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  • Mein Long-COVID – Fortschritte und Frust

    Mein Long-COVID – Fortschritte und Frust

    Im September 2023 steckte ich mich bei einer Schülerin mit SARS-Cov-2 an. Noch nie vorher war ich jemals so krank gewesen wie in den darauf folgenden Tagen. Selbst nach dem negativen Testergebnis zwei Wochen später blieb mir eine bleierne Müdigkeit zurück. Seitdem schleppe ich mich mit Long-COVID herum. Bis Mitte März hatte ich eigentlich den Eindruck, es würde stetig, wenn auch langsam besser. Stattdessen hat sich der Bleimantel wieder über meinen Alltag gelegt, wie auch meinem Blog anzumerken ist.

    Wie Long-COVID bei mir aussieht

    Sehr viele Betroffene haben es deutlich schlimmer als ich. Und wie so oft ist das nur ein mittelmäßiger Trost.

    Ich kann meinem Beruf nachgehen und bin mit Hilfe meiner Habittracker-App so organisiert wie lange nicht in meinem Leben. Und gleichzeitig war ich seit Jahren nicht mehr laufen. Physische Aufgaben wie Heckeschneiden sind auf meiner Wunschliste und trotzdem jenseits meiner Leistungsfähigkeit.

    Mein Leben fand und findet seit dem Herbst 2023 statt zwischen Selbstakzeptanz, Schonhaltung, für mich untypischem Optimismus und Wut auf die Welt.

    Kleine „Wanderungen“ um die 10 Kilometer sind machbar und tauchen deswegen immer in meinen ToWants auf. Mein Gedächtnis ist wieder zuverlässiger, immerhin. 2024 konnte ich Fliedergeruch gar nicht wahrnahmen, 2025 wenigstens zu geschätzt 80%. Wie es in diesem Frühjahr aussehen wird mit mir und dem Flieder, ist abzuwarten.

    Mein Long-COVID fügt sich nahtlos mit Hashimoto und dem typisch bunten Strauß an Menopausensymptomen zusammen. Da ist es nicht einfach, die einzelnen Probleme und Ursachen auseinander zu halten, auch wenn sich meine jetzige Müdigkeit ganz anders anfühlt als eine Schilddrüsenunterfunktion. Und doch scheint es mir, als hätten sich die drei verabredet, mir zehn neue Kilogramm umzulegen. Nicht aus Blei, sondern mein eigenes Körpergewicht.

    Die Fortschritte

    Im Jahr 2025 habe ich mich durch einen Untersuchungsmarathon gequält. Der Vorteil daran war, dass ich jetzt weiß, dass Hirn, Herz und Lunge für mein Alter in Ordnung sind. Immerhin hat dieses Virus, das an so vielen Stellen im Körper Schäden verursachen kann, mir keinen Nebel im Kopf verursacht, was vor meiner Infektion meine größte Angst war. Aber in ein MRT bekommt mich so schnell niemand mehr.

    Mit allen diesen Diagnosen trat ich im August 2025 im UKSH Kiel an. Dort erklärte der Art mir, dass er in meinem Fall davon ausginge, dass ich mich wieder erholen würde. Die gute Seite an einem „leichten“ Fall wie bei mir: Es besteht aus Sicht der Medizin anscheinend kein Interventionsbedarf. Der Haken daran: Seitdem warte ich auf Verbesserung.

    Wobei es mir auch tatsächlich immer besser geht. Wenn auch in so kleinen Schritten, dass ich mich manchmal frage, ob das wirklich Heilung ist oder ein Dran-Gewöhnen. Trotzdem waren der Januar und der Februar 2026 für mich Monate, in denen ich mir fast vorkam wie vor COVID. Fast wie die normale Angela. Erfahrungsberichte über Spontanheilungen nach drei Jahren geben mir extra Hoffnung.

    Im Oktober und November 2025 habe ich auf eigene Faust ausprobiert, ob mir Nikotinpflaster helfen. Dass das so ein Selbstversuch war, sagt auch alles über mein Verhältnis zu meiner Hausärztin aus. Tatsächlich war ich von der Wirkung beeindruckt und dass ich über dieses Experiment nicht gebloggt habe, lag eher an der langen Liste an sonstigen Themen, über die ich auch dringend schreiben wollte. Ich werde das aber nachholen, denn die Verbesserung schreibe ich immer noch mehrheitlich den Pflastern zu.

    Der Long-COVID-Frust

    Geduld ist nicht meine Stärke. Dieses Warten auf Heilung finde ich mindestens so zermürbend wie die Müdigkeit an sich. Noch weniger gut gehe ich mit Rückschlägen um. Und dann kam Mitte März 2026 der Bleimantel zurück und mit ihm die Weigerung meiner Muskeln, sich länger als ein paar Minuten zu bewegen, bevor sie sich wie nasse Sandsäcke anfühlen.

    Meine schöne selbstfürsorgliche Kleine-Schritte- und Groovy-Gewohnheiten-Planung knickte in sich zusammen. Nicht einmal das digitale Habitica-Konfetti konnte mich motivieren, jeden Tag 20 Minuten zu bloggen oder sonst irgend etwas zu tun.

    Ich hatte große Mühe, mein inneres Team einigermaßen friedlich zusammen zu halten. Ein Teil hatte auf gar nichts Lust, ein weiterer verordnete uns mit gutem Grund das Herunterfahren von Aktivitäten, während auf der anderen Tischseite die Angela mit den vielen Plänen und Ideen immer wütender wurde.

    Richtig konsequent durchgezogen habe ich nur das Bingen von Videoschnipseln einer britischen Soap, bei der einer meiner Lieblingscharaktere nach sechs Jahren aus dem Gefängnis zurück ist. Auch wenn seine neue Story unterhaltsam und teils herzerwärmend ist, hat diese Ablenkung die Situation alles andere als gerettet. Aktuell klebe ich mir wieder jeden Morgen ein Nikotinpflaster auf und warte ab, was passiert.

    Mein näheres und ferneres Umfeld

    Mein Mann trägt mir zuliebe Maske, wenn er mit der S-Bahn zur Arbeit fährt. Der Rest der Menschen in meinem Umfeld scheint allerdings alle Lektionen aus der Pandemie vergessen zu haben. Wenn sie sie überhaupt damals zur Kenntnis genommen haben.

    Offensichtlich kranke Personen sitzen in der Bahn und röcheln vor sich hin. Vor allem beim Silvesterkonzert in Wedel habe ich über die vielen alten Menschen gestaunt, die niesend und hustend mit uns im Silvesterkonzert saßen, nachdem Kinder und Jugendliche mehrfach für sie auf Gemeinschaft verzichtet und systematisch in der schulischen Notversorgung Wissenslücken angesammelt haben.

    Wenn ich für mich beschließe, mit Maske am Samstag S-Bahn zu fahren, kann ich damit rechnen, dass irgendein HSV-Fan mir einen dummen Spruch reinblubbert. Mir persönlich ist es egal, was sie mit ihrem Leben machen. Nur erwarte ich eigentlich, dass sie mir im Gegenzug das gleiche Recht auf Selbstbestimmung einräumen.

    Auch meine Schüler:innen muss ich immer wieder daran erinnern, dass sie nicht krank bei mir zu einer Präsenzstunde erscheinen sollen. Denn wenn ich ausfalle, kann es erstens sein, dass meine anderen Schüler:innen dann kurz vor einer Klausur ohne Unterstützung dastehen, und zweitens würde das auch bedeuten, dass ich für ein bis zwei Wochen kein Einkommen habe.

    Mal ganz davon abgesehen, dass ich froh bin, aus dem schlimmsten Bleimantel heraus zu sein und ganz sicher kein zweites Mal COVID haben möchte.

    Daneben sehen sie auch nicht, dass sie sich immer wieder mit anderen im Kreis anstecken, wenn sie sich krank zu Klausuren schleppen und mir hinterher fröhlich davon erzählen. Diese kollektive Unvernunft und Lernresistenz treibt mich die Wände hoch.

    Und dann haben wir noch nicht darüber gesprochen, dass einer der größten Risikofaktoren für die nächste Pandemie, die Produktion von Tierprodukten, überhaupt nicht gesellschaftlich wahrgenommen wurde. Im Gegenteil, es wird einfach weiter konsumiert, als wäre nichts geschehen.

    Meine Gesamtsituation mit Long-COVID

    Ich kann gar nicht sagen, was mich mehr nervt. Der Umgang der Mehrheit mit der Corona-Pandemie macht mich genauso müde wie mein persönlicher gesundheitlicher Rückfall im März 2026. Beides scheint mir eine Dauerlernaufgabe zu sein, denn auf das Verhalten meiner Mitmenschen habe ich letztlich keinen echten Einfluss und genauso hat mein Heilungsweg hauptsächlich mit Abwarten zu tun.

    Ich las heute morgen bei bei Sylvia Tornau, wie sie sich im Zusammenhang mit dem Frauenkampftag neu ausrichtet zwischen Lautsein und dem Anerkennen des eigenen Energiepegels. Ähnlich bin ich noch nicht fertig sortiert, was meinen Umgang mit meinem Long-COVID und der kollektiven Verdrängung da draußen angeht. Nichts zu sagen wäre Resignation, und so weit bin ich noch nicht.

    Dass es eine von meinen Schüler:innen war, bei der ich mich damals angesteckt habe, weil sie das Testen nicht so ernst genommen hatte, vor allem das beschäftigt mich heute noch. Bis auf Weiteres werde ich weiterhin Maske tragen und während meiner Nachhilfestunden oder online immer wieder Informationssteinchen ins Wasser werfen.


    Über Kommentare freue ich mich immer sehr. Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, findest du ähnliche Texte auf meinem Blog in der

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  • Neuanfang – Was mich unterstützt hat

    Neuanfang – Was mich unterstützt hat

    Astrids erste Blogparade „Mach neu!“ fragt nach Geschichten vom Neuanfang. Davon gab es in meinem Leben einige, manche eher im kleinen Rahmen, manche etwas umwälzender. Zum Beispiel habe ich mehrfach meine Haare sehr lang gehabt, nur um mir dann wieder alles mit der Maschine kurz raspeln zu lassen. Ich habe mehrfach meine Zelte abgebrochen, in England gelebt, dann beschlossen, mich doch wieder neu in Deutschland anzusiedeln. Am nachhaltigsten für mein Wohlbefinden waren aber meine beruflichen Neuausrichtungen.

    Was war der Auslöser für den beruflichen Neuanfang?

    Kollision mit der akademischen Realität

    Einerseits gab es keine zwingenden äußeren Gründe für meine berufliche Neuausrichtung. Andererseits war es auch nicht nur eine Laune. Ich war einfach wirklich sehr unglücklich mit meiner Tätigkeit in der akademischen Forschung. Und dabei habe ich das gar nicht lange gemacht, nur zwei Jahre. Danach hatte ich schon die Nase voll.

    Es kamen mehrere Dinge zusammen: Das Forschungsprojekt, das mir bei meinem Einstellungsgespräch in Aussicht gestellt worden war, wurde einem anderen Kollegen gegeben. Mich setzte der Chef auf ein von vorneherein zum Scheitern verurteiltes Projekt. Das war mir damals noch nicht so ganz klar, als ich „Naja, okay“ sagte.

    Außerdem hangelte ich mich von einem Zeitvertrag zum nächsten und zu der Zeit war dieses Modell auf sechs Jahre befristet. Danach hätte die Uni Potsdam mich fest einstellen müssen. Und davon war nicht auszugehen, es können ja nicht alle Professor:innen werden. In die Wirtschaft wollte ich aber auch nicht, da wäre ich sehr wahrscheinlich noch viel unglücklicher gewesen.

    Unfrei als Lehrerin

    Ähnlich war es im Schuldienst. Da hat mich das Korsett aus Vorgaben genervt, mit welchen Arbeitsblättern ich meine Klasse auf welche Arbeit zu welchem Termin vorbereiten sollte. Außerdem ging für meinen Geschmack zu viel Zeit für das Disziplinieren und die Kontrolle von Hausaufgaben drauf. Zusätzlich fühlte ich mich nicht sonderlich wertgeschätzt. Ich kann es verstehen, Mathe ist nicht das beliebteste aller Fächer. Aber ich hatte es auch nicht verdient, dass so viele Menschen versuchten, täglich ihre schlechte Laune an mir auszulassen.

    In beiden Positionen hat die Realität nicht zu meinen Minimalanforderungen für eine berufliche Tätigkeit gepasst. Ich war stark an Anweisungen gebunden und hatte als Lehrerin noch eine Menge Lärm, Zeitdruck und Konflikte obendrauf.

    Eine Kollegin sagte mir, ich müsste mir ein dickes Fell wachsen lassen. Aber ganz ehrlich? Wieso sollten wir unsere Persönlichkeit grundlegend so zurecht hämmern, dass sie in eine Berufssituation passt, statt unsere Umstände zu verändern? Schließlich verbringen wir einen Großteil unserer Lebenszeit damit. Ich jedenfalls wollte mich nicht bis zur Rente mit dieser Unzufriedenheit weiter schleppen.

    Was habe ich dabei gedacht und gefühlt?

    Kurz vor der jeweiligen Entscheidung erschien alles immer aussichtslos. Ich war wie gefangen in Situationen, in denen es mir nicht gut ging. Nach jedem Neuanfang war ich erleichtert, beflügelt und hoch motiviert. Dabei habe ich mehr die großen und kleinen Nervereien gesehen, aus denen ich mich erfolgreich befreit hatte, und weniger die eventuell auf mich zukommenden Schwierigkeiten.

    Und das, obwohl ich eigentlich professionelle Bedenkenträgerin bin. Allerdings hatten mich die beruflichen Situationen als Forscherin und als Lehrerin im Schuldienst dermaßen bedrückt, dass alles besser war, als zu bleiben. Es ist schon erstaunlich, wie lange wir Menschen Dinge weiter durchziehen, obwohl sie uns unglücklich machen, weil wir keinen gangbaren Ausweg sehen.

    Online und offline bekomme ich immer wieder mit, wie andere Menschen den Mittwoch als Bergfest begrüßen und den Freitag feiern. Ich bin also bei weitem nicht die einzige Person, allerdings scheint die Mehrheit das Unglücklichsein als gegeben hinzunehmen.

    Und das finde ich sehr traurig, denn mit einer beruflichen Tätigkeit verbringen wir so viel Zeit unseres Lebens. Nur auf das Wochenende und die Rente zu warten, das kann es doch auch nicht sein. Einige Menschen aus meinem Umfeld stecken noch im Schulbetrieb fest und zählen die Jahre.

    Was hat mich unterstützt?

    Finanziell

    Da muss ich ganz ehrlich sein. Wäre ich Alleinverdienerin gewesen, oder hätte ich Kinder zu versorgen gehabt, hätte ich nicht zweimal meine beruflichen Zelte abgebrochen. Die Vergütung für das Referendariat wurde zu einem großen Teil davon aufgebraucht, dass ich in der Nähe der Schule eine Zweitwohnung gemietet habe. Die Alternative wäre gewesen, jeden Tag zwischen Brunsbüttel und Glinde zu pendeln, ungefähr 100 Kilometer für die einfach Strecke und einmal quer durch Hamburg.

    Und meine Nachhilfetätigkeit lief zu Anfang eher schleppend an. Unter anderem, weil die Bevölkerungsdichte in Brunsbüttel und Umgebung gering ist. Erst seit mein Einzugsbereich rund um Halstenbek im Kreis Pinneberg liegt, muss ich potentielle Schüler:innen auf die Warteliste setzen, weil ich ausgebucht bin.

    Spätestens an dieser Stelle erklärt sich, warum viele Menschen eben nicht aus einer bedrückenden beruflichen Situation heraus einen mehr oder weniger radikalen Neuanfang wagen. Mir ist bewusst, dass ich in einer privilegierten Lage bin und ich würde mir wünschen, dass lieber früher als später ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt wird, damit niemand mehr aus Existenznot ein Leben lang an einer Tätigkeit festhält, die die Seele auffrisst.

    Mental

    Ich hatte das große Glück, dass mein Umfeld auf meiner Seite war. Sowohl meine Familie als auch mein Mann hatten komplettes Verständnis für meinen Wunsch nach Veränderung. Meine Eltern haben nicht ein einziges Mal mit den Augen gerollt, obwohl sie mir das Studium finanziert haben, das ich heutzutage nur noch indirekt beruflich nutze. Und niemand von meinen Bekannten in Brunsbüttel hat in Frage gestellt, dass ich keine Lehrerin im Schuldienst mehr sein wollte.

    Allerdings habe ich auch von meiner eigenen Persönlichkeit profitiert. Ein Teil von mir lebt für neue Ideen und blüht auf, wenn es an die Recherche für ein neues Projekt geht. Sei das nun eine Methode, um die eigenen Haare zu schneiden, oder eben eine neue Ausbildung. Oft ist mir gar nicht bewusst, wie viel Abenteuerlust in mir steckt.

    Obwohl ich kurz vor den Prüfungen immer wieder geschworen habe, dass es das jetzt war und dass ich mir den Stress nie wieder antun würde.

    Auch meine persönlichen und zwischenmenschlichen Ressourcen sind ein Privileg. Längst nicht alle Menschen haben so ein unterstützendes Umfeld. Und je länger wir in einer belastenden beruflichen Situation verbleiben, umso weniger mentale Kraft haben wir, um das Ruder drastisch herum zu reißen.

    Ist es gut geworden? Gab es unerwartete Nebeneffekte?

    Die erste Zwischenetappe als Lehrerin war scheinbar ein Irrtum. Zwar wurde ich fest angestellt, aber der kreative Freiraum war sehr gering. Auch die Coachingausbildung, die eigentlich mein Ticket in die Selbstständigkeit sein sollte, hat auf den ersten Blick keinen Fortschritt in Richtung meiner Berufung oder Zufriedenheit gebracht.

    Allerdings waren alle Stationen wichtige Puzzleteile für meine jetzige Tätigkeit. Sie haben mir Einsichten und Qualifikationen mitgegeben und auf der anderen Seite deutlich gemacht, was ich nicht will. So gesehen war der Neuanfang jeweils kein Rückschritt auf Null, sondern eher ein radikaler Umbau, eine Art Recycling.

    Inzwischen bin ich dort, wo ich nicht wieder weg möchte. Nachmittags junge Menschen auf dem Weg durch die Schule oder Universität zu begleiten, kann ich mir noch für viele Jahre vorstellen, ohne dass es mir langweilig wird oder mich belastet.

    Trotzdem habe ich als Nebeneffekt viel gelernt. Zum Beispiel, dass ich deutlich mutiger bin als ich dachte. Wo meine Grenzen sind und wie ich sie verteidige, besonders mir selbst gegenüber. Und außerdem, dass ich nirgends festgetackert bin. Wie Peter Fox in der Inspiration zu Astrids Blogparade singt:

    „Hey, wenn’s dir nicht gefällt:
    Mach neu“

    Peter fox (Alles neu, YouTubelink)

    Ich mag zwar Wochenenden genauso gerne wie die durchschnittperson. Gleichzeitig gefällt mir mein Beruf so sehr, dass ich mich nicht vom Montagmorgen bis zu Feierabend am Freitag durchschleppe.

    Ja, das Projekt Neuanfang ist unerwartet gut ausgegangen.

    Würdest du es wieder machen? Genau so, oder anders?

    Es gibt keine Station, die ich bereue. Im Rückblick fügen sich die Bausteine für mich nahtlos zusammen. Einerseits hätte ich wohl meinen Vertrag als Lehrerin früher kündigen können. Allerdings hätte ich dann länger in einer relativ dünn besiedelten Gegend mein Unternehmen hochziehen müssen, weil der Umzug nach Halstenbek erst 2016 in die gemeinsame Planung passte. Und wer weiß, wie ich mit dem Frust umgegangen wäre.

    Genauso wäre es hilfreich gewesen, früher beim Studienkreis auszusteigen. Dort so viel Zeit zu investieren, war zwar lehrreich, allerdings keine Dauerlösung.

    Und im Nachhinein stelle ich fest: Ich bin lieber dabei, wenn Menschen Mathe verstehen, als sie durch andere Lebensprobleme zu coachen. Wenn ich mit meinen Schüler:innen über das Thema Beruf spreche, empfehle ich ihnen auch immer wieder, sich danach auszurichten, was ihnen liegt. Nicht dass ihnen am Ikigai die Komponente „Was du liebst“ fehlt.

    Hast du einmal neu angefangen?

    Diese Blogparade läuft bis zum 31. März 2026. Vielleicht hast du dich ja auch einmal auf die eine oder andere Weise neu erfunden oder die Bausteine deines Lebens neu zusammengesetzt.

    Hast du aus deiner Erfahrung heraus Empfehlungen? Gab es Hürden, die dir einen Neuanfang erschwert oder unmöglich gemacht haben?

    Oder planst du noch, dein Leben demnächst umzukrempeln? Wenn ja, was unterstützt dich dabei? Mich fasziniert es, solche verschlungenen Lebensgeschichten zu hören und lesen.


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  • Das werde ich 2026 anders machen

    Das werde ich 2026 anders machen

    Das dritte Quartal dieses Jahres neigt sich schon merklich dem Ende entgegen. Gleichzeitig ist für mich die Zeit zwischen Februar und März die eigentliche Phase für die Konkretisierung meiner Pläne für das noch immer relativ neue Jahr. Im Märzen der Bauer, wer kennt es nicht? Dazu gehören auch ein paar Dinge, die ich 2026 anders machen will. Und bisher profitiere ich tatsächlich sehr davon. Dass es nur fünf Punkte sind, hat auch gute Gründe, siehe Kapitel 2 🙂

    1. Eine einheitliche online-Identität

    Bis zum 1. Januar 2026 hatte ich noch zwei Mastodonprofile. Eins, das zu dieser Seite gehörte und ein privates, das zum Schluss „Veganes Würstchen“ hieß. Nach einer Begegnung der unangenehmen Art mit einer künstlich wütend gemachten Gruppe habe ich das Würstchen zum 1. Januar gelöscht. Der Plan, nur noch mein „geschäftliches“ Mastodonprofil zu verwenden, war gleichzeitig etwas beunruhigend und erleichternd.

    Würde ich mich mit meinen Kommentaren zurück halten müssen? Das vegane Würstchen war debattierfreudig und direkt, aber nie vulgär oder verletzend. Seit Anfang des Jahres bin ich mit den gleichen Menschen im Austausch und kommentiere grundsätzlich ähnlich viel, nur jetzt unter einer „offizielleren“ Flagge. Wenn ich auf meinem Blog politisch klar Stellung beziehe, dann passt das auch im Fediverse.

    Ich habe sogar zwischenzeitlich mein geschäftliches Profil von der großen Instanz Mastodon.Online nach Norden.Social umgezogen. Dort hatte das vegane Würstchen seine Heimat und auch meine „offzielle“ Person ist von ganzem Herzen Nordlicht. Außerdem gibt es auf dieser Instanz seit kurzem ein Franzbrötchen-Emoji, was mich zusätzlich motivierte 😉

    Insgesamt entspannt es mich, mit einer einheitlichen Identität aufzutreten. Und zusätzlich spart es auch Zeit, weniger Social-Media-Profile zu haben.

    2. Weniger vornehmen und mehr erledigen

    So langsam lerne ich dazu. In meinem inneren Team sind meistens mindestens zwei Personen gegensätzlicher Meinung. Besonders das Thema Vorhaben und ToDo-Listen ist lang und zäh. Der eine Teil hat immer tolle neue Ideen, dem anderen ist es wichtig, dass wir uns nicht verausgaben. Beides legitime Bedürfnisse.

    Inzwischen klappt es immer öfter und immer ruckelfreier, dass ich die Anzahl der Vorhaben für einen Tag reduziere, dafür dann aber am Abend einen Haken daran setzen kann. Oft habe ich tatsächlich nebenbei noch andere kleinere Aufgaben erledigt, die ansonsten durch lange innere Diskussionen zeitlich nicht möglich gewesen wären.

    Dieses Langzeitprojekt wird mich vermutlich bis an mein Lebensende begleiten. Und trotzdem bin ich aktuell sehr zufrieden damit, dass wir die Vorhabenplanung 2026 anders machen als noch vor wenigen Jahren.

    3. Monatschallenges zum Eingrooven

    Ich bin Astrid Engel wirklich dankbar für die Inspiration. Ende 2025 beschloss ich, mir nach ihrem Vorbild für jeden Monat eine Challenge zu setzen. Dabei geht es immer um kleine Dinge, die ich „schon immer mal“ ausprobieren oder als Gewohnheiten etablieren wollte. Und ich wähle dafür ein begrenztes Zeitfenster, innerhalb dessen ich mich auf diese eine Aufgabe fokussiere.

    Am Ende des Monats stelle ich mir frei, ob ich das Verhalten jeweils weiterführe. Und wenn ja, ob ich es als tägliche Gewohnheit in meinen Tagesablauf einbaue oder irgendwann als Monatschallenge-Wiederholung. Meinem Jahresmotto entsprechend möchte ich für meine Gewohnheiten einen zu mir und meinen Bedürfnissen passenden Groove finden, um gleichzeitig Energie zu sparen, und trotzdem das zu erledigen oder erleben, was mir wichtig ist.

    Aktuell sammele ich zum Beispiel bei jedem Gang draußen Müll auf. Das werde ich in dieser Intensität ab April nicht weitermachen. Allerdings gehe ich davon aus, dass ich diese Aktion im März 2027 wiederholen werde. Die tägliche Yoga-Einheit aus dem Februar hat sich dagegen als tägliche Gewohnheit erhalten.

    4. Der Zukunftsangela kleine Gefallen tun

    Dieses Prinzip wurde mir bewusst, als ich über meine Meal-Prep-Gewohnheit bloggte. Wenn ich ein Vorhaben nicht als „Das steht jetzt auf dem Plan, also mache ich es“ sehe, sondern als Fürsorge meinem zukünftigen Ich gegenüber, bekommt es eine ganz andere emotionale Bedeutung. Und ich mache diese Dinge dann mit einer ganz anderen Energie und Motivation.

    Entsprechend ist die Frage „Welchen Gefallen möchte ich Zukunftsangela heute tun?“ jetzt fester Bestandteil meines Vormittags. Rückblickend bin ich auch der Vergangenheitsangela immer echt dankbar, wie gut sie für mich sorgt. Das Thema Selbstfürsorge verankert sich immer nachhaltiger in meinem Alltag und meiner Haltung.

    5. An einer realistischen Tagesplanung arbeiten

    Genauso wie die regelmäßigen inneren Konflikte steht meiner Tagesplanung meine Zeitblindheit im Weg. Mir war dieses Problem bis vor wenigen Jahren gar nicht bewusst. Ich habe zwar schon immer gemerkt, dass ich oft auf den letzten Drücker unterwegs bin, dass ich nie alles das schaffe, was ich gerne machen würde, und dass ich mich frage, wie andere Menschen so scheinbar problemlos alle ihre Hobbys, Interessen und alltäglichen Verpflichtungen unter einen Hut bekommen.

    Aber dass ich wirklich heillos keine Ahnung habe, was wie lange dauert, wusste ich nicht. Was ich in diesem Bereich 2026 anders machen will, ist Folgendes: Für alle möglichen Blöcke in meinem Tagesablauf stoppe ich die Zeit, wie lange sie tatsächlich dauern. Bei manchen kann ich kaum fassen, wie schnell sie erledigt sind. Andere brauchen erheblich mehr Zeit, als ich angenommen habe.

    Unterm Strich ist es kein Wunder, dass das alles nie zusammen gepasst hat. Wenn ich mit der Zeitmessung durch bin, werde ich einen ehrlichen Blick darauf werfen, was wirklich realistisch in einen Tag hinein passt.

    Außerdem verabschiede ich mich vom Vergleich mit anderen Menschen. Inzwischen habe ich nämlich den begründeten Verdacht, dass sich in meinem Bild von „den Anderen“ mehrere unterschiedliche Personen überlagern, die dann gemeinsam mehr Hobbys zu haben scheinen, als in einem 24-Stunden-Tag wirklich machbar und sinnvoll sind.

    Ganz am Ende werde ich Prioritäten setzen und mich entscheiden müssen. Oder ein System entwickeln, bei dem meine Interessen sinnvoll und realistisch rotieren, ohne dass ich mich unter Druck setze.

    Was wirst du 2026 anders machen?

    Hast du aus dem Jahr 2025 Erkenntnisse gezogen, die für ein verändertes Verhalten oder für eine neu angepasste Haltung deinem Alltag gegenüber sprechen?

    Gehst du dabei eher systematisch vor? Oder ändern sich bei dir Verhalten und Alltag eher organisch von selbst?


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  • Mein Feminismus ist intersektional – Was heißt das?

    Mein Feminismus ist intersektional – Was heißt das?

    Und wieder ist der Tag, an dem Glitzer-GIFs und fertige Blumensträuße verschenkt werden. An dem Männer glauben, es reicht, den „lieben Frauen“ ein paar Komplimente zu machen, wie sozial sie doch sind. Dabei geht es (nicht nur) heute immer noch und immer wieder um grundlegende Systemkritik. Statt Blümchen ist heute die passende Gelegenheit darüber zu scheiben, was Feminismus für mich bedeutet.

    Schon als Jugendliche in den späten Achtzigern habe ich Bücher über feministische Linguistik gelesen. Mich haben schon damals Ungleichbehandlungen aufgeregt. Und mit den Jahren bin ich nicht gelassener geworden, was unter anderem daran liegt, dass die Veränderungen sehr langsam und zäh verlaufen und regelmäßig reaktionäre Gegenwellen stattfinden.

    Warum wir den Feminismus immer noch brauchen

    Das Gemisch aus Kapitalismus und Patriarchat braucht systemische Ungleichheit. Wenn ich vorhätte, umfassend alle Schieflagen aufzulisten, würde ich heute garantiert nicht fertig mit diesem Blogartikel. Daher hier nur ein paar Beispiele:

    Noch immer bringen regelmäßig Männer Frauen um, wenn diese eine Beziehung beenden. Fälle wie von Gisèle Pelicot zeigen uns den Abgrund, den wir nur bemerken, wenn Täter umständehalber auffliegen. Jede Frau in meinem Umfeld hat eine Geschichte von Übergriffen zu erzählen. Andrew Windsor droht Gefängnis, aber nicht für Missbrauch, sondern für Ausplaudern von Staatgeheimnissen. Dass wir das hinnehmen, ohne jeden Tag wütend zu protestieren, gibt mir zu denken.

    Dabei gibt es auch Schieflagen ohne körperliche Gewalt. Heute las ich zum erstem Mal vom Thomas-Kreislauf. 2017 zeigte eine Studie der Allbright-Stiftung, dass in Unternehmen, die an der Frankfurter Börse notiert waren, mehr Männer namens Thomas oder Michael im Vorstand waren als Frauen. Die Studien in den Folgejahren bis heute lesen sich nicht bedeutend vielversprechender.

    In meinen Jahren im Schuldienst war mir sehr klar, dass ich im Vergleich mit männlichen Kollegen immer härter dafür kämpfen musste, dass die Kinder und Jugendlichen mich ernst nahmen. Immerhin bin ich für eine Frau relativ groß. Meine kürzeren Kolleginnen mit helleren Stimmen hatten es noch schwerer. Und da sind wir schon mitten in der Intersektionalität.

    Andere Arten der Diskriminierung

    Der Begriff „intersektional“ geht zurück auf die Juristin Kimberlé Crenshaw. Er steht für Überschneidungen verschiedener Diskriminierungsformen. Neben den bekannteren Varianten Sexismus und Rassismus gibt es viele weitere Annahmen, eine spezielle Gruppe sei mehr wert als andere. Hier einige Beispiele:

    • Ableismus: Menschen ohne körperliche oder geistige Behinderungen wird mehr Aufmerksamkeit und Teilhabe zugestanden.
    • Klassismus: Menschen aus gebildeteren und wohlhabenderen Schichten werden als wertvoller gesehen.
    • Ageismus: Menschen die als zu jung oder zu alt eingestuft werden, erhalten weniger Mitspracherecht.
    • Queerfeindlichkeit: Damit fasse ich Diskriminierungen zusammen, die von der cis-heterosexuellen Mehrheit abweichende Menschen erfahen.
    • Speziesismus: Eine Sonderform, die Menschen allen anderen Tierarten gegenüber mehr Wert und Sonderrechte verleiht. Die dahinter liegende Ideologie wird auch als Karnismus bezeichnet.

    In allen Fällen gibt es eine Gruppe, die systemisch privilegiert lebt. Oft sind sich diese Menschen ihrer Vorteile gar nicht bewusst. Intersektional gesehen kommt es beispielsweise vor, dass ein cis Mann rassistisch und ableistisch diskriminiert wird, im Punkt Sexismus aber Frauen gegenüber privilegiert ist.

    Eine weiße, heterosexualle cis Frau erfährt dagegen zum Beispiel keine Queerfeindlichkeit. Der feministische Kampftag richtet sich nicht gegen andere von Diskriminierung Betroffene. Sondern gegen das System an sich, das unter anderem auf allen diesen Ismen aufbaut.

    In der Bio meines Mastodonprofils steht nicht ohne Grund „Grundgesetzultra“. Die Würde des Menschen ist unantastbar, und das gilt für alle von uns gleichermaßen.

    Solidarität hilft uns allen

    Wenn wohlhabende weiße Frauen nicht sehen, welchen zusätzlichen Ungerechtigkeiten andere Menschen ausgesetzt sind, gewinnt niemand durch einen Demonstrationstag dazu. Es bringt uns nicht grundlegend voran, wenn wir uns untereinander um Krümel streiten, während die wenigen mehrfach Privilegierten noch von dieser gesellschaftlichen Polarisierung profitieren.

    Was ich damit meine, liest du in diesen Beiträgen:

    Gendersprache? Meine Meinung dazu!

    Bürgergeld, Stadtbild, Brandmauer – Was können wir tun?

    Vegane Würstchen – Wo ist das Problem?

    42 ist die Antwort – Von Memes und Desinformation

    Woke – Bin ich das?

    Das Thema Scheindebatten beschäftigt mich schon lange. Immer wieder tauchen sie in verschiedenen Zusammenhängen auf und dann blogge ich dazu. Weil es so existenziell wichtig ist, dass wir uns nicht aufspalten lassen und dadurch unsere Zeit, Aufmerksamkeit und Energie im Streit mit anderen von Diskriminierung Betroffenen verschwenden.

    Wie Maya Angelou es so richtig sagte:

    “The truth is, no one of us can be free until everybody is free.”

    Maya Angelou

    Erst wenn wir uns gegenseitig wahrnehmen und solidarisch unterstützen, werden wir effektiv an all den Baustellen ansetzen können. Und wir werden keine Energie mehr nutzlos verpulvern, sondern feststellen, dass der Kampf gemeinsam leichter und nachhaltiger wird.

    Was können wir tun?

    Demonstrieren gehen

    Am 9. März finden an vielen Orten in Deutschland Aktionen zum Frauenkampftag statt. Alles gute Gelegenheiten, um unsere Feminismusmuskeln wieder zu trainieren. Und andere Frauen, Gruppen oder ganz allgemein Menschen kennen zu lernen, die genau wie wir von einer gerechteren Welt für alle träumen.

    Allerdings haben nicht alle von uns haben die Möglichkeit, auf die Straße zu gehen. Auch das ist eine Frage der Privilegien und der Solidarität. Vielleicht können sie stattdessen Politiker:innen anschreiben, um so ihren Protest auszudrücken.

    Uns informieren

    Weißt du, was der Ausdruck Flinta* bedeutet? Wann hast du zum letzten Mal ein Buch oder ein Interview zum Thema Feminismus gelesen? Bist du dir deiner Privilegien bewusst? Wie viel weißt du über systematischen Rassismus in Deutschland? Wie viel über historische und aktuelle Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderungen?

    Heutzutage steht uns zum Glück eine Fülle an Informationen zur Verfügung, nutzen wir sie!

    Streiken

    Auch wer nicht angestellt arbeitet, kann sich trotzdem dem System entziehen. Nein sagen, nicht ans Telephon gehen, nicht zur Verfügung stehen, die Social Media Präsenz für deutliche Botschaften nutzen. Weitere Ideen für den 9. März 2026 und natürlich folgende Frauenkampftage findest du in Frau Noras Podcast.

    Andere solidarische Stimmen verstärken

    Gemeinsamkeit erzeugen wir, indem wir uns gegenseitig mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Nicht nur heute lohnt es sich, Botschaften für eine gerechtere Welt zu teilen, wo auch immer du sie liest, und wo immer du online oder in deinem Umfeld dazu Gelegenheit hast.

    Jeden Morgen lese ich zum Beispiel Blogartikel aus meinem RSS-Feedreader und dem Bloghexenforum. Heute fielen mir dabei drei auf, die sich auf den heutigen Kampftag beziehen:

    Pia schreibt einen liebevollen, weisen und bestärkenden Brief an ihre Töchter:

    „Was ich dir wünsche, ist die Unruhe der Denkenden. Den Mut zu fragen: Stimmt das? Wem nützt das? Was verliere ich, wenn ich jetzt schweige? Und dann nicht zu schweigen, auch wenn es unbequem wird. Auch wenn man dich dafür (eine Weile) nicht mag.“

    Pia Hübinger

    Lorenzo schreibt darüber, dass wir noch viel zu tun haben:

    „Ich finde es eigentlich schlimm genug, dass wir überhaupt einen Frauentag oder einen Tag der Menschen mit Behinderungen brauchen. Warum sind Chancengleichheit, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Inklusion heute immer noch nicht ganz normal?“

    Lorenzo

    Und Katja Diehl stellt klar, dass heute kein „Frauentag“ ist, der bitte nicht nerven soll:

    „Ich wünsche mir einen Feminismus, der nicht aufhört, wenn er die eigenen Privilegien erreicht hat. Der nicht sagt: „Wir haben das Sternchen, das reicht.“ Der nicht weißen Frauen das Podium gibt und alle anderen in die zweite Reihe schickt.“

    Katja Diehl

    Wie hältst du es mit dem intersektionalen Feminismus?

    Bedeutet dir der 8. März etwas? Hast du vor, morgen demonstrieren zu gehen?

    Wie siehst du die Begriffe Privilegien und Intersektionalität?

    Und von was für einer Welt träumst du?


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  • Dröhnendes Schweigen

    Dröhnendes Schweigen

    Hast du auch schon einmal mitbekommen, wie sich jemand über „dröhnendes Schweigen“ beschwert? Mich stört daran nicht nur der unangenehme Effekt, den diese Wortkombination auf mein Gehirn hat. Ich frage mich, was für eine Reaktion diese Menschen auf ihren Vorwurf erwarten. Mich jedenfalls motivieren sie eher zu einer Betrachtung, warum wir uns nicht zu allen Themen schnell und explizit äußern.

    Gründe für „dröhnendes Schweigen“

    Die multiplen Krisen

    Wir sind alle zunehmend alarmierenden Nachrichten ausgesetzt. Wenn wir jemand draußen auf der Straße oder online treffen, müssen wir davon ausgehen, dass diese Person ähnlich emotional und mental belastet ist wie wir.

    Viele von uns reagieren, indem wir bewusst weniger Informationen konsumieren, aber das ändert nichts daran, dass wir von all den Baustellen wissen. Was die Sorge um den Planeten und das gesellschaftliche Gefüge angeht, fühle ich mich oft am Limit.

    Zusätzlich kann ich mich gar nicht zu allem melden, was schief läuft. Die Menschen, die von anderen so vorwurfsvoll mehr Stellungnahmen verlangen, äußern sich selbst im Gegenzug genauso wenig zu den Themen, die mich erschüttern. Nur ein paar Beispiele:

    Zu diesen Themen höre und lese ich in der Breite auch nicht so viel, wie ich es mir wünschen würde. Und gleichzeitig weiß ich, dass nicht alle die gleichen Themen gleichermaßen auf dem Schirm haben. Und dass wir alle ziemlich an der Kapazitätsgrenze arbeiten.

    Mein Reflex bei Menschen, die Stellungnahmen einfordern, ist regelmäßig: „Ja, und wann hast du zum letzten Mal was über den Krieg in XY / die Menschenrechtsverletzung hier / die Umweltkatastrophe dort gesagt?“

    Und dann sage ich mir: Auch für diese Person hat der Tag nur 24 Stunden und vermutlich ist selbst ihr schroffer Vorwurf hauptsächlich ein Symptom für überwältigenden Frust.

    Komplexität und Wissenslücken

    In vielen Bereichen sind die Krisen komplex. Da bin ich eher froh, wenn sich eben nicht alle öffentlich dazu aus dem Fenster hängen. Gerade bei dem völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran durch die USA und Israel sehen wir sehr deutlich, wie verwirrend alleine die selbst abgegebenen Begründungen sind.

    Mal geht es um angeblich kurz vor der Einsatzfähigkeit stehende Nuklearwaffen, mal um ein „faktenbasiertes Gefühl“ Trumps. Das Öl spielt mehr als wahrscheinlich eine Rolle, allerdings dürfen wir auch nicht ignorieren, dass fundamentalistisch-christliche Pläne zur Entscheidung beigetragen haben. Bei dieser wilden Mischung aus kapitalistischen, geopolitischen und extrem religiösen Motiven mit einer eher unklaren Datenlage ist es nicht weise, eine Meinung als Schnellschuss zu veröffentlichen. Diplomatisch ausgedrückt.

    Bei vielen Konflikten weiß ich nicht genug, um mir eine öffentliche Meinung zu leisten. Und dann sage ich eben nichts, auch wenn mein Herz für die immer wieder betroffene Zivilbevölkerung bricht. Was ich sagen kann, ist Folgendes:

    Zitatkachel. Der Text von Naomi Klein sagt auf Englisch sinngemäß: Sei immer gegenüber der Waffe auf der Seite des Kindes. Egal wessen Waffe und wessen Kind.

    Das alleine wäre aber ein eher kurzer Blogbeitrag.

    Die Debattenkultur

    Und selbst das zu sagen, ist manchmal nicht einfach. Es gibt ein paar Themen, zu denen ich mich nicht äußere, weil ich keine Lust auf die Reaktionen habe. Damit will ich nicht in den Chor derjenigen eintreten, die meinen, wir könnten ja nichts mehr sagen. Ich könnte schon. Es ist meine Entscheidung auf der Grundlage, dass ich sehe, wie Menschen behandelt werden, die eine klare Haltung zeigen. Allerdings fühle ich mich nicht gut mit meinem Schweigen, das in diesem Fall nicht dröhnt, sondern mir auf der Seele lastet.

    Oft ist es auch genau das binäre Lagerdenken, das Menschen schweigen lässt:

    „Wer A sagt, muss ja mit B verfeindet sein. Du bist entweder für mich oder gegen mich. Aber nichts zu sagen ist natürlich auch nicht okay, denn das heißt ja auch, dass du gegen mich bist.“

    Und so weiter. Ohne Zwischentöne. Ohne wohlwollenden Vertrauensvorschuss.

    Ich mache diese Themen schweigend mit meiner Seele aus und habe keine Antwort und keine Lösung. Vorwürfe, das sei dröhnend, helfen allerdings erst recht nicht weiter.

    Wie siehst du das?

    Stört es dich auch, wenn dir „dröhnendes Schweigen“ vorgehalten wird?

    Oder nimmst du das nicht wahr? Fühlst du dich davon vielleicht gar nicht angesprochen?

    Oder schließt du dich diesem Vorwurf eher an?

    Und hast du eine Idee, wie wir aus dieser Lage wieder herauskommen und konstruktiv miteinander reden können?


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    Fediverse-Reaktionen
  • Täglich Sport machen – Meine Challenge im Februar 26

    Täglich Sport machen – Meine Challenge im Februar 26

    2026 nehme ich mir ein Beispiel an Astrid Engel. Und zwar, indem jeden Monat eine neue Challenge ansteht. So komme ich einerseits endlich zu all den Dingen, die ich teils schon länger gerne machen will. Andererseits lege ich mich durch das relativ kleine Zeitfenster nicht zu sehr fest. Denn das führt bei mir gerne zur Selbstblockade. Im Februar 26 stand „Täglich Sport machen“ auf meinem Plan. Die folgende Bilanz ist Teil meiner öffentlichen Rechenschaft, die mich noch extra motivieren soll.

    Warum wollte ich täglich Sport machen?

    Die Kombination aus Menopause und post-Covid hat mir nicht gut getan. Im Ergebnis kann ich den Zustand meiner Muskeln nur als desolat bezeichnen, vor allem den der Rumpfmuskulatur. Gleichzeitig verhärtet und geschwächt, immer mit latentem Muskelkater und das Körpergewicht ging auch stetig nach oben. Letzteres stört mich nicht aus Gründen eines Schönheitsideals. Aber ich fühle mich nicht wohl damit, und es trägt zur allgemeinen Schlappheit zusätzlich bei.

    In meinem Leben hatte ich immer mal wieder Phasen mit höherer körperlicher Aktivität. Ich war Mitglied in verschiedenen Fitnessstudios, habe Bauchtanz und Yoga gemacht und eine Zeit lang bin ich sogar richtiggehend regelmäßig und gerne gejoggt. Über all das hat sich der Bleimantel gelegt, und die vor drei Jahren gekauften neuen Joggingschuhe haben noch keinen einzigen Kilometer zurück gelegt.

    Das soll sich wieder ändern. Und ich möchte auch dem allgemein altersbedingten Muskelabbau entgegenwirken. Die Lage wird ja nicht besser mit den Jahren und es lohnt es sich immer mehr, der Sturzgefahr im hohen Alter vorzubeugen.

    Wie bin ich vorgegangen?

    Die Rahmenbedingungen

    Meine Devise in letzter Zeit ist: Weniger vornehmen, das dafür dann wirklich machen. Ich staune selbst über mich, dass es bisher funktioniert. Daher war die einzige Vorgabe, dass es jeden Tag 10 Minuten sein sollten. Weil ich gerne „schöne Zahlen“ mag, und weil das eine Zeitdauer ist, die realistisch in meinen Alltag hineinpassen sollte. Auf der anderen Seite fühlten sich 10 Minuten nach einer Aktivität an, die einen Unterschied machen würde. 10 Minuten sind nicht nichts.

    Ich habe mir bewusst die tatsächliche Sportart offen gelassen. Es hätten Cardioübungen sein können, Krafttraining oder Yoga. Und bei letzterem eher intensivere Einheiten, eher in Richtung Muskeltraining oder eher in Richtung Flexibilität und Mobilität. Denn alles ist besser als zu sitzen und resigniert auf den Hexenschuss zu warten. Alle diese Aktivitäten haben das Potential, mein Wohlbefinden zu steigern.

    Dieses Vorgehen mit den klaren Rahmenbedingungen und der großen Flexibilität innerhalb dieser Grenzen habe ich mir auch bei Astrid abgeguckt. Damit komme ich widersprüchlichen Facetten meiner Persönlichkeit entgegen, die am liebsten sichere Planbarkeit und große Freiheit gleichzeitig haben wollen.

    Die praktische Umsetzung

    Ich kenne mich ja nun schon ein paar Jahrzehnte. Um es mir so schwer wie möglich zu machen, die tägliche Aufgabe nicht zu erledigen, habe ich im Februar angefangen, meinen Vormittag grob strukturiert zu planen. In diesem Plan, der an meinem Arbeitszimmerwhiteboard hängt, steht mittendrin: 10 Minuten Sport. Und ein Teil von mir sieht es so, dass wenn dort ein Termin eingetragen ist, dann wird der auch umgesetzt. Wie gesagt, ich wundere mich auch.

    Als weitere Maßnahme habe ich mich immer direkt nach dem Zähneputzen für die 10 Minuten angezogen und die Haare zusammengebunden oder geflochten. So habe ich dann vor dem Computer gesessen, und wenn der Sportblock dran war, musste ich nicht mehr langwierig eine Jogginghose oder Zopfgummis suchen. Auch die Yogamatte liegt immer ausgerollt da und wartet auf mich, die unterschiedlichen Videos sind auf dem Laptop übersichtlich einsortiert. Alles, um die Hürde so niedrig wie möglich zu halten.

    Außerdem ist jede Monatsaktion in eine Habitica-Challenge eingebunden. Bei dieser Habit-Tracker-App gibt es offizielle monatliche Gemeinschaftsaufgaben in Richtung „Vorsätze durchhalten“. Im Februar ging es darum, die Rahmenbedingungen für meine Vorhaben zu optimieren. Und nach jeder Sporteinheit gab es für die Extraportion Motivation eine Handvoll digitales Konfetti und obendrauf Punkte, die ich dann in neue Gegenstände und Tierchen umgesetzt habe.

    Habitica Avatar, eine kleine Person auf einer Wiese bei nächtlichem Vollmond. Die Figur steht in einer leuchtenden Kugel, im Vordergrund ist ein weißes Wollknäuel mit roten Augen.
    Mein Avatar im Februar

    Täglich Sport machen – Einsichten

    Hürden reduzieren hilft

    Es sind die kleinen Dinge, die entscheiden, ob ich etwas durchziehe oder nicht. Wenn beim herabschauenden Hund meine Hände auf der Matte in meinen offenen landen, ist das nervig. Mich ganz kurz vorher zu frisieren aber auch. Das Zöpfeflechten mit dem Zähneputzen zusammenzulegen war ideal. Genauso hat mir sehr geholfen, dass ich nicht erst losziehen musste, um mich umzuziehen.

    Auch die kurze Zeitvorgabe war die richtige Idee. Hätte ich jeden Tag zum Beispiel eine halbe Stunde in meinen Terminplan hinein hebeln müssen, wäre das schnell zum Dauerfrust geworden. Weil ich es hätte ausfallen lassen. Obwohl ich früher auch mal Phasen hatte, in denen ich mir ganz entschlossen vom Alltag eine Dreiviertelstunde abgezwackt habe, und das hat damals auch funktioniert. Zur Rückkehr in eine regelmäßige sportliche Betätigung hatte ich aber so oder so schon einen großen inneren Widerwillen gegen zu anspruchsvolle Verpflichtungen.

    Balance aus Struktur und Flexibilität

    Am Ende siegte die Gewohnheit und ich habe jeden Tag Yoga gemacht. Dafür oft deutlich mehr als 10 Minuten, manchmal eher 25 bis 30. Da bin ich inzwischen mit meinem inneren Team so in Kontakt, dass die einen Mitglieder einsehen, dass wir uns nicht zuviel vornehmen, dafür lassen die anderen sich dann auch mal auf mehr Aktivität ein als zunächst geplant.

    Es hängt zwar ein Ablauf für den idealen Vormittag an meinem Whiteboard. Trotzdem halte ich mich nicht akribisch daran. Das ist auch wieder so eine Team-Geschichte, dass ein Teil gerne weiß, was auf uns zukommt, ein anderer Teil aber Abwechslung braucht. Und manchmal sind die Umstände auch so, dass eine Yogaeinheit etwas eher oder etwas später besser passt.

    Ob es nun Yoga zum Entspannen, zum Stretchen oder zum Krafttraining wurde, habe ich spontan nach meinem jeweiligen Bedürfnis entschieden. Die Hauptsache war, dass ich mich überhaupt auf die Matte begeben habe.

    Heimkehr in alte Gewohnheiten

    Ich habe einige neue Videos auf YouTube entdeckt, aber auch ein paar alte Schätzchen aus der Sammlung auf meinem Laptop wieder aktiviert. Unter anderem den Morning Flow von Jason Crandell, den ich 2012 sehr oft gemacht habe. Oder die Einheiten für den unteren Rücken und den Psoas von Lesley Fightmaster und Adriene Mishler.

    Da bin ich sehr angenehm wieder hinein gegroovt, wenn ich auch feststellen musste, wie viel weniger beweglich ich zur Zeit (noch) bin und wie schwach meine Muskeln sind. Trotzdem war es wie Fahrradfahren nach langer Pause, der Körper weiß, was er zu tun hat und das Gehirn kann sich entspannen. Auch das war ein Ziel dieser Aktion, dass ich wieder in Gewohnheiten hineinfinde, die mir schon mehrfach im Leben gut getan haben.

    Meine Fortschritte

    Ich bin gleichzeitig sehr zufrieden und frustriert. Die Gesäß- und Psoasmuskeln haben sich zum Dienst zurückgemeldet, wenn auch spürbar protestierend. Ich komme besser aus dem Bett und dem Sessel hoch und kann mich im Alltag besser vorbeugen. Generell fühlt sich das alles weniger nach Pudding an.

    Trotzdem macht es mich ungeduldig, wie lange es dauert, Muskeln wieder aufzubauen. Besonders für Frauen über 40 oder gar über 50. Es ist schon ziemlich ungünstig, was die Hormone da alles mit dem Körper anstellen. Oder eben nicht mehr, wenn der Spiegel sinkt. Der Weg zum „Normalzustand“ wird lang sein.

    Neben dem besseren Körpergefühl bin ich extrem stolz auf das Durchhalten. Das Vorhaben „Täglich Sport machen“ habe ich komplett umgesetzt. Und die Tage, an denen ich wirklich nur 10 Minuten gemacht habe, waren eine Handvoll Ausnahmen.

    Außerdem habe ich die Yogaeinheiten sehr genossen. Niemand aus meinem Team wurde dabei zu etwas genötigt. Dieser stabilere innere Frieden fühlt sich echt gut an. Wobei ich weiß, dass wieder Gelegenheiten auf uns zukommen, bei denen es uneiniger aussehen wird.

    Was ich in den März mitnehme

    Die tägliche Yogaeinheit behalte ich bei. Aktuell läuft das noch problemlos, sowohl vom Terminplan als auch von der Motivation her. Das freut mich, weil diese Monatschallenges auch ein bisschen zum Ziel haben, Gewohnheiten zu bilden, in die ich mich meinem Jahresmotto 2026 entsprechend hinein groove.

    Auf einer Metaebene habe ich wieder neu gelernt, dass sich ein niedrigschwelliger Ansatz lohnt: Weniger vornehmen und mehr in die Realität umsetzen. Dass die Strategie „Struktur plus Freiheit“ bei mir gut funktioniert, ohne dass ich das Gefühl habe, ich hätte mich ausgetrickst. Also werde ich sie auch in alle kommenden Monatschallenges mit einfließen lassen.

    Meine bisherigen Challenges

    „Täglich Sport machen“ war jetzt der zweite Teil, bisher habe ich im Januar meine Vorratsregale und -schubladen durchforstet und Lebensmittel aufgebraucht, damit sie nicht schlecht werden.

    Was sind deine Tipps, um täglich Sport zu machen?

    Machst du regelmäßig Sport? Oder hast du es vor? Wie gehst du dabei vor und welche Sportarten passen für dich gut in deinen Alltag? Und wie machst du es, dass du dafür immer die Zeit findest?


    Im März heißt meine Monatschallenge „Bei jedem Gang zehn Teile Müll aufsammeln“. Kleiner Spoiler: Die wirkliche Anzahl Teile ist im Durchschnitt jetzt schon viel höher. Ich werde Anfang April ausführlich berichten.

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  • Der Vorname Angela

    Der Vorname Angela

    Ein neuer Monat, eine neue Blogparade . Diesen Monat fragt Erik, wie zufrieden ich mit meinem Namen bin. Die wenigsten von uns suchen sich das selbst aus und der Vorname Angela war für mich manchmal nervig, aber insgesamt passt er gar nicht so schlecht zu mir.

    Wie kam der Vorname Angela zu mir?

    Meine Schwester heißt Susanne und eine meiner Tanten Angela Susanne. Trotzdem haben meine Eltern meiner Erinnerung nach immer erklärt, dass wir nicht nach ihr genannt wurden. Beide haben Listen mit Namensfavoriten zusammen gestellt und dann verglichen. Die Namen mit den meisten Punkten wurden an das jeweilige Kind vergeben. Eine längere Geschichte steckt also nicht dahinter, sondern einfach die ästhetischen Vorlieben meiner Eltern.

    Ob es ein Vorteil oder ein Verlust ist, dass meine Geschwister und ich keine Zweit- oder gar Drittnamen bekamen, weiß ich nicht. Immerhin habe ich damit keine Platzprobleme bei Formularen.

    Was ist schwierig an Angela?

    Viele Menschen glauben nicht, dass der Vorname Angela existiert. Sie gehen davon aus, dass ich eigentlich Angelika heiße. Heute berührt mich das nicht mehr so sehr, aber als kleines Kind habe ich bei solchen Gelegenheiten geweint. Und ich kann gar nicht mehr genau sagen, was mich damals so geknickt hat. Heute stört mich hauptsächlich, dass andere Menschen glauben, besser über meinen Namen Bescheid zu wissen als ich.

    Der Name bietet sich auch dafür an, „falsch“ ausgesprochen zu werden. Manche Angelas betonen ihren Namen auf der ersten Silbe, andere auf der zweiten. Ich gehöre zur Fraktion „zweite Silbe“. Und trotzdem gehen auch hier wieder andere Menschen davon aus, dass ihre Betonung richtig ist. Wenn eine Angela gerne auf der ersten Silbe betont werden möchte, ist das ja total legitim. In meinen Ohren klingt es aber unangenehm und wie Angler, jedenfalls nicht nach mir.

    Um zu der Angelika zurückzukommen, die hat ja auch ein langes und betontes e. Auch wenn mein Name nicht Angelika ist 😉 Auch nicht Angie, weder deutsch noch englisch ausgesprochen. Obwohl ich wiederum das Lied von den Rolling Stones sehr gerne mag.

    Dabei habe ich bisher noch nicht über die Bundeskanzlerin gesprochen. Sie gab mir ja zunächst Hoffnung, dass die Verwirrung um meinen Namen sich klären würde. Leider hat sie nur so ein bisschen geholfen. Stattdessen war auch sie mal Angie und mal Angler, wobei ich nicht einmal weiß, wie sie ihren Namen selbst betont.

    Immerhin ist mein Vorname nicht so „kompliziert“ wie angeblich mein Nachname. Mir wurde mehrfach erklärt, er sei fast unmöglich auszusprechen und zu merken. Daran hat damals auch Peter Harry Carstensen (keine Verwandtschaft) als Ministerpräsident nichts geändert.

    Inzwischen bin ich groß und höre meistens darüber hinweg, wenn jemand meinen Namen unerwartet ausspricht. In meinen Jahren in England war es unvermeidlich, dass ich [ˈæn.d͡ʒəl.ə] war und meinen Nachnamen grundsätzlich gar nicht erst genannt, sondern gleich buchstabiert habe.

    Was daran ist so passend?

    Mein Name ist die weibliche Form des lateinischen Wortes für Engel. Auch wenn ich nicht durchgängig lieblich mit meinen Mitmenschen umgehe, meine Grundhaltung drückt tatsächlich Neelix aus der Serie Voyager treffend aus:

    „It’s nice to be nice“

    Neelix

    Es ist einfach eine entspannte Lebenshaltung, wenn ich erstmal freundlich auf andere Menschen zugehe. Das heißt nicht, dass ich mir alles gefallen lasse. Aber ich gehe nicht von Anfang an davon aus, dass jemand böse Absichten hat. Streit zu suchen ist mir viel zu viel Energieaufwand.

    Eine klassische Funktion von Engeln ist die Verbindung von ansonsten getrennten Welten. In meiner Nachhilfe und allgemein in meinem Alltag sehe ich mich an der Schnittstelle zwischen Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften, emotionalen Bedürfnissen und menschlichen Verhaltensmustern. In einem Berufungs-Seminar sagte jemand einmal zu mir: „Auf so einen Engel haben die Menschen gewartet.“

    Das heißt nicht, dass ich mit einem Heiligenschein herumlaufe. Sondern dass ich für meine Schüler:innen Dinge miteinander verknüpfe, und sie dadurch beim Lösen ihrer Knoten unterstütze.

    Ich fühle mich in diversen Zusammenhängen zwischen mehreren Stühlen. Einerseits und andererseits. Teile meines Inneren Teams sind so gut wie ständig gegensätzlicher Meinung. Meine Position in der Mitte kann ich dann als „weder noch“ interpretieren. Oder ich kann mich für „sowohl als auch“ entscheiden und meine Fähigkeit zur Verbindung annehmen und umsetzen. Nicht umsonst kehre ich immer wieder zum Tetralemma zurück, um einen Perspektivwechsel in meine alltäglichen Probleme zu bekommen.

    Wie hätte ich meine Kinder genannt?

    Es ist vermutlich gut, dass ich keine Kinder habe. Und zwar aus diversen Gründen. Auch bei der Namensfindung hätte ich die Sache sehr wahrscheinlich lange zergrübelt. Und ich hätte mir im Nachhinein auch nicht gerne Beschwerden angehört.

    Als mein Bruder geboren werden sollte und einen Namen brauchte, haben meine Eltern wieder mit Listen gearbeitet. Aus einem familiendemokratischen Ansatz heraus durften meine Schwester und ich auch Namen vorschlagen. Ich war damals sechs Jahre alt und habe im Familienstammbuch gestöbert.

    Ganz genau erinnere ich mich nicht mehr. Aber es waren wilde Vorschläge auf meiner Liste, Stanislaus zum Beispiel. Schlimmer noch, mein Vater bestätigte mir gerade, dass ich allen Ernstes dachte, mein Bruder könnte auch Adolf heißen. Zum Glück heißt mein Bruder heute weder Adi noch Stani.

    Als Erwachsene wäre ich vielleicht informierter vorgegangen. Aber es freut mich, dass ich diese Verantwortung gar nicht erst übernehmen musste. Meine Katze und ihr Bruder hätten um ein Haar Rod und Todd geheißen. Ich denke nicht, dass das den beiden viel ausgemacht hätte. Trotzdem waren im Nachhinein die Namen Lilly und Leo erfreulicher.

    Daran gemessen bin ich sehr einverstanden mit der Wahl, die meine Eltern damals getroffen haben.

    Wie siehst du das?

    Bist du glücklich mit deinem Namen? Oder würdest du gerne anders heißen?

    Weißt du, wie deine Eltern auf deinen Vornamen gekommen sind? Und was er bedeutet? Ich wette, Erik freut sich auf viele weitere Teilnehmende.


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    Fediverse-Reaktionen
  • Pixelfed statt Instagram – Zwei Plattformen im Vergleich

    Pixelfed statt Instagram – Zwei Plattformen im Vergleich

    Im Bloggerschnack für den Februar 2026 berichtete ich über meine Profile im Fediverse. Dieses Netzwerk ist zunehmend im Gespräch, nicht zuletzt durch die Initiative um den Digitalen Unabhängigkeitstag. Immer am ersten Sonntag eines Monats, bieten Menschen Unterstützung dabei an, von den Broligarchie-basierten Plattformen wie Google, Meta, X und Amazon umzusteigen. Und eine der Möglichkeiten ist es, Pixelfed statt Instagram zu nutzen.

    Erst durch einen Kommentar unter meinem Februar-Bloggerschnack wurde mir klar: Diese Fediverse-Alternativen haben sich gar nicht so weit herumgesprochen, wie ich dachte. Daher klopfe ich heute noch einmal Pixelfed und Instagram gründlich auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede ab. Und ich erkläre, weshalb ich mich für Pixelfed entschieden habe. Für alle Interessierten, erläutere ich dann noch, wie einfach sich dort ein Konto einrichten lässt.

    Gemeinsamkeiten zwischen Pixelfed und Instagram

    • Rein optisch ist Pixelfed Instagram sehr ähnlich. Ich jedenfalls habe mich beim Scrollen sofort zurechtgefunden. Bei beiden Systemen gibt es Desktopversionen im Browser und zusätzlich Apps für den mobilen Zugang.
    • In beiden Fällen geht es grundlegend darum, Bilder oder Videos zu veröffentlichen. Andere Personen im gleichen Netzwerk können diese sehen, liken, teilen, kommentieren und Lesezeichen darauf setzen.
    • Auf beiden Plattformen gibt es zusätzlich noch die Option, Stories zu teilen, also kurzlebige Beiträge, die nach 24 Stunden wieder verschwinden.
    • Beide ermöglichen das Teilen von Karussellpostings zum Durchblättern, also von Beiträgen mit mehr als einer Kachel.
    • Sowohl bei Pixelfed als auch bei Instagram folgen Menschen sich gegenseitig. Es ist allerdings auch möglich, Hashtags zu folgen. Die Beträge von Konten und Hashtags, denen ich folge, erscheinen dann in meinem Feed.

    Soweit die Ähnlichkeiten. Jetzt zu den Unterschieden, denn beide Plattformen haben jeweils eigene Stärken und sind entsprechend für unterschiedliche Strategien geeignet.

    Pixelfeds Stärken

    Keine Werbung, kein Algorithmus, keine festgelegten Formate

    Das Fediverse gehört nicht einem zentralen Unternehmen. Es besteht aus vielen kleineren und größeren Einzelinstanzen, die untereinander verbunden sind. Sie finanzieren sich durch Spenden, daher gibt es keine Werbung und keine kostenpflichtigen Extradiensleistungen.

    Der Feed basiert nur auf den gefolgten Konten und Hashtags. Er ist chronologisch aufgebaut, also stehen neu hochgeladene Beiträge immer oben. Es gibt keinen Algorithmus, der mir Dinge präsentiert, die ich gar nicht sehen will. Wenn ich es möchte, kann ich Konten und Hashtags stummschalten (zeitweise oder für immer) und Begriffe, die mich nerven, wegfiltern.

    Es gibt kein vorgeschriebenes Bildformat. Daher wird auch das Aussehen meines Profils nicht immer wieder umgestellt. Ob quadratisch, hochkant oder querformatig: Bilder erscheinen im Feed so wie sie hochgeladen wurden. In der Gesamtschau auf ein einzelnes Profil erscheinen sie allerdings in einem Raster aus Quadraten, wie im Beitragsbild oben zu sehen ist. Unter anderem diese Flexibilität schätze ich sehr.

    Screeshot auf Pixelfed. Zu sehen sind fünf Bilderkollektionen.

    Die einzelnen Posts fasse ich gerne in Kollektionen zusammen. Zum Beispiel für jeden Jahresdurchlauf von Projekt52 den Inktober 25 und eine andere Zeichenchallenge im Januar 26. Die Links zu diesen Kollektionen lassen sich dann gut in Blogartikel einflechten.

    Eingebunden in das Fediverse

    Pixelfed ist nicht abgeschottet. In jedem Text kann ich Links unterbringen, die meine Follower:innen überall hin tragen. Außerdem ist es technisch möglich, mit einem Pixelfed-Profil anderen Personen auf einer anderen Fediverse-Plattform, zum Beispiel Mastodon zu folgen. Allerdings werden mir in dem Fall nur die Posts angezeigt, die ein Bild enthalten.

    Screenshot aus Pixelfed, zu sehen ist ein Bildbeitrag eines Mastodonprofils
    So erscheint ein Bildpost aus Mastodon in Pixelfed.
    Screenshot aus MAstodon, zu sehen ist ein Bildbeitrag dieses Profils
    Und so sieht der gleiche Beitrag in Mastodon aus.

    Genauso kann jemand von beispielsweise Mastodon meinem Pixelfed-Profil folgen und bekommt dann alle meine Bilder zu sehen. Nur leicht anders dargestellt.

    Screenshot aus Mastodon, zu sehen ist ein Bildbeitrag eines Pixelfedprofils.
    So erscheint ein Beitrag aus Pixelfed in Mastodon.
    Screenshot aus Pixelfed, zu sehen ist ein Bildbeitrag dieses Profils
    Und so sieht der gleiche Beitrag in Pixelfed aus.

    Dazu ist zu ergänzen, dass ich den Hintergrund bei Mastodon auch auf weiß umstellen könnte. Ich fand das allerdings für den optischen Vergleich nicht verkehrt.

    Es gibt noch weitere Plattformen im Fediverse. Einige darunter erinnern vom Aussehen und der Handhabung her zum Beispiel an Facebook oder Reddit. Und trotzdem ist ein gegenseitiges Folgen immer technisch möglich. Auch Menschen ohne eigenen Account können im Fediverse lesen. Allerdings können sie so nicht durch Kommentare oder Likes interagieren.

    Funktionierende Moderation

    Wer sich auf einer der Instanzen anmeldet, verpflichtet sich zu anständigem Benehmen. Wenn sich jemand nicht daran hält, und deswegen gemeldet wird, wird deutlich rigoroser vorgegangen als zum Beispiel auf Meta, wo ich reihenweise menschenfeindliche Beiträge gemeldet habe und wo oft nichts passierte.

    Andererseits wird für niemanden aus undurchsichtigen Gründen die Reichweite heruntergeregelt. Niemand muss eine bestimmte Beitragsfrequenz aufrecht erhalten oder einen ganzen Zoo von Hashtags im Begleittext auflisten, um gesehen zu werden. Reichweite entsteht organisch und chronologisch.

    Instagrams Stärken

    Instagram ist ein Megaunternehmen und eine ausdrückliche Werbeplattform. Wenn jemand hier kommerzielle Produkte oder Kurse vorstellt, spricht das nicht gegen die guten Sitten, es wird sogar erwartet. Gegen Gebühr wird auf der Basis ausgewählter Posts anderen Nutzer:innen Werbung präsentiert.

    Mit der Meta-Business-Suite kann ich Inhalte und Beiträge planen, bekomme Marketing-Tipps und eine ganze Reihe statistischer Auswertungen, die mir sagen, wie gut meine Beiträge ankommen. Auf dieser Basis kann ich eine Contentstrategie entwerfen und ganz gezielt Beiträge schreiben, und zu den richtigen Terminen und sogar optimalen Uhrzeiten posten.

    Instagram hatte im 4. Quartal 2024 2,3 Milliarden monatliche Nutzer:innen. Damit bietet es (wenigstens theoretisch) eine extrem große Bühne und verspricht (wenigstens theoretisch), die Beiträge an ein passendes Publikum auszuspielen.

    Und weil so viele Menschen auf Insta sind, sind so viele Menschen auf Insta. Manchen Menschen bin ich nur dort gefolgt und habe dafür, als ich meine Konten einstellte, keinen Ersatz gefunden. Insta erzeugt FOMO, die Furcht, etwas zu verpassen, und lindert diese wieder durch das scheinbar unendliche Angebot. Es gibt zu so gut wie jedem Themenbereich sehr unterhaltsame und gesprächige Menschen, die ihre Ansichten, Informationen oder Anleitungen teilen.

    Warum ich Pixelfed statt Instagram nutze

    Vom Hamsterrad in den Bildergenuss

    Nach ein paar Jahren hatte ich das Hamsterrad satt. Der Druck, öfter zu posten, als es meinem eigenen Mitteilungsbedürfnis entsprach, stand in keinem Verhältnis zu der geringen Resonanz, die meine Posts erzeugten. Vielleicht habe ich auch nicht den richtigen Nerv getroffen. Oder nicht die richtige Zielgruppe.

    Als ich deswegen aus Meta ausstieg, hörte ich zum ersten Mal bewusst von Pixelfed. Dass seine Optik und die verfügbaren Funktionen so ähnlich waren, machte mich neugierig. Ich hatte schon ein privates Profil in Mastodon und eins, das zu dieser Webseite gehörte, also war mir der grundsätzliche Ablauf der Anmeldung im Fediverse bekannt. Ich wusste, dass ich anderen Menschen und Hashtags folgen musste, um einen interessanten Feed zu bekommen.

    Vom ersten Moment an atmete ich auf. Ich scrollte durch Naturphotos, lustige Bilder, inspirierende Zitate und Häkelwerke. Keine Werbung, kein „Mach diesen Fehler endlich nicht mehr!“, keine mir entgegen gehaltenen Handflächen, keine künstlich vorwurfsvollen Gesichtsausdrücke. Mein jetziger Feed enthält alles zwischen beeindruckenden Kunstwerken und leicht verwackelten, aber nicht weniger berührenden Photos.

    Entspannte Vernetzung

    Mir folgen nur sehr wenige Männer mit Sixpack, Sonnenbrille und Doktortitel, deren sechs Posts alle vom gleichen Datum sind und in deren Bio Inspirationssprüche und/oder ihre Vorstellungen von der idealen Frau stehen.

    Stattdessen folgen mir hauptsächlich Menschen, die sich wie ich für Zentangle, Häkeln, Zitate oder Mathematik interessieren. Mit ihnen komme ich unter meinen oder ihren Beiträgen ins Gespräch.

    Ich könnte sicherlich mehr Zeit auf Pixelfed verbringen. Das würde die Zahl der Menschen erhöhen, die mir folgen und denen ich folge. Und damit meine Reichweite. Allerdings läuft mir das auch nicht weg. Pixelfed fühlt sich für mich nicht nach FOMO an. Ich kann die App öffnen, mich über Sonnenaufgänge, Bäume und Fenster freuen, und sie dann entspannt wieder schließen.

    Dann und wann habe ich aktivere Phasen. Dann zeichne ich täglich etwas und teile es. Aber wenn ich später wieder etwas stiller werde, straft mich die Plattform dafür nicht ab. Ich kann, wenn ich will, statt permanent zu müssen.

    Und für diejenigen, die bestimmte Profile auf Instagram vermissen würden: Mit Imgnn.com ist es möglich, bequem auch ohne ein eigenes Profil uneingeschränkt durch Beiträge zu scrollen.

    Einrichtung eines Pixelfedprofils

    Was ist eine Instanz?

    Wie immer im Fediverse steht am Anfang die Auswahl einer Instanz. Das hört sich aber nach mehr an, als es ist. Ich bin zum Beispiel auf Pixelfed.Social. Hier hat diese Plattform ihren Anfang genommen, aber das bedeutet nicht, dass es große Vorteile hätte, hier ein Konto einzurichten.

    Instanzen sind wie untereinander verbundene Dörfer und Städte. Alle gemeinsam machen ein Land aus, das Fediverse. Um in diesem Land zu leben und mich mit anderen Menschen zu unterhalten, ist es ziemlich unerheblich, in welchem Dorf ich mein Haus baue.

    Pixelfedkonto anlegen, Schritt für Schritt

    1. Instanz aussuchen: Dafür gibt es online Listen für Pixelfed-Server. (Nicht verwirren lassen, Server und Instanz sind in diesem Zusammenhang austauschbare Begriffe.) Gram.social und Pixelfed.de sind zum Beispiel in Deutschland angesiedelt.
    2. Instanzregeln lesen: Jede Instanz hat Verhaltensregeln, die das jeweilige Moderationsteam durchsetzt, auf die du dich also später auch beim Melden berufen kannst. Du findest sie auf der Webseite der jeweiligen Instanz. Es kann sein, dass eine Instanz ausdrücklich keine Werbebeiträge möchte.
    3. Beitreten: Klick auf den Button, auf dem „Join“ oder „Sign Up“ steht und gib deine Informationen ein. Nach dem Klicken auf den „Register“-Button bekommst du eine Bestätigungs-E-Mail.
    4. Profil einrichten: Schreibe ein paar interessante Punkte über dich in deine Bio und lade ein Profilbild hoch.

    Und das war es schon. Nicht komplizierter als die Einrichtung eines Profils bei Meta oder X. Und wenn dir die Instanz irgendwann nicht mehr gefallen sollte, kannst du das bestehende Profil auf eine andere Instanz umziehen. Die Einstellungen wie „folge ich“ und „folgt mir“ ziehen dabei mit um, die Posts leider nicht, die sind dann weg.

    Meine Tipps für einen gelungenen Einstieg

    Dein Feed

    Was machst du nun mit deinem brandneuen Pixelfedprofil? Erstmal stellst du den Feed für dich persönlich ein. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

    Suche nach Stichworten, die dich interessieren. Profilen, die erscheinen und dich ansprechen, folgst du. Ich empfehle ausdrücklich, auch spannenden Hashtags unter deren Posts zu folgen. Hier sind meine Favoriten, die mir immer wieder die Seele erwärmen:

    Hashtags zu folgen ist anscheinend nicht auf allen Instanzen möglich. Wie mir berichtet wurde, geht es auf pixel.tchncs.de zum Beispiel nicht. Hoffen wir mal, dass dort diese Möglichkeit irgendwann bald nachgerüstet wird.

    Im globalen Feed siehst du eine Liste der neuesten Posts aller Profile auf der gleichen Instanz. In der App klickst du dafür auf das Häuschensymbol unten links, danach auf das Globussymbol ganz oben. In der Desktoversion kommst du mit einem Klick auf den bunten Kringel oben links in deinen persönlichen Feed. Von dort aus klickst du auf das Globussymbol. Ich empfehle, dich auf dem globalen Feed ein Weilchen durch zu scrollen und bei interessanten Bildern den dazugehörigen Profilen zu folgen.

    Generell gilt: Je mehr Profilen du folgst, umso abwechslungsreicher und interessanter wird dein Feed. Und wenn du mit Beiträgen durch Teilen, Liken oder Kommentieren interagierst, werden schnell auch andere Menschen auf dich aufmerksam.

    Bilder posten

    In der Desktopversion gehst du in deinen Home-Feed, indem du auf das bunte Kringel-Icon oben links klickst. Daraufhin erscheint oben links ein Button, auf dem in der englischen Version „Create New Post“ steht. Von dort aus ist das Hochladen eigentlich selbsterklärend. In der Appversion ist am unteren Bildschirmrand ein kleines Kamera-Icon, das den Hochladedialog startet.

    Es gehört zum inklusiven Umgang, Bildbeschreibungen einzufügen. Dazu klickst du auf Alt-Text und beschreibst nach bestem Wissen und Gewissen dein Bild. Hier sind keine Romane gefordert, es sollen sich einfach nur Menschen mit Seheinschränkung vorstellen können, was du siehst.

    Viele Nutzer:innen teilen Bilder ohne Alt-Text grundsätzlich nicht, ich gehöre dazu. In diesen Fällen like und kommentiere ich allerdings trotzdem.

    In der Appversion ist es möglich, direkt auf die Kamera zuzugreifen. Aber natürlich kannst du auch gespeicherte Medien hochladen. Wenn du dann auf das Schieberegler-Icon unter dem Vorschaubild tippst, kannst du wieder Alt-Text eingeben.

    Sowohl Desktopversion als auch App erlauben es, die Privatsphäre eines Bildes so einzustellen, dass sie von allen oder nur von deinen Follower:innen gesehen werden können.

    Interaktionen

    Die Vernetzung entsteht durch die Teilnehmenden selbst. Die Plattform bietet dafür nur den Rahmen und die technischen Möglichkeiten. Entsprechend empfehle ich, mit anderen User:innen in Kontakt zu treten. Alle freuen sich über Likes und Kommentare. Allerdings werden diese nicht statistisch ausgewertet und zahlen nicht auf mehr oder weniger Reichweite ein. Sie sind einfach eine freundliche Geste, das verbindende Element zwischen echten Menschen. Das ist für mich einer der zentralen Gründe für Pixelfed statt Instagram.

    Die Reichweite entsteht durch das Teilen. Wenn ich einen Beitrag teile, erscheint er in den Feeds aller meiner Follower:innen. Falls jemand von ihnen ihn weiterteilt, erscheint er in den Feeds seiner oder ihrer Follower:innen. Und so weiter. Teilen ist also noch wichtiger als Herzchen zu verteilen, so schön diese sich auch anfühlen. Zusätzlich gebe ich meinen Follower:innen die Gelegenheit, eine weitere interessante Person kennenzulernen, wenn ich Dinge teile, die ich bemerkenswert finde.

    Mein Eindruck ist, dass in Pixelfedbeiträgen nicht so viel hin und her kommentiert wird, wie auf Mastodon. Das hält mich aber nicht davon ab, hier und da ein Gespräch anzufangen. Und dabei wurde ich schon mehrfach auf neue Kreativprojekte aufmerksam. Und ich bin nie stundenlang hängen geblieben. Genausowenig fühle ich mich hier nach dem Scrollen pappig im Gehirn oder deprimiert.

    Was meinst du?

    Ich hoffe, mein Erfahrungsbericht hat mehr Klarheit gebracht. Wenn du auch einmal Pixelfed statt Instagram ausprobieren willst und dabei gerne Unterstützung hättest, sag Bescheid! Eine Followerin hast du dann schon sicher 😁

    Oder hast du schon selbst Erfahrungen mit dem Fediverse bezeihungsweise sogar Pixelfed gemacht? Dann freue ich mich auf den Austausch.

    Je mehr Menschen sich ins Fediverse begeben, umso lebendiger wird es und umso weniger überwiegt Instagrams Stärke der vielen Nutzer:innen. Weitere Umstiegserklärungen findest du auf der Seite zum Digitalen Unabhängigkeitstag.


    Ähnliche Beiträge findest du auf meinem Blog unter dem

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick Februar 26 – Unendlicher Winter?

    Monatsrückblick Februar 26 – Unendlicher Winter?

    Mein Monatsrückblick Februar 26 ist auf den Tag pünktlich. Im Januar war noch so viel los, dass ich einen Teil der Berichterstattung in zusätzliche Blogartikel ausgelagert habe und daher nur mit Müh und Not meinen Rückblick fertig bekam. Trotzdem war mir im Februar nicht langweilig.

    Der freundlichere Januar

    In der Dunkelheit um Weihnachten herum geht mir das Herz auf. Trotzdem verfolge ich jedes Jahr mit Begeisterung, wie es im Februar morgens merklich früher hell wird. Wie die Natur in den Startlöchern steht und auf den richtigen Moment wartet.

    Diese Zeit fühlt sich für mich als geeigneter zum Planen an als der 1. Januar Entsprechend ist es bei mir inzwischen Tradition, mich Anfang Februar mit meinem inneren Team hinzusetzen und einen Vertrag für das kommende Jahr zu besprechen. Und ein Punkt war eine angemessene und ausgewogene Anzahl an Dingen, die wir erledigen und erleben wollen. Ich würde sagen, das lief richtig gut.

    Was hatte ich im Februar 26 vor und was ist daraus geworden?

    • Jeden Tag 10 Minuten Sport machen 👍 Manchmal waren es auch 15 bis 30 Minuten. Über diese Monatschallenge werde ich wieder extra berichten ☺️
    • Dem Eis beim Wegschmelzen zusehen 👍 Das hat erstaunlich lange gedauert.
    • Eine Hose (mit Taschen!) nähen 👍 Da muss ich nur noch die Beine säumen.
    • Ein weiteres Nähprojekt: Zwei Röcke, die immer passen 👉 Der Schnitt ist ausgeknobelt, das eigentliche Nähen findet im März statt.
    • Am 14. an der PRÜF-Demo teilnehmen 👍
    • Meine Versuchsreihe „Stopp die Zeit, wie lange Tätigkeiten dauern“ fortsetzen, um meinen Start in den Tag realistischer zu planen 👉 Die konkreten Messungen mache ich im März.
    • Meinen privaten Facebook-Account löschen 👍
    • Meinen Mastodon-Account nach Norden.Social umziehen. 👍
    • Mit dem Kurs „Learn Ubuntu“ anfangen, um mir die Grundlagen mal wirklich gründlich klarzumachen 👉 Das wird wohl auch eher im März passieren.
    • Mir das Museum der Illusionen in Hamburg ansehen, nachdem Sandra von Wanderrattes Blog so positiv über die Filiale in Stuttgart berichtete. 👉 Ich habe ein Ticket für den 1. März!

    Prüfen und basteln

    Am 14. Februar war Valentinstag. Entsprechend romantisch fielen die Schilder bei der Prüfdemo aus. Ein paar Teilnehmende haben auf ihren Stempelkarten sogar Herzchen aufgestempelt bekommen, wir nur das schnöde übliche P. Aber immerhin sind wir auf einem guten Weg für eine volle Karte. Und wenn wir die einreichen, bekommen wir als Prämie eine neue Stempelkarte. Lieber wäre mir ja, dass vorher das Prüfverfahren beantragt wird.

    Der Demozug kam mir größer vor als im Januar, obwohl der HSV wieder spielte. Die Stimmung war gut, die Flaggen bunt und das Wetter immerhin trocken. Unterwegs fiel mir der Spruch ins Auge, den Shoppingfans in diesem Laden von innen richtig herum zu lesen bekommen. Bei mir funktioniert das Glücklich-Shoppen allerdings irgendwie nicht.

    An einem weiteren Wochenende war Basteltag mit den Omas gegen Rechts in Wedel. Wir haben so lange Buttons gestanzt, bis die Folien aufgebraucht waren. Am goldigsten finde ich den Spruch „Oma schickt mich“ und ich hoffe, die Dinger werden gut weggehen. Genauso wie die Kekse, die zusammen mit Lesezeichen zum 8. März verteilt werden sollen. Ich hatte unter anderem die Aufgabe, Sternchen zum Festbinden zu lochen. Nettes Nebenprodukt: Eine ganze Handvoll Sternekonfetti. Im Leben dürfte es ruhig öfter mal Konfetti geben.

    Vereist und zugeschneit

    Ich war ganz treuherzig davon ausgegangen, dass der Winter mit dem Januar zu Ende gehen würde. Mir macht Kälte und Dunkelheit nichts aus. Und selbst ich hatte irgendwann die Nase richtig voll von der weißen Pracht. Immerhin ist wie gesagt der Februar der freundlichere Januar und Eis und Schnee waren länger und besser beleuchtet. Trotzdem habe ich bei jedem neuen Schneefall mit den Augen gerollt.

    Im Wendehammer haben wir gemeinsam mit den Nachbar:innen im Januar verpasst, rechtzeitig den Schnee zur Seite zu schippen. Er taute ein paarmal an und fror wieder fest und dann hatten wir eine Art Eismeer inklusive Wellen vor der Haustür. Sah schön aus, war aber echt glatt. Immerhin haben wir als Gemeinschaftsaktion freie Fußpfade geschaffen.

    Wie viel mehr Sonnenstunden wir jetzt haben, fällt auch auf, wenn abends unsere Hausnummer im Dunkeln leuchtet. Sie arbeitet mit einer Solarzelle und das Grundprizip ist schon etwas seltsam. Denn in der dunklen Jahreshälfte ist die Beleuchtung viel nötiger, aber es gibt weniger Gelegenheit zum Aufladen.

    Nicht überall in Halstenbek war die Lage für Fußgänger:innen so machbar. Ich glaube, ich hätte mich nicht so über den Winter geärgert, wäre ich nicht mehrere Male fast hingefallen. Mich hat es aber auch genervt, in Winterstiefeln zu meinen Schülern zu gehen, die dort auszuziehen und nachher wieder neu festzuschnüren. Ich bin keine Stiefelperson.

    Entsprechend begeistert war ich, als die Schlappensaison endlich wieder begann! Allerdings nur für einen Tag, denn danach ging der große Regen los, irgendetwas ist ja immer. Gegen Ende Februar sprangen die Krokusse aus den Startlöchern, wobei ich mich inzwischen frage, was aus den Schneeglöckchen geworden ist. Hier sind sie jedenfalls nicht aufgefallen. Entweder haben sie 2026 komplett ausgesetzt oder sie haben einfach unentdeckt unter der dicken Schneeschicht geblüht.

    Was habe ich im Februar 26 gelesen?

    Zen macht mich nervös. Das Paradoxe daran fasziniert mich und gleichzeitig stresst es mich. Immerhin hat sich jetzt durch Peggy Bendler der Nebel über dem Nicht-Selbst etwas gelichtet. Sie schreibt in ihrem Beitrag „Nicht-Selbst im Buddhismus: Was Anattā wirklich bedeutet“ über den buddhistischen Blick auf das Selbst.

    Im Rahmen meiner Coachingausbildung tauchte dieses Konzept auch immer wieder auf. Und ich hatte immer einen großen inneren Widerstand, weil es sich für mich so anfühlte, als würde von mir erwartet, dass mir die Ungerechtigkeiten und Schieflagen in der Welt egal sind. Was mich immer spontan wütend machte. Peggy schreibt dazu:

    „Nicht-Selbst führt nicht zu Gleichgültigkeit, sondern zu feinerem Gewahrsein.“

    Peggy Bendler

    Insgesamt hat mir ihr Blogbeitrag viele Gedankenanstöße mitgegeben. Zen wird vermutlich nie auf der Liste „Das lerne ich als nächstes“ einen besonders hohen Platz einnehmen. Aber die Faszination an sich ist immer noch da mit jetzt deutlich weniger mentalem Groll.

    Was habe ich im Februar 26 gebloggt?

    Vegane Vorsätze 26 – Eine Fediverse-Gemeinschaftsaktion
    Unter dem Titel „Vegane Vorsätze 26“ fand im Januar eine Fediverse-Gemeinschaftsaktion statt. Hier ist eine Zusammenfassung der Beiträge.

    Neuengamme – Ein Besuch im Winter
    Den Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme hatte ich mir als ToWant vorgenommen. Er war sehr bewegend, lehrreich und zum Teil überrraschend.

    Vorräte sinnvoll verbrauchen – Meine Challenge im Januar 26
    Eins meiner Vorhaben im Januar war „Vorräte sinnvoll verbrauchen“, damit sie nicht beim nächsten Entrümpeln wieder in der Tonne landen.

    Monatsrückblick Januar 26 – Superhelden und Abschied von Lilly
    Mein Monatsrückblick Januar 26: Das Jahr startet mit Wonderwoman im Schnee, sehr emotional und gleichzeitig sehr bereichernd.

    Facebook löschen – Was war daran so schwierig?
    Mein Profil auf Facebook löschen, das hatte ich eigentlich schon ewig vor. Was mich ungefähr ein Jahr davon abgehalten hat, erfährst du hier.

    12tel-Blick Januar 26
    Dieses Jahr werde ich an einer weiteren Kreativchallenge teilnehmen. Dies ist, etwas verspätet, mein 12tel-Blick Januar 26.

    Wie unpolitisch kann ich als Nachhilfelehrerin bleiben?
    Ich habe zu vielen Themen eine deutliche Meinung. Sollte ich trotzdem als Nachhilfelehrerin bewusst unpolitisch arbeiten?

    Meine Blog-Lektionen 2025 – Resonanz, Wellenlängen, Groove
    Welche Blog-Lektionen 2025 ergeben sich für mich in der Rückschau und wie bin ich mir damit selbst immer näher gekommen?

    Bloggen und Social Media – Bloggerschnack Februar 26
    Wie verbinde ich Bloggen und Social Media? Und welche Plattformen spielen bei mir keine Rolle? Mein Beitrag zum Bloggerschnack Februar 26.

    Du oder Sie? – relevant im Februar 26
    Die relevant-Blogparade im Februar 2026 dreht sich um die Frage: „Du oder Sie?“, wie ich dazu stehe, privat, beruflich und allgemein.

    12tel-Blick Februar 26
    Mein zweiter Challenge-Beitrag, 12tel-Blick Februar 26, kommt diesen Monat pünktlich, aber das Regenrückhaltebecken war noch immer zugefroren.

    Projekt52 Februar 26 – Licht, Auszeichnung, Aufräumen, Augenblick
    Mein Beitrag zur kreaktiven Challenge Projekt52 im Februar 26. Diese Themen fand ich schwierig und habe bis Ende Februar gebraucht.

    Monatsrückblick Februar 26 in Mastodönekes:

    Auch im Februar wieder eher knapp. Ich will mal mehr darauf achten, auf die bemerkenswerten Beiträge Lesezeichen zu setzen.

    „Wer „Klima-Ideologie“ sagt, muss auch Physik-Ideologie sagen, Mathematik-Ideologie, Schwerkraftideologie, Lichtwellenideologie, Elektrizitäts-Ideologie usw.“

    Mario Sixtus

    „Cool, dass sich gerade einige ältere Kolumnisten die Zeit nehmen, Frauen zu erklären, was alles beim Reden über minderjährige Mädchen total unproblematisch ist. Nur auf den Gedanken, dass wir alle mal 16jährige Mädchen waren & damals vergleichbare Dinge unangenehm gefunden haben, kommen sie nicht..“

    Katharina Nocun

    Und was war sonst noch los?

    Die Sonnenaufgänge waren wieder spektakulär.
    Wirklich spektakulär.
    Leider tauchten unter dem Schnee noch Reste von Silvester auf.

    Vorherige Februarrückblicke

    Für den Monatsrückblick Februar 26 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich mehr, dass ich regelmäßig diese Rückblicke schreibe.

    Februar 24: Ich habe digital entrümpelt und war demonstrieren. Also so ziemlich das Übliche 😉

    Februar 25: Es war schon wieder Zeit zum Demonstrieren. Außerdem habe ich zur Blogparade über die Zuversicht aufgerufen und eine Ausstellung über die 80er Jahre angesehen.

    Was habe ich im März 26 vor?

    • Im Garten aufräumen.
    • Meine Monatschallenge für März heißt: Bei jedem Gang 10 Teile Müll aufsammeln.
    • Die beiden Röcke, die immer passen, zuschneiden und nähen.
    • Wieder am 14. an der PRÜF-Demo teilnehmen, den 28 Tagen des Februars sei Dank.
    • Mit dem Kurs „Learn Ubuntu“ anfangen.
    • Mir das Museum der Illusionen in Hamburg ansehen.
    • Endlich mal wieder wandern gehen.
    • Weiterhin jeden Tag Yoga machen.

    Das war mein Monatsrückblick Februar 26. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. Sobald sie ihren eigenen Februarbeitrag geschrieben hat, werde ich ihn hier verlinken..

    Wie hast du den Winter erlebt? Stehst du auch in den Startlöchern für den Frühling? Und wie Zen-tauglich bist du?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Beiträge wie dieser in der

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 Februar 26 – Licht, Auszeichnung, Aufräumen, Augenblick

    Projekt52 Februar 26 – Licht, Auszeichnung, Aufräumen, Augenblick

    Auch in diesem Jahr veranstaltet Sari vom Heldenhaushalt diese Gemeinschaftsaktion. Die Themen für Projekt52 Februar 26 waren für mich eine Herausforderung, daher auch der eher späte Veröffentlichungstermin.

    Wie läuft Projekt52 ab? Für jeden Monat gibt es vier bis fünf Stichworte, die dann eine Gruppe von Blogger:innen zu kreativen Werken inspirieren. Im vergangenen Jahr habe ich so 52 Bilder zusammengetragen und in der Pixelfed-Collection Projekt52 2025 abgelegt. Es ist aber nicht zwingend vorgesehen, dass die Themen als Photos umgesetzt werden. Wenn dich die Aktion anspricht, kannst du auch Texte oder anders gestaltete Beiträge einreichen.

    Meine Beiträge zum Projekt52 Februar 26

    Licht

    Ich mag den Februar, er ist meistens der freundlichere Januar. 2026 gingen mir aber mit der Zeit Schnee und Eis auf die Nerven. Wenigstens waren sie über den Tag immer länger beleuchtet. Und trotzdem kam ich bei meinen Spaziergängen am frühen Abend noch an leuchtenden Gartenlampen vorbei.

    Auszeichnung

    Als Kind habe ich das Meiste intrinsisch gelernt. Dass Kinder tatsächlich darauf abfahren, für erledigte Aufgaben Sterne aufkleben zu dürfen, realisiere ich gerade erst durch meine relativ neuen Nachhilfeschüler. Sie gehen in die vierte Klasse und würden für solche Aufkleber diverse Extrameilen gehen.

    Aufräumen

    Bei mir gibt es immer viel aufzuräumen. Vor allem auch in meinem Downloadordner. Die Dateien da scheinen sich immer wieder von alleine zu vermehren, wenn ich nicht regelmäßig nach dem Rechten sehe.

    Augenblick

    Bei diesem Thema schwankte ich zwischen einem Blick durch meine Lesebrille und den vielen Uhren in unserem Haushalt. Am Ende gewann der Sekundenzeiger.

    Meine Beiträge für Projekt52 2026

    Das war es mit dem Projekt52 im Februar 26. Letztes Jahr habe ich kein Thema ausgelassen und das habe ich dieses Jahr auch vor. Vielleicht werde ich doch noch mal für einen Beitrag etwas zeichnen oder schreiben. Auf jeden Fall hat das Projekt bei mir angestoßen, dass ich deutlich aufmerksamer durch meine Umwelt gehe.

    Alle Bilder werde ich wieder auf Pixelfed veröffentlichen und sammeln. Wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln, würde ich mich sehr freuen!

    Hier sind meine bisherigen Beiträge:

    Ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der

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