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Fürhlingsanfang: Osterglocken

20. März: Es tönen die Lieder

Wie schaffe ich angemessen Platz für Neues?

Aktivitäten für den Frühlingsanfang

Ziemlich genau vor zwei Jahren schrieb ich einen Artikel über den Frühlingsanfang, beziehungsweise die Tagundnachtgleiche im März. Die traditionellen Fäden, die hier zusammenlaufen sind:

Diese Themen haben sich für mich abgeleitet: Scheinbare Paradoxien, die sich gegenseitig in sich beherbergen. Ausgewogenheit von Licht und Schatten. Das unaufhaltsame Hervorbrechen neuen grünen Lebens. Mein Umgang mit Widersprüchen, Erwünschtem und AbgelehntemPlatzmachen für Neues. Opfern von nicht mehr relevanten Dingen.

Was folgt, sind ein paar Anregungen, wie diese Themen mehr oder weniger konkret erlebt werden können, außerdem die Beschreibungen meiner eigenen Aktivitäten und Erlebnisse. In diesen Artikel werde ich auch in Zukunft eventuell auftauchende neue Ideen einflechten.

Raus vor die Tür

In meiner Umgebung ist es sehr typisch morgens frisch und über den Tag für eine dicke Jacke zu warm. Überall sehe ich an verschiedenen Hecken grünes Laub hervor platzen während die andere, zum Beispiel die Buchenhecken, noch mit dürren braunen Blättern bedeckt sind.

Krokusse, Narzissen und erste weiße Blütenschleier in den Bäumen machen die Welt bunt und locken Bienen und Schmetterlinge an. Letztere haben bei mir allerdings nicht für ein Photo still gehalten.

Ich habe einen Baum ausgesucht, den ich über das Jahr besonders bewusst beobachten und photographieren werde. Mich interessiert, wie er sich durch die Jahreszeiten hindurch verändert aber auch was gleich bleibt.

Wie sieht es bei dir aus? Ist die Natur schon weiter als bei mir? Noch ein bisschen weiter zurück im Winterschlaf?

Raus in den Garten

In meinem Garten haben sich die Krokusse üppig blicken lassen und der Rhabarber guckt aus der Erde. Heute werde ich meine Hochbeete neu mit Kompost und Erde befüllen und Spinat, Erbsen und Radieschen säen, außerdem den Rankbogen wieder aufstellen, den ich bei den Stürmen vor kurzem flach auf den Boden gelegt habe, damit er nicht wegweht.

Tipps für jetzt anstehende Arbeiten gibt es zum Beispiel hier und hier.

Wir bekommen noch immer viel Besuch von Tauben, Spatzen, Meisen, Gimpeln, Elstern, Eichelhähern und den Eichhörnchen. Besonders morgens wird aktuell richtig laut gepiepst und gezwitschert, es klingt absolut nach Frühling. An dieser Stelle: Alleine die Beschäftigung mit dieser Blogreihe hat bei mir bewirkt, dass ich mich noch einmal mehr für meine Umgebung interessiere und genauer hin sehe, was in meiner Heimat alles vor sich geht. Mit allen Sinnen, genau wie beabsichtigt.

Wie sieht es in Deinem Garten, auf Deinem Balkon oder Fensterbrett aus? Hast Du Dein „Feld bestellt“ oder schon Pflanzen vorgezogen?

Frühlingsanfang: Lila Krokusse
Krokusse in meinem Vorgarten

Meditation

Neben meiner eigenen Meditation gibt es online eine breite Auswahl an passenden und unterschiedlich langen geführten Meditationen unter den Stichworten „Tagundnachtgleiche“ oder Frühlingsanfang auch geeignete Yogaflows, geeignet wäre natürlich auch ein Yogaflow mit dem allgemeinen Schwerpunkt Gleichgewicht. Eine weitere Alternative wäre noch, einfach in der Stille eins oder mehrere der Themen dieses Tages in geeigneter Atmosphäre zu meditieren.

Kreativität ausleben

Eine traditionelle Möglichkeit sind natürlich Ostereier in allen möglichen Größen, Materialien und Farben oder sonstige klassische Osterdekoration.

Zum 2. Februar habe ich nach dieser Anleitung für einen Smartphoneständer aus fester Pappe einen Aufsteller gebastelt, auf dem ich das ganze Jahr über ein jeweils jahreszeitlich passendes Bild präsentieren kann.

ein Aufsteller aus roter Pappe

Musik hören oder machen

Zum Frühlingsbeginn gibt es erwartungsgemäß eine große Fülle verschiedener Musikstücke: An Vivaldis energiegeladenem „Frühling“ ist natürlich kein Vorbeikommen. Auch Haydn und Glasunow zum Beispiel haben Musik zum Frühling komponiert und in seinen „Jahreszeiten“ hat Tschaikowsky explizit ein Stück für den März geschrieben. In Fanny Mendelssohn-Hensels Zyklus durch die zwölf Monate, der mir beim letzten Blogpost überhaupt erst aufgefallen war, beschreibt der März den Übergang aus der Dunkelheit ins Licht und bezieht sich dabei am Ende auf die Ostergeschichte.

Der eigentliche Grund, aus dem ich den Abschnitt „Musik“ in diese Blogreihe mit aufgenommen habe, ist meine Erinnerung an den Musikunterricht in meiner Grundschulzeit, in der wir viele Lieder über die Jahreszeiten gesungen haben. Entsprechend habe ich mich über die Videoreihe vom Youtuber Jürgen Fastje gefreut! Wenn ich ihm zuhöre, wie er „Jetzt fängt das schöne Frühjahr an“ singt, oder „Singt ein Vogel“, dann wird mir sehr spontan sehr frühlingshaft zumute und diese Melodien setzen sich sofort in meinem Gehirn fest. Der stabilste Ohrwurm, sogar mit dazu gedachtem Kanoneffekt ist aber „Es tönen die Lieder“.

Im Metalbereich, der bei mir persönlich nicht fehlen darf, sind mir Korpiklaani vor die Nase gefallen. Ihr „Crows bring the Spring“ ist weniger zart und zwitscherig. Es hat vermutlich nicht wenig mit der nördlich gelegenen Heimat dieser Band zu tun, dass der Frühling eher rauh dem Winter abgerungen wird. Die Freude ist trotzdem nicht weniger groß:

„And in the wind, I hear those crows

They will bring the spring

And take the cold away“

Korpiklaani

Für den Frühjahrsputz geeignete Untermalung habe ich in der Popmusik aufgesammelt. Justin Timberlake kann seine gute Laune auf jeden Fall nicht abstellen:

„I can’t stop the feeling! So just dance, dance, dance“

Justin Timberlake

Simon and Garfunkel singen in The 59th Street Bridge Song darüber, bei aller Geschwindigkeit des Lebens mal anzuhalten und die kleinen schönen Dinge des Lebens wie zum Beispiel Blumen am Wegesrand wahrzunehmen. Der einzige Haken an diesem Stück ist, dass es so kurz ist 😉

Die Ärzte sorgen sowieso in den meisten Fällen für gute Laune, bei mir jedenfalls. In „Himmelblau“ singt Farin:

„Der Himmel ist blau und der Rest deines Lebens liegt vor dir

Vielleicht wär es schlau, dich ein letztes Mal umzusehn

Du weißt nicht genau, warum – aber irgendwie packt dich die Neugier

Der Himmel ist blau, und der Rest deines Lebens wird schön, yeah“

Die Ärzte

Dieser Text lässt sich auf eine Reihe von Arten verstehen. Auf den 20. März bezogen, ist es für mich gleichermaßen angemessen, sich auf die kommende helle und warme Zeite zu freuen, wie im Rückblick zu sortieren, wie der Winter war und ob wir davon wirklich alles ablehnen sollten.

Lesen

Der Frühling ist für viele so eine herbeigesehnte Jahreszeit, in früheren Zeiten noch mehr als heute. Die Liste an Gedichten zum Thema ist lang, hier nur ein Beispiel, das bei aller Begeisterung für die erwachende Natur die kalten Nächte erwähnt, in denen der Winter noch einmal seine kalten Hände nach uns ausstreckt.

Frühling

Die Rebe blüht, ihr linder Hauch

Durchzieht das tauige Revier,

Und nah‘ und ferne wiegt die Luft

Vielfarb’ger Blumen bunte Zier.

Wie’s um mich gaukelt, wie es summt

Von Vogel, Bien‘ und Schmetterling,

Wie seine seidnen Wimpel regt

Der Zweig, so jüngst voll Reifen hing.

Noch sucht man gern den Sonnenschein

Und nimmt die trocknen Plätzchen ein;

Denn nachts schleicht an die Grenze doch

Der landesflücht’ge Winter noch.

O du mein ernst gewalt’ger Greis,

Mein Säntis mit der Locke weiß!

In Felsenblöcke eingemauert,

Von Schneegestöber überschauert,

In Eisespanzer eingeschnürt:

Hu! wie dich schaudert, wie dich friert!

Annette von Droste-Hülshoff

Ähnlich drückt es Fontane aus. Die Sehnsucht nach Licht und Wärme ist groß, aber der März ist noch nicht der Mai.

Nun ist er endlich kommen doch

In grünem Knospenschuh;

„Er kam, er kam ja immer noch“,

Die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,

Nun treiben sie Schuss auf Schuss;

Im Garten der alte Apfelbaum,

Er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz

Und atmet noch nicht frei,

Es bangt und sorgt: „Es ist erst März

Und März ist noch nicht Mai.“

O schüttle ab den schweren Traum

Und die lange Winterruh:

Es wagt es der alte Apfelbaum,

Herze, wag’s auch du.

Theodor Fontane

Ich habe nicht besonders nach Romanen zum Frühling gesucht, unter anderem, weil mein aktueller Lesestapel so hoch ist. Das kann sich in kommenden Jahren noch ändern. Ein Vorlesebuch ist mir aber begegnet und das klingt sehr passend: Frieda Feldhamster – Frühlingserwachen von Carolin Pohlenz. Hier wird nicht Persephone, sondern ein Hamster aus dem Winterschlaf geweckt.

Ein weiteres eigentlich für Kinder gedachtes Buch, das den Übergang vom Winter zum Frühling thamatisiert, ist „The Wintersmith“ von Terry Pratchett. Der Deutsche Titel ist „Der Winterschmied“. Die Geschichte dreht sich um Tiffany Aching, eine junge Hexe, in die sich die Personifizierung des Winters verliebt. Daraus ergeben sich erwartungsgemäße Komplikationen und Tiffany muss mit der Hilfe weiterer Hexen und einem Clan kleiner Wesen dafür sorgen, dass es wieder Frühling wird. In diesem Roman fesdest Du die Themen des heutigen Tages wieder: Gleichgeiwcht, Akzeptanz, Loslassen und eine Rettung aus der Unterwelt.  

Dein Zuhause und Dein Inneres

Wenn Dir danach ist, wäre jetzt eine gute Gelegenheit für einen äußeren und inneren Frühjahrsputz. Vielleicht auf für eine Müllsammelrunde in Deiner Umgebung, neudeutsch lässt sich das auch mit etwas Sport als Plogging bezeichnen. Zum Thema „Dinge Loslassen“ im materiellen wie auch im mentalen Sinn gibt es reichlich Lesestoff. Ich möchte an dieser Stelle zwei Blogs empfehlen, die ich beide als pragmatisch und hilfreich erlebe:

DeinWichtig von Birte Peters, bei der ich im Januar 2022 die „Weniger!“-Challenge für mehr Klarheit und Fokus mitgemacht habe. Aktuell nutze ich besonders ihre Checklisten zur Frage: „Wohin mit dem, was ich jetzt so schön loslassen möchte?“

Außerdem becomingminimalist von Joshua Becker. Dieser Blog startete schon im Mai 2008 und kurz danach habe ich angefangen, ihn mehr oder weniger regelmäßig zu lesen. Falls Du ihn tatsächlich noch nicht kennen solltest, lege ich ihn Dir ehrlich ans Herz.

Je mehr Du Dich mit dem Loslassen im Außen befasst, umso mehr wird das auch nach innen abfärben. Es tut genauso gut, in den eigenen Prioritäten aufzuräumen wie auf dem Dachboden. Auch hier findest Du sehr viele Anregungen, je nach Temperament und Vorstellung von Aufgeräumtheit reichen sie vom sehr systematischen Eisenhowerprinzip zu eher organischen Methoden wie zum Beispiel einer Mindmap. Auch die Art und Weise, wie Du Dich zu Deinen inneren Werten, Bedürfnissen und Zielen befragen willst, kann sehr individuell sein.

Fragen stellen

Dies sind die Fragen, die Du Dir oder einem Orakel jetzt stellen könntest:

  • Was nehme ich aus der dunklen Jahreshälfte mit?
  • Was lasse ich zurück?
  • Wofür entsteht dadurch neuer Raum in meinem Leben?
  • Wie kann ich in Bewegung die Balance halten?

Deine wichtigsten Erkenntnisse in den Fokus setzen

Ich habe meinen eigenen Fokus mit meinen eigenen Erkenntnissen zum 20. März zusammengestellt:

Eine Osterhasenfigur auf einer Kommode, dazu ein Teelicht, eine Vase mit einem Strauß aus Zweigen, einer Papierrolle mit einer grünen Schleife darum, eeinem kleinen Stein in weiß und einem Stein in schwarz.
Mein Fokus vom 20. März bis zum 1. Mai

Was sind für dich die wichtigsten Antworten auf deine Fragen, die für dich am passendsten Zitate oder Gedichte? Lässt sich für dich ein Musikstück zum Frühlingsanfang auf ein Symbol verdichten? Hast du draußen in der Natur oder in Deinem Garten einen Gegenstand gefunden, der es verdient hat, auf deinem Fokus präsentiert zu werden?

Der nächste Termin für diese Artikelserie ist der 1. Mai. Kurz vorher werde ich den entsprechenden Post auf meinem Blog veröffentlichen und den Link in den beiden Hauptposts hier und hier einfügen.

Hast du eine Tradition für Aktivitäten rund um den Frühlingsanfang? Wie gehst du mit Widersprüchen, Erwünschtem und Abgelehntem um? Ist in deinem Leben Platz für neues grünes Laub? Was aus der dunklen Jahreshälfte mitzunehmen, ist für dich wichtig? Was ist (scheinbar) zu opfern?


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