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  • Monatsrückblick November 25 – Ich will wieder an die Nordsee!

    Monatsrückblick November 25 – Ich will wieder an die Nordsee!

    2025 neigt sich konsequent dem Ende entgegen. Also ist es Zeit für meinen Monatsrückblick November 25. Ich wiederhole mich vielleicht, aber es war einiges los und ich konnte einige Vorhaben abhaken, andere wandern in den Dezember weiter.

    Besonders gut haben mir die beiden Wochenenden auf Reisen getan. Ich bin wirklich sehr gerne zuhause und gleichzeitig stelle ich im Nachhinein regelmäßig fest, was ein Tapetenwechsel alles ausmacht. Vor allem, wenn ich dabei am Meer durchgepustet werde!

    Schritte am Strand Richtung Kondition

    Was hatte ich im November 25 vor und was ist daraus geworden?

    • Mal wieder mit den Four Agreements beschäftigen.
      → Das habe ich total vergessen.
    • In Sachen UnplugTrump meinen YouTube-Kanal löschen und zu PeerTube umziehen. → Auch dieser Punkt ist mir durchgerieselt.
    • Meine Synapsen mit Nikotinpflastern von Spikeprotein-Bruchstücken befreien. ✔️ → Das war sehr interessant und wird in einem eigenen Blogpost aufgearbeitet.
    • Ein langes Wochenende auf Amrum verbringen. ✔️
      → Ach, ich bin so verliebt in diese Insel!
    • Die Clutterbugchallenge fortsetzen. ✔️ → Ich bin immer noch begeistert, wie sehr mir dieses niedrigschwellige Format entgegenkommt.
    • Photos unter den Hashtags Bloomscrolling, ThinkTrunkTuesday und SilentSunday teilen. → Zum Glück warten die Bilder in meinen elektronischen Ordnern geduldig auf mich.
    • Mehrmals Nordic Walking, eine Laufrunde. → Immerhin habe ich meine tägliche Schrittzahl von circa 7000 auf fast 8000 gesteigert. Das reichte schon aus, um mich abends wieder sehr müde zu fühlen.
    • Über die A7 wandern. → Das schiebe ich auch in den Dezember.
    • Das schwarze Leinen zu einer Hose vernähen. ✔️ → Das Leinen hatte ich noch in Brunsbüttel gekauft also vor Dezember 2016. Endlich ist es vernäht, es gab keinen Anlass zum Fluchen und die Hose passt. Kaum zu fassen!

    Projekt Gesundwerden

    Im August hatte ich meinen Termin in der post-COVID-Klinik in Kiel. Der Arzt sagte mir, meine Müdigkeit würde mit der Zeit wieder ausheilen. Und ich könne das unterstützen, indem ich immer mal wieder vorsichtig meine Belastungsgrenze austeste. Ein Teil könne auch darauf zurück gehen, dass ich seit 2023 höhere Pulsbereiche vermeide.

    Entsprechend wollte ich eigentlich im November laufen gehen. Aber in der Realität war mir dann doch nicht danach, also fiel es aus. Immerhin bin ich auf fast 8000 Schritte pro Tag gekommen, während ich den Rest des Jahres eher bei einem Durchschnitt von 7000 Schritten, meistens etwas weniger lag. Zu Anfang des Jahres hatte ich schon mal versucht, meine Schrittzahl zu steigern, aber der Bleimantel wurde damals dadurch deutlich schwerer.

    Zusätzlich habe ich im November ausprobiert, ob Nikotinpflaster mir gegen die Müdigkeit helfen. Hört sich abenteuerlicher an, als es ist, und ich werde noch einmal gesondert darüber bloggen. Jedenfalls war ich recht zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn ich jetzt mit so vielen Extraschritten abends wieder ein bisschen platt bin. Allerdings auf der anderen Seite nicht so platt wie im Januar.

    Meine Aufgabe ist jetzt, genau in mich hineinzuhorchen. Mich gleichzeitig nicht zu überfordern, aber auch aus der Schonhaltung wieder herauszukommen und mal kurzzeitig den Puls zu steigern. Ganz vorsichtig und beständig. Für den Dezember plane ich eine Kombination aus den Pflastern und Konditionstraining. Es bleibt spannend.

    Amrum im November

    Diese Insel hatte ich ganz anders in Erinnerung. 2022 haben wir dort eine Freundin besucht, auch für ein langes Wochenende. Allerdings war sie mit dem Auto dort und kutschierte uns an diverse touristisch interessante Orte. Daher dachte ich irgendwie, Amrum sei viel größer und asphaltierter.

    Jetzt habe ich meine Cousine besucht, die mit ihren Kindern auf der Insel eine Kur macht. Wir beide waren ohne Auto da und es stellte sich heraus, dass alle möglichen Orte vom mittig gelegenen Nebel aus sehr wohl fußläufig erreichbar sind. Die vielen breiten Straßen aus meiner Erinnerung entpuppten sich als eine Hauptstraße, die von Süden nach Norden verläuft. Und auf der ein Bus hin und her fährt, in dem mein Deutschlandticket akzeptiert wurde.

    So zeigt sich mal wieder, wie viel die Perspektive für die Wahrnehmung ausmacht. Es war insgesamt ein ganz neues Erlebnis, dass die Sonne immer um halb fünf im Meer versank, dass so wenige andere Menschen vor Ort waren und dass andererseits dadurch einige Restaurants geschlossen hatten. Verständlicherweise.

    Wir sind einige Kilometer gemeinsam spazieren gegangen. Für die vierjährige Tochter meiner Cousine war das allerdings schon eine Challenge. Die ganz langen Spazierwanderungen habe ich daher alleine unternommen, was mir wiederum beim intensiveren Kennenlernen der Insel geholfen hat. Insgesamt verbringe ich tatsächlich sehr gerne Zeit alleine und genieße den Herbst, falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte 😉

    Meine Unterkunft war in Nebel und ich bin immer noch sehr verliebt: Was für ein zauberhafter kleiner Ort mit alten, teils reetgedeckten Häuschen und schmalen Straßen! Zudem haben meine Großeltern in der Kirche von Nebel geheiratet und meine Mutter in der Kapelle in Wittdün taufen lassen. Da konnten wir einige Photos und Videos verschicken und meine Mutter war total glücklich, dass sie so indirekt in dieses Familientreffen mit eingebunden war.

    Jetzt bin ich sehr entschlossen, nochmal wieder nach Amrum zu reisen. Das habe ich zwar 2022 schon gesagt, jetzt meine ich es aber wirklich. Da gibt es noch einiges zu entdecken und das nächste Mal dann wieder zu Fuß.

    Was habe ich im November 25 gelesen?

    Gehwegparken

    Wenn ein Foto plötzlich die Stadt spaltet – Warum Online-Debatten so eskalieren (und was wir daraus lernen können)

    In diesem Blogbeitrag geht es zunächst einmal ums Gehwegparken. Aber noch mehr geht es darum, wem wir Raum und Bewegungsfreiheit zugestehen, und welche Muster häufig in der Kommunikation automatisch ablaufen.

    Eine Person aus Offenburg berichtete auf Facebook über einen Lieferwagen auf dem Gehweg. Darauf folgte die leider schon gewohnte Debatte mit Nebenschauplätzen und wenig Austausch auf der Faktenebene.

    Diese drei Parkprobleme habe ich in Halstenbek an einem Tag innerhalb von fünf Minuten gesehen. Auf einer Strecke von höchstens einem Kilometer. Zwei davon parkten in einer Feuerwehrzufahrt, an keinem hätte ein Rollstuhl oder ein breiterer Kinderwagen gut vorbei gepasst.

    Ich möchte selbst auch keinen Lieferwagen fahren. Gleichzeitig gilt auch für diese Fälle die StVO und allgemein ein Mindestmaß an Rücksichtnahme auf andere Menschen. Ich denke, hier in Halstenbek würde die Debatte ähnlich wild laufen.

    Erfreulicherweise liefert der Artikel Hinweise, wie wir unseren Teil zu einer kontruktiven Debattenkultur beitragen können. Und endet mit einem optimistischen Fazit: „Lass dich nicht entmutigen!“

    Was habe ich im November 25 gesehen?

    „Was läuft, Ostdeutschland?“

    3Sat bietet in der Mediathek diese Doku an. Dafür ist ein Schweizer Journalist in einer Art (wie er sagte) „Road Movie“ von Schmalkalden aus bis nach Mecklenburg-Vorpommern gereist und hat Menschen angesprochen und gefragt, wie es ihnen geht.

    Sein Vorteil ist, dass er sich immer als „neutrale Schweiz“ vorstellen kann. So kam er mit Menschen ganz anders ins Gespräch, als es vielleicht jemand anderes von einem deutschen öffentlich-rechtlichen Sender könnte.

    Die Doku präsentiert zum Teil im buchstäblichen Sinn kontroverse Ansichten. Einerseits die Perspektive auf die Ostdeutschen, die sich ohne Marshallplan im Rücken aus dem Umbruch heraus selbst in die Demokratie wurschteln sollten. Andererseits die Sicht auf 35 Jahre Anspruchshaltung dem Staat gegenüber.

    Diese Kontraste und die Offenheit des Teams den Menschen gegenüber machen diese Sendung zu einem aufschlussreichen Blick auf den Osten Deutschlands.

    „Was Zeitmanagementsystemen oft fehlt“ (YouTube-Link)

    Dieses Video fand ich sehr erhellend. Emm Bright beschäftigt sich mit Produktivitätssystemen und diskutiert in diesem kurzen Video, warum so viele davon in ihrem Alltag auf Dauer scheitern.

    Sie unterscheidet Ziel-orientierte und Aufgaben-basierte Systeme. Und erzählt, wie sie lange zwischen dem herausgezoomten Ansatz der großen Ziele und dem kleinschrittigen Planen von ToDos hin und her gependelt ist.

    Letztlich stellt sie fest, dass bei vielen Systemen eine Schicht fehlt: Die banalen Alltagsroutinen, wie zum Beispiel Haushaltsaufgaben und der familiäre Care-Bereich. Ein paar wenige Systeme scheinen diese routinemäßig wiederkehrenden Tagesordnungspunkte zu berücksichtigen. Allerdings sind diese, wie es scheint, von Frauen erstellt worden. An der Stelle ergaben sich in den Kommentaren interessante Schlussfolgerungen.

    Ich habe aus diesem Video für mich hauptsächlich noch einmal mitgenommen, dass es nicht an mir liegt, dass ich persönlich noch kein Zeitmanagementsystem gefunden habe, das bei mir auf Dauer funktioniert. Bis auf die Systeme, die ich selbst für mich individuell entwickelt habe. Die machen immer mehr, was sie sollen.

    Was habe ich im November 25 gehört?

    Wie schützen wir die Demokratie vor Tech Bros und KI?

    Das ist die neueste Folge von Wind und Wurzeln, einem Podcast mit Marina Weisband. Es geht (mal wieder) um einen kritischen Blick auf „Künstliche Intelligenz“. Allerdings nicht aus einer allgemeinen Technologieablehnung oder Zukunftsverweigerung heraus, wie es von manchen KI-Fans behauptet wird.

    Es geht um Eigentumsrechte, extreme und sehr asymmetrische Konzentration von Macht, Memes über eine „permanente Unterschicht“, Umverteilung von Wohlstand von unten nach oben, die künstliche Aufrechterhaltung der AI-Firmen durch eine kreisförmige Finanzierung innerhalb der Bubble und letztlich um Demokratie.

    Das Problem liegt nicht in der Technologie an sich. Als lebenslanger Star-Trek-Fan fasziniert mich künstliche Intelligenz und ich sehe viele sinnvolle Anwendungsbereiche. Was die aktuelle Entwicklung gesellschaftlich bedenklich macht, ist die dahinter liegende Broligarchie.

    Der Podcast beleuchtet alle diese Aspekte gründlich. Und bespricht am Ende auch, was wir tun können, wenn wir mit der KI eine solide Zukunft haben wollen.

    Was habe ich im November 25 gebloggt?

    Monatsrückblick Oktober 25 – Schon wieder Ferien!
    Mein Monatsrückblick Oktober 25: Der Herbst gibt farblich alles und die Entrümpelungschallenge läuft läuft noch besser als gedacht.

    WMDEDGT im November 25
    Das WMDEDGT im November 25 fällt mit der Kurzgeschichten-Deadline zusammen. Also schreibe ich beides parallel.

    Linear oder gestreamt – Freiheit trifft auf Unterhaltung
    Bei der „relevant“-Blogparade geht es im November darum, ob wir linear oder gestreamt fernsehen und warum.

    Das nervt mich! Bloggerschnack November 25
    Mein Beitrag zum Bloggerschnack November 2025. Es gibt ein paar wenige Punkte am Bloggen, bei denen ich sage: Das nervt mich! Anderes nervt dagegen gar nicht.

    Probleme mit Mathe – Was ich bei der Nachhilfe beobachte
    Viele Menschen haben Probleme mit Mathe. Ich behaupte, dass das bei den meisten von uns gar nicht sein müsste.

    Wolfenoot – der Tag der Wölfe, Hunde und Freundlichkeit
    Am 23.11. ist Wolfenoot, wenn der Geist der Wölfe umgeht und Geschenke versteckt. Ein Anlass für Gedanken über selbstgewählte Feiertage.

    Gute Präsentationen – Die wichtigsten Tipps
    Weil ich immer wieder Beispiele dafür sehe, wie ich es nicht machen würde, teile ich wichtige Punkte für gute Präsentationen.

    Story Challenge November 2025 – Whispered
    My contribution to the Story Challenge November 2025: Paul knows how to ruin a date. Especially, because he has inside help.

    Projekt52 November 25
    Mein Beitrag zur kreaktiven Challenge Projekt52 im November 25. Die Stichpunkte: „Auf Reisen“, „Spurensuche“, „Zuhause“, „Altes“ und „Motivation“

    Monatsrückblick Oktober 25 in Mastodönekes:

    Diese neue Kategorie habe ich mir bei Uschi Ronnenberg von IchTuWasIchKann abgeguckt. Manches im Fediverse möchte ich mir merken, aus den unterschiedlichsten Gründen. Ein paar dieser Perlen teile ich in meinen Monatsrückblicken.

    Ich, der beim Passwort eingeben sieht, dass er sich beim vorletzten Zeichen vertippt hat, aber trotzdem auf Enter drückt, denn der Computer könnte ja auch mal ein Auge zudrücken.

    jan_j

    Ich fühle mich davon sehr gesehen und verstanden. Und vielleicht halte ich im Dezember noch mehr die Augen offen für Weisheiten und Kuriositäten im Fediversum.

    ToWants im November 25

    Für meine Monatsrückblicke ziehe ich eine Zwischenbilanz, wie meine ToWants laufen. Diese Punkte waren im November besonders erfreulich:

    • mehr als 10km Spazierwandern – Dazu hatte ich auf der Insel reichlich Gelegenheit.
    • die frischen Temperaturen genießen – Die waren noch frischer als im Oktober, es gab sogar kurzzeitig Schnee.
    • 250 veröffentlichte Blogartikel zum Jahresende – Aktueller Stand sind 256 (inklusive diesem Monatsrückblick November 25) 😀
    • zum Jahresende 90 groß gezogenene Haustiere in Habitica – Damit bin ich jetzt fertig 😀 Und sehr erleichtert, dass mir diese App trotzdem immer noch Motivation gibt.

    Und was war sonst noch los?

    Es gab wieder so viele schöne Sonnenuntergänge, auch hier zuhause.

    Auf einem weiteren Wochenendtrip fiel mir diese Nachricht auf. Ach, Hamburg!

    Das Hotel in Oldenburg war technisch auf dem allerneuesten Stand.

    An Zerrspiegeln kann ich einfach nicht ohne Photo vorbeilaufen.

    In Halstenbek stehen an mehreren Orten Fahrrad-Reparaturstationen. Vorbildlich!

    Der Frost hat in meiner Umgebung zauberhafte Zuckerkrusten verteilt.

    Nach dem Frost hingen diese Rosen erstmal malerisch durch.

    Auch Nebel wurde geboten. Wenn der Herbst 25 eins nicht ist, dann langweilig.

    Ich hatte gar nicht damit gerechnet, am Ende dieses Kurses eine Urkunde zu bekommen.

    Vorherige Novemberrückblicke

    Für den Monatsrückblick November 25 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich so noch mehr, dass ich regelmäßig diese Rückblicke schreibe.

    November 23: Meine Hauptbeschäftigung war dank post-COVID Entschleunigung, außerdem habe ich „The Marvels“ im Kino gesehen.

    November 24: Die Straße, von der unsere Straße abzweigt, war vollständig aufgerissen, wochenlang. Zusätzlich waren Wahlen in den USA. Meine Laune war entsprechend gedämpft und trotzdem habe ich mir schöne Momente gemacht.

    Was habe ich im Dezember 25 vor?

    Das war mein Monatsrückblick November 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. 

    Wie war dein November 2025? Welche Bücher, Podcasts, Filme oder Erlebnisse haben dich inspiriert?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Monatsrückblicke wie dieser.

  • Projekt52 November 25

    Projekt52 November 25

    Das war dann mal wieder sehr knapp. Das letzte Bild für Projekt52 November 25 habe ich heute aufgenommen, direkt bevor es in den Vorweihnachtswirbel weitergeht.

    Worum geht es? Jeden Monat gibt Sari vom Heldenhaushalt vier bis fünf Themen vor. Dazu passend gestalten eine Reihe von Blogger:innen Bilder oder Texte und am Ende stehen 52 kreative Ergebnisse, für jede Woche eins.

    Natürlich kannst du auch im Dezember noch einsteigen. Allerdings wird es wohl auch 2026 ein Projekt52 geben, wenn ich das richtig verstanden habe. Mir käme das auf jeden Fall gelegen, diese Regelmäßigkeit tut meinem Kreativmuskel richtig gut. Und ein bisschen brauche ich anscheinend auch den Nervenkitzel ob ich die Termine jeweils einhalte.

    Die Beiträge zum Projekt52 November 25

    Die Themen im November 25 fand ich gleichzeitig interessant und machbar. „Zuhause“ war für mich tatsächlich die größte Herausforderung. Für „Auf Reisen“ hat es bei mir unerwartet gut gepasst, dass ich ein langes Wochenende an der Nordsee verbrachte.

    Auf Reisen

    Bei meiner Abreise von Amrum regnete es. Wasser von oben und unten sozusagen. Und trotzdem kann ich einen Besuch dieser Insel im Herbst nur empfehlen.

    Spurensuche

    Hier ist nicht nur ein Vogel durch den Sand gelaufen. Aber wer am Strand solche klitzekleinen Handabdrücke macht, habe ich nicht herausgefunden.

    Zuhause

    Weil ich in meinem Leben so oft umgezogen bin, fühle ich mich an mehreren Orten ein bisschen und gleichzeitig nirgends vollständig zuhause. Ein warmer Tee und ein gemütliches Sofa helfen allerdings schon sehr weiter.

    Altes

    Bei diesem Bild bin ich hin und her gerissen. Vor manchen Wohnanlagen in Halstenbek liegt immer wieder Müll an der Straße. Als ob dieser kleinteilige Kram Sperrmüll wäre. Hoffentlich holt das die Stadt trotzdem bald mal ab.

    Gleichzeitig war ein Teil von mir sehr fasziniert. Ich glaube, den Firmennamen Telefunken habe ich seit dem letzten Jahrtausend nicht mehr gehört. Und sofort rollten mir Kindheitserinnerungen in den Sinn, an eine Zeit, in der mein Vater mit uns immer mal wieder einfach so Quatschunterhaltungen aufgenommen hat.

    Motivation

    Wie sehr mich mein Habitica-Zoo (hier nur ein sehr kleine Ausschnitt) durch das Jahr 2025 getragen hat, dafür habe ich keine Worte. Die Aussicht auf immer neue Tiere motiviert mich dazu, die langweiligsten und jahrelang abgelagerten ToDos zu erledigen. Vor allem bin ich davon begeistert, dass der Effekt immer noch ungebrochen ist.

    Meine bisherigen Beiträge für Projekt52

    Seit Januar habe ich bisher noch kein Thema ausgelassen:

    Außer auf meinem Blog findest du meine P52-Beiträge auch auf Pixelfed. Wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln, würde ich mich sehr freuen!

    Auch ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der Kategorie „Selbstgemacht“.

  • Story Challenge November 2025 – Whispered

    Story Challenge November 2025 – Whispered

    My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge November 2025. The prompt was „whispiered“ and the required word count was 1200.

    Running Commentary

    The voice was obviously his, yet at the same time very clearly not. It had no volume but lots of gravity.

    Paul checked his appearance in the mirror, tilting his head from side to side. No matter which direction he turned, his shirt looked as if a herd of elephants had trampled it over.

    Well done! Waiting until the last moment so you don’t have time to iron your clothes was such a smooth move! Now it’s too late, and you are going to look a right muppet!

    He pulled at the sleeves and viewed the other shirts in his wardrobe. Which were just as rumpled, so there was no point changing again. He sighed.

    Weird that Helen asked you out for dinner in the first place, isn’t it? Makes you wonder. It’s not like women have been queuing up for dates with you.

    Paul checked the bus timetable on his phone. He swore under his breath because he had forgotten that on Sundays they ran less frequently. He would have to hurry, else he was going to have to sprint to the restaurant on foot.

    Maybe you should have jogged a bit more often recently. Would have done wonders with the general flabbiness. Again, too late!

    Paul put on his coat, stuffed the phone into his pocket and smoothed his hair back. A last glance into the mirror, a shake of the head, then he rushed out the door.

    A few minutes later he returned, out of breath and swearing. He rummaged around for his wallet, ran out again and slammed the door shut.

    Oh, would you look at those lovely red rear lights! Time to start jogging if you want to be at least somewhat on time. Helen is going to be so impressed if you turn up with a face like a sweaty tomato!

    Paul tilted his head backwards, his hands covering his face. Then he ran off. Actually, he had enjoyed jogging before this new job. It was just that he didn’t have the time anymore. His old friend Greg had helped convince his team leader that Paul was the best choice.

    Yeah, and they are going to find out what a giant mistake they have made any day.

    Paul shook his head, getting into his stride now. He thought back to how he had met Helen for the first time. She worked in another department of the same company, and he had been admiring her for a while now, mostly from afar. Then there had been the meeting last month where the two of them had ended up sitting next to each other. To his surprise, she had actually started a conversation with him.

    I wonder why. What’s more, I wonder why she kept talking to you. Remember how you stumbled over your words? That was classic Paul!

    They had kept bumping into each other at the cafeteria. Sometimes Greg had also been there, but he had never seemed interested in chatting with Helen, no matter how hard she tried to include him. Eventually, last week she had asked Paul if he wanted to meet for dinner and what kind of restaurant he liked.

    And we both know there has to be some kind of ulterior motive behind this date, don’t we?

    Paul turned a corner only to smash into one of those bloody tourists with a paper cup in their hands. It was sheer luck that nothing worse happened than a bit of coffee being spilt. When he jogged on, he felt something warm running down his leg.

    Brilliant! Now your trousers match the shirt. You never learn, do you? When are you going to only wear dark colours, so those stains are less visible?

    He risked a look downward while at the same time keeping up the pace. And of course, a brown blotch had appeared on his favourite light blue jeans. But he was late as it was, so he would just have to face meeting Helen looking the weirdo that he was.

    And there she stood, waiting in front of the restaurant. He could see her looking at her phone with her thumb ready to touch the screen.

    “Hey! I’m here! Sorry!” he shouted, out of breath.

    Helen’s face lit up. “Oh, I was beginning to worry! Are you alright?”

    Ha! She doesn’t know the half of it.

    “Yeah,” he said. “I missed my bus and then somehow collided with a stranger, but now I’m here I’m fine. How are you?”

    Helen grinned. “Looking forward to trying out Ethiopian food. I have never had it, so hopefully I like it as much as you do.”

    And this, Ladies and Gentlemen, is how you set yourself up for an awkward date. What are the odds that she is going to enjoy injera?

    They went inside, and surprisingly, were shown to a great table, quiet but with a good view of the room. He had never been to this particular place, but it was full of other patrons chewing happily. Paul suggested they both go for the buffet, and Helen agreed, choosing lots of small portions of the dishes he recommended.

    Back at the table, she asked, “So, you and Greg, have you known each other long?”

    “We’ve been to school together, why?”

    Helen shrugged. “Oh, no reason! He seems quiet, though. So different from you.”

    So that’s what this is about! You should have known you’re only really here so she can figure out how to make Greg interested in her. Good thing you didn’t make too much of an effort at looking presentable. Would have been a bit of a waste.

    “Yes, people keep telling us how we don’t seem to make sense as friends, him being so successful and mysterious, and me, well—”

    Helen chuckled. “Mysterious? That’s the first time I have heard anyone call him that. I think we both joined the company at the same time. And okay, the others on my team have talked about how he has improved your department’s performance, but…”

    The voice drowned her out after that.

    How you ever thought you could compete with him is beyond me. Remember when he…

    And on and on it went, until he shouted, “Shut up!”

    The entire restaurant fell silent. For what seemed like an endless minute, all the other guests seemed to wait and see if there was more entertainment forthcoming.

    Paul looked at Helen and, for the first time this evening, really saw her. Her black hair and blue eyes. The lovely light blue dress she had chosen to wear. Her face even paler now. How she looked ready to push her chair back and leave.

    The woman at the neighbouring table placed her cup onto the saucer very quietly.

    “I am sorry,” he said quietly. “This wasn’t about you. It’s just, I have this voice in my head talking to me constantly, and—”

    Helen leaned forward again with a serious expression. “You too? Tell me about it.”

    And he did. For the first time in his life, he shared about the whispering, and he wondered why he never had before.

    This might turn out to be a brilliant evening after all.



    Like my contribution to the story challenge November 2025? On my blog you can find and read more of my stories!

    Fediverse-Reaktionen
  • Gute Präsentationen – Die wichtigsten Tipps

    Gute Präsentationen – Die wichtigsten Tipps

    Auch dieses Jahr wurde ich wieder mehrfach gefragt, was gute Präsentationen ausmacht. Es scheint ein eingeschliffenes Ritual zu sein: Lehrkräfte geben Referatsthemen aus und Klassen sehen sich dann viele Vorträge hintereinander an. Die meisten langweilen sich dabei und wundern sich, wenn ihnen in der anschließenden Arbeit oder Klausur die Inhalte fehlen. Das muss allerdings überhaupt nicht so laufen. Es gibt kein Gesetz dafür, dass solche Vortragsreihen wenig bringen dürfen.

    Ob du dich auf eine Präsentationsleistung als Alternative zur klassischen mündlichen Prüfung vorbereitest oder mehr oder weniger unfreiwillig an einer Reihe von Referaten vor deiner Klasse teilnimmst: Es gibt ein paar Stellschrauben, die es allen Beteiligten angenehmer machen. Und am Ende mit überschaubarem Aufwand für eine bessere Note sorgen können. Ich beziehe mich in dem folgenden Post inhaltlich auf Mathematikvorträge, allerdings ist das alles problemlos auf andere Fächer übertragbar.

    Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

    • Erzähle für gute Präsentationen eine Geschichte an einem roten Faden entlang, inklusive einem runden Ende, das wirklich die Leitfrage beantwortet..
    • Versetze dich in dein Publikum hinein und langweile es so wenig wie möglich.
    • Bei Folien gilt: Weniger ist mehr! Mehr Bilder, weniger Text! Ausreichend Kontrast und Schriftgröße!
    • Bei KI-Unterstützung stelle sicher, dass das alles stimmt und du es selbst erklären kannst.

    Sinn und Zweck einer Präsentation

    Aus Sicht der Lehrkraft haben Vorträge mehrere Vorteile: Aus ihnen lässt sich eine mündliche Note ableiten, sie aktivieren die Schüler:innen und sie vermitteln Methodenkompetenzen wie Recherchieren und Vortragen. Außerdem übernehmen die Lernenden einen großen Teil der Vorbereitung der jeweiligen Unterrichtsstunden, auch wenn ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass die Lehrkraft in Referatseinheiten meistens alles andere tut, als sich untätig zurück zu lehnen.

    Aus eurer Sicht sind gute Präsentationen oft eine Möglichkeit, die mündliche Note zu verbessern. Außerdem bilden Referate regelmäßig die Grundlage der nächsten Arbeit oder Klausur. Das heißt, es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele der Vortragenden im Hinterkopf hätten, dass sie ihr Publikum mitnehmen und (so gut es geht) solide informieren. Je nach Beliebtheit des betreffendes Faches ist das mehr oder weniger einfach machbar. Als Mathelehrerin habe ich leider schon extrem langweilige Ansätze gesehen, die über das übliche „Mathe ist nichts für mich“ noch unnötig hinausgingen.

    Die Vorbereitungsphase

    Recherche

    Fang rechtzeitig an. Ich bin wirklich nicht das große Vorbild, wenn es darum geht, Dinge nicht vor mir herzuschieben. Aber hier kann ich nur empfehlen: Fang für gute Präsentationen rechtzeitig an. Sobald du die Aufgabe hast, recherchierst du am besten direkt los.

    Wenn du unbedingt eine KI fragen musst, dann behalte im Hinterkopf: KIs halluzinieren manchmal, wenn ihnen Fakten fehlen. Gleiche die Ergebnisse mit anderen Quellen ab, denn spätestens im Vortrag fällt es sonst auf, wenn du Phantasiefakten behauptest und auf Nachfragen nicht erklären kannst, wie du darauf gekommen bist.

    Es gibt solide online-Lernplattformen. Unter anderem sind das:

    Dazu kommen unzählige Lernvideos auf YouTube. Du kannst davon ausgehen, dass die Aufgabe für dein Referat eine gängige Fragestellung ist, die du mehrfach online beantwortet findest, so dass du eigentlich auch ohne KI auskommst.

    Mentale Vorbereitung

    Erinnerst du dich an langweilige Präsentationen? Weißt du, was daran jeweils so einschläfernd war? Mein Tipp:

    Mache genau das nicht.

    Versetze dich in die Perspektive der Menschen, die sich deinen Vortrag anhören werden. Mute ihnen für gute Präsentationen keine schlechten Folien zu! Versuche stattdessen, eine Geschichte zu erzählen, statt einfach nur deine Aufgabenstellung und deren Bearbeitung herunter zu rattern.

    Deine Leitfrage ist die Grundlage dieser Geschichte. Wie interessant du den Vortrag ausgestaltest, liegt tatsächlich bei dir. Stell dir vor, du ziehst los wie eine Figur in einem Abenteuer und sollst eine Antwort finden. Du sammelst beim Recherchieren kleine Bausteine, fügst sie zusammen und bastelst auf dieser Grundlage deine Folien. Das mag etwas hoch gehängt klingen, aber so schaffst du eher einen Spannungsbogen, als wenn du dich durch die Aufgabe durchschleppst.

    Wirst du vor deinem Kurs oder deiner Klasse vortragen? Dann brauchen die Antworten mehr Details. Denn in diesem Fall sollen die Anderen eventuell auf dieser Basis einen Test, eine Arbeit oder eine Klausur bestehen.

    Besteht dein Publikum nur aus einer Prüfungskommission? Dann lass die kleinen Einzelschritte weg und erkläre nur in groben Zügen, wie du auf deine Ergebnisse gekommen bist. Die Lehrkräfte, die sich das anhören, brauchen die kleinteiligen Informationen nicht und wollen nur sehen, dass du die Grundprinzipien verstanden hast und erklären kannst. In diesem Fall verwende lieber mehr Zeit und Energie darauf, die Ergebnisse vor dem Hintergrund deiner Leitfrage überzeugend zu deuten.

    Die sprechende Gliederung

    Damit geht es schon los. Mein Eindruck ist, dass es „alle so machen“, weil es „alle so machen“. Aber eine Gliederung ist nach der Begrüßungsfolie der erste Eindruck von einem Referat. Und hier werden die Zuhörenden oft schon direkt abgehängt. Vergleiche dazu die folgenden Beispiele:

    Die erste Folie liefert keinerlei Informationen. Dass es eine Leitfrage und Quellenangaben gibt, ist eine Selbstverständlichkeit. Genauso ist es nicht überraschend, dass du Aufgabenstellungen hast, die zu bearbeiten sind. In Wirklichkeit soll eine Gliederung dem Publikum grob mitteilen, worum es in der Präsentation gehen wird. Dafür sind ein paar aussagekräftige Stichworte nötig, die ganz kurz den Inhalt der Aufgaben auf den Punkt bringen.

    Zusätzlich machen im zweiten Bild eingerückte Unterpunkte die Struktur des Vortrages auf den ersten Blick deutlich. Es steht außerdem die gesamte Fläche zum Beschriften zur Verfügung. Tipp: Mit etwas mehr Abstand zwischen den Zeilen sieht eine Folie gleich deutlich freundlicher aus.

    Leider habe ich die erste Variante häufig zu sehen bekommen. Eine dicht gedrängte Liste mit nichtssagenden Worthülsen ist aber das erste Signal für das Publikum, dass es jetzt so richtig uninteressant werden dürfte.

    Gute Folien für gute Präsentationen

    Mehr Bilder, weniger Text

    Eine angenehme Optik ist auch für alle folgenden Folien hilfreich. Hier noch einmal ein direkter Vergleich:

    Die erste Folie zeigt einen Textblock. Dieser ist ein aus einem anderen Dokument kopiertes Bild. Der Kontrast ist zu niedrig und der Mix aus verschiedenen Schriftarten auf jeden Fall optisch fragwürdig. Der Folientitel ist genauso inhaltsleer wie der angekündigte Unterpunkt in der Gliederung es schon versprach. Die ganzen Sätze im Bild verleiten dazu, sie einfach vorzulesen. So ein Einstieg lässt die Zuhörenden garantiert einschlafen.

    Für die zweite Folie habe ich nur die Hintergrundgeschichte als ganzen Satz eingefügt. Die Aufgabenteile b) und c) bekommen eigene Folien. Dadurch ist mehr Platz für eine Grafik, an der in eigenen Worten erläutert werden kann, wie mit der Zeit die Medikamentenmenge abnimmt:

    „Hier könnt ihr schön sehen, dass es bei 7,5 Milligramm losgeht und dann…“

    Das Diagramm erweitert sich mit folgenden Teilaufgaben um weitere Punkte und Linien. So entsteht eine zusammenhängende Geschichte, mit der du dein Publikum mitnehmen kannst. Selbst wenn sie Textaufgaben an sich nicht sonderlich spannend finden.

    Was macht gute Folien sonst noch aus?

    • Aussagekräftige Folienüberschriften: Worum geht es in wenigen Worten?
    • Kontrast und Schriftgröße: Stelle dich ein paar Meter entfernt und sieh dir die Folien auf deinem Tablet oder Computer an. Ganz ehrlich: Kannst du das Geschriebene lesen?
    • Text nicht als Screenshot, sondern als Text copypasten: So kannst du die Aufgabenstellung farblich und von der Schriftart her anpassen.
    • Formeleditor statt handschriftlich eingefügter Buchstaben: So sieht deine Folie deutlich einheitlicher aus und es fällt leichter, sich auf den Inhalt zu konzentrieren.
    • Diagramme und erklärende Bilder: Nicht nur im Fach Mathematik helfen Bilder die Zusammenhänge anschaulich zu erklären.

    Die Folien sind deine Moderationskarten! Sie sollten genau die Stichworte enthalten, die du brauchst, um die Inhalte vorzutragen.

    An die Zielgruppe angepasste Folien

    Zuletzt vergleiche ich noch einmal Slides für ein Referat vor Mitschüler:innen und eins vor Lehrkräften.

    Im ersten Fall geht die vortragende Person kleinschrittig vor. Auf dem Weg zur Ableitung nennt sie die wichtigen Regeln und stellt die einzelnen Komponenten vor. So kann der Kurs das Ergebnis nachvollziehen. Natürlich braucht dieser Vortrag dann mehr Folien.

    „In der Funktion sehen wir einen Malpunkt, daher müssen wir die Produktregel anwenden. Außerdem ist die e-Funktion verkettet. Die 13 fällt beim Ableiten weg. Also stelle ich u und v auf und…“

    Bei der zweiten Variante gibt die vortragende Person nur das Endergebnis als Ableitung an. Sie setzt k‘ direkt mit Null gleich, lässt dann aber die Einzelschritte für das Auflösen wieder weg.

    „Um die Extrempunkte zu finden, muss ich erst k‘ bestimmen und dann gleich Null setzen. Weil die e-Funktion nicht Null werden kann, ergeben sich wie hier zu sehen, die beiden Lösungen…“

    Dadurch sind die Folien deutlich kompakter. Entsprechend kann in der gleichen Zeit in einer Prüfungs-Präsentationsleistung mehr Inhalt präsentiert werden. Das kalkulieren die Lehrkräfte natürlich bei der Formulierung der Aufgabenstellungen ein.

    Wie du dich auf den eigentlichen Vortrag vorbereitest

    Fang rechtzeitig an! Dann hast du nämlich auch reichlich Zeit, den Vortrag zu üben. Und zwar mehrfach alleine, um zu testen, ob du in der vorgegebenen Zeit fertig wirst.

    Extra-Tipp: Die meisten sprechen in der Vortragssituation schneller als normal. Rechne also damit, dass du schneller fertig bist, als gedacht. Wenn du in Ruhe zuhause deutlich unter dem Zeitlimit bist, füge noch mehr Inhalt zu. Vielleicht eine extra Folie oder ein paar mehr Stichworte zum Hintergrund deines Themas.

    Anschließend trage deinen Vortrag mehrfach netten Menschen vor. Das können Familienangehörige sein oder auch Freund:innen. Wichtig ist, dass sie dir wohlgesonnen sind und du dich entspannt fühlst. Frage sie hinterher,

    • wo sie dich nicht verstanden haben
    • ob es besonders langatmige Abschnitte gab
    • ob es irgendwo zu schnell ging
    • welche Folien unklar waren oder nicht genug Kontrast hatten
    • welche zusätzlichen Informationen sie sich gewünscht hätten

    Wenn du rechtzeitig anfängst, bekommst du so noch wertvollen Input. Damit kannst du deine Präsentation deutlich verbessern, bevor du sie in der Schule oder an der Uni hältst.

    Am besten ist es, wenn du dein Referat so oft vorgetragen hast, dass du das Gefühl hast, du brauchst eigentlich keine Kärtchen mehr.

    Das Ende einer Präsentation

    Ganz am Ende stehen natürlich die Quellen und die übliche Danksagung. Vorher beantwortest du aber noch deine Leitfrage. Und zwar wiederholst du hier noch einmal kurz und knapp die Ergebnisse deiner Aufgaben, die zu dieser Antwort beitragen. So machst du aus der Geschichte ein rundes Paket.

    Oft sehe ich, dass hier irgendwelche anderen Dinge aufgelistet werden, die aus irgendeiner der Quellen (oder der KI-Auskunft) stammen, aber mit dem Mittelteil der Präsentation nichts zu tun haben. Stell dir vor, du hörst ein Märchen über einen Zwerg, der eine Reihe von Abenteuern erlebt. Und das Märchen endet mit „Und so hat die Schneiderin den Krug vor dem Versinken gerettet“, obwohl weder die Schneiderin noch der Krug Teil der Geschichte waren.

    Am Ende bringst du keine neuen Figuren ins Spiel, die dein Publikum nur verwirren. Denn das Ende ist dazu da, dass du alle Fäden noch einmal zusammen knüpfst. Damit kannst du sie schließlich mit einer Danksagung verabschieden, sodass sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben. Oder so ähnlich.

    Gute Präsentationen bereiten dich auf die Zukunft vor

    Das alles klingt nach ziemlich viel Aufwand. Und gleichzeitig ist es so, dass in vielen Berufsfeldern Vorträge zu Alltag gehören. Das Prinzip hinter der Vorbereitung auf gute Präsentationen hilft dir generell: In Vorstellungsgesprächen, beim Verkaufen eines Produktes oder wenn du Menschen von etwas überzeugen willst. Und sei es, dass du eine Webseite gestaltest.

    Der moderne Begriff dafür ist Storytelling. Wenn du die Zuhörenden an einem roten Faden durch dein Referat führst, bekommst du hoffentlich nicht nur eine gute Note dafür. Du hilfst deinen Mitschüler:innen bei der kommenden Arbeit und bist ihnen ein Vorbild, das nicht macht, was „alle machen“.

    Ich hoffe, du siehst in Zukunft Vorträge nicht mehr als lästige Aufgabe, die du mit möglichst wenig Einsatz an Zeit und Energie hinter dich bringst. Vielleicht verstehst du sie ab jetzt stattdessen als Trainingseinheit für eine der wichtigen Fähigkeiten in deinem Leben.

    Wenn ich in Zukunft nur noch gute Präsentationen sehe, lebe auf jeden Fall ich bedeutend glücklicher bis ans Ende meiner Tage.

    Fediverse-Reaktionen
  • Wolfenoot – der Tag der Wölfe, Hunde und Freundlichkeit

    Wolfenoot – der Tag der Wölfe, Hunde und Freundlichkeit

    Fast hätte ich es vergessen: Heute, am 23. November ist Wolfenoot. Diesen Feiertag hat vor einigen Jahren ein Siebenjähriger beschlossen. Er fand, dass Hunde und Wölfe es verdient haben, gefeiert zu werden, außerdem war er ein großer Anhänger von kleinen Geschenken und anderen freundlichen Gesten. Heute wurde ich auf Mastodon durch einen Post wieder daran erinnert. Und vielleicht findest du ja auf deinen Social Media unter dem Hashtag noch mehr Beiträge.

    Mach deine Feiertage selbst

    Im August drehte sich die relevant-Blogparade um genau diese Art von Feiertagen. Manchmal ergibt sich das Datum aus einem Geburtstag oder aus einer Zahlenfolge wie dem 14. März für Pi-Day. Manchmal, wie im Fall von Wolfenoot, hat jemand den Termin einfach so festgelegt.

    Ich verfolge jedes Jahr mit großer Begeisterung den Jahreskreis. Der dreht sich in ziemlich gleichmäßigen Schritten durch die Jahreszeiten und astronomischen Eckpfeiler der Erdumlaufbahn. Gleichzeitig finde es es erfreulich, wenn Menschen sich ihre Anlässe zum Feiern einfach selbst festlegen. Niemand muss warten, bis die Nacht besonders kurz ist, um besinnlich zu sein.

    Uns Menschen macht es aus, dass wir Dinge von uns aus mit Bedeutung erfüllen. Und wenn es dann noch ausdrücklich um Freundlichkeit geht, bin ich sofort dabei, selbst wenn ich gar keinen Hund habe, und für das Beitragsbild meine Schwester anschreiben musste. Auch da hat der Geist der Familie weiter geholfen und sie hat sich über die Gelegenheit gefreut, in ihrem elektronischen Album zu blättern.

    Und wann ist Slogg?

    Von Wolfenoot habe ich zum ersten Mal durch Mark Green gehört. Er ist Teil eines Podcasts, der allerdings aktuell gerade ruht. Mark fällt im Januar immer besonders die Decke auf den Kopf, wenn die gemütliche Weihnachtszeit schon vorbei ist, und der Januar sich so richtig schön kalt und grau hinzieht. Die Wiederkehr der Sonne wurde ausgiebig gefeiert, aber so richtig kommt sie eine ganze Weile nicht in Schwung.

    Also hat Mark den Feiertag Slogg ausgerufen. Im „miserabelsten Monat des Jahres“ ist die Zeit, lustige Hüte aufzusetzen, warme Getränke zu trinken und sich mit lieben Menschen eine gute Zeit zu machen.

    Das Bild ist tatsächlich aus dem Januar, unser Baum steht immer, bis es wirklich nicht mehr geht.

    Offiziell findet Slogg am dritten Samstag im Januar statt. Allerdings ist dieser Feiertag ausdrücklich beweglich und kann begangen werden, wenn die Not am größten ist. Ich habe mehrfach eine meiner Wackenmützen aufgesetzt und zu Slogg Grüße in meinen Meta-Profilen verteilt. 2026 werde ich das wohl nur im Fediverse machen.

    Im Podcast „The Wonder“ erzählte Mark Green also von Wolfenoot und ich freue mich gerade sehr, dass die unbekannte Person mich freundlicherweise im Fediverse daran erinnert hat. Und jetzt bin ich hier, um den Geist der Freundlichkeit mit dir zu teilen.

    Wie sieht es bei dir aus?

    Wann bräuchtest du einen Feiertag, einfach so, außer der Reihe? Was wäre für dich wert, es bewusst zu feiern?

    Gibt es einen willkürlich festgelegten „Tag des/der XY“, der für dich Bedeutung hat?

    Und falls du einen Hund hast, richte ganz liebe Grüße von mir aus!

    Fediverse-Reaktionen
  • Probleme mit Mathe – Was ich bei der Nachhilfe beobachte

    Probleme mit Mathe – Was ich bei der Nachhilfe beobachte

    Wer unter uns hat keine Probleme mit Mathe? Als Nachhilfelehrerin für unter anderen Mathematik ist mir das besonders bewusst. Dieses Fach erscheint der Mehrheit sehr kompliziert und es ist dadurch auch nicht gerade populär.

    In einer Testung auf Bundesebene aus dem Jahr 2024 verfehlten vierunddreißig Prozent der Neuntklässler:innen die Mindeststandards für die Abschlussprüfung der zehnten Klasse in Mathematik. In der zehnten Klasse waren es noch vierundzwanzig Prozent, die diesen Mindeststandard nicht erreichten. Im internationalen Vergleich war das ziemlich enttäuschend.

    Der folgende Artikel dreht sich ausdrücklich um Schüler:innen, die keine Lernstörung wie Dyskalkulie oder ähnliche zusätzliche Schwierigkeiten haben. Ich biete Nachhilfe in mehreren Fächern an und trotzdem unterrichte ich fast nur Mathematik. Bei meinen Schüler:innen leidet die Leistung in Mathematik nicht an grundlegenden Lernschwächen und oft sind es nur sehr kleine Stellschrauben, die einen ganz neuen und leichteren Zugang zu diesem Fach ermöglichen.

    Was steckt oft hinter dem Problem mit Mathe?

    Es fängt oft schon in der Grundschule an. Ein Teil der Kinder stürzt sich mit Wissensdurst in die Welt der Zahlen und Rechenzeichen. Viele können schon zählen und sind ganz unvoreingenommen stolz auf ihre Kompetenzen. Bei anderen kippt die Laune schnell in Richtung „Mathe ist nichts für mich“. Was ich unglaublich schade finde.

    Oft gilt Mathematik auch als uncool. Später in der Pubertät nimmt diese Einschätzung häufig noch zu, wenn Jugendliche ihre persönliche Identität entwickeln und viele von ihnen sich an denen orientieren, die selbstbewusst die Trends setzen. Und da steht Mathematik als Interesse eher selten auf den vordersten Plätzen.

    Auf der anderen Seite ist dieses Fach ein Bestandteil der Prüfungen nach der neunten und zehnten Klasse. Cool oder nicht, hier kommt niemand an der Mathematik vorbei. Erst recht nicht in der Oberstufe, in der manches Abitur durch schlechte Noten in Mathe am seidenen Faden hängt. Der dadurch empfundene Zwang noch ist ein zusätzliches Problem.

    Am Ende der Schullaufbahn ist dann für viele die anfängliche Begeisterung komplett verpufft. Das, wofür menschliche Gehirne meiner Ansicht nach unter anderem gemacht sind, scheint mysteriös und überflüssig.

    Natürlich gibt es Kinder mit echten Lernstörungen wie zum Beispiel Dyskalkulie. Bei vielen meiner Schüler:innen beobachte ich allerdings, dass ihrem Verständnis der Mathematik eher Glaubenssätze und grundlegende Verunsicherungen im Wege stehen.

    Was sind diese Glaubenssätze?

    Glaubenssätze sind das, was wir über die Welt annehmen. Wir entwickeln sie aufgrund von Erfahrungen mit unserer Umwelt und festigen sie durch Wiederholungen. Neutral formuliert helfen sie uns, diese Erfahrungen zu erklären und einzuordnen. Manchmal blockieren diese Glaubenssätze allerdings auch unser Potential nachhaltig.

    Probleme mit Mathe gehen bei Kindern und Jugendlichen ohne Lernstörungen zum Teil auf Annahmen wie diese zurück:

    • Mathematik mit Buchstaben verstehe ich nicht.
    • Mädchen sind nicht so gut in Mathe.
    • Mathe ist mehr etwas für Nerds.
    • Mathe brauche ich im Leben nicht.
    • Jetzt habe ich schon so große Lücken, das hole ich eh nicht mehr auf.
    • Mein Lehrer sagt, ich kann Mathe nicht, der wird es ja wohl wissen.
    • Meine Eltern waren auch schlecht in Mathe.
    • Sachaufgaben verstehe ich nicht.

    Wo findet die Verunsicherung statt?

    Wer häufig genug an Arbeiten, Klausuren und Tests scheitert, zweifelt die eigenen Kompetenzen an. Und verliert auch die Motivation und Lernfreude.

    Zu viel Druck, zu wenig Zeit

    Es ist normal, dass Lernstoff immer komplizierter wird, je weiter wir vorankommen. Ich selbst bin an der Stelle auch oft frustriert und mein Interesse an neuen Hobbys lässt nach, sobald ich mich mehr bemühen muss, als ich möchte. Schulfächer können wir allerdings nicht so einfach loslassen. Besonders nicht die Mathematik.

    In unserem Bildungssystem haben Lehrkräfte und Schüler:innen tendenziell zu viel Druck und zu wenig Zeit. Zum Beispiel lagen die Sommerferien 2025 in Schleswig-Holstein und Hamburg extrem spät. Das neue Schuljahr beginnt mit Zeitnot und Klausurenstress. Das sind keine idealen Bedingungen, um in Ruhe mathematische Konzepte zu erläutern und zu verstehen.

    Und leider bauen viele dieser Konzepte aufeinander auf. So hast du sehr wahrscheinlich Probleme, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen, wenn du bei der Bruchrechnung ausgestiegen bist. Leider ist im normalen Schulalltag neben Stundenausfall, Lehrkräftemangel und diversen Extraaktivitäten oft nicht genug Raum, um grundlegende mathematische Strategien ausführlich genug zu vermitteln und zu festigen. Als ich noch Lehrerin im Schulbetrieb war, scheiterte mein guter Vorsatz, regelmäßig Kopfrechenübungen zu veranstalten, im hektischen Schulalltag.

    Auch die klassischen Textaufgaben, die eigentlich unter allen Aufgabentypen unseren Alltag am meisten abbilden, bekommen meistens nicht genug Raum. Wenn sie daher ohne ausreichendes Strategietraining einfach nur vorgesetzt werden, verhärten sich auch hier Verunsicherungen und Abneigungen mit der Zeit. Sie kommen in Prüfungen und Arbeiten besonders oft vor, gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass sie am meisten Furcht und Schrecken erzeugen.

    Die Pandemie hat zu den Kenntnislücken noch zusätzlich beigetragen. So berechtigt die meisten Maßnahmen auch im Rückblick waren: Die meisten meiner Schüler:innen haben bei der Online-Beschulung während der Lockdowns viele Grundbausteine verpasst und dadurch größere Lücken als die Jahrgänge vor ihnen. So wirken spätestens in der Oberstufe manche Arbeitsaufträge noch unverständlicher.

    Von der Grundschule zur Mittelstufe

    Zwischen der Grundschule und der Sekundarstufe I liegt ein besonders spürbarer Bruch. Einige meiner Schüler:innen berichten, dass sie in der Grundschule „Mathe konnten“, dass es aber ab der fünften Klasse bergab ging. Dieser Verlust an wahrgenommener Selbstwirksamkeit verstärkt die Probleme zusätzlich.

    Mit dem Schulwechsel ändern sich mehrere Dinge auf einmal: Der Klassenverband, die Zahl der Lehrkräfte und die Art, Inhalte zu vermitteln. Neue Fächer kommen dazu und meistens ist der Weg zur Schule weiter. Zu diesen tiefgreifenden Veränderungen kommen neue Inhalte im Fach Mathematik. In der sechsten Klassenstufe steht die Bruchrechnung auf dem Programm, ab der siebten die Terme. Diese beiden Themen sind aus meiner Sicht die Stellen, an denen besonders viele Schüler:innen aussteigen.

    Spannungen zwischen Schüler:innen und Lehrkräften

    Regelmäßig knirscht es zwischen Lehrkräften und Kindern oder Jugendlichen. Das muss nicht immer absichtlich sein, manchmal passt einfach die Wellenlänge oder die Art zu erklären nicht. Immer wieder beobachte ich, wie sich nach dem Wechsel einer Lehrkraft die Probleme mit Mathe anscheinend in Luft auflösen.

    Die Angst vor einer Lehrkraft kann zu Blockaden in Arbeiten und Klausuren führen. Die schlechten Noten verstärken dann bei der Lehrkraft eventuell den Eindruck, es mit einem hoffnungslosen Fall zu tun zu haben. Wir Lehrer:innen sind uns oft gar nicht bewusst, wie tief eine nebenbei gemeinte Bemerkung sich in den Gehirnen von Kindern und Jugendlichen festsetzen und dort zur Bildung destruktiver Glaubenssätze führen kann.

    Lernkonzepte verschiedener Schultypen

    Auch die Schulform hat einen Einfluss. Mein Referendariat habe ich noch an einer Hauptschule abgeleistet. Im Seminar lernten wir, möglichst viele Lernkanäle anzusprechen und Mathematik mit den Händen begreifbar zu machen. Meine eigenen Klassen habe ich später zum Beispiel einen Ar (10 Meter mal 10 Meter) mit Straßenkreide auf den Schulhof malen lassen. Am Ende stand die ganze Klasse in der Mitte des Quadrats und bewunderte ihr Gemeinschaftswerk.

    Viele meiner heutigen Schüler:innen, die an den umliegenden Gymnasien zur Schule gehen, erzählen eher von einem akademischen Ansatz. Grundsätze werden zügig vorgetragen, Nachfragen sind eher nicht gerne gesehen. Niemand von ihnen hat zum Beispiel in der Bruchrechnungseinheit Papierstücke oder ähnliches zerschnitten.

    An der Person Maria Montessori erscheinen bei näherer Betrachtung Schattenseiten. Das Mathematik-Lernmaterial würde allerdings vielen Schüler:innen, gerade auch an Gymnasien das Begreifen buchstäblich erleichtern. Gerade auch in der Mittelstufe sind Themen zum Beispiel wie Gleichungen nicht sehr anschaulich. Und es hilft erstaunlich viel, wenn dabei Kärtchen oder ähnliches angefasst, auf die andere Seite eines Gleichheitszeichens bewegt und dabei zur Vorzeichenumkehr umgedreht werden.

    Was kaum jemand über Probleme mit Mathe sagt

    Es ist nie zu spät. Nicht zum Auffüllen der Lücken und nicht, um die Freude an diesem Fach wiederzufinden.

    Mathematik ist gar nicht so wichtig für den Rest des Lebens. Wer den Dreisatz und die Grundlagen der Prozentrechnung beherrscht, kommt mit dem größten Teil der alltäglichen mathematischen Herausforderungen zurecht. Eventuell hilft beim Heimwerken noch die korrekte Volumen- und Flächenberechnung.

    Vieles aus dem Mathematikunterricht brauchst du nur für die nächste Arbeit oder Klausur. Und damit für deine Zeugnisnote. Also letztlich für deinen Abschluss und deine Chancen auf eine gute Karriere. Das können wir ehrlich anerkennen, ohne damit zu sagen, dass Mathe total bedeutungslos wäre. Diese Haltung nimmt auch ein bisschen den Erwartungsdruck.

    Gleichzeitig tut es dem Gehirn gut, Mathematik zu lernen. Die Nebeneffekte sind ein gutes Verständnis für Logik und die Kompetenz, Probleme zu lösen. außerdem gilt: Wer Diagramme sicher lesen kann, ist weit weniger manipulierbar.

    Es ist vieles nicht so schlimm, wie es aussieht. Mathematik ist in vielen Punkten eine Art Fremdsprache, die teils lange Geschichten in sehr kompakten Paketen aus Buchstaben und Zahlen ausdrückt. Wenn du die Vokabeln nicht lernst, ist es so ähnlich, als hättest du einen Text in einer unbekannten Sprache vor dir. Das heißt nicht, dass du Mathe grundsätzlich nicht verstehst, sondern dass dir Vokabeln fehlen, die du dir aneignen kannst.

    Mathematik ist mehr als Türmchenrechnen. Es geht darum, Probleme zu lösen und die Welt wenigstens zu einem Teil besser zu verstehen. Je mehr wir uns von der Vorstellung lösen, dass wir nur ein paar Zahlen nehmen und in irgendeine Formel einsetzen, umso leichter fallen auch Textaufgaben. Denn die sind eigentlich ein viel sinnvolleres Abbild unserer Welt und unseres Alltags als reine Päckchen zum Abarbeiten.

    Probleme mit Mathe aus meiner Sicht

    Für mich als Nachhilfelehrerin bedeuten Probleme mit Mathe nicht, dass jemand kein Talent für dieses Fach hätte. Bisher habe ich in wirklich jedem Fall Aha-Momente miterlebt, in denen der jeweiligen Person klar wurde, dass das Allermeiste nicht so schwierig ist, wie es aussieht.

    Vor kurzem sagte ein BWL-Student in einer Online-Nachhilfestunde wörtlich:

    „Das ist alles? Das ist ja zu schön, um wahr zu sein!“

    Und das nur, weil auch er geglaubt hatte, diese vielen Buchstaben seien zu kompliziert für ihn. Außerdem, weil in seiner Schulzeit offensichtlich nicht die Zeit war, die teils sehr kompakte Sprache der Mathematik zu klären.

    Ich begleite junge Menschen dabei, in aller Ruhe und mit einer entspannten Haltung die Schlüssel zum Verstehen zu finden. Und ich wünsche mir diese Entspannung für noch deutlich mehr Menschen.

    Was können wir tun?

    Als Schüler:innen

    Wenn du einen der Glaubenssätze bei dir oder bei Menschen in deinem Umfeld wieder erkennst: Versuche ihn zu hinterfragen. Ist es wirklich so, dass du Mathe nicht kannst? War dieses Fach schon immer so komisch, oder hat sich das im Lauf der Jahre so entwickelt? Hat es einen Lehrkräftewechsel gegeben, bei dem sich deine Beziehung zur Mathematik geändert hat?

    Du musst deinen Lernerfolg und deine Freude am Lernen nicht an deinem Lehrer oder deiner Lehrerin festmachen. Auch wenn du von dieser Person abhängig bist, was die Noten angeht. Und auch wenn du nicht einfach die Lehrkraft austauschen kannst. Trotzdem hast du die Möglichkeit, von einer großen Zahl an Online-Ressourcen gegen Probleme mit Mathe zu profitieren. Es gibt Lernapps, Mathevideos und verschiedene andere Angebote, zum großen Teil kostenlos. Entscheide dich dafür, deinen Teil der Verantwortung für deine Lernfreude zu übernehmen.

    Als Eltern

    Betrifft es dein Kind? Dann lohnt es sich abzuklären, ob nicht doch eine Lernstörung vorliegt. Denn dann hilft auch alles Üben nur begrenzt weiter. Viele Lehrkräfte sind auch kooperativ, wenn du Kontakt mit ihnen aufnimmst. Als ich einmal ein Halbjahr lang sehr schlechte Arbeiten schrieb, hat meine Mutter meinen Lehrer angerufen und er war froh über dieses Gesprächsangebot. Neben der Überlegung, für dein Kind Nachhilfe zu buchen, hast du noch die bedeutenden Optionen, ein gutes Vorbild zu sein und außerdem möglichst frühzeitig durch Gesellschaftsspiele mathematische Grundsteine zu legen.

    Als Lehrkräfte

    Wenn du selbst eine Lehrkraft bist, hast du im System Bildung nur begrenzt Freiraum. Diesen bitte ich dich aber zu nutzen. Sei so offen gegenüber Fragen wie möglich, auch wenn sie gefühlt zum hundertsten Mal gestellt werden. Nimm dir extra Zeit für die Bruchrechnung und die Terme. Lass deine Schüler:innen Mathematik mit den Händen begreifen so oft es geht. Erinnere dich daran, warum du dieses wunderbare Fach studiert hast und versuche, deine Begeisterung dafür zu vermitteln. Und sei auf der anderen Seite so ehrlich, die Bedeutung der Mathematik nicht höher zu hängen, als sie ist.

    Fazit: Wir haben mehr in der Hand, als wir denken.

    Als Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern sind wir nur kleine Rädchen im Bildungssystem. Und gleichzeitig haben wir die Freiheit, uns für eine positive Haltung der Mathematik gegenüber und für unser Vorbildverhalten zu entscheiden.

    Wenn wir uns von den gängigen Glaubenssätzen verabschieden und gleichzeitig die Bedeutung der Mathematik realistisch einschätzen, dann wird aus einem angstbesetzten Fach hoffentlich für viele von uns die ermächtigende Errungenschaft der Menschheit, die sie am Ende ist.

    Wie stehst du zur Mathematik?

    Gab es in deiner Schulzeit Probleme mit Mathe? Hast du eine Vorstellung, woran das lag?

    Wenn es Schwierigkeiten gab: Was hätte dir geholfen?

    Fediverse-Reaktionen
  • Das nervt mich! Bloggerschnack November 25

    Das nervt mich! Bloggerschnack November 25

    Das Bloghexenforum bietet jeden Monat ein Thema für den Bloggerschnack. Im November 25 geht es um die Schattenseiten des Bloggens. Eigentlich ist das Ganze für mich eine sehr erfreuliche Aktivität, und trotzdem gibt es ein paar Aspekte, bei denen ich sage: Das nervt mich!

    Das nervt mich am rechtlichen Drumherum

    Es könnte alles so schön sein. Freundliche Menschen schreiben über ihre Vorstellungen von der Welt, ihren Alltag und merkwürdige Begebenheiten. Tauschen Wissen, Anleitungen und Inspirationen aus. Und dann gibt es ein paar, die sich mit ihren Webseiten nicht an Selbstverständlichkeiten halten. Also tritt die Gesetzgebung auf den Plan und reguliert, leider oft mit dem groben Hammer Ich erinnere mich noch lebhaft an die Welle um das Impressum und die Datenschutzerklärung.

    Wie entsprechende Gesetze am Ende aussehen nervt mich regelmäßig. Gesetzestexte sind sowieso oft sehr verklausuliert formuliert, aus welchen Gründen auch immer, und damit geht es schon los. Was hätte aber dagegen gesprochen, dass der Staat zeitgleich mit der DSGVO rechtssichere Blöcke zur freien Verwendung anbietet, aus denen Bloggerinnen sich ihre verpflichtenden Texte zusammensetzen hätten können? Stattdessen ist jede:r Einzelne auf sich gestellt, ob nun mit Rechtsabteilung oder ohne.

    Auch mit Textgeneratoren kann es interessante Erfahrungen geben: Vielleicht ist es nicht allen so wichtig, dass ihre Datenschutzerklärung 100% plausibel ist. Aber für mich passte da einiges nicht und das Ende vom Lied war, dass ich für einen Text, den ich auf meiner Seite gar nicht verwende, eine Lizenz bezahlt habe, nur um weiteren Ärger zu vermeiden. Denn dieser gesetzliche Aufwand lockt eine Menge Menschen auf den Plan, die gerne andere mit oder ohne Grund abmahnen. Man kann es ja mal versuchen.

    Eine andere rechtliche Grundlage dreht sich die Barrierefreiheit. Den meisten von uns fällt gar nicht auf, wie schwierig der Zugang zu Blogs und Webseiten für Menschen mit Einschränkungen (unter anderem) der Sinne ist. Einen Blog so barrierearm zu gestalten wie möglich ist aber generell sinnvoll und echte Inklusion sollten wir eigentlich alle auf dem Schirm haben.

    Der Zeitplan für das Barrierefreiheits-Stärkungs-Gesetz ist allerdings mal wieder nicht ideal gelaufen. Weil noch gar nicht alle Content-Management-Systeme und sonstigen Softwarepakete den Anforderungen entsprechen, darf jedes betroffene Unternehmen sich sein eigenes barrierearmes Süppchen kochen und mit CSS-Schnipseln die Defizite der genutzen Baukästen ausbügeln. Oder gleich ihre Webseiten von Hand selbst bauen.

    Dass die Barrierefreiheit jetzt wieder in einem Kuddelmuddel endet, hätte bei der Gesetzesplanung klar sein können. Es wäre wirklich toll, wenn es bei kommenden Aktionen anders liefe.

    Das nervt mich am technischen Drumherum

    Wie schon erwähnt, wäre es super, wenn Systeme wie WordPress schon von sich aus barrierefrei wären. Doch je mehr ich mich damit befasse, umso mehr fallen mir die Baustellen auf. Und es ist aus meiner Sicht nervig, noch ein weiteres Plugin zu installieren wie ein notdürftiges Pflaster. Wobei ich von unterschiedlichen Seiten dann noch lese, dass die diversen Accessibility-Plugins gar nicht so sinnvoll sind oder in manchen Fällen noch die Dinge verschlimmbessern.

    Manchmal nervt mich auch, wenn Blogposts nicht so aussehen, wie ich sie gerne hätte. Oder wenn in der Mobil-Ansicht alles irgendwie verquer ist. Ich fuchse mich gerne in Dinge rein, gerade auch im technischen Bereich. Allerdings stelle ich hinterher oft fest, wie viel Zeit ich wieder für ein Detail verbracht habe, sodass ich mich mit meinem eigentlichen Tagesprogramm dann extrem beeilen muss.

    Meine Blog-FOMO nervt mich

    Die Kommentare, die in letzter Zeit deutlich mehr geworden sind, freuen mich sehr. Auf der anderen Seite möchte ich auch gerne bei anderen Menschen kommentieren. Aber dafür muss ich die Blogs erst einmal lesen. Aktuell folge ich dem Blogbot der Content Society, den Blogs50Plus und dem Bloghexenforum. Einerseits regt mich das zu neuen Ideen für eigene Blogartikel an. Andererseits hat die Situation etwas von einem Kind im Bonbonladen.

    Also komme ich immer weniger hinterher. Inzwischen steht an zwei Tagen in der Woche auf der Liste: „Blogposts lesen, kommentieren oder löschen“. Aber auch das dämmt die Flut nur halbwegs ein. Da muss ich noch einen anderen Weg finden, mit meiner FOMO umzugehen. Also der „fear of missing out“ oder der Furcht, etwas zu verpassen. Besonders merke ich das, wenn wieder der Sommer der Blogparaden ausbricht und mir im Grunde bei ungefähr 50 Themen etwas zum Bloggen einfällt.

    Immerhin ist dieser Nervanlass selbstgemacht. Das heißt, dass ich es in der Hand habe, ihn zu ändern, auch wenn es etwas anstrengend werden könnte.

    Mitmenschen, die mich nerven

    Ich verstehe Spammer nicht. Natürlich ist mir auf einer rationalen Ebene die Absicht dahinter klar. Aber es wäre mir persönlich extrem fremd, andere Menschen mit lieblos zusammenformulierten Kommentaren und Mails die Postfächer vollzukleistern. Oder sie mit noch liebloseren KI-Bots zu überschütten. Wie selbstverständlich wir es hinnehmen, dass wir mit Antispam-Plugins arbeiten müssen und immer mal wieder neue Filterbegriffe auflisten, das macht mich sehr nachdenklich und es nervt mich ganz grundsätzlich.

    Es könnte alles so schön sein. Ist es aber nicht immer. Und ich sage mir immer wieder, dass es sich nicht lohnt, sich darüber zu ärgern. Vielleicht glaube ich mir das auch irgendwann mal hoffentlich.

    Das nervt gar nicht

    In meinem Blog schreibe ich nach meinen eigenen Regeln. Genauso sehe ich keinen Grund mich aufzuregen, wenn andere Blogger:innen

    • hauptsächlich ranten
    • über eigentlich schon gründlich ausdiskutierte Themen bloggen (Das mache ich sogar manchmal selbst, fürchte ich…)
    • Werbelinks einbauen
    • keine Kommentarfunktion anbieten
    • mich per Popup zum Newsletterabo bewegen wollen
    • generell anders schreiben als ich
    • an mich irgendwelche Erwartungen haben

    Zum Glück habe ich die Freiheit, für mich uninteressante Überschriften gar nicht erst anzuklicken. Oder den betreffenden Tab einfach zu schließen. Außerdem lebe ich gelassen damit, anderer Menschen Erwartungen an meinen Blog nicht zu erfüllen.

    Solange es nicht menschenfeindlich wird, gilt für mich in der Blogosphäre: Come as you are. Leben und leben lassen. Und das ist das Schöne daran, dass ich das Gleiche so auch von anderen erfahre. Jedenfalls von denen, die mir wichtig sind.

    Mich nervt auch mein überquellender Entwürfeordner nicht. Er sagt mir nur, dass ich noch eine ganze Menge Vorrat habe, bevor mir nichts mehr zum Bloggen einfällt. Das wird wohl in diesem Leben nicht mehr passieren.

    Weitere Beiträge zum Bloggerschnack Nov 25

    Was nervt dich am Bloggen?

    Gibt es Dinge, die dir beim Bloggen auf die Nerven gehen? Sind das eher inhaltliche, technische oder zwischenmenschliche Aspekte? Und wie gehst du mit dem Nervpotential um?

    Fediverse-Reaktionen
  • Linear oder gestreamt – Freiheit trifft auf Unterhaltung

    Linear oder gestreamt – Freiheit trifft auf Unterhaltung

    Immer am Dritten eines Monats gibt es ein neues Thema für die Blogparade . Im November 2025 wollen Erik und Jürgen wissen, wie wir fernsehen, linear oder gestreamt. Wieder mal eine Frage, zu der mir eine Menge einfällt.

    Linear oder gestreamt – Kurzgefasst

    kleiner türkiser Cartoonvogel
    • Feste Sendezeiten nervten mich schon als Kind.
    • Heute genieße ich das vielfältige Angebot zum Streamen.
    • Der ARD-Vorsitzende persönlich erklärt Nachteile am linearen Sendekonzept.
    • Streaming wirkt sich auf das Klima aus.

    Linear festgebunden

    Ich wurde 1973 geboren. Immerhin hatten wir zunächst vier Sender: ARD, ZDF, WDR3 und NDR3. Eigentlich war Fernsehen damals ein schönes Ritual: Jeden Nachmittag kamen die gewohnten Serien, die wir um die Hausaufgaben und andere Aktivitäten herum drapierten. Mittags gab es den Videotext mit Dudelmusik und nachts rauschte das Fernsehen (YouTube-Video).

    Auf der anderen Seite hat mich als Kind das lineare Fernsehen oft genervt. Als die letzte Folge Pinocchio lief, mein Vater aber unbedingt zum Familienspaziergang aufbrechen musste. Oder als meine Schwester beim Einkaufen fast geplatzt wäre, weil ihr aufging, dass sie gerade „Die Sklavin Isaura“ verpasste. Oder wenn im Wohnzimmer gar nichts ging, weil mein Bruder seinen RTL-Samstag zelebrierte.

    In meiner Londonzeit lernte ich die BBC zu schätzen. Mein Mann und ich nahmen ziemlich jeden Tag eine oder zwei Serienfolgen mit dem Videorecorder auf, die wir uns dann abends ansahen. Als DVDs aufkamen, hatten wir plötzlich noch viel mehr Freiheit für Serienmarathons. Trotzdem haben wir auch dann und wann „normal“ ferngesehen, in Brunsbüttel über Kabel und später in Halstenbek wieder über Antenne.

    Mit der Standardumstellung sind wir raus

    Als auf DVB-T2 umgestellt wurde, zogen wir Bilanz. Unser alter Fernseher funktionierte noch einwandfrei, konnte aber mit dem neuen Signalstandard nichts anfangen. Wir hatten schon einen Fire-TV-Stick und nutzten ansonsten den Fernseher hauptsächlich für DVDs. Daher haben wir uns keinen Receiver oder gar einen neuen Fernseher angeschafft.

    Mit dem Stick haben wir Zugriff auf diverse Sender. Für uns reichen die vollständig aus, denn darüber hinaus stehen ja noch die verschiedenen Streaming Dienste zur Verfügung. Der Stick ist noch das ältere Modell, bei dem wir für Alexa einen extra Knopf drücken müssen, damit sie merkt, dass wir etwas von ihr wollen. Und wenn wir die Steckerleiste ausschalten, hat sie überhaupt keinen Strom mehr. Wir sind einfach nicht so wild darauf, belauscht zu werden.

    Seit der Signalumstellung sehen wir kaum noch linear fern. Hauptsächlich schalten wir manchmal abends Nachrichten ein, entweder in der ARD oder auf 3Sat. Bei letzterem sparen wir uns im Vergleich zum ZDF die Werbung für Gebissreiniger und für Tablettenfür den Bereich der Verdauungsprobleme.

    Wir abonnieren keinen Streamingdienst auf Dauer. Stattdessen warten wir jeweils, bis eine interessante Serie komplett hochgeladen ist, bingen die dann und gucken nach und nach alles andere an, was sich sonst noch für eine Watchliste eignet. Danach ist meist die Konkurrenz wieder mit ihrem Angebot soweit, dass wir sie für ein paar Monate abonnieren. Ich mag diese Flexibilität und Unabhängigkeit sehr.

    Über das Thema Selbstbestimmung habe ich auf meinem Blog schon geschrieben, und selbst wenn es etwas hoch gehängt klingt: Auch die Frage, was ich wann sehe, fällt für mich darunter. Und wenn wir uns dafür entscheiden, einen Abend mit YouTube-Videos über die US-Politik zu verbringen, dann ist das so.

    Auch das ist eine Art Ritual: Am Montag wird John Oliver gestreamt, am Dienstag die Daily-Show-Folge mit Jon Stewart und ansonsten Stephen Colbert, solange es seine Late Show noch gibt.

    Gestreamtes von den Öffentlich-Rechtlichen

    „Linear oder gestreamt“ ist nicht einmal eine Frage der Anbieter. Denn auch die Mediatheken von ARD und ZDF nutzen wir regelmäßig, unter anderem für Satireshows, Dokus und Filme. Zum Beispiel die Sörensen-Krimis und die faszinierende, aber auch frustrierende Serie „Die Affäre Cum-Ex„.

    Diese Angebote unterstützen wir sowieso mit unseren Gebühren. Und das ist aus meiner Sicht auch sinnvoll. Zudem sind die öffentlich-rechtlichen Mediatheken großzügig befüllt mit einer mehr als abwechslungsreichen Auswahl an Videos und Audiodateien unterschiedlicher Längen. Dazu gehören auch Filme in Originalfassungen, die wir sehr gerne ansehen.

    Und die Nachfrage in Form von Klicks entscheidet in den Planungsgremien darüber, welches Format weiter unterstützt wird. Das habe ich im Podcast „Talk ohne Gast“ von Moritz Neumeier erfahren, einem ausdrücklichen Fan der Öffentlich-Rechtlichen. Er hat eine Comedy-Reihe, für die er immer wieder dazu aufruft, sie möglichst bald nach dem Erscheinen in der Mediathek anzusehen statt auf YouTube. Denn die YouTube-Klicks gehen nicht in die Entscheidung für eine weitere Förderung mit ein.

    Einen Haken haben die Mediatheken von ARD und ZDF allerdings: Entsprechend der Depublizierungspflicht müssen Beiträge nach festgelegten Zeiträumen wieder offline genommen werden. Manche Nachrichten verschwinden so schon nach sieben Tagen wieder.

    Was sagt der Vorsitzende der ARD?

    Gerade in der letzten Folge des erwähnten Podcasts ging es um die Zukunft der Frage „Linear oder gestreamt?“ Ausnahmsweise gab es doch einen Gast, und zwar Florian Hager, den aktuellen ARD-Vorsitzenden. Neben der Tatsache, dass jüngere Generationen eher kurze Formate auf TikTok konsumieren, das traditionelle Fernsehverhalten also ein Auslaufmodell ist, erklärte Hager einen entscheidenden Nachteil der linearen Programme:

    „Früher war es ja klar, wenn du eine Doku machst, muss die 45 Minuten lang sein, weil der Sendeplatz 45 Minuten ist. Wenn’s eigentlich viel geiler gewesen wäre, 80 Minuten zu erzählen: Geht nicht, musst du alles kürzen. Und wenn’s einfach nicht so richtig ist: Musste halt strecken auf 45 Minuten. Und das siehst du den Inhalten an.“

    Florian Hager in Talk ohne Gast vom 6.11.2025

    Unter dem Prinzip „Sendeplatz“ leidet also eventuell die Qualität. Siehe meinen Kommentar zur letzten Folge von „Bosettis Late Night“, die extrem davon profitiert hätte, wäre sie länger gewesen. Dann hätte das sehr spannende Gespräch gründlicher ausdiskutiert werden können. In mancher Beziehung bringt es wirklich Vorteile, alte Vorstellungen zu überdenken.

    Der Klimaeinfluss gestreamter Sendungen

    Gestreamte Inhalte werden für alle Nutzer:innen individuell bereit gestellt. Das erfordert in den Rechenzentren mehr Energieeinsatz als ein zentrles lineares Angebot. Daher verursacht es auch unter Umständen mehr CO2-Emissionen. Hier würde es helfen, wenn die Streamingplattformen auf reinen Ökostrom setzten. Wenn du möglichst klimaschonend streamen willst, hat Utopia ein paar Tipps.

    Unterm Strich ist die Geschichte komplex. Aber hier sind die Punkte, die ich beherzige:

    • Inhalte nicht einfach im Hintergrund unbeachtet streamen
    • Nicht die höchste Bildqualität wählen
    • Was mich doch nicht interessiert, ausschalten
    • Über WLAN streamen

    Linear oder gestreamt? Selbstbestimmung!

    Die Zeiten der vier Programme sind zum Glück vorbei. Und gleichzeitig ist das Überangebot an Informationen und Unterhaltung auch nicht immer hilfreich. Für unsere mentale Gesundheit und auch unseren Einfluss auf die Klimakrise lohnt es sich, bewusst fernzusehen, statt sich berieseln zu lassen.

    Von der Entwicklung hin zu individuellerem Konsum kann allerdings die Qualität der Inhalte profitieren. Und vielleicht finde ich ja bei Gelegenheit noch irgendwo die letzte Pinocchio-Folge.


    Wie sieht es bei dir aus?

    Siehst du lieber linear oder gestreamt fern? Oder siehst du überhaupt nicht fern? Was sind für dich dabei die bedeutendsten Beweggründe?

    Fediverse-Reaktionen
  • WMDEDGT im November 25

    WMDEDGT im November 25

    Es ist wieder soweit, Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag machen. Immer am Fünften eines Monats notieren diverse Blogger:innen den Tag über ihre Erlebnisse in einem digitalen Tagebucheintrag. Entsprechend folgt hier mein WMDEDGT im November 25. So langsam fühlt sich das nach einer Gewohnheit an.

    Obendrein sieht der November bei aller modrigen Kompostigkeit hier und da auch zauberhaft bunt aus. Vor allem bei guter Beleuchtung. Also gibt es noch ein Beitragsbild mit Blümchen.

    Ruckeliger Start in den Tag

    Dafür, dass ich gerade mein Nervensystem mit Nikotinpflastern durchfege, wache ich ziemlich müde auf. Allerdings werde ich doch auch ungewöhnlich schnell wacher. Heute ist Mittwoch und Abgabetermin bei DeadlinesForWriters. Habe ich meine Geschichte fertig? Natürlich nicht. Von 1200 Wörtern existieren gerade mal 433. Immerhin habe ich eine genaue Vorstellung davon, was noch passieren wird und wo der Hauptcharakter Paul hin soll.

    Nächstes Jahr werde ich diese Schreibchallenge pausieren. Aber einmal möchte ich es endlich schaffen, 12 Geschichten in 12 Monaten zu erzählen. Seit 2022 bin ich dabei und dieses Jahr ist das erste, in dem ich tapfer durchgehalten habe. Weil ich die Sorte Person bin, die erst unter Druck richtig in Bewegung kommt, habe ich einen großen Teil der Geschichten immer am Abgabetag fertig bekommen. Was der Mensch sich freiwillig für einen Stress macht.

    Zwei goldene Abzeichen an einem Tag

    Auf der anderen Seite motiviert mich meine Habit-Tracker-App gleich beim Frühstück. Für meine abgehakten Habits droppt eine Erdbeere, mit der ich den kleinen Schattenwolf füttern kann. Eigentlich isst er am liebsten Schokolade, aber auch dieses ungeliebte Futter reicht, um ihn zu einem ausgewachsenen Wolf zu machen. Damit habe ich alle 90 Reittiere beisammen und noch reichlich Eier und Schlüpfelixiere in meiner Vorratskammer. Mit dem neu geschlüpften kleinen Schattenwolf habe ich erreicht, was ich eigentlich zum Jahresende hin angedacht hatte: 90 Haustiere schlüpfen lassen, zu großen Tieren durchfüttern und nochmal neu nachschlüpfen lassen. Was den Menschen doch so alles motivieren kann.

    Für die 90 Reittiere und die 90 nachgeschlüpften kleinen Tiere habe ich zwei brandneue Orden in meinen Achievements!

    Prokrastinieren mit ToDos

    Einerseits stehen diese Dinge wirklich auf meinem Programm. Wenn ich sie bis heute Abend nicht abgehakt habe, klaut Habitica mir morgen früh Gesundheitspunkte. Also habe ich

    • Bilder von png auf webp umgebastelt
    • WordPress-Grundlagen gelernt
    • Barrierefreiheits-Grundlagen gelernt
    • die Treppe gefegt und die Teppiche im Eingangsbereich sowie vor meinem Unterrichtsraum gesaugt
    • Arbeitsblätter aussortiert, die ich nie im Leben mehr einsetzen werde
    • Altpapier aus dem Haus gebracht

    Leider ist um 10:30 Uhr die Liste abgearbeitet. Jetzt hilft es nichts mehr, jetzt muss ich Paul durch alle Irrungen und Wirrungen zu seinem Date begleiten, damit ich heute Abend die Story hochladen kann.

    Buchstäblich kurz nach zwölf

    Um zehn nach zwölf hat Paul sein Date fast ruiniert und gerade noch so das Ruder rumgerissen. Bei 1212 Wörtern höre ich auf und freue mich über eine Portion Meal-Prep-Gemüse mit Tofu. Dazu höre ich zwei Artikel von Perspektive Daily an. Eine weitere neue Gewohnheit, die ich aktuell etabliere, um Doomscrolling durch die neuesten YouTube-Videos zu vermeiden. Heute geht es um das deutsche Gesundheitssystem.

    Außerdem richte ich einen Mastodon-Account für einen Bildungsverein ein. Es geht um Mensch-Tier-Bildung, die Workshops an Schulen anbieten, bei denen Kinder altersgerecht lernen, wie es Tieren in der Landwirtschaft geht. Ich habe mich angeboten, dieses Profil zu erstellen und betreuen, weil ich die Arbeit des Vereins toll finde und sowieso gerne Zeit im Fediverse verbringe.

    Nach dem Mittagessen geht es ans Editieren. Ich entferne Tipp- und Grammatikfehler, überflüssige Wörter und merkwürdige Formulierungen. Stattdessen füge ich hier und da noch ein paar erklärende Sätze ein und schlage Synonyme nach. Dieses Kurzgeschichtenprojekt hilft immerhin dabei, mein Englisch lebendig zu halten und immer mal wieder neuen Slang zu lernen. Mein größtes Problem ist immer noch die Zeichensetzung.

    Die letzte Story, fällig am 3. Dezember, soll nur 300 Wörter lang sein. Ich trage sie mir mal für mein langes Wochenende auf Amrum Mitte November ein. Vielleicht schreibe ich diese Geschichte ja wirklich mal nicht auf den letzten Drücker und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Auf der Insel will ich auch noch Geschichten andere Teilnehmender lesen und kommentieren. Das hat in letzter Zeit auch gelitten und es gehört eigentlich zum Deal dazu.

    Mit dem Schrittzähler zur Deutschstunde

    Mit diesem Arbeitsweg kann ich gut leben.

    Am Nachmittag gehe ich zu einem Schüler außer Haus. Dieses Schuljahr sind alle meine Auswärtstermine zu Fuß erreichbar. Das finde ich sehr praktisch, denn so komme ich auch mit meinem Schrittzähler ganz gut voran. Von irgendetwas muss ja die Kondition kommen. Der nächste Termin ist dann bei mir Zuhause und direkt im Anschluss hätte ich eigentlich nach Wedel los gesollt. Dort findet das Treffen der Omas gegen Rechts statt.

    Leider ist Wedel vom ÖPNV her für mich schlecht erreichbar und ich habe da kaum Ortskenntnis. Im Dunklen einen Parkplatz zu suchen zählt nicht gerade zu meinen Lieblingshobbys, daher bin war schon vorher den ganzen Tag unterschwellig mächtig nervös. Ich wollte mein erstes Treffen mit dieser Gruppe nicht mehr weiter vor mir herschieben. Auf der anderen Seite achte ich inzwischen mehr auf meine Bedürfnisse und es wäre einfach richtig stressig geworden.

    Also sage ich schweren Herzens ab. Fühle mich einerseits bisschen drückebergerig, andererseits bin ich zufrieden mit mir, dass ich so gut auf mich aufpasse. Den Abend lasse ich mit 5153 Schritten auf dem Konto bei einem Franzbrötchen, einer Einheit aus dem Duolingo-Schachkurs und ein paar YouTube-Videos über die Mamdani-Wahl ausklingen.


    Soweit zu meinem WMDEDGT im November 25. Wie war dein fünfter November?

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick Oktober 25 – Schon wieder Ferien!

    Monatsrückblick Oktober 25 – Schon wieder Ferien!

    „Das ist ja zu schön, um wahr zu sein!“

    So reagierte einer meiner neuen Schüler Anfang des Monats. Ich durfte ihn online auf seine Klausur in „Mathe für BWL“ vorbereiten und für vieles, was ihm in den Vorlesungen extrem kryptisch vorkam, lieferte ich ihm überraschend einfache Übersetzungen. Bei der Gelegenheit fiel mir wieder auf, wie kompakt und auf den ersten Blick unverständlich die Sprache der Mathematik wirkt.. Meinen Monatsrückblick Oktober 25 schreibe ich in den Herbstferien, die fast alle meiner Schüler:innen netterweise frei machen.

    Wobei sie dieses Schuljahr auch jede Gelegenheit zur Erholung nutzen sollten. In Schleswig-Holstein und Hamburg lagen die Sommerferien ungewöhnlich spät. Entsprechend werden November und Dezember mit Klausuren und Arbeiten vollgepackt sein. Denn die Lehrkräfte müssen ja irgendwie bis zu den Zeugniskonferenzen wieder ein paar Noten zusammen sammeln.

    Der größte Haken am Oktober war die Erkältung. Seit 2020 hatte ich kaum Infektionen, bis auf Corona im September 23. Jetzt hat es mich nochmal erwischt und ich war auf diese Halsschmerzen und das Geschniefe gar nicht mehr vorbereitet. Immerhin kein SARS-CoV-2 und einigermaßen erträglich.

    Was hatte ich im Oktober 25 vor und was ist daraus geworden?

    • zum Inktober jeden Tag etwas zeichnen und bei der Gelegenheit meinen Zentangle-Muskel reaktivieren 👍
    • hoffentlich durch die Oktober-Ausgabe der Blogparade „relevant“ inspiriert werden 👍
    • an der Habitica-Kostümchallenge teilnehmen: Das war mir doch zu viel Aufwand 😀
    • Mit einer anderen Habitica-Challenge jeden Tag etwas lernen: Für jeden Tag hat es nicht gereicht, aber in der zweiten Oktoberhälfte habe ich regelmäßig die Onlinekurse von WordPress bearbeitet. Also halbwegs 👍
    • mit der 30-Tage-Clutterbug-Challenge sedimentierten Kram loswerden 👍
    • nochmal über die A7 wandern und nachgucken, ob die Bäumchen dort immer noch so spirrelig aussehen und wie sich die Schrebergärten gemacht haben: Das schiebe ich in den November, auch weil ich dann für 30 Tage ein Deutschlandticket habe, das abgefahren werden will.
    • eine weitere Kurzgeschichte schreiben 👍
    • ins Kino gehen 👍 (Downton Abbey)
    • weiter mit Nordic Walking meine Kondition stärken: Bin eher spazieren gegangen, das aber tapfer.
    • am Blogtoberfest teilnehmen 👍
    • meinen YouTubeablgorithmus auf Kreatives und Erbauliches umerziehen 👍 Da geht aber noch ein bisschen mehr 🙂
    • keine weiteren Aufträge annehmen. So wie es gerade ist, läuft es ideal. 👍

    Dafür, dass die Liste so lang ist, bin ich super zufrieden mit der Anzahl der Daumen nach oben.

    „Heave Ho, Out You Go!“

    Die Clutterbug-Challenge wollte ich schon länger ausprobieren. Ende September habe ich sie mir dann einfach in die Oktoberpläne gesetzt und das hat richtig gut funktioniert.

    Worum geht es? Die Aufräumexpertin Cas hat einen Plan für dreißig Tage zusammengestellt, bei der jeden Tag fünf Minuten entrümpelt wird oder mindestens fünf Dinge gefunden werden, die das Zuhause verlassen. Begleitet von Sprüchen wie in obiger Überschrift.

    Ein großer Pluspunkt ist die wirklich kurze Zeit, die ich jeden Tag investiert habe. Solche niedrigschwelligen Aktionen brauche ich, um aktiv zu werden, statt zu prokrastinieren. Allerdings komme ich alleine oft nicht auf diese simple Idee. Stattdessen nehme mir gerne mindestens fünfzehn Minuten vor, soll ja auch etwas bringen. Und der Unterschied kann schon eine Menge ausmachen, ob etwas dann nur Plan bleibt oder Realität wird.

    Auch die Auswahl an „Tatorten“ ist sehr hilfreich. Genauso wie die sehr nachsichtige Art, mit der Cas uns in ihren Videos ermutigt, Dinge loszulassen, die ihre Aufenthaltsdauer bei uns schon längst überschritten haben. Umgekehrt geht sie sehr sanft damit um, wenn wir etwas eben doch noch nicht hergeben wollen. Mich hat sie damit sehr effektiv abgeholt und motiviert.

    Ich habe an allen dreißig Tagen der Challenge meine fünf Minuten erledigt. Dabei fand ich auch immer eine Handvoll Kram, der mir heute nicht mehr auf der Seele liegt. Als es darum ging, ein Kinderzimmer oder ein Auto zu entrümpeln, habe ich stattdessen nochmal meinen Hobbyfriedhof besichtigt, auch als Bastelregal bekannt. Wahnsinn, wie befreiend die Erlaubnis wirkt, da rigoros durchzusortieren.

    Ich werde diese Gewohnheit noch eine Weile weiter führen. Allerdings nicht mehr täglich und nur so lange, bis ich mit der Menge an Kram in meinem Zuhause einverstanden bin. In ihrem Begleit-PDF schreibt Cas:

    „I give you permission to suck“

    Cas Clutterbug

    Und seltsam: Mit dieser Erlaubnis entspannt sich mein inneres Team und alle ziehen mit.

    Herbstfarben

    Der Oktober hat optisch super abgeliefert. Von den spektakulären Sonnenaufgängen über die Rosen im Regen zum goldleuchtenden Laub vor blauem Himmel. So war es leicht, wirklich jeden Tag für ein paar Schritte vor die Tür zu gehen.

    Das unscharfe Bild mit den Blättern gehört zu meinem Beitrag zum Projekt52. Das Stichwort war „Gönn ich mir“ und wenn ich mir im Herbst etwas gönne, dann mit den Füßen durch jeden, aber auch wirklich jeden Laubhaufen durch zu rascheln. Im Herbst bin ich manchmal innerlich fünf Jahre alt und sauge die Farben, den Wind und auch den Regen auf wie ein Schwamm.

    Kreativ durch den Oktober

    Neben den Photos zu den vier Stichworten für das Kreativprojekt Projekt52 standen 31 Zeichnungen für den Inktober an. Dabei stellt der Initiator Jake Parker jedes Jahr eine Liste mit Begriffen zusammen, einen für jeden Tag im Oktober. Und dann wird dazu passend assoziiert und gewerkelt..

    Im Original ist das tatsächlich in schwarzer Tinte auf weißem Papier gemeint. Allerdings habe ich viele farbenfrohe Aquarellbilder und auch digitale Kunstwerke gesehen. Es war inspirierend, wie unterschiedlich die Teilnehmenden die Prompts jeweils interpretiert haben. Manche Begriffe waren sehr weit auslegbar, manche in ihrer ursprünglichen Bedeutung sehr dicht beieinander, zum Beispiel Ragged und Shredded.

    Die Aktion war mir schon vor ein paar Jahren aufgefallen. Dieses Mal überwog die Neugier die Zweifel. Und es hat sich für mich sehr gelohnt: Jeden Tag ein Bild hochzuladen, auch wenn ich nicht mit allen davon gleich zufrieden bin, hat sehr gut getan. Und durch die relativ hohe Frequenz hatte auch die negative innere Stimme kaum eine Chance, mich ins Grübeln zu bringen, ob das immer die ideale Umsetzung aller Prompts war.

    Die Challenge ist eine super Übung darin, sich nicht mit anderen zu vergleichen. Manche Teilnehmende haben extrem detaillierte Bilder eingereicht. Manche scheinen mir Kunstprofis zu sein. Meine Messlatte war, dass ich überhaupt ein zum jeweiligen Prompt einigermaßen passendes Bild fertig bekommen habe. Likes waren nur ein Sahnehäubchen.

    Außerdem war diese Aktion eine tolle Gelegenheit, ein früheres Hobby aus dem Friedhof heraus zu reaktivieren. Zentangle ist anscheinend dem Fahrradfahren ähnlich. Jedenfalls hat mein Muskelgedächtnis in den meisten Fällen sehr brav mitgespielt.

    Nächstes Jahr bin ich sehr wahrscheinlich wieder mit dabei. Es sei denn, die Begriffe sprechen mich überhaupt nicht an. In den kommenden Wochen möchte ich die hier erzeugte kreative Welle noch ein bisschen weiter reiten, allerdings nicht mehr unbedingt mit einem Ergebnis pro Tag.

    Alle meine Inktober25-Bilder gibt es in meinem Pixelfedprofil.

    Was habe ich im Oktober 25 gehört?

    Medien rauben uns Lebenszeit. Wie wir uns wehren können

    Die neueste Folge des Podcasts „Wind und Wurzeln“ von Marina Weisband beschäftigt sich damit, wie Internetplattformen unsere Aufmerksamkeit an sich fesseln. Was mich begeisterte, war die Erinnerung an das Konzept des konstruktiven Journalismus. Dieser liefert nicht ausschließlich „Gute Nachrichten“, sondern wenige Artikel, dafür gründlich recherchiert und lösungsorientiert. Eine erfrischende Alternative zur sonstigen Click-Bait-Dusche.

    In dieser Podcastfolge kommt unter anderem Maren Urner als Neurowissenschaftlerin zu Wort. Sie erklärt, warum wir so oft dem Doomscrolling in die Falle tappen. Han Langeslag von Perspective Daily erklärt, wie sich durch veränderte Formen der Berichterstattung und des Nachrichtenkonsums unsere Sicht auf die Welt ändert. Und wie sich das dann umgekehrt auf die Welt auswirkt.

    Jetzt bin ich sehr motiviert, regelmäßig Perspektive Daily zu lesen. Das hilft hoffentlich auch beim YouTube-Doom-Fasten.

    Was habe ich im Oktober 25 gesehen?

    Die Zerstörung der Zerstörung der CDU

    Neben „Downton Abbey – Das große Finale (Nun aber wirklich der letzte Teil, ganz bestimmt!)“ nutzten wir die 3Sat-Mediathek für die aktuelle Folge von „Bosetti Late Night“. Sarah Bosetti hat sich für diese Ausgabe überlegt, die CDU zu retten, und bespricht diesen Plan unter anderem mit vier Gästen.

    Gilda Sahebi kritisiert die Unionsparteien im Ganzen. Bianca Praetorius ist als Klimaaktivistin in die CDU eingetreten, um ihr Herzensthema dort von innen zu vernetzen. Stephan Meyer hat sich als Landrat von Görlitz gegen einen AfD-Kandidaten durchgesetzt und berichtet von seinen Erfahrungen auf der regionalen Ebene. Der Politikwissenschaftler Jens Hacke trägt zusätzliche Einschätzungen bei.

    Die Mischung ist konstruktiv und rund. Das einzige Problem an der Sendung ist der viel zu kurze zeitliche Rahmen. Dadurch werden die unterschiedlichen Sichtweisen nur angerissen und ich würde mir eine Anschlussdebatte mit den gleichen Gäst:innen (wie Sarah Bosetti gerne sagt) in der nächsten Folge wünschen. Vielleicht hätte der Comedyblock mit Cristoph Sieber ausfallen können. Trotzdem aus meiner Sicht eine sehenswerte Sendung.

    Was habe ich im Oktober 25 gebloggt?

    Monatsrückblick September 25 – Eine Zahl hat’s nicht geschafft
    Beim Monatsrückblick September 25 gibt es ein paar Perspektivwechsel, Schönes für die Seele und Optimismus für das nächste Schuljahr.

    WMDEDGT im Oktober 25 – Herzlichen Glückwunsch, Herr N.
    Das WMDEDGT im Oktober 25 eröffnet eine Tradition: An diesem Tag werde ich vermutlich immer Geburtstagskuchen zeigen.

    Wie ich mich fortbewege
    Für die relevant-Blogparade erkläre ich, wie ich mich fortbewege. Wann, unter welchen Bedingungen und warum.

    To-Want-Liste für das 4. Quartal 25
    Meine To-Want-Liste für das 4. Quartal 25! Was möchte ich bis Silvester 2025 gerne erleben, lernen oder sehen? Und was habe ich bisher aus dem Projekt ToWant gelernt?

    Blogstatistiken – Bloggerschnack Oktober 25
    Meine Antwort auf die monatliche Umfrage des Bloghexenforums. Im Oktober 25 berichte ich über meine Haltung zu Blogstatistiken.

    Vegane Würstchen – Wo ist das Problem?
    Warum vegane Würstchen kein Problem sind, das wir durch Sprachverbote in den Griff bekommen müssen und was stattdessen besprochen gehört.

    Lernzettel schreiben oder lernen – Wo ist der Unterschied?
    Viele meiner Schüler:innen schreiben regelmäßig Lernzettel. Aber wie sinnvoll ist diese Vorbereitungsmethode wirklich?

    Bürgergeld, Stadtbild, Brandmauer – Was können wir tun?
    Die Regierung spricht über Bürgergeld, Stadtbild und Brandmauer. Worum geht es eigentlich und was können wir tun?

    11 Dinge, die ich als bloggende Unternehmerin 2025 anders mache
    Als bloggende Unternehmerin habe ich über die Jahre viel gelernt. Hier erfährst du, was ich heute nicht mehr oder anders mache und warum.

    Projekt52 Oktober 25
    Mein Beitrag zum Kreativprojekt Projekt52 im September 25. Die Stichpunkte: „Es war einmal“, „Zug“, „Action“ und „Gönn ich mir!“

    Magical Shortcuts
    Mein Beitrag zu DeadlinesForWriters im Oktober mit dem Stichwort „Excellence“ und der Wörterzahl 1800.

    Außerdem fünf Blogbeiträge zum Kreativprojekt Inktober25. Insgesamt komme ich so auf 16 Blogposts.

    Monatsrückblick Oktober 25 in Mastodönekes:

    Diese neue Kategorie habe ich mir bei Uschi Ronnenberg von IchTuWasIchKann abgeguckt. Manches im Fediverse möchte ich mir merken, aus den unterschiedlichsten Gründen. Ein paar dieser Perlen tauchen ab jetzt in meinen Monatsrückblicken auf.

    Herbst ist doof

    Ein .

    Nass.
    Kalt.
    Windig.
    Nass und Kalt.
    Kalt und windig.
    Windig und nass.
    Nass und kalt und windig.
    ist doof.

    27. October 2025, 06:27 3 Boosts 5 Favoriten

    Mein Mann fühlte sich sehr verstanden. Im Gegensatz dazu habe ich selbst keine Ahnung, was Tina meint 😉 Trotzdem sehr poetisch.

    Gravity

    Those stories about tech bros and their race to put humans on other planets or live in space, and they frame these massive strokes of ego as somehow benefiting the entire human race.

    The vast majority of people on earth are trying to escape poverty, not gravity.

    Ein Zitat für die Wand: Die meisten Menschen wollen der Armut entkommen, nicht der Gravitation.

    ToWants im Oktober 25

    Für meine Monatsrückblicke werde ich ab jetzt auch immer nachsehen, wie die ToWants laufen. Diese Punkte waren im Oktober sehr erfreulich:

    • 30-Tage-Decluttering-Challenge – Sehr erfolgreiches Konzept!
    • die frischen Temperaturen genießen – Hat sehr gut getan!
    • Grundlagen von WordPress – Da waren ein paar neue Erkenntnisse dabei, unter anderem zum Rasterblock.
    • Blogartikel rund um die Schulmathematik – Dafür habe ich über Ansichten zum Lernzettel geschrieben
    • 250 veröffentlichte Blogartikel zum Jahresende – Aktueller Stand sind 247 (inklusive diesem Monatsrückblick Oktober 25) 😀
    • Arbeitsfreies Wochenende – Habe ich durchgezogen!
    • Webseite immer barriereärmer – Die Farbkontraste sind deutlich besser und es gibt mehr „sprechende Links“
    • zum Jahresende 90 groß gezogenene Haustiere in Habitica – aktueller Stand sind 87! Das geschenkte Extrafutter zu Halloween hat nochmal einen Schub gegeben 😀
    • Duolingo-Schachkurs – Schachmatt habe ich rauf und runter geübt, als nächstes lerne ich Spielanfänge. Der Kurs macht immer noch viel Spaß!

    Was mir an der ToWant-Liste gut gefällt: Sie ist nicht nur Wunschzettel an mich selbst und eine Erinnerungshilfe, sondern auch eine Teststrecke für Vorhaben. Wenn etwas mehrfach in den Anschlussmonat weiter geschleift wird, will ich es vielleicht doch gar nicht so sehr. Und das ist ja auch eine Erkenntnis.

    Und was war sonst noch los?

    Die bunten Schirme haben Menschen bei der Hamburger Stadtbild-Demo vor dem kalten Dauerregen geschützt.

    Die bestellten Nikotinpflaster kamen in einem hoffnungslos überdimensionierten Paket, die neue Matratze war dagegen so kompakt vakuumiert und eingerollt, dass der Karton beunruhigend klein wirkte.

    Immerhin, eine Katze passte hinein.

    Vorherige Oktoberrückblicke

    Für den Monatsrückblick Oktober 25 blättere ich noch weiter zurück, was in den Vorjahren los war. So langsam ergibt sich eine Kette von Blogartikeln, an denen ich ablese, wie sich mein Leben entwickelt hat.

    Oktober 23: Vor zwei Jahren tat ich mir ziemlich leid, dass mein Energiekonto so leer gesogen war. Dafür hat mich immerhin das erste Blogtoberfest auf eine Spur gesetzt, auf der sich mein Verhältnis zum Wollen und Müssen grundlegend geändert hat.

    Oktober 24: Im Vorjahr habe ich furchterregende Dinos gesehen und Nirvana vom Flügel gehört. Dass das schon wieder so lange her ist kann ich kaum glauben.

    Was habe ich im November 25 vor?

    • Mal wieder mit den Four Agreements beschäftigen. Ich habe sie bei Leslie Fightmaster kennen gelernt und das Gefühl, aktuell brauche ich eine Wiederholung dringender als je zuvor.
    • Ich werde in Sachen UnplugTrump meinen YouTube-Kanal löschen und zu PeerTube umziehen. So weit der Plan.
    • Mit den Nikotinpflastern aus dem Paket befreie ich meine Synapsen von Spikeproteinbruchstücken. So weit der Plan.
    • Ich verbringe ein langes Wochenende auf Amrum.
    • Die Clutterbugchallenge wird fortgesetzt, wenn auch nicht täglich.
    • Meine elektronische Sammlung von Photos wird unter anderem unter den Hashtags Bloomscrolling, ThinkTrunkTuesday und SilentSunday geteilt.
    • Wir werden ein Testament aufsetzen.
    • Es findet mehrmals Nordic Walking und einmal ein Ansatz zur Laufrunde statt.
    • Ich werde nochmal über die A7 wandern und nachgucken, ob die Bäumchen dort immer noch so spirrelig aussehen und wie sich die Schrebergärten gemacht haben.
    • Das schwarze Leinen vernähe ich endlich zu einer Hose. Mit Taschen!

    Wie war dein Oktober 25?

    Und so endet mein Monatsrückblick Oktober 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit?

    Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. Bei ihr findest du auch ihren eigenen Monatsrückblick auf den Oktober 25 mit der Möglichkeit, deinen zu verlinken.

    Blühst du im Herbst auch so auf? Oder siehst du eher mit Sorge auf die kommenden dunklen Tage?


    Dir hat dieser Beitrag gefallen? Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Monatsrückblicke wie dieser.

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