Blog

  • Bloggen und Social Media – Bloggerschnack Februar 26

    Bloggen und Social Media – Bloggerschnack Februar 26

    Im Februar ist für den Bloggerschnack meine Content-Strategie gefragt. Habe ich überhaupt eine und wie verbinde ich Bloggen und Social Media? Besagter Schnack ist eine monatliche Gemeinschaftsaktion des Bloghexenforums. Die Themen stehen vorher fest und alle, die dazu Redebedarf haben, bloggen bis zum Ende des Monats darüber und verlinken sich gegenseitig. So entsteht ein Netzwerk von Informationen zu diversen Aspekten des Blogger:innenlebens.

    Auf welchen Plattformen bin ich aktiv und wie oft?

    Ich bin an mehreren Stellen im Fediverse präsent. Und zwar habe ich meinen Blog mit dem ActivityPub-Plugin als eigene Instanz eingebunden, dazu noch einen Mastodonaccount und ein Pixelfedprofil.

    Auf der Microbloggingplattform Mastodon gucke ich mehrmals täglich in meinen Feed. Ich folge dort mehreren Hundert anderen Profilen und vielen spannenden Hashtags, wodurch sich oft interessante Gespräche ergeben.

    Seit ich meinen privaten Account gelöscht habe, trete ich auf Mastodon nur noch mit dieser einen Identität auf. Das führte dazu, dass das ursprünglich etwas herumdümpelnde Businessprofil jetzt intensiver in den Austausch kommt.

    Zunächst hatte ich etwas Bedenken, ob ich dann noch so authentisch würde auftreten können wie mit dem privaten Profil. In der Realität läuft das allerdings problemlos. Denn auf meinem Blog bin ich ja auch ich selbst, warum sollte ich in einem sozialen Netzwerk meine Persönlichkeit nicht zeigen können?

    Die Bilderplattform Pixelfed habe ich während des Inktobers und zur Januarchallenge „Fragment of Your Imagination“ täglich genutzt. Zwischenzeitlich schaue ich dort seltener hinein und teile auch nicht so häufig Bilder, obwohl ich es mir immer wieder vornehme. Denn für die Hashtags Meermittwoch, Fensterfreitag, Bloomscrolling und SilentSunday habe ich an sich schon einen üppigen Vorrat an Bildern elektronisch auf meinem Computer abgelegt.

    Meine eigene Instanz füttere ich jedes Mal, wenn ich hier im Blog auf „Veröffentlichen“ klicke. Inzwischen steht auch ein „Social Web“ Fenster im Backend zur Verfügung, auf dem ich anderen Menschen folgen könnte. Das nutze ich allerdings nicht, denn zum Lesen, Liken, Kommentieren und Boosten anderer Personen reicht mir mein Mastodonprofil.

    Es ist vermutlich aufgefallen, dass weder Meta noch YouTube noch Pinterest auf meiner Liste stehen. Den YouTube-Kanal und meinen privaten Facebook-Account habe ich im Februar 2025 gelöscht.

    Wo teile ich was, wie und warum?

    Meistens teile ich meine Blogbeiträge nicht noch einmal über meinen Mastodon-Account. Dadurch, dass ich den Hashtag Blog immer verwende, werden die Artikel automatisch vom Bot „Journalism & Comment“ geboostet. Das gibt mir schon einiges an Reichweite. Den Mastodon-Account nutze ich eher für direkte Konversationen mit anderen Menschen, auch abseits von meiner Webseite und meinem Nachhilfeunternehmen, obwohl die Profilbio hierhin verlinkt.

    Dafür teile ich Blogbeiträge anderer Menschen über Mastodon, wenn ich sie gut finde und sie mehr Menschen zugänglich machen möchte. Immer wieder nehme ich mir vor, das noch häufiger zu machen und auch andere Menschen dazu anzuregen, diese Möglichkeit zu nutzen. So ein „Hey, guck mal! Hier hat jemand etwas richtig Spannendes geschrieben“ kostet nichts und diejenigen, die es nicht interessiert, können einfach weiter scrollen.

    Pixelfed nutze ich für meine Bilder, sowohl Projekt52-Photos als auch Selbstgemaltes und Zentangle. Für die erwähnte „Fragment of Your Imagination“-Challenge habe ich beschlossen, diese Bilder nicht in meinem Blog zu zeigen wie noch im Inktober, sondern sie in meiner ToWant-Liste und meinem Monatsrückblick auf den Januar zu erwähnen und dann auf die Pixelfed-Collection zu verlinken. So habe ich weniger eher inhaltsarme Blogbeiträge und trotzdem gehen diese kreativen Werke nicht unter. Bisher plane ich aber, die Projekt52-Ergebnisse weiterhin einmal im Monat zu verbloggen.

    Die Meditationen, die ich auf YouTube hochgeladen hatte, haben inzwischen auf meiner Webseite ihr Zuhause. Im Nachhinein war es fast übertrieben, dafür einen YouTube-Kanal einzurichten. Eigentlich hatte ich zwischenzeitlich noch Reels und Lernvideos geplant, allerdings ist das im allgemeinen ToDo-Alltag und der guten alten Prokrastination untergegangen, am Ende wohl auch kein Verlust. Sollte ich irgendwann doch noch einmal Mathe- oder Englischvideos erstellen, richte ich dafür einen PeerTube-Account ein.

    Wie fügen sich meine Inhalte zusammen?

    Seit der Löschung meines privaten Mastodonprofils sind die Komponenten Blog, Mastodon und Pixelfed wie von selbst organisch zusammengewachsen. Der Vorteil am Fediverse ist, dass alles verbunden (oder wieder Name sagt föderiert) ist und von verschiedenen Plattformen aus gesehen wird. Daher muss ich mir keine Gedanken machen, was ich wie oder wo teilen möchte. Ich muss auch alles grundsätzlich nur einmal teilen, wer mir folgt, sieht es so oder so. Dadurch sind Bloggen und Social Media für mich jetzt eine ziemlich nahtlose Einheit.

    Erfahrungen und Lektionen aus der Vergangenheit

    Das Hamsterrad und die Pyramide

    Als ich noch meine Blogposts auf Meta teilte, brachte mir das so gut wie gar nichts. Weil mein Blog nichts verkaufen soll, sah ich auch nicht ein, Werbung zu schalten, also für Geld meine Reichweite künstlich und vorübergehend zu erhöhen. Ich bin zudem nicht die Sorte Person, die gerne für sich Werbung macht oder sich aufdrängt.

    Meta war für mich ein recht sinnloses Hamsterrad. Es teilte mir regelmäßig mit, ich solle häufiger posten und eigentlich auch gerne mal Reels produzieren. Ich habe nicht einmal Probleme damit, Videos von mir aufzunehmen oder zu zeigen. Aber den Aufwand halte ich in diesem Fall nicht für gerechtfertigt.

    In meinen Augen strampeln sich in den sozialen Netzwerken viele Menschen relativ fruchtlos ab. Wirklich nennenswerte Aufmerksamkeit bekommt nur der obere Teil der Pyramide, der eventuell noch Kurse in Meta-Strategien verkauft. Und dann haben wir noch nicht über die rechtslastigen Tendenzen der Plattform-Oligarchen gesprochen. Bei Interesse hält die Webseite zum Digitalen Unabhängigkeitstag reichlich Informationen bereit.

    Haltung statt Strampeln

    Erstaunlicherweise läuft mein Blog ohne Meta um Welten besser. Ich habe mehr Freude am Schreiben und erreiche die Menschen, die meine Beiträge gerne lesen, ganz ohne Reels und ohne Contentstrategie. Ohne Verkaufsbsichten für meinen Blog kann ich ganz locker veröffentlichen, ganz wie Judith Peters sagt:

    Blog like nobody’s reading!

    Judith Peters

    Oder wie ich es auf ganz wunderbaren Aufklebern gelesen habe;

    Schreib nicht für Reichweite.
    Schreib für Resonanz.

    Anna Koschinski

    Offenbar gibt es eine Menge Nachfrage für Texte mit dieser Haltung im Hintergrund. Und mit den richtigen Hashtags erziele ich lieber echte Reichweite als nur scheinbare. Meine wichtigsten Kriterien für das Thema Bloggen und Social Media sind inzwischen diese:

    • Schreibe über das, was dich bewegt, und was dich interessiert.
    • Vernetze dich dort, wo du dich wohl fühlst und du selbst sein kannst.
    • Vertraue auf den Prozess.

    Eine Einschränkung hätte ich aber noch: Auch im Fediverse halten sich nicht nur permament nette und entspannte Personen auf. Dort schreiben und kommentieren immer noch Menschen mit allen sich daraus ergebenden Gruppendynamiken. Seit ich das realisiert habe, achte ich noch mehr auf mein Bauchgefühl, wenn mir jemand von Anfang an anstrengend erscheint. Hoffentlich hilft das, unnötige Konflikte noch mehr zu vermeiden, oder wenigstens beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein.

    Wie siehst du das?

    Wie verbindest du die Konzepte Bloggen und Social Media?

    Hast du deine Haltung dazu auch schon einmal radikal geändert? Oder hat sich deine Strategie über lange Zeit bewährt?

    Oder hast du, ähnlich wie ich, gar keine ausdrückliche Strategie?

    Weitere Beiträge zu „Bloggen und Social Media“

    Bisher haben diese Personen mitgemacht, die Liste werde ich immer wieder aktualisieren:

    Fediverse-Reaktionen
  • Meine Blog-Lektionen 2025 – Resonanz, Wellenlängen, Groove

    Meine Blog-Lektionen 2025 – Resonanz, Wellenlängen, Groove

    2006 begann ich bei Twoday zu bloggen, später bei Blogspot. Allerdings war nach dem Theater um die Impressumspflicht erst einmal Pause. Seit 2020 haben sich an diesem Ort insgesamt 278 Artikel angesammelt, 39 weitere stecken noch in meiner Entwürfe-Vorratskammer. Mit sage und schreibe 109 hat das vergangene Blogjahr mir persönlich offenbar gut getan. Daher ziehe ich heute noch einmal Bilanz, woran das gelegen hat. Und hier sind sie, meine wichtigsten Blog-Lektionen 2025:

    Meine Blog-Bilanz 2025

    Ich betreibe keine Statistiktools. Deswegen weiß ich auch nicht, wie oft meine Blogbeiträge geklickt werden. Für meine Blog-Lektionen 2025 verwende ich daher andere Kriterien.

    Meine 5 meistkommentierten Blogartikel 2025

    Diese Beiträge sind deckungsgleich mit den fünf am häufigsten kommentierten Artikeln seit 2020. Und das sagt schon alles über mein Blogjahr 25 aus.

    Die absoluten Zahlen (immer inklusive meiner Antworten) mögen nicht alle anderen Blogger:innen beeindrucken. Trotzdem zeigen sie mir, dass es richtig war, meine Vernetzung ganz neu auszurichten.

    Meine 5 längsten Blogartikel 2025

    Anfang bis Frühjahr 2024 habe ich eine Serie über das Matheabitur gebloggt. Hauptsächlich darüber, was alles drankommen kann, und diese Artikel finden sich auf Platz eins (8.956), zwei (8.883), fünf (4.945) und siebzehn (2.706) meiner längsten Artikel. Verglichen damit habe ich mich 2025 wirklich kurzgefasst.

    Es überrascht mich nicht, dass zwei Monatsrückblicke in der Liste auftauchen. Am Ende eines Monats habe ich einfach immer viel zu erzählen! Manchmal frage ich mich, ob ich mal ein paar Kategorien rausnehmen sollte. Und dann freue ich mich doch wieder, wenn ich im Folgejahr nochmal drauf klicke und sehe, was ich alles gelesen und gehört habe und was im Fediverse alles los war.

    Meine 5 wichtigsten Blogartikel 2025

    Ein Teil der Beiträge, die mir besonders am Herzen lagen, kam schon in den anderen Kategorien vor, das gibt mir etwas Platz für weitree Lieblinge. Denn wichtig waren sie mir irgendwie alle.

    2025 habe ich mich bewusst mehr politisch positioniert. Außerdem habe ich wieder an sehr vielen spannenden Blogparaden teilgenommen und über Mathematik gebloggt.

    • Perspektiven auf Zuversicht: Die Zusammenfassung meiner ersten selbst gestarteten Blogparade. Sie hat mich auf mehreren Ebenen bereichert: Zunächst mit verschiedenen Perspektiven auf Zuversicht. Und zum anderen damit, dass sich immerhin vier andere Menschen beteiligt haben.
    • 42 ist die Antwort – Von Memes und Desinformation: Dieser Beitrag verbindet einen persönlichen regelmäßigen Aufreger mit einem extra Rant über schräg laufende Kommunikation. Das Thema Propaganda hat mich 2025 sehr beschäftigt.
    • Mathe Abi Vorbereitung: Diesem Artikel fasst alle meine Abitur-Vorbereitungsbeiträge zusammen. Das Ziel ist, Abiturient:innen möglichst rechtzeitig und möglichst umfassend zu informieren.
    • Probleme mit Mathe – Was ich bei der Nachhilfe beobachte: Das Fach Mathematik hat für mich eine besondere Bedeutung. Gleichzeitig macht es anscheinend den meisten Schüler:innen Schwierigkeiten. Mit diesem Blogpost teile ich meine Erfahrungen aus neun Jahren Schuldienst plus inzwischen mehr als zehn Jahren Nachhilfe.
    • Tag der Fehler – 15. August: Stellvertretend für meine vielen Blogparadenbeiträge war es mir eine Freude, über die großen Vorteile des Fehlermachens zu schreiben.

    Meine Blog-Erfolge 2025

    Von 2024 auf 2025 habe ich die Zahl meiner Blogposts von 51 auf 109 mehr als verdoppelt. Mit dem Ausstieg aus Meta und dem Anbinden meines Blogs an das Fediverse hat sich hier überhaupt erst ein Austausch in den Kommentaren entwickelt. Daneben habe ich eine Menge andere interessante Blogger:innen kennengelernt, hauptsächlich über das Bloghexenforum.

    Die höhere Artikelanzahl liegt hauptsächlich daran, dass ich entspannter und mit mehr Spaß blogge. Dieser Erfolg lässt sich nicht in Zahlen messen, allerdings merke ich die Veränderung natürlich deutlich an meinem Wohlbefinden. Ein zweiter positiver Einfluss ist die App Habitica, mit der ich einen großen Teil meines Alltags auf eine immer noch unterhaltsame Weise neu organisiert habe und jetzt endlich bewusst mehr Zeit für das Bloggen reserviere.

    Screenshot aus der App Habitica. Text: You used some Mana. You gained some experience. You cat burst of flames on Wäsche zusammenlegen. You damaged the boss.
    Mit dem Flammenzauber wird sogar Wäschezusammenlegen abenteuerlich!

    Ich werte es auch als Erfolg, dass ich inzwischen für fast alle Bilder Alt-Texte geschrieben habe. Nebenbei tausche ich aktuell noch die png-Bilder zum Platzsparen durch webp-Versionen aus.

    Meine 5 wichtigsten Blog-Lektionen 2025 für Wundertüten-Blogger:innen

    Lektion 1: Auch ein bunter Themenmix erzeugt Resonanz

    Ich bin inzwischen meine eigene Nische. Allen Menschen, die in einer relativ schmalen Kategoriekiste nicht glücklich würden, würde ich empfehlen, sich nicht zu sehr von den Erwartungen anderer einschränken zu lassen. Wenn es jemand schafft, den eigenen Blog auf ein paar Themen zu fokussieren, dann ist das toll. Wenn sich aber jemand durch diese guten Ratschläge selbst blockiert, ist es schade.

    Nicht alle an meinem Blog interessierten Menschen lesen alle Beitragskategorien. Ich lese ja andere Blogs genauso wenig wie einen Roman von vorne bis hinten. Manche Überschriften klingen spannend, bei manchen sorgt mein begrenztes Zeitbudget dafür, dass ich sie nicht anklicke. Und das ist in Ordnung so.

    Ich trete mit unterschiedlichen Menschen über unterschiedliche Stichworte in Resonanz. Das war in meinem realen Alltagsleben schon immer so und das passt auch für meinen Blog am besten.

    Lektion 2: Bloggen geschieht in Wellen

    Manchmal hat mein Gehirn sehr viel Mitteilungsbedürfnis. Und dann kommen meine Finger kaum fehlerfrei mit dem Tippen hinterher. Manchmal habe ich diesen einen Blogbeitrag, den ich eigentlich schreiben wollte, aber die richtigen Worte stellen sich wochenlang nicht ein. Deswegen setze ich mir kein Ziel mehr, wie viele Artikel ich in welcher Zeit geschrieben haben will.

    Ähnlich ist es mit meinem Entwürfeordner. Richtig leer ist er nie, wird er auch nie sein. Allerdings gibt es Tage, an denen ich gleich mehrere Entwürfe anlege, jeweils mit einem Link oder einem Einleitungssatz. Dann gucke ich phasenweise gar nicht in diese Schatzkiste mit potentiellen Beiträgen rein. Und manchmal suche ich mir gezielt einen Entwurf nach dem nächsten heraus und schreibe die Beiträge in einem Rutsch herunter.

    Mein Tipp: Vertraue auf den Prozess. Was heraus will, sucht sich seine Zeit.

    Lektion 3: Kleine stetige Portionen

    Gleichzeitig hat sich eine sanfte Routine als hilfreich herausgestellt. Keine feste Uhrzeit, aber der Punkt „zwanzig Minuten schreiben, was auch immer“ motiviert mich jetzt schon seit mehreren Monaten, jeden Tag ein bisschen was in meinen Blog zu schreiben. Idealerweise geschieht das am Vormittag. Wenn es sich anders ergibt, ist auch der Nachmittag okay. Da habe ich mich mit meinem inneren Team inzwischen auf Kompromisse verständigt.

    Und wenn der Timer klingelt, dann lasse ich ohne Skrupel den Bloghammer fallen. Es sei denn, ich habe mich mal wieder so dermaßen ins Schreiben hinein gegroovt, dass es sich lohnt, dranzubleiben. Auf die Weise habe ich seit meiner Anmeldung bei Very Important Blogger von Judith Peters sehr entspannt jede Woche mindestens einen Beitrag fertig geschrieben.

    Lektion 4: Gemeinschaften beflügeln das Schreiben

    Im Bloghexenforum habe ich nicht nur neue Leser:innen und neue Blogs zum Selberlesen gefunden. Sondern auch regelmäßige Gemeinschaftsaktionen wie den Bloggerschnack. Dabei schreiben wir jeden Monat über einen anderen Aspekt des Daseins als Blogger:innen. Und es ist spannend zu lernen, wie andere Menschen mit den verschiedenen Freuden, Ärgernissen und technischen Herausforderungen umgehen.

    Genauso motiviert mich Eriks Blogparade „relevant“ jeden Monat. Auch er ist Mitglied im Bloghexenforum und stellt bewusst Fragen, die nichts mit dem Bloggen an sich zu tun haben, sondern relevant für den Alltag der meisten Menschen sind, daher der Name der Aktion. Diese Blogparade ist ein Inspirationsmotor und regt regelmäßig zum Austausch an.

    Lektion 5: Automatisiertes Föderieren mit Plugin

    2025 habe ich das ActivityPub-Plugin installiert. Es veröffentlicht automatisch alle neuen Blogbeiträge im Fediverse. Dort bekomme ich eine organische Reichweite durch das Teilen von Posts statt ein Ringen mit dem Algorithmus. Das Plugin wird durch ein sehr enthusiastisches Team ständig weiterentwickelt, und ich habe bisher nichts daran auszusetzen.

    Menschen im Fediverse können meinem Blog von dort aus folgen. Ich sehe derweil hier unter meinen Beiträgen Likes, Kommentare, und auch, wer meine Artikel geteilt hat. Und das alles mit minimalem Aufwand: Ich wähle, ob der Beitrag öffentlich sein soll oder nicht, hänge passende Hashtags an und klicke wie gewohnt auf „Veröffentlichen“. Mehr habe ich nicht zu tun, entsprechend ist diese Maßnahme aus meiner Sicht immer einen Versuch wert. Auf jeden Fall weniger stressig als die großen Techbroplattformen.

    Was waren deine Blog-Lektionen 2025?

    Wie hat sich dein Blog im vergangenen Jahr entwickelt? Und bist du zufrieden damit?

    Welche Maßnahmen haben dir das Bloggen erleichtert und was war vielleicht im Nachhinein nicht so eine günstige Entscheidung?

    Jetzt freue ich mich auf das restliche Jahr 2026. Hoffentlich grooven mein Blog und ich genauso harmonisch weiter.

    Weitere ähnliche Beiträge findest du in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Wie unpolitisch kann ich als Nachhilfelehrerin bleiben?

    Wie unpolitisch kann ich als Nachhilfelehrerin bleiben?

    Antonia vom Café Ruhepol veranstaltet eine Blogparade mit dem Titel „Politik und Business“. Das hat mich sofort angesprochen, denn ich habe in einigen Lebensbereichen eine begründete Meinung und oft Redebedarf. Von Lehrkräften im Schuldienst wird manchmal gefordert, sie sollten sich „stärker an das Neutralitätsgebot halten“. Wie sehe ich das für mich als Nachhilfelehrerin? Sollte ich generell unpolitisch auftreten und was bedeutet das überhaupt?

    • Bildung und Politik sind eng miteinander verbunden.
    • Das Neutralitätsgebot bedeutet nicht, dass Lehrkräfte sich nicht politisch äußern dürfen. Im Gegenteil: Es ist ihr Auftrag, Schüler:innen dazu zu ermächtigen, sich eine fundierte Meinung zu bilden.
    • Als Nachhilfelehrerin nehme ich Fragen von Schüler:innen zu Politik und Gesellschaft auf, um meinen Beitrag zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu leisten.
    • Die Basis dafür sind der Beutelsbacher Konsens und der Ansatz der emanzipatorischen Bildungsarbeit.
    • Dass Eltern potentieller Schüler:innen mich dann nicht engagieren, nehme ich bewusst in Kauf.

    Politisch oder unpolitisch – Was heißt das?

    „Politisch“ („pólis“, griechisch für Burg, Stadt, Staat) bedeutet „auf die Politik bezogen“. Eine weitere Bedeutung ist auch „klug“. Das habe ich auch erst realisiert, als ich meinen Artikel „Lernen ist politisch“ schrieb, fand es aber sehr passend. Es ist vernünftig, gesellschaftliche Prozesse aufmerksam zu verfolgen und sich einzubringen.

    Manche Menschen bleiben anscheinend lieber unpolitisch. Wer sich nicht äußert und nicht festlegt, kann nichts falsch machen. So jedenfalls die Vermutung hinter dieser Lebenseinstellung. Und genau diese differenzierte Mehrschichtigkeit gehört zum Thema dieser Blogparade dazu.

    Wo stehe ich grundsätzlich politisch?

    Vor allem bin ich eine große Anhängerin des ersten Artikels des deutschen Grundgesetzes:

    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

    (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Art 1 (1) und (2)

    Damit ist das Allermeiste gesagt. Wenn Politik die Würde von Personengruppen nicht achtet oder wenn Menschenrechte nicht gewahrt sind, dann ist diese Politik nicht akzeptabel. Dann kann ich nicht unpolitisch beiseite sehen und die Missstände nicht kommentieren.

    Für mich dreht sich Politik hauptsächlich um Gerechtigkeit. Und darum, wie wir sie bestmöglich erreichen können. Damit meine ich nicht, dass alle Menschen gleich viel Wohlstand und Einfluss haben müssen und alle ungefähr unter den gleichen Bedingungen leben sollen. Idealerweise wünsche ich mir aber für alle Menschen die gleichen Chancen, ihre Wünsche und Bedürfnisse umzusetzen und am Miteinander teilzuhaben.

    Meine politischen Vorstellungen basieren auf der Menschenwürde und der Tatsache, dass vor dem Gesetz alle gleich sind. Aktuell ist es eher so, dass die Herkunft und der persönliche Reichtum darüber entscheiden, wie Menschen behandelt werden.

    Geld wird von unten nach oben umverteilt. Menschen auf der Flucht sterben an der Grenze zu Europa. Das deutsche Bildungssystem ist nicht durchlässig für alle und nicht inklusiv für Menschen mit Behinderungen. Marginalisierte Gruppen werden öffentlich diskreditiert und drangsaliert. Alles das würde ich beenden, wenn ich es könnte.

    Politik und Bildung

    Lernen ist politisch

    Bildung und Politik sind eng miteinander verflochten. Das politische Klima und vor allem die Personen in der Regierung entscheiden darüber, wie Bildung in einem Land stattfindet, auch wie viel, und ob überhaupt.

    Anders herum hilft ein gewisses Level an Bildung, um effektiv auf die Politik eines Landes einzuwirken. Oder das überhaupt in Betracht zu ziehen. Damit meine ich nicht ein Universitätsstudium, sondern eine solide Allgemeinbildung und vor allem auch ein Wissen über die Geschichte der Menschheit.

    Das Neutralitätsgebot im Bildungsbereich

    Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei hat in Mecklenburg-Vorpommern ein Online-Meldeportal eingerichtet. Dort sollen Schüler:innen und Eltern angeblich nicht ausreichend neutrale Lehrkräfte eintragen. Von dieser versuchten Einschüchterung und Überwachung abgesehen: Auf mich wirkt die Forderung nach Neutralität meistens so, als sollten im Unterricht am liebsten die aktuellen Krisen, Konflikte und daran Beteiligte gar nicht erst erwähnt werden.

    Der Wunsch nach unpolitischer Bildung bezieht sich auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von 1977. Demnach ist es den

    „Staatsorganen […] von Verfassungs wegen versagt, sich in amtlicher Funktion im Hinblick auf Wahlen mit politischen Parteien oder Wahlbewerbern zu identifizieren und sie unter Einsatz staatlicher Mittel zu unterstützen oder zu bekämpfen, insbesondere durch Werbung die Entscheidung des Wählers zu beeinflussen.“

    Die politische Willensbildung soll von der Bevölkerung ausgehen und die Staatsorgane formen, nicht umgekehrt. Der Staat muss also tatsächlich allen Parteien gegenüber neutral sein. Genauso darf er sich nicht mit einer religiösen oder weltanschaulichen Haltung identifizieren. Das Schulrecht und Beamtenrecht grenzt die Meinungsfreiheit der Lehrkräfte ein, hebt sie aber nicht auf.

    Auf der anderen Seite sind Lehrkräfte der Verfassung und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet. Demokratiefeindliche Gesten, Symbole und Ausdrücke müssen als solche benannt und sanktioniert werden. Falsche Behauptungen müssen auf der Sachebene korrigiert werden. Meinungen von Schüler:innen sind danach zu bewerten, ob sie sich im Rahmen unserer Demokratie bewegen und die Würde anderer Menschen achten.

    Jede Situtation ist anders, aber das bedeutet nicht, dass sich Lehrkräfte nicht zu Fragen des politischen Miteinanders äußern dürfen. Im Gegenteil, die politische Bildung von Schüler:innen ist Teil ihres Auftrages. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet eine ausführliche Erklärung mit mehreren Fallbeispielen. Noch ausführlicher ist die Broschüre des Deutschen Institutes für Menschenrechte.

    Bildung ist Ermächtigung

    Durch meine Zusammenarbeit mit dem Verein „Mensch Tier Bildung e.V.“ habe ich das Prinzip der emanzipatorischen politischen Bildung kennengelernt. Dabei geht es im Ideal darum, andere Menschen zu befähigen, sich selbstbestimmt ein faktenbasiertes Urteil zu bilden. Das war auch vorher schon Grundlage meiner Arbeit, jetzt kann ich sie mit konkreten Begriffen beschreiben.

    In diesen Zusammenhang fällt auch der Beutelsbacher Konsens. Er besteht aus drei Vereinbarungen:

    • Schüler:innen werden nicht mit Inhalten überrumpelt. Wenn sie eigenständig auf der Basis ihrer inneren Werte urteilen sollen, sind alle manipulativen Methoden fehl am Platz.
    • Kontroversen werden als solche präsentiert. Unterschiedliche gesellschaftliche Standpunkte werden nicht unterschlagen. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Ansichten gleichwertig oder gleich fundiert sind.
    • Das Ziel ist es Schüler:innen mit den nötigen Werkzeugen auszustatten, damit sie Zusammenhänge möglichst selbst verstehen, kritisch analysieren und bewerten können.

    Grundlage dieser Sicht auf Bildung sind das Vertrauen in die Schüler:innen und der Wunsch, sie zur Selbstwirksamkeit zu ermächtigen.

    Meine Sonderrolle als Nachhilfelehrerin

    Aus dem Schuldienst in die Flexibiltät

    Schon als Lehrerin wussten meine Schüler:innen wenigstens ungefähr, wie ich ticke. Eine meiner Sechstklässlerinnen sagte einmal lachend zu mir: „Jaja, Frau Carstensen, wir wissen schon: Sie sind so ein Hippie!“ Dabei habe ich ihnen gar nicht so viel von meiner Haltung erzählt, es reichte anscheinend schon, wie ich allgemein auftrat: Ungeschminkt, ohne Markenhandy und nicht an Oberflächlichkeiten interessiert.

    Ich bin inzwischen aus dem Schuldienst ausgestiegen. Für mein eigenes Unternehmen gebe ich nur Einzelunterricht, und auch die Gruppen bei den Lerncoaches sind sehr klein. Alles das gibt mir heute deutlich mehr Freiheit in der Stundengestaltung.

    Gleichzeitig vertrauen mir Eltern ihre Kinder an und erwarten von mir, dass ich ihnen einen neuen Zugang zur Mathematik zeige. Dazu passt es nicht, dass ich von mir aus Gespräche über gesellschaftliche Schieflagen anzettele oder ihnen meine Ansichten überstülpe.

    Das ist allerdings auch gar nicht nötig. Kinder und Jugendliche kommen oft von ganz alleine auf die Idee, Erwachsene zu den verschiedensten gesellschaftlichen Themen zu fragen. Meine Antworten sind immer sachlich, klar und deutlich. Dabei erkläre ich, wie ich zu meiner Haltung gekommen bin, ohne Denkanweisungen vorzugeben. Ich berichte über die Vergangenheit, die ich miterlebt habe und über die weltweiten Prozesse, die ich in der Gegenwart beobachte.

    Und dann erzählen meine Schüler:innen mir, wie sie die Dinge sehen. Dabei ist es mir wichtig, sie ernst zu nehmen und nicht zu beurteilen. Ich finde es auch faszinierend, die Einstellungen der Generationen Z und Alpha aus erster Hand zu erfahren. Würde ich meinen Unterricht strikt unpolitisch halten, wäre mir dieser Einblick und diese Gelegenheit, eine Verbindung zwischen den Generationen aufzubauen, unmöglich.

    Konkrete Gesprächsinhalte

    Ich habe mit zwei Studenten die Mathematik der Mikro- und Makroökonomie besprochen. Dabei lachten wir gemeinsam über Versuche, vermutete Nachfragekurven abzuleiten und Hochpunkte auf zwei Nachkommestellen zu bestimmen, als stecke eine präzise Mathematik dahinter und nicht eher Psychologie mit einem bisschen Kaffeesatzleserei. Und wir sprachen darüber, dass auf einem endlichen Planeten unbegrenztes Wachstum unmöglich und auch nicht nachhaltig ist. Dass in ihren Unterlagen als Quelle zum Teil die Heritage Foundation gennant wurde, habe ich nicht angesprochen.

    Mit anderen Schüler:innen spreche ich über Geschäftsmodelle wie Temu und Shein und deren Konsequenzen für Menschen und die Umwelt. Besonders Schülerinnen sind mit mir gemeinsam angestrengt davon, dass immer noch die Lektüren der Oberstufe hauptsächlich aus den Schwarten alter Männer bestehen, in denen junge Frauen regelmäßig ausgebeutet werden und gerne mal leider sterben müssen.

    Und als ein Schüler seinen Termin absagte, weil er an dem Nachmittag zum Ausflug in Neuengamme war, haben wir uns bei der nächsten Stunde darüber unterhalten und unsere Eindrücke verglichen.

    Diese durch die Schüler:innen angeregten Unterhaltungen schaffen neben dem fachlichen Unterricht meiner Erfahrung nach eine tiefere Vertrauensbasis. Was wiederum die Vermittlung von Lerninhalten erleichtert.

    Was bedeutet das für meinen Blog?

    Schon 2020, als wieder bewusst mit dem Bloggen anfing, habe ich über das menschliche Miteinander während der Pandemie geschrieben. Zwischenzeitlich las ich allerdings immer wieder, ein Businessblog dürfe nicht so wild gemischt sein und solle sich schwerpunktmäßig auf die jeweilige Nische beziehen.

    Auf der anderen Seite habe ich gar kein Onlineunternehmen. Entsprechend sehe ich auch diesen Blog nicht mehr als Businessblog. Hier schreibe ich zwar über das Lernen und über die Fächer, die ich unterrichte. Aber auch über die Gesellschaft und wo ich Verbesserungspotential sehe.

    Denn wenn ich schon diese Plattform habe, dann nutze ich sie auch. Unter der Kategorie Haltung finden sich daher Beiträge über Propagandamethoden, verschiedene kognitive Verzerrungen und unseren Umgang mit (zum Teil nur scheinbar) polarisierenden Fragen. Ich schreibe darüber, wie wichtig es ist, Stellung zu beziehen und wie ich mir eine einigermaßen gerechte Basis für die Gesellschaft vorstelle.

    Mögliche Konsequenzen und wie ich mit ihnen umgehe

    Weder als Lehrerin im Schuldienst noch als Nachhilfelehrerin habe ich für meine Offenheit jemals Ärger bekommen. Wohl auch, weil ich immer auf der sachlichen Ebene geblieben bin und mit den Kindern und Jugendlichen altersgemäß und nicht überfordernd gesprochen habe .

    Auch für mein Nachhilfeunternehmen gab es bisher keine negativen Konsequenzen. Eher ist es so, dass sich meine Schüler:innen wahrgenommen fühlen und sich sichtlich freuen, wenn sie mal über die Themen sprechen können, die ihnen unter den Nägeln brennen.

    Eltern potenzieller Schüler:innen können diesen öffentlichen Blog finden und lesen. Dadurch bekommen sie ein umfassendes Bild von mir, meiner Persönlichkeit, meiner Haltung zum Lernen und auch von meiner politischen Einstellung. Es kann sein, dass einige von ihnen dann ihre Kinder lieber nicht bei mir anmelden. Und das ist in Ordnung.

    Es gibt genügend andere Nachhilfeunternehmen, sowohl online als auch regional. Meine Verträge können jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Sollten wirklich einmal Eltern erst im Nachhinein feststellen, dass ich ihnen nicht unpolitisch genug bin, steht ihnen dieser Weg offen, und das meine ich wertfrei.

    Nicht alle Menschen müssen die gleiche Meinung und Haltung haben wie ich. Mir ist nur wichtig, dass niemand von mir erwartet, dass ich meine Einstellung zur Gesellschaft verschweige.

    Wie siehst du das Thema?

    Wünschst du dir mehr oder weniger Positionierung von Lehrkräften innerhalb der rechtlich gebotenen Neutralität?

    Und wie unpolitisch oder politisch bist du in deinem Arbeitsbereich? Würdest du dir da mehr Freiheit wünschen? Oder hast du schon negative Konsequenzen für deine Positionierung erfahren?

    Die Blogparade läuft noch bis zum 4. März. Ähnliche Beiträge wie diesen findest du bei mir in der

    Andere, bisher veröffentlichte Beiträge zu Antonia Pointingers Blogparade:

    Es gibt noch einen weiteren Beitrag, allerdings stehe ich bei der betreffende Bloggerin offensichtlich mit meiner Haltung auf einer wie sie selbst es formuliert „virtuellen Blacklist“. Das repektiere ich und verlinke sie daher hier nicht, wollte aber nicht unterschlagen, dass auch die Ansicht, Unternehmen sollten sich aus der Politik heraus halten, vertreten ist.

    Fediverse-Reaktionen
  • 12tel-Blick Januar 26

    12tel-Blick Januar 26

    Fast hätte ich es vergessen. Dieses Jahr möchte ich mal an einer anderen Photo-Gemeinschaftsaktion teilnehmen, dem Zwölftelblick. Jeden Monat werde ich losziehen, um die gleiche Szenerie durch die Jahreszeiten zu begleiten. Diesen 12tel-Blick Januar 26 habe ich schon im vergangenen Monat aufgenommen, allerdings heute erst die Collage daraus gebastelt.

    Das Regenrückhaltebecken Schenefeld

    In groß und als Einzelbild sieht das Motiv folgendermaßen aus:

    Diese Insel liegt im Zentrum eines Regenrückhaltebeckens. Eine Zeitlang hat sogar der NDR darüber berichtet, weil der Schlamm dort so mit Schadstoffen belastet war, dass die Gemeinde Schenefeld jahrelang Probleme hatte, eine Möglichkeit zu finden, ihn zu entsorgen. Inzwischen ist das Becken zum Glück wieder geflutet. Menschen wie ich, die gerne um diesen Teich herum laufen freuen sich darüber genauso wie die Schwäne, Gänse und Enten, die die Insel für sich haben.

    Dieser Ort ist nah genug an meinem Zuhause, dass ich ihn zuverlässig jeden Monat zu Fuß besuchen werde. Und gleichzeitig ist er weit genug weg, dass dabei immer ein bisschen Spaziersport an der frischen Luft herauskommt.

    Wie funktioniert der 12tel-Blick?

    Eva von VerfuchstUndZugenäht organisiert diese Challenge. Auf ihrem Blog findest du auch eine Erklärung mit Tipps. Es gibt auch zum Januar noch eine aktuelle Linkliste.

    Ich werde die Collagen auf Pixelfed teilen und von dort aus in die Linkparty eintragen.

    Weitere kreative Beiträge findest du in meinem Blog in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Facebook löschen – Was war daran so schwierig?

    Facebook löschen – Was war daran so schwierig?

    Eins meiner Februarvorhaben war: Meinen Account bei Facebook löschen. Mein Meta-Businessprofil gibt es schon seit etwas über einem Jahr nicht mehr. Dieser Schritt, Instagram und Facebook mit meinen „offiziellen“ Profilen zu verlassen, fiel mir damals leicht. Es gab dort wenig echten Austausch, obwohl ich mich eine Zeitlang wirklich an all die guten Tipps hielt.

    Zum Schluss hin hatte ich mir sogar noch Pläne für Reels gemacht. Und wofür? Um auf meinen Blog aufmerksam zu machen. Dieses Versprechen haben die beiden Social-Media-Plattformen nie eingelöst. Wie sich zeigte, kamen interessierte Leser:innen und Kommentare so richtig erst nach dem Meta-Abschied und der Vernetzung an ganz anderen Stellen, wie zum Beispiel dem Bloghexenforum.

    Wieso wollte ich auch privat Facebook löschen?

    Überwiegend aus den gleichen Gründen. Nur ist es im Laufe des vergangenen Jahres in allen Punkten eher schlimmer geworden. Die Stimmung, die gruseligen KI-Bilder, der Algorithmus, der mir treffsicher Posts mit Nervpotential vorschlug, und vor allem: Das Wissen, dass Meta genauso wie X hauptsächlich von rechtsextremer Seite als Propagandaplattform genutzt werden. Das wollte ich mir nicht mehr zumuten.

    Wie bin ich vorgegangen?

    Meta bietet den Ablauf bewusst nicht allzu offensichtlich an. Trotzdem gibt es eine offizielle Anleitung zum Löschen eines Accounts. Lange vorher hatte ich schon alle Bilder und alle meine Beiträge gelöscht. Ich wollte Meta immerhin so wenig wie möglich an Daten dauerhaft frei Haus anbieten.

    Nachdem ich mich vorhin durch die ersten Schritte durchgeklickt hatte, bot Facebook mir an, mein Profil zunächst nur zu deaktivieren. Damit ich nach etwas Bedenkzeit reumütig wieder zurückkehren könnte. Als ich trotzdem wieder die Löschung wählte, wurden mir Apps aufgelistet, deren Login ich mal mit Facebook verknüpft hatte. Was auf den ersten Blick immer so schön bequem wirkt, dient erstens dem intensiveren Datenabgreifen, und es kettet auch scheinbar stärker an den Account.

    Für die diversen Drittprofile hatte ich allerdings schon lange vorher die Zugänge auf eine jeweils eigene Passwortbasis geändert. Hätte ich das jetzt heute Vormittag alles noch nebenbei machen müssen, das wäre schon eine Motivationsbremse gewesen. So blieb mir nur, die Bitte um Löschung mehrere Male hintereinander anzuklicken, und ein letztes Mal mit meinem Passwort zu bestätigen.

    Warum habe ich mit der Löschung so lange gewartet?

    Im Gegensatz zu meinen Businessaccounts (und meinem privaten Instaprofil) gab es für mein privates Facebookkonto Zeiten, in denen ich damit intensiv und international mit anderen Menschen im Austausch war. Ich habe mir den Zugang überhaupt nur zugelegt, nach langem Zögern und unter Protest, weil viele meiner US-amerikanischen Verwandten dort waren. Der Kontakt zu ihnen wurde dadurch so leicht und unterhaltsam.

    Später kamen Tierrechtsgruppen wie Active Vegans Hamburg und Challenge22 dazu. Letzere ist eine internationale Organisation, die auf Facebook kostenlose Challenges anbietet, um Menschen bei der Umstellung auf veganes Leben zu begleiten. Dort habe ich mich zeitweise intensiv eingebracht. Jetzt mentoriere ich noch sporadisch den WhatApp-Ableger, der statt zweiundzwanzig nur fünf Tage dauert. Und selbst da bin ich ja immer noch im Meta-Einflussbereich, meine nächste Baustelle.

    So viele Menschen sind bei Meta, weil so viele Menschen bei Meta sind. Die Furcht, etwas zu verpassen und den Anschluss zu verlieren, auch FOMO genannt, ist eine sehr effektive Hürde, wenn jemand eigentlich aus guten Gründen Facebook löschen möchte.

    Screenshot aus dem Prozess, bei dem ein Facbookprofil gelöscht wird. Die Nutzerin Angela Carstensen wird informiert, dass ihr im Mai 2011 eingerichtetes Konto inklusive dem Messenger mit 837 Kontakte gelöscht werden wird.

    Was mich bis vor kurzem wirklich nachhaltig davon abhielt, war der Familienchat mit meinen Eltern und Geschwistern. Sie leben alle recht nah beieinander in Ostwestfalen, ich nicht. Vor Jahren haben wir uns im Messenger einen Gruppenchat eingerichtet, in dem so gut wie täglich Grüße, Späßchen und Informationen ausgetauscht werden. Für mich gehörte der Blick in den Messenger zum Alltag. Manchmal nutzten wir die Videochatfunktion zum gemeinsamen Plausch am Sonntag.

    Und auch als ich nicht einmal mehr ein Profilbild hatte, war es für mich schwer vorstellbar, dass ich aus diesem System würde einfach aussteigen können. Dass ich so an meinen Gewohnheiten hänge, kommt ja nicht von ungefähr. Ich ging davon aus, dass es ihnen schwer fallen würde, sich umzustellen.

    Was hat mir geholfen?

    Die Aktion Digital Independence Day war für mich ein Segen. Dahinter stecken Menschen wie Marc Uwe Kling, die ganz normale Internetnutzer:innen dabei unterstützen, sich von den großen Broligarchen zu befreien. Und zwar in kleinen Etappen, immer am ersten Sonntag eines Monats. Es gibt Anleitungen zum Umstellen von zum Beispiel WhatsApp auf Signal. Die Bilderserie dazu habe ich auf WhatsApp und Facebook in meinen Storys geteilt.

    Im Fediverse kommen an den DiDays immer wieder viele Menschen neu an, froh über die Alternativen, die sie jetzt erst so richtig wahrgenommen haben. Und in dieser Atmosphäre habe ich ganz vorsichtig in der Familiengruppe angefragt, ob es möglich wäre, diese nach Signal umzuziehen. Niemals hätte ich mit der Reaktion gerechnet: Mein Bruder und meine Schwester haben sich selbst bei Signal angemeldet, für meine Eltern hat das mein Bruder übernommen. Statt zögerlicher Nachfragen, ob das sein muss kam: „Na klar!“

    Das war für mich eine sehr emotionale Geschichte. Weil ich so oft die Spaßbremse und Nervensäge bin. Die, die im Supermarkt als Kind schon Predigten über Weichmacher in der Käseverpackung hielt. Die irgendwann kein Fleisch mehr aß und später gar keine Tierprodukte mehr. Die sich und ihr Umfeld mit sechzehn Jahren über feministische Linguistik informierte. Es steckt mir wirklich in den Knochen, wie oft ich gewohnheitsmäßig anecke. Und dann ging es plötzlich so leicht und geräuschlos.

    Heute Vormittag habe ich das Projekt „Facebook löschen“ abgeschlossen. Und ich sehe jetzt noch viel mehr die Menschen, die dort bleiben, weil sie tiefsitzende Angst davor haben, ausgeschlossen zu werden. Bei allen tollen Alternativen und allen verfügbaren Informationen ist das ein Aspekt, den wir nicht unterschätzen sollten. Und den wir mit einbeziehen sollten, wenn wir andere Menschen dabei begleiten, wie auch sie den Tech Bros den Stecker ziehen.

    Wie sieht es bei dir aus?

    Hast du noch Profile bei X oder Meta? Wenn ja, was hält dich dort? Oder siehst du grundsätzlich gar keinen Anlass, diese Plattformen zu verlassen?

    Was würdest du Menschen raten, die diesen Schritt eigentlich gehen wollen, ihn aber aus FOMO oder der Furcht vor dem Anschlussverlust dann doch vor sich her schieben?


    Ähnliche Beiträge findest du auf meinem Blog in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick Januar 26 – Superhelden und Abschied von Lilly

    Monatsrückblick Januar 26 – Superhelden und Abschied von Lilly

    Mein Monatsrückblick Januar 26 kommt mit einer Woche Verspätung heraus. Ich hatte so viel Redebedarf, dass ich vorher einiges als separate Blogposts auslagern musste, um diesen Beitrag nicht noch epischer zu machen, als meine Rückblicke gewöhnlich auch so schon sind.

    Kurz nach dem Beschluss, dass mein Jahresmotto „Feeling Groovy“ lauten sollte, haben manche Umstände alles gegeben, um mich aus meiner gemütlichen Gewohnheitsfurche heraus zu schubsen. Da war das Grooven eine echte Herausforderung. Andererseits verlief eine Gemeinschaftsaktion im Fediverse wie am Schnürchen und war Balsam für meine Seele. Und das kam so:

    Mein Januar 26

    Was hatte ich im Januar 26 vor und was ist daraus geworden?

    • Gemütlich ins Jahr hinein grooven -> Das hat (wie gesagt) soweit geklappt, wie die Umstände es hergegeben haben.
    • Mir ein Beispiel an Astrid Engel nehmen und eine Challenge für den ganzen Monat planen: Ich verbrauche meine Lebensmittelvorräte vor ihrem Ablaufsdatum und zwar im Durchschnitt jeden Tag eine Portion von irgendetwas aus Küche oder Keller. 👍
    • Die Audioversion der Four Agreements anhören und sacken lassen -> Ich habe stattdessen die Four Agreements und das zusätzliche fünfte Agreement in meine Hintergrundbilder auf Smartphone und Computer gesetzt. Da hilft erstaunlich gut.
    • Eine Gemeinschaftsaktion im Fediverse betreuen, die den Veganuary mit täglichen positiven und informativen Posts begleitet 👍
    • Meine Jahreskreismeditationen als MP3-Dateien in meiner Seite einbinden und den YouTube-Kanal ersatzlos löschen 👍
    • Schweren Herzens meine Blogleseliste kürzen. Prioritäten und gemächliches Lesen statt Stress durch Blog-FOMO 👍
    • Eine neue ToWant-Liste aufsetzen 👍

    Die Superhelden-Ausstellung

    Eins meiner wiederkehrenden ToWants ist es, Museen und Ausstellungen zu besuchen. Je öfter ich das mache, umso mehr freue ich mich über den interessanten Input. Oft inspirieren mich Plakatwände an Bahnhöfen und die Litfaßsäulen hier vor Ort, echt oldschool.

    Für die Superheldenausstellung sind wir nach Harburg rausgefahren. Diese Sonderausstellung der archäologischen Museums Hamburg verknüpft die Mythen moderner Superheld:innen mit antiken Sagen aus aller Welt.

    Die Ausstellungsstücke stammen fast komplett aus der Sammlung von Fabrizio Modina. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Mythologie der Moderne zu konservieren. Dafür hat er originale und nachgedruckte Marvel- und DC-Comics, Actionfiguren, Filmplakate sowie Spielzeugnachbildungen von Requisiten zusammen getragen. In der Zusammenschau wird noch einmal besonders deutlich, was für reiche Universen aus den ursprünglichen Ideen entstanden sind.

    Die oberste Etage gehörte Swaantje Güntzel. Mit ihren KI-generierten Bildern von nicht der Norm entsprechenden Superheldinnen stellt sie unsere Vorstellungen von Menschen in der Raumfahrt und in modernen Mythen in Frage. Einerseits fand ich die dargestellten Heldinnen mit Falten und Rollstuhl erfrischend, andererseits erzeugen KI-Bilder, speziell die von DALL-E 2 bei mir immer ein körperliches Grundunbehagen. Außerdem sind weibliche Figuren bei Marvel und DC zwar unterrepräsentiert, allerdings schon sehr oft sehr mehrdimensional.

    Im Ticket war auch das eigentliche archäologische Museum enthalten. Weil wir schon die weite Fahrt nach Harburg gemacht hatten und die Gebäude benachbart waren, haben wir gleich zwei Musemumsbesuche an einem Tag mitgenommen.

    Die Ausstellung zeigt Funde aus dem Hamburger Stadtgebiet und setzt zum Beispiel eiszeitliche Objekte mit modernem Alltag in Verbindung. Was Menschen zu rituellen Handlungen und zum Überwinden langer Strecken motivierte, ist auch heute noch sehr aktuell.

    Und manche der archäologischen Exponate waren vergleichsweise jung. Auf ehemaligen Stätten von Kriegshandlungen und Konzentrationslagern wird heute Forschung betrieben, um die Lektionen aus der Geschichte möglichst vollständig für kommende Generationen zu erhalten. Beide Ausstellungen waren sehr empfehlenswert.


    Am Ende ging es ganz schnell

    Vor mehr als achtzehn Jahren zogen zwei kleine Kätzchen bei uns ein. Leo ist mit sechs Jahren von einem seiner Ausflüge nicht mehr nach Hause gekommen, aber Lilly zog mit uns nach Halstenbek um und wurde hier alt. Trotzdem trat sie bis zum Schluss manchmal noch auf wie eine junge Katze, verspielt, energisch und ihr Territorium verteidigend. Obwohl ihr Ende 23, Anfang 24 fast alle Zähne gezogen wurden hat sie immer noch gerne gefuttert.

    Ihre Gelenke haben aber immer weniger mitgemacht. Zunächst hatten wir die Hoffnung, dass eine Spritze die Arthroseschmerzen reduzieren würde. Aber dann meldete sich ein Nervenschaden von einem schon länger zurückliegenden Unfall, und sie konnte ihre hinteren Beine nicht mehr benutzen.

    Die Entscheidung, einem Leben ein Ende zu setzen, ist sehr schwer. Und sie beschäftigt mich immer noch. Trotzdem sind wir überzeugt, dass ihr mit einer Rollenkonstruktion nicht geholfen worden wäre. Und auch intensive neurologische Untersuchungen mit ungewissem Nutzen wären Quälerei gewesen.

    Sie fehlt sehr. Lilly war die süßeste, liebste und rundherum beste kleine Katze der Welt. Manchmal begrüße ich sie immer noch, wenn ich die Haustür aufschließe. Und ich wünsche ihr immer noch abends eine gute Nacht.

    Wenigstens waren die Tierärztin und die Menschen im Krematorium uns eine große Stütze. Jetzt gewöhnen wir uns an ein Leben ohne sie. Und das fühlt sich bisher alles andere als groovy an. Aber auch das gehört zu meinem Jahresmotto dazu, dass ich mich in meine Furchen einfühle, was auch immer das Leben mit mir vorhat.


    Auch der Winter ist politisch

    Zu Anfang war ich noch sehr erfreut. Darüber, wie die dicken Flocken fielen und unseren Garten mit einer flauschigen weißen Decke einhüllten. Und auch heute noch genieße ich die leise Schönheit der Natur im Winter, das Leuchten und die Entschleunigung.

    An manchen Stellen wurde ich aber sehr unfreiwillig entschleunigt. Ich sehe ein, dass das eine Ausnahmesituation für alle war, auch für die Gemeinde und den Winterdienst. Allerdings kamen Autos hier immer gut durch. Auf Fußwegen war das eine ganz andere Geschichte. Sie waren und blieben entweder glatt vereist oder mit hohen Schneewehen bedeckt. Entlang der Hauptstraße entstand ein Schneedamm zwischen der Autofahrbahn und dem Bereich für den restlichen Verkehr.

    Diese Sperre hatte immerhin einen Vorteil: In dieser Zeit hat kein Auto auf dem Gehweg geparkt, sondern immer ganz ordentlich auf der Fahrbahn. Allerdings wird auf den folgenden Bildern der Zustand der Bushaltestellen deutlich. Wir sind aus dieser Eisbrockenzone über den Schneedamm in den Bus reingeklettert. Das hättee mit Kinderwagen oder für deutlich ältere Menschen nicht funktioniert. Die Schneewehen auf dem anderen Photo waren teils mehr als kniehoch. Von diesem Phänomen waren auch Straßenabschnitte betroffen, an denen nur auf einer Seite überhaupt ein Fuß- und Radweg verläuft, also keine Alternativroute existiert.

    Hier zeigen sich wieder einmal die Prioritäten der lokalen Straßenverkehrsplanung. In Halstenbek freue ich mich das ganze Jahr über an vielen Stellen über mein „Lieblingsschild“, und zwar das, bei dem der Radverkehr auf dem gemeinsamen, relativ schmalen Weg dem Fußverkehr untergeordnet ist. Das bedeutet Stress für alle Beteiligten, bis auf die Fraktion im Auto. Im Januar kam dann diese streckenweise nicht mehr vorhandene Benutzbarkeit der Wege dazu.

    Ich habe von einigen Bekannten gehört, dass sie mehrere Wochen nicht vor der Tür waren, weil sie in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, und zum Beispiel auf einen Rollator angewiesen. Mit Fahrrad, Rollstuhl oder Kinderwagen war das alles nicht zumutbar.

    Kurzfristig ist so etwas verständlich. Wenn sich allerdings mehrere Tage nichts ändert, wird wieder das System deutlich. Und als zwischenzeitlich die ganz großen Schneemassen weg waren, fing natürlich auch das Gehwegparken wieder an. Ich bin eigentlich die absolute Winterperson, aber inzwischen freue ich mich echt darauf, dass hoffentlich bald das weiße Zeug für dieses Jahr endgültig weggetaut ist. Auf jeden Fall sehe ich gesellschaftlichen Redebedarf. So werden Menschen nicht zu klimafreundlichem Verhalten motiviert. Dass es auch anders geht, zeigen skandinavische Länder: Dort werden auch Wege für den nichtmotorisierten Verkehr geräumt.


    Was habe ich im Januar 26 gelesen?

    Normal und die Ticking Clock

    Aus der Superhelden-Ausstellung habe ich „Normal und die Ticking Clock“ mitgenommen. Diese Fortsetzung von „Normal und die Zero Heroes“ war schon im November 2025 heraus gekommen und ich hatte das ganz verpasst. Bei der zweibändigen Geschichte von Marc Uwe Kling geht es um eine Welt, in der alle Menschen Superkräfte haben. Alle bis auf einen: Normal. Er ist Teil einer Handvoll von Freund:innen, deren sonstige Superfähigkeiten auch eher unspektakulär oder scheinbar zu nichts nütze sind.

    Im ersten Band taucht unvermutet der Normalizer auf. Er ist ein Schurke, der Superkräfte stehlen kann. Nach vielem Hin und Her, dramatischen Verfolgungsjagden und Missverständnissen wurde die geneigte Leserin an einem Cliffhanger stehen gelassen.

    Jetzt im zweiten Band tritt der Erzähler Meta-Man noch stärker in den Vordergrund und durchbricht passenderweise mehrfach die vierte Wand. Zum Ende hin wird die Geschichte zunehmend turbulenter und meinen Humor hat sie hundertprozentig getroffen mit unzähligen Popkulturverweisen, trockenen Sprüchen und Figurennamen wie Captain Obvious. Leider ein Neukauf, das heißt meinen Bücherstapel habe ich bei dieser Gelegenheit nicht abgetragen.

    Good Omens (Graphic Novel)

    Die Entstehungsgeschichte dieses Comics war länger als erwartet. Ich erinnere mich gar nicht mehr genau, wann ich vom Crowdfunding dafür bei Kickstarter gehört habe. Anscheinend lief die Kampagne am 1. August 2023 an, und geplant war die Veröffentlichung für den Juli 2024. Mein Buch erreichte mich letztlich im Dezember 2025.

    Es geht um die Comicversion eines Romans von Terry Pratchett (und einem Schriftstellerkollegen). Der Dämon Crowley und der Engel Aziraphale haben schon so lange auf der Erde unter Menschen gelebt, dass sie nicht begeistert sind, als sie die Apokalypse in Gang setzen sollen. Sie geben gemeinsam ihr Bestes, um das Schicksal aufzuhalten, allerdings ist nicht alles so, wie es scheint. Beide lernen unterwegs viel dazu, was mich persönlich sehr begeistert. Crowleys und Aziraphales Vorgesetzte sind allerdings deutlich weniger lernoffen.

    Die Künstlerin hinter „Good Omens The Official (and Ineffable) Graphic Novel“ hat die Geschichte zauberhaft umgesetzt und eine Menge Crowdfunder:innen mit in ihre Bilder eingebaut. Ich habe nur die absolute Grundversion mitfinanziert, daher komme ich jetzt nicht als Nebenfigur vor. Das kann ich aber locker verschmerzen. Leider ging auch dieses Buch wieder parallel an meinem Lesestapel vorbei.


    Was habe ich im Januar 26 gebloggt?

    Es fühlte sich nach retativ wenig an, dafür waren es immerhin sieben Beiträge.

    Monatsrückblick Dezember 25 – Eine gemischte Adventstüte
    Der letze Beitrag zum vergangenen Jahr ist der Monatsrückblick Dezember 25. Mal sehen, was der Jahresrückblick noch übrig gelassen hat.

    Mein Motto 2026 – Feeling Groovy
    Ich erzähle, wie ich auf mein Motto 2026 kam und wie es sich in die Entwicklung der Mottos seit 2022 einfügt. Ohrwurmgefahr!

    ToWants für das 1. Quartal 26
    Das Jahr ist schon ein bisschen angebrochen, aber natürlich gibt es Anfang Januar meine ToWant-Liste 26 Quartal 1!

    Sind Feigen vegan? – Fragen am Thema vorbei
    Immer wieder taucht in den Medien die Frage auf, ob Feigen vegan sind. Im Grunde geht es aber im veganen Leben gar nicht um Kuriositäten, sondern um Haltung.

    Bloggerschnack Januar 26: Meine größte Herausforderung
    Was ist beim Bloggen meine größte Herausforderung und wie überwinde ich sie? Mein Beitrag zum Bloggerschnack Januar 26.

    Wie ich schriftlich kommuniziere – Blogparade relevant Januar 26
    Das monatliche „relevant“ steht wieder an. Im Januar 26 interessieren sich Erik und Jürgen dafür, warum ich wie schriftlich kommuniziere.

    Projekt52 Januar 26 – Blume, Geld, Kleinigkeit, Fotografie
    Mein Beitrag zur kreaktiven Challenge Projekt52 im Januar 26. Die Stichpunkte: „Blume“, „Geld“, „Kleinigkeit“, und „Fotografie“


    Monatsrückblick Januar 26 in Mastodönekes:

    Was mir aus dem Fediverse im Gedächtnis blieb, dieses Mal etwas knapper:

    „stop believing extraordinary claims made with underwhelming evidence“

    Cassandra is only carbon now


    Und was war sonst noch los?

    Ein circa DINA5 großes Stück Aquarellpapier, darauf gemalt ein unbelaubter Baum vor einem hellblauen Himmel, im Vordergrund viele weiße Tupfen, um Schneeflocken darzustellen.

    Ich bin endlich wieder zum Aquarellmalen gekommen.

    Eine Hand hält eine Weihnachtskarte, sodass die Vorderseite zu sehen ist, das Motiv ist ein Plüschbär mit einer Weihnachtsmannmütze.

    Es gab Antwort auf eine meiner Karten für PostMitHerz.

    Vier Tüten auf einer Tischplatte, darin Mungbohnen, Bulgur, gemischte Hülsenfrüchte und Buchweizenmehl., als Symbolbild dafür, dass sich Vorräte sinnvoll verbrauchen lassen

    Ich habe den Januar über meine Vorräte gesichtet und gezielt verbraucht.

    Ein eEnfamilienhaus bei Nacht aus einem Dachfenster fotografiert, am Himmel darüber ein leuchtend grüner Streifen.

    Dieses Mal habe ich die Polarlicher nicht verpasst!

    Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme war bewegend.

    Schwarz-weiße Zeichnung mit einem geometrischen Muster

    Eine weitere Zentangle-Challenge mit Wiederholungspotential: FYIC26!


    Vorherige Januarrückblicke

    Für den Monatsrückblick Januar 26 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich so noch mehr für mich, regelmäßig diese Rückblicke zu schreiben.

    Januar 24: Der Jahresanfang war durch einen grundlegenden Familienstreit sehr holperig. Immerhin inspirierte mich das dazu, mich selbst und meine Grenzen gründlich neu kennenzulernen. Die Petition gegen Plastikkonfetti habe ich dagegen immer noch nicht gestartet.

    Januar 25: Das Jahr 2025 ging mit viel Demoaktivität los. Außerdem beschloss ich, meine Meta-Accounts zu löschen. Damit legte ich den Grundstein für eine neu ausgerichtete Vernetzung und mehr(!) Kommentare unter meinen Beiträgen.


    Was habe ich im Februar 26 vor?

    • Meine Monatschallenge lautet: Jeden Tag 10 Minuten Sport.
    • Dem Eis beim Wegschmelzen zusehen.
    • Eine Hose (mit Taschen!) nähen.
    • Ein weiteres Nähprojekt: Zwei Röcke, die immer passen.
    • Am 14. an der PRÜF-Demo teilnehmen.
    • Meine Versuchsreihe „Stopp die Zeit, wie lange Tätigkeiten dauern“ fortsetzen, um meinen Start in den Tag realistischer zu planen.
    • Meinen privaten Facebook-Account löschen.
    • Meinen Mastodon-Account nach Norden.Social umziehen.
    • Mit dem Kurs „Learn Ubuntu“ anfangen, um mir die Grundlagen mal wirklich gründlich klarzumachen.
    • Mir das Museum der Illusionen in Hamburg ansehen, nachdem Sandra von Wanderrattes Blog so positiv über die Filiale in Stuttgart berichtete.

    Wie war dein Januar 26?

    Das war mein Monatsrückblick Januar 26. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. Hier findest du Judiths eigenen Januarrückblick.

    Was sind deine Erfahrungen mit Monatsrückblicken? Und wie hast du den Winter 25/26 erlebt?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Monatsrückblicke wie dieser.

    Fediverse-Reaktionen
  • Vorräte sinnvoll verbrauchen – Meine Challenge im Januar 26

    Vorräte sinnvoll verbrauchen – Meine Challenge im Januar 26

    Für das Jahr 2026 habe ich mir an Astrid Engel und ihren Monatschallenges ein Beispiel genommen. Jeden Monat versuche ich, etwas Neues (oder Altes) in meinen Alltag einzubauen, auch passend zu meinem Jahresmotto „Feeling Groovy“. Im Januar wollte ich meine Vorräte sinnvoll verbrauchen und schaue jetzt zurück, wie gut das funktioniert hat und was ich aus der Aktion gelernt habe.

    Warum will ich meine Vorräte sinnvoll verbrauchen?

    Alle paar Jahre raffe ich mich zum großen Aufräumen auf. Dann werden Schränke und Schubladen geöffnet, der Inhalt gesichtet und neu sortiert, aber auch zum Teil entrümpelt. In der Küche und im Keller fallen mir dann regelmäßig trockene, eingedoste und tiefgekühlte Lebensmittel in die Hände, die lange abgelaufen sind. Manches davon ist dann zwar noch genießbar. Allerdings bildet das alles oft einen insgesamt überfordernden Stapel.

    Also werfe ich immer wieder tütenweise Lebensmittel weg. Das deprimiert mich persönlich, weil ich zum Beispiel mal für ein leckeres Gericht eingekauft hatte, danach aber nicht zum Kochen gekommen bin. Aber auch, weil Lebensmittelabfälle aus Gründen des Klimas und allgemein der Umwelt vermieden werden sollten und auch zum weltweiten Hunger beitragen. Der Zustand, dass ich Dinge anschaffe, nur um sie später ungenutzt in die Tonne rieseln zu lassen, ist im Grunde untragbar.

    Wie bin ich vorgegangen?

    Stattdessen wollte ich jetzt meine Vorräte sinnvoll verbrauchen. Und gleichzeitig einen Blick dafür entwickeln, was ich überhaupt wo lagere. Es ist ja durchaus sinnvoll, immer einen gewissen Bestand an haltbaren Lebensmitteln im Haus zu haben.

    Also bin ich alle Schubladen, Auszugregale und Fächer sowie den Tiefkühlschrank in der Küche durchgegangen und habe alles aufgelistet, was da war. Bei der Gelegenheit ging schon ein bisschen was in den Müll, aber meine letzte Clutterbug Challenge war noch nicht so lange her. Also gab es nicht so viel Abgelaufenes. Genauso habe ich alles aus dem Kellervorratsregal auf die Liste gesetzt.

    Passend zu dieser Liste habe ich meine elektronische Rezeptesammlung durchgeblättert. Die ist ein ähnliches Hamsterproblem, nur werden die PDFs zum Glück nicht schlecht. Ich habe die Rezepte rausgesucht, mit denen ich trockene Hülsenfrüchte, Cashews, Hanfsamen, Flohsamenschalen und dergleichen gewinnbringend verbraten konnte.

    Zur Sicherheit habe die Aktion in meine Habittrackerapp Habitica eingebunden. Jeden Montag stand die Entscheidung für zwei oder drei Rezepte an. Außerdem habe ich im Rahmen einer offiziellen Habitica-Monatschallenge ein sogenanntes Accountability-Posting veröffentlicht:

    „In 2026 I want to create less food waste, ideally zero.

    I am going to inventory my supply of dry, canned and frozen food. I am going to plan recipes to use this food and stick to my meal plan.

    I am also going to regularly replenish my food supply and maintain an overview of what is in there and how long it will keep.

    This is my accountability post for the Habitica New-Year-Resolutions challenge 😊“

    Angela auf Mastodon

    Entsprechend durfte ich für jeden positiven Schritt auf diesem Weg den Button für das digitale Konfetti anklicken. Das hat mich erwartungsgemäß besonders motiviert.

    Beispiele für umgesetze Rezepte

    Mein allererstes Rezept mit dem ich die ersten Vorräte sinnvoll reduziert habe, war ein Champignon-Kroketten-Auflauf. Ende Dezember hatte ich bei einem Mastodon-Bekannten gelesen, dass der beim ihm auf dem Menü stand. Was mich von der Umsetzung trennte, waren frische Pilze, getrocknete Steinpilze hatte ich nämlich, die schon lange genug in der Schublade ausgeharrt hatten.

    Aus den roten Linsen habe ich Wraps gemacht. Dieses Zwei-Zutaten-Rezept ist allgemein beliebt und in diversen Varianten verbreitet, ich habe mich an Michaelas Anleitung für Linsenpfannkuchen gehalten. Die Dinger sind wirklich toll, nur müssen die Linsen vorher ausreichend lange einweichen.

    Veganer Mozzarella war bei mir bisher auch immer am Aufraffen zum Einweichen gescheitert. Oder an der mentalen Koordination. Jedenfalls habe ich endlich erfolgreich getestet und bestätigt, dass das Rezept für Cashewmozzarella auch mit Hanfsamen funktioniert. Schmeckt dann allerdings ein bisschen anders, ich mochte beide Versionen gerne und selbstgemacht ist dieses Produkt signifikant günstiger als die kleinen Kugeln, die es fertig zu kaufen gibt.

    Das Sprossenziehen musste ich als Hobby einfach nur wiederbeleben. Ich besitze seit Jahren drei Sprossengläser und die Tütchen mit Brokkoli-, Radieschen- und Bockshornkleesamen, sowie die Belugalinsen und Mungbohnen waren zum Glück noch gut erhalten.

    Mein Linsen-Rührei-Experiment

    Als ich vor ein paar Monaten mal ausprobieren wollte, ob sich auch gelbe Linsen für die Pfannkuchen eignen, habe ich zunächst laut geflucht. Der Teig hat sich überhaupt nicht brav als flacher Fladen vom Pfannenboden gelöst. Aus Frust habe ich dann das ganze restliche Püree auf einmal in die Pfanne gegossen und weiter gebraten. Was sollte passieren? Der Plan an sich war ja schon gescheitert.

    Wie sich herausstellte, dickt so ein Püree aus gelben Linsen sehr gemächlich ein und nimmt die Konsistenz von Rührei an. Die Farbe passt ja schon. Für diesen Januar habe ich daran weiter experimentiert, denn ich hatte letztes Jahr eine große Tüte gelbe Linsen im türkischen Supermarkt gekauft.

    Mit den Mengenverhältnissen halte ich mich an das Pfannkuchenrezept:

    • 150 g getrocknete gelbe Linsen
    • ca. 350 ml Wasser

    Diese Zutaten lasse ich über Nacht stehen und gebe morgens einen Schuss Rapsöl, einen Teelöffel Kala Namak (für den Eigeschmack) und etwas Pfeffer und Salz zu. Das Ganze kommt dann in einem Rutsch in eine Pfanne. Mit einer Edelstahlpfanne habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, das Gerät sollte schon Antihafteigenschaften mitbringen.

    Nach kurzer Zeit fängt die Mischung bei mittlerer Hitze an, sichtlich festere Stellen auszubilden. Ähnlich wie ich das bei Rührei aus Hühnereiern dunkel in Erinnerung habe. Danach ist aber Geduld angesagt.

    Im ersten Bild ist die Mischung nach vielleicht fünf Minuten noch ziemlich weich, feucht, und klebrig. Nach weiteren fünf Minuten zeigen sich trockene und angebräunte Stellen. An der Stelle habe ich das Linsen-Rührei serviert und gegessen.

    Mit der Zeit wird es durch das Abkühlen noch deutlich fester, also lohnt es sich, nicht zu lange darauf herum zu brutzeln. Einmal habe ich gemeinsam mit den Gewürzen einen Teelöffel Tapioka dazu gemixt, dadurch wurde die Konsistenz noch etwas schlotziger. Ich werde an dieser Geschichte aber noch dranbleiben und weiter probieren, was für Stellschrauben sich drehen lassen.

    Rezepte, die ich in den Februar mitnehme

    Nicht alles, was ich an Rezepten heraus gesucht habe, ist auch auf dem Teller gelandet. Es warten noch ein Linsenaufstrich und ein Hanfaufstrich auf die Umsetzung. Auch Hanfsamen hatte ich mal im Anflug großen Übermutes in einer sehr großen Tüte gekauft.

    Für das Buchweizenmehl, bei dem ich gar nicht mehr weiß, was ich damit genau vorhatte, habe ich ein Apfelbrot geplant.

    Einsichten, die ich mitnehme

    Durch das gezielte Aufbrauchen war zwischenzeitlich unser Gefrierschrank fast leer. So konnten wir sogar die Schneekälte nutzen und den Gefrierschrank abtauen. Offensichtlich ist der Januar eine gute Zeit für eine regelmäßige gezielte Wiederholung des Projektes „Vorräte sinnvoll verbrauchen“

    Rezepte, bei denen ich Zutaten einweichen muss, schreibe ich mir in den Wochenplan. Ansonsten vergesse ich das und ärgere mich am Ende der Woche, dass zum Beispiel die Linsenpfannkuchen wieder mal nicht stattgefunden haben.

    Es ist keine gute Idee, drei Sprossengläser auf einmal in Gang zu setzen, erst recht nicht mit zu viel Befüllung. Wenn plötzlich sechs Handvoll fertige Sprossen gegessen werden wollen, ist das doch etwas viel und sorgt eventuell dafür, dass diese Gewohnheit wieder einschläft. Weniger ist mehr.

    So eine Monatschallenge sorgt natürlich nicht dafür, dass sofort Ordnung in der Küche einzieht. Aber sie motiviert dazu, wenigstens etwas Struktur in die Vorratshaltung zu bekommen. Im nächsten Januar wiederhole ich diese Challenge als gezielten Monatsschwerpunkt. Bis dahin werde ich die neu gewachsenen Gewohnheiten schonmal weiter einüben,

    Was sind deine Tipps, um Vorräte sinnvoll zu verbrauchen?

    Geht es dir auch so, dass du manchmal große Pakete mit Trockenprodukten kaufst, die dann nach ein paar Jahren überraschend doch schlecht werden?

    Wie behältst du den Überblick über deine Vorräte und deren Haltbarkeitswerte?

    Gibt es auch bei dir Rezepte, die an genau den richtigen Zutaten ansetzen, um wieder Platz im Regal zu schaffen?

    Im Februar heißt meine Monatschallenge „Jeden Tag 10 Minuten Sport“. Wünsch mir Glück!


    Dir hat dieser Beitrag gefallen? Ähnliche Texte findest du in meinem Blog hier:

    Fediverse-Reaktionen
  • Neuengamme – Ein Besuch im Winter

    Neuengamme – Ein Besuch im Winter

    Im Januar 26 habe ich mit einer Freundin die KZ-Gedenkstätte Neuengamme besucht. Ich versuche, jeden Monat eine Ausstellung oder ein Museum in der Region anzusehen und dieses Ziel war mir besonders wichtig und Teil meiner ToWants. Ich hatte vorher einmal während der Hochphase der Corona-Pandemie einen Livestream gesehen und mir vorher grob heraus gesucht, wo Neuengamme liegt, aber ich war auf einige Punkte nicht vorbereitet.

    Erster Eindruck

    Das ehemalige Lager ist wie erwartet deutlich außerhalb des Ortes im Südosten Hamburgs gelegen. Das Gelände ist deutlich größer, als wir gedacht hatten und die Parkplätze waren nur sparsam ausgeschildert. Daher sind wir erst einmal ziemlich weit vorgefahren, dann ungefähr einen Kilometer zurück gegangen, nur um festzustellen, dass der Eingang beim Auto uns zur Hauptausstellung geführt hätte. Beim nächsten Besuch werden wir das einkalkulieren.

    Eine flache, offene Landschaft, im Hintergrund Baracken, zum Teil aus roten Klinkerziegeln.

    Wegen der Größe der Anlage gibt es mehrere Bushaltestellen bei den jeweiligen Eingängen. Zu Fuß haben wir ziemlich gefroren, und wenn es mir schon kalt ist, will das etwas heißen. Die Gegend ist flach und relativ offen, sodass der Wind sich frei austoben konnte. Das sorgte in Kombination mit dem grauen Winterhimmel für eine passende Atmosphäre. Und es machte auch deutlich, wie die Häftlinge damals im Winter gefroren haben müssen.

    Der Besuch in Neuengamme ist kostenlos. Einer meiner Schüler war zufällig in der gleichen Woche dort, allerdings mit einer Führung, wie er erzählte. Das war vermutlich eine gute Idee, denn auch die Hinweisschilder für die einzelnen Gebäude sind eher unauffällig. Ich würde im Vorlauf wenigstens eine gründlichere Planung empfehlen.

    Das Klinkerwerk in Neuengamme

    Als erstes kamen wir an einer sehr großen, zugigen Halle an. Wie wir lernten, war dies die Produktionsstätte für rote Klinkerziegel. Ich wohne selbst in einem Haus mit diesen typischen dunkelroten Steinen und hatte sie bisher immer mit einem positiven Gefühl verbunden. Adolf Hitler hatte für Hamburg und speziell Altona große architektonische Pläne. Zu diesem Zweck und für spätere durch Bombenangriffe notwendige Reparaturen sollten in Neuengamme eine große Menge Klinker hergestellt werden.

    Diese für mich neuen Informationen haben mein Bild von den typischen norddeutschen Häusern ein bisschen anders eingefärbt. Es ist nicht dokumentiert, wo genau in Hamburg die Klinker aus Neuengamme verbaut wurden. Ich lebe in Schleswig-Holstein und unser Haus ist aus den Nullerjahren dieses Jahrhunderts. Trotzdem sehe ich unsere roten Steine jetzt mit anderen Augen und denke dabei an die damaligen Zwangsarbeiter. Immerhin wurden die pompösen Pläne für Altona am Ende nicht umgesetzt.

    Blick in zwei hell erleuchtete Räume mit horizontalen Schienen aus Steinen an den Seitenwänden. In diese sind Tafeln hinein geschoben, auf denen einzelne Ziegelsteine stehen. Der  Vordergrund ist dunkel und mit einem Metallgitter abgesperrt, das durch die Kameraeinstellung unscharf erscheint.
    In diesen Öfen wurden die Klinker gebrannt.

    Bei den Infotafeln im Klinkerwerk haben wir uns trotz der Kälte lange aufgehalten. Die Strategie, Baumaterial herzustellen, das repräsentativ und von guter Qualität sein soll, und dann gleichzeitig auf Zwangsarbeit zu setzen und dann noch die Arbeiter so zu drangsalieren, ist so irrational wie bösartig. Diese Haltung zog sich wie ein roter Faden durch unseren Besuch, nicht überraschend und trotzdem hatten wir immer wieder Redebedarf. Natürlich haben die Häftlinge die Produktion sabotiert, wo sie konnten. Aber auch die Aufseher sorgten mit ihrem ständigen „Schneller, schneller!“ für denkbar schlechte Produktionsbedingungen.

    Blick in eine große leere Halle mit offenem Balkenwerk im Dachbereich. Im Vordergrund ist ein Kreis aus Stühlen und einem Tisch.

    Die Halle steht heute größtenteils leer mit ein paar Stuhlkreisen für geführte Gruppen, zu besonderen Anlässen finden dort auch Konzerte statt. Auf unserem weiteren Weg kamen wir an den Loren im Beitragsbild vorbei. Mit ihnen wurde auf dem Gelände abgebauter Ton transportiert, eine besonders harte Arbeit.

    Die Lager-SS-Ausstellung

    Als zweites betraten wir die ehemaligen SS-Garagen. Dort befindet sich die Dauerausstellung „Die Lager-SS“. Dazu gehören unter anderem Prozessunterlagen von britischen, bundesdeutschen und DDR-Gerichtsverhandlungen. Es widerspricht meinem Gerechtigkeitsempfinden extrem, wie viele Aufseher:innen letztlich freigesprochen wurden. Offensichtlich haben sie sich untereinander vernetzt und sich gegenseitig in der Verteidigung unterstützt.

    Blick in einen Museumsraum mit Balken an der Decke, Tischen mit Informationsmaterial, Projektionen an der Hinterwand und mehreren Stationen mit Kopfhörern. An der hinteren Wand steht "Rauchen verboten", da es sich hierbei um eine ehemalige Garage im KZ Neuengamme handelt.

    Es ist natürlich richtig und sinnvoll, dass Gerichte jeden Fall einzeln betrachten. Und ich habe in dieser Ausstellung eine Tonaufnahme einer Frau gehört, die zur Aufseherin in Neuengamme rekrutiert und verpflichtet wurde. Nach ihren Aussagen hatte sie die Optionen, diese Tätigkeit anzunehmen oder eventuell die Seite zu wechseln und selbst in Haft zu kommen. Wie viel Wahrheit darin steckt, kann ich nicht beurteilen und die Vorstellung, zur zwangsweise Aufsicht in einem KZ zu sein, ist auch beklemmend. Gleichzeitig sah ich Photos von freigesprochenen Menschen, die ich als Verbrecher bezeichnen würde.

    Wir erfuhren eine Menge erschütternder Informationen. Unter anderem, dass ehemalige Aufseher die Jahre im Lager für ihre Rente anrechnen lassen konnten, während Häftlinge für den gleichen Zeitraum für eine Anerkennung kämpfen mussten. Die Darstellung der SS als großenteils sadistischer Männerverein macht besonders im Blick auf die aktuelle politische Lage sehr nachdenklich. Es gibt einen Typ Mensch, der ohne Skrupel und ohne jegliche Weitsicht vorgeht, sobald er nur einen Fitzel Macht in die Hand bekommt.

    Eine Wand in einer Halle, mit Balken verstärkt. Eine Reihe von Fenstern lässt nur den leuchtend grauen Himmel draußen sehen.

    Im Nachhinein scheint es manchmal, als hätte der Großteil der damaligen Zivilbevölkerung nichts mitbekommen oder sei im Widerstand gewesen. Aus den historischen Dokumenten dieser Ausstellung ergibt sich aber ein intensiver Austausch zwischen dem Lager und dem restlichen Ort. Die SS-Männer waren regelmäßig in den lokalen Wirtshäusern zu Gast und die Holstenbrauerei sowie landwirtschaftliche Betriebe lieferten regelmäßige Verpflegung.

    Unser nächster Besuch in Neuengamme

    Wir haben fest vor, dieses Jahr noch einmal wiederzukommen. Voraussichtlich ab April, wenn es nicht mehr so kalt ist. Dann werden wir am anderen Ende mit der Hauptausstellung beginnen. Aber sehr wahrscheinlich wird auch das nicht unser letzter Termin bei der Gedenkstätte bleiben, denn es gibt mehr zu sehen, als sich in einem schnellen Durchgang wirklich wahrnehmen lässt. Ich bin sehr dankbar, dass es Organisationen gibt, die diese Verbrechen für uns dokumentieren und präsentieren. Auch wenn ich mir aktuell um die gesellschaftliche Entwicklung große Sorgen mache.

    Weitere Beiträge darüber, was mir zum Stichwort „Nie Wieder“ wichtig ist, findest du in der Kategorie „Haltung“.

    Fediverse-Reaktionen
  • Vegane Vorsätze 26 – Eine Fediverse-Gemeinschaftsaktion

    Vegane Vorsätze 26 – Eine Fediverse-Gemeinschaftsaktion

    Irgendwann im Dezember 25 wurde eine Frau, mit der ich im Fediverse verbunden bin, nostalgisch. Sie erinnerte sich an einen veganen Adventskalender auf (damals noch) Twitter, der wohl eine rundherum schöne Aktion war. Ein paar Kommentare hin und her und schon war der Beschluss gefasst: Wir machen etwas Schönes, um den Veganuary zu begleiten. Unter dem Arbeitstitel und späteren Hashtag „Vegane Vorsätze 26“ sammelte ich Freiwillige und Ideen für 31 Tage.

    Eine der Motivationen war der Streit im Dezember. Der hatte mich unter anderem dazu gebracht hatte, meinen privaten Account zu löschen. Die Gemeinschaftsaktion fand daher auf meinem „offiziellen Profil“ statt. Und es war wirklich Balsam für meine Seele. Jeden Tag stellte eine andere Person Life-Hacks, Rezepte, Organisationen, Apps und sonstige Informationsquellen vor. Die Beiträge wurden wohlwollend geteilt und kommentiert, und von mir in einem langen Thread gesammelt.

    Ein Vorteil am Fediverse ist es, dass Accounts umziehen können. Wenn mir eine Instanz nicht mehr gefällt, nehme ich meine Follower:innen und die Menschen, denen ich folge, einfach mit. Ich möchte im Februar mein @AngelaCarstensen wieder nach Norden.social verlegen, wo ich meinen Privataccount hatte. Die Instanz ist kleiner und ich bin mit ganzem Herzen Nordlicht. Außerdem ist mir Mastodon.Online im Vergleich zu groß und anonym.

    Der Haken ist, dass Posts nicht mit umziehen. Der lange Beitrag für „Vegane Vorsätze 26“ wird bei der Gelegenheit verschwinden, genauso wie meine eigenen Beiträge. Daher verblogge ich jetzt und hier die ganze Aktion, um sie zu verewigen.

    Meine eigene Beiträge zu „Vegane Vorsätze 26“

    Blogtipps

    „Tines vegane Backstube“ ist leider nicht mehr aktiv, zeigt aber, dass Kuchen ohne Ei nicht auseinander fallen. Den Nusskuchen hat sogar mein Mann ohne jegliche Backerfahrung erfolgreich hinbekommen und war im Büro der große Held.

    Zwei Rezeptblogs, auf die ich mich bisher immer verlassen konnte, sind „Vegan Richa“ und „Bianca Zapatka“. Ich habe noch nichts von den beiden ausprobiert, was nicht geklappt hätte oder nicht ausgesehen hätte wie auf den Bildern.

    Auf Simply Vegan findet ihr nicht nur Rezepte, Reviews, und Tipps für das vegane Leben unterwegs, um zu zeigen, „wie vielseitig die vegane Küche ist und dass es gar nicht schwierig ist, sich rein pflanzlich zu ernähren und zu kochen“.

    An „Zucker und Jagdwurst“ finde ich so spannend, dass die beiden darüber schreiben, wie sie ihre Rezepte entwickeln. Das hilft auch einen ähnlichen Ansatz für die eigenen Küchenexperimente zuhause zu entwickeln.

    Der Challenge22-Blog gehört zu einer Aktion, die leider auf Facebook stattfindet, deshalb bin ich dabei nicht mehr als Mentorin aktiv. Innerhalb von 22 Tagen werden Gruppen von Umstiegswilligen durch verschiedene Aufgaben begleitet, alles sehr postitiv, unterstützend und vor allem mit Ernährungsexpert:innen im Team.

    „ProVeg News“ gehört zur internationalen Organisation ProVeg. Entsprechend findest du hier allgemeine Nachrichten über das vegane Leben und wie es sich gesellschaftlich entwickelt. „VegNews“ hat ähnliche Inhalte, allerdings auf Englisch.

    Podcastempfehlungen

    Mein zweiter Beitrag für „Vegane Vorsätze 26“ war eine Liste mit interessanten Podcasts. Der erste davon richtet sich an Sportinteressierte, besonders aufs Laufen bezogen: Bevegt.de ist auch selbst im Fediverse vertreten unter @beVegt.

    „This is vegan“ dreht sich um Nachhaltigkeit und bietet regelmäßig Interviews mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. „Gans normal vegan“ möchte Menschen untereinander vernetzen, die sich in ihrem veganen Alltag alleine fühlen. Die Themen sind bunt gemischt und es gibt relativ häufig neue Episoden.

    Der Podcast „Sag noch einmal B12“ von Dr Markus Keller beantwortet die Frage, ob vegan zu leben ungesund ist. Er arbeitet am Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE) und hat unter anderem eine ausführliche Studie an veganen Kindern durchgeführt.

    Zwei meiner veganen Lieblingspodcasts sind auf Englisch: Die Chickpeeps werden leider schon länger nicht mehr aktualisiert. Allerdings sind die alten Folgen immer noch relevant und hörenswert. Evanna Lynch hat eine ganz zauberhafte Art, finde ich. Und in diesem unterhaltsamen englischsprachigen Podcast hatte sie immer wieder interessante Interviewgäste.

    Colleen Patrick Goudreau ist schon seit Jahrzehnten vegan und informiert ziemlich genau so lange über die Philosophie dahinter. Besonders interessant finde ich ihre Kombination von Mitgefühl und Stoizismus. Ihr Podcast heißt „Food for Thought“.

    Plant Based Treaty

    Neben dem Tierrechtsaspekt hat die Umstellung auf vegane Ernährung eine Menge positiver Folgen für das Ökosystem Erde. Die Organisation „Plant Based Treaty“ verhandelt deswegen Abkommen mit Ländern, Kommunen, Unternehmen und Einzelpersonen. Das Idealziel ist, dass die gesamte Menschheit sich an den Grundsätzen „Eat plants. Plant trees.“ ausrichtet.

    Einzelpersonen oder auch Unternehmen können direkt heute dem Plant Based Treaty beitreten. Darüber hinaus gibt es Material, um es an Kommunen weiter zugeben. Außerdem wäre es gut, wenn wir Menschen in Landesparlamenten und dem Bundesparlament immer wieder auf diese Möglichkeit hinweisen mit den Krisen unserer Zeit umzugehen.

    Vegan zu leben ist grundsätzlich eine Frage der Gerechtigkeit und der Empathie mit unseren Mitgeschöpfen. Und gleichzeitig werden wir ohne eine globale Ernährungsumstellung als Menschheit kaum eine echte Zukunft haben.

    Vegane Ernährung bei Unverträglichkeiten

    Viele Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten wären gerne vegan, fragen sich aber, was sie dann noch essen sollen. Wenn zum Beispiel Soja, diverse Gemüsesorten oder Gluten problematisch sind, scheint der übrig bleibende Speiseplan eher schmal zu sein. Zum Glück gibt es Rezeptblogs, die sich der veganen Küche ohne diese Allergene widmen.

    Stefanie Grauer, Gründerin von KochTrotz.de hat selbst Erfahrung mit Histaminintoleranz und im Laufe der Zeit über 1500 Rezepte zusammengestellt. Nicht alle davon sind vegan, allerdings lassen sich die Rezepte ohne tierische Bestandteile und zusätzlich individuelle Allergene heraus filtern.

    Die Vegan Taste Week ist eine Aktion der Albert-Schweitzer-Stiftung, bei der Interessierte in Eigenregie, aber mit unterstützenden Infos, eine Woche lang veganes Leben ausprobieren. Bei den Rezepten gibt es einen Filter für jeweils sojafreie, glutenfreie, nuss- und sesamfreie oder fructosearme Gerichte.

    Chantelle Kitchener betreibt die Plattform Vegane Familien. Ihre Rezeptsammlung enthält die Kategorien glutenfrei, sojafrei, histaminarm, Low-FODMAP, nussfrei und sorbitfrei. Das Ganze mit einem Blick auf familientaugliche Küche. Dazu ist zu sagen, dass sie die Seite von Carmen Hercegfi, einer veganen Ernährungsberaterin übernommen hat.

    Vegan zu leben sollte sich nicht nach Verzicht anfühlen. Für Menschen ohne Unverträglichkeiten ist der Umstieg meistens eine kulinarische Erweiterung des Horizontes. Genauso haben auch Allergiker:innen Essen mit Genuss verdient.

    Ärzte gegen Tierversuche

    Eine vegane Lebenshaltung beschränkt sich nicht nur auf die Ernährung. Viele Menschen entwickeln nach der Umstellung ein Bewusstsein dafür, wo überall die Gesellschaft Tiere ausbeutet und ihnen Leid zufügt. Tierversuche sind hier ein sehr trauriges Kapitel.

    Zum Glück gibt es seit 1979 (!) den Verein „Ärzte gegen Tierversuche e.V“. Sie recherchieren Publikationen in diesem Themenbereich und klären auf verschiedenen Wegen auf. Auf ihrer Webseite listen sie solide Argumente für medizinische Forschung ohne Tierversuche.

    Unter anderem ist es nämlich zum Beispiel so, dass „95 % aller in Tierversuchen für sicher und wirksam befundenen Arzneien beim Test in der klinischen Prüfung“ scheitern. Die dabei „verwendeten“ Tiere wurden also völlig ohne Nutzen medizinischen Prozeduren unterzogen. Ich bin sicher, vielen Menschen ist das in diesem Ausmaß gar nicht bewusst.

    Entsprechend beantworten die „Ärzte gegen Tierversuche“ die Frage, was die Folgen wären, wenn wir Tierversuche ganz abschafften:

    „Wir Menschen würden von einer besseren, wirksameren Medizin profitieren.“

    Ärzte ohne Tierversuche e.V.

    Was auch vielen Menschen nicht bekannt sein dürfte: Es gibt tierversuchsfreie Forschungsmethoden, unter anderem Miniatur-Organe auf Chips. Außerdem sind auch Computersimulationen schon heute in der Vorhersagekraft Tierversuchen oft deutlich überlegen.

    Wenn dir also in Zukunft jemand erzählen will, dass Tiere leider auch weiterhin für die Entwicklung von Medikamenten und Behandlungsmethoden ausgenutzt werden müssen, weißt du nach der Lektüre der ÄgT-Webseite besser Bescheid.

    Andere Beiträge für Vegane Vorsätze 26

    Die folgenden Links führen zum Teils in das Fediverse, zum Teil auf andere Blogs.

    Rezepte

    Von Seitansbraten gab es Anleitungen für Käsekuchen, Pfannkuchen und einen Schokoladenkuchen. In einem weiteren Post gab es von ihr ein Rouladenrezept.

    Renate Mack teilte gleich einen ganzen Schwung einfache Alltagsrezepte und eine Sammlung von Rezepten mit veganem Hack sowie Tipps zur Verwendung.

    Enadia verriet, wie vegane Mayo einfach selbst herzustellen ist.

    I. L. Villiam erklärte anschaulich, wie aus einer Gemüsekiste mit wechselndem Inhalt ohne viel Aufwand ein leckerer Eintopf gezaubert werden kann.

    Anya Karl bescherte uns vier asiatische Rezepte mit reichlich Chilli und Tofu.

    Fayuna stellte ein Rezept für eine Bolognese auf Basis von gebackenem Tofu vor. Denn auch wenn sie praktisch sind, ist es nicht notwendig, vegane Fertigprodukte zu verwenden. Zum Abschluss der Reihe verriet sie drei verschiedene Methoden, veganen Käse selbst zu machen.

    Miki zeigte uns, wie er eins seiner Lieblingsgerichte vom Balkan veganisiert hat: Gibanica, eine gebackene Schnecke aus Strudelteig gefüllt mit fermentiertem Tofu.

    Martin Kubler teilte Rezepte für vegane Cocktails und stellte klar, warum manche Zutaten nicht rein pflanzlich sind.

    Freya Rants Crispy Sesam Tofu muss ich ganz dringend mal probieren. Vor allem mit so einem Gemüseregenbogen in der Bowl.

    Dolmengi nahm uns mit in die koreanische Küche, dabei gab es Gemüsepfannkuchen mit drei Saucen.

    Ein weiteres Balkangericht gab es von Enola Knezevic, und zwar „Posna Sarma“ eine serbische Fastenspeise in Form von speziell gefüllten Kohlrouladen.

    Als große Überraschung gab es von Lichtscheu noch einen Bonuspost zum 1. Februar. Auch sie hat ein altes liebgewonnenes Rezept veganisiert, und zwar einen Schokoladenkuchen aus Kindertagen ihres Mannes.

    Alltagstipps

    Martin Kubler stellte auch Apps für den veganen Alltag vor. Unter anderem helfen sie, sich im Wirrwarr der Labels und Zutatenlisten zurechtzufinden.

    Renate Mack lieferte eine Art Starterpack in das vegane Leben: Womit kann ich vegan überbacken? Wie mache ich Aufstriche einfach selbst? Und was lohnt sich, immer im Haus zu haben? Außerdem erklärte sie, welche Produkte oft unerwartet nicht vegan sind. Spoiler: Die Feige war nicht dabei.

    Karin erklärte das Gegenteil, nämlich Produkte, die vegan sind, obwohl damit nicht auf den ersten Blick zu rechnen wäre.

    Organisationen

    Lichtscheu informierte über die Webseite Landwirtschaft.Jetzt, die beleuchtet, welchen Einfluss die Tierhaltung für Ernährungszwecke auf Umwelt und Klima hat.

    In ihrem zweiten Beitrag ging es um Faba Konzepte, eine Organisation, die landwirtschaftliche Betriebe bei der Umstellung auf reine Pflanzenproduktion unterstützt.

    Ein dritter Beitrag von Lichtscheu drehte sich um „Mensch Tier Bildung“. Dieser Verein informiert durch Workshops an Schulen Kinder und Jugendliche über das Leben von Tieren in der Landwirtschaft.

    Sonstige Informationen

    Die Autorin Amalia teilte einen Blogartikel über vegane Personen in der Belletristik.

    Enadia erklärte, wo bei einer pflanzenbasierten Ernährung die Proteine herkommen. Außerdem räumte sie mit einem Plädoyer für Tofu mit weit verbreiteten Mythen auf.

    Der Bundeskater gewährte auf seinem Blog Einblick in seine Kochbuchsammlung und seine Backbuchsammmlung.

    Rückblick auf Vegane Vorsätze 26

    Es sind naturgemäß viele Rezepte zusammen gekommen. Aber dies waren erstens sehr bunt gemischt und außerdem gab es nebenbei auch sehr viel Unterhaltsames und überraschende Informationen über den Alltag und Einflussmöglichkeiten für eine nachhaltige Zukunft.

    Ich werde diese Aktion im Januar 27 wiederholen, das steht für mich jetzt schon fest. Mir hat diese positive, bestärkende Atmosphäre sehr gut getan. Und mal sehen, wie ich durch den Februar komme, ohne morgens schon interessiert durch meinen Feed zu stöbern, ob der versprochene Beitrag des Tages schon online ist.

    Wie sieht es bei dir aus?

    Hast du mal beim Veganuary mitgemacht, vielleicht sogar im Jahr 2026? Hast du auch vegane Vorsätze 26? Oder hast du dir etwas ganz anderes vorgenommen?

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 Januar 26 – Blume, Geld, Kleinigkeit, Fotografie

    Projekt52 Januar 26 – Blume, Geld, Kleinigkeit, Fotografie

    Ich freue mich sehr, dass Sari vom Heldenhaushalt diese Gemeinschaftsaktion weiterführt. Immerhin, allerdings denkbar spät schaffe ich es mit meinem Beitrag zu Projekt52 Januar 26 über die Ziellinie.

    Was hinter Projekt52 steckt? Jeden Monat werden vier bis fünf Stichworte ausgelost, zu denen eine Gruppe von Blogger:innen dann kreativ wird. Ich habe so im letzten Jahr 52 Photos gemacht und geteilt, unter anderem in meiner Pixelfed-Collection Projekt52 2025.

    Die Themen für den Januar 2026 waren für mich persönlich nicht alle leicht. Vor allem die Kleinigkeit war eigentlich eine große Sache.

    Meine Beiträge zum Projekt52 Januar 26

    Blume

    Diese Pflanze hat mir eine Abiturientin zum Dank für die erfolgreiche Nachhilfe geschenkt. Ich mochte vorher eigentlich weder Sukkulenten, noch die Farbe rosa. In diesem Fall ist es aber so, dass die Pflanze sich trotz meiner zwei schwarzen Daumen unfassbar wacker hält. Ich habe mich schon beim Rückblick 2024 extrem darüber gewundert und nun blüht sie schon wieder und ist seitdem noch größer geworden.

    Geld

    Ich habe schon einmal in der relevant-Blogparade zur Frage „Bar oder unbar“ darüber berichtet: Zu Geld habe ich ein eher unschlüssiges Verhältnis. Mir fiel auch bis kurz vor Schluss nicht ein, wie ich da irgendetwas photogen hätte in Szene setzen sollen. Dann erinnerte ich mich daran, dass mir bei einem Protest im Januar 2024 tatsächlich mal 0€ Demogeld ausgezahlt wurden.

    Kleinigkeit

    Diese Flasche wurde uns wirklich mit den Worten „Wir haben noch eine Kleinigkeit für Sie“ angeboten. Normalerweise verwende ich diesen Begriff gar nicht. Dafür gibt es keinen Grund, es ist einfach ein Wort, dass in meinem Alltag nicht vorkommt.

    Und ich würde eine Menge dafür geben, hätte ich im Januar keine Idee zum Stichwort Kleinigkeit gehabt. In dieser wenige Zentimeter hohen Flasche sind Haare unserer Katze Lilly, die wir einschläfern lassen mussten, weil ihr Gesundheitszustand aus Altersgründen rapide schlechter wurde. Sie war die beste kleine Katze der Welt und unersetzbar.

    Im Nachhinein bin ich über diese Geste sehr dankbar. Ich selbst wäre in dem Moment nicht darauf gekommen, etwas Fell aufzuheben, bevor Lilly dem Krematorium übergeben wurde.

    Fotografie

    Was das Ph angeht, bin ich altmodisch und schreibe dieses Wort normalerweise immer noch Photographie. Auch mein Fairphone ist nicht mehr das Allerjüngste. Trotzdem hat es mir 2025 eine Menge Bilder für Projekt52 geliefert, wenn ich auch manchmal ganz schön geflucht habe, bis sich der richtige Teil des Bildes scharf stellte.

    Im Bild zu sehen ist die App „Open Camera“. Sie ist marginal kooperativer als die Original-App die mit meinem Smartphone kam. Im Laufe des Jahres habe ich mir dann aber doch eine neue kleine digitale Kamera gekauft, damit ich für Makro-Bilder nicht immer meinen Mann um sein Samsung-Telephon bitten musste.

    Meine Beiträge für Projekt52 2026

    Das war es mit dem Projekt52 im Januar 26. Letztes Jahr habe ich kein Thema ausgelassen und das habe ich dieses Jahr auch vor. Vielleicht werde ich doch noch mal für einen Beitrag etwas zeichnen oder schreiben.

    Alle bilder werde ich wieder auf Pixelfed veröffentlichen und sammeln. Wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln, würde ich mich sehr freuen!

    Ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der Kategorie „Selbstgemacht“.

    Fediverse-Reaktionen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner