw a shimmer of colours. This oily film seemed to be the source of the smell, like a mixture of rubbish and metal and fire. And altogether wrong.
This was worse than she had expected, and it would require more work to remedy. For now, Lillian sat down on the ground, touching it with her fingertips. Usually the forest told her what was wrong and what she could do when she sat in quiet contact like this. Today and in this location, she found it hard to sense anything. She felt the dead fish struggling to decompose, but other than that no animals, no worms in the ground, no ants around her. The bushes that still stood here did not hold any leaves ready to burst forth—no sap, no energy.
Lillian struggled to concentrate, and it took her a while to realise why. In the background of the disturbing silence, there was a faint but rythmic clinking sound. Lillian decided she was going to refer to her books and ask the other healers for advice as well. But before she went home, she would investigate the clinking. It was not yet noon, and the day kept coming up with new and entertaining nuisances.
She soon found that there were voices as well, sounding neither trollish nor little folkish. Lillian was surprised to come across other humans in this part of the forest, so close to the black mountain. She slowed her pace again when she approached a clearing. This turned out to be where the noises came from.
There was a horse tied to a cart, as well as two men. One of them she recognised as Dunstan, the midwife’s son from the village. He wore a simple ochre tunic over dark brown trousers. Currently, he was busy hacking away at the rocky ground with a metal tool. The other man leaned against a tree and studied a parchment roll he held up. Lillian had never seen anyone wearing this much blue coloured clothing outside of an illustration in Ada’s books. Underneath the man’s heavy cloak she also noticed an intricately embroidered waistcoat made from dark red velvet.
Lillian watched Dunstan work his axe into the gritstone, following the stranger’s directions. Quite soon she could not hold back anymore. If she had learned one thing from Ada, it was how to project herself to make an entrance. She cleared her throat and stepped out into the clearing.
“What is going on here?”
Dunstan’s axe just about missed the tip of his left boot and got stuck in the ground. Lillian made an effort not showing how much she enjoyed seeing the colour drain from his face.
The cloaked man turned his face towards her and boomed:
“What’s it to you? Who are you anyway to traipse around in His Majesty’s woods? Poaching maybe? See that you get out of here right this instant, before I will have to arrest you myself!”
Dunstan’s head swivelled around to stare at the stranger. He flapped both his hands.
“My Lord, I wouldn’t speak to a healer like tha-”
“Nonsense! We are here at the king’s command! We will not be questioned by a peasant woman! Keep chopping, lad! I have a feeling we are getting close this time!”
Dunstan shifted his weight from one foot to the other and back a few times. At last, he decided to wrench the axe from where it had been lodged in the dark stone. However, even after successfully liberating it, he just gripped its handle so hard that his hands shook. Dunstan did not keep chopping.
“I still don’t think this is the best idea, Lord Butterworth. Offending a healer can lead to tragic results. Or painful ones. Or both.”
Lillian harrumphed again, louder this time.
“Dunstan, will you tell me what you are doing here? I can’t believe you would be reckless enough to hack around at the mountain. Have you not listened to your elders’ stories? What on Earth could be important enough to disturb the gritstone?”
Dunstan threw a quick glance towards the nobleman and concluded that even a king’s command was not worth neither tragedy nor pain.
“His Majesty heard there was some valuable ore in here. He sent His Lordship, who came to the village and ordered me to come along so we could look for it. So here we are and… Erm.”
Lillian frowned.
“Since when do we have a king around here?”
Dunstan shrugged.
“Apparently we’ve had a king since forever. It’s just that we haven’t been interesting enough to him before.”
“But Dunstan, we don’t disturb the mountain! We never have! It’s been known since… well since forever too. Since even before kings and lords!”
“Balderdash!” Lord Butterworth shouted. “Go back and dig, boy! Or, you know, maybe it is time to wet the rock again. And while you’re at it, you can get rid of that waste over there. We are not going to take it all the way back with us. It doesn’t look like the alchemists are going to find anything interesting in there. They were quite emphatic about not bringing any more sludge.”
At this point, it occurred to Lillian to look around at all the equipment the two men had brought. When she saw a couple of buckets on the cart filled with greyish material, her face went white. She closed the distance between her and Dunstan and shook him.
“Does this have to do with what happened to the Crickle? For how long have you been searching? Have you ever searched for ore anywhere near its spring or emptied your buckets into the water?”
Dunstan did not have to say anything, because his face did all the talking Lillian needed. He nodded at her, wriggled out of her grip, dropped the axe, and hurried off.
“Now look at what you did! You made my worker leave with your superstitious nonsense…”
Lillian covered her eyes with her hands, trying to ignore His Lordship’s droning voice. One argument in one day was bad enough. Unfortunately, Lillian had had her share of fighting before she had entered the forest.
The morning had started with Lillian burning her toast and dropping her mug of tea.
“Didn’t get enough sleep last night? No surprise there, the time you came home. And then tossed and turned for ages.”
“Mr. Thatcher had trouble with his stomach again.”
Ada had cackled.
“Well deserved, if you ask me.”
Lillian had not asked her. Still, Ada had been happy to comment.
“When I was alive, I had a patient like him. His poor wife nearly went out of her mind because he never learned. The third time she called me late in the evening, I sent her back with my regards and a handful of hyssop leaves.”
Lillian had folded her arms.
“He could have died!”
“If some of the villagers don’t want to listen, they will have to learn the hard way.”
“Why do you have to talk about them like that? As if we were any different!”
“We are, Lillian. And as soon as you accept that, you will finally be able to make peace with them and with yourself. And not to put too fine a point on it, you will be much more agreeable to live with.”
Lillian had balled her fists at that.
“I did not ask you to haunt my home.”
Ada had winked back.
“You did exactly that when you decided to rescue my mirror from my old cottage before it reverted. When you hung it up this wall.”
“So maybe I shouldn’t have listened to you. I shouldn’t have worried about you crumbling away just like the walls around you.”
“Maybe you shouldn’t have.”
Lillian had walked back and forth in her living room, throwing up her hands.
“That still doesn’t mean I have to be mean to others just because they aren’t healers! I don’t have to be hard and mean because I know how to-”
Ada had rolled her eyes.
“Of course not. You aren’t listening. Knowing when not to is part of knowing how to. Then again, sometimes so is knowing when to be who you are and to do what you know how to do.”
Lillian had pointed her finger at the mirror.
“Ada, you are not better than. And neither am I. I mean it. Having this kind of power and this kind of knowledge has to come with being extra careful and respectful.”
“Ha! I know that you don’t mind how the villagers treat you. Like they worry you might do something to them if they misbehave.”
“If they worry, it’s not because of what I ever did to anyone. Other healers did their best to work on our reputation.”
“And you benefit either way. Seems to me like you feel better than about not feeling better than. Very convenient that. And on top of that, you still waste your nights on people like Mr. Thatcher. How many decent mugs have you left to break?”
Lillian had looked at the clock next to Ada’s mirror.
“You know what? I think it’s time for me to go out and pick some yarrow. Get some fresh air.”
She had not listened to any response Ada had come up with. It had probably not been worth her attention anyway.
“Have you not been listening, woman? When His Majesty hears about this, you will realise the gravity of your mistake! Finding this ore is not just some fancy! It will be invaluable in improving our defenses! It will be a source of energy multiple times better than firewood! The way the alchemists see it, there is almost no limit to its uses! And you decided to scare away Mr. Duncan! I can’t be expected to do the exploration myself, can I?”
Lillian felt her blood bubble and boil underneath her skin. This man might not know better. He might just be at his king’s command. He might be under the impression that this fabulous ore would solve enough problems to warrant a few dead fish and a lifeless forest stream.
And yet.
“People like you are what is wrong with the world today!”
Those were the last words Lillian heard from Lord Butterworth.
When she returned home, Mrs. Thatcher was waiting at the door, wringing her hands.
“I know, I know. I shouldn’t have let him eat pork for breakfast, what with his stomach. But could you come anyway?”
Lillian went inside. Throwing a look at the mirror, she said:
“Not a word, Ada; I am not in the mood!”
Her herb storage was nearly empty, but there was still some dried hyssop left. Lillian returned to Mrs. Thatcher, handed her the jar and said,
“Send my best regards to your husband. I hope he is going to be alright and think about his life choices.”
At the bank of the Crickle, a small frog blinked in the midday sun. The other frogs had never seen one of their kind this shade of bright blue, yet they welcomed it into their midst as an equal.
Like my contribution to the story challenge March 2024? On my blog you can find and read more of my stories!
Es ist Zeit für den Monatsrückblick Februar 24 nach der Anleitung von Judith Peters. Wie so oft denke ich, es ist im vergangenen Monat gar nicht viel passiert. Andererseits habe ich endlich die Artikelreihe zum Matheabi angefangen, noch rechtzeitig vor den diesjährigen Prüfungen.
Und ein bisschen Gemütlichkeit ist außerdem mehr als in Ordnung 😉 In meinen Jahreskreisartikeln schreibe ich darüber, von der Natur zu lernen. Diese Botschaft gilt auch für mich 🙂
Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?
An weiteren Demos für die Demokratie teilnehmen. ✔️
Die online verfügbaren Matheabiturklausuren vom IQB und dem Bildungsministerium Schleswig-Holstein nach immer wiederkehrenden Aufgabentypen sichten. -> Den ersten Beitrag dazu habe ich am 29.2. veröffentlicht. Zwei Daumen hoch für das Schaltjahr ✔️
Meine Häkel-UFOs fertig stellen. -> Stattdessen habe ich ein Paar Socken angefangen, um Restwolle aufzubrauchen.
Das Industriemuseum Elmshorn besichtigen. -> Läuft mir nicht weg.
Mein Gartenjahr planen. -> Das wird jetzt im März so langsam echt Zeit 😀
Wenn mich irgendwas zuverlässig und schnell auf die Palme bringt, dann wenn jemand versucht, mir etwas zu erzählen, von dem ich weiß, dass es nicht stimmt.
Ich beobachte mich immer wieder dabei, wie ein Teil von mir versucht, mich davon zu überzeugen, dass mein Grenzensetzen und meine Authentizität anderen gegenüber gemein oder unzumutbar ist. Spannend 🙂 Und Motivation für ein weiteres Treffen mit dem Inneren Team.
Beide Punkte zusammen haben im Februar für interessante Lerngelegenheiten gesorgt 😉 und eine Menge Zeit und Energie gekostet.
Feste Abgabetermine motivieren mich mehr, als es mir gut tut. Besonders, wenn es spezielle Daten wie der 29. Februar sind 😀
Digitales Entrümpeln
Bei jedem Upgrade ist es dasselbe Drama. Ein Teil von mir möchte den Computer wieder frisch machen. Ein anderer Teil macht sich genauso irrational wie wirksam Sorgen, dabei könnten Daten verloren gehen.
Mir ist auch erst in den letzten Wochen klar geworden, dass es nicht üblich ist, auf mehreren elektronischen Geräten in ein bis zwei Browsern so viele Tabs offen zu haben. Auf meinem Smartphone zeigt mir regelmäßig das Smileysymbol an, dass ich wieder dreistellig bin.
Im Januar habe ich schon einiges an „hochinteressanten“ PDFs gelöscht. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich sehe oft online Artikel, die ich „demnächst“ dann „in Ruhe“ lesen werden. Wenn ich „Zeit habe“. Genauso die Sammlung an „Inspirationen“ und „Ideen“ für kreative Betätigung. Falls ich mal „Zeit habe“ 😀
Meine MP3-Sammlung sah ähnlich aus. Da muss ich schon im Dezember mal beschlossen haben, dass ich die sowieso nie anhören werde, gemessen daran, dass ich nicht einmal meine CDs häufig abspiele. Dass ich den Musikordner gelöscht habe, habe ich nur undeutlich in Erinnerung, aber komischerweise ist davon die Welt nicht untergegangen, mir ist das nur im Februar aufgefallen, als ich ein Lied suchte.
In meinem 5-Minuten-Programm ist jetzt digitales Entrümpeln ein fester Punkt, bis ich wieder Land sehe. Diese Methode habe ich mir von Ralf Senftleben von ZeitZuLeben abgeguckt: Ich stelle einen Timer auf fünf Minuten und konzentriere mich dann bis zum Piepen auf eine Tätigkeit. Nach fünf Minuten fällt der Hammer, ich stelle den Timer neu und widme mich einem anderen Projekt. In solchen kleinen Häppchen ist mir Decluttering zumutbar 🙂
Dass ich es im Februar trotzdem geschafft habe, auf Jammy Jellyfish umzusteigen, ist wie eine vorausgehende Belohnung für das Festplattenfegen 🙂 Bis die nächste Version heraus kommt, habe ich hoffentlich so schön aufgeräumt, dass der eine Teil in mir nicht mehr so bibbern muss.
Neustart zu Imbolc
Das Schöne am Jahreskreis ist, dass er keinen Anfang und kein Ende hat. Ich bin eine große Freundin von Neujahrsvorsätzen. Meiner Erfahrung nach ist mein Jahr umso sortierter, je mehr ich die Gelegenheit nutze, in den ersten Januartagen über meine Ziele nachzudenken.
Und gleichzeitig ist der Januar nicht unbedingt die Zeit, um konkret zu werden und viel zu schaffen. Das habe ich dieses Jahr besonders gemerkt, als mir zwischenmenschliche Unebenheiten gründlich dazwischen gefunkt haben und ich zu meinen diversen Projekten keine sonderliche Motivation mehr hatte. Andererseits lerne ich immer wieder gerne von der Natur, und die macht im Januar auch keine großen Sprünge.
Am Anfang des Februars steht Imbolc oder Lichtmess. Wenn die Tage spürbar länger werden, ist für mich die Zeit, konkreter zu werden. Dieser Tag steht in Verbindung mit Brighid, die unter anderem zuständig ist für Verträge und die Schmiedekunst. Vor ein paar Jahren habe ich mich einen kleinen Amboss modelliert als optischen Anker. Am ersten Februarwochenende setze ich mich traditionell mit meinem Inneren Team hin und bespreche einen Vertrag für das kommende Jahr.
Dieses Jahr habe ich für mich beschlossen, auf unbestimmte Zeit nicht mehr an mir zu „arbeiten“. Der Vertrag enthält also 2024 eher Prinzipien, wie ich auf mich achten werde. Ich habe ihn im Kleinformat ausgedruckt, aufgerollt und mit einer grünen Stoffschleife zusammen gebunden. Jetzt lehnt er neben meinem Amboss und ich freue mich darauf, wie er sich auf mein Jahr auswirken wird.
Was habe ich gelesen?
Ms Marvel und Captain Marvel
Einer der beiden Filme, die mir 2023 besonders gefallen haben, war „The Marvels“. Im Nachhinein habe ich entschieden, die Comics zu den Hauptfiguren zu lesen. Obwohl mein Bücherstapel eigentlich hoch genug ist. Bei einem kurzen Besuch auf Medimops sind mir diese beiden Sammelbände aufgefallen.
Beide Comics sind wie der Film wunderbar warmherzig und unterhaltsam. Es hilft, ein bisschen über die Figuren zu wissen, oder wie ich ständig das Marvel Wiki griffbereit zu haben. Letzteres verlängert den Lesegenuss durch spannende Ausflüge in den Kaninchenbau 😀
Ich habe schon eine Liste an weiteren Comics, die ich auch noch lesen will. Das ganze Marvel-Universum werde ich in diesem Leben nicht mehr aufholen, aber das muss ich auch nicht.
„No Normal“ ist Kamala Khans Origin Story. Wir erfahren, wie ihr bisheriges Leben als Sechzehnjährige aussieht. Ihre Eltern erwarten von ihr vorbildliches Verhalten, sie selbst interessiert sich für die Avengers, vor allem Captain Marvel.
An einem Punkt der Geschichte bekommt sie selbst Superkräfte, die sie dann erst einmal sortieren muss. Ich finde solche Ursprungsgeschichten sehr spannend und dieser Comic hat mich nicht enttäuscht. Der Weg zur kompetenten Superheldin ist holprig und nicht alles ist, wie es scheint 🙂
Der Comic um Captain Marvel setzt später an. Carol Danvers ist schon als Helferin in der Not etabliert, als sie eigentlich nur einen verirrten Teenager zu Hause abliefern will. Auf deren Heimatplaneten wird sie dann in eine Geschichte um Macht, Loyalität und Ehrlichkeit hinein gezogen.
Gut, dass sich Comics so schnell lesen. Der Anfang der Geschichte was „etwas“ verwirrend, beim zweiten Lesen habe ich das eine oder andere erst verstanden. Aber das macht so eine Intrigengeschichte am Ende extra unterhaltsam für mich.
Wintergedichte
Dieses Buch hatte ich schon einige Jahre auf meinem Stapel. Im Januar habe ich dann angefangen, es zu lesen. Es ist Teil einer Reihe, von der ich nach den anderen drei Bänden gucken werde. In meiner Jahreskreisreihe zu passenden Aktivitäten für jede Jahreszeit habe ich auch versucht, jeweils relevante Lektüren zu finden.
Die sehr unterschiedlichen Gedichte in diesem Buch drücken alle auf ihre Weise die Bedeutung des Winters für uns Menschen aus. Vom Ende des Herbstes, wenn alles dunkler wird und abzusterben scheint, über das Versprechen der Wintersonnenwende bis hin zu ersten Lebenszeichen der Natur im Februar.
Mit hat die Unterschiedlichkeit sehr berührt. Manche Gedichte waren sehr naturverbunden, manche sehr romantisch, alle haben Hoffnung transportiert. Hoffnung darauf, dass das Licht und die Wärme zurück kehren.
Ich bin schon sehr gespannt auf die Gedichte übe den Frühling.
Und was war sonst noch los?
FrühlingsversprechenSo sahen sie Ende Januar aus. Nach mehrfachem Neuanfang und wiederholtem Ribbeln stimmten die Maße endlich.Im Dezember angefangen, im Februar fertig geworden. Eine relativ kurze UFO-Phase 😀 Und sie passen wirklich super! Mehr FrühlingsversprechenDas hier ist normalerweise eine Wiese. Der Boden im Kreis Pinneberg hat teils schlechte Drainageeigenschaften,Walking am Morgen hält zauberhafte Belohnungen bereit.Seit Jahrzehnten mal wieder neues Briefpapier. Hauptsächlich habe ich mich gefreut, dass es noch welches gibt. Und dann noch Einhörner 😍Ein paar Exemplare aus meiner Demoschildsammlung. Es gab tatsächlich Demogeld, allerdings nur in 0€-Scheinen 😀Hätte mir jemand im März 22 gesagt, dass ich 700 Tage am Ball bleiben würde, ich hätte vermutlich laut gelacht.Noch mehr Frühlingsversprechen.
Von Hurkle-Durkle bis „Alles zu viel“: Mein Resümee des ersten Monats fällt gemischt aus. Ab der zweiten Woche kam zwischenmenschlicher Stress dazwischen, der sich bin in den Februar auswirkte. Und dann gab es noch Demos und Häkelprojekte 🙂
Mein Beitrag zur Kurzgeschichtenchallenge von Deadlines For Writers. Im Februar war das Stichwort „murmur“, die vorgegebene Länge war 1250 Wörter. Dieses Jahr möchte ich zu allen 12 Terminen eine Geschichte schreiben. Ich basiere sie wieder auf immer dieselbe Protagonistin und hoffe, das hilft.“The end of an era means decisions have to be made. What will Lillian let got of: The plans for her own life or her old teacher?“
Dieses Projekt hatte mir schon lange im Hinterkopf herum gespukt. Für das Matheabi 24 ist dieser erste Artikel der Reihe gut im Zeitplan. Ich bin öffentlich einsehbare Übungsklausuren mit einer Strichliste durchgegangen und habe aufgelistet, welche Aufgabentypen sich wiederholen. Außerdem habe ich jeweils Tipps und Rechenansätze dazu geschrieben.
My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge February 2024. The prompt was „Murmur“ and the required word count was 1250. Cover photo by Harald Arlander on Unsplash.
Taking Over
This was just typical: On the one day Lillian was going to do absolutely nothing, Etta had decided to die.
It had not been necessary for the other healers to inform Lillian, the entire forest buzzing with the news. Still, Ruby had almost managed to knock on the cottage door, if it had not been for Lillian opening the door first, fully dressed in all black.
Together they went on their way for the send off. An outside observer would not have guessed that they were the same age and had finished their apprenticeships together. Ruby was uncharacteristically pale and quiet. Lillian strode forth almost too fast for her friend to keep up.
At last curiosity getting the better of her, Ruby spoke up.
“What do you think she is going to say?”
Lillian’s brows furrowed but she did not slow down.
“No point in speculating. You know her, she enjoys surprising us.”
Ruby nodded, jogging for a bit.
“I for one don’t want to take over her cottage. It give me the creeps the way all her things seem to be alive.”
“Someone will have to, otherwise it’s going to revert. Then again, maybe that would be best for all concerned.”
“You have been her favourite since even before our exam, Lillian. She might just choose you. You know, as her heir.”
“I am not keen on taking over either. Also, if I had had any choice, you bet I would’ve preferred to not attract so much of her attention.”
“Yeah, I know. Not like I ever wanted to be in your shoes, really.”
After a shared glance, they walked the rest of the way in silence.
Etta’s home was covered in moss and lichen. Its thatched roof was not far from disintegration as it was but the steel-grey stones looked as if they had another couple of millenia in them. The trees surrounding it were even more gnarly than the ones Lillian had arranged around and trained for her own cottage.
The oaken door was ajar and in the main room all of the other healers were already assembled. Etta’s bed had been moved into the center with the younger women lined up around her. Most of them tried to lean against the whitewashed wall as unconspicuously as possible.
Etta wore her best outfit underneath the colourful granny square cover Ruby had crocheted for her shortly before exam day last year.
“How good of you two to come,” Etta quipped. “That means we are complete.”
She looked neither old nor in any way close to death. However, if there was one thing Lillian had learned form her teacher, it was how to project whatever impression you wanted to leave on others.
“Someone should put some more wood on the fire,” Etta said to nobody in particular, in spite of everyone around her having to wipe sweat from their faces.
For a long while, the only sound in the room was the less than comforting ticking of the clock. Eventually Ruby went outside. The rest of the women focussed on keeping their facial expressions neutral, yet some could not help rolling their eyes at Ruby’s grumbling outside, followed by wood chopping noises. Only two persons looked genuinely unfazed, one of them Etta.
She chirped “Right, who wants to read?”
Lillian shook her head at the general lack of enthusiam and said: “I’ll do it.”
She walked deeper inside the room toward the hearth and took the old leatherbound book from the rickety shelf on the wall. She sat down at the foot of Etta’s bed, opened the book and started chanting the ancient words that would accompany her teacher on her journey to the other side. The other women joined in, humming in harmony.
The solemnity was only interrupted when Ruby came back, her arms full of impeccable logs, her eyes wide. For a second the women stopped singing and Etta chuckled. Lillian took a deep breath before she went back to chanting. Even Ruby found her spot in the ritual in the end so that finally Etta sank back into her pillows and closed her eyes. At first, she only seemed to have fallen asleep. But soon her chest stopped moving and the face she had been presenting relaxed into that of a human woman showing her age.
The humming softened and their voices came together in one last pure note. It took them a minute to realise what was missing: The pendulum underneath the old clock next to the incongruously ornate mirror. It had stopped moving..
This was what they had been trained for: Watching over a recently abandoned body. Still, today was different. Etta had been there on most of their first days on earth. From today on, things would be different.
There were only a few half-hearted complaints as Ruby placed her logs on the fire. The crackling was a welcome addition to the silence that fell over the hours that followed.
When the first light of morning touched the windows, the first of the group excused themselves. Not unexpectedly, there were a lot of patients to look after and many pantries in urgent need of restocking.
At last, only Ruby and Lillian were left.
“Don’t take this the wrong way, but I really have to-”
“It’s alright Ruby. I can tidy up. But don’t believe I am going to take over this place. None of the others wanted it. She did not say anything. I am fine with this cottage reverting.”
“Right. Yeah. So, if you don’t need me . . .?”
“Go ahead. I’ll see you tomorrow.”
Lillian stood up and replaced the book on the shelf. She took a last look into Etta’s pantry. It was empty and had been swiped clean. Lillian shook her head grinning.
As she swiped non-existant dust from the window, a quiet voice behind her asked:
“You didn’t think you would get rid of me so easily, did you? Can you believe how busy everybody was? What a pity. What with me at the ready to pass on my heritage and no volunteers!”
Lillian stared at the body. If anything, it looked even wrinklier and smaller now than last night. But something moved in the corner of her eye.
There she was, in the mirror, a familiar face. Maybe even more vibrant than before.
“Now I regret throwing out my herbal supplies, come to think of it. You I could always count on to know your way around them and appreciate them. Hopefully my books will make up for it. I bet we are going to get along famously, you and I.”
“No Etta, I am not going to move in here. I love my own cottage and my own life far too much to-”
“To what? Turn into me? Trust me: The chances are slim.”
“Goodbye, Etta.”
The face in the mirror turned white for a split second.
“Wait! I am not ready to truly crumble! You could stay for a week, see how you like it?”
“Goodbye Etta. And thank you.”
Lilian locked the door from the outside and hid the key under the doormat. The way home turned out to be a fantastic opportunity to practice projecting.
Late at night, Etta’s cottage door opened again. A dark figure went inside, plucked the mirror from the already decomposing wall and rushed home with it.
Lillian adjusted the mirror next to her own clock, wiped the smooth surface clean and whispered:
“Don’t make me regret this.”
Like my contribution to the story challenge February 2024? On my blog you can find and read more of my stories!
Bereitest du dich auf die Abiturklausur Stochastik vor? Ich habe die IQB-Aufgaben für dich gesichtet und erzähle dir, was darin vorkam.
Meine Nachhilfeschüler:innen bereiten sich aktuell unter anderem auf das Abitur in Mathematik vor. Ähnlich populär wie die Analysis ist der Teilbereich der Stochastik.
Im Laufe der Evolution war es für uns Menschen leider nicht von Vorteil, lang und breit eine Risikoabschätzung durchzuführen, wenn Gefahr drohte. Vermutlich deshalb scheint für viele von uns dieser Bereich der Oberstufenmathematik besonders mysteriös. Vielleicht geht es dir ja auch so.
Wenn du allerdings besser abschätzen kannst, was auf dich zukommt, ist die Chance größer, dass du bei dieser Prüfung möglichst stressfrei antrittst und damit möglich gut dein gelerntes Wissen zur Verfügung hast.
Dieser Artikel ist zu deiner Information gedacht, aber auch als Abhakliste, was du schon sicher kannst. Und zur Planung, was du noch unbedingt wiederholen solltest. Ich habe Details und Tipps angefügt, die du durch Klick auf den jeweiligen Stichpunkt sichtbar machen kannst. Im Laufe der Zeit werde ich eventuelle neue Informationen noch ergänzen.
In Schleswig-Holstein werden die Abiturklausuren 2024 auf den IQB-Poolaufgaben basieren. Daher fokussiere ich mich mit dieser Artikelserie auf diese öffentlich einsehbaren Übungsaufgaben. Und zwar zunächst auf die Dokumente zum erhöhten Niveau aus den Jahren 2017 bis 2023.
Als Nächstes werde ich über die Vektorrechnung und die Aufgaben im hilfsmittelfreien Teil schreiben. Wenn ich damit fertig bin, füge ich Informationen über das grundlegende Niveau zu.
Wichtig: Natürlich können in zukünftigen Klausuren Aufgaben vorkommen, die von meiner Liste nicht abgedeckt sind.
Abiturklausur StochastikDieser Blogartikel fasst alle meine Beiträge zur Vorbereitung auf das Matheabi zusammen:
Warum sind Klausuren vergangener Jahre interessant?
Viele Abituraufgaben im Fach Mathe wiederholen sich über die Jahre immer wieder. Das gilt für die Stochastik noch mehr als für die Analysis. Daneben gibt es immer Knobelaufgaben aus dem Anforderungsbereich III, für die kreativ über den vorher eingeübten Lernstoff hinaus gedacht werden muss.
Wenn du die häufig vorkommenden Inhalte im Blick hast und diese bei deiner Vorbereitung gut übst, hat das zwei Vorteile:
Du kannst diese Aufgaben schneller und zuverlässiger erledigen und hast dann mehr Zeit für die kniffeligeren Fragen.
Du bist von vornherein entspannter. Das steigert deine Erfolgsaussichten ähnlich nachhaltig wie ein solides Faktenwissen.
Was ist mit Stochastik gemeint?
Der Begriff Stochastik kommt vom griechischen στοχαστικὴ τέχνη = „Kunst des Vermutens“. In der Oberstufenmathematik umfasst dies Berechnungen von Wahrscheinlichkeiten, die statistischeAuswertung von Daten und die Kombinatorik.
Letztere ist meiner Einschätzung nach besonders wenig mit menschlichen Gehirnen kompatibel. Kombinatorische Aufgaben drehen sich zum Beispiel darum, wie viele Möglichkeiten jemand hat, eine bestimmte Anzahl von Büchern in ein Regal zu stellen. Dabei sehe ich regelmäßig in ungläubige Gesichter 😀
Wie wichtig ein grundsätzliches Verständnis von Stochastik ist, haben wir besonders während der Coronajahre beobachtet. Aus dem Bauch heraus geschätzte Risiken weichen oft von berechneten Wahrscheinlichkeiten ab. Gerade in Krisen ist allerdings möglichst rationales Verhalten möglichst vieler Menschen wünschenswert.
Aufbau einer Abiturklausur Stochastik
In allen Fällen waren Sachaufgaben zu berechnen. Das liegt daran, dass sich für eine Abiturklausur Stochastik auf die Realität bezogene Geschichten anbieten. Währenddessen ist es in der Analysis nicht abwegig, sich mit einer völlig kontextfreien „nackten“ Funktion zu befassen.
Die Geschichten in der Stochastik sind untereinander sehr ähnlich. Meist geht es um Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen verkaufen oder um ein Glücksspiel. Die häufigen Wiederholungen helfen, sich in die Geschichten hinein zu versetzen.
In ca. 70% der Klausuren gab es im Arbeitsblatt eine durchgehende Hintergrundgeschichte.
Ich habe nach meiner Sichtung die Aufgaben in folgende Kategorien aufgeteilt:
Wissen aus der Mittelstufe und allgemeine mathematische Fertigkeiten
Grundsätze der Wahrscheinlichkeitsrechnung
Baumdiagramme, Vierfeldertafeln, bedingte Wahrscheinlichkeiten und stochastische Unabhängigkeit
Binomialverteilungen
Normalverteilungen
Konfidenz- und Prognoseintervalle
Hypothesentests
Kombinatorik
Fragestellungen aus höheren Anforderungsbereichen
Grundsätzlich sind Hypothesentests, Konfidenz- und Prognoseintervalle, Binomialverteilung und Normalverteilung eigentlich ein großes Thema. In der Abiturklausur Stochastik finden sich allerdings Aufgabentypen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Deswegen habe ich diese Unterthemen separat betrachtet.
Mittelstufenwissen
Abgefragtes Mittelstufenwissen
Dieser Punkt ist mir generell im meinem Unterricht wichtig: In der Mittelstufe lernt ihr eine Reihe von Fakten und Methoden, die ihr in der Oberstufe braucht. Es wird nicht explizit darauf hingewiesen, sondern stillschweigend erwartet, dass ihr das selbst erkennt.
Die erste Methode dieser Art ist die quadratische Gleichung. Zusammen mit binomischen Formeln brauchst du sie zum Beispiel, wenn du es mit einem Baumdiagramm zu tun hast, bei dem du eine unbekannte Trefferwahrscheinlichkeit p ermitteln sollst.
Natürlich kommst du bei den Komplexaufgaben des Matheabiturs ohne pq-Formel aus. Der Taschenrechner löst quadratische Gleichungen schließlich für dich. Nur musst du sie erst einmal als solche erkennen, und nicht irrtümlich davon ausgehen, sie wären nur in der Analysis zu Hause.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Prozentrechnung. Zusammen mit der Bruchrechnung taucht sie häufig in meinem Unterricht als Schwachstelle auf. Wahrscheinlichkeiten entsprechen relativen Häufigkeiten und werden daher in Prozent angegeben.
Meine Tipps
Ich empfehle dringend:
Schließe deine Gedächtnislücken, was Brüche angeht.
Wiederhole die Umformung von Brüchen, Prozentangaben und Dezimalzahlen ineinander.
Stelle sicher, dass du das wissenschaftliche Zahlenformat kennst, damit dich die Taschenrechneranzeige nicht überrascht.
Was du zum wissenschaftlichen Format wissen solltest
Beispiel: 3,467 · 10-4
Die -4 gibt die Stelle hinter dem Komma an, an der die 3 stehen muss:
0, _ _ _ 3
Die Stellen links der 3 werden mit Nullen aufgefüllt. Die Stellen rechts davon mit der originalen Zahlenfolge „467“:
3,467 · 10-4 = 0,0003467
Negative Exponenten sind relevant für Wahrscheinlichkeiten.
Beispiel 9,1058 · 107
Die 7 gibt an, um wie viele Stellen das Komma nach rechts gerückt werden muss:
91058 _ _ _,
Eventuell entstehende leere Stellen werden mit Nullen gefüllt. Steht das Komma dann rechts am Ende, fällt es weg:
9,1058 · 107 = 91058000
Positive Exponenten sind relevant in der Kombinatorik, weil dort regelmäßig sehr große Zahlen heraus kommen. Als Endergebnis kannst du die Taschenrecheranzeige in diesen Fällen abschreiben. Denke aber daran, die Zehnerpotenz mit anzugeben.
Die restlichen Punkte waren bunt gemischt und tauchten nur in wenigen Jahrgängen jeweils tatsächlich auf. Trotzdem ist es immer eine gute Idee, sie auf dem Schirm zu haben, weil sich damit mancher Sachzusammenhang erst interpretieren lässt:
Bogenmaß und Winkel (Aufteilung von Glücksrädern)
Terme und Gleichungen umstellen
Interpretation von Diagrammen auch mit unbekannten Darstellungsformaten
Beurteilung der Realitätsnähe eines Modells
Binomische Formeln und die pq-Formel sind in der Formelsammlung zu finden, die dir zur schriftlichen Abiturprüfung ausgehändigt wird. (PDF-Datei) Das Bogenmaß wird dort nur sehr knapp erwähnt, seine Anwendung aber nicht erklärt.
Grundsätze der Wahrscheinlichkeitsrechnung
Grundbegriffe
Wahrscheinlichkeiten als Anteile
Dieser Punkt läuft erfahrungsgemäß intuitiv. Oft sollst du aus einer einleitenden Erklärung mit Hilfe einfacher Bruchrechnung Wahrscheinlichkeiten angeben. Dahinter mehr zu vermuten, nur weil dieser Prüfungsteil unter der Überschrift Stochastik läuft, stresst nur unnötig.
Beispiel: In einer Schulklasse sind 20 Kinder. 8 davon tragen eine Brille. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewähltes Kind eine Brille trägt?
8 : 20 =0,4 bzw. 40 %
Tief durchatmen, mehr steckt hinter dieser Frage nicht 🙂
Wahrscheinlichkeiten aus Winkeln auf einem Glücksrad
Hier hilft dir der Dreisatz: 360° entsprechen 100 %. Ist dein Winkel gegeben, zum Beispiel φ = 72°, dann gehört zu diesem Feld auf dem Glücksrad die Wahrscheinlichkeit 72° : 360° · 100 % = 20 %
Es kommt vor, dass der Winkel zunächst nicht gegeben ist, dann lässt du die Wahrscheinlichkeit als p = φ : 360° stehen.
Manchmal wird der Winkel im Bogenmaß betrachtet, dann gilt: 2π entsprechen 100 %.
Gegenereignis / Gegenwahrscheinlichkeit
Hier ist logisches Denken gefragt. In den IQB-Klausuren habe ich keine klassische 3-mal-mindestens-Aufgabe gefunden. Trotzdem ist es sinnvoll, dir das Gegenteil von „mindestens einmal“ zu merken. Das ist nämlich „Null mal“ und kann Rechnungen drastisch vereinfachen oder mitunter überhaupt erst ermöglichen.
Das generelle Konzept der Gegenwahrscheinlichkeit tauchte mehrfach auf. Wenn ein Ereignis sehr kompliziert zu berechnen ist, lohnt es sich oft, das Gegenereignis zu formulieren. Dessen Wahrscheinlichkeit ziehst du dann von 1 ab.
Häufige Formulierungen in Aufgaben
Logische Formulierungen
Die Abiturklausur Stochastik ist vom Umfang her eher übersichtlich. Nutze deine Zeit, um Texte zweimal zu lesen und wichtiges farbig zu markieren.
Ereignisse können zum Beispiel mit „sowohl als auch“, „weder… noch…“ und „entweder… oder…“ formuliert werden. Eine Skizze hilft dir, daraus Wahrscheinlichkeiten zusammenzusetzen.
Die folgenden Beschreibungen solltest du gut auseinanderhalten:
„mindestens“ -> ≥
„höchstens“ -> ≤
„weniger als“, „unter“ -> <
„mehr als“, „über“ -> >
Für Intervalle, zum Beispiel „mehr als 5 aber höchstens 8“, schreibst du P(5<X ≤8).
In fast 30 % der Fälle tauchte dieser Auftrag auf:
„Geben Sie ein Ereignis an, das…“
Meistens soll das Ereignis zu einem Term passen, der auf der Bernoulli-Formel oder einem Pfad innerhalb eines Baumdiagramms basiert.
Für deine Formulierung entnimmst du Satzbausteine aus der Grundgeschichte und passt n, p und k entsprechend dem gegebenen Term an. Bedenke, dass für k = 0 und k = 1 sich in der Bernoulli-Formel einiges vereinfacht. Ein Beispiel:
In diesem Fall könnte dir der Term 4 · 0,819 + 0,820 präsentiert werden. Aus dem Sachzusammenhang sollte sich ergeben, dass
n = 20 und p =0,2
Der Term beschreibt P(X=0) und P(X=1). Am Ende lautet das Ereignis also zum Beispiel „Von 20 untersuchten Bildschirmen ist höchstens einer defekt.“
Tief durchatmen, es ist nicht so kompliziert, wie es scheinen mag. Und es lohnt sich, diesen Aufgabentyp zu üben
Baumdiagramme / Vierfeldertafeln
Dieser Aufgabentyp taucht besonders häufig und oft am Anfang der Abiturklausur Stochastik auf. Oft soll eine Vierfeldertafel oder ein Baumdiagramm explizit angefertigt oder vervollständigt werden. Manchmal musst du ein gegebenes Baumdiagramm interpretieren.
In einigen Fällen lohnt es sich, ein Baumdiagramm oder eine Vierfeldertafel zu erstellen, ohne dass dies ausdrücklich gefordert ist. Denn beide helfen, eine Textaufgabe kompakt und anschaulich darzustellen. Welches der beiden Formate du wählst, ist dabei eher eine Frage deiner Präferenz.
Folgende Aufgaben fallen in diesen Themenbereich:
Baumdiagramm mit unbekannter Wahrscheinlichkeit p
Beim Zeichnen schreibst du an den entsprechenden Zweig ein p und an den Zweig zum Gegenereignis (1-p). Wenn du die einzelnen Pfade durchmultipliziert und das Ergebnis mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit gleichgesetzt hast, löst du nach p auf.
Dies ist eine Stelle, an der (wie weiter oben angekündigt) eine quadratische Gleichung vorkommt 🙂
Bedingte Wahrscheinlichkeiten
Die Aufgaben fragen nicht explizit nach bedingten Wahrscheinlichkeiten, sondern enthalten häufig Relativsätze oder Konditionalsätze:
„…, dass ein Bildschirm, der defekt ist, im Test durchfällt“
„…, dass ein Bildschirm im Test durchfällt, wenn er defekt ist.“
Eine ähnliche Logik enthalten Formulierungen der Art:
„…, dass ein defekter Bildschirm durchfällt.
In allen Fällen wird bei zwei Eigenschaften nach dem Vorkommen der einen Eigenschaft in der Untergruppe gefragt, die auch die andere Eigenschaft trägt.
Im Baumdiagramm stehen die bedingten Wahrscheinlichkeiten an den unteren Zweigen, wie im folgenden Beispiel:
In der Vierfeldertafel kannst du die bedingten Wahrscheinlichkeiten nicht direkt ablesen, sondern musst sie berechnen:
P_A(B)=\frac{P(A\cap B)}{P(A)}
Stochastische Unabhängigkeit
Es wurde ausdrücklich der Begriff „abhängig“ beziehungsweise „unabhängig“ verwendet. Berechne die relevanten bedingten Wahrscheinlichkeiten und vergleiche, zum Beispiel:
PA(B) = P(B)
Wenn diese Gleichung stimmt, sind die Eigenschaften A und B unabhängig.
Wahrscheinlichkeit bei einem mehrstufigen Experiment
Bei einem Ereignis der Sorte „Bei dreimaligem Würfeln kommt dreimal eine Sechs heraus“ hilft ein Baumdiagramm und das Befolgen der Pfadregeln.
Binomialverteilungen
Grundsätze der Binomialverteilung
Oft steht über einer Aufgabe aus dem Bereich Verteilungen: „Definieren Sie ihre Zufallsvariable„. Dieser Schritt ist für dich sehr wichtig, weil von einer sauberen Definition abhängt, wie klar du die folgenden Rechenschritte aufbaust.
Manchmal ist die Zufallsvariable schon definiert. Dann empfehle ich, sie farbig zu markieren und die Formulierung zweimal zu lesen.
In den meisten Fällen beginnt die Definition mit „Anzahl der…“. Versetze dich in die Lage der Person aus der Geschichte und überlege dir, wo ihr Interesse liegt und was sie mit einer Strichliste in der Hand zählt. Das sind die sogenannten Treffer.
Die Trefferwahrscheinlichkeit p steht manchmal im Text. Manchmal musst du sie als Anteil berechnen. In anderen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit für eine Niete gegeben, diese ziehst du von 1 ab.
Auch wenn du Wahrscheinlichkeiten mit dem Taschenrechner berechnest, solltest du die Bernoulliformel beherrschen und verstanden haben, was passiert, wenn du für k eine 1 oder eine 0 einsetzt. Denn regelmäßig ist die Aufgabe einen gegebenen Bernoulliterm zu interpretieren oder selbst zu einem Sachverhalt den passenden Term anzugeben.
Darf die Binomialverteilung angewendet werden?
Streng genommen ist eine Verteilung nicht binomial, wenn p nicht konstant bleibt, also zum Beispiel nicht zurückgelegt wird. Bei Umfragen werden Personen nicht zweimal befragt. Bei Qualitätstests werden geöffnete Produkte entsorgt und nicht in den Produktstrom zurück gelegt und dann eventuell ein weiteres Mal getestet.
In diesen Fällen kann eine Verteilung als näherungsweise binomialverteilt betrachtet werden, wenn die betrachtete Stichprobe klein ist bei einer großen Grundgesamtheit.
Trotzdem kann bei Sachzusammenhängen mit Menschen ein entscheidender Faktor sein, dass sie in Kleingruppen antreten. Wenn zum Beispiel die Mutter entscheidet, doch nicht in den Freizeitpark zu gehen, bleiben die Kinder auch zu Hause. Die Wahrscheinlichkeit für ihren Freizeitparkbesuch sinkt damit abhängig von der Mutter auf Null.
Rechnen mit der Bernoulliformel
Bernoulli bei k = 1 und k = 0
Für k wird gerne einer dieser Werte gewählt, weil sich dadurch einiges vereinfacht:
Mit zum Beispiel n = 20 und p = 0,2 wird daraus 0,820
P für Ereignisse berechnen
Wichtig ist, dass du aus dem Text den korrekten Term abliest. „Die Wahrscheinlichkeit für über 15 Treffer“ bedeutet zum Beispiel P(X>15)
Ich empfehle, vorher sicherzustellen, dass du zuverlässig weißt, wie du diese Wahrscheinlichkeiten mit dem Taschenrechner berechnest.
Es war häufig zu berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit etwas mindestens, höchstens oder zwischen zwei Werten eintrifft. Eine Angabe der Art „genau 20 mal“ kam allerdings auch immer wieder vor.
„X weicht um 0,5 · σ von µ ab“ / „X weicht um 15 % von µ ab“
In diesem Fall berechnest du µ und gegebenenfalls σ:
\mu=n\cdot p \quad\quad\quad \sigma=\sqrt{n\cdot p\cdot(1-p)}
Dann addierst du den geforderten Wert einmal zu µ dazu und ziehst ihn einmal ab. Damit hast du deine Werte für das linke und das rechte k und verfährst dann wie im Punkt „P für Ereignisse berechnen“.
Durch Probieren n oder p oder k ermitteln
Auch wenn es nicht explizit in der Aufgabe steht: Wenn zwei der drei Größen n, p und k gegeben sind und eine bestimmte Wahrscheinlichkeit P gefordert ist, bleibt dir nichts übrig, als im Taschenrechner eine der Größen so lange zu variieren, bis sich das gesuchte P ergibt.
Zur nachvollziehbaren Dokumentation schreibst du am besten eine Tabelle mit den verschiedenen Ergebnissen, die du auf dem Weg zur Lösung bekommen hast.
Besondere Aufgabentypen
Dreimal mindestens
In den alten Stochastik-Klausuren aus Schleswig-Holstein kam dieser Aufgabentyp häufig vor. Zwischen 2017 und 2023 war in den IQB-Klausuren nur einmal nach einer Mindestzahl an Versuchen n gefragt. Weil die Trefferzahl mindestens 3 sein sollte, war der Lösungsweg das Ausprobieren.
Weil die klassische „Dreimal mindestens“-Aufgabe mit P(X≥1) so „elegant“ ist , gehe ich davon aus, dass sie in Zukunft auch in den länderübergreifenden Abiturklausuren eine Rolle spielen wird.
Bis ich selbst eine Erklärung geschrieben habe, verweise ich für den immer gleichen Lösungsweg auf dieses Video.
Ineinander verschachtelte Binomialverteilungen
Zwei Bernoulliexperimente können ineinander verschachtelt sein. Ein Beispiel:
Eine Kiste mit 12 Saftflaschen wird akzeptiert, wenn mindestens 10 Flaschen das vorgegebene Volumen Saft enthalten. Die Firma befüllt erfahrungsgemäß 2 % der Flaschen nicht ordentlich. Ein Unternehmen kauft 100 Kisten.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass 100 von 100 Kisten in Ordnung sind?
Zufallsgröße Y: Anzahl der ordentlich befüllten Flaschen in einer Kiste nY = 12 kY = 10 pY = P(„Flasche ist ordentlich befüllt“)= 1 – 0,02 = 0,98
Zufallsgröße Z: Anzahl der akzeptierten Kisten nZ = 100 kz = 100 pz = P(„Kiste wird akzeptiert“)
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kiste akzeptiert wird (pZ) ist P(Y≥10). Es muss also zunächst die eine Teilaufgabe erledigt und dann deren Ergebnis bei der zweiten Teilaufgabe eingesetzt werden.
Mit nY = 12 und pY = 0,98 ist P(Y≥10) ≈ 0,9985 = pZ
Mit nZ = 12 und pZ = 0,9985 ist P(Z=100) ≈ 0,8606
Grundsätzlich brauchst du für diese Aufgabe keine unbekannte oder komplizierte Rechenmethode. Du musst nur logisch denkend vorgehen, deine Variablen sauber definieren und dann in Ruhe deine Rechenschritte abarbeiten.
Anwendung auf Sachzusammenhang
Balkendiagramm einer Binomialverteilung zuordnen
Der Auftrag kann lauten „Begründen Sie, warum dieses Diagramm nicht die beschriebene Binomialverteilung darstellen kann“.
Für eine Antwort berechnest du µ, den Wert für P(X=µ) und siehst dir auch die Symmetrie des Balkendiagramms an. Bei einem p von 0,5 sind die Balken symmetrisch mit µ in der Mitte. Bei größeren Werten für p ist der Verlauf nach rechts „gekippt“, bei kleineren entsprechend nach links.
Für die Gleichung und das Diagramm sollten die Werte übereinstimmen, damit du sie einander zuordnen kannst.
Was außerdem manchmal abweicht, ist das n. Wenn zum Beispiel in der Binomialverteilung ein Wert von 20 vorgesehen ist, im Diagramm aber bei X = 25 noch ein positiver Balken erscheint, passt das nicht zusammen.
Ausdruck der Art P(X=20)=0,2 im Sachzusammenhang interpretieren
Dahinter steckt wirklich nicht mehr, als dass du diese Gleichung in einen Satz umschreibst. In diesem Fall also:
„Die Wahrscheinlichkeit, dass genau 20mal getroffen wird, liegt bei 20 %“
Normalverteilungen
Grundsätze Normalverteilung
Auch bei Normalverteilungen ist es entscheidend, dass du im Blick hast, was deine Zufallsgröße überhaupt ist. Normalverteilungen sind streng genommen für Zufallsgrößen definiert, die stetig sind (Beispiel Füllvolumen). Binomialverteilungen gelten dagegen für ganzzahlige Zufallsgrößen (Beispiel Personenzahl).
Weil du Wahrscheinlichkeiten sowieso mit dem Taschenrechner ermittelst, spart die Normalverteilung kaum Aufwand. Es kann trotzdem vorkommen, dass du mit der Laplace-Bedingung begründen sollst, warum du eine Binomialverteilung näherungsweise als normalverteilt betrachten darfst.
Mit µ und σ rechnen
µ und σ berechnen, Laplace-Bedingung
\mu=n\cdot p \quad\quad\quad \sigma=\sqrt{n\cdot p\cdot(1-p)}
Wenn σ größer als 3 ist, ist die Verwendung der Normalverteilung zulässig.
Begriff Dichtefunktion
In manchen Aufgabe fällt der Begriff „Dichtefunktion“. Dies ist die Funktion, die einem Wert einer Zufallsgröße eine Wahrscheinlichkeit zuordnet. Im Zusammenhang mit der Normalverteilung kennst du sie als Glockenkurve.
Von den Größen P, µ, σ und X sind drei gegeben, die vierte ist gesucht.
Je nach Taschenrechner hast du unterschiedliche Eingabemethoden, um aus µ, σ und X die gesuchte Wahrscheinlichkeit P zu berechnen.
Es kommt auch vor, dass P vorgegeben ist. Dann sind von den anderen drei Größen auch jeweils zwei gegeben und du musst die letzte Größe im Taschenrechner so lange variieren, bis das gewünschte P herauskommt.
In einer gegebenen Funktion musst du nur die Zahlen identifizieren, die an den Positionen für σ und µ stehen. Die gute Nachricht ist: Du musst diese Formel nicht auswendig wissen, denn sie steht in der IQB-Formelsammlung.
Interpretation des Graphen
Dichtefunktion skizzieren, Auswirkung der Veränderung von µ und σ
Das µ gibt die x-Koordinate des Maximums an, oder mit anderen Worten den Erwartungswert. Die Standardabweichung σ ist ein Maß dafür, wie hoch und breit die Glockenkurve ist.
Wird µ größer, rückt die Kurve nach rechts.
Wird σ größer, wird die Kurve breiter und flacher.
Diagramm einer Normalverteilung geometrisch interpretieren
Die Fläche zwischen der Glockenkurve und der x-Achse entspricht der Wahrscheinlichkeit, die zu dem jeweiligen Intervall gehört.
Die komplette Fläche ist 1, was einer Wahrscheinlichkeit von 100% entspricht. Irgendetwas muss einfach passieren 🙂
In manchen Aufgaben ist ein Diagramm gegeben, in dem du die zu einer Geschichte passende Fläche einfärben und abschätzen sollst.
Dichtefunktion mit der Zeit auf der x-Achse
Bei Binomialverteilungen ist die Zufallsgröße meistrens etwas, was gezählt wird. Andererseits war in manchen Aufgaben zu einer Normalverteilung auf der x-Achse die Zeit eingetragen.
Mein Tipp: Lass dich davon nicht verunsichern. Du kannst trotzdem µ, σ und X normal verwenden. Dann ist einfach µ die Zeit, zu der am wahrscheinlichsten etwas passiert.
σ-Umgebungen
Aufgaben zu σ-Umgebungen waren in den betrachteten Klausuren nicht vertreten. Bis ich selbst eine Erklärung geschrieben habe, kannst du dich mit diesem Video vorbereiten.
Die Tabelle mit benötigten Faktoren für verschiedene Umgebungen steht in der IQB-Formelsammlung. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass eine Frage aus diesem Bereich in Zukunft drankommt.
Hypothesentests
Grundsätze der Hypothesentests
Hypothesentests basieren meistens auf einer Konfliktsituation. Zwei Personen behaupten unterschiedliche Dinge und mit Hilfe einer Stichprobe wollen sie entscheiden, welcher Standpunkt wahrscheinlich richtig ist.
Wichtig: Wir finden dabei nicht die absolute Wahrheit heraus!
Wir versuchen nur das Risiko, die falsche Entscheidung zu treffen, möglichst klein zu halten.
Hypothesen aufstellen und Entscheidungsregeln finden
Test rechts, links, beidseitig oder alternativ
In 50 % der Klausuren war ein Hypothesentest verlangt, die meisten darunter rechtsseitig, der Rest linksseitig. Die Nullhypothese H0 war jeweils gegeben. Sollte sie einmal nicht gegeben sein, ist meistens dein Standpunkt (beziehungsweise der Standpunkt der Person, die den Test durchführt) die H1.
An der H1 liest du ab, auf welcher Seite du testest.
H_1: p<0,5
Das Zeichen sieht aus wie ein Pfeil nach links: linksseitiger Test.
H_1: p\neq 0,5
Das durchgestrichene Gleichheitszeichen weist nach beiden Seiten: beidseitiger Test.
H_1: p>0,5
Das Zeichen sieht aus wie ein Pfeil nach rechts: rechtsseitiger Test.
H_1: p=0,4\\ H_2: p=0,6
Es gibt zwei festgelegte Alternativwerte für p: Alternativtest.
Nullhypothese begründen
In mehreren Fällen sollte erläutert werden, aus welcher Motivation heraus die Nullhypothese gewählt wurde. Die Antwort ergibt sich daraus, dass ein Betrieb verschiedene Risiken hat, je nachdem welche Hypothese verworfen wird.
Zum Beispiel führen Lieferungen mit zu vielen fehlerhaften Teilen zu verärgerten Kund*innen und Reklamationskosten. Auf der anderen Seite führen übermäßig gründliche Qualitätstests zu höheren Betriebskosten. Hier muss die Firma eine Priorität festlegen, an welche Stelle sie sparen will, beziehungsweise welchen Schaden sie vermeiden will.
Entscheidungsregel
Mit deinem Taschenrechner erzeugst du eine Tabelle, aus der sich das letzte k ergibt, das noch im Ablehnungsbereich der H0 ist. Je nachdem, ob du links oder rechts testest, ist das das kleinste oder das größte k.
Auf dieser Basis formulierst du deine Entscheidungsregel:
„Die Nullhypothese wird verworfen, wenn unter [n] [was auch immer gezählt wird] höchstens/mindestens [k] [Beschreibung des jeweiligen Treffers] sind“.
Für einen beidseitigen Test musst du den rechten und den linken Ablehnungsbereich beschreiben.
Mit Fehlern rechnen
Fehler zweiter Art im Sachzusammenhang beschreiben / berechnen
Ein Fehler zweiter Art (auch als β-Fehler bezeichnet) bedeutet, dass wir H0 nicht verwerfen, obwohl H1 gilt. Diesen Fehler kannst du nur berechnen, wenn eine alternative Wahrscheinlichkeit p1 gegeben ist.
Zur Veranschaulichung empfehle ich diese Geogebra-Unterseite. Die Definition des Fehlers zweiter Art steht außerdem auch in der Formelsammlung.
Betriebliche Risikoabschätzung
Mit Hilfe des Erwartungswertes kann für einen Betrieb berechnet werden, von welchen Kosten bei einer vorgegebenen Entscheidung ausgegangen werden muss. Auf dieser Basis sollst du dann erläutern, welche Entscheidung du an Stelle der Verantwortlichen in einer vorgegebenen Frage treffen würdest.
Aus Fehler zweiter Art auf Alternativ-p schließen
Ist der Fehler zweiter Art bekannt, kann durch Ausprobieren mit dem Taschenrechner die alternative Trefferwahrscheinlichkeit ermittelt werden. Dabei wird die Anzahl von Nachkommastellen vorgegeben.
Konfidenz- und Prognoseintervalle
Hintergrund
Ich habe bisher nicht beobachtet, dass meine Schüler*innen im Schulunterricht in Schleswig-Holstein ausdrücklich etwas über dieses Thema hören, in Hamburg wird es behandelt, allerdings nicht sehr ausführlich.
Daran gemessen sind diese Intervalle für die Abiturklausur Stochastik auf IQB-Basis relevant. Die benötigten Formeln stehen in der IQB-Formelsammlung mit einer relativ umfassenden Anleitung, was du jeweils machen musst.
Diese Geogebra-Unterseite veranschaulicht das Wichtigste mit Schiebereglern für alle beteiligten Größen. Dieses Video erklärt die Unterschiede zwischen Sigma-, Prognose- und Konfidenzintervall.
Wir können die „wahre“ relative Häufigkeit eines Merkmals oft nicht messen, sondern nur schätzen. Bei einer Urne mit 15 blauen und 5 roten Kugeln ist das kein Problem. Bei der Frage, wie viele Menschen gerne Kaffee trinken, ist es schon nicht mehr möglich. Wie gut unsere Schätzung ist, drücken wir mit dem Konfidenzintervall aus.
Rechnen mit Konfidenzintervallen
Intervall ermitteln
Häufig stehen die relevanten Formeln im Aufgabentext und du musst nur noch p und n einsetzen. Das ist eine Gelegenheit, bei der es sich auszahlt, Ruhe zu bewahren und für ein einfaches Eintippen in den Taschenrechner eventuell entscheidende Klausurpunkte mitzunehmen.
Bei anderen Aufgabenstellungen mussten die Werte für die relative Häufigkeit hmin und hmax, beziehungsweise für pmin und pmax aus einem Diagramm abgelesen werden.
Gegebene Größen anhand des Konfidenzintervalls beurteilen
Bei dieser Art Aufgabe wird im Allgemeinen danach gefragt, ob ein Testergebnis mit einem Konfidenzintervall „verträglich“ ist oder „damit im Einklang“ steht.
Mit den bekannten Werten berechnest du das Konfidenz- beziehungsweise Prognoseintervall und überprüfst, ob das Testergebnis darin liegt.
Zusammenhang zwischen n und der Breite des Intervalls
Je größer die Stichprobe, umso schmaler werden Konfidenz- und Prognoseintervall. In einer Klausur war die Frage, warum das so ist, und in welchem Umfang.
Die Antwort liegt in der Formel. Die Wurzel aus der Stichprobengröße steht im Nenner, deswegen bewirkt ein vervierfachtes n eine Halbierung der Intervallbreite.
Aus gegebenem Intervall auf n schließen
Wenn h und p gegeben sind, findest du mit Hilfe der Formeln durch Ausprobieren das dazu passende n heraus.
Erwartungswert bei willkürlichen Verteilungen
Der Erwartungswert E(X), der sich aus einer Tabelle mit einer willkürlich zugeordneten Verteilung ergibt, war in 40 % der Übungsklausuren gefordert. Diese Tabellen stehen meist im Zusammenhang mit Gewinnspielen, bei denen unterschiedliche Geldbeträge mit unterschiedlich hoher Wahrscheinlichkeit zu gewinnen sind.
Erwartungswert berechnen
E(X) ergibt sich, wenn du alle Werte, die die Zufallsgröße X annehmen kann mit der jeweils dazu gehörenden Wahrscheinlichkeit multiplizierst und dann alle Ergebnisse zusammen addierst.
Ich empfehle, falls nicht schon gegeben, eine Tabelle aufzustellen und die einzelnen Summanden dann unter die jeweiligen Spalten zu schreiben:
X
10
20
– 8
P(X)
0,1
0,05
0,85
X · P(X)
1
1
– 6,8
Wäre dies ein Spiel, wäre der Erwartungswert für den Gewinn
E(X) = 1 € + 1 € – 6,80 € = – 4,80 €
Du kannst also davon ausgehen, bei jedem Spiel durchschnittlich 4,80 € zu verlieren.
faires Spiel
Bei einem fairen Spiel ist der Erwartungswert für die Auszahlung gleich dem Wetteinsatz. Der durchschnittliche Gewinn ist also Null.
Aus gegebenem Erwartungswert den Geldbetrag einer Gewinnkategorie berechnen
Wenn der Erwartungswert gegeben und in der Tabelle für ein Spiel ein Gewinnbetrag gesucht ist, schreibst du in der jeweiligen Zelle anstelle einer Zahl die Variable x.
Beispiel: Bei diesem Spiel ist der Erwartungswert gegeben mit:
E(X) =1,50 €
X
10
20
x
P(X)
0,15
0,05
0,80
X · P(X)
1,5
1
0,80 · x
E(X) = 2,50 € + 0,85 · x = 1,50 €
Diese Gleichung löst du dann nach x auf: x = – 1,25 €
Kombinatorik
In den bisher veröffentlichten IQB-Klausuren waren die Kombinatorikaufgaben auf einem einfachen Niveau. Es saßen also nicht Personen im Kreis und es gab keine Frage nach zum Beispiel vierstelligen geraden Zahlen über 540. Das bedeutet natürlich nicht, dass nicht in zukünftigen Klausuren komplexere Betrachtungen drankommen könnten.
Diese beiden Punkte kamen mehrfach vor:
Grundformeln der Kombinatorik anwenden
Frage dich, ob bei dem Zählverfahren zurückgelegt wird oder nicht, ob die Reihenfolge wichtig ist oder nicht, und eventuell ob alles verteilt wird oder nicht.
n: Aus wie vielen Optionen kann ich für jede Ziehung wählen?
k: Wie oft ziehe ich?
Der größte Teil der Geschichten lässt sich auf folgende Grundmuster zurückführen:
Prinzip Zahlenschloss (mit Zurücklegen, mit Beachtung der Reihenfolge)
\footnotesize n^k
Prinzip Klassenphoto (ohne Zurücklegen, mit Beachtung der Reihenfolge, alle Kinder kommen mit auf das Photo)
\footnotesize n!
Prinzip Siegertreppchen (ohne Zurücklegen, mit Beachtung der Reihenfolge, nur ein Teil der Teilnehmenden kommen auf das Treppchen)
\footnotesize\frac{n!}{(n-k)!}
Prinzip Blumenstrauß, bei dem n Blumen zusammen gebunden werden, wobei aus k Farben gewählt werden kann.
\footnotesize{{n+k-1} \choose {k-1}}
Prinzip Weihnachtsmann, der mit einem Griff aus seinem Sack drei Geschenke für ein Kind zieht (ohne Zurücklegen, Reihenfolge egal, Hauptsache Geschenke 😉)
\footnotesize {n \choose k}
Stelle sicher, dass du weißt, wie du die Zahlen für das Weihnachtsmannprinzip (offiziell: den Binomialkoeffizienten) in deinen Taschenrechner eingibst.
Im zweiten Schritt Wahrscheinlichkeiten berechnen
Wenn du schon eine Anzahl von Möglichkeiten berechnen sollst, schließt sich oft die Frage nach einer Wahrscheinlichkeit an. Dafür gilt:
P=\frac {\text {Anzahl der günstigen Möglichkeiten}}{\text{Anzahl aller Möglichkeiten}}
Beide Anzahlen berechnest du mit einem Ansatz aus der Kombinatorik. Oft helfen Skizzen erheblich weiter.
Aufgaben aus höheren Anforderungsbereichen
Neben den Konfidenzintervallen ist mir als besondere Herausforderung nur eins aufgefallen: Die Interpretation unbekannter Diagrammformate. Unter dem Druck der Prüfungssituation kann es schwieriger sein, aus den gewohnten Denkschienen abzubiegen. Ich rate dazu, immer erst einmal zu unterstellen, dass nichts so schlimm gemeint ist, wie es eventuell wirkt 🙂
Wie gehe ich entspannt in die Abiturklausur Stochastik?
Jetzt hast du einen Überblick, was dich in der Abiturklausur Stochastik erwartet. Eine gute fachliche Vorbereitung ist schon die halbe Miete, auch für eine möglichst große innere Entspannung. Was kannst du zusätzlich während und in der Zeit vor der Prüfung tun?
Einer meiner am häufigsten wiederholten Tipps ist: „Mach dir eine Skizze!“ Weil ich davon so überzeugt bin, habe ich dazu einen eigenen Blogartikel geschrieben. Ich bin überzeugt davon, dass es das Gehirn entspannt, wenn wir zunächst die Informationen aus einer Aufgabe grob auf Papier visualisieren.
Viele Dinge, die im Text unverständlich klingen, werden mit Hilfe einer bildlichen Darstellung oft viel offensichtlicher. Das betrifft ganz besonders Kombinatorikaufgaben.
Außerdem kannst du dir eine für dich passende Entspannungstechnik aneignen. Dazu gibt es online Anleitungen für Meditationen, Atemtechniken, Affirmationen und ähnliche Methoden. Ich selbst habe eine geführte Meditation zur Stärkung der inneren Sicherheit vor Prüfungen geschrieben.
Fragen und Feedback
Diese Artikelreihe liegt mir besonders am Herzen. Und zwar, weil ich aus nächster Nähe sehe, wo die Schwierigkeiten liegen: Darin, die Aufgabenformulierungen überhaupt erst einmal zu verstehen und im generellen Druck, den die ungewisse Prüfungssituation erzeugt. Ich möchte deswegen dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen vor ihrer Abiturklausur hilfreiche Informationen erhalten.
Wenn du Fragen zur Abiturklausur Stochastik hast oder zu meinem Artikel etwas anmerken möchtest, freue ich mich sehr über Rückmeldung. Gerne auch aus anderen Bundesländern 🙂
Und wenn du jemanden in deinem Umfeld hast, der oder die 2024 Matheabi schreiben wird, freue ich mich, wenn du diesen Artikel mit dieser Person teilst.