Blog

  • Jeden Tag tanzen – Meine Challenge im Mai 26

    Jeden Tag tanzen – Meine Challenge im Mai 26

    Das war jetzt schon meine fünfte Monatschallenge im Jahr 2026. Mein Plan ist es, jeden Monat in einem abgeschlossenen Zeitrahmen eine neue (oder ehemalige) Gewohnheit auszuprobieren. Ohne das Versprechen, dass ich sie dann für immer beibehalte, aber immer mit der Option dazu. Und im Mai 26 wollte ich jeden Tag tanzen.

    Dieser Beitrag erklärt, was meine Absicht dahinter war, wie die Challenge gelaufen ist und was ich dabei eventuell sogar gelernt habe.

    Warum wollte ich jeden Tag tanzen?

    Erstens ist Tanzen einfach gesund. Es ist eine kleine Cardio-Einheit, trainiert das Rhythmusgefühl (gut für das Gehirn!) und lässt sich nebenbei mit dem ansonsten eher langweilen Aufräumen kombinieren. Tanzen ist eher niedrigschwelliger Sport, jedenfalls so, wie ich es betreibe. Und ich brauche dazu keine Ausrüstung und keine Vorbereitung außer etwas Musik.

    Zweitens stelle ich fest, dass ich früher mehr getanzt habe. Früher waren einfach mehr Partys und damit mehr Anlässe. Obwohl ich traditionell immer eher unsportlich war, hat es mir immer Spaß gemacht. Zwischenzeitlich habe ich sogar mal orientalischen Tanz gelernt, auch wenn ich davon viel wieder vergessen habe.

    Und heute sitze ich viel zu viel, was mir mein Bewegungsapparat alles andere als dankt. Meine COVID-Nachwirkungen und der bunte Strauß an Spezialeffekten der Wechseljahre haben sich ungünstig zusammen gestapelt. Meine Muskeln fühlen sich schlapp und verkatert an, was mich zu oft dazu verleitet, sie weniger zu nutzen, was die Situation nur schlimmer macht. Zeit zum Aufraffen also, aber mit Spaßfaktor.

    Wie bin ich vorgegangen?

    Ursprünglich wollte ich mir extra eine Tanzplaylist zusammenstellen. Stattdessen habe ich ein paar wiedergefundene MP-Dateien auf meinem Smartphone geparkt für die Woche Urlaub auf Amrum. Für Zuhause habe ich spontan alte CDs durchgeblättert auf der Suche nach Musik, die ich schon ewig nicht mehr gehört habe.

    Auf dieser Basis habe ich dann einfach jeden Tag zufällig um die drei Stücke abgespielt und dazu getanzt. Meistens in der Küche, weil da relativ viel Platz ist. Ich hatte keine Ansprüche daran, wie ich dabei aussehen würde, mein Motto war wirklich „Tanze, als würde dich niemand sehen!“

    Es hat mich auch meistens niemand gesehen, außer meinem Mann. Der hat manchmal sogar mitgemacht, manchmal auch nur gegrinst.

    Jeden Tag tanzen – Einsichten

    Diese Monatschallenge war bisher die unterhaltsamste. Ich habe großartige Musik wiederentdeckt, meine Muskeln bewegt und Spaß dabei gehabt. Weil die Bewegungshäppchen so klein waren, hat mich daran auch nichts überlastet.

    Mir ist duch das Jeden Tag Tanzen überhaupt erst bewusst geworden, wie viel Platz in unserer Küche ist. Dieses Bewegungspotential darf genutzt werden.

    Schon ziemlich früh im Mai hat sich etabliert, dass ich diese tägliche Challenge „Tanzpause“ genannt habe. Und das ist genau, was sie ist: Mal hochkommen aus der sitzenden Haltung und auch aus dem Nachdenken oder Schreiben oder was auch immer ich denke, stundenlang machen zu sollen.

    Schreiben und Denken sind richtig schöne Aktivitäten. Und gleichzeitig kann mein Gehirn dann und wann mal eine Pause gebrauchen. Vor allem das generell niedrige Level an Absicht, Planung und Bewertung haben mir merklich gut getan.

    Was ich in den Juni mitnehme

    Im Juni mache ich jeden Tag selbst Musik. Weil ich mir zu den vorhandenen vierundzwanzig Stunden keine zusätzliche Zeit schnitzen kann, werde ich vermutlich nicht mehr jeden Tag eine Tanzpause machen. Trotzdem habe ich vor, vor allem die alten MP3- und CD-Sammlungen noch weiter auf Tanzbarkeit zu überprüfen.

    Besonders bei Aufgaben aus dem Bereich Hausarbeit werde ich wieder mehr Musik nebenbei abspielen. Früher habe ich das häufig gemacht, jetzt für mich wiederentdeckt. Es fegt sich deutlich angenehmer, wenn im Hintergrund etwas Metal (YouTube-Link) läuft. Oder Neunzigermusik (YouTube-Link). Oder der Barbie-Soundtrack (YouTube-Link).

    Meine bisherigen Challenges

    „Jeden Tag tanzen“ war mein fünftes Monatsprojekt. Bisher habe ich

    Tanzt du auch gerne?

    Macht Musik es dir auch leichter, dich zu bewegen? Tanzt du überhaupt gerne? Lieber alleine oder lieber in Gesellschaft?

    Und hast du bei einem Hobby auch mal den Faden verloren und dich dann über das Wiederentdecken gefreut?


    Im Juni heißt meine Monatschallenge „Jeden Tag Musik machen“. Offensichtlich mag ich Musik aktiv genauso wie passiv.

    Dir hat dieser Beitrag gefallen? Ähnliche Texte findest du in meinem Blog hier:

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 Mai 26 – Lesen, Funkeln, LED, Handy, Sehnsucht

    Projekt52 Mai 26 – Lesen, Funkeln, LED, Handy, Sehnsucht

    Das Projekt52 wird organisiert von Sari vom Heldenhaushalt. Jeden Monat motiviert es mich, meine Umgebung aufmerksamer wahrzunehmen und zu den vier oder fünf Stichworten Bilder zu machen. Die Liste für Projekt52 Mai 26 war wieder echt inspirierend und unser Urlaub auf Amrum kam sehr passend.

    Wie läuft Projekt52 ab? Sari lost aus einer gemeinsam zusammen getragenen Liste vier bis fünf Stichworte aus. Und die nehmen die Teilnehmenden dann mit in ihren Alltag. Allerdings ist grundsätzlich ist die Umsetzung der Themen in Form von Photos nicht verpflichtend. Wenn dich die Aktion anspricht, kannst du auch Texte oder anders gestaltete Beiträge einreichen.

    Meine Beiträge zum Projekt52 Mai 26

    Lesen

    Als ich noch jünger war, habe ich sehr viel gelesen. Und ich habe nicht damit gerechnet, wie nervig es für eine kurzsichtige Person ist, wenn mit fortschreitendem Alter sich eine Weitsichtigkeit einfach darüberlagert. Damit ist nichts besser geworden, ich lese nur deutlich seltener.

    Ich konnte mich auch bisher nicht zu einer Gleitsichtbrille durchringen, stattdessen habe ich eine separate Lesebrille. So muss ich immer extra daran denken, sie aufzusetzen, dafür wird mir auf der Treppe nicht schwummerig.

    Funkeln

    Dieser Anhänger war Teil einer Perlenkette, die ich gemeinsam mit einer Frauengruppe geknüpft habe. Jede von uns hat Perlen mitgebracht und dann haben wir die in einer Gemeinschaftsaktion zusammen aufgefädelt. Eine Frau hatte sich vorher die Mühe gemacht, diese kleinen Sterne zu basteln.

    Irgendwann hat sich die Kette bei mir mal aufgelöst. Die Perlen habe ich aber aufgehoben und sie funkeln hier noch immer und erinnern mich an diese Gruppe.

    LED

    Das hier ist eine kleine Solarlampe von Jysk. Ich vergesse immer, die Dinger in den Garten zu hängen. Erst in der dunklen Jahreszeit fällt es mir dann wieder ein.

    Handy

    In meinem Leben habe ich zwei Handys von meinem Mann „geerbt“, ein Siemens C25 und ein Schiebehandy von Sony mit aufgeklebtem rotem Tartan.

    Mein erstes Samsung Smartphone habe ich 2016 von einer ehemaligen Nachbarin aus Brunsbüttel gebraucht gekauft. Als der Akku wirklich unzuverlässig wurde, habe ich mir dann mein Fairphone zugelegt. Letzteres funktioniert heute noch gut genug, dass ich es so schnell nicht ersetzen werde.

    Das Samsunggerät ist jetzt, nach einer Anregung von Zauberweib, meine Musiksammlung in der Küche.

    Sehnsucht

    Sehr passend zu diesem Stichwort waren wir Anfang Mai auf Amrum. Das könnten wir sehr gerne als Tradition etablieren, denn in der Zeit liegt auch unser Hochzeitstag. Und Sehnsucht nach dem Meer habe ich wirklich immer.

    Meine Beiträge für Projekt52 2026

    Im Vergleich war der Blogpost Projekt52 Mai 26 fast pünktlich. Für den Rest des Jahres nehme ich mir wieder vor, früher mit dem Photographieren anzufangen und die Bilder auch immer direkt auf Pixelfed zu teilen.

    Folge mir dort auch gerne, falls du schon im Fediverse bist. Wenn nicht, stehe ich jederzeit zur Unterstützung bereit, wenn du darüber nachdenkst, von Instagram dorthin zu wechseln. Am 7. Juni ist übrigens wieder DI.Day!

    Hier sind meine bisherigen Beiträge:

    Ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 April 26 – Kochen, Fantasie, Gelernt, Kuscheltier

    Projekt52 April 26 – Kochen, Fantasie, Gelernt, Kuscheltier

    Für den Beitrag zum Projekt52 April 26 bin ich denkbar spät dran. Auf der anderen Seite freue ich mich, dass ich die Bilder heute doch noch verblogge. Und auch, dass der Maibeitrag gleich danach auch noch online geht.

    Es handelt sich bei dieser Challenge um eine kreative Gemeinschaftsaktion, organisiert von Sari vom Heldenhaushalt. Jeden Monat lost sie aus einer Liste vier bis fünf Stichworte aus. Und zu denen entwickeln die Teilnehmenden ihre Beiträge, in Form von Bilder oder Texten, je nach Inspiration. Ich habe schon 2025 mitgemacht und dabei 52 Photos in meiner Pixelfed-Collection Projekt52 2025 abgelegt.

    Wenn dich die Aktion anspricht, findest du die Themen für Juni in Saris Blog.

    Meine Beiträge zum Projekt52 April 26

    Kochen

    Für mich geht Kochen immer mit Gemüse los. Damit bin ich in unserem Zwei-Personen-Haushalt zwar die Einzige, wenn ich aber koche, isst mein Mann die große Portion Vitamine immer fröhlich mit.

    Damit ich nicht jeden Tag schnippeln muss und dann doch wieder bei Nudeln mit Pesto lande, findet bei mir jeden Sonntag Gemüse-Mealprep statt.

    Fantasie

    Mich fasziniert, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Wie wir in zufälligen Gebilden Muster, Gesichter und Gestalten erkennen. Ich weiß ja nicht, was du in dieser Wolke siehst, für mich ist das ein Gespenst mit Hut, das einen Schneeball wirft.

    Gelernt

    Lange ist es her. Im Chemiestudium konnte ich mal das ganze verdammte Periodensystem auswendig und wusste alle möglichen Eigenschaften der Elemente. Geholfen hat mir diese laminierte Version, die ich unter anderem immer beim Essen auf dem Tisch liegen hatte. Für ein Tischset vielleicht nicht so dekorativ, aber hilfreich.

    Kuscheltier

    Dieser Teddybär von Steiff ist fast genauso alt wie ich. Auf alten Bildern sehe ich, dass er zu Anfang um die Augen schwarze Flecken hatte, wie sich das für einen Panda gehört. Daran kann ich mich gar nicht erinnern, die muss ich also früh herunter geknuddelt haben. Er ist auch nicht mehr so flauschig, wie er einmal gewesen sein muss. Trotzdem würde ich ihn nie hergeben.

    Meine Beiträge für Projekt52 2026

    Das war er also, mein Beitrag zum Projekt52 April 26. Bis März hatte es geklappt, dass ich meine Beiträge rechtzeitig einreiche, wenn auch manchmal etwas auf den letzten Drücker. Ich hoffe, im Juni läuft der Blog wieder runder, mal sehen.

    Nach und nach will ich die schon veröffentlichten Bilder bei Pixelfed nachreichen und sammeln. Vielleicht magst du mir da ja auch folgen oder überhaupt erst einmal darüber nachdenken von Instagram dorthin zu wechseln!

    Hier sind meine bisherigen P52-Beiträge in diesem Blog:

    Ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der

    Fediverse-Reaktionen
  • 12tel-Blick Mai 26

    12tel-Blick Mai 26

    Gestern hat es furchtbar geregnet und gehagelt. Heute war das Wetter zum Glück sehr günstig für meinen 12tel-Blick Mai 26. Die Flauschwolken haben mich jedenfalls zu einem Spaziergang zu meinem diesjährigen Photographie-Lieblingsort motiviert.

    Wie funktioniert diese Aktion?

    Die Challenge zum Zwölftelblick richtet Eva von Verfuchst-Und-Zugenäht aus. Auf ihrem Blog bietet sie dazu eine ausführliche Erklärung mit Tipps und jeweils zum Ende des jeweiligen Monats eine Linkliste zum Eintragen.

    Die Aktion ist ein Anlass, einen bestimmten Ort oder ein Motiv ein Jahr lang zu beobachten. Durch die Jahreszeiten ändert sich Vieles, Anderes bleibt gleich, und dieser Prozess steht darüber hinaus in einer Beziehung zur persönlichen Stimmung, bei mir jedenfalls. Denn wie es in meiner Umgebung aussieht, tut mir mehr oder weniger gut. Aber es ist auch so, dass ich je nach innerer Verfassung auf die gleichen Dinge anders blicke.

    Mich erinnert die Challenge immer wieder daran, bewusster auf meiner Umgebung zu achten. Und ich habe schon mindestens drei Kandidaten für 12tel-Blicke in den kommenden Jahren gefunden.

    Mein 12tel-Blick Mai 26

    Im Jahr 2026 blicke ich auf eine kleine Insel im Schenefelder Regenrückhaltebecken. In meinem Beitrag von Januar 26 erzähle ich noch ein bisschen mehr darüber. Gerade in den Jahren seit 2020 bin ich dort sehr oft auf meiner Nordic-Walking-Runde vorbei gekommen.

    Im Januar und Februar war der See zugefroren, im März wirkte mein 12tel-Blick wie ein Bild in Graustufen. Und nach den ersten zarten Blättern im April bei quietschblauem Himmen ist die Natur draußen jetzt üppig grün, und gleichzeitig noch zart und neu. Die Stelle, von der ich mein Photo aufnehme, ist jetzt durch das Blätterdach verschattet, vor allem am Vormittag.

    Ein Teich vom Bäumen gesäumt, darauf eine kleine Insel, auf der auch Bäume stehen. Die Bäume sind leuchtend grün belaubt und am Himmel sind weiße flauschige Wolken.

    Bei genauem Hinsehen sind dieses Mal sogar ein paar Gänse mit im Bild. Ich genieße die Farben des Mais immer sehr. Und gleichzeitig freue ich mich schon jetzt darauf, den goldenen Herbst in Bildern einzufangen.

    Gibt es auch bei dir Orte, die du im Laufe des Jahres immer wieder besuchst und photographierst?


    Weitere kreative Beiträge wie diesen 12tel-Blick Mai 26 findest du in meinem Blog in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick März und April 26

    Monatsrückblick März und April 26

    Mein Blog hat gerade Flaute. Umso erstaunter bin ich selbst, dass mein Monatsrückblick März und April 26 jetzt doch noch fertig geworden ist. Geichzeitig verdoppelt und verkürzt verlängert er meine bisher ununterbrochene Kette an Rückblicken seit März 23 nach der Anleitung von Judith Peters.

    Delle oder Kaninchenbau?

    Es gibt einen Hauptgrund dafür, dass dieser Rückblick mit so viel Verspätung rausgeht. Oder zwei miteinander zusammenhängende Gründe: Meine anscheinend doch nicht stetig verlaufende Erholung vom den COVID-Langfolgen und die Verlockung, mir dörfliches Spitzendrama (YouTube-Link) anzusehen, statt zu bloggen. Und dabei hatte ich eigentlich richtig was vor:

    Was hatte ich im März und April 26 vor und was ist daraus geworden?

    • Im Garten aufräumen. → Es soll ja richtig gut für Insekten sein, wenn Laub und Stöckchen länger liegen bleiben 😉
    • Monatschallenge für März 26: Bei jedem Gang 10 Teile Müll aufsammeln. 🗸
    • Die beiden Röcke, die immer passen, zuschneiden und nähen.
      → Zum Glück kommt die Rocksaison erst noch so richtig.
    • An der PRÜF-Demo April 26 teilnehmen. 🗸
    • Mit dem Kurs „Learn Ubuntu“ anfangen.
      → Verschoben
    • Mir das Museum der Illusionen in Hamburg ansehen. 🗸
    • Endlich mal wieder wandern gehen. 🗸
    • Weiterhin jeden Tag Yoga machen.
      → Verschoben
    • Monatschallenge für April 26: Morgens Tee trinken. 🗸

    Museum der Illusionen

    Dieses Museum hat weltweit mehr als sechzig Standorte. Den in Hamburg gibt es schon eine Weile und ich hatte genauso lange vor, dort hinzugehen. Sandra von Wanderrattes Blog hat dann so positiv über die Filiale in Stuttgart berichtet, dass ich mir diese Aktivität wirklich für den März in den Kalender geschrieben habe.

    Ich bin alleine dort hingegangen. Im Nachhinein würde ich empfehlen, diese Ausstellung mindestens zu zweit zu besuchen. Es gibt eine Menge toller Photogelegenheiten, teils sind auch die Positionen auf dem Fußboden markiert, wo die photographierende Person idealerweise stehen sollte. Das Personal hat mir angeboten, mich zu photographieren, aber so dringend hatte ich es auch nicht.

    Ich bin von der Unendlichkeit fasziniert. Und gleichzeitig fürchtet sich ein Teil von mir vor ihr, bis hin zu starkem körperlichem Unbehagen. Einige clever verspiegelte Räume habe ich daher ausfallen lassen, nachdem ich nur ganz kurz sehr interessiert um die Ecke hineingeguckt habe.

    Die Ausstellung ist tatsächlich toll gemacht. Sie zeigt auf relativ wenig Fläche eine Menge optischer Illusionen und Puzzles. Einen Teil der Konzepte kannte ich schon, allerdings nicht aus der persönlichen Anschauung. Live und direkt ist das aber nochmal etwas anderes. Die Tickets sind auf Zeitfenster begrenzt, daher haben sich nie irgendwo Menschentrauben gebildet und ich konnte mir alle Illusionen in Ruhe ansehen.

    Ob allerdings der Ticketpreis von 16€ für Erwachsene gerechtfertigt ist? Vermutlich kommt da ganz allgemein die Hamburgpauschale dazu, als Familie mit Kindern hätte ich mir wohl ein anderes touristisches Ziel ausgesucht.

    Wandern am Frauenkampftag

    Am 8. März habe ich tatsächlich alle Nachhilfetermine abgesagt. Als Selbstständige trifft dieser Streik zwar letztlich nur mich, aber ich wollte zur Demo nach Wedel, an der die regionalen Omas gegen Rechts teilnahmen. Vor Ort gab es ein offenes Mikrophon und wir hörten wirklich bewegende und vor allem auch wütende Ansprachen.

    Ich wünsche mir bei solchen Gelegenheiten immer, dass diese Wut nicht über den Rest des Jahres wieder versickert. Trotzdem kam ich ermutigt aus der Veranstaltung heraus.

    Direkt im Anschluss bin ich ein kleines Stück aus Wedel heraus gefahren und dann über Blankenese nach Hause gewandert. Es gibt hier so viele unterschiedliche Landschaften, dass ich mir bei diesen ausgedehnten Spaziergängen immer vornehme, diese Orte zu anderen Jahreszeiten wieder zu besuchen. In diesem Fall war es eine Heidelandschaft, die bei voller Blüte wunderschön leuchtend violett aussehen muss.

    Zwei Dinge vergesse ich auch immer wieder gerne. Erstens, wie abschüssig der Südwesten Hamburgs ist. Ich fühlte mich streckenweise wie Frodo persönlich, als ich von der Elbe aus gefühlt ewig treppauf klettern musste. So viel zum Thema „Der Norden ist mehr oder weniger flach“.

    Zweitens ist es erstaunlich, was Komoot so alles als „Wanderwege“ ausgibt. Oder was auch mit einem weißen Kreuz als Teil des europäischen Fernwanderweges E1 markiert ist. Aus meiner Hosentasche höre ich da „Jetzt rechts abbiegen!“ und habe nur die Option, mich durch ein Gebüsch durch zu friemeln, um einen schmalen Trampelpfad zu entdecken. Mit Kreuz markiert, was sowohl dem abenteuerlichen als auch dem korrekten Persönlichkeitsanteil in mir entgegen kommt.

    Immer wieder gerne 😀

    Rückfall in die Müdigkeit

    In der zweiten Märzhälfte fiel ich in eine Energiedelle. Ich fühlte mich wieder fast so müde wie zu Beginn meiner Long-COVID-Zeit. Zur gleichen Zeit habe ich für eine Challenge meiner Habittracker-App jeden Tag morgens, mittags und abends in einem Diagramm meinen allgemeinen Zustand protokolliert. Nach dem langsamen, aber ziemlich stetigen Aufwärtstrend, vor allem seit dem Herbst 2025, war dieser Rückfall unglaublich frustrierend.

    Dieser Energiemangel hat mir auch mein Vorhaben zerschossen, mich schön in meine Tagesroutinen reinzugrooven, die ich mir 2025 so schön zugelegt hatte. Als erste Maßnahme habe ich wieder mit der Nikotinpflaster-Methode angefangen. Außerdem habe ich meine Liste mit täglichen Aufgaben noch weiter zusammen gestrichen.

    Meine Lernaufgabe ist wohl weiterhin, auf mich aufzupassen und mich von den Erwartungen, was ich an einem durchschnittlichen Tag schaffen kann, noch freier zu machen. Auch was das Bloggen angeht. Dieser Monatsrückblick März und April 26 kommt ja offensichtlich sehr spät. Auf der anderen Seite bin ich zufrieden mit mir, dass ich ihn überhaupt geschrieben habe, statt meinen Monatsrückblick-Streak von März 23 bis heute zu beenden.

    Soap oder Qualitätskino?

    Rückkehr nach Emmerdale

    Im März fiel ich nicht nur in eine Energiedelle. Sondern auch in einen Kaninchenbau in den Yorkshire Dales. Diese Soap hatte ich schon vor einigen Jahren mal verfolgt, allerdings zwischenzeitlich den Faden verloren. 2025 ist ein Charakter wieder zurück gekehrt und hat mir die Option geboten, rückwirkend viele Videoschnipsel auf Youtube anzusehen, statt wie geplant Ubuntu zu lernen oder zu bloggen.

    Zunächst habe ich diese Serie unter „Guilty Pleasure“ abgelegt. Und dann merkte ich, wie gut sie mir tat. Ich bin nicht auf dem neuesten Stand mit deutschen Soaps, aber Emmerdale bietet neben großartigen Landschaftsaufnahmen immer sehr relevante und aktuelle Themen, die viele Menschen betreffen. Die Firma dahinter recherchiert viel und arbeitet mit einer Reihe von Hilfsorganisationen zusammen.

    Ein aktuelles Beispiel ist die Reaktion eines Mannes auf Risiken einer Operation bei Prostatakrebs: Lieber die Operation ablehnen und kürzer leben, als scheinbar nicht mehr so männlich zu sein. Wie er mit verschiedenen anderen Personen aus dem Dorf seine Zukunftsängste und sein Selbstbild verhandelt, das ist mehr als beiläufiges Fernsehgeplätscher. Zum Glück hat er sich letztlich doch für die OP entschieden.

    Erst im Nachhinein habe ich mitbekommen, dass es auch (mindestens) eine Storyline zum Thema Wechseljahre gibt. Eine Frau rasselt unvorbereitet und in frühem Alter in scheinbar ysteriöse Symptome hinein und wird zunächst im Gespräch mit ihrem Arzt sehr wütend.

    Diesen Frust, wie unfair die hormonelle Umstellung ist und wie unsere Gesellschaft das Thema bisher größtenteils ausgeschwiegen hat, kann ich persönlich sehr gut nachfühlen. Wenn aus solchen Serien, die Menschen zu Gesprächen mit ihrem Umfeld animieren, ein größeres Bewusstsein entsteht, dann ist viel gewonnen. Neben dem spannenden Entertainment.

    Kultureller Anspruch und Berührung

    Wir haben im April „Reise in die Wüste“ gesehen, einen Film über Ingeborg Bachmann. Und vielleicht ist er unterdurchschnittlich gelungen und der Vergleich unfair, aber in diesem Film habe ich null persönliches Wachstum der Beteiligten beobachtet. Ich fand auch die Anliegen der Personen ziemlich inhaltsleer.

    Dagegen beschäftigt sich Emmerdale mit Dingen wie Verantwortung, Familie, toxischer Männlichkeit, Beziehungspflege, destruktiven Verhaltensmustern und Gerechtigkeit. Und persönliche Fortentwicklung gibt es inklusive der Reflexion obendrauf. Fairerweise haben die Charaktere allerdings auch viel Luft nach oben und damit eine Menge Anlass zur Persönlichkeitsentwicklung.

    Natürlich ist in der Soap alles überspitzt, alle paar Monate explodiert etwas, es sterben deutlich mehr Menschen als so einem kleinem Dorf zuzutrauen wäre und der größte Teil der Bevölkerung hat zu Gesetzen ein eher loses Verhältnis. Und trotzdem fühle ich mich davon mehr abgeholt als vom Kinofilm mit höherem kulturellem Ansehen.

    Im Lauf des Aprils habe ich beschlossen, dass mir diese Ausflüge in dieses Dorfleben nervlich so gut tun, dass ich sie absichtlich in mein Leben einplane. Besonders angesichts der Weltlage. Und wenn ich irgendwann nochmal wieder nach Großbritannien zurückkehre, gucke ich mir die Emmerdale-Außendrehorte im Original an.

    Was habe ich im März 26 gehört?

    Zur Weltlage und zu verschiedenen Männlichkeitsmustern haben auch Annemarie Botzki und Friederike Schmitz etwas zu sagen. Vor allem im Verhältnis zu unserem Umgang mit Tieren sprechen sie in ihrem Podcast „Was zu retten ist“ darüber, wie häufig hoher Fleischkonsum, ein rechtslastiges Weltbild und Sexismus miteinander zusammenhängen.

    Ihre Antworten auf diese Frage erinnern sehr an das Konzept der Petromaskulinität. In diesem Begriff steckt die intensive Identifikation einiger Männer mit destruktivem Verhalten, lauten Autos, dem Festklammern an alten Rollenbildern genau wie an fossilen Brennstoffen und generell dem Bedürfnis, andere zu unterwerfen, um sich selbst als wertvoll akzeptieren zu können. Und da schließt sich der Kreis zum Frauenkampftag.

    Was habe ich im März und April 26 gebloggt?

    März 26

    Monatsrückblick Februar 26 – Unendlicher Winter?
    Mein Monatsrückblick Februar 26: Herzchen, Nicht-Selbst, Sternekonfetti, Schlappen, Partydekoreste und malerische Sonnenaufgänge.

    Pixelfed statt Instagram – Zwei Plattformen im Vergleich
    Ich vergleiche beide Plattformen und erkläre, was mich dazu brachte, Pixelfed statt Instagram zu verwenden.

    Der Vorname Angela
    Meine Eltern beschlossen vor langer Zeit, dass mein Vorname Angela sein sollte. Wie war und ist das für mich persönlich?

    Täglich Sport machen – Meine Challenge im Februar 26
    Im Februar 26 hieß mein Monatsvorhaben „täglich Sport machen“. Dies ist mein Bericht, wie gut das funktioniert und was es gebracht hat.

    Dröhnendes Schweigen
    Immer wieder lese ich online den Vorwurf, zu einem bestimmten Thema herrsche „dröhnendes Schweigen“. Hier ist meine Meinung dazu.

    Mein Feminismus ist intersektional – Was heißt das?
    Der 8. März ist kein Frauentag sondern feministischer Kampftag. Mein Statement dazu, warum welche Art von Feminismus immer noch nötig ist.

    Das werde ich 2026 anders machen
    Was ich privat und beruflich 2026 anders mache? Hauptsächlich noch mehr ich selbst sein und gut mit mir umgehen.

    Neuanfang – Was mich unterstützt hat
    In meinem Leben habe ich mehrfach einen Neuanfang eingeschoben. Was brachte mich dazu? Wie war das? Und was hat mir dabei geholfen? Mein Beitrag zu der Blogparade „Alles neu“.

    Mein Long-COVID – Fortschritte und Frust
    Seit dem Herbst 23 lebe ich mit Long-COVID. Ein Rückschlag im März 26 brachte mich dazu, über meine Erfahrungen zu bloggen.

    12tel-Blick März 26
    Mein Beitrag zum 12tel-Blick März 26 wurde kurz vor Monatsende fertig, weil weder das Wetter noch mein Energielevel ideal waren.

    Projekt52 März 26 – Spiel, Lichtermeer, Entscheidung, Schuh, Dinosaurier
    Mein Beitrag zur kreativen Challenge Projekt52 März 26. Die Stichpunkte: „Spiel“, „Lichtermeer“, „Entscheidung“, Schuh“ und „Dinosaurier“

    April 26

    Aprilscherze – Warum ich keine mache
    An einem Tag, an dem viele Menschen Aprilscherze verbloggen, nutze ich die Gelegenheit, das Gegenteil zu tun.

    Täglich Müll sammeln – Meine Challenge im März 26
    Im März 26 hieß mein Monatsvorhaben „täglich Müll sammeln“. Dieser Beitrag schildert, warum ich das gemacht habe und was es mir gebracht hat.

    12tel-Blick April 26
    Mein Beitrag zum 12tel-Blick April 26 zeigt erstens wieder Sonnenschein und zweitens richtig viel neues Grün

    ToWants für das 2. Quartal 26
    Meine ToWants für das 2. Quartal 26 kommen, nachdem der April schon zwei Drittel vorbei ist, aber trotzdem mit großer Entschlossenheit.

    Monatsrückblick März und April 26 in Mastodönekes:

    „Wir haben zwei Ewigkeitsparagraphen im Grundgesetz. Die Menschenwürde und das Sozialstaatsprinzip.

    Wenn Merz sagt, wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten, bedeutet dies, dass er eine verfassungsfeindliche Aussage getätigt hat. Implizit ist Art. 1 davon betroffen, weil Art. 20 (1) Garant dafür ist.

    Unter anderem deshalb nenne ich diese Regierung rechtsradikal.“

    Hel

    „Fakt: Das französische Wort für „Brandsalbe“ lautet „Crème brûlée“. ☝🏻🧐“

    Caspar David Niedlich

    „heard „be the elephant you want to see in the room“ earlier and gosh if that hasn’t stuck with me“

    Fennel, Grade II

    „one of the truly amazing things about human beings is that while there are definitely ordinary folks capable of horrific acts or collaborations, there are ordinary folks capable of true selflessness, love, and heroism. enough folks choosing to do right can move mountains.“

    Paul_IPv6

    Und was war sonst noch los?

    Ich war zum ersten Mal zur Mammographie. Gleich zweimal, weil beim ersten Termin die Technik in den Knien war. Na Moin auch!

    Die Sonnenaufgänge hören nicht auf, mich zu faszinieren.

    Das Beweisphoto vom Schwan im Regenrückhaltebecken.

    Ich hatte schon gedacht, die Schneeglöckchen fallen dieses Jahr aus. Hatten aber im März ihren verspäteten Auftritt.

    Was mir im April an Energie fehlte, brachte die Natur in großen Portionen mit.

    Jedes Jahr geht mir bei den vielen großen und kleinen Blüten das Herz auf.

    Im März war in Hamburg wieder die PRÜF-Demo.

    Außerdem die noch deutlich besser besuchte Demo für Erneuerbare Energien.

    Auch im April ging immer wieder die Sonne auf.

    Manchmal ist ein Baum fast zu schmal für all die notwendigen Wegmarken.

    Vorherige März- und Aprilrückblicke

    Für den Monatsrückblick März 26 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Dies ist das erste Mal, dass ich auf jeweils drei Monatsrückblicke zurück schaue.

    März 23: Mein allererster Monatsrückblick. Ich bin zu WordPress zurück gekehrt und habe die Krokusblüte in Husum gesehen.

    April 23: Ich habe an der Flashfiction-Challende von deadlinesforwriters teilgenommen und viel über Perfektionismus gelernt.

    März 24: Ich war mit dem Flixbus in Berlin und habe mir nach dem Zürcher Ressourcenmodell einen Lotusblütenhintergrund für meine elektronischen Geräte zugelegt.

    Photo von einem Computerbildschirm, darauf zu sehen ist die Nahaufnahme einer rosa Lotusblüte

    April 24: Ich habe geübt, beruflich Nein zu sagen, und den Gott des Gemetzels gesehen.

    März 25: Meine erste eigene Blogparade lief sehr erfreulich. Dafür war der Anfang meines Long-COVID-Voruntersuchungs-Marathons mehr als ruckelig.

    April 25: Der Untersuchungsmarathon ging weiter und ich bin am Loki-Schmidt-Garten vorbei gewandert. Danke nochmal, Komoot!

    Was habe ich im Mai 26 vor?

    Das war mein Monatsrückblick März und April 26 . Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit?

    Hast du ein Guilty Pleasure? Oder gönnst du dir Dinge, die dir gut tun , einfach so und bewusst? Und wie kommst du aus Phasen der Flaute wieder heraus?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Beiträge wie dieser in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Tee statt Kaffee – Meine Challenge im April 26

    Tee statt Kaffee – Meine Challenge im April 26

    2026 ist für mich das Jahr der Monatschallenges. Dabei ist Astrid Engel mein Vorbild. Von ihr habe ich mir die Idee abgeguckt, in einem überschaubaren Zeitfenster als eine Art Testlabor neue Gewohnheiten auszuprobieren, unverbindlich, übersichtlich und gleichzeitig ernst gemeint. Im April 26 hieß dieses Programm „Tee statt Kaffee trinken“.

    Dieser Beitrag schildert, wie das Projekt gelaufen ist, wie es sich auf mich ausgewirkt hat und welche Lehren ich daraus ziehe.

    Warum wollte ich Tee statt Kaffee trinken?

    Hauptsächlich haben mich Klimagründe zu dieser Aktion motiviert. Ausführlich sind die Hintergründe dazu im Podcast „Was zu retten ist“ zu hören. In Zukunft wird die Klimaerhitzung den Kaffeeanbau auch schwieriger machen. Und Tee hat im Vergleich zum Kaffee eine deutlich bessere Ökobilanz, solange er ohne Milch getrunken wird. Regional geernteter Kräutertee ist natürlich noch ökologisch sinnvoller als schwarzer Tee.

    Gesundheitsaspekte waren für mich nicht ausschlaggebend. Da geht die Berichterstattung so weit auseinander, dass es scheint, als sei Kaffee super ungesund und gleichzeitig Lebenselixir. Also habe ich mich dazu entschieden, dass es mir egal ist, wie schädlich Kaffee ist oder eben nicht.

    Allerdings habe ich hinterfragt, warum ich überhaupt darauf gekommen bin, morgens Kaffee zu trinken. Ursprünglich mochte ich ihn gar nicht mal besonders gerne. Es ist nur so, dass mein Mann morgens mit der Kaffeemühle liebevoll Bohnen mahlt und immer für uns beide eine ganze Kanne fertig gemacht hat.

    Da hat sich die Bequemlichkeit durchgesetzt. So musste ich mich nur an den Tisch setzen und hatte mein warmes Getränk fürs Frühstück fertig vor mir stehen. Ich wollte jetzt mal ausprobieren, ob ich ohne diese Gewohnheit auskommen würde.

    Wie bin ich vorgegangen?

    In meinem Teefach lagen noch einige Tüten mit losem Tee herum. Daher musste ich überhaupt nicht neu einkaufen, nur organisieren, dass ich mich morgens nicht mehr an die Kaffeekanne meines Mannes mit dranhänge.

    Weil ich nicht ewig viele Teebeutel verbrauchen wollte, habe ich mein Edelstahlteesieb wieder in Betrieb genommen. Das habe ich schon lange und es lag Ewigkeiten in einer Schublade herum. Morgens hatte ich jetzt ein paar extra Aktivitäten vor mir:

    • Wasser aufsetzen
    • Teesorte aussuchen
    • nach dem Kochen das Wasser in die Kanne gießen
    • die Tee nicht zu lange ziehen lassen
    • das Teesieb sofort in die Biomüllschüssel leeren und zum Trocknen in einen Becher hängen
    • abends die restlichen getrockneten Teefusseln rauswischen

    Beim Unterrichten wurde mir einmal ein Latte Machiatto angeboten. Den habe ich angenommen und war im Nachhinein zunächst unschlüssig, ob er sich mit meiner Challenge verträgt oder nicht. Am Ende spricht aber nichts gegen Ausnahmen, wobei es trotzdem den Monat über bei diesem einen Kaffee blieb.

    Tee statt Kaffee – Einsichten

    Der Kaffee hat mir vom ersten Tag an nicht gefehlt. Genauso, wie er mich nicht vom Schlafen abhält, macht er mich morgens nicht nennenswert wacher. Auch die Teesorte war unerheblich. Egal ob Mate, Grüntee, Roibosch oder Kräutertee, sie haben mir alle morgens schon geschmeckt und mein Frühstück fühlte sich immer komplett an.

    Ich kam dadurch sogar dazu, jeden Morgen mit einem ganzen Liter Flüssigkeit in den Tag zu starten. Diesen Pluspunkt hatte ich vorher gar nicht einberechnet. Und mit meinem Teevorrat bin ich immer noch nicht durch.

    Genauso unerwartet habe ich mich relativ problemlos in die Tatsache hineingefunden, dass ich morgens selbst für mein Getränk verantwortlich bin. Auch wenn mein Tee manchmal ziemlich spät fertig wird.

    Für Stolperstellen habe ich selbst gesorgt. Wenn ich der frisch mit WAsser befüllten Teekanne den Rücken zudrehe, kommt es leicht vor, dass ich sie erstmal sofort vergesse. Da hat mich mein Mann netterweise oft dran erinnert, dass ich das Teesieb rausnehmen sollte. Wenn ich mal selbst daran gedacht habe, mir einen Alarm zu stellen, war ich echt stolz auf mich.

    Die Teesieb-Routine an sich war nicht so nervig wie befürchtet. Mich stört es sehr, dass die nassen Fusseln erstmal im Sieb kleben. Früher habe ich es dann manchmal zunächst in ein Glas gehängt und dann vergessen. Weil ich es aber am nächsten Morgen wieder verwenden wollte, konnte ich mir nicht leisten, Teereste schimmeln zu lassen.

    Ich bin selbst erstaunt, wie diszipliniert ich diese Routine durchgehalten habe, mit der jeden Morgen das Teesieb leer und einsatzbereit war.

    Was ich außerdem vorher wusste: Dass so ein frisch gekochter Tee heißer ist als Kaffee aus der Kaffeemaschine. Das musste in meine Zeitplanung hinein passen. Und auch da habe ich gestaunt, wie wenig problematisch es war.

    Was ich in den Mai mitnehme

    Diese neue Gewohnheit hat sich nahtlos in meinen Alltag eingefügt. Ich werde also auch weiterhin Tee statt Kaffee zum Frühstück trinken, wenn ich auch bei Nachmittagsgelegenheiten oder im Café schon nochmal wieder einen Cappuchino nehmen würde.

    Auch für andere Tätigkeiten werde ich mir noch konsequenter einen Alarm stellen. Von einer Freundin habe ich mir die Idee abgeschaut, unter anderem ein altes Handy als Timer zu verwenden. Da muss ich noch einen festen Ablageplatz etablieren, am besten in meinem Blickfeld, wenn ich vor dem Wasserkocher stehe, damit ich den Button klicke, bevor ich mich umdrehe.

    Eventuell wird es helfen, wenn ich abends schon eine Teesorte aussuche und in das Teesieb fülle, und den Wasserkocher für den Folgetag mit Wasser versorge. Beibehalten werde ich meine neue Trinkgewohnheit allerdings auf jeden Fall.

    Meine bisherigen Challenges

    „Tee statt Kaffee“ war mein viertes Monatsprojekt. Bisher habe ich

    Was trinkst du morgens?

    Trinkst du morgens Tee oder Kaffee? Oder etwas ganz anderes?

    Was ist deine Motivation hinter deinem Frühstücksgetränk?

    Wenn du darüber bisher nicht nachgedacht hast: Würdest du aus Klimaschutzgründen auch mal eher Tee statt Kaffee trinken?


    Im Mai heißt meine Monatschallenge „Jeden Tag tanzen“. Eigentlich sollte die Tanzpause am Mittag stattfinden, bisher ist sie mir zweimal erst am Abend kurz vorm Schlafengehen eingefallen XD Ich werde Anfang Mai ausführlich berichten.

    Dir hat dieser Beitrag gefallen? Ähnliche Texte findest du in meinem Blog hier:

    Fediverse-Reaktionen
  • ToWants für das 2. Quartal 26

    ToWants für das 2. Quartal 26

    Und schon ist der April fast vorbei. Dabei stand Ende März eigentlich an, meine ToWants für das 2. Quartal 26 zu verbloggen. Seit Oktober 23 plane ich so alle drei Monate im Voraus, was ich erleben möchte. Diese Gewohnheit habe ich mir (mal wieder) von Judith Peters abgeguckt, die auf diese Weise das Buch „Das 12-Wochen-Jahr“ in die Blogosphäre übertragen hat.

    Grundsätzlich ist diese Liste für mich keine Verpflichtung. Eher eine Erinnerung daran, was ich mir bewusst gönnen möchte. Sie enthält keine in gute Absichten verkleidete ToDos und keine beruflichen Vorhaben, von denen ich eher das Gefühl habe, dass sie meiner Nachhilfe etwas bringen können, als dass ich sie wirklich wollen würde.

    Was im 1. Quartal 26 liegen blieb

    Manche ToWants stellen sich im Nachhinein als gar nicht so attraktiv heraus. Oder ich bin zeitlich nicht dazu gekommen. Oder ich habe sie schlicht vergessen, trotz der Liste, die ich nebenbei auch immer auf Papier schreibe und bei mir an die Wand hänge. Von Januar bis März 26 waren das diese Punkte:

    • Ich habe weniger für meine Muskeln getan, als ich eigentlich vorhatte.
    • Auch nach der Schneeschmelze habe ich kein Metalkonzert besucht.
    • Zu einer neuen Zentangle-Challenge oder sonstigen Zeichenchallenges bin ich nicht gekommen.
    • Das Messen, wie lange Aktivitäten wirklich dauern, ist zwischenzeitlich etwas im Sande verlaufen.

    Das ist gar nicht so viel. Und spricht dafür, dass ich die ToWants anscheinend passend ausgesucht hatte. Ein willkommener Nebeneffekt dieser Aktion ist es, dass ich immer besser lerne, was ich will und was in meinen Zeit- und Energierahmen reailstisch hinein passt.

    Meine To-Wants für das 2. Quartal 26

    Letztes Mal habe ich noch nach Kategorien sortiert. Heute mache ich lieber wieder Freestyle-Mixmax:

    ToWants 1 bis 10

    1. Ich schwelge einmal am Tag auf Pixelfed in Bildern.
    2. Ich lese jeden Tag einen Blogartikel, lasse allerdings die Vorstellung los, darüber hinaus alles lesen zu können, was mich da draußen interessiert.
    3. Gemeinsam mit meinem inneren Team nehme ich mir jeden Tag neu vor, online-Debatten an mir vorbeiziehen zu lassen als die Zeitverschwendung, die sie sind. (Diesen Punkt übernehme ich aus dem 1. Quartal, weil er mir so gut getan hat)
    4. Schritte auf dem Laufband verbinde ich mit YouTube. Diese Videos würde ich mir sowieso ansehen. So ist die Zeit immerhin noch sportlich genutzt.
    5. Ich versuche, meinem häufigen Bedürfnis nach Snacks auf die Spur zu kommen.
    6. Ich genieße es, dieses Jahr mal nicht lauter kleine Gemüsepflänzchen und Blumen heranzuziehen, nur damit die Schnecken sie später wieder weg mümmeln.
    7. Meinen Dauerkulturen (Spargel, Erdbeeren und Blaubeeren) gucke ich derweil beim Gedeihen zu.
    8. Ich frage mich weiterhin jeden Morgen, ob es etwas gibt, mit dem ich der Zukunftsangela einen Gefallen tun kann.
    9. Nach dem Vorbild von Astrid Engel findet jeden Monat bei mir eine persönliche Challenge statt.
      • Im April trinke ich morgens Tee statt Kaffee.
      • Im Mai tanze ich jeden Tag einmal.
      • Im Juni mache ich jeden Tag Musik.
    10. Meinem Long-COVID rücke ich mit Nikotinpflastern auf den Pelz, dieses Mal konsequent für eine längere Zeit.

    ToWants 11 bis 20

    1. Die Videos zu den Zentangle-Project-Packs nutze ich, um meine Zentangletechnik auszubauen und noch flexibler zu werden.
    2. Für das Projekt52 mache ich mich in meiner Umgebung weiterhin auf Motivsuche.
    3. Den 12tel-Blick führe ich weiter und hoffe auf rege Beteiligung der Schwäne.
    4. Wegen des großen Erfolges gehe ich jeden Monat einmal eine längere Runde zum Spazierwandern. (Ein Dauer-ToWant!)
    5. Aus dem gleichen Grund suche ich mir wieder touristische Ziele in meiner Region heraus und besichtige sie, zum Beispiel:
    6. Im Mai geht es rund um unseren Hochzeitstag für ein paar Tage nach Amrum.
    7. Im Juni sehe ich Madsen im Hamburger Stadtpark.
    8. Mit „Zurück in die Zukunft“ sehe ich zum ersten Mal eins dieser großen Musicals. Bisher war ich dazu nicht so motiviert, aber der Film hat mich seinerzeit schon sehr abgeholt und musikalisch wird das garantiert ein Fest.
    9. Ich besorge mir einen Bibliotheksausweis.
    10. Meine ToWants für das dritte Quartal 26 liste ich schon Ende Juni auf. Jedenfalls ist das der Plan 😉

    Hast du ToWants für 26?

    Das sind sie also, meine zwanzig ToWants für das 2. Quartal 26! Nimmst du dir auch quartalsweise oder in einem anderen Zeitrahmen Aktivitäten vor? Was ist dir dabei wichtig?

    Und hast du auch im Laufe der Zeit so viel über dich, deine Bedürfnisse und deine Motivationsknöpfe gelernt?


    Frühere ToWant-Listen und mehr über das Thema Zielsetzung findest du in der

    Fediverse-Reaktionen
  • 12tel-Blick April 26

    12tel-Blick April 26

    Wo ist der April hingegangen? Immerhin habe ich eine Kombination aus Motivation, freier Zeit und sonnigem Wetter für meinen 12tel-Blick April 26 gefunden. Die Energiedelle aus dem März hat sich etwas in diesen Monat mit hinein geschleppt und ich bin dabei, mich wieder zurückzugrooven.

    Wie funktioniert diese Aktion?

    Eva von VerfuchstUndZugenäht organisiert diese Challenge. Auf ihrem Blog findest du auch eine Erklärung mit Tipps. Ende April wird es dort auch wieder eine Linkliste zum Eintragen geben.

    Es geht darum, einen Ort oder ein Motiv durch das Jahr zu begleiten. Dabei beobachten wir, was sich verändert und was vielleicht auch gleich bleibt, und was das mit unserer Beziehung zu diesem Ort macht. Besonders schön an dieser Stelle finde ich die Beiträge von Sylvia Tornau. Sie zeigt ihren Garten mit einem Apfelbaum darin und schreibt darüber, wie sie mit den Jahreszeiten ihre Wahrnehmung der Szenerie ändert.

    Mein 12tel-Blick April 26

    Ich begleite eine kleine Insel durch das Jahr. Sie liegt im Zentrum eines regionalen Regenrückhaltebeckens. In meinem Beitrag von Januar 26 erzähle ich noch ein bisschen mehr darüber. Dieser Ort liegt auf einer schönen Spazierrunde, weit genug entfernt, dass ich auf dem Weg ordentlich Schritte mache. Und nah genug, dass es kein großes Aufraffen ist.

    Mittlerweile fallen mir vor lauter Frühlingsgrün überall noch Motive auf, die sich genauso eignen. Bisher bin ich allerdings noch wirklich glücklich über meine Wahl für 2026. Beim 12tel-Blick April 26 war sogar einer der zwei Schwäne bereit, sich mit ablichten zu lassen.

    Eine kleine, baumbestandene Insel auf einem See bei Sonnenschein und blauem Himmel. Am Bildrand ragen frisch belaubte Äst hinein, vir der Insel schwimmen, Gänse, Enten und ein Schwan

    Im Januar war das Gebüsch in der rechten unteren Ecke noch leuchtend rot. Inzwischen glaube ich, dass dieser Effekt nur durch die Abendsonne entstand. Das Laub an den Rändern ist jetzt insgesamt dadurch dunkel, dass es unter noch höheren Blätterdächern liegt. Die werfen gründlich Schatten. Ich finde aber den Kontrast zu den hellen Blättern der Bäume auf der Insel wirklich schön.

    Gibt es auch bei dir Orte, die du im Laufe des Jahres immer wieder besuchst und photographierst?


    Weitere kreative Beiträge findest du in meinem Blog in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Täglich Müll sammeln – Meine Challenge im März 26

    Täglich Müll sammeln – Meine Challenge im März 26

    2026 nehme ich mir jedem Monat eine kleine Challenge vor. Das Prinzip habe ich mir von Astrid Engel abgeguckt. Es geht darum, meine vielen Ideen für neue Gewohnheiten und Vorhaben in die Realität umzusetzen, und zwar in einem überschaubaren und begrenzten Zeitfenster. Eine Art Versuchslabor, um zu sehen, wie mir die jeweilige Aktivität in den Alltag passt. Im März 26 hieß dieses Programm „täglich Müll sammeln“.

    Dieser Beitrag schildert, wie das Projekt gelaufen ist, wie es sich auf mich und meine Umgebung ausgewirkt hat und welche Lehren ich daraus ziehe.

    Warum wollte ich täglich Müll sammeln?

    Eine ähnliche Aktion habe ich schon 2020 durchgeführt. Damals haben mich dazu die vielen Schnipsel und Feuerwerksreste angeregt. Auch dieses Jahr liegen noch jetzt Raketenteile und sonstiger Müll herum, und das geht mir sehr auf die Nerven. Ich lasse meine Augen gerne über das Grünstreifen neben den Wegen streifen, vor allem im Frühling, wenn jeden Tag neue Blümchen auftauchen. Da stört der Müll einfach.

    Wie schon vor sechs Jahren wollte ich die Dinge nicht tatenlos hinnehmen, wie sie sind. Und ich wollte einen Monat lang sehr bewusst dabei vorgehen, ohne mir vorzunehmen, dass ich meine komplette Umgebung restlos aufräumen würde. Dass sich diese Übernahme von Verantwortung für mein eigenes Wohlbefinden auch auf andere Zusammenhänge übertragen lässt, war ein einkalkulierter Nebennutzen für mein Bewusstsein.

    Wie bin ich vorgegangen?

    Die Rahmenbedingungen

    Mein Vorsatz war: „Bei jedem Gang zehn Teile Müll sammeln“. Ich gehe seit meiner Coronainfektion 2023 viele Wege zu Fuß, weil ich zunächst auch gar nicht mehr Fahrrad fahren konnte. Inzwischen ist es für mich normal, zum Unterricht bei Schüler:innen zuhause oder zum Einkaufen zu gehen. Das spart mir den Aufwand, mein Fahrrad anzuschließen und ich mag inzwischen auch die Entschleunigung.

    Ursprünglich hatte ich mir gedacht, dass ich also immer auf dem Weg zum Einkauf oder einem Termin zehn Teile aufsammeln würde. Und dann weitere zehn auf dem Heimweg. Diese eher kleine Zahl war dazu gedacht, mich ein bisschen zu bremsen. Ich kenne mich ja schon ganz gut und bei manchen Aktivitäten neige ich dazu, kein Ende zu finden. Und ich wollte nicht auf meine Einkaufsstrecke eine halbe Stunde zusätzlich drauf satteln.

    Die praktische Umsetzung

    Im Rahmen meiner ersten Aktion 2020 habe ich mir eine Müllzange gekauft. Die spart das ständige Bücken und auch den Kontakt mit unangenehmen Abfallteilen. Zu Beginn des Monats habe ich noch eine Plastiktüte mitgenommen, in die ich den Müll sammeln konnte, und die ich zuhause in unsere Tonne ausgeleert habe. Ursprünglich wollte ich die Ausbeute auch noch jeweils vorher abwiegen. Später habe ich einen kleinen Mülleimer eingesetzt, weil die Tüte doch bei Wind sehr flatterig war.

    Bei meiner Habit-Tracker-App Habitica habe ich die Sammelchallenge als Gewohnheit eingetragen. So gab es jeden Tag eine Handvoll digitales Konfetti, um mich zusätzlich zu motivieren.

    Täglich Müll sammeln – Einsichten

    Das Müllverhalten meiner Mitmenschen

    Hier in Halstenbek sind viele Bereiche wirklich ordentlich. Und dann gibt es Stellen, vor allem bei der S-Bahnstation, die sehen immer grauenhaft aus. Aber auch vor manchen Wohnanlagen liegt so gut wie immer Kram herum. Manchmal Sperrmüll, der offensichtlich nicht angemeldet wurde, weil er wochenlang vor sich hin rottet. Manchmal eine Menge kurioser Kleinteile, unter anderem diese Tonbänder.

    Mir will es nicht in den Kopf, was sich Menschen dabei denken, wenn sie Abfall in die Gegend werfen. Manche Dinge sind vielleicht auch verloren gegangen und weggeweht. Aber andere wurden bewusst zum Teil in Hecken gesteckt. Besonders ärgerlich und unverständlich finde ich Hundehaufenbeutel. An der Stelle ist es mir lieber, die Haufen werden ohne Plastikverpackung liegen gelassen. Insgesamt fand ich eine wilde Mischung von Böllerresten bis Reisenpuzzleteilen.

    Zahlenmäßig mit weitem Abstand am meisten vertreten waren aber Zigarettenkippen. Und da fehlt mir jedes Verständnis, warum so viele Raucher:innen meinen, der Planet Erde sei ihr persönlicher Aschenbecher. Wenn sie Bestandteile aus dem Rauch herausfiltern, die sie nicht in der Lunge haben möchten, ist es nicht sonderlich logisch, sie in Gullys zu stecken oder in die Gegend zu schnippen, wo sie dann ihre Schwermetalle und Mikroplastik freisetzen und eventuell von Tieren aufgenommen werden.

    Die Kippen waren auch die Müllfraktion, die am schnellsten neu wieder auftauchte. Ich bin generell keine Freundin von Zigarettenrauch und dieser Teil der Monatschallenge hat nicht geholfen, mich entspannter zu stimmen. Wer denkt, diese Filter seien ja im Grunde organischer Abfall, kann sie gerne auf dem heimischen Kompost unterbringen. Merkwürdig, dass das niemand zu machen scheint.

    Gemeinsames Müllsammeln

    Jedes Jahr gibt es hier im März eine gemeinschaftliche Aufräumaktion von der Gemeinde. Bisher habe ich diese einfach immer verpasst. Dieses Jahr habe ich nachgedacht, ob ich nicht doch auch mit anderen zusammen Müll sammeln will. Letztlich bin ich dann aber doch alleine mit meiner Zange losgezogen. Erstens, weil mir die Uhrzeit nicht gepasst hat, zweitens, weil ich wirklich lieber alleine aufräume.

    Es ist super, dass es jedes Jahr solche Aktionen gibt, die Menschen miteinander verbinden und dafür sorgen, dass der gröbste Dreck wegkommt. Und gleichzeitig möchte ich hinterher weder einen Snack noch einen Schnack haben. Das ist vielleicht auch einer der Gründe, aus denen ich mich immer noch nicht der lokalen Klimagruppe angeschlossen habe, noch ein Lerneffekt für mich.

    Unerwartete Anerkennung

    Mir ist das schon 2020 passiert: Während des Aufräumens fragte mich schon damals jemand, was ich denn „Schönes“ sammele. Auch dieses Jahr wurde ich ein paarmal angesprochen. Diese Personen haben sich bei mir bedankt und gesagt, das müssten eigentlich viel mehr Menschen machen. Das sehe ich natürlich genauso. Interessant fand ich, dass diese Anerkennung nur von Frauen kam, die sich offensichtlich über meine Aktivitäten freuten.

    Dass mich jemand anspricht, war von mir gar nicht beabsichtigt oder eingeplant. Was ich allerdings schon schön fände: Wenn sich durch mich jemand inspiriert fühlt, auch mal ein paar Schnipsel aufzuheben und in den nächsten Mülleimer zu werfen. Wenn mehr von uns das machten, sähe es da draußen deutlich anders aus. Groß unterhalten wollte ich mich gar nicht darüber, was ich da mache. Gefreut habe ich mich aber über die netten Worte schon.

    Organisation ist alles

    An manchen Tagen habe ich viel gesammelt, an anderen gar nichts. Woran lag das? Manchmal war ich spät dran zu einem Schüler und hatte dann nicht mehr die Muße für Nebentätigkeiten auf dem Weg. An anderen Tagen hat es geregnet und auf nassen Müll hatte ich keine Lust.

    Es kam auch vor, dass ich einen halben Kilometer gegangen war, bevor mir auffiel, dass ich meine Zange und Tüte vergessen hatte. Und zu manchen Gelegenheiten wollte ich die Ausrüstung auch nicht mitbringen. Also habe ich zum Ausgleich an anderen Tagen mehr gesammelt.

    Zwischen Sisiphus und Selbstwirksamkeit

    Wie bei meiner ersten Aktion fiel mir der Abfall noch viel deutlicher auf. Dadurch nahm ich ihn in der Menge wohl auch stärker wahr. Es war gleichzeitig befriedigend und frustrierend, diese Schnipsel zu beseitigen. Denn meine zwanzig Teile sind ja wie ein Tropfen im Ozean. Und gleichzeitig lagen diese zwanzig Kippen nicht mehr in der Gegend.

    Auch in anderen Zusammenhängen ist es ähnlich. Ich kann an vielen Situationen nur begrenzt etwas ändern. Aber meinen kleinen Teil kann ich beitragen. Davon ändert sich zwar das große Ganze nur wenig. Allerdings hilft es meinem Gefühl mir selbst gegenüber ziemlich weiter. Es geht mir besser, wenn ich nicht apathisch auf die Lage gucke und mich dazu verleiten lasse, gar nichts zu tun, nur weil die Mehrheit sich entscheidet, Probleme zu ignorieren.

    Andere Menschen kann ich nicht ändern. Ich kann Steinchen ins Wasser werfen und dann abwarten, was passiert. Im Grunde geht es um die klassische Mischung aus Gelassenheit und Entschlossenheit. Für mich ist diese Lektion eine, die ich regelmäßig wiederholen muss, damit sie einsickert. Daher weiß ich jetzt schon, dass ich auch im März 27 gezielt Müll sammeln werde.

    Was ich in den April mitnehme

    Ich habe auch jetzt noch einen bewussteren Blick auf die herumliegenden Schnipsel. Trotzdem bin ich seit Ende März nicht mehr mit der Müllzange losgezogen. Es kann gut sein, dass ich mal zu einer größeren Sammelrunde aufbrechen werde. Aber erstmal nicht mehr auf dem Weg zu einem Termin. Bei Spaziergängen im Wald habe ich aber schon die eine oder andere einsame Kippe aufgehoben und bis zum nächsten Mülleimer getragen.

    Die Notwendigkeit, sowohl gelassener als auch entschlossener zu werden, nehme ich auch für andere Zusammenhänge sehr bewusst mit.

    Meine bisherigen Challenges

    „Täglich Müll sammeln“ war mein drittes Monatsprojekt. Bisher habe ich im Januar meine Vorratsregale und -schubladen durchforstet und Lebensmittel aufgebraucht, damit sie nicht schlecht werden. Im Februar habe ich mich jeden Tag sportlich betätigt.

    Was ist deine Haltung zum Thema „Müll sammeln“?

    Hast du mal an einer Aufräumaktion teilgenommen? Oder hebst du auch gewohnheitsmäßig draußen Schnipsel auf?

    Wie geht es dir damit, wenn du siehst, was andere Menschen achtlos in die Gegend werfen?

    Und wie gehst du damit um, dass du nur einen sehr kleinen Teil der Welt retten kannst?


    Im April heißt meine Monatschallenge „Tee statt Kaffee zum Frühstück“. Bisher läuft dieses Vorhaben echt glatt. Ich werde Anfang Mai ausführlich berichten.

    Dir hat dieser Beitrag gefallen? Ähnliche Texte findest du in meinem Blog hier:

    Fediverse-Reaktionen
  • Aprilscherze – Warum ich keine mache

    Aprilscherze – Warum ich keine mache

    Humor ist immer eine persönliche Sache. Vermutlich könnten viele Menschen sich über Dinge, die ich witzig finde, auch nicht so dauerhaft ausschütten vor Lachen wie ich. Im Gegenzug stehe ich jedes Jahr am 1. April auf dem Schlauch, warum es so notwendig ist, Menschen zum Scherz auf eine falsche Fährte zu locken. Aprilscherze sind aus meiner Sicht einfach merkwürdig.

    Gute Scherze, fiese Scherze

    Bei einer kurzen Internetrecherche fand ich ausgerechnet auf Studyflix eine Liste mit Ideen für Aprilscherze. Unter anderem schlägt diese Bildungsseite vor, rohe Pasta unter die Klobrille zu legen, damit Mitwohnende denken, sie hätten beim Hinsetzen etwas zerbrochen. Oder Lebensmittelfarbe in der Zahncremetube unterzubringen, um mal eine „andere Zahnfarbe“ zu erreichen.

    Hier geht es darum, auf Kosten einer anderen Person zu lachen. Und wenn jemand sich wirklich zwischenzeitlich schlecht fühlt, bin ich tatsächlich sehr gerne die Spaßbremse.

    Alternativ kündigen Firmen am 1. April gerne neue Produkte an, ohne dass es diese wirklich je geben würde. Es wurde auch schon über Dinge wie die Spaghetti-Ernte berichtet. In diesen Fällen hat wenigstens niemand zwischenzeitlich Sorge, zum Beispiel etwas kaputt gemacht zu haben. Gleichzeitig steckt auch hier die Absicht dahinter, jemanden anlasslos hereinzulegen.

    Wenn solche Aprilscherze wenigstens schnell aufgeklärt werden, erkenne ich darin schon auch das freundschaftliche Necken, als das sie gemeint ist. Manche Geschichten sind auch wirklich relativ originell. Trotzdem verfehlt das alles irgendwie meine Art von Humor und meine Haltung. Alleine das „April, April!“ finde ich sonderbar.

    Dem Comedian John Oliver gehen Aprilscherze unter anderem gegen seine Berufsehre:

    „Day April Fool’s Day is to comedy as St Patrick’s Day is to Irish culture.“

    John Oliver

    John Oliver ist auch kein Fan von Streichen oder auf Englisch „pranks“:

    „You trusted me and I betrayed that trust.

    I betrayed you, isn’t betrayal fun?“

    John Oliver

    Das ist es, was mir so schräg herunter geht. Ich nehme oft Dinge wörtlich und mich nervt das „Hähä!“ nach so einem Scherz noch zusätzlich. Oliver nimmt in diesem Video sogar seinem Publikum den Schwur ab, niemanden in den April zu schicken. Soweit würde ich nicht gehen, aber ich bin auch keine professionelle Witzemacherin. Ich will nur nicht, dass Menschen, die mir etwas bedeuten, mich hops nehmen und auslachen.

    Warum der feste Termin für Aprilscherze?

    Eine überzeugende historische Erklärung für die April-Tradition scheint es nicht zu geben. Nur weil dieses Datum als Geburtstag des Judas Iskariot überliefert ist, muss ich niemandem einen Zettel mit der Aufschrift „Sorry für den Kratzer“ an das Auto kleben. (Noch so ein Studyflix-Tipp.) Und wenn der erste April angeblich ein Unglückstag ist, muss ich ja nicht noch zusätzlich Stress verursachen.

    Überhaupt bin ich nicht überzeugt von der Idee, mir an einem bestimmten Tag im Jahr etwas zu Lachen zu verschaffen. Im Gegenteil, wir haben in den aktuellen Zeiten jede Gelegenheit für entlastenden Humor bitter nötig. Um es mit einem weiteren Profi zu sagen: Ich lasse mir vom Kalender nicht vorschreiben, wann ich Witze machen soll 😉

    So stelle ich mich jedes Jahr auf diesen einen Tag ein, in dem ich tief durchatme und mich freue, dass wenigstens die Menschen in meinem direkten Umfeld mir nicht die Zähne färben wollen.

    Wie sehe ich online-Aprilscherze?

    Das Schöne am Internet ist seine Vielfalt. Wer gerne ein Phantasieprodukt verbloggen will, tut das. Und wer noch ein bisschen zusätzlich Fakenews auf den großen Haufen werfen möchte, hat dazu auch alle Freiheit, inklusive „Hähä!“ hinterher.

    Wer dagegen mit mir gemeinsam die kollektive Hereinlegerei boykottieren möchte, ist dazu genauso herzlich eingeladen.


    Auch bei diesem Thema freue ich mich sehr über alle Kommentare. Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, findest du weitere ähnliche Texte in der

    Fediverse-Reaktionen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner