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  • Mein Motto 2026 – Feeling Groovy

    Mein Motto 2026 – Feeling Groovy

    Am Ende meines Jahresrückblicks 2025 habe ich mir mein Motto 2026 gegeben. Das mache ich, seit ich mit Judith Peters diese Jahresrückblicke schreibe. In den ersten Jahren hatte das noch gar nicht so viel Wirkung auf mich und meinen Alltag. 2025 habe ich rückblickend wirklich gestaunt, was so eine Frage ausmachen kann, wenn wir sie im Unterbewusstsein wirken lassen.

    Bevor ich über die Idee hinter meinem neuen Motto schreibe, blicke ich zurück, wie sich meine Mottosituation seit 2022 entwickelt hat.

    Bild: WikimediaImages auf Pixabay

    Meine Mottos der letzten Jahre

    2022 – „Den Faden weiterspinnen“

    Das Jahr 2021 habe ich viel mit Knotenlösen verbracht, außerdem mit der Arbeit an einem „mentalen Pulli“, der mir hilft, genau im richtigen Maß mit der Außenwelt im Kontakt zu sein. Die neu gewonnenen Erkenntnisse wollte ich weiterentwickeln und den Faden nicht aus der Hand verlieren.

    2023 – „Ich gieße meine Wurzeln“

    Damit war gemeint, den vorher versponnenen Faden tiefer im Bewusstsein zu verankern. Die Erkenntnisse aus dem Kopf in den Bauch einsickern und dort Wurzeln schlagen zu lassen. Außerdem ging es mir auch damals schon um Selbstfürsorge, einen Themenbereich, der später eine eigene Kategorie in meinem Blog bekam. Ich wollte nicht nur beim Einsickern zusehen, sondern aktiv etwas dafür tun.

    2024 – „Ich lerne mich immer wieder neu kennen“

    Am Ende des Jahres 2023 stand die Erkenntnis, dass ich nie „fertig“ sein und immer „Work in Progress“ bleiben werde. Also beschloss ich, das Ganze offen anzugehen und absichtlich aus meinem Jahr ein Lernprojekt zu machen. Lernen ist sowieso echt krass. Und eine Nebenabsicht war es, dafür ein ganzes Jahr nicht an mir zu arbeiten, einfach nur zu beobachten.

    2025 – „Was soll passieren?“

    Ende 2024 habe ich beschlossen, weiterhin nicht an mir zu „arbeiten“. Stattdessen war 2025 Zeit für ein bisschen bewusste Politur, kleine, aber gezielte Perspektivwechsel. Alles mit ausreichend Leichtigkeit aber auch mit einer gewissen Intention. Dafür habe ich mir diese Frage ganz unverfroren von Moritz Neumeier geklaut. Sie ist eine Mischung aus:

    • Was will ich wirklich?
    • Wie kann ich dazu beitragen, dass es Realität wird?
    • Und außerdem: Was soll schon passieren?

    Im Dezember 2025 war ich von mir selbst beeindruckt, was alles passiert ist, und wie sanft ich dabei mit mir umgegangen bin.

    Da scheint sich doch ein roter Faden durch zu ziehen, in dem die von mir eigentlich ungeliebte Paradoxität einen großen Anteil hat. Insofern überrascht mich mein neuer Wahlspruch auch nicht, der mir im Dezember 2025 in den Sinn kam und sich nicht mehr verabschieden wollte. Es ist beileibe nicht so, dass diese Mottos ein Ergebnis rationaler Denkprozesse wären 😉

    Mein Motto 2026

    Im Jahr 2025 habe ich endlich Routinen entwickelt, mit denen alle meine inneren Anteile zurecht kommen. Ein Teil von mir hatte sich nach dieser Struktur der Gewohnheit gesehnt, ein anderer Teil hat mein Leben lang alles Routinenhafte abgelehnt und erfolgreich sabotiert. Mit etwas digitalem Konfetti haben allerdings sich Morgen- und Abendroutinen eingeschlichen, und ich habe ganz sanft wiederkehrende Aufgaben über die Woche verteilt. Die erstaunlicherweise passieren.

    In diesen neuen Furchen will ich noch mehr zuhause sein, Sie noch leichtgängiger für alle Persönlichkeiten in meinem Team machen. Ich möchte mich nachhaltig eingrooven und dieses Gefühl, dass Dinge immer leichter werden, je öfter ich sie mache, intensiv erleben.

    Ich möchte der Zukunftsangela immer wieder kleine Gefallen tun und das gleichzeitig nicht als Verpflichtung verstehen. Sondern als etwas, was das Team organisch und fast wie von selbst erledigt, weil alle etwas davon haben.

    Im Song „The 59th Street Bridge Song“ singen Simon und Garfunkel:

    „I got no deeds to do
    No promises to keep
    I’m dappled and drowsy and ready to sleep
    Let the morning time drop all its petals on me“

    Paul Simon & Art Garfunkel

    Idealerweise stelle ich mir das Grooven in meinen Gewohnheitsfurchen ungefähr so locker-leicht vor wie diese Blütenlätter des Morgens, die da herunter rieseln. Also los:

    Das Schöne an Idealen ist ja, dass wir sie nicht erreichen müssen. Sie helfen stattdessen dabei, dass das Bewusstsein einen Punkt zum Anpeilen hat. Und ich sage es mal so: Was soll passieren? Ende 2026 weiß ich mehr 🙂

    Hast du ein Motto 2026?

    Legst Du dir auch für jedes Jahr einen Wahlspruch oder ein Wort zurecht, um dein Bewusstsein daran auszurichten? Wie sind deine Erfahrungen damit und was hat sich für 2026 ergeben?

    Oder ist das Konzept eines Jahresmottos nicht dein Ding?

    So oder so, es ist noch früh genug im Jahr, um dir ein wunderbares 2026 zu wünschen!

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick Dezember 25 – Eine gemischte Adventstüte

    Monatsrückblick Dezember 25 – Eine gemischte Adventstüte

    Nachdem zu Silvester der Jahresrückblick 2025 erschienen ist, habe ich beschlossen, dass mein Monatsrückblick Dezember 25 etwas weniger episch ausfallen muss. Haha. Mal sehen, wie gut das klappt, wenn ich mir Mühe gebe. Aber warum passiert auch immer so viel?

    Die Zeit vor Weihnachten ist bei mir traditionell immer der krönende Jahresabschluss. Ich liebe die Dunkelheit, die Kerzen und die Gemütlichkeit. Leider hat mir ein überraschender und für mich immer noch schwer erklärlicher Konflikt dazwischen geschossen. Auf der anderen Seite habe ich wieder gemerkt, wie viel von meinem mentalen Zustand ich immer noch selbst in der Hand habe.

    Mein Dezember 25

    Was hatte ich im Dezember 25 vor und was ist daraus geworden?

    • Mir meinen eigenen Beitrag zu entspannten Weihnachten noch einmal durchlesen. 👍
    • Einer Reihe von elektronischen Adventskalendern folgen. 👍
    • Am Bloghexen-Adventskalender teilnehmen. 👍
    • Bei Post mit Herz mitmachen. 👍
    • Dieses Mal wirklich am Treffen der Omas gegen Rechts in Wedel teilnehmen. 👍
    • Weihnachten mit allen Sinnen genießen. 👍
    • Franziska Schwarzkopfs Advent-Minis folgen. -> Ich habe die Videos begeistert angesehen, aber leider selbst gar nichts gemalt 😬
    • Mit den Four Agreements beschäftigen. -> Kurz drüber nachgedacht, immerhin…
    • Ein Konzert im Michel genießen. 👍
    • Meinen YouTube-Kanal löschen und zu PeerTube umziehen. -> Das Löschen habe ich auf den Januar geschoben, aber es wird keinen PeerTube-Kanal geben, stattdessen binde ich meine Meditations-MP3s direkt hier auf der Seite ein.
    • Zum Ende des Jahres unter anderem mit den Intentional-Ending-Fragen von nosidebar Bilanz ziehen. 👍
    • Am Jahresrückblog 2025 teilnehmen. 👍
    • Die letzte Kurzgeschichte für Deadlinesforwriters schreiben und endlich das Abzeichen für 12 Geschichten in zwölf Monaten bekommen. 👍

    Dafür, dass die Liste so lang war und ich zwischenzeitlich meine Zeit, Energie und Aufmerksamkeit in einen Onlinestreit versenkt habe, sehe ich erstaunlich viele Daumen nach oben.


    Danke, Vergangenheitsangela!

    2024 war ich mit dem Weihnachtsgrußschreiben spät dran. Ich musste in Hochgeschwindigkeit mit dem Rad nach Pinneberg düsen, um sie noch rechtzeitig einzuwerfen, denn hier in Halstenbek waren die Briefkästen schon geleert worden. 2025 hatte ich mir zunächst in den Kalender geschrieben, frühzeitig Karten zu kaufen, bis ich merkte: In meiner Weihnachtskiste lag schon ein dicker Stapel!

    Diese Karten hatte ich zwischen Weihnachten und Silvester 2024 gekauft. Und zwar ausdrücklich, um den Stress in Zukunft zu vermeiden. Zwischenzeitlich hatte ich diese clevere Voraussicht allerdings ganz vergessen und war nachträglich überrascht und gerührt, wie gut die Vergangenheitsangela für mich gesorgt hat. Das läuft mit dem Meal-Prep ähnlich und es ist ja auch logisch: Wenn ich heute etwas erledige, habe ich morgen einen Punkt weniger auf der Liste.

    Und gleichzeitig scheitert dieses Konzept bei mir immer noch daran, dass die Gegenwartsangela sich nicht aufrafft, sodass die Zukunftsangela oft im Regen steht. Allerdings nicht zu Weihnachten 25! Da waren wir nämlich außerdem zum ersten Mal im Michel und haben uns die erste Hälfte des Weihnachtsoratoriums von Bach angehört.

    Da bin ich schon einmal beim Michel und dann finden wir ihn kaum, weil der komplette Turm im Nebel steckt. Selbst als wir direkt vor der Kirche standen, war nichts von der charakteristischen leuchtend grünen Turmspitze zu sehen. Vom Inneren war ich aber echt beeindruckt. Mein Mann meinte, die Deko erinnerte ihn an Trumps Oval Office, nur mit Stil. Alles sehr wohlproportioniert und mit dem Geschnörkel gerade so unter dem Limit. Meine Uroma hat im Kinderchor des Michels gesungen, das war für mich noch ein extra Anlass, dieses Gebäude einmal zu besuchen.

    Auch die Deko für meinen Unterrichtsraum stand schonlange vor dem 1. Dezember. Beziehungsweise der Baum hing fertig dekoriert auf dem Dachboden. Ich war von meiner gründlichen Vorarbeit so begeistert, dass ich mir für 2026 vorgenommen habe, noch öfter und noch bewusster der Zukunftsangela einen Gefallen zu tun.

    Ordnung muss sein!

    Im November fiel die Prüfdemo auf das Wochenende, an dem wir zu einer Geburtstagsfeier in Oldenburg waren. Im Dezember hatten wir aber keine Ausrede mehr. Worum geht es? Unter anderem Nico Semsrott organisiert bundesweit regelmäßig Demonstrationen, bei denen die jeweilige Landesregierung aufgefordert wird, einem Antrag auf Prüfung der Zulässigkeit eines Parteiverbots zuzustimmen.

    Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Der Denkansatz vereinfacht stattdessen die Debatte:

    „Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.“

    Das ist im Prozedere gesetzlich auch genau so vorgesehen. Statt emotional um ein Parteiverbot zu streiten, fordern Prüf-Demos nur eine gründliche rechtliche Untersuchung.

    Egal, was bei dieser Prüfung herauskommt, es ist ein gutes Ergebnis. Denn entweder ist die betreffende Partei nicht verfassungsfeindlich, dann haben wir kein Problem. Oder die Verfassungsfeindlichkeit wird offiziell festgestellt, dann schließt sich ganz logisch das Verbotsverfahren an. Das beseitigt ein Problem.

    Am 13. Dezember habe ich an der bestorganisierten Demo teilgenommen, die ich je erlebt habe. Es ist zu merken, dass Nico als Comedien im Kulturbereich gut verknüpft ist. Die Moderation hat Florentine Osche übernommen, selbst Stand-Up-Comedian aus Berlin. Es gab kostenlose Musik von Kettcar (Deiche, Sommer ’89 und Landungsbrücken raus) und damit eine schöne Portion Gänsehaut. Außerdem begleitete ein DJ den Zug vom Lautsprecherwagen aus mit schlimmer Technomusik und lustigen Ansagen.

    An diversen Ecken standen Überraschungen. Eine Blaskapelle, eine Trommelgruppe, zweimal jemand mit Musik vom Lautsprecher (zum Glück nicht Techno). Im ersten Bild ist ein Schild mit der Aufschrift Stempel zu sehen, dort fand sich eine Person, die Stempelkarten verteilte. Bei jeder zukünftigen Teilnahme wird diese abgestempelt und wenn die Karte voll ist, gibt es eine neue Stempelkarte. Natürlich hoffen wir alle, dass die Landesregierungen vorher eine Prüfung in Gang setzen 😉

    Der ganze Ansatz steht unter dem Motto: Lasst uns diese Veranstaltungen unterhaltsam machen, damit die Menschen gerne und in großer Zahl erscheinen! Einerseits ist es ein bisschen schade, dass das überhaupt nötig ist. Andererseits: Warum nicht ein bisschen strategisch vorgehen?

    Im zweiten Bild ist ein weterer Grund zu sehen, aus dem ich mich bei dieser Demo so wohlgefühlt habe. Die Menschen dort waren nicht nur sehr nett, sondern auch ziemlich nerdig. Der QR-Code müsste auch von diesem Blogbeitragsbild aus funktioneren und führt zur PRÜF-Organisationsseite 🙂

    Wieso ist Hamburg so photogen?

    In meiner ToWant-Liste taucht immer der Punkt „Wanderungen“ auf. Dabei handelt es sich eher um lange Spaziergänge, die allerdings bisher immer echt erfreulich waren und mir in meiner Region neue Perspektiven erschlossen haben. Für die Jahresend-Wanderung habe ich aus meiner Komootliste die Elphi-Runde herausgefischt.

    Als ich bei den Landungsbrücken den S-Bahnhof verließ, staunte ich über die Massen an Nebel. Die Wetter-App hatte Sonne versprochen und während der überirdischen Fahrt hatte es auch noch gut ausgesehen. Direkt bei der Elbe wirkten allerdings hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperatur zusammen. Das Ergebnis war eine letztlich hübsche Nebelwurst über dem Wasser und an beiden Uferseiten. Direkt darüber war der Himmel quietschblau. Im Rückblick musste ich mich sehr zusammenreißen, nicht einfach alle Photos für diesen Blogpost zu verwenden.


    Die Elbphilharmonie tauchte wirklich an verschiedenen Stellen im Blickfeld auf. Allerdings entsprechend nebulös. Die Runde hatte einen mehr als urbanen Charakter und ich mag solche Wanderungen dann und wann sehr gerne. Besonders, wenn die Architektur so schön ist.

    Zu meinem Unglück führte der Weg über diverse Brücken. Sie boten immer wieder schöne Ansichten von Industrieromantik und Kränen im Nebel. Allerdings stellte sich schnell ein schlimmer Ohrwurm über „sieben Brücken“ ein, den ich bis zum Ende nicht mehr loswurde. er geht sogar jetzt beim Schreiben schon wieder los 😀

    Das Lagerhaus G hatte ich vor meiner Wanderung gar nicht auf dem Schirm. Hier war ein Außenlager für das Konzentrationslager Neuengamme, in dem vorübergehend Zwangsarbeiter:innen gefangen gehalten wurden. Leider verfällt das Denkmal zunehmend.

    Auf dem letzten Abschnitt war ich kurzzeitig im Stress. Denn der Fußweg neben der Bahnbrücke über die Elbe war gesperrt. Nach kurzer Aufregung fand ich dann aber eins der spärlich verteilten Fußwegumleitungs-Schilder. Da wurden noch einmal die Prioritäten in der Verkehrspolitik deutlich. Von der Autoelbbrücke mit ihren dekorativen Stahlträger-Schnörkeln sah ich zum ersten Mal bewusst den Elbtower, eine der ewigen Baustellen Hamburgs.

    Insgesamt ist mir wieder einmal aufgefallen, wie schön Hamburg ist. Liegt natürlich auch daran, dass dieser Stadt historisch meistens eine Menge Geld in die Kassen gespült wurde, aus diversen Gründen. Alleine die vielen Brücken, die roten Backsteingebäude, die großen und kleinen Kunstwerke, ich denke bei jedem Besuch, dass ich dringend bald wieder nach Hamburg fahren muss. Und dann bin ich auch immer wieder zufrieden, wie vergleichsweise beschaulich es hier in Halstenbek ist. Mit Anbindung an den HVV 🙂

    Was habe ich im Monat 25 gehört?

    Gegen die gesellschaftliche Spaltung

    Marina Weisband tut meiner Seele gut. Ihr Podcast „Wind und Wurzeln“ betreibt konstruktiven Journalismus und die letzte Folge ging mir wieder runter wie ein warmer Weihnachtstee.

    Marina erläutert, was Tribalismus ist und warum und wie er entsteht: Wir teilen uns in verschiedene Gruppen ein, denen wir uns zugehörig fühlen und erhöhen oft unser Gefühl der Identität und Sicherheit, indem wir andere außerhalb unserer eigenen Gruppe abwerten. Von oben wird dieser Mechanismus durch „Teile und herrsche“-Politik gefördert. Wie das abläuft sehen wir jeden Tag in den Nachrichten.

    Am Beispiel der Rentendebatte entwirft Marina Weisband gemeinsam mit ihren Gästen Gegenstrategien. Besonders den Begriff „radikales Ernstnehmen“ merke ich mir für 2026.

    Was zu retten ist – Verdrängungsmechanismen

    Dieser Podcast von Annemarie Botzki und Friederike Schmitz bespricht, welche Handlungsoptionen wir angesichts der schon relativ weit fortgeschrittenen mehrfachen Krisen haben. In der aktuellen Folge geht es zunächst um eine Konferenz in London über die Auswirkungen der Klimaerhitzung auf Großbritannien.

    Was mich an der Podcastepisode am stärksten abgeholt hat: Die beiden thematisierten die Ähnlichkeit der mentalen und rhetorischen Abwehrmechanismen, wenn es um das Klima und um die Tierhaltung geht:

    „Verdrängung ist ein entscheidender Faktor für den gesellschaftlichen Umgang sowohl mit der Klimakatastrophe als auch mit der Tierindustrie. Viele von uns werden es über die Feiertage in Gesprächen mit Familienmitgliedern wieder merken: Es ist schwer, über diese Themen zu sprechen. Das liegt auch an psychologischen Mechanismen, die dazu dienen, uns negative Gefühle vom Leib zu halten.“

    Es war in der Evolution ein Vorteil für uns Menschen, nicht alle Bedrohungen zu dicht an uns heran zu lassen. Inzwischen treten uns aber die Folgen dieser Verdrängung sehr auf die Füße, und es ist die Frage, wie lange wir uns dieses Nichthinsehenwollen noch leisten können. Und für diejenigen, die hinsehen, stellt sich die Frage, was sie tun können, um andere Menschen überhaupt noch zu motivieren, die Realität anzuerkennen. Manchmal fürchte ich, das ist sehr schwierig bis nahezu unmöglich.

    Christmas Truce von Sabaton

    Wir hören morgens gerne Musik zum Frühstück, meistens Metal von RadioBob. Dieser Streamingdienst bietet saisonal auch „Christmas Rock“ an. Das ist natürlich den Dezember über unsere Frühstücksbegleitung der Wahl. Bei „Christmas Truce“ von Sabaton habe ich immer besonders nachdenklich zugehört.

    Es geht um den kurzzeitigen weihnachtlichen Waffenstillstand in den Schützengräben des ersten Weltkrieges:

    „And today we’re all brothers
    Tonight we’re all friends
    A moment of peace in a war that never ends“

    Und so ist es ja auch: Selbst wenn er nicht mehr erster Weltkrieg heißt, der Kriegszustand ist permanenter Begleiter der Menschheit. Wie absurd ist es, für einen willkürlich gesetzten Feiertag gemeinsam Weihnachtslieder zu singen, nur um sich am nächsten Tag wieder gegenseitig abzuschlachten?

    In den Kommentaren unter dem offiziellen YouTubevideo auf Sabatons Kanal schreibt jemand:

    „I think the Christmas Truce proves to me that even at humanities lowest point, we prefer to be kind to one another.“

    Gleichzeitig frage ich mich: Warum haben sich dieselben Soldaten am nächsten Tag nicht genauso kollektiv entschieden, nicht weiter zu kämpfen? Es ist schon alles kompliziert und oft frustrierend mit dieser Menschheit.

    Was habe ich im Monat 25 gelesen?

    Die Aktion „So soll Web“ ist eins der Highlights online. Auch ich habe mich an der gleichnamigen Blogparade beteiligt. Nachträglich haben Anna Koschinski und Annette Schwindt eine extra Webseite gestaltet, auf der sie immer wieder positive Gedanken und Ideen zu einem gelingenden Miteinander im Internet präsentieren.

    Zuletzt schrieb Anna, wie sie an einem sehr schlechten Tag Menschen im Fediverse um schöne und gute Gedanken bat. Die Reaktionen haben sie begeistert:

    „Und ich empfinde es als tröstend und heilsam, was da zurückkam. Das sind keine anonymen Herzchen, sondern kleine Tupfer von Freude. Und die sind ansteckend.

    Sie sagen: Du bist nicht allein, du bist okay, du kommst wieder auf die Beine, auch wenn es gerade nicht gut läuft und alles zu viel ist.“

    Auch das ist unsere Online-Realität und mir tut es gut, mir das immer mal wieder zu vergegenwärtigen.

    Was habe ich im Monat 25 gebloggt?

    Monatsrückblick November 25 – Ich will wieder an die Nordsee!
    Mein Monatsrückblick November 25: Ich bin für zwei Wochenenden in Norddeutschland auf Reisen und hake ein 10 Jahre altes ToDo ab.

    WMDEDGT im Dezember 25 – Lauter Übungen im Prioritätensetzen
    Das WMDEDGT im Dezember 25 ist wieder ein Fall fürs Parallelbloggen. Denn zum Nikolaus bin ich das sechste Türchen.

    Häkelanleitung für Weihnachtswichtel
    Im Rahmen des Bloghexen-Adentszaubers präsentiere ich eine Anleitung für Weihnachtswichtel, die außerdem Wollreste aufbraucht.

    Das Fediverse kann auch anders
    Normalerweise erlebe ich das Fediverse als einen relativ friedlichen und bereichernden Ort. Ein paar Dezembertage waren aber speziell.

    Projekt52 Dezember 25
    Mein Beitrag zur kreaktiven Challenge Projekt52 im Dezember 25. Die Stichpunkte: „Chaos“, „Wärme“, „Abendritual“, und „mein Superheld“

    Bloggerschnack Dezember 25: Meine Inspiration 2025
    Was war meine Inspiration 2025? Ich stelle fünf besonders bewegende Blogs vor und als Bonus einen YouTube-Kanal.

    Story Challenge December 2025 – Apple
    Meine letzte Kurzgeschichte für die Challenge DeadlinesForWriters.

    Mein Jahresrückblog 2025
    Der Jahresrückblick 2025 folgt wieder dem Sympatexter-Vorbild, statt 100 Punkte aufzuzählen. Denn Gewohnheiten haben echt Vorteile.

    Ending 2025 Intentionally
    Meine traditionelle Jahresendbilanz auf Englisch anhand eines Fragenkatalogs, dieses Jahr zum ersten Mal in Blogform.


    Monatsrückblick Dezember 25 in Mastodönekes:

    Einerseits war das Fediverse für mich im vergangenen Monat emotional sehr anstrengend. Anderseits gab es wieder einige bemerkenswerte Beiträge:

    Be weird. Be colorful. Help random people. 💕

    Natasha Jay

    Jemandem helfen oder jemanden um Hilfe bitten sind im Alltag die mächtigsten Waffen gegen Einsamkeit und Ohnmachtsgefühl. Direkte Hilfe stärkt community.

    Marina Weisband

    Der FIFA-Physikpreis geht an Friedrich Merz, für seine Grundlagenforschung auf dem Gebiet hocheffizienter Verbrenner.

    Im Alter Fische

    so sind die menschen. happy land gibts auch auf mastodon.

    hope

    No, you’re not a “prompt engineer”, you’re a sloperator.

    Colin M

    Picard perspective tip: Neither the sun, the moon, the stars, nor any asteroids revolve around you. You are a dust mote with ideas.

    Picards Tips

    every day can be an emotional rollercoaster if you try hard enough # lifehacks

    medium rare bird

    Picard perspective tip: Neither the sun, the moon, the stars, nor any asteroids revolve around you. You are a dust mote with ideas.

    Picards Tips


    Und was war sonst noch los?

    Der Dezember hat farblich alles gegeben. Hier bei einem meiner vielen Spaziergänge bei Sonnenuntergang.

    Hi-Tech-Lösung des Problems, dass ich manchmal sehr in einer Tätigkeit versunken bin und sehr verwirrt, wenn ich dabei angesprochen werde.

    Da bin ich aber mal sehr gespannt. 2025 war im Rückblick für mich persönlich in Ordnung, aber „gefläscht“ war ich davon nun auch wieder nicht.


    Vorherige Rückblicke

    Für den Monatsrückblick Dezember 25 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich so noch mehr, dass ich regelmäßig diese Rückblicke schreibe.

    Dezember 23: Vor zwei Jahren war ich in der Muppetausstellung und habe sehr flauschig gehäkelt. Die dabei entstandenen Figuren hingen 2025 in meinem Unterrichtsraum.

    Dezember 24: Ich habe es mir gemütlich gemacht (Das scheint ein gängiges Weihnachtsthema bei mir zu sein) und war beeindruckt von der Bandbreite der Exponate im Pinneberg-Museum.

    Was habe ich im Januar 26 vor?

    • Gemütlich ins Jahr hinein grooven.
    • Mir ein Beispiel an Astrid Engel nehmen und eine Challenge für den ganzen Monat planen: Ich verbrauche meine Lebensmittelvorräte vor ihrem Ablaufsdatum und zwar im Durchschnitt jeden Tag eine Portion von irgendetwas aus Küche oder Keller.
    • Die Audioversion der Four Agreements anhören und sacken lassen
    • Eine Gemeinschaftsaktion im Fediverse betreuen, die den Veganuary mit täglichen positiven und informativen Posts begleitet.
    • Meine Jahreskreismeditationen als MP3-Dateien in meiner Seite einbinden und den YouTube-Kanal ersatzlos löschen.
    • Schweren Herzens meine Blogleseliste kürzen. Prioritäten und gemächliches Lesen statt Stress durch Blog-FOMO.
    • Eine neue ToWant-Liste aufsetzen.

    Wie war dein Dezember 25?

    Das war mein Monatsrückblick Dezember 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. Hier findest du Judiths eigenen Dezemberrückblick.

    Was sind deine Erfahrungen mit Monatsrückblicken? Und hast du es geschafft, dir den Dezember gemütlich zu machen?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Monatsrückblicke wie dieser.

    Fediverse-Reaktionen
  • Ending 2025 Intentionally

    Ending 2025 Intentionally

    Today it is time to sit down and reflect on ending 2025 with intention. For the last couple of years I have been referring back to a list of questions from nosidebar. I helps me, like they say on their page, to savour my successes and make peace with myself.

    Here goes:

    1. What makes this year unforgettable?

    The one thing that shaped my year 2025 is the habit tracker app Habitica. I came across it unexpectedly. Since I enjoyed Duolingo, even with the AI enishittifying it somehwhat, I thought to myself that it would be fantastic to have a gamified habit tracker.

    It shouldn’t come as a surprise, at least in hindsight, that there has been one for several years. Habitica gives me the digital confetti and the jingles that part of my inner team seems to crave, so that I get the most tedious things done and crossed off my list. Even todos that have been living in the back of my mind for more than ten years.

    I still can’t believe how productive I have been and how much fun I have had and also how much selfcare there has been involved in all of it.

    2. What did you enjoy doing this year?

    I enjoyed the Clutterbug challenge. It helped me realise that I actually can stick to something as long as it comes in really small portions. Decluttering for five minutes (even using a timer) or getting rid of just five things is such an effective motivator.

    After the month that I did this 30-day program, I kept a habit of small bursts of decluttering, just not every day. There is still a lot of clutter in my home, so I can see myself enjoying this hobby for at least another year or so.

    3. What is the one thing you’re grateful for?

    There is usually a lot going on in my life to make me feel grateful. One thing this year were the results from my medical examination marathon. I hated being investigated this much and this closely, but at least now I know that my heart, brain and lungs are okay. Or at least as okay as can be expected from a woman my age 😉

    The reason I went to all this trouble was my post-COVID fatigue. Since September 2023 I have been feeling like I am constantly wearing a cape made from lead. A specialist examined me and told me that he expects me to make a full recovery. I just need to be patient and try improve my fitness level a bit by cautiously doing some light exercise.

    4. What’s your biggest win this year?

    2025 was the first year that I managed to write 12 short stories in 12 months. I have been doing the deadlinesforwriters challenge since 2022 but in the years before something always managed to come up.

    This time around I may have procrastinated until deadline day a few times, but I always handed in a story that I was at least okay with. Still, I can hardly believe it.

    I even got a cool badge out of it. One entire year of disciplined writing, who would have thought? Well, I wouldn’t have.

    5. What did you listen to that made the most impact this year?

    One audio book that I listened to and which touched me deeply was „On Tyranny“ by Timothy Snyder. It was the edition with the extra bits about Ukraine. All the history that he explained was fascinating and frustrating at the same time. It gave me a new perspective on WWIII as well as Russia’s current war against Ukraine.

    Also, there was a lot in the chapters about tyranny in general, that may turn out to be very helpful even here in Germany, if things keep going the direction they are headed right now.

    My favourite quote was:

    „Don’t obey in advance.“

    Timothy Snyder

    6. What did you worry about most and how did it turn out?

    I actually worried about still not being able to smell lilac blooms. In 2024 they smelled of boiled nothing and one of my favourite spring pastimes is smelling each and every lilac tree I come across. The COVID infection back in September of 23 had apparently damaged my olfactory nerves. Another consequence was that the taste of food lacked detail for a long time.

    lilac blossoms on a tree

    As it turned out, my sense of smell for lilac was back to about 90% this spring. Hopefully, next year they will smell as intense as they always have.

    7. What was your biggest regret and why?

    Not doing more to protest against right-wing extremism. So many countries seem to go down the same path as does my own. I wanted to get active so many times and I even joined „Omas gegen Rechts“ (german link), an association of older women against the right. But I was a member on paper only. It took me until December to turn up for one of the meetings.

    I worry that this is the time to do something, so that in a few decades we will not have to look back at all the opportunities we missed. So many things seem to be repeating themselves, and the question „What would I have done back then?“ is becoming less and less theoretical.

    If I could go back, that is the one thing I would change about last year. So now I that am ending 2025, my plan for 2026 is to stay in contact with Omas gegen Rechts and to get organised with other people to feel less alone and helpless.

    8. What’s one thing that changed about yourself?

    The thing that changed about me as a blogger is how little I worry about rules and outside advice by now. My blog is a wild mix of maths, stories, rants and musings about society and selfcare. So what? When I decided to only follow my own plans and ideas it was really liberating and I wrote twice as many blog posts this year as compared to 2024.

    9. What surprised you the most this year?

    How small the island of Amrum is. I spent a weekend there a couple of years back. Back then, we visited a friend who drove us around the place by car. So in my memory, Amrum was full of asphalt roads and cars. Nice, but rather urban.

    In 2025 I returned to meet a cousin who was there with her children as a cure for her son’s lung problems. I went by train and ferry and realised that this island is realtively small, in fact. There are beautiful footpaths everywhere and if you don’t mind walking you can get to all the tourist sights on foot. There is one main road that connects the ferry harbour in the south to the northernmost peace of beach. Not so urban after all.

    Labyrinth at the beach

    What a difference your mode of transport makes when it comes to your perspective on and perception of a location.

    10. If you could go back to last January 1st, what would you tell your past self?

    „So much is going to change for the better in your personal life, and for most of it, you will be the one who made it happen. So maybe worry a little less and trust in yourself a little more.“

    „Also, thank you for planning the Holiday Season so well and then forgetting about having planned it. It was a lovely surprise!“

    What about you?

    How do you go about ending 2025? Do you have a ritual or your own list of questions?

    In any case I wish you a happy New Year and all the best for 2026

    Fediverse-Reaktionen
  • Mein Jahresrückblick 2025 – Was sollte passieren?

    Mein Jahresrückblick 2025 – Was sollte passieren?

    Letztes Jahr habe ich eine Liste geschrieben: 100 Dinge, die mein 2024 ausmachten. Für den Jahresrückblick 2025 habe ich mich wieder der Gemeinschaft um Judith Peters angeschlossen. Gewohnte Pfade sind manchmal einfach gut für die Seele, wenn sonst schon so vieles da draußen passiert, auf das ich keinen Einfluss habe.

    Und damit bin ich schon beim Thema: Mein Jahresmotto für 2025 war:

    „Was soll passieren?“

    Angela Carstensen, Januar 25

    Diese mindestens zweideutige Frage hatte ich ganz unbekümmert, von Moritz Neumeier geklaut. Sie stand für mich für einen möglichst offenen Ansatz zum Leben, entsprechend dem Narren im Tarot. Und auf der anderen Seite steht die Frage für Selbstwirksamkeit. Das was aus meiner Sicht bitte passieren soll, setze ich selbst in Gang, soweit es in meinem Einflussbereich liegt.

    Wenn ich meine Pläne für 2025 durchlese, fasse ich es kaum, wie viel ich davon realisiert habe. Und wie vieles auf dieser Liste sich als ToDochNichtWant herausstellte, und wie gut diese Erkenntnis mir getan hat. Die folgenden Kapitel beschreiben allerdings hauptsächlich das, was wirklich passiert ist 😉 Nicht zuletzt, dass ich wie geplant die Narrenfigur gehäkelt habe, die im Beitragsbild zu sehen ist.


    Was 2025 so alles passieren sollte

    Meine Gesundheit

    Im Jahr 2025 habe ich für meine Verhältnisse einen Untersuchungsmarathon hinter mich gebracht. Und zwar, weil ich seit meinem COVID im September 2023 permanent ein Bleimantelgefühl hatte.

    Photo von einem im Sitzen übergeschlagenen Bein, im Hintergrund ein heller Fußboden. Das Bein steckt in einer schnörkelig bedruckten Hose in schwarz-gold und der Fuß in einem blauen Schuh
    Eins der viele Wazifubobilder

    Auch wenn ich vergleichsweise weniger stark eingeschränkt bin als viele andere von post-COVID Betroffene, die praktisch keinen normalen Alltag mehr haben. Laufen oder Kisten schleppen bei der Tafel in Schenefeld ging aber nicht mehr, genauso wenig wie zunächst Fahrradfahren. Nach „Wanderungen“ von 10 Kilometern war ich am nächsten Tag kaputt. Außerdem konnte ich im Frühjahr 2024 keinen Flieder riechen.

    Um bei der post-Covid-Ambulanz in Kiel angenommen zu werden, mussten vorher mein Herz, mein Gehirn und meine Lunge gründlich untersucht werden. Das Schlimmste daran waren die 20 Minuten im MRT mit einem zusätzlichen kleinen Metallkäfig über meinem Kopf. Da bin ich heute noch stolz, dass ich nicht vorzeitig den Notausknopf gedrückt habe.

    Immerhin weiß ich jetzt, dass Herz, Hirn und Lunge bei mir („altersgemäß“) in Ordnung sind. Da kann ich mir erst einmal das Hypochondrieren für die nächste Zeit sparen. Und im Frühjahr 2025 haben sogar die Fliederblüten fast wie vorher geduftet.

    Selfie von einer lächelnden Frau neben einem blühenden Fliederbaum

    In Kiel bekam ich nur den Rat, Geduld zu haben und meine Kondition vorsichtig wieder zu trainieren. Zusätzlich habe ich im November noch angefangen, die experimentelle Nikotinpflaster-Therapie auszuprobieren. Darüber schreibe ich im Januar nochmal mehr.

    Dass ich auch bei der Augenärztin war, fiel fast gar nicht mehr ins Gewicht, auch da alles in Ordnung und ich habe wieder passende Gläser. Der Besuch bei der Frauenärztin hat mich allerdings noch zusätzlich vom Wohlbefinden her sehr nach vorne gebracht. Keine Frau sollte die Menopause alleine mit zusammengebissenen Zähnen durchstehen und sich wundern, was da für ein bunter Strauß an Symptomen mit dran hängt.

    Schräge Eule

    Noch 2024 war ich super begeistert vom Duolingo-Musikkurs. Und dann zog die KI ein und mit ihr verstörende Bilder beim Abschluss von Lektionen. Die Desktopversion ist davon nicht betroffen, daher habe ich irgendwann nur noch am PC gelernt. Als der Schachkurs startete, musste ich den allerdings ein bisschen zähneknirschend mit dem Smartphone machen.

    Ich bin wirklich hin und her gerissen. Die Politik des Unternehmens den Mitarbeitenden gegenüber, diese für mich gruseligen Bilder und auch die zum Teil absonderlichen Sätze in den Sprachkursen finde ich schon unangenehm. Das fällt auch in dieses ganze TechBro-Thema hinein, bei dem ursprünglich tolle Dinge irgendwann in den Enshittification-Strudel abstürzen.

    Screenshot von Duolingo. Eine Comicfigur sagt einen Satz auf Klingonisch. Darunter die übersetzung auf Englisch: If it explodes it explodes.

    Der Musikkurs hat besonders unter dem KI-Einfluss gelitten. Die Hintergrundtracks, die zu den Liedern gekleistert wurden, machen die ganze Sache unzumutbar.

    Auf der anderen Seite merke ich immer mehr, was ich für ein Gewohnheitstier bin und wie gut es mir tut, jeden Tag ein bisschen Dänisch, Französisch, Klingonisch oder inzwischen auch Latein zu machen. Vom Schachkurs und dessen positiver Wirkung auf mein Selbstbild mal abgesehen.

    Ich habe mal kurz Memrise ausprobiert, aber da fehlte mir ganz entschieden das Bunte und Gamifizierte, mit dem mich Duolingo ursprünglich in seinen Bann gezogen hat. Es steht zu befürchten, dass ich dann Ende 26 weitere 365 Tage zu meinem Streak zugefügt haben werde 😉

    Alte Vorhaben

    Gewohnheiten Gamifizieren

    Wo ich schon beim Thema „gamifizierte Apps“ bin: Ein roter Faden in meinen Jahresrückblicken ist es, dass immer vieles liegengeblieben ist. Mein Lesestapel, verwaiste Hobbys, die Pläne, mehr Musik zu machen oder mich der örtlichen Klimagruppe anzuschließen.

    Irgendwann im April traf mich ein Geistesblitz. Was Duolingo fürs Sprachenlernen bei mir auslöst, da müsste es doch eine eine Habittracker-App mit ähnlichem Ansatz geben. Was soll ich sagen? Kurz darauf fand ich Habitica, eine App im Retrolook, genau wie für mich gemacht. Ich habe wiederkehrende Aufgaben eingetragen, mit kurzfristigen und langfristigen ToDos herum probiert, bin Gemeinschaftschallenges beigetreten und habe so gut wie jede Hausarbeit als Gewohnheit gelistet.

    Seitdem klicke ich immer, wenn ich davon etwas erledigt habe, auf den Plusbutton und bekomme digitales Konfetti und Klingeling. Nebenbei auch noch Punkte, Gold, lustige Ausrüstungsgegenstände, Tiere und Futter für den stetig wachsenden Zoo. Die ganze Geschichte ist so leichtherzig und niedrigschwellig, dass ich damit Dinge abhaken konnte, die schon seit mehr als zehn Jahren auf meiner Liste und meinem Gewissen lagerten.

    Screenshot von einem pixeligen Avatarbild. Eine kleine Person in einem lila Magierinnenkostüm mit einem spiralförmig geschwungenen Stab mit einer Blüte am Ende sitzt auf einem lila Löwen. Im Vordergrund steht ein kleines Mammut.
    Mein zwischenzeitlicher Avatar

    Die Lerneffekte

    Andere Vorhaben habe ich durch diese App endgültig gestrichen. Denn ich lerne immer mehr und immer weiter, wie sehr ich mich oft verschätze, was Zeit- und Energieaufwand von Vorhaben angeht. Oder wie ich oft nicht sehe, dass ich diese Dinge, die ich gerne machen wollte, im Wirklichkeit gar nicht unbedingt machen will. Sondern dass sie aus lauter Gewohnheit noch auf meiner Liste stehen, weil ich sie vor ewigen Zeiten mal drauf gesetzt habe.

    So hat mir Habitica geholfen, sowohl nachhaltig Routinen zu etablieren und Dinge zu erledigen, die wirklich erledigt werden mussten, als auch viel über mich zu lernen. Was mich motiviert oder demotiviert und was ich wirklich will. Mit letzterem bin ich ganz sicherlich noch nicht am Ende der Ernkenntnisse angekommen. Was aber auch den Vorteil hat, dass ich weiterhin mit meiner kleinen Magierin auf die Suche nach mysteriösen Objekten gehen kann. Das Team hinter der App hat eine große Fülle an Questen, Tieren und Gegenständen erfunden, die mich noch Jahre beschäftigen werden.

    Kreative Challenges

    12 Short Stories

    Ein Bereich, der von meinem brandneuen Durchhaltevermögen profitiert hat, waren die Kreativprojekte. Jahrelang habe ich bei DeadlinesForWriters versucht, zwölf Kurzgeschichten in zwölf Monaten zu schreiben. 2025 hat es endlich geklappt. Auch wenn ich manchmal kurz vor knapp ganz schön in Stress geraten bin.

    Als ich das Abzeichen per E-Mail bekam, konnte ich es fast nicht glauben. 2026 werde ich auf jeden Fall pausieren, weil es schon etwas anstrengend war, vor allem auch durch meine Angewohnheit, dass mir immer erst ein paar Tage vor Abgabe eine Idee für eine Geschichte einfällt.

    Inktober

    Im Oktober habe ich jeden Tag eine Zeichnung zu einem vorgegebenen Stichwort angefertigt. Der sogenannte Inktober ist eine internationale jährlich wiederkehrende Veranstaltung und hat bei mir dazu geführt, dass ich mich wieder mit meinem ehemaligen Hobby Zentangle befasst habe. Nicht mit allen Bildern bin ich gleich zufrieden, aber die Tatsache, dass ich mit Spaß dabei war, hat mir sehr gefallen.

    schwarzweiße Zeichnung von einer Stirchfigur, die sich über eine Klippe lehnt, um nach einem Schmetterling zu greifen.

    Projekt52

    Und dann war da noch Projekt52. Sari vom Heldenhaushalt hat es nach einigen Jahren Unterbrechung wieder aufleben lassen und die Beteiligten hatten echt Freude daran, mit den vier bis fünf Stichworten durch den jeweiligen Monat zu gehen und ihre Umgebung nach passenden Motiven abzusuchen. 2026 soll es weitergehen und ich freue mich drauf.

    Unscharfes dynamisches Bild von einem Fuß, der durch buntes Herbstlaub schwingt.

    Dieses Photo ist mein Lieblingsbild, entstanden zum Thema „gönne ich mir“. Ich bin dafür gefühlt stundenlang durch rascheliges Herbstlaub gestreift und habe zig Photos dabei gemacht. Das Bild zeigt genau, was ich am Herbst auch mit 52 Jahren noch so genieße. Wenn die Straßen mit diesen Blätter voll liegen, dann gönne ich mir, da durch zu rascheln.

    Pinsel und Farbe

    Was hinten rüber gefallen ist, ist das Aquarellieren. Ich habe bei meinem Ambulanztermin in Kiel die Gelegenheit genutzt und einen Kunstbedarfladen besucht. Denn nach einem Online-Kurs von Franziska Schwarz habe ich im August ein paar Bilder gemalt und hatte eigentlich vor, das ein bisschen mehr zu machen. Vor allem in der Adventszeit.

    Aquarell mit drei Blüten, eine in rosa, eine in blau, eine in grün. Die Blütenblätter sind in transparenten Schichten übereinander gemalt, so dass die unteren Schichten durchschimmern.

    Das habe ich dann vor lauter sonstigem Adventstrubel nicht mehr dazwischen bekommen. Aber der Block und die Pinsel liegen ja hier noch und werden sicherlich nicht schlecht bis 2026.

    Neue Netze

    Ohne Meta musste ich andere Möglichkeiten finden, meine Blogartikel zu teilen. Dafür habe ich mich in RSS-Feedlisten eingetragen und meinen Blog bei Blog50Plus angemeldet.

    Das größte Vernetzungs-Highlight in meinem Jahresrückblick 2025 ist aber das Bloghexenforum. Dort bin ich auf eine bunte und unterstützende Gemeinschaft gestoßen, die sich gegenseitig Tipps in Sachen WordPress und Webdesign gibt, aber auch einfach untereinander die verschiedenen Blogs besucht und kommentiert. Dieser Austausch hat mich extrem beflügelt. Er hat mir den Anschub gegeben, viel mehr nach meinen eigenen Vorstellungen zu bloggen.

    Mein Beitrag zum Bloghexen-Adventszauber

    Wir haben ziemlich unkompliziert einen abwechslungsreichen Adventskalender miteinander geschaffen. Die forumseigene Aktion „Bloggerschnack“ war mir jeden Monat ein Anlass etwas über meinen Zugang zu und meine Erfahrungen mit dem Bloggen zu schreiben. Kein Wunder, dass am Ende des Jahres die doppelte Beitragszahl steht wie noch 2024.

    Auch das ActivityPub-Plugin, das meinen Blog als eigene Instanz ans Fediverse angeknüpft hat, hat mir das Bloggerinnenleben erleichtert. Mit so gut wie null Aufwand werden meine Beiträge automatisiert geteilt.

    Die neuen Netze haben mich nicht nur sanft aufgefangen. Sie haben mich inspiriert und motiviert. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt und muss jetzt sehen, wie ich in diesem riesigen Angebot an spannenden Artikeln Prioritäten setze, weil ja auch mein Tag nur 24 Stunden hat. Was für ein Luxusproblem, wenn ich das mit den Zeiten vergleiche, in denen ich dachte, ich müsste für ein kleines bisschen Aufmerksamkeit auf den Händen laufen und mit den Füßen brennende Keulen jonglieren.

    Motivierende Gemeinschaften

    Wenn die Weltlage deprimierend ist, ist es umso wichtiger, sich Verbündete zu suchen. Eine der stabilsten Gruppen da draußen sind die Omas gegen Rechts. Auf ziemlich jeder Demo, an der ich 2025 teilnahm, tauchten ihre Schilder auf.

    Photos von einer Demo, die Gesichter der Teilnehmenden sind unkenntlich verwischt. Sie halten Schilder mit der Aufschrift: Omas gegen rechts.

    Im Dezember habe ich es dann tatsächlich geschafft, am Treffen der lokalen Gruppe in Wedel teilzunehmen. Viele neue Leute, kniffelige Parksituation, Hinfahren im Dunklen und dann musste ich auch noch einer Schülerin absagen, weil diese Treffen immer am frühen Abend und mitten in der Woche sind. Trotzdem habe ich mich auf den Weg gemacht und mir dafür sehr auf die Schulter geklopft.

    Eine weitere und sehr verwandte Organisation ist PRÜF: Angestoßen von Nico Semsrott vertritt diese Gruppe folgende Forderung:

    „Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.“

    Dagegen ist nun wirklich nichts zu sagen, denn Ordnung muss sein, oder? Und dafür stehen immer Menschen immer am zweiten Samstag jedes Monats in immer mehr Landeshauptstädten und fordern ihre politischen Vertreter dazu auf, diese Prüfung zu beantragen. Weil Schleswig-Holstein sich dazu schon bereit erklärt hat, demonstriere ich dann bei den Nachbar:innen in Hamburg mit.

    Das sind die Menschen und Gruppen, die mir mental Halt geben. So vieles in den Nachrichten macht mich fertig. Zum Glück sind wir nicht alleine und zum Glück gibt es Strukturen, in denen wir uns relativ einfach und niedrigschwellig einbringen können.

    Was ist 2025 sonst noch passiert?

    Ein bunter Stapel Eindrücke aus dem vergangenen Jahr:


    Mein „Jahresrückblick 2025“-Fazit

    Worauf bin ich 2025 stolz?

    Wie schon erwähnt bin ich stolz darauf, die 20 Minuten in dieser engen MRT-Röhre bei dem unfassbaren Lärm durchgezogen zu haben. Generell klopfe ich mir sehr auf die Schulter, dass ich so viele medizinische Termine abgemacht habe und auch jeweils hingegangen bin.

    Ich bin auch stolz darauf, wie viel ich geschafft habe und wie achtsam ich gleichzeitig mit meinem Energielevel und meinem Selbstbild war. Wie ich stetig dazu gelernt habe, was ich eigentlich wirklich selbst will. Da staune ich immer noch vor allem über mich selbst.

    Meine besten Entscheidungen 2025

    Ganz klar der Ausstieg aus Meta. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass ich mir das ganze Stöckchenspringen und das Scrollen durch immer gleiche „Mach nicht immer wieder diesen Fehler!!!“-Posts sparen kann und am Ende des Jahres mit mehr Blogspaß und drastisch mehr Austausch herauskomme, dann hätte ich das schon viel eher so entschieden.

    Die zweite gute Entscheidung war es, mir Hormone gegen Menopausensymptome verschreiben zu lassen. Seit Jahren schlafe ich endlich wieder durch und sehe dem Sommer 2026 zuversichtlich entgegen. Hitzewallungen klingen lustiger und weniger belastend, als sie für mich waren. Ich kann sowieso hohe Temperaturen (über 25 Grad Celsius) nicht gut ab. Dieser kaputte innere Thermostat war für mich die Hölle. Zusätzlich merke ich auch inzwischen, wie mein Gedächtnis nicht mehr so schlecht ist. Ich würde jeder Frau in dieser Situation dazu raten, wenigstens über Hormonersatz nachzudenken.

    Dass ich am Wochenende keine Nachhilfetermine mehr gemacht habe, hat mich zwar auf der einen Seite Geld gekostet. Aber meine Wochenenden gehörten wieder mir. Und das ist mit Geld nicht auszugleichen. Auch das war eine super Idee von mir.

    Außerdem war es sehr bewegend, am 17. März in unserem Garten zu stehen und die ISS zu sehen. Endlich mal habe ich rechtzeitig vorher von so einem Ereignis erfahren, das Wetter war günstig und vor allem: Ich habe mich aufgerafft!

    Was habe ich 2025 gelernt?

    Als ich Kind war, zeigte unser Vater uns, wie Schach gespielt wird. Ich wusste, wie die Figuren ziehen und schlagen. Und dann hat er immer gegen mich gewonnen. Im Ergebnis war ich überzeugt, dass ich Schach nicht kann. 2025 hat Duolingo in der Mobilversion einen Schachkurs heraus gegeben, den ich (mal wieder) „nur kurz“ und „zum Scherz“ anklickte.

    Und ich stelle fest: Ich bin gar nicht so schlecht. Noch lässt mich die KI netterweise oft gewinnen, aber die Zwischenaufgaben haben nicht nur mit Strategie zu tun, sondern auch mit Mustererkennung. Und das ist eine meiner großen Stärken. Mal sehen, wie weit ich diesen Kurs mitmache, ich kann mir aber vorstellen, dass das ein weiteres Hobby in meiner schon großen Sammlung wird.

    Außerdem habe ich (mal wieder) gelernt, dass Urteile, die andere über mich sprechen, nicht mein Problem sind, sondern mehr über die verurteilende Person selbst aussagen.

    Ich habe gelernt, dass Amrum sehr viel kleiner und schnuckeliger ist als gedacht. Diese Insel wird mich schon 2026 wiedersehen.

    Und dass es nichts ausmacht, dass ich mich nicht mit Belohnungen zu Aktivitäten motivieren kann und sie stattdessen zum Trost esse, wenn ich etwas nicht geschafft habe. Denn es gibt immer digitales Konfetti, das mich zu den langweiligsten Tätigkeiten inspiriert.

    Wofür bin ich 2025 besonders dankbar?

    Dass Fliederblüten wieder zu mehr als 80% nach etwas gerochen haben, hat mich glücklicher gemacht, als ich es ausdrücken kann.

    Nahaufnahme von einer schlafenden Katze

    Außerdem bin ich dankbar für jeden Tag, den wir mit unserer achtzehneinhalb Jahre alten Katze noch haben dürfen.

    Selfie einer Frau am Bahnhof Itzehoe. Zusätzlich zum normalen Schild ist ein Schild mit der Aufschrift Wacken aufgehängt worden, es trägt das Logo der Deutschen Bahn mit den typischen Wackenhörnern.

    Darüberhinaus war es ein weiteres Highlight, dass ich im August fit genug war, um in Wacken zu zelten!

    Was nehme ich nicht mit in 2026?

    Hauptsächlich betrifft das das meinen privaten Mastodon-Account. Mit dem bin ich in eine sehr merkwürdige Gruppendynamik hinein geraten und durch großzügiges Blockiertwerden und Blockieren ist der Feed jetzt zerlöchert. Das Profil werde ich am 1. Januar 2026 löschen und hoffentlich hat das den Nebeneffekt, dass ich weniger Zeit in Social Media versenke. Denn auch das Fediverse ist ja am Ende eine Plattform auf der es nahezu unendlich Material zum Rumscrollen gibt.

    Mit der Clutterbug-Challenge habe ich einiges an Kram aussortiert. Diesen nicht ins kommende Jahr mitzunehmen, ist eine echte Erleichterung. Cass, die diese Challenge anbietet hat so einen erfrischenden und lockeren Ansatz dabei. Ich wollte eigentlich noch mit ihrem aktuellen Clutterbug-Video ein paar Dinge vor 26 loswerden, physisch wie mental. Aber auch diesen Anspruch, mein Jahr 2025 rechtzeitig sauber einzutüten und wegzuheften, lasse ich los 🙂 Dafür habe ich ja die erste Januarwoche frei, was soll passieren?

    2025 in Zahlen (oder auch nicht)

    Ich verwende kein Statistiktool. Daher habe ich keine Zahlen über Besuche und wo die herkommen. Und die Follower meiner Accounts bei Mastodon und Pixelfed sind wahrscheinlich für die Mehrheit meiner Leser:innen uninteressant. Was sich bei mir aber getan hat:

    • Meinen englischsprachigen Blog habe ich wieder unter der deutschen Domain eingegliedert.
    • Im November erschien mein 250ster Blogartikel.
    • Mit diesem Jahresrückblick 2025 werde ich zum 31. Dezember 109 Blogposts veröffentlicht haben. Zum Vergleich: 2024 waren es 51 Beiträge.
    • Was auch immer das aussagt, meine Domain Authority liegt bei 16. So als Notiz an mich selbst zum Vergleich im Dezember 2026 😉
    • Meine Schrittzähler-App steht zum Morgen des 30. Dezembers auf 2.655.933 Schritte, also ungefähr 7300 Schritte pro Tag.
    • Mein Duolingo-Streak am 31. Dezember 2025:

    Mein Ausblick auf 2026

    Was ich 2026 anders mache

    2025 bloggte ich darüber, was ich dieses Jahr schon anders gemacht habe. Vieles davon werde ich 2026 einfach noch konsequenter durchziehen:

    • Ich höre noch weniger darauf, was mir andere Menschen an „goldenen Blogregeln“ präsentieren.
    • Ich sage noch seltener Ja, wenn ich Nein meine.
    • Ich ziehe Bilanz, was meine Nutzung von Spotify und WhatsApp angeht. Stichwort UnplugTrump.
    • Ich achte beim Planen von Aktivitäten noch genauer darauf, dass sie mit meinem Zeitvorrat und meinem Energiehaushalt zusammen passen.
    • Ich reduziere meinen Anspruch an mich, wirklich jeden interessanten Blogartikel der vielen faszinierenden Menschen da draußen zu lesen und zu kommentieren. Das ist ein Bereich, indem ich besonders deutlich neue Prioritäten setzen werde.
    • Ich stelle mich in einem online Konflikt noch klarer nur dann auf eine Seite, wenn ich genau weiß, worum es geht. Idealerweise lasse ich mich gar nicht mit reinziehen.

    .

    Meine Ziele für 2026

    • Vereinfachte neue Struktur meiner Webseite
    • Mehr Barrierefreiheit und ein Blogbeitrag darüber
    • Noch mehr Abbau von alten Listeneinträgen und Zombievorhaben und andere Menschen mit dieser Form von Selbstfürsorge anstecken.
    • Ein Bloggerinnentreffen in Wacken anzetteln. You know who you are!
    • Weitere Blogartikel zum Themenbereich Propaganda, Nebelkerzen und „Teile und herrsche“. Die tun erstens mir gut und ich habe gestern zweitens sogar positive Rückmeldung dazu bekommen.

    Ich habe mich ganz unerwartet in Gewohnheiten eingegroovt, die mir den Alltag erleichtern. Davon will ich mehr und ich will diese Furchen, in denen ich mich bewege, noch leichtgängiger und für mich nachhaltiger machen. Mich noch mehr in diese Routinen hineinfühlen.

    Entsprechend heißt mein Motto für 2026:

    Dass es so einen schönen Ohrwurm mit sich bringt, ist in diesem Fall erwünscht.


    Frohes Neues 2026!

    Hast du auch Pläne oder sogar ein Motto für 2026? Bist du mit deinem 2023 zufrieden? Hast du auch einen Jahresrückblick 2025 geschrieben? Neben dem Verlinken unter Judith Peters‘ Artikel trage ich meinen Beitrag auch in der Linkparty bei Augensterns Welt ein. Netzeweben ist mein neues Hobby, da groove ich mich weiter rein 🙂

    Wie auch immer: Danke fürs Lesen, ich wünsche dir und deinen Lieben ein wunderbares brandneues Jahr! Und ich freue mich schon darauf, eine Menge anderer Jahresrückblogs zu lesen 🙂

    Fediverse-Reaktionen
  • Bloggerschnack Dezember 25: Meine Inspiration 2025

    Bloggerschnack Dezember 25: Meine Inspiration 2025

    Die letzten Tage des Jahres schmelzen gerade vor sich hin. Da muss ich entscheiden, welche Entwürfe es noch in die Veröffentlichung schaffen. Auf jeden Fall möchte ich teilen, wer für mich eine „Inspiration 2025“ war.

    Denn dass ich selbst so viele Blogartikel geschrieben habe und dass viele davon in die Kategorie Haltung fielen, kommt nicht von ungefähr. Und schließlich ist auch die Bloggerschnack-Frage für den Dezember:

    „Linkliebe: Welche Blogs haben dich 2025 inspiriert & wie folgst du ihnen?“

    Bloghexenforum

    Worum geht es beim Bloggerschnack?

    Der Bloggerschnack ist eine der Gemeinschaftsaktionen des Bloghexenforums. Jeder Monat bringt ein neues Thema beziehungsweise eine neue Frage, die alle teilnehmenden Blogger:innen für sich persönlich beantworten. Gegenseitiges Verlinken ist gerne gesehen und führt dazu, dass sich zu den jeweiligen Fragestellungen zum Teil sehr unterschiedliche Antworten untereinander ergänzen.

    Inspiration 2025 in Blogform

    Lorenzo

    Eigentlich heißt er Lorenz Mayer und schreibt, wie er sagt, über das, was ihn „bewegt und auf der Seele brennt“. Ich habe ihn im Bloghexenforum kennengelernt, wo er auch Moderator ist. An seinem Blog mag ich die bunte Mischung und das Herzblut.

    Mein Lieblingsbeitrag von ihm ist immer noch „Die aktuelle Bundesregierung„. Darin kommt folgendes Zitat vor:

    „Ich habe keine Lust mehr, mich für unsere Ideen zu entschuldigen. Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit sind keine Luxusprojekte, sondern Überlebenspolitik.“

    Lorenzos Welt

    Darin finde ich mich so wieder. Ich bin auch müde davon, mich zu rechtfertigen, dass ich die Entwicklung der Gesellschaft und des Ökosystems nicht hinnehme. Mich hat dieser Satz sehr dazu motiviert, in meinem eigenen Blog noch deutlich großzügiger Haltungsbeiträge unterzubringen.

    Unter anderem schreibt Lorenzo über den HSV. Wenn ich mich auch eigentlich gar nicht für Fußball interessiere, der Verein liegt mir doch ein bisschen am Herzen. Eine meiner Kindheitserinnerungen ist es, wie meine Oma singt: „Wer wird deutscher Meister?“ So eine Art „guilty pleasure wider Willen“ 😉 Ansonsten holt mich Lorenzo mit Posts über Inklusion, Gerechtigkeit und auch Linux regelmäßig sehr ab.

    Astrid Engel

    Ich hatte mal wieder zu viele Adventkalender abonniert. Auf der anderen Seite zeigt sich ja immer erst im Laufe des Dezembers, wie gut sie zu mir passen. Den von Astrid habe ich jedenfalls nicht deabonniert, nur im Verlauf meiner Fediverse-Problematik zeitweise nicht die Zeit dafür gefunden.

    A propos Zeit: Ich bewundere, was Astrid alles in einem Tag unterbringt. Besonders die Challenges in ihrem Blog waren mir eine Inspiration 2025. Ich bin normalerweise überhaupt nicht kompetitiv, aber wenn mich eine Challenge an der richtigen Stelle erwischt, scheine ich signifikant motivierbarer zu sein, als ich bisher dachte.

    Astrid hat eine schöne Balance zwischen niedrigschwelligen und herausfordernden Aufgaben gefunden. Und es geht bei ihren Challenges, die sie sich monatsweise selbst setzt und über die sie in ihrem Blog berichtet, immer um irgendwie originelle Dinge und gleichzeitig haben die Challenges einen praktischen Nutzen im Alltag. Für 2026 will ich mir an ihr mal ein Beispiel nehmen und auch Monatschallenges ausprobieren.

    Britta Just

    Was mich an Britta so inspiriert hat, ist ihre Serie zur Barrierefreiheit. Sie hat dazu Videomitschnitte verbloggt und bietet für diverse WordPress-Baustellen passende CSS-Schnipsel an. Bei mir dauert die Umsetzung leider etwas und trotzdem hat Britta auf mich eine Vorbildwirkung gehabt.

    Auch ihr Adventskalender war richtig gut konzipiert. Da werde ich noch einiges nacharbeiten, denn auch den habe ich Mitte Dezember etwas aus den Augen verloren. Es lag allerdings nicht an ihr, sondern an mir.

    Britta hat so einen schönen, knackigen Ansatz zur Verbesserung von Schwachstellen in Webseiten und es sind immer angenehm kleine Portionen, die sich wirklich umsetzen lassen. Außerdem finde ich ihre Art zu schreiben sehr unterhaltsam.

    Antonia

    Antonia habe ich über die Gruppe „Very Interesting Blogger“ kennengelernt. Sie hat 2025 eine ganze Reihe sehr starker Artikel über Gerechtigkeit, das Patriarchat, Privilegien und Gesellschaftsdynamiken veröffentlicht. Also genau meine Themen 😉

    Als ein Beispiel erwähne ich „Unsichtbare Frauen“. Dabei geht es um die weit verbreitete Erfahrung, übersehen zu werden. Das folgende Zitat hat mich sehr tief berührt:

    Sichtbarkeit beginnt nicht auf der Bühne. Sie beginnt morgens vor dem Spiegel. Wenn du dich anschaust und sagst: „Ich seh dich, ich hör dich, und ich nehme dich ernst.“

    Antonia von Café Ruhepol

    Ich selbst habe den Hang, mich unsichtbar zu machen. Ist eigentlich schon eine faszinierende Superkraft. Allerdings hinderlich, wenn der Hälfte der Gesellschaft dabei politisches Gewicht, Gerechtigkeit ein angemessener Anteil am Wohlstand verloren geht. Da brauchen wir jede Stimme, die uns aufruft, uns selbst wahr- und ernstzunehmen.

    Die Original-Bloghexe

    Anne Schwarz schreibt mit einem magisch-pragmatischen Ansatz über das Bloggen und Webdesign. Die ersten kleinen Schritte und die letzten Sahnehäubchen. Und über sinnvolle Prioritäten auf dem Weg. Sie hat das Bloghexenforum geschaffen und mir damit nach meinem Ausstieg aus Meta die Möglichkeit gegeben, alternative Netze auszuwerfen.

    Das Forum spricht mich sowohl aus Nostalgiegründen total an als auch durch die Gemeinschaft, die Anne dort mit ihrer Moderation hegt und pflegt. Zuletzt ist daraus ein Adventskalender entstanden und nicht zuletzt ist der Bloggerschnack auch eine Bloghexenaktion.

    NewEarthPirate

    Barbara bloggt über ihre Langstreckenheilung. Zum ersten Mal aufgefallen ist sie mir im Zusammenhang mit der Aktion Jahresrückblog. Sie ist seit einer Corona-Impfung stark von post-Vac betroffen und beschreibt, wie drastisch das ihr Leben verändert hat. Was sie alles ausprobiert hat. Wie anstrengend alle möglichen Aktivitäten sind. Wie sie damit auch mental umgeht.

    Ich weiß nicht, wie ich mit so einer Situation umginge. Im Vergleich ist mein post-COVID-Bleimantel ein Spaziergang gewesen. Und gleichzeitig ist ist Barbaras Blog nicht deprimierend, sondern dreht sich um Horrorfilme, Heldinnenreisen, Selbstannahme und sehr viel und sehr reflektiert um das Leben an sich. Es gibt immer etwas zu lernen und eine Menge Denkanstöße. Und ihr Reikikurs hat mir im MRT geholfen, nicht in Panik auszubrechen.

    Bonus-Inspiration

    Bist du auch schon mal sehr unglücklich aus einem Frisiersalon heraus marschiert? Ich schon und seit der Pandemie schneide ich meine Haare einfach selbst. Anscheinend geht es nicht nur mir so, auf jeden Fall erscheinen auf dem YouTube-Kanal Hair for Humans regelmäßig Kurzvideos, die ich unter der Kategorie „Seelenbalsam“ ablege.

    Die Klient:innen werden gründlich befragt. Nach ihren Wünschen, Beürfnissen und teils sehr frustrierenden Vorerfahrungen. Jules Heron hat eine magische Gabe, daraus eine zu der jeweiligen Person passende Frisur zu zaubern. Klingt bei weitem nicht so schön, wie es ist. Auch wenn ich selbst nicht für Geld und gute Worte Stufen oder ausrasierte Seiten haben möchte: Die Momente, in denen die jeweilige Person jeweils mit strahlenden Augen in den Spiegel schaut, sind immer wieder toll.

    Kleine wohltuende Häppchen statt Doomscrolling, was will ich mehr? Ist zwar kein Blog, war für mich aber eine echte Inspiration 2025!

    Andere Teilnehmende

    Bisher sind in folgenden Blogs Posts zum Dezember-Bloggerschnack unter dem Stichwort „Linkliebe“ erschienen:

    Wer hat dich im vergangenen Jahr inspiriert?

    Gab es für dich auch diese besonderen Blogbeiträge, die für dich das Jahr 2025 ausgemacht haben? Über die du lange nachgedacht hast oder die sich auf deinen Alltag ausgewirkt haben?

    Wie auch immer, ich wünsche dir ein inspirierendes Neues Jahr 2026!

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 Dezember 25

    Projekt52 Dezember 25

    Der erste Weihnachtstag eignet sich hervorragend, um meine Bilder für das Projekt52 im Dezember 25 auszusuchen und zu veröffentlichen. Am Anfang des Jahres war ich wirklich sehr enthusiastisch. Allerdings hätte ich nichts von Wert darauf verwettet, dass ich es wirklich schaffen würde, so tapfer am Ball zu bleiben.

    Falls du dich fragst, was hinter diesem Projekt überhaupt steckt: Es ist eine Gemeinschaftsaktion, angestoßen und organisiert durch Sari vom Heldenhaushalt. Sie lost für jeden Monat vier oder fünf Themen aus, die dann alle beteiligten Blogger:innen nach besten Kräften kreativ verarbeiten. Wie ich gehört habe, wird es 2026 eine Fortsetzunge geben, yay!

    Meine Beiträge zum Projekt52 Dezember 25

    Chaos

    Nahaufnahme eines Stöckerhaufens, davor braunes Laub auf dem Boden in einem Garten

    Manche nennen es Chaos, andere naturnah, mein Vater bezeichnet diese Stöckerhaufen in meinem Garten als „romantisch“. Für mich klingt das alles nach legitimen Sichtweisen 😉

    Abendritual

    Ein Glas mit Wasser und ein Stapel Korkuntersetzer auf einer hellen Holztischplatte.

    Mein Abendritual ist nicht so photogen. Was in diesem Bild nicht enthalten ist: Wie dankbar ich der Habit-Tracker-App Habitica bin, dass ich jetzt morgens und abends einen festen Ablauf habe, der mein Wohlfühllevel so sehr angehoben hat.

    Jeden Abend, egal wie müde ich bin, räume ich den Wohnzimmertisch leer und fülle mir ein Glas mit Wasser, das ich dann auf den Nachttisch stelle. So kann ich am nächsten Morgen noch im Bett mein Thyroxin nehmen und muss mich nicht dafür so früh schon in die Senkrechte wälzen.

    Und wenn ich ins Wohnzimmer komme, bin ich nicht mehr vor lauter Gerümpel auf dem Tisch schon am frühen Morgen deprimiert. Danke Vergangenheits-Angela!

    Wärme

    Nahaufnahme von einer Sauna-Wandlampe. Die Lampe leuchtet in der ansonsten eher dunklen Sauna. Dadurch, dass vor dem Leuchtmittel dünne Holzstreifen sind, ist das Licht orangefarben und warm.

    Es ist mal wieder Zeit für etwas Wärme! Diese Sauna war schon im Keller eingebaut, als wir das Haus kauften, aber beschwert haben wir uns darüber auch nicht.

    Mein Superheld

    Da musste ich ein bisschen überlegen. Denn mein Superheld bleibt was Bilder angeht, lieber incognito.

    Meine Beiträge für Projekt52 von Januar bis November

    Das war es mit dem Projekt52 im Dezember 25. Und das war es mit P52 für 2025 insgesamt. Das ganze Jahr über habe ich kein Thema ausgelassen:

    Du findest alle meine P52-Bilder in einer kompletten Liste auch auf Pixelfed. Wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln, würde ich mich sehr freuen!

    Ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der Kategorie „Selbstgemacht“.

    Fediverse-Reaktionen
  • Das Fediverse kann auch anders

    Das Fediverse kann auch anders

    Normalerweise empfinde ich das Fediverse als sehr angenehm. Der Umgang miteinander ist meistens leichtherzig bis sachlich. Und auch wenn nicht alle in allem einer Meinung sind, kommen sie höflich miteinander aus. Ich finde es gerade spannend, auch mal andere Sichtweisen zu lesen. Und bisher dachte ich, ich könnte mich ziemlich darauf verlassen, dass das Niveau ganz anders ist als damals bei Twitter.

    Erst Spielspaß dann trauriger Ernst

    Das Gemüseturnier

    Im November lief im Fediverse das sagenumwobene Gemüseturnier. Dabei traten zu Beginn 64 Gemüsesorten gegeneinander an, um in verschachtelten Beliebtheitsumfragen weiterzukommen oder auszuscheiden. In diesen wilden Zeiten war das ein Lichtblick.

    Und viele Teilnehmende unterhielten sich mit Kolleg:innen am Mittagstisch, warum ganz klar der Brokkoli der Pastinake überlegen ist. Im Finale standen letztlich der Knoblauch und die Kartoffel, was für eine bezeichnende Entscheidung! Zur Freude der Mehrheit gewann der Knoblauch und anschließend konnten alle Gemüsesorten wieder harmonisch auf dem Teller miteinander auskommen.

    Vegane Missverständnisse

    Leider kam es in der Zeit danach zu unschönen Verwicklungen. Die hatten ausdrücklich mit der Veranstalterin und mit der Aktion des Gemüseturniers nicht direkt zu tun, sondern sehr indirekt. Allerdings behauptete eine Person schließlich, ich hätte sie in Privatnachrichten ganz schlimm mit Hass überzogen.

    Sie hatte eine absolute Behauptung der Sorte „XY ist nicht vegan“ aufgestellt. Es handelte sich um einen bei Medien beliebten Mythos, der regelmäßig viele Klicks generiert, weil er so abstrus ist und Diskussionen garantiert. Entsprechend meldeten sich vegane Menschen, um klarzustellen, dass sie das anders sähen.

    Ich versuchte, ihr den Hintergrund zu erklären, vor dem diese Menschen von dieser x-ten Wiederholung der Behauptung so verärgert waren. Außerdem gab ich ihr den Tipp, den Hashtag vegan nicht für nichtvegane Inhalte zu verwenden, wenn sie keine Debatte herausfordern will.

    Sie erklärte mir ausführlich und mehrfach, warum ihre Behauptung aber doch wahr sei und forderte mich auf, ihr zu sagen, was sie machen solle. Ich sagte ihr, dass ich das alles langsam anstrengend fände und als sie mir einen Block androhte, habe ich an der Stelle sie entnervt blockiert, um Ruhe zu haben. Das war ab da alles, was ich wollte: Meine Ruhe.

    Tagelang am Pranger

    Stattdessen verlinkte sie in den folgenden Tagen regelmäßig öffentlich meinen Account. Immerhin ging es nur um mein privates und nicht mein geschäftliches Fediverse-Profil. Sie behauptete, ich hätte

    • Hassnachrichten geschickt,
    • als „Anführerin“ ihr Menschen zum Shitstorm auf den Hals gescheucht
    • und ihr verboten, den Hashtag „vegan“ zu verwenden.

    Leider haben das viele Menschen ungeprüft und bereitwillig geglaubt und ihre Prangerposts zigfach geteilt. Ich wurde von vielen Menschen blockiert und immer wieder von einem Mob beschimpft, der weder mich kannte, noch wirklich wusste, was genau gelaufen war. Eine kleine Auswahl:

    „kein wertvoller Mensch“

    „Anti Demokraten“

    „bösartig“

    „Vegan-Taliban“

    „Nervensägen“

    „Unmenschen“

    🤮

    „Hier bitte justiziable Bezeichnung einsetzen“

    „Deppen“

    „nicht ganz klar im Kopf“

    „Schariapolizei“

    „Sekte“

    „Arschkrampen“

    „bekloppt“

    „ekligerer Teil der Menschheit“

    „Arschgeigen“

    „Hooligans“

    „Veganpolizei“

    „nur, weil ihr voll Hass seid“

    „Schwachmaten“

    Einer der Beteiligten schrieb tatsächlich als Tipp für die vielen angeblich eintrudelnden Hassnachrichten:

    „Alternativ kannst Du das natürlich immer auch an die Meute verfüttern“

    Er hat da schon genau die richtigen Worte gewählt, denn so fühlte sich das an. Wie eine Meute.

    Fürs Protokoll: Mir ist es egal, wer was unter welchem Hashtag ins Fediverse oder wo auch immer postet. War es auch vorher schon. Nur müssen sich Menschen nicht wundern, dass manche anderen Menschen genervt sind, wenn sie eigentlich Rezepte oder andere nette Beiträge erwarten, und dann erscheinen Dinge wie

    „Dieses Essen ist nicht # vegan aber lecker“

    oder

    „Ich möchte manchmal die ganze # vegane Bubble anzünden.“

    Beides tatsächlich so geschrieben. Das ist einfach nicht hilfreich, sondern Provokation. Aber wie gesagt, ich stelle das allen frei, habe ja auch überhaupt kein Recht, irgendwem irgendetwas zu verbieten.

    Was mich so enttäuscht hat

    Noch heute sitze ich fassungslos hier und frage mich, was da in der Kommunikation schief gelaufen ist, sodass ich plötzlich öffentlich als Hassperson da stand. Wirklich enttäuschend an der Geschichte war, wie der Mob sich immer wieder gegenseitig aufschaukelte, denn wie wir ja alle wissen, sind vegane Menschen militant und absurd und müssen ja die Aggressoren sein.

    Ganz wenige haben sich zwischenzeitlich mal gewundert. Geschrieben, dass sie gar keine Hasskommentare sehen. Aber daraus haben sie nicht den Schluss gezogen, dass es jedenfalls öffentlich gar keinen Shitstorm gab. Sie haben sich das immer wieder irgendwie anders zurecht erklärt. Weil es ja nicht sein konnte, dass der Stress nicht von mir ausging.

    Sie haben auch geglaubt, dass es Hass-E-Mails gegeben habe, obwohl nirgends eine E-Mail-Adresse auftauchte. Das logische und kritische Denken hatte anscheinend vor lauter Wut komplett ausgesetzt. Bei Menschen, die die exakt gleichen Dynamiken in anderen Zusammenhängen erkennen und massiv kritisieren würden.

    Darunter waren Menschen, die von der vorausgehenden Debatte nichts mitbekommen hatten. Und andere, die mich eigentlich aus früheren Onlinebegegnungen kannten und von denen ich nicht erwartet hatte, dass sie mich als Hasskommentatorin einschätzen würden. Am Ende ist es ja so, dass es sich nicht lohnt, solche Dinge persönlich zu nehmen. Und es sagt auch mehr über die betreffenden Menschen aus als über mich.

    Irgendwann habe ich die Profile nur noch blockiert, die diese gehässigen Posts über mich geteilt oder mir gegenüber verächtlich kommentiert haben.

    Meine Lektionen aus diesem Onlinekonflikt

    Trotzdem hat mich das getroffen und in dieser Zeit hat mir das viel Zeit und viel emotionale Energie weggefressen. Ich konnte schlecht schlafen und habe immer wieder nachgeguckt, ob sie sich immer noch über mich auslassen. Das hat mich besonders geärgert, dass ich da nicht standhaft geblieben bin und es nicht einfach ignoriert habe.

    Vermutlich werde ich über dieses Erlebnis noch eine Weile nachdenken und mir überlegen, was ich daraus lernen will. Ein paar Erkenntnisse habe ich schon mitgenommen. Hier noch einmal für mich zur Erinnerung:

    • Nicht alles, was jemand über andere Menschen behauptet, muss der Realität entsprechen. Erst recht nicht online, auch nicht im sonst so vernünftigen Fediverse.
    • Wenn Menschen mich verurteilen, obwohl die mich und die Situation nicht kennen, hat das nichts mit mir zu tun.
    • Gruppendynamiken finden auf den kuscheligsten Plattformen statt.
    • Wenn mir mein Bauchgefühl sagt, dass eine Person gerade in der Vorweihnachtszeit mir nicht gut tun wird, dann halte ich mich in Zukunft gleich von ihr fern.
    • Von veganen Menschen wird im Zweifelsfall erwartet, dass sie besser gar nichts öffentlich zum Themenfeld Veganismus sagen, und wenn es denn unbedingt sein muss, dann in ganz viel Watte gewickelt. Aber am besten lieber wirklich gar nichts.

    Wenn nicht alle gleich sind

    Vor allem der letzte Punkt ist für mich eine Herausforderung. Denn die Tierhaltung für Konsumzwecke hat auf diversen, teils miteinander verknüpften Ebenen gravierende negative Folgen. Für den Planeten, die Tiere und für uns Menschen. Und da finde ich es schwierig, mich immer zurückzuhalten, um nur ja nicht anzuecken.

    Zumal es nichtveganen Menschen deutlich eher zugestanden wird, sich zum Themenkomplex zu äußern, Fehler zu machen, schlecht gelaunt zu sein, Dinge misszuverstehen, Fehlinformationen zu behaupten, den eigenen Hashtag nicht mit Provokationen vollgestellt zu bekommen und offensichtlich reichlich gehässige Urteile über andere Menschen auszusprechen. Schließlich sind sie auch die Mehrheit.

    Wie schön wäre es, wenn wir alle entspannter wären und gegenseitig mehr Nachsicht walten lassen könnten. Egal ob vegan oder nicht. Und das nicht nur im Fediverse.

    Wie sind deine Erfahrungen?

    Ist dir auch schon einmal so eine Geschichte passiert? Bei der du im Nachhinein nur staunen konntest, wie ein Aneinander-Vorbeireden so eskaliert ist?

    Wenn ja, wie bist du damit umgegangen? Was hat es mit dir gemacht, dass Menschen dich für einen bösartigen Unmenschen gehalten haben?

    Wenn nicht, freut es mich sehr für dich. Wie gesagt, bisher waren meine Erfahrungen auch ganz anders. Und ich hoffe, wenn sich der Staub gelegt hat, wird es auch für mich wieder ruhiger werden.

    Fediverse-Reaktionen
  • Story Challenge December 2025 – Apple

    Story Challenge December 2025 – Apple

    My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge December 2025. The prompt was „apple“ and the required word count was 300.

    Progression

    Tessa never volunteered for this trip. She has at least been lucky with her assignment in botanical, specifically in fruit tree seed bank maintenance. From time to time, like today, she plants a few seedlings to ensure they are still alive.

    They never make it to full height due to the lack of space. Tessa can only ever let them bear fruit once.

    Marc turns up in her lab just when she is filling up the pots. Tessa manages a smile, just about. He flops down on the creaky visitor’s chair.

    “I haveve no idea why I keep repairing the drive modules,” he grouses. “They’re just going to fall apart again! Nothing on this ship was made to last this long!”

    He is a Third-Generation Ark Passenger just like Tessa with a knack for fixing things, much to his dismay.

    May’s voice crackles from the loudspeaker: “Hey! Guess what’s for dessert tonight?”

    “Recycled organic matter like usual?” Marc deadpans.

    For a few seconds, the only thing they hear is May frowning.

    “No, it’s apple pie, thanks to Tessa! You know, I can’t wait to see you plant your seeds in real soil on a real planet one day.”

    “We’ll see,” Tessa says. She shakes the pots, smoothing out their contents.

    “Right… I guess I’ll go back to baking.”

    Tessa winces at the deflated tone in her little sister’s voice, yet Marc isn’t done venting.

    “Wish I could go back in time to the First Genners. They set us on this path and couldn’t even get their calculations right! You do know we missed our destination trajectory ages ago, right?”

    “Yeah. But I’ll be the last person to tell May,” Tessa says and looks into the bag labelled Earth. Just enough left in there for one last generation of apple trees.

    Want to read more stories?

    Did you like my contribution to the story challenge December 2025?

    On my blog you can find and read more of my stories!

  • Häkelanleitung für Weihnachtswichtel

    Häkelanleitung für Weihnachtswichtel

    Hast du auch eine Sammlung von Wollresten in diversen Farben? Ich habe eine kleine Kiste voll davon. Denn bei Häkelprojekten bleiben ja oft gefühlt 80% der Knäule übrig. Aber in dieser Adventszeit verbrauche ich bewusst ein paar dieser Reste und teile die dabei entstandene Häkelanleitung für Weihnachtswichtel mit dir. Und zwar steckt diese hinter dem sechsten Türchen des Bloghexenforum-Adventskalenders. Gestern beim WMDEDGT gab es ja schon einen Spoiler dazu.

    Leider bin ich die Sorte Häklerin, die Banderolen direkt ins Altpapier wirft. Deswegen bin ich mir oft nicht sicher, wie dick die jeweilige Wolle wirklich ist. Allerdings ist für das Projekt Wichtel egal, ob ich exakt gleiche Wollarten miteinander kombiniere. Denn die Mütze wird einfach so lange weiter gearbeitet, bis sie auf den Körper passt.

    Dabei halte ich mich an diese Anleitung für gehäkelte Kegel. Wenn dir die Mütze nicht spitz genug ist, kannst du einfach auf die Version zugreifen, bei der pro Runde nur eine Masche zugenommen wird. Und das ist generell eine Sache, die mich am Häkeln und Stricken fasziniert: Wie viel Mathematik dahinter steckt. Und wie dabei aus Kegeln, Kugeln, Zylindern und ähnlichen Bauteilen eine erstaunliche Vielfalt an Figuren entsteht.

    Was brauchst du an Material und Vorkenntnissen?

    Jetzt aber los! Du brauchst:

    • eine Farbe für den Körper und die Ärmel
    • eine Farbe für die Mütze (gerne Flauschwolle) und eventuell Handschuhe (dann sollten die Wollreste für den Körper und die Mütze aber ungefähr gleich dick sein)
    • eine Farbe für die Nase und die Hände (wenn dein Wichtel auch so tapfer handschuhlos sein soll wie meiner), in meinem Fall beige
    • eine Farbe für den Bart, in meinem Fall weiß
    • ein Stück Stoff oder Plastiktüte
    • etwas Schweres und Rieselfähiges, in meinem Fall Streugut
    • Füllwatte
    • eine Wollnadel
    • eine zu deiner Wolle passende Häkelnadel, bei mir war es die Nummer 2,5

    Zusätzlich will ich noch einmal ausprobieren, wie so ein Wichtel mit Flechtzöpfen aussieht. Und zwar in den Versionen mit und ohne Bart. Denn es kann ja sein, dass weibliche Weihnachtswichtel wie Terry Pratchetts Zwerge genauso Bart tragen.

    Außerdem kommen folgende Häkeltechniken und Abkürzungen vor:

    • einen Magic Ring (YouTube-Link)
    • feste Maschen = fM
    • zunehmen = zun (1 zun bedeutet, dass du zweimal in dieselbe Masche häkelst, an dieser Stelle dann also 2 Maschen sind)
    • abnehmen = zus (1 zus bedeutet, dass du zwei Maschen zusammenhäkelst, an dieser Stelle dann also 1 Masche weniger ist)
    • feste Maschen in die hintere Schlaufe
    • Kettmaschen KM
    • Farbwechsel

    Wenn sich Muster innerhalb einer Runde (im Folgenden Rd) wiederholen, stehen sie in eckigen Klammern: [ ]

    Wie du siehst, ist diese Häkelanleitung für Weihnachtswichtel wirklich übersichtlich. Und je nachdem, wie gut du dich auf das Zählen konzentrieren kannst, ist es möglich, nebenbei fernzusehen oder zum Beispiel einen Podcast oder gar Weihnachtsmusik zu hören.

    Ich persönlich brauche zum Zählen immer Ruhe, also maximal Instrumentalmusik 😉 Auch ein Maschenmarkierer hilft sehr, ich lasse einfach immer einen andersfarbigen Faden mitlaufen, den ich abwechselnd vor und hinter die Arbeit lege und am Ende herausziehe.

    Den Weihnachtswichtel häkeln

    Körper

    Rd1: Magic Ring, 6 fM (6 Maschen)

    Rd2: 6 zun (12 Maschen)

    Rd3: 6x [1 fM, 1 zun] (18 Maschen)

    Rd4: 6x [1 fM, 1 zun, 1 fM] (24 Maschen)

    Rd5: 6x [3 fM, 1 zun] (30 Maschen)

    Rd6: 6x [2 fM, 1 zun, 2fM] (36 Maschen)

    Rd7: 6 fM in die hinteren Schlaufen (36 Maschen)

    Dadurch entsteht eine Kante, sodass die Figur am Ende stabiler steht.

    Rd8 bis Rd12: 36 fM (36 Maschen)

    Rd13: 2x [1 zus, 16 fM] (34 Maschen)

    Rd14: 34 fM (34 Maschen)

    Rd15: 8 fM, 1 zus, 15 fM, 1 zus, 7 fM (32 Maschen)

    Rd16: 32 fM

    Rd17: 2x [1 zus, 14 fm] (30 Maschen)

    Rd18: 7 fM, 1 zus, 13 fM, 1 zus, 6 fM (28 Maschen)

    Mit einer KM in die nächste Masche beenden, Faden abschneiden und durchziehen.

    Mütze

    Rd1: Magic Ring, 6fM (6 Maschen)

    Rd2: 2x [2 fM, 1 zun] (8 Maschen)

    Rd3: 1 fM 1 zun, 3fM, 1 zun, 2 fM (10 Maschen)

    Rd4: 2x [4 fM, 1 zun] (12 Maschen)

    Rd5: 2 fM 1 zun, 5fM, 1 zun, 3 fM (14 Maschen)

    Rd 6: 2x [6 fM, 1 zun] (16 Maschen)

    Rd7: 3 fM 1 zun, 7 fM, 1 zun, 4 fM (18 Maschen)

    Rd8: 2x [8 fM, 1 zun] (20 Maschen)

    Entsprechend setzt sich das Muster fort. In geradzahligen Runden häkelst du immer:

    2x [Rundenzahl fM, 1 zun]

    Und in ungeradzahligen Runden ist das Muster:

    (Rundenzahl : 2 – 0,5) fM, 1 zun, Rundenzahl fM, 1 zun, (Rundenzahl : 2 + 0,5)

    So ergibt sich zum Beispiel:

    Rd16: 2x [16 fM, 1 zun] (36 Maschen)

    Rd17: 8 fM 1 zun, 17 fM, 1 zun, 9 fM (38 Maschen)

    Von unten nach oben Rd1 bis Rd7,
    gehäkelt von rechts nach links

    Auf diese Weise habe ich die 2 extra Maschen pro Runde immer etwas versetzt zugenommen, damit der Kegel schöner wird. Allerdings kannst du auch die Maschen immer an derselben Stelle zunehmen. Dann sieht die Anleitung so aus:

    Rd1: Magic Ring, 6fM (6 Maschen)

    Rd2: 2x [2 fM, 1 zun] (8 Maschen)

    Rd3: 2x [3 fM, 1 zun] (10 Maschen)

    Rd4: 2x [4 fM, 1 zun] (12 Maschen)

    Und so weiter, bis die Mütze groß genug ist. Also immer

    2x [Rundenzahl fM, 1 zun]

    in jeder Runde, egal ob gerade oder ungerade.

    So oder so: Schließlich beendest du die Mütze mit einer KM, schneidest den Faden lang ab und ziehst ihn durch. Diesen Faden brauchst du zum Annähen.

    Für die rote Mütze habe ich 19 Runden gearbeitet, sodass die letzte Runde 42 Maschen hatte. Bei der grünen Mütze waren es 24 Runden mit 52 Maschen in der letzten Runde.

    Wichtig ist, dass die Mütze locker über das Unterteil gestülpt werden kann. Vorne vielleicht 5 mm und hinten eher 10 mm.

    Nase

    Rd1: Magic Ring, 5 fM (5 Maschen)

    Rd2: 5 zun (10 Maschen)

    Rd3 und Rd4: 10 fM

    Rd5: 3 zus, die Nase mit Watte befüllen, 2 zus (5 Maschen)

    Dann mit einer KM in die nächste Masche beenden, den Faden lang abschneiden und durchziehen. Diesen Faden brauchst du zum Annähen.

    Arme

    Du beginnst entweder mit der Mützenfarbe für Handschuhe oder mit der Nasenfarbe für bloße Hände.

    Rd1: Magic Ring, 5 fM (5 Maschen)

    Rd2: 5x zun (10 Maschen)

    Rd3: 10 fM (10 Maschen)

    Jetzt wechselst du zur Körperfarbe. Es sei denn, du möchtest andersfarbige Ärmel haben.

    Rd4 bis Rd9: fM (10 Maschen)

    Die Arme beendest du mit einer KM und wieder einem langen Fadenende. Denn auch diesen Faden brauchst du zum Annähen.

    Den Weihnachtswichtel zusammennähen

    Jetzt geht die Häkelanleitung für Weihnachtswichtel in die letzte Phase: Damit der Wichtel weniger leicht umkippt, fülle ich das Streugut in ein Stück aus einer alten Plastiktüte und binde dieses oben zu. Dieses Gewicht kommt unten in den Körper hinein, der Rest wird mit Füllwatte ausgestopft. Du kannst statt der Tüte auch einen Stoffrest verwenden. Mit der Menge musst du vielleicht ein bisschen herum probieren.

    Anschließend befestigst du an der oberen Kante des Körpers die Wolle für den Bart und schneidest ihn nach deinen Wünschen zurecht. Danach nähst du die Nase darauf. Ich gebe zu, das ist etwas fummelig.

    In den Bildern siehst du jeweils alle Teile für einen grünen Wichtel mit bloßen Händen und einen rot-grauen Wichtel mit roten Handschuhen. Der zweite Weihnachtswichel hat schon einen Bart.

    Jetzt stopfst du auch die Mütze mit Watte aus und nähst sie auf den Körper und die Nase. Im Nachhinein empfehle ich, die Mütze mit Stecknadeln festzustecken, damit sie am Ende symmetrisch sitzt.

    Zum Schluss nähst du die Arme fest. Alternativ kannst du sie auch zuerst an der oberen Körperkante befestigen und hinterher die Mütze darüber nähen. Dann muss allerdings die Mütze etwas größer gearbeitet werden.

    Der Vollstädigkeit halber hier noch der zweite Wichtel. Es scheint mir einen anderen Charakter zu haben, vielleicht liegt es auch am struppigeren Bart.

    Der Bloghexen-Adventszauber

    Ich hoffe, diese Häkelanleitung für Weihnachtswichtel hat dir gefallen. Außerdem war sie hoffentlich verständlich. Falls nicht, freue ich mich über Nachfragen in den Kommentaren. Dieser Beitrag ist im Rahmen des Adventskalenders des Bloghexenforums entstanden. Dabei war am fünften Dezember Katja von WuselGewusel mit einem „not so ugly Christmas Sweater“ dran und am siebten Dezember öffnete sich ein Türchen bei Astrid vpn Kafeekochen war gestern. Sie schreibt darüber, wie wir uns Weihnachten leicht und und mit einfachen Dingen froh und munter machen können. Schau auch dort sehr gerne vorbei!

    Aber auch alle anderen Türchen versprechen eine Menge Weihnachtsstimmung. Daher empfehle ich, einfach regelmäßig auf der Hauptseite vorbei zu gucken.

    Abschließend wünsche ich Dir einen zauberhaften Nikolaustag, eine stimmungsvolle weitere Adventszeit und schöne Weihnachten. Und natürlich viel Spaß beim Wichtelhäkeln! Wenn du nach dieser Anleitung einen Weihnachtswichtel herstellst und Bilder davon teilst, freue ich mich über einen Link dazu in den Kommentaren.


    In meinem Blog teile ich immer mal wieder Beiträge unter dem Stichwort Selbstgemachtes.

    Fediverse-Reaktionen
  • WMDEDGT im Dezember 25 – Lauter Übungen im Prioritätensetzen

    WMDEDGT im Dezember 25 – Lauter Übungen im Prioritätensetzen

    Fast hätte ich es vergessen: Heute antwortet wieder eine Runde Blogger:innen auf die Frage von Frau Brüllen, was wir denn so den ganzen Tag machen. Kurz gesagt: WMDEDGT im Dezember 25.

    Morgens

    Den Wecker habe ich mir auf 6:30 Uhr gestellt. Denn ich hatte vollmundig einen DIY-Beitrag für das sechste Türchen des Bloghexen-Adventskalenders versprochen. Leider bin ich mir treu geblieben und habe die Vorbereitung vor mir her prokrastiniert. Heute vormittag muss ich entsprechend noch einiges häkeln und zusammennähen.

    Vermutlich aus nackter Panik werde ich um 5:15 Uhr schon von selbst wach. So kann ich mich noch ein bisschen hin und her drehen und dann tapfer mit dem Weckerklingeln aufstehen. Bis zum Frühstück habe ich tatsächlich schon einiges in Ruhe weggehäkelt. Mein Mann macht Freitags immer Home-Office und ich kann mich besser aufs Maschenzählen konzentrieren, wenn es leise ist und ich alleine im Raum sitze. Der Versuch, nebenbei auf Magentamusik.de den Mitschnitt eines Wackenkonzertes zu hören, geht prompt nach hinten los und ich muss dreimal dieselben paar Runden wieder aufribbeln.

    Nebenbei hake ich auch noch meine übliche Liste ab. Denn immerhin belohnt mich meine Habittracker-App mit Klingeln, Gold und Punkten. Was den Menschen eben dazu motiviert, zum Teil eher langweilige, aber regelmäßig anstehende Aufgaben zu erledigen. Um kurz nach elf sind alle Einzelteile fertig gehäkelt und ich kann meinen Lernblock (WordPress und Barrierefreiheit) anfangen. Der ist wenigstens echt unterhaltsam.

    Allerdings verschiebe ich die Lektüre meiner diversen elektronischen Adventskalender auf den Abend, sonst wird das nichts mehr mit den Photos bei Tageslicht. Prioritäten setzen ist nicht meine größte Stärke, also reiße ich mich extra zusammen.

    Mittags

    Ich freue mich darüber, dass die Solawi eine Rote-Bete-Schwemme hatte. Normalerweise reicht mein Meal-Prep nur bis Donnerstags, aber heute habe ich noch eine große Portion Gemüse übrig. Nebenbei: Dass die Rote Bete nicht im Fediverse-Gemüseturnier 2025 gewonnen hat, betrachte ich als Skandal.

    Um 13 Uhr muss ich schon losstapfen zu zwei Schülern, die praktisch Haus an Haus wohnen. Dieses Schuljahr gebe ich keine Nachhilfestunden, zu denen ich mit dem Auto fahren müsste, das freut sowohl die Stromrechnung als auch meinen Schrittzähler.

    Der eine der beiden Viertklässler begrüßt mich sogar mit:

    „Heute habe ich richtig Bock, mit dir zu üben!“

    So macht Arbeiten Spaß!

    Nachmittags

    Die beiden Jungen stehen aber insgesamt ziemlichen Herausforderungen gegenüber. Der eine soll für die nächste Deutscharbeit üben: Sie werden ein paar Stichworte vorgegeben bekommen und dazu Märchen schreiben. Der arme Junge hat sich in den Kopf gesetzt, über einen Drachen zu schreiben, der schrecklichen Hunger hat. Ich muss mehrere Male wiederholen, dass er die anderen Figuren, die ich mir aus dem Hut gezogen habe, auch in seiner Geschichte vorkommen sollen. „Ach Mensch!“, sagt er. Leider hilft alles Wehklagen nichts.

    Auch der zweite Schüler hat es nicht leicht. Sein Kumpel klingelt zehn Minuten vor Ende unserer Stunde an der Tür und sein Vater lotst besagten Kumpel so diskret er kann an uns vorbei. Ab diesem Zeitpunkt wird es mit der Konzentration etwas eng. Trotzdem haben wir viel zu lachen, als wir „Stadt-Land-Fluss“ mit Märchenelementen spielen. Beim N kommen wir beide unabhängig voneinander auf die „magischen Gegenstände“ Nadel und Nudel.

    Die dritte Schülerin kommt zu mir nach Hause und ist mit ihrer Kurvendiskussion im Vergleich gut bedient. Wobei ich befürchte, dass sie das anders sieht. Dieses Schulhalbjahr ist in Schleswig-Holstein und Hamburg furchtbar kurz und bei der Klausuren-Lawine kommt nur bedingt Weihnachtsstimmung auf.

    Ich dagegen bin sehr in Weihnachtslaune. Als ich beim Bäcker vorbeigehe, bewundere ich den großem Baum und die selbst gestalteten Anhänger. Von diesen Kugeln gab es einige, sie sahen so aus, als hätten die Kinder darin Farbgranulat verteilt und irgendwie fixiert. Spannende Sache. Manche Farbkombinationen waren aber deutlich gewagter.

    Abends

    Mir dämmert so langsam, dass heute eigentlich die neue Folge „Talk ohne Gast“ herausgekommen ist. Stattdessen schreibe ich noch etwas an meinem „WMDEDGT im Dezember 25“ und füge die Photos in den Adventskalender-Beitrag ein. Hier noch schnell ein Spoiler/Rätselbild:

    Die Einzelteile müssen noch zusammengenäht werden. Das ist normalerweise nicht meine Lieblingsaufgabe, daher habe ich noch einige unfertige Projekte aus vergangenen Jahren herumliegen. Bei dieser Aktion hilft es aber nichts und ich habe gerade großes Mitgefühl mit den beiden Grundschülern. Immerhin fehlt danach nur noch das Bild vom fertigen mysteriösen Objekt und das sechste Türchen steht.

    Ansonsten bin ich für morgen extrem gespannt auf die Wacken-Zeltplatz-Buchung. Ich will wieder ein „mein-Zelt-schon“-Paket haben und morgen werden die Angebote freigegeben. Hoffentlich bricht da nicht wieder alles zusammen und hoffentlich bekomme ich eine Unterkunft gebucht.

    Achso und außerdem ist ja morgen noch Nikolaus. Schuhe putzen werde ich heute aber garantiert nicht mehr. Und die elektronischen Adventskalender sowie „Talk ohne Gast“ müssen auch bis zum Wochenende ohne mich klarkommen.

    Wie war dein 5. Dezember?

    Hast du auch schon mal bei WMDEDGT mitgemacht? Wie ist dein Tag gelaufen, hattest du auch jede Menge Prioritäten abzuwägen?

    Wir sehen uns dann an gleicher Stelle wieder zum 5. Januar, da hoffe ich auf deutlich mehr Entspannung 😉

    Fediverse-Reaktionen
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