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  • Mein Blogdesign – Bloggerschnack September 26

    Mein Blogdesign – Bloggerschnack September 26

    Wie bin ich eigentlich auf mein Blogdesign gekommen? Diese Frage stellt der Bloggerschnack des Bloghexenforums im September 2026! Dabei handelt es sich um eine monatlich wiederkehrende Gemeinschaftsaktion, bei der wir entlang einer vorher in der Gruppe besprochenen Themenliste rund um das Bloggen schreiben und uns dann gegenseitig verlinken.

    Sinn des Bloggerschnacks ist, der Blog-Community wieder mehr Leben einzuhauchen. Auch Nichtmitglieder des Forums können sich beteiligen, die jeweilige Leitfrage erscheint als angepinnter Beitrag im Unterforum „Gemeinsame Projekte“.

    Was hat mein Blogdesign inspiriert?

    Meine erste Webseite unter dieser Domain war WordPress-basiert. Die habe ich selbst zusammengestellt und bin vom Design her im Rahmen dessen geblieben, was der WP-Werkzeugkoffer damals im Angebot hatte. Farblich war ich dabei noch etwas unentschlossener.

    Die zweite Version baute auf Typo3 auf. Die habe ich mir damals erstellen und designen lassen und später praktisch nur noch meine Texte eingegeben. Glücklich war ich damit allerdings auf Dauer nicht, vor allem nicht mit dem Typo3-Baukasten an sich. Das Design war auf ein Logo hin angelegt, das mir Julia Reyelt gezeichnet hatte. Die Inspiration dazu war ein Marketingworkshop und mir schwebte ein Baum als Landeplatz für bunte Vögel vor.

    Diese kommerziell gestaltete Webseite war hauptsächlich in Grau und Türkis gehalten. Grundsätzlich finde ich diese Kombination optisch immer noch schön, allerdings haben mich der Aufbau allgemein und auch mit der Zweisprachigkeit schnell selbst genervt. Außerdem muss ich mit den Augen rollen, wenn ich heute diese langen Textabschnitte mit der fipseligen Schriftgröße ansehe.

    2023 kehrte ich nach WordPress zurück und nahm das Blogdesign wieder selbst in die Hand. Dafür habe ich aus dem Baumlogo eine Farbpalette ableiten lassen, die ich seitdem für meine Schriftarten und graphischen Details nutze.

    Mein Bloghintergrund ist jetzt weiß. Dafür gibt es mehr braune und orangefarbene Elemente. Das entspricht am Ende meiner Persönlichkeit und auch der Aussage des Logos mehr. Das Grün der Blätter hatte ich kurzzeitig auch in Gebrauch, aber das wurde mir selbst schnell zu viel.

    Was ist mir außer der Farbgebung noch wichtig?

    Schriftarten

    Ich persönlich finde es schön, wenn Absätze und Überschriften deutlich unterschiedliche Schriftarten haben. Da habe ich schon einiges durchprobiert. Die beiden Fonts sollen einerseits harmonisch nebeneinander stehen können, aber auch aus spürbar unterschiedlichen Familien kommen.

    Aktuell ist zum Beispiel meine Absatzschriftart ohne Serifen. Währenddessen haben die Überschriften Serifen und ihre Schriftart ist auch weniger schlicht. Mir gefallen auch die zwei unterschiedlichen Versionen des kleinen Buchstabens a nebeneinander gut.

    Eine Zeitlang waren meine Überschriften sehr schnörkelig. Danach habe ich vorübergehend eine wie von Hand geschriebene Schriftart verwendet. Meine aktuelle Überschriften-Schriftart ist zwar immer noch dekorativ, aber deutlich leichter lesbar. Meine Webseite immer barriereärmer zu machen, ist bei mir ein laufendes Projekt und bei der Recherche dafür ist mir aufgegangen, wie wichtig gute Lesbarkeit ist. Unter anderem in diesem Kurs für digitale Barrierefreiheit.

    Immerhin warnt WordPress schon beim Schreiben, wenn einmal ein farblicher Kontrast nicht ausreichen sollte.

    Lesbarkeit

    Die Lesbarkeit bekommt in diesem Bloggerschnack eine extra Untereinheit. Denn mir geht es oft so, dass Schriften sehr klein eingestellt sind. Außerdem sind oft Zeilen sehr lang, so dass ich schon nicht mehr motiviert bin, den Text überhaupt zu lesen. Zu wenig Kontrast zwischen Hintergrund und Schrift stört mich auch. Und das, obwohl ich nur kurzsichtig bin, mit zusätzlicher Altersweitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung.

    Wenn es ein Artikel ist, der mich wirklich interessiert, schalte ich in optisch schwierigen Fällen den Lesemodus in meinem Browser Brave ein. Ich kann mir vorstellen, dass andere Menschen das auch mit meinem Blog so halten. Und an der Stelle hat sich die Frage nach dem Blogdesign dann ganz erledigt.

    Entsprechend achte ich darauf, dass meine Zeilen nicht zu lang sind und dass auch meine Absätze nicht mehr solche Textfladen sind, die schon von weitem eher abschrecken als einladen. Auch das ist für mich Teil des Designs hier im Blog.

    Dekorativer Minimalismus

    In vielen Dingen vertrete ich mindestens zwei verschiedene Positionen. Ein Teil von mir möchte das Blogdesign bunt und mit lustigen Dekoelementen ausgestalten. Am liebsten würde dieser Teil mit verschiedenfarbigen Blöcken arbeiten, wie ich das mit Freude bei anderen Seiten und Blogs sehe. Ein anderer Teil sehnt sich nach Schlichtheit. Möglichst wenig Schickimicki. Dieser Teil meines inneren Teams hat auch beschlossen, immer einfach das Basis-Theme von WordPress zu verwenden.

    Worauf ich mich geeinigt habe ist, dass es keine Seitenleiste und keine Widgets im Blog gibt. Bei anderen Blogs finde ich das informativ und schön, jedenfalls im Browser meines PCs. Auf meinem eigenen Blog wäre mir das zuviel Gewimmel. Meine Blogroll befindet sich einfach auf einer separaten Seite, die ich nebenbei bemerkt wohl mal wieder aktualisieren werde.

    Ähnlich haben auch meine Blogartikel meistens nur eine mittlere Spalte und meine Bilder haben fast alle das gleiche Format. Das mache ich weniger für meine Leser:innen, sondern eher, weil es meinem eigenen Gehirn gut tut.

    Und manchmal gewinnt dann doch die andere Seite. In meinen Monatsrückblicken gibt es Galerien und dann und wann mehrspaltige Absätze. Ich kann ja nicht immer nur dem einen Persönlichkeitsanteil zuhören.

    Verschiedene Anzeigegeräte

    Seitenleisten machen auf Smartphones oft merkwürdige Dinge. So wie ich das sehe, verschwinden sie gerne am unteren Rand oder blockieren den oberen. Das ist neben dem Minimalismus ein weiterer Grund dafür, dass mein Blog ohne Seitenleiste bleiben wird.

    Mir ist es wichtig, dass meine Blogbeiträge auf Smartphones und Tablets genauso ordentlich aussehen wie auf dem PC. Auch da bin ich dankbar, dass es die Option gibt, mir das Blogdesign als Vorschau für verschiedene Gerätearten anzeigen zu lassen.

    Von meiner alten Typo3-Seite weiß ich, dass die Anzeige auf dem Smartphone problematisch war. Jedenfalls konnte (beziehungsweise musste) ich da immer seitlich hin und her scrollen. Vielleicht ist das auch eine Frage der Entwicklung und es ist hoffentlich heute für kein CMS mehr grundsätzlich ein Thema. Von Zeit zu Zeit sehe ich es aber, wenn ich andere Blogs auf meinem Smartphone lese.

    Bleibt dieses Blogdesign jetzt für immer so?

    Das Ganze war wieder einmal ein langer Lernprozess. Und wie so oft ist der noch alles andere als abgeschlossen. Ich mag meine Farben, meine Schriftarten und das generelle Konzept meines Blogs und meiner Webseite. Allerdings hat wenigstens ein Teil von mir regelmäßig das Bedürfnis nach gründlichem Umdekorieren.

    Als nächstes steht an, dass ich mir die Basisschriftarten des Themes Twenty Twenty-Five noch einmal ansehe. Meine persönliche Farbpalette werde ich sehr wahrscheinlich noch lange unverändert lassen. Aber von den Schriften her wünsche ich mir inzwischen noch mehr Schlichtheit.

    Auf der anderen Seite habe ich den Gedanken an ein stärker gridbasiertes Blogdesign mit verschiedenfarbigen Blockhintergründen noch nicht aufgegeben. Da muss ich mal sehen, wann ich mir einen regelmäßigen Termin setze, um daran zu basteln. Vielleicht warte ich auch auf Twenty Twenty-Seven und sehe, wie sehr es mich inspiriert.

    Das Schöne an so einem Blog ist ja, dass er ein sehr individueller Ausdruck der jeweiligen Persönlichkeit ist und der muss nicht statisch sein und das Aussehen muss auch nicht so super hoch gehängt werden. Was mir jeweils aktuell gefällt und zu mir passt, ist in Ordnung.

    Wie hältst du es mit dem Blogdesign?

    Was ist dir beim Aussehen deines Blogs wichtig beziehungsweise unwichtig? Hat sich dein Design mit der Zeit auch geändert, oder hast du es mehr oder weniger beibehalten? Richtet sich dein Design eher an dir aus oder an dem deiner Leser:innen?

    Andere Bloggerschnacks im September 26

    Hier kannst du lesen, wie andere Blogger:innen zu ihrem Blogdesign gekommen sind:


    Auf meinem Blog finden sich noch weitere Antworten auf vergangene Bloggerschnacks.

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick August 26 – Vom Baden und Zugfahren

    Monatsrückblick August 26 – Vom Baden und Zugfahren

    Entgegen dem bisherigenTrend erscheint dieser Monatsrückblick August 26 schon am sechsten September. Mein Sommer war ein Mix aus Erholung, Schattensuche und neuen musikalischen Obsessionen. Wer weiß und diese neue Motivation zum Bloggen bleibt mir den September über erhalten?

    Was hatte ich im August 26 vor und was ist daraus geworden?

    Aus dem Juli 26 habe ich gelernt, mir eine kurze Liste zu schreiben. Ursprünglich war das ein Versehen, weil ich den Junirückblick veröffentlicht hatte, bevor ich mir detailliert etwas für den Folgemonat vorgenommen hatte. Die vielen Haken haben mir dann sehr gefallen. Die Liste für August lautete:

    • eine Woche Langeoog ✓
    • mit dem Sauerteig Brote backen ✓
    • wieder in den Schuljahresrhythmus eingrooven ✓
    • wieder zur Prüfdemo in Hamburg gehen ✓
    • mein Bookbeat-Abo täglich nutzen ✓

    Das Schuljahr ging allerdings richtig ruckelig los, weil kein Stundenplan zum anderen passte. Ich schiebe jetzt noch Termine hin und her und hoffe, dass ich die neuen Schüler:innen auch noch einigermaßen gut in meiner Woche untergebracht bekomme.

    Familienurlaub auf der Insel

    Meine Schwägerin und mein Schwiegervater verbringen seit Jahren einen großen Teil der Sommerferien auf Langeoog. Mein Mann hat sie dort schon ein paarmal besucht und dieses Jahr hat es dann auch für mich gepasst. Obwohl, eigentlich nur so mittel, weil ich dadurch die letzte Sommerferienwoche in Schleswig-Holstein nicht Zuhause war und nicht für die Vorbereitung auf das kommende Schuljahr zur Verfügung stand. Auf der anderen Seite liebe ich die Nordsee einfach.

    Auch wenn es meine Schwägerin gerne anders gehört hätte: Im Vergleich ist Amrum unerreichbar. Auf Langeoog scheint es keine Bauvorschriften gegeben zu haben oder noch zu geben. Jedenfalls ist der bewohnte Bereich mit einem Sammelsurium an Gebäuden bedeckt, bei denen nicht viel zueinander passt. Viele quaderförmige Betonsünden, nicht so hoch wie in Westerland, aber genauso klotzig.

    Außerdem ist es auch unlogisch, von Halstenbek aus bis nach Ostfriesland zu reisen, um dort eine Fähre auf eine Insel zu besteigen. Dafür haben wir genug eigene Nordseeküste in Schleswig-Holstein. Trotzdem war der Urlaub eine runde Sache, bis auf den unbarmherzigen Sonnenschein vielleicht. Oder wie meine Schwiegerfamilie das nennt: Das schöne Wetter. Ich bin einfach eine Schattenpflanze.

    Bei der Rückreise merkte ich deutlich, dass ich auf der Insel vom Energielevel her auf Kredit gelebt habe. Nächstes Jahr muss mein Mann wieder alleine nach Langeoog, denn eigentlich hätte ich im Anschluss noch ein paar Tage zur Akku-Erholung gebrauchen können. Während einer Wanderung oder auch einer Fahrradtour merke ich oft nicht, wie sie mich ermüdet. Erst wenn ich mich danach in ein Sofa fallen lasse, fällt mir so richtig auf, wie viel mich die körperliche Aktivität gekostet hat.

    Der Wegweiser hätte es fast unter dem Stichwort „Möglichkeiten“ in meinen Beitrag zum Projekt52 geschafft. Unter den diversen Optionen war die Genussmanufaktur aber eine solide Wahl. Als ich in dieser Bäckerei fagte, welche Brotsorten vegan seien, bekam ich ein fröhliches „Alle!“ als Antwort. Das habe ich anderswo schon anders erlebt, wenn auch noch nicht in Rio de Janeiro oder Hong Kong.

    Auf der Rückfahrt nutzen wir in Oldenburg die Möglichkeit, das Auto aufzuladen. Dort haben wir beide studiert und uns im Laborpraktikum kennengelernt. Seitdem hat sich in der Stadt viel getan, aber der Schlossgarten ist immer noch genauso überwältigend schön mit seinen alten Bäumen, verschlungenen Pfaden und dekorativen Brücken. Immer, wenn ich da bin, denke ich, ich sollte öfter mal hin. Weil ich in meinem Leben so oft umgezogen bin, geht mir das aber mit vielen Orten so 😉

    Pruefdemo Hamburg

    Eine Frau auf einem öffentlichen Platz. Sie trägt ein schwarzes Shirt mit zwei Piratenschädeln. Hinter ihr sind weitere Teilnehmer:innen einer Demonstration.

    Der Organisation hinter den Prüfdemos bin ich so dankbar. So gut wie jeden Monat geben sie mir die Gelegenheit, viele andere Menschen zu treffen, die sich genau wie ich Sorgen um dieses Land, unsere Freiheit und die Solidarität in der Gesellschaft machen. Es gibt immer eine inspirierende Anmoderation, mitreißende Musik und einen nicht zu langen und nicht zu kurzen Umzug durch die Hamburger Innenstadt.

    Auch wenn wir gar nicht in Hamburg wohnen, demonstriere ich dort mit. Und mit mir viele andere Menschen aus Schleswig-Holstein. Die verfassungsrechtliche Überprüfung der „als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei“ hat unser Landtag schon beantragt. Zudem gibt es in Kiel keine Prüfdemos und von mir aus gesehen liegt Hamburg dichter dran und ist mit der S-Bahn erreichbar.

    Im August sollten wir aus dem ausgedruckten aktuellen Gutachten über die Verfassungswidrigkeit der AfD Tulpen für den Hamburger Senat falten. Das war deutlich friemeliger, als es sich das Planungsteam wohl vorgestellt hatte, nächstes Mal würde ich Papierschiffchen vorschlagen, die sind auch hanseatisch passend 😀

    Kommendes Wochenende ist dann wieder Prüfdemo, mit Bosse als musikalischer Untermalung.

    Was habe ich im August 26 gesehen

    Mein YouTube-Algorithmus ist gut erzogen. Unter anderem schlug er mir ein Video von Ann Russel zum Thema Toilettenzugang (YouTube-Link) vor. Sie ist Britin und erklärt auf der einen Seite Reinigungstricks, auf der anderen Seite ihre Sicht auf die Welt.

    Im verlinkten Video reagiert sie auf eine junge Frau, die ein Sicherheitsmann nicht auf die Frauentoilette gehen ließ. Sie hatte sportliche Kleidung und eine kurze Hose an und das Originalvideo war ein bisschen augenzwinkernd gemeint. Ihr war schon klar, dass sie tendenziell etwas männlich wirkte. Und trotzdem wurde ihr in Kommentaren vorgeworfen, dass sie sich nicht wundern müsse, wenn sie so unweiblich auftritt und dann für einen jungen Mann gehalten wird.

    Der Punkt, den Ann Russel macht, ist mathematisch. Es gibt viel mehr cis Frauen als trans Frauen. Und unter den cis Frauen gibt es reichlich von uns, die nicht in das Klischee passen, auch optisch nicht. Als ich kurze Haare hatte, reagierten in meinem Umfeld Menschen irritiert, sowohl auf der Straße als auch unter meinen Schüler:innen. Und wenn trans Menschen verweigert wird, die Toilette zu benutzen, die für sie passt, dann schlägt das zahlenmäßig auf nicht konforme Frauen zurück.

    Wenn wir nicht mit trans Menschen solidarisch sein wollen, ist es allerdings aus Eigeninteresse sinnvoll, die von manchen angestrebte Toilettenüberwachung kritisch zu sehen. Wenn überhaupt Toiletten nach Geschlechtern getrennt werden müsssen. Um uns ungehindert erleichtern zu können, müssen wir uns eventuell noch mehr dem System anpassen. Dazu haben ich jedenfalls wenig Lust. Ähnliches gilt für die heraufbeschworene Ablehnung von trans Frauen im Frauensport, die hauptsählich dafür sorgt, dass cis Frauen als männlich verdächtigt werden.

    „And this is just a way, apart from the trans panic thing, of people trying to force women to dress and behave in a suitably feminine manner.“

    Ann Russell

    Dieses Video passt übrigend sehr gut zu meinem Beitrag zur Blogparade Frauensolidarität. Vor allem zu dem Punkt, dass zur Solidarität nicht nur der Blick auf cis Frauen gehört. Wenn wir wegsehen, wie vordergründig anderen Menschen Rechte genommen werden, merken wir zu spät, dass es vielleicht die ganze Zeit darum ging, uns in ein bestimmtes Bild von Weiblichkeit zu pressen.

    Was habe ich im August 26 gehört?

    Unerwartete Fahrt mit dem Tekkno Train

    Wie genau es dazu kam, habe ich vergessen. Aber mein Monatsrückblick August 26 wäre nicht komplett ohne das Phänomen, dass sich Electric Callboy mit ihrer Treuherzigkeit in mein Bewusstsein gewieselt haben. Und das mir, die ich wirklich fast alle Musikgenres gerne höre, bis auf Schlager, Jazz und Techno. Immerhin schummeln sie mir keinen Jazz unter.

    Die Band war mir vorher schon unter ihrem alten Namen bekannt. Aber irgendwie hatte es nie richtig gezündet. Und ich weiß nicht mehr, welches Video mich jetzt in den Tekkno-Strudel hinein gezogen hat, eventuell das zum Einhorn-Song (YouTube-Link). Was es beim besten Willen nicht besser macht.

    Jedenfalls ist Party-Core mein neuester Kaninchenbau, an dem ich mich satthören muss, bis ich im November mit der Monatschallenge „Nur noch Musik von Frauen laufen lassen“ einsteige. Vielleicht war es auch Ratatata (YouTube-Link), das ist wenigstens eine Kooperation mit einer Frauenband.

    Was mich so fasziniert, an dem heillosen Drall in Richtung Schlager und Tekkno sowie den meistens alles andere als tiefgründigen Texten vorbei betrachtet, ist der Wunsch der Band, den Zuhörenden für die Zeit eines Konzertes oder Albums eine heitere Zeit zu gestalten. Und etwas mehr Heiterkeit kann zumindest ich aktuell wirklich gebrauchen. Besser ich tanze zu diesem wilden Genremix durch die Küche, als dass ich wieder bei deprimierenden Videos über Trump hängenbleibe und vergleiche, wie viel MAGA-Verhalten auch in Deutschland schon zu beobachten ist.

    Dass die Band ihren Namen geändert hat, als sie schon ziemlich bekannt war, respektiere ich auch sehr. Die Aktion hätte tatsächlich brandingmäßig nach hinten los gehen können. Das ist der Umgang mit Kritik an an Sprache, den ich mir wünsche. Unterm Strich fasst dieser YouTube-Kommentar unter dem Video zu Tekkno Train (inklusive einiger Szenen mit der Dampflok auf dem berühmten Viadukt) es passend zusammen:

    Screenshot aus YouTube. Übersetzt steht dort: Harry, ich glaube wir haben den falschen Zug genommen. Halt den Mund Ron, der hier ist es! Dieser Kommentar gefiel über 2400 anderen Menschen.

    Bleibt mir nur, mich auf 2027 und ihren Auftritt in Wacken zu freuen. We got the moves. Und: I was born enough.

    Und alle so still

    Meine Monatschallenge im August 26 drehte sich um Hörbücher. Diesen Roman von Mareike Fallwickl habe ich jetzt zu 90 % fertig gehört und hoffe, das Ende enttäuscht nicht. Die Rezensionen dazu, von bis gestern keine gelesen hatte, gehen stark auseinander und das kann ich gut nachvollziehen.

    Das Buch ist in einem Wort gesagt drastisch. Fallwickl zeichnet ein schonungsloses Bild davon, was mit unserem System passieren würde, wenn Frauen sich nicht mehr für Care-Arbeit zur Verfügung stellen. In der Geschichte legen sie sich draußen schweigend auf dem Boden. Ohne Schilder, ohne Slogans. Und nach und nach brechen unter anderem Pflege, Krankenversorgung und Lieferketten zusammen, bis sogar das österreichische Militär zum Einsatz kommt.

    Die unterschiedlichen beteiligten Personen spielen ein Spektrum von möglichen Reaktionen durch. Solidarisch organisierte und gewaltbereite Männer genauso wie erschöpfte und unsolidarische Frauen. Bisher findet die Gewalt außerhalb der beschriebenen Szenen statt, was mir entgegen kommt, denn mein Gehirn kann damit nicht gut umgehen. Die Geschichte ist auch so teilweise bedrückend genug, allerdings auf eine angemessene Weise, wie ich finde.

    Was dieses Buch für mich außerdem interessant macht, ist dass eine meiner Schülerinnen es für die Schule lesen und vorstellen musste. Einerseits sind wir uns oft neben dem Matheunterricht einig, dass der Deutschlektürenkanon viel zu einseitig auf alte Bücher von Männern ausgerichtet ist, in dem Frauen mehr Deko sind oder Opfer, an denen die männlichen Protagonisten wachsen.

    Andererseits frage ich mich, ob für ausgerechnet diese Schülerin es nicht auch ein anderer feministischer und kapitalismuskritischer Roman hätte sein können, der nicht ganz so erschütternd und sprachlich herausfordernd ist. Ich habe später nicht mehr mit ihr darüber sprechen können, weil sie aus Stundenplangründen nicht mehr in meinem Kurs ist. Aber persönlich bin ich sehr gespannt auf das Ende. Hoffen wir das Bestmögliche.

    Was habe ich im August 26 gebloggt?

    Es kamen immerhin sieben Beiträge zusammen. Fünf davon ab dem 28. August, als ich merkte, dass der Monat fast vorbei war.

    Projekt52 Juli 26 – Selbstgemacht, Sammlung, Sonnenstrahl, Ball
    Meine vier Bilder zum Projekt52 Juli 26 passend zu den Stichworten „Selbstgemacht“, „Sammlung“, „Sonnenstrahl“ und „Ball“.

    Jeden Tag Vokabeln lernen – Meine Challenge im Juli 26

    Im Juli 26 lautete meine Monatschallenge „Jeden Tag Vokabeln lernen“. Jetzt ist der Klingonischkurs bei Duolingo viel weniger mysteriös.

    Monatsrückblick Juli 26 – Metal und Zitronenkuchen

    Mein Monatsrückblick Juli 26: Ich habe im Staub getanzt und war mit ganzer Seele Fan, bis hin zum Kuchennachbacken.

    Frauensolidarität

    Mein Beitrag zu Sylvia Tornaus Blogparade „Frauensolidarität“. Was brauchen wir dazu überhaupt und wovon wünsche ich mir mehr?

    12tel-Blick August 26

    Obwohl es im August großzügig regnete, war bei meinem Spaziergang zum 12tel-Blick August 26 der Himmel blau.

    Projekt52 August 26 – Von Möglichkeit bis Glücksgefühl

    Meine fünf Bilder zum Projekt52 August 26 passend zu den Stichworten „Möglichkeit“, „Sprung“, „Upcycling“, „Grenzen“ und „Glücksgefühl“.

    Meine ältesten Blogartikel – Bloggerschnack August 26

    Für den Bloggerschnack August 23 nehme ich meine ältesten Blogartikel noch einmal unter die Lupe, wie sie heute auf mich wirken.

    Monatsrückblick August 26 in Mastodönekes:

    Der vergangene Monat war im Fediverse gewohnt spannend. Hier sind meine mit Lesezeichen markierten Lieblinge an bewegenden, berührenden und witzigen Posts:

    „Do good things and talk about them. And if good things are done to you, for you, around you, also talk about then.

    Because knowing may inspire others. Because folks feel lonely and caught in endless doom. Because we sometimes need a push to do something: it’s easier if we know there is someone else, even of they are just a voice on the little screen in our pockets. Because we need to combat the negativity bias.“

    Dr. Victoria Grinberg

    „hätte gern Fritzefrei“

    Be Krawallküre

    „Man kann nicht ehrenamtlich retten, was andere hauptamtlich kaputt machen.“

    Nochmal Be Krawallküre

    „Gelegentlich laut OMMM brüllen. Dann geht es eigentlich.“

    Nike Leonhard

    „Warum zeichnet mein Gehirn eigentlich schöne Erinnerungen mit einer Kartoffel auf und für jegliche schlechte Erinnerung steht Christopher Nolan mit der IMAX Kamera bereit!?“

    Brokkoli-Muskel-Skeletor

    „Das Problem mit Rassismus, Klassismus, Mysoginie, Queerfeindlichkeit und allem anderen, das Hass erzeugt und verbreitet ist, dass am Ende alle verlieren. Weil wenn Menschen anderen Menschen nichts mehr gönnen, wird eben niemand mehr schöne Sachen machen.

    Das ist der Zweck solcher Hasskampagnen: Es soll allen schlechter gehen, dann ist es leichter, dafür zu sorgen, dass alle neidisch auf die schauen, denen es nur für einen Moment besser gehen könnte als ihnen.“

    Jens Scholz

    „Gentle reminder, when someone is sharing some small piece of resistance they have done, DO NOT SHIT ON IT. Do not tell them it isn’t enough or it’s still bad because blah blah other stuff…

    Everyone is tired and overwhelmed and trying to find some accessible way they can push back. Cheer that!

    Celebrate the small; celebrate the imperfect.

    No single action is gonna solve everything, but a whole bunch of small actions start the sea change.

    Don’t punch down when we all need lifting up.“

    Valerie

    „Aufm Dorf braucht’s keine KI.
    Was das Dorf über Dich weiß, ist auch ohne zur Hälfte falsch.“

    Impfmilf

    „Zwei Dinge sollte es in einer sozialen Demokratie nicht geben: Überreichtum und Obdachlosigkeit. Beides könnten wir problemlos beenden.“

    Anne

    „You shouldn’t have to know that the nazis will come for you at some point to not support nazis in the first place. You should just not support them coming for anyone.“

    Stuart

    „Schon mal vorab: Die ganzen „Wir bauen die Mauer wieder auf“-Sprüche, die Sonntag kommen werden, machen nichts besser. Es braucht dann Solidarität mit all den Menschen, die in Gegenden mit rechtsextremer Dominanz leben und trotzdem ihre Stimme erheben.

    Deswegen einfach nochmal vielen Dank an all die engagierten Menschen in der Provinz. Ihr seid super. Ich wünschte, ihr würdet mehr Unterstützung bekommen ❤️“

    Pia Lamberty

    Und was war sonst noch los?

    Eine kleine braune Glasflasche mit Fliederduftöl

    Für den Frühling 2027 trainiere ich meine Riechnerven mit diesem Fliederduftöl. Damit sie nicht wieder vergessen wie meine Lieblingsblüten riechen.

    Granitpfosten an einem Straßenrand. Das Gras um die Pfosten herum ist trocken und gelb, auf die Steine hat jemand leuchtend blaue Herzen gesprüht.

    Jemand sprüht immer wieder Herzen auf diese Granitstelen und hat wohl eine neue Farbdose angebrochen. Vorher waren die immer rot, auf jeden Fall optisch erfreulich.

    Kastanienblätter am Baum, großenteils schon hellbraun und zusammengerollt.

    Die Kastanien in Halstenbek und Umgebung glauben, es sei schon Herbst. 2027 werde ich mal beobachten, ob das normal ist oder dem trockenen Sommer geschuldet.

    Screenshot aus der Duolingoapp. Auf orangefarbenem Hintergrund deutet eine kleine Eule mit einer Sonnenbrille im Gesicht nach unten auf die Zahl 1600

    Runde Zahlen sind genau mein Ding. Entsprechend habe ich mich über diese 1600 Tage Duolingo gefreut. Inzwischen frische ich damit sogar mein staubiges Schullatein auf.

    Vorherige Rückblicke

    Für den Monatsrückblick August 26 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich mehr, dass ich regelmäßig diese Rückblicke schreibe.

    August 23: Die Lüneburger Heide hat als Meer aus lila Blüten überzeugt und die Ostsee als auch richtig schöner Ort zum Schwimmen. Auch wenn sie eigentlich zu plüschig für meine Vorstellung von einem Meer ist.

    August 24: Ich habe eingesehen, dass die Sommerferien nicht das geeignete Zeitfenster sind, um „endlich mal alles Liegengebliebene zu erledigen“, als das sie erscheinen. Und dann kam in meinem Garten eine reiche Ernte von drei Kichererbsen zusammen. Zum Trost habe ich Petzibücher im dänischen Original gelesen.

    August 25: Mein Termin der COVID-Ambulanz Kiel fand statt. Und auch wenn sich darauf keine konkreten Therapieschritte ergaben, hat mir die Auskunft, die Müdigkeit würde von sich aus ausheilen, erstmal Hoffnung gemacht. Wacken war extrem matschig, die Boberger Dünen erwartungsgemäß sandig.

    Was habe ich im September 26 vor?

    • eine Reihe neue Schüler:innen aufnehmen und kennenlernen
    • mit einer Habitica-Gruppenchallenge mal wieder ein bisschen die Gerümpelecken angehen
    • jeden Tag früh ins Bett gehen und sehen, was das mit meiner Fitness macht
    • das ToWant einer neu zusammengestellten Morgenroutine ernsthaft angehen
    • die Ausstellung „Katzen!“ in Hamburg sehen
    •  Fear Factory (YouTube-Link) in der Hamburger Markthalle genießen
    • älter werden
    • Ende September eine neue ToWant-Liste schreiben

    Das war mein Monatsrückblick August 26. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Hier findest du den August 26 bei Judith Peters, die mich überhaupt erst zum regelmäßigen Verbloggen von Monatsrückblicken gebracht hat..

    Wie war dein Sommer 26? Hast du neue Musik oder neue Bücher kennengelernt? Und wie hältst du deine Laune derzeit über Wasser?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Beiträge wie dieser in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Meine ältesten Blogartikel – Bloggerschnack August 26

    Meine ältesten Blogartikel – Bloggerschnack August 26

    Endlich wieder habe ich zum Bloggerschnack des Bloghexenforums etwas zu sagen! Dabei handelt es sich um eine monatlich wiederkehrende Gemeinschaftsaktion, bei der wir über vorher in der Gruppe besprochene Themen rund um das Bloggen schreiben und uns dann gegenseitig verlinken. Im August 26 ist die Frage, wie ich meine ältesten Blogartikel sehe und ob ich heute etwas daran ändern würde.

    Sinn des Bloggerschnacks ist, der Blog-Community wieder mehr Leben einzuhauchen. Auch Nichtmitglieder des Forums können sich beteiligen, die jeweilige Leitfrage erscheint als angepinnter Beitrag im Unterforum „Gemeinsame Projekte“.

    Meine ältesten Blogartikel auf Twoday.net

    Die ersten Anfänge

    Zunächst dachte ich, diese Beiträge seien verloren. Denn als die große Debatte um die Impressumspflicht für Blogs aufkam, habe ich meinen Twoday-Blog gelöscht. Warum ich noch eine Weile bei Blogspot (heute blogger.com) geschrieben habe, ist mir im Nachhinein gar nicht mehr so klar.

    Die Twodayartikel fand ich allerdings im Internetarchiv wieder. 2006 hatten mich ein paar Frauen von einer Mailingliste bei einem Sommercamp mit dem Blogvirus angesteckt. Meine erste Ansage an die Welt war:

    So, jetzt habt ihr mich soweit

    Meine To Do List ist eh schon einen halben Meter lang, was macht da noch ein bisschen Blog-Zurechtfummeln aus? Ist ja auch nicht so, dass hier nicht eine Perfektionistin am Ruder säße. Es ist spät und der große Kreativitätsschub wird schon noch kommen. Muss. Und damit mehr Geschreibsel als diese kurze Ansprache.

    Ich habe privat und unter Pseudonym gebloggt. Und zwar über einen bunten Mix aus meinen Erlebnissen im Referendariat als Lehrerin, meine Photoprojekte, Weihnachten (wurde für meine positive Bewertung der Wallerts-Weihnachtslieder von denen direkt lobend angeschrieben), Bäume, die Absurditäten des Alltags und unter anderem Satanismus geschrieben.

    Letzteren würde ich heute wohl nicht mehr thematisieren. Er ist vermutlich etwas themenfremd zum Lernen, zu Zielen und zur Selbstfürsorge. Obwohl, genauer betrachtet auch wieder nicht. Er liegt mir allerdings als Thema heute nicht mehr so ganz oben im Stapel.

    Der Blick zurück aus dem Heute

    Ernsthaft gesprochen schreibe ich heute deutlich weniger flapsig. Allerdings immer noch sehr persönlich. Wer meinen Blog liest, lernt eine Menge über mich, wenn ich auch genau sortiere, was ich für mich behalte. Im Grunde hängt dieser Blog an meiner Webseite für mein Nachhilfeunternehmen mit dran und da ist es mir ein Anliegen, dass potentielle Schüler:innen und/oder deren Eltern einen Eindruck bekommen, wer ich bin. Damit sie sich hinterher nicht wundern müssen 😉

    Insgesamt bin ich aber zufrieden damit, dass es den privaten Schnackblog nicht mehr gibt. Ich bin nur phasenweise gut darin, Dinge loszulassen, vor allem digitale Schätze. Meine ältesten Blogartikel auf Twoday vermisse ich allerdings heute so gut wie gar nicht mehr. Eine Kurzgeschichte von damals habe ich allerdings auch hier auf meiner eigenen Domain noch einmal verbloggt. Die Blogspotbeiträge waren hauptsächlich Bildbeiträge für Zentanglechallenges.

    Meine ältesten Blogartikel auf diesem Blog

    WordPress und Typo3 und zurück

    Ursprünglich war angela-carstensen.de schon einmal WordPress-basiert. Die Blogposts aus der ganz frühen Ära habe ich nicht mehr, das waren auch nicht so viele, weil mich WP damals so genervt hat. Nach der Umstellung auf Typo3 war ich zwar eigentlich genauso unzufrieden mit dem Blogprozess, aber etwas entschlossener. Als ich 2023 zu WordPress zurückkehrte, habe ich alle meine seit dem 1. Januar 2020 entstandenen Blogartikel rüber kopiert und teils auch optisch und inhaltlich überarbeitet.

    Den ersten Blogbeitrag über Zielformulierungen würde ich heute noch sehr ähnlich schreiben. Ich habe gerade festgestellt, dass ich damals schon Artikel mit Fragen beendet habe. Und auch dieser Beitrag war gleichermaßen an meinen Themen ausgerichtet wie persönlich. Ich schreibe gerne über das, was mich bewegt, in der Hoffnung, dass es andere Menschen auch anspricht und wir so in einen Austausch kommen.

    Mein zweiter Blogartikel war der Startschuss zu einer Serie über den Jahreskreis. An dem Projekt habe ich drei Jahre gesessen. Ein Jahr ging es um Grundlagen, dann um geführte Meditationen und im dritten Jahr um passende Aktivitäten. Auch mit diesem Beitrag (und den Folgeartikeln) bin ich immer noch sehr einverstanden. Dem Lauf der Natur bewusst zu folgen und zu spüren, wie die Vorgänge da draußen sich in unserem Inneren widerspiegeln, halte ich nach wie vor für eine sehr sinnvolle Investition von Zeit und Aufmerksamkeit.

    Dokumentierte Entwicklung

    Tatsächlich genieße ich das Durchscrollen durch die Anfangszeit meines Blogs unter angela-carstensen.de. Dabei stelle ich fest, wie ich und mein Blog gemeinsam gewachsen sind, wie wir uns verändert haben und was sich eher vertieft hat. Das ist das Schöne am Bloggerschnack, dass er einen Anlass zum Innehalten und Bilanzziehen bietet. Und manchmal auch zur Erkenntnis, dass da einiges schon ganz richtig gelaufen ist.

    Was mich vorangebracht hat, war die Teilnahme an den Jahresrückblicken unter der Anleitung von Judith Peters und seit mehr als einem Jahr auch im Bloghexenforum. Besonders bei letzterem habe ich fest vor, mich noch intensiver am Austausch zu beteiligen, weil ich die Gemeinschaft dort so bereichernd finde.

    Vor ziemlich genau zwanzig Jahren war das Bloggen für mich eher ein lustiges neues Hobby. Dass es sich so lange halten würde, habe ich nicht erwartet. Vor allem auch nicht, dass ich mit der Zeit ernsthafter bloggen und mir gleichzeitig den persönlichen Ansatz und eine gewisse Leichtigkeit beibehalten würde. Der Kreativitätsschub kam, der Perfektionismus pfuscht mir heute deutlich weniger dazwischen.

    Alles in allem: Nein, ich würde nichts anders machen 🙂

    Wie stehst du zu deinen Frühwerken?

    Hast du auf deine ältesten Blogartikel noch Zugriff? Entsprechen sie heute noch deinen Vorstellungen? Und freust du dich auch darüber, wie sich deine Art zu Bloggen entwickelt hat?

    Andere Bloggerschnacks zu „Meine ältesten Blogartikel“

    Hier kannst du lesen, wie andere Blogger:innen auf ihre Anfänge zurückblicken:


    Auf meinem Blog finden sich noch weitere Antworten auf vergangene Bloggerschnacks.

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 August 26 – Von Möglichkeit bis Glücksgefühl

    Projekt52 August 26 – Von Möglichkeit bis Glücksgefühl

    Meine Bilder zum Projekt52 August 26 habe ich planmäßig erst auf Pixelfed geteilt. Heute versammeln sie sich dann noch einmal auf meinem Blog, gerade rechtzeitig zum Monatsende.

    Sari vom Heldenhaushalt organisiert diese kreative Gemeinschaftsaktion. Auf ihrem Blog findest du die Themen für den August und die Beiträge der Teilnehmenden.

    Meine Beiträge zum Projekt52 August 26

    Möglichkeit

    Ein Wegweiser mit den Optionen Strand, Zentrum, Bahnhof und Ostende vor blauem Himmel. Am unteren Bildrand typisch norddeutsche Häuser aus roten Backsteinen

    Ans Meer geht immer. Und im August waren wir zufällig auf Langeoog, eigentlich unlogisch vom westlichen Hamburger Umland aus gesehen, aber wir haben uns dort mit Familie aus Niedersachsen getroffen.

    Bei den hier gebotenen Möglichkeiten würde ich jedenfalls immer den Strand wählen.

    Sprung

    Nahaufnahme von einem Sprung in einer Gartenmauerdeckplatte

    Wie oft wohl jemand auf diese Deckplatte gesprungen ist, bis sie diesen Sprung bekam?

    Upcycling

    Auf grau-schwarz kariertem Stoff liegt eine geöffnete Federmappe aus blauem Jeansstoff, darin ein paar Füller in vielen unterschiedlichen Farben.

    Beim Thema „Upcycling“ schwankte ich eine Weile zwischen meinen photogeneren Schuhen, deren Sohlen aus alten Autoreifen gemacht wurde, einer Katzenfutterverpackung, die ich als Ansichtsobjekt für einen Pyramidenstumpf verwende und dieser Tasche, die weniger spektakulär ist, dafür selbstgemacht.

    Ich brauchte eine neue Federmappe und meine geliebte Jeanshose hatte es endgültig hinter sich. Voilà, für dieses sehr persönliche Stück musste ich nur in einen Reißverschluss investieren.

    Grenzen

    Eine Wallhecke von hinten beleuchtet. Die Wurzeln der Gebüsche graben sich teils wie Finger in den Erdwall am unteren Bildrand ein. Nach oben strecken sie buschig ihre bizarr verästelten Zweige aus und verhindern so unerlaubtes Übertreten der Grenze.

    Beim Stichwort Grenzen sind mir sofort die hier üblichen Knicks eingefallen, die Felder voneinander abgrenzen und vor Winderosion schützen. Nebenbei stellen sie wichtige Ökosysteme dar, die in Schleswig-Holstein eine Gesamtlänge von 55000 Kilometern ergeben.

    Alle 10 bis 15 Jahre werden die kleineren Gehölze auf den Stock gesetzt, also radikal zurück geschnitten. Dabei ergeben sich mit der Zeit bizarre Wuchsformen. Mit der richtigen Beleuchtung von hinten sehen diese Büsche wie magische Grenzwächter aus, finde ich.

    Glücksgefühl

    Ein farbenfroher Sonnenuntergang am Meer, der Himmel ist von leichten Wolken durchzogen. Am Strand stehen zwei Personen, nur als Umrisse sichtbar.

    Tagsüber hatten wir auf Langeoog meistens nur Sonnenschein, aber zum Sonnenuntergang versammelten sich oft die Wolken sehr malerisch. Die beiden dort am Strand wirkten auf mich jedenfalls sehr glücklich.

    Meine Beiträge für Projekt52 August 2026

    Der Plan ist, dass ich jede Woche die Bilder zunächst auf Pixelfed veröffentliche. Vielleicht klappt das ja im September wirklich im Wochenrhythmus.

    Falls du schon im Fediverse bist, freue ich mich, wenn du mir auch dort folgst. Wenn nicht, stehe ich jederzeit zur Unterstützung bereit, wenn du darüber nachdenkst, von Instagram dorthin zu wechseln. Am ersten Sonntag jedes Monats ist übrigens DI.Day, der Tag zum gemeinsamen Umstieg von Techbroplattformen zu Alternativen!

    Hier sind meine bisherigen Beiträge:

    Ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der

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  • 12tel-Blick August 26

    12tel-Blick August 26

    Mein 12tel-Blick August 26 ist nur begrenzt repräsentativ. Es hat erfreulich oft geregnet, dafür habe ich sogar gerne auf freie Sicht auf die Mondfinsternis verzichtet. Im Juli war es umgekehrt, da hat die Sonne oft unnachgiebig vom Himmel gebrutzelt. Aber bei meinem 12tel-Blick-Spaziergang war es vor einem Monat bewölkt

    Worum geht es beim 12tel-Blick?

    Eva von Verfuchst-Und-Zugenäht leitet diese Gemeinschaftsaktion. Auf ihrem Blog steht dafür eine Erklärung mit Tipps. Einmal im Monat begibt sich eine Gruppe von Menschen an einen jeweils individuell gewählten festen Ort und macht ein Bild. Dadurch verfolge ich, was sich an meinem Ort mit der Zeit verändert oder auch nicht. Und was das mit mir macht.

    Unter anderem beobachte ich sehr begeistert Sylvia Tornaus Blick in ihren Garten. Ihre Gedanken zu dem, was die Natur da so alles macht und wie das mit ihrem Inneren zusammenpasst, faszinieren mich.

    Mein 12tel-Blick August 26

    Mein Ort ist eine kleine Insel im Regenrückhaltebecken des Nachbarortes Schenefeld. In meinem Beitrag von Januar 26 schreibe ich noch mehr darüber. Unter anderem, wie dem See monatelang das Wasser entzogen war, weil der Schlamm stark mit Schadstoffen belastet war. Deswegen hatte die Gemeinde Probleme, ihn zu auf einer Deponie loszuwerden.

    Ein Teich vom Bäumen gesäumt, darauf eine kleine Insel, auf der auch Bäume stehen. Die Bäume sind leuchtend grün belaubt, der Himmel ist blau. Die Szene ist eingerahmt von dunklen Umrissen von Zweigen und Sträuchern, durch die hindurch die Insel fotografiert wurde.

    Jetzt sieht der See wieder toll aus und bietet einen großen Erholungswert. Auch wenn die eine Birke (?) auf der Insel wohl tot ist und im August nach all der Trockenheit Schlieren auf der Wasseroberfläche waren, die im Bild nicht ganz so offensichtlich rauskamen.

    Hier noch einmal die Bilder von Januar bis August:

    Die Bäume im Bildausschnitt wirken zufrieden. Auf dem Weg zum See und auf der Strecke nach Hause habe ich allerdings viele Kastanien gesehen, die den Sommer aufzugeben scheinen. Auf dem Boden wirkt alles schon herbstlich und ich frage mich, wie viel Laub die Bäume dann im Oktober noch haben, um es golden leuchten und herab rieseln zu lassen.

    Herbst im August

    Gibt es auch bei dir Orte, die du im Laufe des Jahres immer wieder besuchst und photographierst?

    In der Linkparty zum August 26 sind die Beiträge der anderen Teilnehmenden zu bewundern.


    Weitere kreative Beiträge wie diesen 12tel-Blick August 26 findest du in meinem Blog in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Frauensolidarität

    Frauensolidarität

    Zu meiner großen Freude läuft Sylvia Tornaus Blogparade über das große Thema Frauensolidarität heute erst ab. Wir beide, sie und ich sind uns einig, dass wir davon heutzutage noch viel mehr gebrauchen könnten. In ihrem eigenen Beitrag schreibt sie von Konkurrenz und Neid unter Frauen und das war für mich ein weiterer Anstoß, mich zu beteiligen.

    Disclaimer: Wenn wir über Frauen sprechen, macht das automatisch eine binäre Unterscheidung auf. Die Wirklichkeit ist natürlich nicht so einfach, weder biologisch noch gesellschaftlich. Ich stelle es allen frei, sich mit der Gruppe, die ich hier als Frauen bezeichne, zu identifizieren und komme später noch einmal auf diesen Disclaimer zurück.

    Wo habe ich Frauensolidarität erlebt?

    In meiner Familie

    Ich habe eine um etwas weniger als zwei Jahre ältere Schwester. Meine prägenden ersten Jahre hindurch waren wir ein solide zusammengeschweißtes Duo, auch wenn wir uns viel gestritten haben. In meiner Erinnerung haben wir gegenüber anderen Kindern aufeinander aufgepasst und uns vor unseren Eltern gegenseitig verteidigt. Und das hat wahrscheinlich meine Vorstellung von einem Miteinander unter Frauen stark geprägt.

    In der Schule und an der Uni

    Vielleicht liegt es auch an meiner Persönlichkeit. In der Schule und später im Studium habe ich mir nicht aktiv Freundinnen gesucht, ich wurde eher irgendwie aufgesammelt und untergehakt. Daher war ich auch nicht so erpressbar nach der Methode „Wenn du nicht das richtige Aussehen oder Verhalten an den Tag legst, wird dir die Freundschaft entzogen“. Das läuft auch heute noch so.

    Ich habe weibliche Mitmenschen tendenziell eher neutral erlebt, männliche tendenziell als etwas lauter und nerviger. Und das Gesamtsystem, die Gesellschaft schien mir schon früh einen speziellen Typ Männlichkeit zu belohnen. Den dominanten, übermäßig selbstsicheren. Und das hat mich als Jugendliche schon so genervt, dass ich daneben wenig Kapazitäten hatte, ausdrücklichen Stress unter Mädchen oder Frauen wahrzunehmen.

    Im Chemiestudium war der Frauenanteil sehr gering. Entgegen dem weit verbreiteten Klischee führte auch das nicht zu einer Konkurrenzsituation, wir kamen gut miteinander aus, haben Lerngruppen gebildet und uns in Laborpraktika unterstützt und generell viel miteinander gelacht.

    Meine Doktormutter in London war immer unfassbar gut frisiert und adrett gekleidet. Ich bin zu der Zeit mit kurzrasierten Haaren, Tanktops und lila DocMartens-Stiefeln herumgelaufen. Und trotzdem war unser Verhältnis wirklich knirschfrei, genauso wie auch das zwischen mir und den anderen Doktorandinnen in ihrer und in anderen Gruppen.

    Allgemein

    Immer wenn jemand in meiner Gegenwart von „Stutenbissigkeit“ erzählte, fühlte ich mich wie in einer Parallelwelt. Noch heute geht mir dieser Begriff sehr schräg runter, weil ich diesen Effekt nie erlebt habe, mir aber viele Menschen einreden wollen, das sei so weit verbreitet und fast schon ein Automatismus. Wenn jemand glaubt, Frauen müssten sich gegenseitig ohne gute Gründe reflexhaft gegenseitig wegbeißen, werde ich misstrauisch.

    Wo wünsche ich mir mehr Frauensolidarität?

    Im Umgang untereinander erlebe ich Frauen also nicht speziell problematisch. Allerdings leben wir nicht im luftleeren Raum, sondern in einem Gesellschaftssystem, das Männer als Grundform betrachtet und Frauen als Sonderausgabe. Medizinische Forschung ist genauso unsymmetrisch verteilt wie die Verteilung von Plätzen in Aufsichtsräten und öffentlichen Gesprächsrunden. Und wir alle haben das als normal verinnerlicht.

    In der Musik

    Mir persönlich fällt das besonders im Musikbereich auf. Relativ unabhängig vom Genre treten mehr Männer auf und bekommen mehr positive Aufmerksamkeit. Und ich nehme mich davon nicht aus, ich habe in meiner eigenen Sammlung deutlich mehr Musik von Männern und höre die auch häufiger. Beim Streamen setzt dann der Henne-Ei-Algorithmus ein und mir wird noch mehr Männermusik vorgeschlagen.

    Dazu noch ein Zitat aus einem Frauenpanel auf dem WOA 2026:

    „Female fronted is not a genre.“

    Alyssa White-Gluz

    Während Männer in unterschiedlichen Sparten musizieren, werden oft Bands mit Frauen als „Female“ zusammen gruppiert. Irgendwie auch dabei, irgendwie anders, also rein mit ihnen in die Extrakiste. Und hoffentlich haben sie beim Singen enge Kleidung an.

    In Filmen

    Ähnlich ist es mit Filmen und Serien. Der Bechdel-Test ist ursprünglich ein mehr als vierzig Jahre alter Witz, an dem immer noch die Mehrheit dessen scheitert, was wir uns so ansehen. Er besteht aus drei Fragen: Ob in einem Werk mindestens zwei Frauen vorkommen, die miteinander sprechen und sich dabei nicht nur über einen Mann unterhalten.

    Klingt nach einer extrem tiefen Latte. Und ganz selbstverständlich gibt es in nahezu jedem Film deutlich mehr als zwei Männer in Sprechrollen, die sich über alles mögliche unterhalten. Aber das Meiste, was ich so sehe, geht immer noch voll an dieser Minimalwunschliste vorbei. Unfassbar eigentlich, aber es findet oft in unserem kulturellen blinden Fleck statt.

    Dass Frauen in Gesprächsrunden, in Festival-Lineups und in Filmen und Serien so hoffnungslos unterrepräsentiert sind, ist nicht nur ärgerlich. Die Konsequenzen sind: Weniger Macht, weniger Einfluss, weniger Jobs, weniger Einkommen. An der Stelle wünsche ich mir auch von Frauen lautere Forderungen nach mehr Repräsentation, wie ich in einem Blogartikel 2023 zum 8. März schrieb.

    Wo und wie bin ich selbst solidarisch?

    Ich bemühe mich. Und manchmal klappt es besser, manchmal nicht so sehr. Wenn mir jemand von bissigen Stuten erzählt, biete ich meine gegenteiligen Erfahrungen an. Wenn in meinem Matheunterricht Mädchen ihre eigenen Kompetenzen anzweifeln, bestärke ich sie.

    In den unvermeidlichen mathefremden Unterhaltungen bin ich mir mit ihnen ausdrücklich einig, dass die Lektürenliste in Deutsch tragisch ist, weil so gut wie nur von Männern geschrieben und es kommt fast immer eine Frau als schwaches Opfer vor.

    Mein Mann kann ein Lied von meinem „Fernsehverhalten“ singen. Was auch immer es ist, ich liefere den mitlaufenden Kommentar und irgendwann kommt garantiert mein Bechdel-Fazit. Zumindest ein Mann auf dieser Welt ist auf jeden Fall in Sachen weiblicher Repräsentanz auf dem Bildschirm auf dem Laufenden.

    Und dann entscheide ich auch immer wieder, bewusst Musik, Erklärvideos, Bücher oder ähnliches von Frauen zu konsumieren, wenn ich die Wahl habe. Alleine, dass ich mich dazu bewusst entschließen muss, ist für mich ein Zeichen, dass ich da noch deutlich organischer solidarisch werden kann. Im November steht bei mir die Challenge „Nur Musik von Frauen einschalten“ an.

    Wenn es um Blogs geht, bin ich von mir aus in einer eher weiblichen Bubble. Aber ich sehe auf Blogs von Männern mehr Empfehlungen für andere männliche Blogger. Bis hin dazu, dass sie nur andere Männer empfehlen. Auch das bewirkt bei mir das Bedürfnis, verstärkt Bloggerinnen zu lesen und zu verlinken. Nicht ausschließlich und nicht, weil ich Männerstimmen für nicht relevant halte, sondern als Gegengewicht.

    Wovon brauchen wir mehr, um solidarisch zu sein?

    Wir brauchen überhaupt erstmal ein Bewusstsein. Für die Schieflage, in der wir uns befinden und für die hartnäckigen Mythen, dass Frauen angeblich nicht so gut solidarisch sein können. Wir müssen hinterfragen, ob Frauen wirklich weniger gut in solidarischem Verhalten sind, oder ob es nicht eher eine Gewohnheit ist und ein durch lebenslange Anschauung eingeschliffener Wahrnehmungsfilter, wenn auch Frauen mehr Kunst von Männern konsumieren.

    Wir müssen uns gegenseitig wahrnehmen. In unseren Ähnlichkeiten und unseren Unterschieden. Für mehr Frauensolidarität müssen wir erst einmal bewusst sehen, wie viel wir wert sind als Individuen. Und wie viel schöner wir es haben könnten, wenn wir uns gegenseitig öfter im Blick hätten.

    Und dann müssen wir uns einfach immer wieder bewusst dazu entschließen, solidarisch zu sein. Wenn wir nur eine Option wählen können, dann eben mal die weibliche Stimme anhören und gegebenenfalls materiell belohnen. Solange, bis es eine natürliche Gewohnheit geworden ist.

    Um zu meinem Disclaimer zurückzukommen: Mir ist es wichtig, in diese Solidarität alle mit einzubeziehen, die vom Patriarchat gemeinsam mit cis Frauen in die „Anders“-Kiste sortiert werden. Den Wettbewerb um Einfluss und Aufmerksamkeit beseitigen wir nicht, wenn wir vor Menschen, die genau wie wir unterrepräsentiert sind (oft sogar noch stärker), die Leiter hochziehen und das Boot für voll erklären.

    Was möchte ich anderen Frauen mitgeben?

    Es braucht nicht viel. Keine besonders großen Gesten oder hohen Energieeinsatz. Hauptsächlich brauchen wir ein Bewusstsein für das Problem und unsere verstellten Wahrnehmungsfilter, außerdem Entschlossenheit und etwas Ausdauer. Keine von uns muss in den Kampf ziehen.

    Wenn wir uns im Rahmen unserer Kapazitäten bemühen, unsere Mitschwestern immer wieder bewusst zu sehen und wertzuschätzen, ist das schon eine ganze Menge.

    Wie hältst du es mit der Frauensolidarität?

    Ist das für dich überhaupt ein Thema? Siehst du unsere Gesellschaft auch in Schieflage?

    Was sind deine Wünsche und Idealvorstellungen, was Frauensolidarität angeht?

    Und falls du meinst, Frauensolidarität dürfte gestärkt werden, wie gehst du dabei vor?

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  • Monatsrückblick Juli 26 – Metal und Zitronenkuchen

    Monatsrückblick Juli 26 – Metal und Zitronenkuchen

    Wie, es ist schon Ende August? Es hilft nichts, dieser Monatsrückblick Juli 26 möchte noch veröffentlicht werden. Dieses Blogartikelformat bildet mit Projekt52, meinen Monatschallenges und dem Zwölftelblick das Rückgrat meines Blog, das auch dann noch stattfindet, wenn für mehr die Energie und der Fokus nicht reichen. An der Stelle vielen Dank an Judith Peters für die Inspiration!

    Diverse Draußenaktivitäten

    Der Sommer ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Vor allem, seit ich diesen chronischen Bleimantel trage. Ich mag die üppige Natur, das Grün und in Maßen auch den Sonnenschein und blauen Himmel. Auf der anderen Seite bin ich Typ Sonnenbrand und keine Freundin von Temperaturen über 25°C. Dafür machen mir Kälte und Dunkelheit gar nichts aus und ich freue mich auf Herbst und Winter.

    Im Juli 26 war es auch in meiner Region dauerhaft sonnig, heiß und trocken. Und doch habe ich die Zeit draußen genutzt, um zu protestieren, zu wandern und zu tanzen. Ich war sogar einmal kurz im Moshpit und habe gerne mit dem Staub in der Lunge bezahlt. Und mit großem Erholungsbedarf Anfang August. Ich würde aber wieder alles ganz genauso machen.

    Was hatte ich im Juli 26 vor und was ist daraus geworden?

    Die Liste war kurz:

    • Wacken ✓
    • Nichtstun ✓
    • Klingonische Vokabeln lernen ✓
    • Sauerteige ansetzen ✓

    Vielleicht sollte ich mir immer so wenig vornehmen. Vor allem der Punkt Nichtstun war sehr erfolgreich. Dass ich mal alles abhaken konnte, ist jedenfalls eine neue Erfahrung.

    Nein zum sozialen Kahlschlag

    Im Juli 26 gab es keine Prüfdemo. Zum Glück musste ich aber nicht komplett ohne Protest auskommen, denn in Hamburg stand eine Veranstaltung eines Bündnisses aus Gewerkschaften an. Dabei ging es um Kritik an der „Reformpolitik“ der Bundesregierung, die radikal bei denen kürzt, die auch so schon wenig haben. Mir tut es immer gut zu sehen, wie viele Menschen sich zu solchen Themen solidarisch auf die Straße begeben.

    Meistens erfahre ich Demotermine durch Demokrateam. Auf dieser Seite können Proteste für die freiheitliche demokratische Grundordnung eingetragen und entweder auf einer Karte oder in einer Liste mit Filteroptionen gefunden werden.

    Einkaufswandern

    Bei uns führt die A23 vorbei. Und wenn ich darauf fahre und die Schallschutzwände sehe, habe ich gar nicht so auf dem Schirm, wie es dahinter aussieht. Weil ich mir immer wieder vornehme, Strecken von ungefähr 10 Kilometern spazieren zu wandern, bin ich im Juli zum Einkaufen in den Nachbarort Rellingen gegangen. Unter anderem auf der anderen Seite besagter Wände.

    Der Kreis Pinneberg Pinneberg ist bekannt für seine Baumschulen. Und trotz der Trockenheit sieht es dadurch in vielen Bereichen richtig idyllisch aus, wenn auch seltsam geradlinig. Ich bin unter anderem an einer Rollrasenmanufaktur inklusive „Betreten verboten“-Schild und langen Hortensienreihen vorbei gekommen. Auf dem Rückweg realisierte ich wieder, wie schön es am Krupunder See ist.

    Merke: Für malerische Wanderungen oder Naturwertschätzung muss ich nicht weit reisen. Einfach zur eigenen Haustür raus und losmarschieren.

    WOA 2026

    2023 habe ich verzichtet, obwohl ich ein Ticket hatte. Damals hatte die WOA-Organisation darum gebeten, nicht mehr anzureisen, weil die Schlammsituation dermaßen schlimm war. Ich habe mir die Konzerte dann sehnsüchtig im Magenta-Wackenstream angesehen.

    2024 bin ich wegen meiner Long-Covid-Müdigkeit nur einen Tag auf Kurzbesuch in Wacken gewesen. 2025 habe ich dann zum ersten Mal ein paar Tage alleine beim WOA gezeltet. Und das war so schön, dass ich auch dieses Jahr wieder als Einzelperson angetreten bin.

    Und zwar mit Bus und Bahn, dafür wieder mit dem Luxus eines schon vorher gebuchten und aufgestellten Zeltes. So viel, wie es letztes Jahr geregnet hat, so trocken und heiß war es Ende Juli 2026. Allerdings bin ich die Königin im Schattenfinden und habe mir die Aktivitäten gut eingeteilt. Früher bin ich den Tag über so gut wie nie zum Zelt zurück gekehrt, sondern habe von 11 Uhr vormittags bis nachts um 2 Uhr möglichst viele Konzerte angesehen.

    Inzwischen weiß ich, dass das nicht mehr geht. Es ist zwar alles bezahlt, aber es muss nicht alles angesehen werden. Wenn es wirklich dringend ist, steht mir immer noch ein Jahr lang der Magentastream zur Verfügung. Da sehe ich also noch einer Menge Unterhaltung entgegen!

    Und so habe ich wieder eine Woche lang „endlich wieder normale Leute“ genossen, Vokabeln gelernt, mich hauptsächlich von Crêpes und Seitanwürstchen ernährt, fantastische langbekannte Bands wieder gesehen und auf der anderen Seite für mich neue kennengelernt. Zum Beispiel Dubiosa Kolektiv, die extra einen Moshpit nur für Frauen veranstaltet haben. Zehn Sekunden lang dachte ich, dass ich dafür zu alt sei. Dann habe ich festgestellt, dass Frauen auch ganz schön schubsen können 😉

    Kurz vorher bin ich jedes Jahr gestresst und frage mich, warum ich mir das „in meinem Alter“ noch antun sollte. Wenn ich da bin, geht mir einfach das Herz auf und es gibt keine Frage, dass ich mir wieder ein Ticket für das nächste Jahr kaufe. Warum dieses Festival meiner Seele so gut tut, darüber werde ich in den kommenden Tagen noch etwas mehr bloggen.

    Was habe ich im Juli 26 gesehen?

    Masters of the Universe

    Mein jüngerer Bruder hat als Kind diese Figuren gesammelt. Damals, als Erwachsene sich noch Sorgen machten, ob die nicht viel zu gruselig wären. Als das Kabelfernsehen bei uns ins Haus kam, hat er dann den RTL-Samstag ausgerufen, an dem im Wohnzimmer eine Zeichentrickserie nach der anderen lief. Warum auch immer meine Eltern das unwidersprochen hingenommen haben, jedenfalls habe ich dadurch oft Masters of the Universe mitgesehen. Ob ich wollte oder nicht.

    Den alten Film mit Dolph Lundgren kenne ich nicht. Allerdings sah der Trailer für den 2026er Kinofilm „Masters of the Universe“ sehr unterhaltsam aus. Wir sind dafür nicht ins Kino gegangen, sondern haben ihn gestreamt. Im Nachhinein hätte ich es nicht einmal bereut, hätte ich für diesen Film für ein Kinoticket bezahlt, weil er wirklich so witzig ist wie gehofft.

    Adam ist der Prinz von Eternia. Sein Vater erwartet von ihm schon in jungen Jahren deutlich mehr der kampfbereiten Version von Männlichkeit, als Adam leisten kann. Als der Bösewicht Skeletor mit seinen Leuten Castle Grayskull angreift, schickt die ortsansässige Zauberin Adam durch ein Portal auf die Erde.

    Später soll er mit seinem magischen Schwert zurückkehren und Eternia retten, leider verliert er besagtes Schwert unterwegs und liegt als Erwachsener seinem Mitbewohner in den Ohren, dass er es dringend wiederfinden muss.

    Im Grunde ist die Geschichte eine klassische Heldenreise. Und zusätzlich nimmt sich der Film selbst überhaupt nicht ernst. Die teils absurden Namen der Figuren aus den Achtzigern werden dadurch erklärt, dass Adam sie sich als Kind ausgedacht hat. Auch die Konzepte von Männlichkeit, Teamgeist und Siegen werden durch eine moderne Brille neu beleuchtet. Das Ganze ist nicht besonders tiefgründig, aber sehr liebevoll gemacht und auch für Mensche ohne (unfreiwillige) Vorkenntnisse nachvollziehbar.

    Nebenbei: Meine Verbindung zur Serie ist das Profil „Inspirational Skeletor“. Die betreibende Person teilt dort Bilder aus der Originalserie mit überraschend motivierenden Worten, zum Beispiel „Find out who you are and do it on purpose“ oder „Be strong enough to be gentle“. Ich genieße den Kontrast zwischen der Bösewichtfigur und dem erbaulichen Inhalt immer wieder.

    Reaktionen auf Musik aus vergangenen Zeiten

    Mal wieder ein Kaninchenbau auf YouTube: Es gibt mehrere Menschen aus der Generation Z, die per Video auf Musik reagieren. Und zwar auf solche, die rechtmäßig Oldies genannt werden müsste, für mich aber gefühlt „vor kurzem“ heraus gekommen ist. Also neulich in den Achtzigern, Neunzigern und Nullern.

    Einer meiner Lieblingskanäle in diesem Zusammenhang ist der von Mollyboy. Er hört von sich aus eher zeitgenössischen Hip-Hop, ist aber anderen Musikstilen gegenüber sehr aufgeschlossen. Unter anderem seine Reaktion auf „Don’t Dream It’s Over“ von Crowded House und die Reaktion auf „The Winner Takes It All“ von ABBA find ich sehr bewegend.

    Wenn sich in seinem Gesicht Erstaunen und Musikgenuss abzeichnen, ist es für mich fast, als höre ich diese Lieder zum ersten Mal in meinem Leben. Es ist auch vom Verständnis der Generationen untereinander her schön, dass wir gar nicht so unterschiedlich sind und auf Kunst mit ähnlichen Emotionen reagieren.

    Vor allem freut mich sein Ansatz, dass es kein Genre gibt, das er pauschal nicht mag. Für ihn geht es darum, dass jemand Musik mit Herz macht und das geht mir ganz genauso.

    Was habe ich im Juli 26 gebloggt?

    Wie gesagt: Die regelmäßigen Blogformate sind hier das Rückgrat, wenn mir ansonsten die Puste ausgeht: Monatsrückblick, Monatschallenge, 12tel-Blick und Projekt 52 gehen irgendwie immer noch.

    Monatsrückblick Juni 26 – Im Regen stehen und im Stadtpark hopsen

    Mein Monatsrückblick Juni 26: Auch wenn es heiß ist, gibt es eine Menge Anlass zur Hoffnung in Form von Musik und Geschichten.

    Jeden Tag Musik machen – Meine Challenge im Juni 26

    Im Juni 26 lautete meine Monatschallenge „Jeden Tag Musik machen“. Jetzt habe ich Hornhaut an den Fingerkuppen, und es war richtig schön.

    12tel-Blick Juli 26

    Das Wetter am Tag, als ich meinen 12tel-Blick Juli 26 aufnahm kam mit zwar ästhetisch nicht entgegen, dafür aber wohlfühltechnisch.

    Monatsrückblick Juli 26 in Mastodönekes:

    Im Fediverse war im vergangenen Monat viel los. Ich setze bei Posts, die mich bewegen und/oder berühren, immer Lesezeichen und gehe diese am Ende des Monats durch. Hier sind meine Highlights:

    „Kennt jemand einen guten Hausarzt? Ich brauche eine Krankschreibung bis Ende Merz.“

    qbi

    „Kinder haben mit Kreide auf den Gehweg vor dem Haus „Vorsicht Krokodile!“ geschrieben. Zunächst habe ich mich noch halbwegs sicher gefühlt, aber darunter steht in Klammern „UNSICHTBARE“. Das ist natürlich eine komplett andere Situation.“

    Peter Breuer

    „Dieses ganz spezielle Fernweh, wenn man in den Zug zu einem interessanten Ort steigt, und an einem sehr viel uninteressanteren aussteigen muss“

    Franca Parianen

    „Es ist kein Wohlstand, wenn nicht alle was davon haben. Es ist ein persönlicher Komfort auf Kosten deiner Mitmenschen.“

    Kasiandra Richmond

    „Picard management tip: Withhold advice on matters you do not understand.“

    Picard Tips

    „One of the saddest scenes in the modern world is an immigrant apologising for their accent to someone who speaks only one language.

    Karim Hussaini“

    gelesen bei Schneewittchen

    „People are climbing mountains, zip lining etc & I’m feeling good that I got my leg through my underwear without falling over today.“

    Col

    „Picard management tip: During a large-scale, life-threatening emergency, postpone all other priorities and focus on protecting your crew.“

    Nochmal Picard Tips

    „I think if you want to stay sane in a world that is constantly bombarding you with bad news, you pick your priorities and let the little shit slide.“

    Nowhere Girl

    „I also would like to point out that when someone states a boundary, and your first reaction is to point out how you’d get around the spirit of it, you may not be a safe person to be around.“

    Lars Marowsky-Brée

    „I cannot tell you enough how insulting it is for artists to see any use of AI-generated images.

    This technology was made from our work, our labour, stolen from us, violating our consent and copyrights. Somehow without any legal consequences, and without any financial compensation made to us, but making billions in profits exploiting us.

    I feel rage each time I see an AI-generated image.

    Each time it’s a reminder of how much people devalue the hard labour of artists and feel entitled to their work for free.

    It’s disgusting.“

    Em

    „I don’t understand the people who told me I would get more conservative with age. The more powerful I become, the more angry I get at the people who abuse their power and the more aware I become of the ways in which systemic oppression functions.“

    Evacide

    Und was war sonst noch los?

    Ich habe Lemon Drizzle gebacken, weil in meiner Lieblingssoap der „unangefochtene Kuchenkönig“ eine Rolle spielt. Manchmal bestimmt Fansein bei mir den Alltag sehr.

    Insgesamt versuche ich, meine umfassende Rezeptsammlung (auf Papier und digital) endlich mal durchzuprobieren. Hier Twixkekse.

    Von Zeit zu Zeit war eine Menge Wasserdampf in der Luft. Hier im Bild stehen eigentlich große Gewächshäuser hinter den Gebüschen.

    Es stehen immer wieder interessante Dinge am Straßenrand. Wer aber eine Mikrowelle mit der Aufschrift „zu verschenken! defekt“ mitnehmen sollte, ist mir schleierhaft.

    Mein Hibiskus vor dem Haus blüht so zauberhaft.

    Genauso wie die von der Gemeinde angelegte Wildwiese.

    Vorherige Rückblicke

    Für den Monatsrückblick Juli 26 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich mehr, dass ich regelmäßig diese Rückblicke schreibe.

    Juli 23: Es war heiß und trocken, dafür bin ich viel zum Wandern draußen gewesen. Und zum Schnuppern an den Lindenblüten.

    Juli 24: Unsere Katze musste wegen ihrer Zähne leider zu vielen Untersuchungen. Währenddessen nervte mich eine Dauerbaustelle vor unserer Straßenausfahrt.

    Juli 25: Wir haben im Büsum in einem Strandkorb übernachtet. Außerdem bin ich bei VIB von Judith Peters eingestiegen.

    Was habe ich im August 26 vor?

    • eine Woche Langeoog ✓
    • mit dem Sauerteig Brote backen
    • wieder in den Schuljahresrhythmus eingrooven
    • wieder zur Prüfdemo in Hamburg gehen ✓
    • mein Bookbeat-Abo täglich nutzen

    Das war mein Monatsrückblick Juli 26. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. Hier findest du ihren eigenen Monatsrückblick auf den Juli 26.

    Was sind deine Erfahrungen damit? Gehst du auch so gerne in deiner näheren Umgebung wandern und entdeckst immer wieder lustige oder schöne neue Dinge? Und was tut deiner Seele gut?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Beiträge wie dieser in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Jeden Tag Vokabeln lernen – Meine Challenge im Juli 26

    Jeden Tag Vokabeln lernen – Meine Challenge im Juli 26

    Mein Plan mit den Monatschallenges geht noch erfolgreicher auf als gedacht. Seit Anfang 2026 setzt ich mir jeden Monat ein überschaubares und gleichzeitig attraktives Ziel, um endlich mal alle die Dinge, die ich schon ewig machen wollte, für eine begrenzte Zeit unverbindlich auszuprobieren. Die Hoffnung ist, dass wenigstens ein Teil davon als längerfristige Gewohnheit hängenbleibt. Im Juli 2026 hieß die Aufgabe: Jeden Tag Vokabeln lernen.

    Die Idee stammt ursprünglich von Astrid Engel. Im August widmet sie sich den in altdeutscher Schrift geschriebenen Tagebüchern ihrer Großmütter, was ich wirklich schön finde. Dieser Beitrag erklärt, was meine Absicht hinter dem Projekt „Jeden Tag Vokabeln lernen“ war, wie die Challenge gelaufen ist, und was ich dabei eventuell sogar gelernt habe, neben einem klingonischen Grundwortschatz 😉

    Warum wollte ich jeden Tag Vokabeln lernen?

    Die Eule und die Aliens

    Ich lerne generell gerne. Und im März habe ich „nur kurz zum Ausprobieren“ den Dänischkurs von Duolingo begonnen, später zum Auffrischen Französisch und Latein, danach Klingonisch und zuletzt den Schachkurs. Dänisch ist wie ein Cousin von Deutsch und Englisch und die meisten Wörter und Ausdrücke sowie auch die Grammatik finde ich einleuchtend. Entsprechend gut kann ich sie mir merken.

    Klingonisch ist eine künstliche Sprache. Der Sprachwissenschaftler Marc Okrand hat sie für die Filmgesellschaft Paramount erfunden. Ähnlich wie Deutsch lassen sich Klingonische Wörter direkt so vorlesen, wie sie geschrieben sind, sofern jemand die Laute zu den einzelnen Buchstaben kennt.

    Allerdings sind Eselsbrücken eher zufällig. So heißt „Such“ besuchen und „peng“ Torpedo. Aber im Allgemeinen fällt es meinem Gehirn schwer Zusammenhänge zu knüpfen, und damit kann ich mir die Vokabelbedeutungen nur sehr lose merken.

    Die Struktur von Duolingokursen kommt mir dabei nicht entgegen. Es geht relativ zügig voran und ich habe immer die Möglichkeit, mit dem Mauszeiger über einem Wort zu schweben, um mir die Übersetzung anzeigen zu lassen. Das ist natürlich verführerisch und ich merke, dass ich immer wieder nochmal im Kurs zu früheren Lektionen zurückkehren muss, weil mir Vokabeln wieder verloren gegangen sind.

    Die Grammatik ist im Vergleich mit irdischen Sprachen ungewöhnlich. Der Satzbau folgt der Reihenfolge „Objekt – Prädikat – Subjekt“, also „Die Suppe isst der Gefangene“. Außerdem bekommen Verben oft Vorsilben, die klarstellen, wer mit wem etwas macht. Sehen heißt zum Beispiel „legh“. „Ich sehe Dich“ heißt „qalegh“, „Er sieht uns“ heißt „nulegh“. Auch diese Vorsilbentabelle ist für mich eine Herausforderung, um es höflich zu sagen.

    Vorbildfunktion

    Es kommt oft vor, dass ich meinen Schüler:innen Karteikarten als Lernmethode empfehle. Der Lerneffekt dabei ist lange erprobt und basiert darauf, dass Lerninhalte aktiv aus dem Gedächtnis abgerufen werden müssen. Bei der weit verbreiteten Leitner-Methode kommt noch dazu, dass die Abfragen bei erfolgreichen Antworten zeitlich immer weiter auseinander gezogen werden. So werden schlecht sitzende Informationen automatisch öfter wiederholt als gut abgespeicherte.

    Das Ganze lässt sich mit digitalen Karten genauso gestalten wie mit echten Pappkarten. Beides hat Vor- und Nachteile: Digitale Vokabeln lassen sich auf elektronischen Geräten leicht mitnehmen und sehen meistens hübscher aus. Allerdings hat das Schreiben von Hand auch schon einen eigenen ersten Lerneffekt.

    Für den Juli 2026 habe ich beschlossen, ein Vorbild zu sein und das, was ich anderen vorschlage, auch selbst zu probieren. Als Schülerin hatte ich in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern sogar wirklich einen Karteikasten mit verschieden großen Fächern für das klassische Leitner-Prinzip. Und warum sollte das Kärtchendrehen jetzt für mich auch nicht mehr funktionieren?

    Wie bin ich vorgegangen?

    Ich habe mich für echte Karten aus festem Papier entschieden. Und zwar die in der Größe DIN A8, weil ich nur wenig drauf zu schreiben hatte und sie auch an andere Orte als mein Arbeitszimmer mitnehmen wollte.

    In Duolingo habe ich bis ganz zum Anfang des Kurses zurückgescrollt, Einheiten wiederholt und währenddessen alle neuen Vokabeln auf Kärtchen geschrieben. Dabei kam eine unerwartet große Zahl an Wörtern zusammen. Entsprechend musste ich sogar noch ein paar Päckchen Karteikarten nachkaufen.

    Karteikarten zum Vokabeln lernen  auf dem Boden im grünen Gras. Darauf stehen klingonische Wörter in lateinischer Schrift.

    Beim eigentlichen Lernen bin ich nicht nach Leitner vorgegangen. Stattdessen habe ich immer den ganzen Stapel durchgelernt, unter anderem, weil ich keinen Kasten dafür habe und damit kein Limit für die Zahl der Karten pro Lerneinheit.

    Dafür habe ich meine Vokabeln mit nach Wacken genommen und die Monatschallenge bis zum 1. August verlängert. Vormittags standen ja keine Konzerte an und so konnte ich die Zeit im Schatten neben meinem Zelt gut nutzen.

    Die erwähnten Vorsilben und Nachsilben für Objekt-Subjekt-Beziehungen und Imperativformen habe ich mir als Tabelle aufgeschrieben und die Seite Thlingan.org als reichen Informationsschatz für mich entdeckt. Diese Inhalte gehen aber über das reine Vokabelnlernen hinaus.

    Jeden Tag Vokabeln lernen – Einsichten

    Manche Vokabeln wusste ich fast von Anfang an auswendig, andere fallen mir hartnäckig schwer und ich kann nicht sagen, wo der Unterschied herkommt. Es war vermutlich auch keine hilfreiche Idee, so eine große Zahl Karten zu beschreiben. Stattdessen hätte ich mir einen Gefallen getan, hätte ich mit einer kleinen Portion angefangen und diese dann bei sicherem Lernfortschritt erweitert. Da ist beim Erstellen der Karten einfach die Faszination mit mir durchgegangen.

    Immerhin stelle ich fest, dass ich inzwischen bei Duolingoeinheiten weniger oft mit dem Mauszeiger nachgucken muss, was etwas heißt. Für die schiere Masse an Vokabeln werde ich allerdings viel länger als einen Monat brauchen.

    Auf der anderen Seite hat mir das Lernen mit den Kärtchen Spaß gemacht. Es ist nochmal etwas anderes, wenn ich Lernmaterialien selbst gestalte und in die Hand nehmen kann. Diese Lernmethode und die Inhalte von Thlingan.org sind eine effektive und sinnvolle Ergänzung zum Duolingokurs. Vermutlich werde ich auch irgendwann einmal Extrainformationen und Übungsmöglichkeiten zum Thema Schach recherchieren.

    Was ich in den August mitnehme

    Die meisten Vokabeln aus meinem Stapel beherrsche ich immer noch nicht sicher. Also werde ich auch weiterhin damit lernen, allerdings mittelfristig mit mehr System. Ich brauche zwar im meinem Alltag keinerlei Klingonischkenntnisse, allerdings werde ich meine Erfahrungen mit dem Kartenlernsystem in meinen Nachhilfeunterricht einfließen lassen. Ein netter Metalernerfolg 🙂

    Damit ich mir nicht mit großen Bastelüberlegungen selbst im Weg stehe, habe ich mir eine kommerzielle Box zugelegt. Die Leitnermethode hat auch den Vorteil, dass ich dazu gezwungen bin, erst einmal wieder mit einer kleinen Zahl Karten neu zu beginnen. Und vielleicht schaffe ich es mit diesen sehr kleinen Einheiten, mein Projekt „jeden Tag Vokabeln lernen“ beizubehalten.

    Meine bisherigen Challenges

    „Jeden Tag Musik machen“ war mein siebtes Monatsprojekt. Bisher habe ich

    Auch jetzt noch trinke ich weiterhin morgens Tee. Und es kommen auch oft Tanzpausen und Musikeinheiten im meinem Alltag vor. Leider mache ich nicht mehr jeden Tag Sport, aber das Fädenaufnehmen an sich übe ich konsequent.

    Wie lernst du Vokabeln, wenn überhaupt?

    Lernst du aktiv eine oder mehrere Sprachen? In der Schule, für Beruf oder Urlaub oder für dich ganz privat?

    Und was ist die Lernmethode, mit der du am besten zurecht kommst?


    Im August heißt meine Monatschallenge „Jeden Tag Bookbeat hören“. Denn ich möchte nicht mehr länger für ein Abo zahlen, ohne es zu nutzen. Und dort wartet ein weiterer interessanter Lesestapel auf mich, nur hier in digitaler Version.

    Die Papiervariante meines Lesestapels

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    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 Juli 26 – Selbstgemacht, Sammlung, Sonnenstrahl, Ball

    Projekt52 Juli 26 – Selbstgemacht, Sammlung, Sonnenstrahl, Ball

    Diese kreative Gemeinschaftsaktion ist eine der Konstanten in meinem Blog. Jeden Monat gibt es vier bis fünf zufällig ausgeloste Stichworte und zu denen veröffentlichen die Teilnehmenden neu erstellte Bilder oder Texte. Bei mir sind es für Projekt52 Juli 26 wieder vier Photos geworden.

    Sari vom Heldenhaushalt organisiert das Ganze verlässlich und motivierend. Auf ihrem Blog findest du jetzt die neuen Themen für den August. Es ist jederzeit möglich, sich inspirieren zu lassen und neu einzusteigen. Und in ihrem Augustbeitrag kannst du außerdem deine P52-Beiträge verlinken.

    Meine Beiträge zum Projekt52 Juli 26

    Selbstgemacht

    Das hier wird ein Spültuch nach skandinavischem Vorbild. Mich nerven unsere Spülschwämme aus Kunststoff schon lange und ich habe noch von diversen Häkelprojekten Baumwolle übrig. Die Struktur finde ich besonders aus der Nähe faszinierend.

    Hier findest du eine Anleitung für gestrickte Spültücher. So richtig aufgefallen ist mir dieses Konzept, als wir im Mai 26 auf Amrum waren. Die Vermieterin hat ihre Ferienwohnungen sehr ökomäßig ausgestattet und um das Spültuch dort war eine informative Banderole gewickelt. Manche Dinge merke ich mir doch lange genug, um sie umzusetzen.

    Sammlung

    Für Projekt52 habe ich hier einen kleinen Teil meiner Anhängersammlung ordentlich aufgereiht. Über die Jahre ist da einiges zusammen gekommen, allerdings trage ich seit längerem kaum noch Ketten. Könnte ich mal wieder ändern.

    Mit einigen dieser Anhänger verbinde ich die Erinnerung daran, wo ich sie gekauft habe. Der Ganesha kommt zum Beispiel aus Wacken und der schwarze Stein aus Edinburgh. Viele dieser Anhänger haben mir auch liebe Menschen geschenkt, ein weiterer Grund, sie mal wieder zu tragen.

    Sonnenstrahl

    Das Thema Sonnenstrahl fand ich schwierig und habe jetzt ein Motiv gewählt, bei dem mehrere Sonnenstrahlen der untergehenden Sonne ein paar dekorativen Wolken noch einmal letzten Glanz verleihen.

    Zwischenzeitlich wollte ich Sonnenprojektionen auf dem Asphalt für dieses Thema teilen. Mich fasziniert, wie das Laub an Bäumen wie viele Lochkameras nebeneinander wirkt und lauter kreisrunde Bilder von der Sonne auf den Boden projiziert. (Auch gut zu wissen für Sonnenfinsternisse!) Allerdings war bei meinen Photos davon der Kontrast eher gering. Oft sind ja die Augen viel besser als eine Kamera, auch wenn sie so alt sind wie meine.

    Ball

    Dieses Stichwort fand ich noch schwieriger als den Sonnenstrahl. Ich habe keine Kinder und zuhause keine Bälle, jedenfalls keine dekorativen. Das WOA war meine letzte Hoffnung und dort flogen bei Eläkeläiset auch viele Bälle durch die Luft. Allerdings zu schnell zum Photographieren, außerdem musste ich derweil auch tanzen.

    Der Vollmond wollte bei all den Scheinwerfern und Lichterketten auch nicht so richtig aufs Bild. Also habe ich einen dieser großen Stoffbälle gewählt, die nachts leuchten und für die dringend nötige Orientierung sorgen.

    Meine Beiträge für Projekt52 2026

    Diesen Blogpost Projekt52 Juli 26 habe ich zuerst auf Pixelfed geteilt. Das werde ich in Zukunft immer so handhaben, und am Ende des Monats, beziehungsweise am Anfang des Folgemonats hier die Zusammenfassung bloggen.

    Falls du schon im Fediverse bist, freue ich mich, wenn du mir auch dort folgst. Wenn nicht, stehe ich jederzeit zur Unterstützung bereit, wenn du darüber nachdenkst, von Instagram dorthin zu wechseln. Am ersten Sonntag jedes Monats ist übrigens DI.Day, der Tag zum gemeinsamen Umstieg von Techbroplattformen zu Alternativen!

    Hier sind meine bisherigen Beiträge:

    Ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der

    Fediverse-Reaktionen
  • 12tel-Blick Juli 26

    12tel-Blick Juli 26

    Mein 12tel-Blick Juli 26 sollte mit einer Temperaturanzeige kommen. Nach dem unangenehm heißen Juni war es hier regelmäßig bewölkt und hat auch geregnet. Dadurch sieht der Himmel im aktuellen Bild nicht so quietschblau aus, dafür war meine Stimmung deutlich entspannter.

    Worum geht es beim 12tel-BLick?

    Der 12tel-Blick ist eine der vielen kreativen Gemeinschaftsaktionen der Blogosphäre. Eva von Verfuchst-Und-Zugenäht bietet einmal im Monat eine Linkliste zum Eintragen an. Außerdem findest du bei ihr eine ausführliche Erklärung mit Tipps.

    Zwölf Monate lang wird dafür ein festes Motiv verfolgt und in Bildern festgehalten. Dabei werden mir vor allem die Veränderungen durch die Jahreszeiten bewusst, obwohl es sich vermutlich auch lohnt, Motive zu wählen, die nicht draußen in der Natur liegen. Jedenfalls hilft mir die Aktion, bewusster auf meine Umgebung zu achten.

    Mein 12tel-Blick Juli 26

    In diesem Jahr beobachte ich eine kleine Insel im Schenefelder Regenrückhaltebecken. In meinem Beitrag von Januar 26 erzähle ich noch ein bisschen mehr darüber. Es freut mich sehr, dass ich auf diese Weise Wege für mich wiederentdeckt habe, auf denen ich eine Weile oft zum Nordic Walking unterwegs war. Auch bei diesem Hobby habe ich leider den Faden verloren.

    Der Himmel war wie gesagt bewölkt, und es hat den Juli über immer mal wieder geregnet und nicht nur eine Handvoll Tropfen. Dadurch sahen die Pflanzen richtig zufrieden aus und die wilden Rosen haben sich am untereren Rand ins Bild gewuchert. Der tot wirkende Baum auf der Insel hat sich in der Zwischenzeit allerdings nicht erholt.

    Wenn ich es mir aussuchen könnte, dürfte der Sommer hier immer so aussehen. Weniger photogen, dafür nicht so trocken.

    Gibt es auch bei dir Orte, die du im Laufe des Jahres immer wieder besuchst und photographierst?

    Hier noch einmal die Bilder von Januar bis Juni:

    Ich bin sehr gespannt, ab wann sich das Laub in Richtung Gold und Braun verfärbt..


    Weitere kreative Beiträge wie diesen 12tel-Blick Juli 26 findest du in meinem Blog in der

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