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  • Stolpersteine bei der Prüfungsvorbereitung

    Stolpersteine bei der Prüfungsvorbereitung

    Das Schuljahr hat gerade erst angefangen. Jedenfalls hier in Schleswig-Holstein und Hamburg. Noch scheinen ESA, MSA und Abitur sehr lange hin. Trotzdem lohnt es sich, jetzt schon die größten Stolpersteine bei der Prüfungsvorbereitung zu erkennen und zu beseitigen.

    Auf meinem Blog schreibe ich über die Vorbereitung auf das Mathe-Abi. Zu den ESA- und MSA-Prüfungen werde ich noch ähnliche Artikel schreiben. Allerdings gilt diese folgende Liste mit Stolpersteinen grundsätzlich für alle Prüfungen und alle Altersklassen. Steigen wir also direkt ein!

    1. Aufschieben

    Wir kennen es vermutlich alle. Zuerst scheint noch so viel Zeit zu sein und dann ist es plötzlich kurz vor knapp. Wenn wir spät mit der Prüfungsvorbereitung anfangen, sind der Stress und die Reue vorprogrammiert.

    Jedes Jahr staunen meine Schüler:innen und auch ich wieder, wie schnell so ein Schuljahr vergehen kann. Und ich sage ihnen dann auch immer ehrlich, dass ich eigentlich die Letzte bin, die ihnen zum Thema „Aufschieben“ etwas erzählen sollte. Allerdings muss ich auch keine Abiklausuren mehr schreiben.

    Mein Tipp: Besser heute als morgen anfangen. Klingt nervig, stimmt trotzdem.

    2. Zu hohe Ziele setzen

    Oft haben wir selbst an uns die höchsten Ansprüche. Wenn wir allerdings von uns mehr erwarten, als wir realistisch schaffen können, ist das einer der größten Stolpersteine bei der Prüfungsvorbereitung. Und auch hier wissen wir es eigentlich besser. Gleichzeitig erlebe ich immer wieder Schüler:innen, die glauben, alles unter Höchstleistung ist zu wenig.

    Auf meinem beruflichen Lebensweg wurde ich extrem selten nach meinen Noten gefragt. Auch nicht nach den Schulen oder Universitäten, an denen ich war. Was später wirklich zählt, ist wie gut du in das jeweilige Team oder in den Betrieb hinein passt.

    Mein Tipp: Richte dich danach, was für deine berufliche Weichenstellung später nötig ist (zum Beispiel nach dem Numerus Clausus). In allen Fällen brauchst du keine 100% in allen Fächern.

    Das bringt uns zum nächsten Punkt:

    3. Keine Fragen stellen

    Es gibt bei mir keine dummen Fragen. Wer nicht fragt, obwohl er oder sie eigentlich gerne Informationen hätte, legt sich den Stolperstein selbst vor die Füße. Je früher du für dich Dinge klärst, umso gelassener kannst du deine Prüfung angehen:

    • Welche Noten in welchen Fächern brauchst du für die Ausbildung oder das Studium deiner Wahl?
    • Wo findest du die Prüfungsverordnung deines Bundeslandes und was steht darin?
    • Wann genau sind die Prüfungstermine?
    • Welche Themenbereiche musst du dafür genau lernen und was kannst du weglassen?

    Diese Liste erweitert sich natürlich um das, was dir rund um deine Prüfung herum nicht klar ist.

    Mein Tipp: Frag lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

    Und: Falls du befürchtest, deinen Lehrkräften damit auf die Nerven zu gehen: Die siehst du in der Zukunft nicht mehr so oft. Mit zu wenig Informationen in die Prüfungsvorbereitung zu gehen, wirkt sich allerdings eventuell auf deine Zukunft aus. Sieh das Ganze als eine Gelegenheit, das Prioritätensetzen zu üben.

    4. Ein ungünstiges Prüfungsformat wählen

    Dieses Problem habe ich in den letzten Jahren mehrfach in Aktion gesehen. Einige Schüler:innen hofften mit ihrer Wahl auf eine leichtere Prüfung. Leider gingen einige von ihnen mit sehr schlechten Noten nach Hause.

    Aus meiner Sicht ist das hier einer der unerwarteten und besonders ärgerlichen Stolpersteine bei der Prüfungsvorbereitung. Die meisten Betroffenen hatten sehr viel Arbeit und Zeit in die Ausarbeitung gesteckt und das vernichtende Urteil traf sie deswegen besonders hart.

    Wenn du die Möglichkeit hast, für das Abitur zwischen einer „klassischen mündlichen Prüfung“ und einer „Präsentationsleistung“ zu wählen, erkundige dich vorher extra genau und wäge deine Motivation gründlich ab.

    Mein Tipp: Frage Menschen, die an deiner Schule eine PL im Abi gehalten haben, nach ihren Erfahrungen.

    Zusätzlich findest du auf meinem Blog auch einen Artikel über die unerwarteten Nachteile einer PL.

    5. Keine Unterstützung holen

    Niemand muss Prüfungen ganz alleine schaffen. Oder das Rad neu erfinden. Wenn du alleine über deinen Aufzeichnungen brütest, bestätigt dir niemand zwischendurch, ob du das Gelernte richtig erklären kannst.

    Außerdem ist es für viele von uns schwieriger, alleine am Ball zu bleiben. Wer mit anderen zum Lernen verabredet ist, hat sich schon ein ganzes Stück mehr verpflichtet.

    Mein Tipp: Such dir Lerngruppen, trage Präsentationen mehrfach deiner Familie vor und nutze alle Ressourcen, die das Internet zur Information bietet.

    Über die Matheabituraufgaben seit 2017 habe ich zum Beispiel selbst eine Blogreihe geschrieben.

    6. Zu viel vornehmen

    Auch beim zeitlichen Aufwand verschätzen wir Menschen uns gerne. Selbst ich lerne immer noch, dass mein Tag nicht mehr Stunden hat als der anderer Menschen. Je realistischer ich meine Projekte einschätze, umso mehr schaffe ich am Ende.

    Wenn du zu Anfang zu viel Energie investierst, ist es nicht unwahrscheinlich, dass du auf der Hälfte einknickst und dich dann nur noch schwer motivieren kannst.

    Mein Tipp: Lerne lieber regelmäßig in kleinen Portionen.

    7. Denken, es ist zu spät

    Es gibt Schüler:innen, die sind super organisiert. Ich habe beeindruckende Mappen mit allen Lernzettel auf Jahre zurück gesehen. Andere stellen erst später fest, dass sie nun langsam mit der Prüfungsvorbereitung anfangen sollten.

    Im Punkt 1 habe ich dir geraten, das Lernen nicht aufzuschieben. Aber auch später, wenn die Prüfung eigentlich gar nicht mehr weit ist, ist Aufgeben keine Option.

    Bei mir zu Hause hängt dieses Zitat eines Tennisspielers an der Wand:

    Start where you are, use what you have, do what you can.

    Arthur Ashe

    Mein Tipp: Der beste Moment um anzufangen ist jetzt. Von Selbstvorwürfen wird nichts besser.

    Atme durch und tue, was du kannst. Mehr erwartet die Welt nicht von dir.

    8. Nur das eigentliche Fach vorbereiten

    Wir können noch so viele Vokabeln und Formeln gelernt haben. Manchmal setzt in der Prüfung das Gehirn einfach aus. Wenn der Stress zu viel wird, scheint es dann, als hätten wir alles vergessen. Ein großer Teil der Prüfungsvorbereitung liegt darin, dass wir mit dem Prüfungsstress rechnen.

    Wenn du davon ausgehst, dass du unter Stress eventuell weniger leicht auf das Gelernte zugreifen kannst, bist du besser darauf vorbereitet. Damit meine ich nicht, dass du schon vorher aufgeben sollst, sondern dass es sich lohnt, eine klare Strategie für diese Situation zu haben.

    Denn dann hast du während der Prüfung eine solidere mentale Haltung, von der aus du die gelernten Fachinhalte viel gelassener präsentierst.

    Mein Tipp: Befasse dich neben dem fachlichen Lernen auch mit Entspannungstechniken.

    Es gibt zum Beispiel spezielle Prüfungsmediationen. Finde rechtzeitig die Methode, die am besten zu dir passt. Vielleicht hilft dir auch meine geführte Meditation (YouTubevideo) weiter.

    9. Lernstoff screenshotten

    Mein Screenshotordner ist regelmäßig kurz vorm Platzen. Ich kenne also das Bedürfnis, Informationen „erstmal“ festzuhalten. Allerdings bringt eine photographierte Tafel oder ein heruntergeladener Lernzettel deinem eigenen Wissensstand gar nichts.

    Schlimmer noch, das Gehirn ruht sich eventuell darauf aus, schon sehr viele Bilder und PDFs zusammen gesammelt zu haben. Und dann lernst du am Ende weniger als ohne diesen elektronischen Lernstoffvorrat.

    Außerdem sind sind Lernzettel generell nicht hilfreich, wenn sie nur einmal liebevoll gestaltet und dann abgeheftet werden. Lernen funktioniert so nicht. Die Informationen halten deutlich besser, wenn du sie wiederholst. Und zwar mehrfach.

    Mein Tipp: Schreibe deine Lernmaterialien selbst, am besten von Hand. Und nutze sie danach zum Wiederholen. Und zwar mehrfach.

    Bonus-Stolperfalle: ChatGPT blind vertrauen

    Dieser Punkt ist mir ein paar Tage nach Veröffentlichung dieser Liste eingefallen. KI kann uns bei vielen Dingen helfen. Wenn aber jemand mit Schwächen in einem Schulfach sich Aufgaben oder Zusammenhänge von einer KI erklären lässt, kann das sehr nach hinten losgehen.

    In der Abiphase 2025 habe ich einen Schüler bei seiner Prüfungsvorbereitung betreut. Er wollte zwischenzeitlich eine Aufgabe bearbeiten. Weil diese so schwer war, hat er ChatGPT befragt. Dessen Antwort war erstens genauso schwer verständlich. Zweitens hat die KI sich auch wieder einen Teil zusammen fabuliert. Wir haben dann gemeinsam ganz von vorne neu angefangen und den verworrenen Knoten geklärt.

    Mein Tipp: Lass dir komplizierte Themen nur dann von einer KI erklären, wenn du dich in den Grundlagen auskennst und die immer mal wieder auftretenden Halluzinationen erkennst.

    Stolpersteine bei der Prüfungsvorbereitung – mein Fazit

    Ich hoffe, diese Sammlung meiner Beobachtungen hilft dir bei deiner Prüfungsvorbereitung weiter. Nicht alle Stolpersteine bei der Prüfungsvorbereitung treffen auf uns alle zu. Aber jeder Stein, den du jetzt schon beseitigst, bringt dich einen Schritt weiter auf dem Weg zur bestandenen Prüfung.

    Wie du siehst, gibt es eine Menge Stellschrauben, die gute Noten wahrscheinlicher machen. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg, beim Beseitigen der Stolpersteine und bei deiner Prüfung!


    Wenn das Thema für dich interessant ist, habe ich auf meinem Blog weitere Artikel zum Lernen für dich. Diese Liste ist Bestandteil meiner Artikel über die Vorbereitung auf das Mathe-Abitur. Und für das Fach Mathematik schließen sich direkt die Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung an.

  • Was (drohende) Abmahnungen bewirken

    Was (drohende) Abmahnungen bewirken

    Ich halte mich an Regeln und Gesetze. In den meisten Fällen sehe ich den Sinn dahinter ein und halte es für richtig, dass wir uns alle so verhalten, dass es der Allgemeinheit gut tut. Gleichzeitig ist das ganze Thema trotzdem stressig für mich. Angedrohte Abmahnungen bewirken bei mir eine dauernde unterschwellige Unsicherheit, ob ich nicht doch eventuell etwas falsch mache und mit einem Bein im Gefängnis stehe oder mir hohe Bußgelder drohen.

    Rational betrachtet ist das vielleicht übertrieben. Trotzdem sehe ich mich hier in einem Machtgefälle deutlich unterlegen. Statt mich darauf zu konzentrieren, meine Schüler:innen zu unterstützen, hängt ein Teil meines Bewusstseins daran, ob mich nicht demächst irgendwer anschreibt, weil auf meiner Webseite eine falsche Formulierung steht.

    Braucht meine Onlinenachhilfe eine Zulassung?

    Am 2. August erschien dieser Post in meinem Mastodon-Feed. Er war der eigentliche Anlass für mich, mich mal gründlicher mit meinem Verhältnis zu Abmahnungen zu befassen.

    Alter, was für eine Bombe.

    Alles, was über Zoom unterrichtet wird fällt immer und überall unter das Fernunterrichtsschutzgesetz und braucht für jeden Kurs eine Einzelzulassung sonst Vertrag nichtig und Strafe. Keine Bagatellgrenze, keine Ausnahmen für B2B.

    mastodon.cloud/@ramichaelseidl

    Wenn ihr also in irgendeiner Form Onlineschulung oder -Coaching anbietet, das ist jetzt erst mal vorbei.

    2. August 2025, 08:04 158 Boosts 124 Favoriten

    Gerade mit Gesetzen und Verordnungen bin ich leicht einzuschüchtern. Ich lese Rechtstexte äußerst ungern und mache mir schnell Sorgen, dass ich da etwas übersehen haben könnte. Und meine erste Reaktion auf diese Nachricht war, die Hinweise auf Online-Nachhilfe von meiner Seite zu nehmen.

    Im Anschluss verbrachte ich Stunden damit, mich durch verschiedene Meinungen zum BGH-Urteil über Online-Kurse zu wühlen. Am Ende landete ich auf der Fragen-und-Antwortenseite der Zentralstelle für Fernunterricht. Dort steht:

    „Online-Seminare sind nicht zulassungspflichtig, da sie synchron in Echtzeit stattfinden und keine räumliche Trennung zwischen Lehrenden und Lernenden im Sinne des FernUSG besteht. Werden die synchronen Maßnahmen jedoch den Teilnehmenden als Aufzeichnung zur Verfügung gestellt, werden diese dem asynchronen Lernen zugeordnet.“

    Eine Zulassung hätte erst einmal signifikante Kosten bedeutet. Davon abgesehen hätte ich „Lehrmaterial“ einreichen und absegnen lassen müssen. Allerdings ist jede meiner Nachhilfestunden ein Unikat und ergibt sich immer aus der Situation heraus. Ich gebe keine Kurse, sondern unterstütze genau dort, wo diese:r Schüler:in es mit diesem Thema in diesem Moment braucht.

    Meine Onlinestunden sind tatsächlich nach der offiziellen Definition rein synchron. Aber die Formulierung

    „Alles, was über Zoom unterrichtet wird fällt immer und überall unter das Fernunterrichtsschutzgesetz und braucht für jeden Kurs eine Einzelzulassung sonst Vertrag nichtig und Strafe“

    hatte mich zunächst dermaßen verunsichert, dass ich zeitweise beschloss, dann eben einfach gar keine Online-Nachhilfe mehr anzubieten. Zur Sicherheit.

    Wirkung auf mich in der Vergangenheit

    Ich habe ein Kleinunternehmen ohne Angestellte. Erst recht beschäftige ich keine Rechtsabteilung. Und leider bin ich auch nicht, wie andere Menschen in meinem Umfeld, ganz zufällig mit einer Anwältin befreundet. Auch wenn es für mich einige Ausnahmen gibt, es bleibt auch so noch eine Menge Rechtskram übrig, den ich immer wieder abarbeiten muss.

    Zwischenzeitlich hatte ich ganz vergessen, warum ich so eine lange Blogpause hatte. Jetzt wurde es mir wieder klar: Als die Impressumspflicht und damit die drohenden Abmahnungen im Raum standen, wurde es mir emotional zu viel und zu unsicher. Da habe ich mich also von dieser neuen Rechtsnorm aus dem Bloggen drängen lassen.

    An dieser Stelle zitiere ich gerne Judith Peters:

    „Und ja, die Impressumspflicht ist absolut schräg. Das kann sich nur ein Mann ausgedacht haben, der null daran denkt, wie Frauen im Internet belästigt werden. So viele Frauen haben Angst, ihre Adresse ins Netz zu stellen – zu Recht! Und dann müssen sie extra zahlen, um sich zu schützen, denn sonst könnten sie abgemahnt werden. Kriminelle (und leider auch manche Männer) lachen sich derweil tot, haben kein Impressum oder faken eines und werden bei Verstößen/Straftaten nicht belangt, weil ja keine ladungsfähige Adresse vorliegt.“

    Judith Peters

    Als ich diese Version meiner Unternehmens-Webseite selbst aufbaute, musste ich auch die rechtlichen Texte erstellen. Und weil ich hier sehr vieles gar nicht mache, was für die DSGVO relevant ist, passten die üblichen Generatorenergebnisse nicht. Ich logge zum Beispiel keine IPs, habe keine Meta-Profile und keinen Newsletter. Daher habe ich basierend auf den rechtlichen Vorgaben meinen Text selbst verfasst. Trotzdem kam zwischenzeitlich jemand an und fand bei mir angeblich seine Formulierung wieder. Am Ende habe ich ihm dann eine nette Summe Euros bezahlt, weil ich mich am kürzeren Hebel sah.

    Zusätzlich ändern sich Gesetze immer wieder. Bei einem Scan meiner Seite kam heraus, dass ich noch auf einen Rechtstext verlinkte, den es nicht mehr gab. Den Link hatte ich allerdings genau nur deswegen eingefügt, weil es zur Zeit der Texterstellung verpflichtend war. Nun war dieser Link offenbar wieder ein Risiko für Abmahnungen.

    Diesen Zustand finde ich extrem unbefriedigend. In meiner Vorstellung sitzen da draußen Menschen, die sich bei jeder Änderung der Bedingungen freuen, dass sie online nach Menschen suchen können, die davon nichts mitbekommen haben. Und bei denen sie dann die Hand aufhalten können.

    Was bewirken also angedrohte Abmahnungen?

    Mit meiner Webseite und meiner Nachhilfe ziehe ich niemanden über den Tisch. Mein Ziel ist es, Wissen und Lernfreude zu vermitteln und meinen Schüler:innen mehr Selbstsicherheit zu geben. Mit meinem Blog verfolge ich keinerlei Verkaufsabsicht, sondern möchte mich mitteilen und informieren.

    Und trotzdem mache ich mir unterschwellig Sorgen, ob ich eventuell doch etwas übersehen habe.

    Diejenigen, die durch ihre „Geschäftsmodelle“ überhaupt dafür gesorgt haben, dass immer neue Gesetze und Verordnungen heraus gegeben werden, scheinen eher weniger beeindruckt. Ich sehe immer wieder Online-Shops, die mit KI-Bildern und ohne Impressum Kleidung zu Schnäppchenpreisen anbieten. Und diese Produkte werden gekauft, wie auf Videoplattformen unter der Formulierung „was ich bestellt habe vs was ich bekommen habe“ zu bewundern ist.

    Und dann haben wir noch nicht über die Idee gesprochen, dass windige Firmen einfach seelenruhig bei einem anderen Unternehmen das Impressum klauen.

    Gerade in der Lebensberatungs- und Lifestylebranche boomen die Kursangebote. Das BGH wurde im erwähnten Fall aktiv, weil ein „Mentoring“-Unternehmen ohne Zulassung Fernkurse weit jenseits meines Stundenlohns verkauft hat und einem unzufriedenen Kunden das Geld nicht zurück erstatten wollte.

    Mit anderen Worten: Bei denjenigen, die sich sozial ordentlich verhalten, bewirken angedrohte Abmahnungen unnötig Stress. Oder sie investieren ordentlich Geld in Rechtsberatung oder Dinge wie einen Impressumsdienst. Währenddessen scheint das Risiko auf Strafen diejenigen, die eigentlich mit den immer neuen Regelungen gemeint sind, eher kalt zu lassen.

    Unterm Strich bin ich mir nicht sicher, ob der Gesetzgeber hier wirklich das erreicht, was er wollte. Aber ich habe auch keine Lösung für diese unbefriedigende Situation. Also werde ich weiterhin regelmäßig sehen, ob bei mir alles nach bestem Wissen und Gewissen auf dem neuesten korrekten Stand ist und dazwischen so gut es geht, nicht über das Thema Abmahnungen nachdenken.

    Heute musste ich mir aber einfach mal Luft machen. Wie geht es dir? Hast du ähnliche Erfahrungen und Geschichten, was bei dir Abmahnungen bewirken? Oder siehst du das Thema Abmahnungen eher gelassen?

    Fediverse-Reaktionen
  • Mathe-WordPress-Plugin katex – So fügst du Formeln und Gleichungen in deine Texte ein

    Mathe-WordPress-Plugin katex – So fügst du Formeln und Gleichungen in deine Texte ein

    Im letzten Jahr habe ich ein paar Blogartikel über Mathe-Abiklausuren geschrieben. Unter anderem habe ich erklärt, wie häufig vorkommende Aufgabentypen zu bearbeiten sind. Dabei musste ich natürlich Formeln und Gleichungen in meinen Artikeln unterbringen. Allerdings habe ich damals kein funktionierendes Plugin dafür gefunden, aber seit kurzem habe ich das Mathe-WordPress-Plugin katex installiert.

    Auch wenn es vielleicht nicht viele Menschen gibt, die gerne schöne Terme und Gleichungen verbloggen wollen: Trotzdem bin ich sicherlich nicht ganz alleine. Und wenn du auch unter anderem Mathe-Artikel schreibst, ist dieser Blogpost für dich.

    Meine Notlösung

    Nachdem ich lange verschiedene Mathe-WordPress-Plugins durchprobiert habe, hatte ich erstmal die Nase voll. Denn keins davon hat bei mir funktioniert, oder ich hätte die Blöcke in meinen Texten immer mit einer anderen Quelle an einem anderen Ort online verbinden müssen. Und das gefiel mir vom Datenschutz her überhaupt nicht. Ich wollte aber mit meiner Artikelserie so weit vor den Abiturterminen fertig werden, dass sie meinen Schüler:innen noch nutzen würde.

    Sowohl Word als auch LibreOffice Writer haben einen Formeleditor. Die LibreOffice-Variante ist für meine Bedürfnisse vollkommen ausreichend und sehr flexibel, was Schriftarten und Farben angeht. Also habe ich in LibreOffice Writer das geschrieben, was ich brauchte, und dann jeweils als Bild in meine Blogposts eingefügt.

    Das sah zu der Zeit dann auch ganz gut aus. Wenn auch etwas unscharf. Allerdings haben sich diese Bilder bei meiner nächsten Designumstellung natürlich nicht mit angepasst. Jetzt habe ich eine Menge Bilder mit etwas anderer Schriftart und Farbe. Zusätzlich etwas unscharf. Und obendrein blähen diese Bilder meine Mediathek unnötig auf.

    Mein neues Mathe-WordPress-Plugin katex

    Vor kurzem wollte ich es noch einmal wissen und habe nach Formeleditorplugins gesucht. Und endlich stieß ich auf katex, ein Plugin, das einen Block erzeugt, der genau das macht, was ich brauche.

    Hier einmal ein direkter Vergleich der Optik:

    Ein Bruch. Im Zähler steht n Fakultät, im Nenner Klammer auf, n Minus k, Klammer zu Fakultät

    Als Bild

    \frac{n!}{(n-k)!}

    Als katex-Block

    Katex lässt mich zwar die Schriftart nicht ändern. Aber dieser Block macht jede Farbänderung automatisch mit und wird beim Vergrößern nicht pixelig. Außerdem hat katex mindestens so viele Funktionalitäten wie der LibreOffice-Formeleditor.

    Aktuell tausche ich alle Bilder gegen wirklich geschriebene Terme und Gleichungen. Und mir geht angesichts der neuen Ästhetik wirklich das Herz auf. Obendrein reduziert das meinen Bilderspeicher, in dem ich zusätzlich mittelfristig jpg-Bilder gegen webp-Varianten durchtauschen werde.

    So einfach funktioniert katex

    Zunächst musst du das WordPress-Plugin katex installieren. Danach hast du einen zusätzlichen Block zur Verfügung. Alternativ kannst du auch mit einem Shortcode arbeiten, wenn dir das lieber ist.

    Block auswählen und Code eingeben

    Screenshot aus dem WordPress-Editor. Das Menü zum Blockeinfügen zeigt die Option für den Block Katex, dieser ist extra eingeklringelt.

    Wenn der Block ausgewählt ist, siehst du eine eingerahmte Box. In den oberen Teil gehört der KaTex-Code. Für die unterstützten Funktionen und diversen Befehle gibt es eine Liste auf der Seite der Katex-Dokumentation (auf Englisch).

    Screenshot aus dem WordPress-Editor. Er zeigt eine Box mit einer horizontalen Mittellinie, darunter das Wort undefined.

    Als Beispiel habe ich hier den Befehl für einen einfachen Bruch eingegeben. Sobald du in die Fläche außerhalb der Umrandung klickst, verschwindet die Box mitsamt dem Code und du siehst nur noch deine mathematische Formel oder Gleichung.

    Screenshot aus dem WordPress-Editor. Er zeigt eine Box mit einer horizontalen Mittellinie. Darüber stehen Katex-Befehle, darunter der Bruch Drei Achtel

    Nützliche Befehle

    Zwischen manchen Teilen des Codes brauchst du keine Leerzeichen einfügen. Manche brauchen aber ein Leerzeichen, um zu erkennen, was als Zahl oder Buchstabe erscheinen soll und was ein Katex-Befehl ist. Falls also dein Ergebnis komisch aussieht, versuche es mit extra Leerzeichen zwischen den Befehlen.

    Die folgende Liste präsentiert die Befehle, die ich bisher oft verwendet habe.

    Texte, Zwischenzeilen und Leerzeichen

    Damit deine Terme und Gleichungen so schick aussehen, wie gewünscht, gibt es ein paar wichtige Befehle. Einfach nur eingegebener Text erscheint zum Beispiel schräg gestellt und aneinander geklatscht.

    Das ist ein Text.

    Das ist ein Text.

    \text{Das ist ein Text.}

    \text{Das ist ein Text.}

    Es ist möglich, sehr fein dosiert Abstände einzufügen. Diese beiden Befehle nutze ich regelmäßig:

    A\enspace B

    A\enspace B

    A\quad B

    A\quad B

    Quad ist also etwas breiter und entspricht dem im englischen Sprachgebrauch üblichen em-space.

    Einen Umbruch fügst du mit \newline oder \\ ein. Aber ich habe festgestellt, dass mir dabei zwischen den Zeilen zu wenig Abstand entsteht. Mit einem extra \quad bekommst du eine extra Zeile. Einfach nur das \\ zu wiederholen, hat allerdings keinen Effekt:

    y=2y-4 \\ y=-3x+5

    y=2y-4 \\ y=-3x+5

    y=2y-4 \\ \\ y=-3x+5

    y=2y-4 \\\\ y=-3x+5

    y=2y-4 \\ \quad \\ y=-3x+5

    y=2y-4 \\\quad\\ y=-3x+5

    (In diesen Befehlszeilen sind die Leerzeichen nicht zwingend notwendig. Allerdings habe ich sie hier der Übersichtlichkeit halber eingefügt.)

    Funktionen und Operatoren

    x \cdot y

    x \cdot y 

    \overrightarrow{x} \circ \overrightarrow{y}

    \overrightarrow{x} \circ \overrightarrow{y} 

    \frac{Zähler}{Nenner}

    \frac{Zähler}{Nenner}

    \sqrt{9x-7}

    \sqrt{9x-7}

    {n \choose k}

    (Binomialkoeffizient)

    {n \choose k}

    \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix}

    (Vektor)

    \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix}

    \begin{pmatrix} 1 & 4 \\ 2 & 5 \\ 3 & 6 \end{pmatrix}

    (Matrix mit runden Klammern)

    \begin{pmatrix} 1 & 4 \\ 2 & 5  \\ 3 & 6 \end{pmatrix}

    \lim\limits_{x \to 0}

    \lim\limits_{x \to 0}

    \int\limits_{a}^{b}f(x)dx

    \int\limits_{a}^{b}f(x)dx

    Matrizen gibt es unter anderem auch ohne Klammern, dafür verwendest du {matrix}. für eckige Klammern {bmatrix}.

    Spezielle Buchstaben und Zeichen

    Griechische Buchstaben erzeugst du, indem du nach einem \ ihren Namen schreibst, entweder groß oder klein.

    \sigma \quad \Sigma

    \sigma \quad \Sigma

    Für Zahlenmengen schreibst du ein \ vor den jeweiligen Buchstaben.

    \N \quad \R \quad \Z

    \N \quad \R \quad \Z

    Und hier sind noch ein paar nützliche Sonderzeichen

    \vert x \vert

    \vert x \vert

    \overrightarrow{AB}

    \overrightarrow{AB}

    \cap

    \cap

    \implies

    \implies

    \to

    \to

    \int

    \int

    Und nicht nur am Tag der Unendlichkeit ist dieses letzte Zeichen auf meiner Liste manchmal notwendig:

    \infin

    \infin

    Vergrößern und Verkleinern

    Häufig passen lange Gleichungen nicht in die Spaltenbreite meines Blogs. Aber in meiner Erfahrung lassen sich die katex-Blöcke nicht in die weite Breite des Gutenberg-Editors umschalten. Daher muss der Inhalt entsprechend verkleinert werden. Und zwar mit diesen Befehlen:

    \footnotesize{Text}

    \footnotesize{Text}

    \small{Text}

    \small{Text}

    Text

    (zum Größenvergleich)

    Text

    \large{Text}

    \large{Text}

    \Large{Text}

    \Large{Text}

    Zum Glück passen sich Klammergrößen bei Matrizen mit \begin{pmatrix} automatisch an. Leider gilt das nicht für alle Funktionen. Dann lässt sich ihre Größe in anderen Fällen von Hand so regulieren:

    () \quad [] \quad \{\}

    () \quad [] \quad \{\}

    \big( \big) \quad \big[ \big] \quad \big\{ \big\}

    \big( \big) \quad \big[ \big] \quad \big\{ \big\}

    \Big( \Big) \quad \Big[ \Big] \quad \Big\{ \Big\}

    \Big( \Big) \quad \Big[ \Big] \quad \Big\{ \Big\}

    \bigg( \bigg) \quad \bigg[ \bigg] \quad \bigg\{ \bigg\}

    \bigg( \bigg) \quad \bigg[ \bigg] \quad \bigg\{ \bigg\}

    \Bigg( \Bigg) \quad \Bigg[ \Bigg] \quad \Bigg\{ \Bigg\}

    \Bigg( \Bigg) \quad \Bigg[ \Bigg] \quad \Bigg\{ \Bigg\}

    Mein aktuelles Fazit

    Und das hier ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Möglichkeiten, die das Mathe-WordPress-Plugin katex bietet. Aber mich bringt das alles schon sehr viel weiter, jedenfalls habe ich bisher jedes Bild in meinen Matheabiturartikeln so ersetzen können.

    Und wenn ich für das Frühjahr 26 die entsprechenden Artikel über die MSA und ESA Prüfungen schreibe, werde ich gleich von Anfang an meine Formeln und Gleichungen so einfügen.

    Falls du diesen Sonderblock in deinem WordPress bisher auch vermisst hast oder eine Person kennst, die über Mathe bloggt, würde ich mich über einen Kommentar und ein Weiterteilen sehr freuen. Oder vielleicht einen Hinweis darauf, wie du stattdessen Terme und Gleichungen in WordPress schreibst.


    Falls dich das Thema generell interessiert, findest du auf meinem Blog noch mehr Artikel über Mathematik.

  • Story Challenge September 2025 – Cup and Saucer

    Story Challenge September 2025 – Cup and Saucer


    My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge September 2025. The prompt was „cup and saucer“ and the required word count was 1000.

    Picture by Ruth Archer auf Pixabay

    Team Theta Triangle

    Jenny wakes up in the afternoon for Team Theta’s big day. Currently they are in a bit of a rocky patch, but today they might just about pull together.

    She wrangles her red curls into a sleek bun, which she expects to unravel again soon. She checks herself in the mirror, hands on her hips, and wonders, again, why their uniforms have to be so tight-fitting. They certainly don’t do her body type any favours.

    Jenny leaves her quarters for the mess hall. The other two are already there, heads tilted closely together. With her slim build, Helen is a much better fit for the uniform. Also, she has long ago decided to keep her blond mane unrestrained, whatever the official procedures demand. So far, nobody has ever complained.

    Jenny and Helen have been friends for as long as both can remember. It’s Paul, who has been added only recently. Jenny has no idea what Helen sees in him and wishes she could switch teams. Unfortunately, that is not an option. Getting along is a main learning objective of their team exercises.

    “Hey Jenny,” Paul says, “good to see you! Helen and I have agreed that I should lead today. Fine with you?”

    Of course they have. Jenny nods, gets some food and sits down to eat. Helen leans over to bump shoulders with her.

    In between bites, Jenny asks if Helen and Paul have read the mission brief. Helen grins.

    “We are going to wing it. It’s a night shift, what do you expect to go wrong?”

    Oh, great. Jenny chews the rest of her meal in silence.

    The empty bridge looks bigger than they remember, now that it’s their responsibility. There’s the captain’s chair in the back and the stations for sensor screens and navigation control towards the ultraglass window. Jenny sits down quickly at the sensors so that she doesn’t have to watch Paul climb into his elevated seat.

    “Oh look, new consoles!” he comments, “When did that happen?”

    At this, Jenny does turn around and stares.

    “What’re you talking about? The design changed ages ago! Are we really sure about our task assignments?”

    Helen giggles.

    “Ah, Jen! That’s the beauty of winging it! Chill out a little, will you? I spoke to Team Phi and they said the night shift is a breeze. We’ll just keep a steady course and be done in the morning.”

    Jenny finds it difficult to resist her friend’s enthusiasm and decides to hope for the best. During the first hour or so, nothing actually happens, except for the occasional ping requiring some minor velocity or heading corrections. At least the speed dial and the directional control units haven’t been part of the design change, so Helen manages fine.

    At the sight of a pink nebula, Paul jumps out of his seat and jogs to the front window.

    He jumps up and down for a bit before he orders Helen to change course for the nebula.

    “I’ve always wanted to see one from the inside! Can you believe our luck? And here I thought this exercise would be boring!”

    Jenny clears her throat.

    “Um, Paul? We’re supposed to reach Gerardi Station by noon tomorrow, and that nebula seems to require quite a detour.”

    Helen pokes Jenny from the side.

    “I wouldn’t mind a detour. Look, there is enough fuel, so we can just speed up a bit.”

    This is exactly why Jenny keeps dreaming of switching with someone from Phi. They seem nice and organised. Instead, she throws back her head and grunts.

    “Alright! Let’s visit the land of pink, why not!”

    The engine hums at the course correction, and soon they find themselves inside the nebula. It is made of chunkier bits than expected. Paul’s eyes widen when the knocking sound turns louder and louder.

    “Helen? Increase shields, stat!” he shouts.

    Unfortunately, the shield buttons have moved around a lot with the redesign, and now Helen looks as if she isn’t so convinced of the magic of ‘winging it’ anymore.

    Paul is at her side in a few short steps and starts pressing buttons, apparently at random.

    Jenny hears herself shout “Wait!”, but it’s too late.

    The ship makes a deep crunching sound, and under their feet they feel a heavy jolt.

    Paul mumbles, “Erm. That was…”

    To which Jenny replies, “Yup. It was.”

    If they fail to take countermeasures now, it is only a matter of time until they will see the rest of the ship float past them.

    Helen squeaks, “Do something! Reverse it! Why’d they have to remodel everything?”

    Jenny watches Paul and Helen stab at the console as if in slow motion. She wonders who came up with the designations for parts of spaceships. And also what good a saucer can be without a cup.

    Of course, all the fumbling with the navigational buttons only leads to more chaos and more beeping. The sensor array is close to overloading, and the bridge’s nice dark mood lighting has been replaced with red flashing.

    Again, great.

    Jenny closes her eyes, filters through her memory of the new button layout and stands up to push the other two aside. In a rush, she tries to undo the contradictory commands Paul and Helen have entered. The curls falling into her eyes just add to her frustration but things manage to do downhill even more.

    Crack!

    Three pairs of eyes land on the window to watch a spiderweb of thin white lines spread across it. They only have a few seconds to look at each other before the ultraglass breaks and opens to the vacuum outside. Helen breaks into tears as Jenny feels her face turning grim.

    “End simulation! Team Theta, you failed your mission! Please see me tomorrow at zero eight hundred hours to discuss your repeat date!”

    The lights switch on and reveal the simulation chamber. Next to a deflated Paul, two friends look at each other and wordlessly agree to cut back on winging it for the foreseeable future.



    Like my contribution to the story challenge September 2025? On my blog you can find and read more of my stories!

    Fediverse-Reaktionen
  • Story Challenge August 2025 – What Does It Mean?

    Story Challenge August 2025 – What Does It Mean?


    My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge August 2025. The prompt was „What does it mean?“ and the required word count was 1500.

    Picture by Dmitrijs Bojarovs auf Pixabay

    Watching Over Them

    It had been surprisingly easy to become the village’s wise woman. Selina had mostly had to wait for her hair to turn greyish and to have an opinion on everything. She had admired the wise woman before her, who always knew what to do and how to guide the community into doing the right thing.

    The cave came with the position, as did a steady stream of produce. Now and then she received some extra treats when another couple of parents had seen their offspring happily married.

    There were markings at the back of the cave that even she could not translate. The one who had lived here before her had told her about all the images drawn on the walls over the ages. They were stories about the sowing and the harvest, about births and deaths, about change and tradition and eternity.

    It was a mostly solitary life, but this plateau up the hill offered an amazing view over the valley, the cave was dry and cosy, and she had everything she needed. And she also enjoyed having people come up here every other day to ask her for guidance.

    For a while it seemed as if this particular morning was going to be quiet. Selina was treated to almost an hour of sipping tea at her fireplace and watching the sunrise before she heard the footsteps coming up towards her.

    Part of them sounded like Wulf, much to her surprise. He had been to see her just yesterday, most likely not because he wanted to. His mother would have to have him receive the same advice a few more times until he would be able to convince one of the village girls that he was good company.

    The other person turned out to be Frack, the other major influence on Wulf. It was surprising the two of them were friends. Wulf was short and chubby, Frack tall and muscular. But at the moment they looked very much alike, their faces bright red, maybe not just from the hurried climb.

    ‘You have to come down to the village! The harvest is in danger, and we need you to sort it out! They’ll listen to you!’ Frack shouted.

    ‘What exactly is the matter?’ Selina asked, but the boys had already turned around and started their journey back downhill, beckoning her to follow.

    Selina stared after them for a moment, then got her staff from the cave. This had better be serious. The narrow path up and down the hill was rocky and overgrown with spiky shrubs. She made a mental note to have the young folk do some clearing work soon.

    The village itself was situated in a fertile valley and surrounded by old fruit trees usually heavy with apples and pears this time of year. It consisted of honey-coloured, thatched houses built in rings around the centre square. Around it was farmland that everyone worked on together, mostly in harmony. Today the place was not that peaceful, however.

    She found all the villagers in the centre square shouting over each other. There were also a few people she had not seen before. These new villagers stood to the side, their arms crossed and their faces stormy. Unlike the usual black, brown and grey, they had fiery red hair and fair, freckled faces.

    When the squabblers noticed Selina, they gradually calmed down enough for her to ask what was going on.

    One of the older women pointed towards the community wheat field and said,

    ‘Look for yourself! The grain is dying! What are we going to eat in the winter?’

    Selina eyed the field adjacent to the square and noticed that the wheat indeed looked very strange. There were dark brown patches all over; none of the stalks carried the usual lush ears of grain.

    ‘They did this!’ shouted someone from the back of the fold.

    Selina’s gaze travelled across the villagers. Some of them shrank away from her piercing grey eyes.

    ‘Who did what?’

    This time it was Frack who spoke up. He didn’t hide behind anyone.

    ‘The new ones. Look at them! They must have done something during sowing! This never happened before they came here.’

    Several villagers mumbled their agreement. Others looked at the ground and shuffled their feet.

    The voice from the back piped up again:

    ‘Do something! Tell them to leave!’

    Selina asked, ‘You want me to get rid of the newcomers for you? Really?’

    Everyone looked up at her and she saw was sea of hopeful faces. They had had someone to think for them for too long, and she knew what she had to do. She pointed at Frack, one of the old women and one of the strangers.

    ‘You three! With me!’

    She turned around and stormed back up the hill, at first grinning at how they quickly broke out into wheezes behind her. Then she shook her head and slowed down a bit.

    When they reached Selina’s plateau, she lit a torch at her fireplace.

    ‘Come with me,’ she said as she disappeared into the darkness.

    The others followed, ducking their heads. Soon she had found the first ancient drawing she wanted to show them. It was a stick figure holding a sack and throwing little bits to the ground.

    ‘See this villager? He brought the knowledge of farming. When he joined the community, they had food to store for the winter.’

    Selina showed them another image. It was of another figure sitting cross-legged between bowls, flasks and other materials.

    ‘Look at her! She had the gift of healing. After she arrived here, sickness was no longer the death sentence it used to be.’

    She looked at three frowns in front of her.

    ‘There’s more! See this one? They knew how to find water, even in the driest of summers. This didn’t just help the others quench their thirst. They made life more peaceful in doing so.’

    The third drawing she pointed at was of someone kneeling and touching their hands to the ground. Selina went on showing them different drawings from different time periods and explaining the gifts that each of those ancestors had brought to the community.

    Eventually they stood in front of a drawing that at first glance seemed abstract and purely geometrical in nature. A few upright parallel lines with curls rising from the tips. To the left of this pattern, there were irregular dark patches. To the right, there were circles filled with a brownish pigment. Selina trailed the ochre with her fingertips and smiled.

    ‘At last I understand what this means. It has happened before. And the ancient villager very obviously survived. So this is going to be my last piece of advice for you: Burn the field. Make sure you burn it all. For the winter, you will gather as many nuts as you can, like the ancients did in their days. Tell the others about what I showed you. If they want, take them up here and let them see for themselves. And then you have to decide on your own.’

    The old woman pulled at Selina’s cape and asked, ‘What do you mean, your last piece of advice?’

    Selina gave the woman a hug, smiling into the long white hair and patting her back.

    ‘I have made my decision. Now you will have to make yours.’

    The stranger had gone back to marvel at all the artful messages from the past. She touched one that looked like a portrait of her. The person in the image had strikingly red hair and looked as if she was waving at the viewer. She glanced back at Selina, who had picked up a dark piece of rock.

    Frack had placed his hands on his hips. He still wore his frown and huffed.

    ‘If you ask me, I’m not impressed. They still need to go.’

    Selina placed her free hand on his shoulder and spoke gently but firmly.

    ‘I am asking you. And then again, I am not just asking you. Tell the others what you saw. Tell them to burn the wheat and collect other food to store for the winter. Go back to the others, the three of you. Because now I will add my own message.’

    With that, Selina ushered the involuntary delegation towards the exit. She watched them disappear behind the brambles and drew a deep breath. Then she scraped the rock across the cave wall. She drew a woman with long grey hair, a cape and a staff. The woman in the drawing walked out of the cave towards a group of trees and little houses.

    She stood back to appreciate her artwork. Then she nodded and took her staff and her bundle. She poured the cold tea on the fire, threw a last look back into her cave and finally left for the path down the hill.

    In the end it was surprisingly easy sacrificing the position of the wise woman in order for the village to have a future.



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  • Bar oder mit Karte? Wie ich meistens zahle

    Bar oder mit Karte? Wie ich meistens zahle

    Und wieder haben Jürgen und Erik Fragen. Die September-Blogparade #relevant dreht sich aktuell um Zahlungsmethoden und ich habe mal gedanklich Bilanz gezogen, bei welchen Gelegenheiten und aus welchen Gründen ich bar oder mit Karte bezahle. Oder eventuell noch anders.

    Bar

    Ich habe insgesamt ein eher loses Verhältnis zu Geld. Immer schon gehabt. Als Kind habe ich Geldscheine in Geburtstagskarten vergessen, die dann erst beim Aufräumen heraus fielen. Weil ich kein Portemonnaie besitze, stecke ich Münzen entweder in meine Hosentasche, meinen Stoffbeutel oder im besten Fall in ein Rucksackfach. Wobei Frauenhosen oft keine oder lächerlich kleine Taschen haben, aber das ist noch ein extra Thema. Zuhause steht bei uns auf der Kommode im Flur einen Keramikübertopf, damit ich zwischenzeitlich meine Hosentaschen dort hinein entleeren kann.

    Bargeld hat bei mir Gezeiten. Manchmal habe ich viele Münzen dabei, und dann rechne ich rechtzeitig vorher den Betrag aus und bezahle möglichst genau. Mich stören persönlich zwar die Leute nicht, die an der Kasse erstmal ihren ganzen Kupfervorrat ausschütten. Aber ich selbst möchte gar nicht so viel Zeit in meinem eigenen Zahlvorgang verbringen.

    Die Mutter einer ehemaligen Schülerin hat jede Stunde bar bezahlt. Zu der Zeit hatte ich immer einen kleinen Stapel kleiner Scheine. Diese habe ich dann auch gerne direkt beim Bäcker wieder eingesetzt. Mit großen Scheinen, wie Geldautomaten sie oft ausspucken, zahle ich eher ungerne, ich habe dann das Gefühl, dass da jemand für mich die letzten Reste Wechselgeld rausrücken muss.

    Und damit komme ich zu einem ganz praktischen Problem: Halstenbek hat eine Population von ungefähr 18000 Menschen, ist also nicht gerade ein Dorf. Trotzdem gibt es hier kaum Geldautomaten. Bei der Sparkasse müsste ich extra Gebühren zahlen. Ansonsten kann ich beim EDEKA an der Kasse abheben. Wenn der geöffnet hat und ab einem Kaufwert von 10€. Die örtliche Tankstelle hat ihren Geldausgabeservice eingestellt. Das betrifft ja nicht nur mich und in ländlichen Regionen dürfte es nicht besser sein. So wird das Zahlen in bar schwierig. Und so ist sehr oft wieder Ebbe in meinen Bargeldvorräten.

    Mit Karte

    Als ich um die Jahrtausendwende in England lebte, hatte ich eine Debit Card. Mit der konnte ich fast überall alles bezahlen, auch kleinste Beträge. An diese Bequemlichkeit habe ich mich schnell gewöhnt. Es gab auch zum NatWest-Konto einen kleinen Abreißblock mit Papierschecks dazu, den habe ich aber so gut wie gar nicht genutzt.

    Wieder zurück in Deutschland mussten wir uns 2002 ganz schön umstellen. Es ist ja heute noch so, dass hierzulande manche Restaurants zum Beispiel gar keine Karten akzeptieren. Oder dass ein Mindestbetrag erreicht sein muss. Und ich kann das gut verstehen, die Unternehmen haben ja auch zusätzliche Kosten und technischen Aufwand bei der Kartenzahlung.

    Trotzdem zahle ich immer noch häufig und gerne mit meiner Girokarte, die bei mir innerlich immer noch unter „EC-Karte“ läuft. Es ist für mich einfach immer noch bequem. Das ist der Punkt, an dem wir Menschen leicht abholbar sind. Und über den wir öfter mal nachdenken müssen: Was ist der Preis für den geringeren Aufwand?

    Denn mit jedem Kartenzahlvorgang hinterlassen wir eine digitale Spur im System. Und wer liest sich schon die Datenschutzerklärung von Geschäften durch und weiß genau, wie sie ihre Abrechnungen auswerten?

    Zu meinem Konto gehört auch eine Kreditkarte, die ich so gut wie gar nicht nutze. Ich sehe darin keinen Sinn, weil ich ja genauso meine Girokarte ziehen kann. Es ist überhaupt problematisch, wenn einige Dinge nur mit Kreditkarte möglich sind. Denn aufgrund ihrer Lebenssituation haben manche Menschen nicht einmal ein eigenes Konto.

    Ich lese bei der Gelegenheit, dass 2025 das Obdachlosenmagazin Hinz & Kunzt jetzt auch mit Karte gekauft werden kann. Sogar per Smartphone, moderne Zeiten.

    Anders

    Ich bestelle online immer mal wieder auf Rechnung. Und zwar auch, weil ich meistens keine Lust habe, meine Kreditkartennummer rauszukramen. Bei meinem jährlichen Wackenticket ist das auch schöne Tradition. Erstmal sichern, später zahlen, wenn das Adrenalin wieder abgebaut ist.

    Auf dem Festival an sich bekommen dann alle mit dem Wacken-Bändchen einen Chip, der für alle Kassen auf dem Gelände funktioniert. Seitdem müssen die Personen hinter den Tresen sehen, wie sie an ihr Trinkgeld kommen. Das hat vor der Chipeinführung sicher einen großen Teil ihres Einkommens während des WOAs ausgemacht. Jetzt fragen sie manchmal, ob sie Trinkgeld dazu buchen dürfen.

    Mit dem Smartphone zahle ich bisher noch gar nicht. Auch das ist so eine Entwicklung, die viele alte oder finanziell schlechter gestellte Menschen nicht mitnimmt. Oder einfach auch nur die, die auf ihre Daten achten oder sich kein Smartphone zulegen wollen. Das ist ja eine legitime Lebenseinstellung, die bei der zunehmenden Digitalisierung der Zahlungvorgänge nicht respektiert wird.

    Fazit Bar oder mit Karte

    Ob wir bar oder mit Karte zahlen ist einerseits eine Frage der persönlichen Bequemlichkeit. Oder einfach der eigenen Vorlieben. Andererseits sollten wir nicht vergessen, dass digitale Zahlungen unsere Daten im System verteilen. Und dass wir darüber dann nur noch begrenzt Kontrolle haben.

    Die Entwicklung scheint in Richtung mehr Digitalisierung zu gehen. Die Zahl der Geldautomaten nimmt ab und damit die Versorgung der Bevölkerung mit einem einfachen Zugang zu Bargeld. Wobei ja selbst für diese Automaten eine Karte notwendig ist. Und wer kein Smartphone hat oder möchte, könnte irgendwann von großen Teilen der Zahlungsprozesse ausgeschlossen sein. Ob wir das wirklich wollen, sollten wir rechtzeitig disktuieren.

    Wie zahlst du?

    Wie sieht es bei dir mit der Frage „bar oder mit Karte“ aus? Siegt bei dir die Bequemlichkeit oder der Datenschutz? Oder hast du noch eine ganz andere Sicht auf dieses Thema?

    Fediverse-Reaktionen
  • Bloggerschnack September 25: Meine WordPress-Plugins

    Bloggerschnack September 25: Meine WordPress-Plugins

    Beim Bloghexenforum gibt es die Kategorie Bloggerschnack. Da wird jeden Monat ein neues Thema in den Raum geworfen und alle, die es inspiriert, bloggen darüber. Bisher lagen mir die Themen nicht genug, um sich in meinem Entwürfeordner nach oben zu mogeln. Das Thema Plugins fand ich allerdings interessant. Bei mir sind das die WordPress-Plugins, die mein Bloggerinnenleben mal leichter gemacht haben und mal nicht.

    Ich habe mich dermaßen an die Twenty-Twenty-Reihe gewöhnt, dass schon viel passieren muss, bevor ich mir ein anderes Theme installiere. Manche Dinge kann aber das Defaulttheme nicht und an den Stellen traten die Plugins auf den Plan.

    Altbewährt

    UpdraftPlus

    Wir kennen das sicher alle. Die Sorge davor, aus welchen Gründen auch immer unsere heiligen Daten zu verlieren. Weil ich erstens darauf überhaupt keine Lust habe und mich zu Anfang besonders brav an Tutorials gehalten habe, war das Plugin UpdraftPlus vom ersten Tag an dabei. Auch wenn ich in der Zwischenzeit nie auf diese konservierten Daten zurück greifen musste: Haben ist besser als brauchen.

    Vermutlich haben die meisten von euch dieses Plugin auch installiert. Die Bedienung ist so einfach wie zuverlässig: Du kannst deine Inhalte manuell sichern, wenn dir danach ist, oder automatisiert in regelmäßigen Abständen deiner Wahl. Die Daten werden dann zusammengepackt und auf dem Ziel deiner Wahl abgelegt.

    ToTop

    Ich finde langes Scrollen selbst nervig. Daher habe ich mir mit To Top einen schwebenden Pfeil auf meine Seite gesetzt. Dahinter steckt hauptsächlich meine eigene Bequemlichkeit und ich hoffe, dass meine Leser:innen den Button bei meinen manchmal ausschweifend langen Beiträgen zu schätzen wissen. Manche WordPress-Plugins lösen wirklich nur sehr kleine Probleme.

    Ausgedient

    Lightweight Akkordeon

    Als ich 2023 zu WordPress zurückkehrte, gab es meines Wissens keinen Block zum Texteinklappen. Daher habe ich mir Lightweight Akkordeon zugelegt und auch ziemlich häufig eingesetzt. Inzwischen hat ja der Gutenberg-Editor den Block „Details“ nachgerüstet. Mein mittelfristiger Plan ist, alle meine eingeklappten Texte darauf zu übertragen und dann Lightweight Akkordeon zu deinstallieren, denn die Liste von WordPress-Plugins so kurz wie möglich zu halten ist ja immer eine gute Idee.

    Das hier ist der Details-Block in Aktion:

    Hier klicken zum Ausklappen

    Taddah! Hier könnte dann eine epische Anleitung oder Erklärung für irgendetwas stehen, die fürs erste Überfliegen eines Blogbeitrages ohne Einklappen nur Platz wegnimmt.

    Du kannst diesen Block auch für Rätselfragen verwenden oder wenn du vor einem schwierigen Thema warnen willst.

    Slide Anything

    Das Plugin Slide Anything erstellt Karussells. Wie der Name andeutet, lässt sich damit im Prinzip alles in ein Karussell einbinden. Beim Schreiben dieses Beitrages ist mir leider aufgefallen, dass dieses Slide Anything „aus Sicherheitsgründen“ nicht mehr angeboten wird. Das ist natürlich ärgerlich. Umso besser, dass ich durch den Bloggerschnack mal zum Aufräumen bei meinen WordPress-Plugins angeregt wurde.

    Ich überlege immer noch, mal ein Mathequiz zu erstellen. Da gibt es eine unfassbare Anzahl an Plugins, die aus meiner Sicht aber alle entweder für meine Zwecke ungeeignet oder unästhetisch sind oder beides. Daher hatte ich zwischenzeitlich geplant, meine Fragen und Antworten einfach mit Slide Anything zu veröffentlichen, da es ja schon vorhanden und in Gebrauch ist. Gut, dass ich mir den Aufwand gespart habe. Jetzt muss erstmal ein anderes Slider-Plugin her und dann sehe ich weiter.

    Neu installiert

    ActivityPub

    Ich gehöre zu den begeisterten Nutzer:innen dieser Möglichkeit, den eigenen Blog direkt im Fediverse zu föderieren. „Neu“ ist hier vielleicht etwas breit gefasst, immerhin ging mein erster Artikel damit am 29. April raus. Aber es fühl sich noch erfrischend neu an.

    Besonders nach meinem Ausstieg aus Meta freut mich diese Möglichkeit, Blogartikel weiterhin in einem sozialen Medium teilen zu können und das sogar automatisiert. Hinter dem Plugin ActivityPub steckt sehr viel Motivation und Bewegung.

    Aktuell ist es möglich, den Blog mit dem Fediverse zu verbinden. So können mir Menschen dort folgen und alle Kommentare, Boosts und Likes unter Posts im Fediverse erscheinen hier in meinem Blog direkt unter dem Artikel. Ich kann auch anderen folgen, aber daraus ergibt sich technisch kein direkter Nutzen, das ist mehr pro forma. Es muss sich vielleicht noch einiges zurecht ruckeln, aber im Groben bin ich beeindruckt.

    Und so erscheint mein Blog aus der Sicht von Mastodon aus. Es gibt sogar einen Folge-Mir-Button-Block, der leider bisher meinem Vogel noch den Schnabel kürzt.

    Angela Carstensen
    Angela Carstensen
    @blogangela@angela-carstensen.de

    Hier erscheinen meine Blogposts automatisiert. Bitte beachte: Antworten auf Beiträge hier erscheinen nach Freigabe auch direkt in meinem Blog als Kommentar.

    BiBesch: Das Profilbild zeigt einen türkisen Cartoonvogel, das Headerbild die Krokusblüte in Husum, ein Meer von violetten Blüten in einer Parkanlage.

    #Selbstfürsorge

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    Katex

    Im Zusammenhang mit dem Mathequiz realisierte ich, dass WordPress keinen Matheformeleditor anbietet. Dafür gibt es eine Reihe von Latex– und MathJax-WordPress-Plugins. Woran auch immer es gelegen hat: Ich habe einige davon durchprobiert und keins hat bei mir sinnstiftend funktioniert, oder ich hätte meine Seite dauerhaft mit einer anderen Quelle verbinden müssen, was ich aus Datenschutzgründen nervig gefunden hätte.

    Katex habe ich mir gerade vor kurzem erst installiert. Und ich bin schon ganz verliebt. Diese Matrix ersetzt jetzt in einem meiner Abiturartikel ein Bild. Wenn ich alle Formeln so ausgetauscht habe, werden sie zum Beispiel immer mitgenommen, wenn ich zentral die Schriftfarbe ändere.

    \begin{pmatrix}
       \frac{1}{2}\cdot2^{k}\cdot a^{k} & \frac{1}{2}\cdot2^{k}\cdot a^{k} &0 \\\\
       \frac{1}{2}\cdot2^{k}\cdot a^{k} & \frac{1}{2}\cdot2^{k}\cdot a^{k} &0\\\\
       1-2^{k}\cdot a^{k} & 1-2^{k}\cdot a^{k} & 1
    \end{pmatrix}

    Und so bin ich auch meinem Quiz wieder einen Schritt näher.

    Wie sieht es bei deinen WordPress-Plugins aus?

    Ich habe jetzt nicht gleich fünf Lieblingsplugins aufgelistet, wie eigentlich gefragt. Dafür hoffe ich aber, dass dies hier ein repräsentativer Einblick in meine persönliche Plugin-Auswahl ist.

    Was ich wohl noch demnächst mal suchen werde, sind gute Plugins für mehr Barrierefreiheit. Denn ich möchte meine Seite so barrierearm wie möglich gestalten, aber nicht selbst die hinterletzten Ecken an Code selbst durchkämmen müssen.

    Welche Plugins sind für dich hilfreich oder empfehlenswert?

    Gibt es auch bei dir welche darunter, die du wieder abschaffen musstest oder willst?

    Und gibt es noch etwas, wofür du dir ein passendes Plugin wünschst?

  • Meal Prep – der Liebesbrief an mein zukünftiges Ich

    Meal Prep – der Liebesbrief an mein zukünftiges Ich

    Viel Gemüse bei wenig Löffeln

    Meal Prep ist als Konzept nicht neu. Es spart Zeit und Energie, und wenn es gut geplant ist, fällt auch weniger Abfall durch schlecht werdende Lebensmittel an. Für mich bedeutet diese Kochmethode allerdings noch mehr und ich bin sehr zufrieden damit, dass ich sie mir inzwischen so zuverlässig angewöhnt habe.

    Wie ich früher gekocht habe

    Vor 2020 habe ich im Normallfall jeden Mittag alleine gegessen. Jetzt ist mein Mann drei Tage die Woche außer Haus im Büro, das sind für mich also immer noch drei Mittagessen als Einzelperson.

    Ich weiß ja nicht, wie es dir geht. Aber früher habe ich oft den Vormittag vor mich hin gewerkelt und „plötzlich“ war es zwölf Uhr. Wenn ich mich in eine Aufgabe versenke, vergesse ich oft die Zeit um mich herum. Außerdem habe ich das Kochen in anderen Fällen oft bewusst vor mir hergeschoben. Und dann lief es oft auf etwas heraus, was schnell geht, gerne Nudeln. Denn am Nachmittag habe ich fest stehende Nachhilfetermine, da war irgendwann keine Zeit mehr nach hinten heraus.

    Bei mir muss es wirklich nicht low-carb sein. Aber auf Nudelbasis bin ich nicht auf meine Vitamine und Mineralien gekommen. Das hat mich frustriert, gleichzeitig hatte ich keine vernünftige Strategie. Von Tag zu Tag habe ich mir vorgenommen, sinnvoller zu planen und rechtzeitig das Werkeln zu unterbrechen. Und von Tag zu Tag wurde aus diesen Plänen herzlich wenig.

    Mit dem post-Covid kam dazu, dass ich jetzt noch weniger Energie habe. Das drücken viele, denen es ähnlich geht, in Löffeln aus. Diese stehen für die individuelle Energiemenge, mit wir alle morgens aufwachen. Jede Aktivität senkt den Energiepegel um eine bestimmte Zahl von Löffeln. Manchmal sind schon Mittags bei mir nur noch wenige Löffel übrig. Und die möchte ich mir für die Nachhilfe aufsparen. Alleine die Entscheidung, was es geben soll, war manchmal zu viel Aufwand für mich.

    Der Gesunde Teller

    Es gibt verschiedene Varianten an Ernährungsempfehlungen. Neben der DGE-Pyramide ist es bei anderen Organisationen ein Teller. Als ich mich mit Dr. Gregers „Daily Dozen“ beschäftigte, habe ich zum ersten Mal realisiert, wie einfach das Teller-Prinzip ist.

    Dr. Greger ist Ernährungswissenschaftler, der eine Checkliste mit zwölf Punkten entwickelt hat. Sie deckt alle wichtigen Makro- und Mikronährstoffe ab. An diese Liste halte ich mich nicht konsequent, auch wenn ich Folgendes auf dem Schirm habe:

    • Reichlich Wasser
    • Reichlich Gemüse, am besten Kohl in allen Variationen
    • Hülsenfrüchte
    • Getreide, möglichst unverarbeitet
    • Leinsamen
    • Nüsse
    • Reichlich Wasser

    Begriffe wie „Portion“ fand ich allerdings nicht hilfreich. Außerdem esse ich gar nicht so gerne Obst, das fällt mir mir aus dem täglichen Dutzend schon mal raus und muss dann eben durch mehr Gemüse ersetzt werden. Mir fehlte zunächst noch eine anschauliche Daumenregel für den Alltag. Genau die liefert der besagte „Gesunde Teller“, auch als „Harvard Plate“ bekannt.

    Und so sieht das Ganze aus: 50% Gemüse, 25% Vollkornprodukte für komplexe Kohlenhydrate, 25% Hülsenfrüchte für das Protein.

    Dabei geht es natürlich nicht um die rechten Winkel auf dem Teller, sondern die Proportionen. Trotzdem ist dieses Konzept etwas, das gut in mein Gehirn hinein passt und auch mit meinem inneren Team harmoniert.

    Meine Vorgehensweise: So mache ich heute Meal Prep

    Seit einigen Monaten benutze ich die App Habitica. Eine sich wiederholende Aufgabe ist bei mir jetzt das Meal Prep an jedem Sonntag. Am Samstag kaufe ich dafür einfach viel Gemüse ein, je nachdem, was die Saison gerade regional hergibt und worauf ich Lust habe. Vom Schwerpunkt her ist tatsächlich viel Kohl dabei.

    Am Sonntag nehme ich mir ein Schneidebrett und ein großes Messer. Und dann wird in einem Rutsch das Gemüse geschält, geputzt und geschnitten. Ich tendiere zu Gemüsesorten, die wenig geschält und geputzt werden müssen, um Löffel zu sparen.

    Diese Riesenportion Gemüse kommt dann in meinen Dämpftopf. Theoretisch könnte ich auch einen anderen Topf nehmen, aber ich finde es sehr entspannend, dass ich so nicht besonders aufpassen oder zwischendurch umrühren muss, damit nichts anbrennt.

    Die meisten Gemüsesorten sind herrlich unkompliziert. Sie verzeihen eine längere oder kürzere Kochdauer, daher koche ich sie alle in einem Behälter. Wenn das Wasser kocht, stelle ich den Timer auf 15 bis 20 Minuten und entspanne mich.

    Das abgekühlte Gemüse verteile ich auf vier Glasbehälter mit Deckel. Aktuell lasse ich tatsächlich die Getreidekomponente aus, um Kalorien zu sparen. Ansonsten koche ich im einem zweiten Topf zum Beispiel Hirse, Reis, oder Hafer. Das Getreide kommt dann im Verhältnis 1:2 zum Gemüse in die Glasbehälter.

    Und schon habe ich vier Liebesbriefe an die zukünftige Angela im Kühlschrank stehen. Über die kommenden vier Tage kann ich mittags einfach eine Glasbox heraus ziehen und habe in wenigen Minuten mit geringstem Aufwand ein gesundes Mittagessen.

    Wie wirkt sich das Meal Prep auf meinen Alltag aus?

    An vier Tagen die Woche muss ich meinem Meal Prep nur noch Protein und eine Sauce zufügen. Manchmal nehme ich dafür Kichererbsen, oft auch gewürfelten Tofu. Alles zusammen kommt dann auf einen Teller und in die Mikrowelle. Die Sauce macht die Abwechslung, da verwende ich gerne ungesüßten Sojajoghurt oder Tahinisauce, plus etwas Leinöl für das Daily Dozen.

    Diese Art mich zu ernähren bringt mir mehrere Vorteile. Erstens bin ich dadurch ziemlich gut mit Nährstoffen versorgt, ohne groß darüber nachzudenken. Und gesund zu essen tut auch der Psyche gut. Zweitens muss ich nur einmal die Woche schnippeln und mir Gedanken um den Biomüll machen. Das spart dafür an vier Tagen die Woche erstaunlich viele Löffel ein.

    Nebenbei erspare ich mir auch sehr viel Selbstkritik. Der Habittracker Habitica hat mir sehr dabei geholfen, das Ganze als Routine zu etablieren. Denn nebenbei gibt es jeden Sonntag noch digitales Konfetti und die Chance auf ein neues Schwert oder Futter für meinen Habiticazoo, wenn ich den Tagesordnungpunkt „Meal Prep“ abhake.

    Alles in allem eine drastische Steigerung an Lebensqualität und Wohlbefinden bei überschaubarem Aufwand. Wenn das nicht Selbstfürsorge in Aktion ist, weiß ich auch nicht mehr.

    Wie kochst du im Alltag?

    Achtest du auf einen ausreichenden Gemüseanteil in deinen Mahlzeiten?

    Betreibst du auch Meal Prep? Wenn ja, wie gehst du dabei vor?

    Wenn nein, würde es dir auch helfen, nicht jeden Tag Entscheidungen treffen und dann entsprechend Lebensmittel zubereiten zu müssen?


    Hat dir dieser Beitrag gefallen? Hier findest du mehr meiner Artikel zum Thema Selbstfürsorge.

  • PL im Mathe-Abi – Sollte ich das machen?

    PL im Mathe-Abi – Sollte ich das machen?

    Jetzt geht auch in Hamburg und Schleswig-Holstein das neue Schuljahr los. Und das ist eine gute Zeit für Abiturient:innen, um zu planen. Vor allem in der Frage, ob sie eine PL im Mathe-Abi halten sollten oder nicht.

    Weil ich inzwischen in meinen mehr als zehn Jahren Mathenachhilfe eine Menge unterschiedlicher Geschichten mitbekommen habe, teile ich in diesem Artikel meine Sicht auf das Thema. Und ich hoffe, dass er möglichst vielen Menschen hilft, eine für sie passende Wahl zu treffen.

    Was ist eine PL?

    Die Frage beschäftigt viele meiner Schüler:innen: Sollte ich eine Präsentationsleistung wählen? Zumindest in Hamburg und Schleswig-Holstein gibt es für die mündliche Prüfung diese Option neben der sogenannten „klassischen“ Variante.

    Bei der klassischen Prüfung bekommst du deine Aufgaben am Prüfungstag. Nach dreißig Minuten Vorbereitung wirst du dann zwanzig Minuten lang befragt. Es geht nicht darum, dass du alles perfekt beantwortet haben sollst, sondern um ein Gespräch über die Strategien und Zusammenhänge.

    Für die PL bekommst du die Aufgaben ein paar Wochen früher. Sie sind deutlich offener formuliert, damit du darauf aufbauend eine Präsentation gestalten kannst. Am Prüfungstag hältst du zuerst deinen Vortrag, im Anschluss werden dir dazu und darüber hinaus Fragen gestellt. Auch hier ist das Ziel, dass du zeigst, dass du in der Oberstufe aufgepasst und dir mathematisch plausible Gedanken gemacht hast,

    In beiden Fällen kommen aus Stochastik, Vektorrechnung und Analysis zwei Bereiche dran. Dabei sollst du keine kleinteiligen Berechnungen vortragen, sondern eher begründen, warum du diesen oder jenen Lösungsweg gewählt hast. Und was das Ergebnis im Sachzusammenhang bedeutet.

    Warum ist die Präsentationsleistung im Abi so beliebt?

    Viele meiner Schüler:innen machen nicht freiwillig Mathe im Abi. Bei den meisten hängt es am Profil oder sie möchten die Prüfung in einem Fach vermeiden, das sie noch weniger mögen als Mathematik. Ich habe in einem früheren Artikel erklärt, warum Mathe so unpopulär ist.

    Dies sind die Gründe, die für eine PL im Mathe-Abi sprechen:

    • Du hast für den Einstieg in die Prüfung schon ein solides Fundament vorbereitet.
    • Du kannst in aller Ruhe und in deinem Tempo recherchieren und Ideen sammeln.
    • Viele der Fragen beziehen sich auf das, was du vorher (im Idealfall) gründlich vorbereitet hast.
    • Die Gefahr eines Blackouts scheint deutlich geringer.

    Wenn die Matheprüfung angstbesetzt ist, wirkt die PL wie eine Art Rettungsring. Außerdem scheint er vielen eine bessere Note zu versprechen.

    Was vorher nicht klar ist

    Eine PL im Mathe-Abi kann überraschend deprimierend enden. In den letzten Jahren habe ich bei vielen Schüler:innen beobachtet, dass sie nach wochenlanger Vorbereitung und mit wirklich präsentablen Folien am Ende bei 0 bis 3 Punkten gelandet sind. Da stehen Aufwand und Ergebnis in einem traurigen Verhältnis.

    Hier die Nachteile, die in der Natur der PL liegen:

    • Die Aufgaben für Präsentationsleistungen sind generell fachlich anspruchsvoller.
    • Auch die Anschlussfragen haben im Allgemeinen ein deutlich höheres Niveau.
    • Es ist nicht garantiert, dass du mit deiner Bearbeitung richtig liegst. Dann hältst du eventuell einen Vortrag, der deine Note von vorneherein runterzieht.
    • Es ist schwierig einzuschätzen, welche Erwartungshaltung der Lehrkraft hinter der Aufgabe steckt. Sie dürfen dir dabei auch nicht helfen.
    • Im Schulalltag wird meistens nicht gründlich genug trainiert, Vorträge zu halten. Daher enden viele PLs ohne roten Faden und mit Folien voller überflüssiger Rechenschritte.
    • Wer den Vortrag nicht ausreichend vor Publikum übt, fällt am Prüfungstag oft auf die Nase. Und ausreichend bedeutet: So oft, bis das Sprechen nicht mehr stockt. Lieber einmal mehr, als einmal zu wenig.
    • Genauso ist es ein Problem, sich nicht schon vorher zu überlegen, welche Fragen gestellt werden könnten.

    Der Unterschied im Anspruch zwischen PL und klassisch wird oft unterschätzt. Es ist keine gute Idee zu glauben, mit der Vorbereitung sei die Prüfung so gut wie erledigt.

    Ich habe auch Schüler:innen erlebt, die in einer PL sehr erfolgreich waren. Deren Noten waren aber meistens auch vorher schon gut bis sehr gut und ihre größte Schwierigkeit war nicht die Mathematik, sondern höchstens die normale Prüfungsnervosität.

    Die PL im Mathe-Abi aus meiner Sicht

    Auch Lehrkräfte sind Menschen

    Neben den grundsätzlichen Haken an der PL gibt es auch Schwierigkeiten im menschlichen Bereich. Damit will ich nicht sagen, dass dir irgendjemand persönlich bewusst schaden will. Allerdings habe ich mit den Jahren ein paar Eindrücke gesammelt, die für deine Entscheidung wichtig sind.

    • Viele Lehrkräfte sind nicht begeistert, wenn jemand sich für eine PL entscheidet. (Das gilt auch in anderen Fächern.) Sie sind auch nur Menschen und dann im Voraus bei aller Professionalität negativ vorgestimmt.
    • Du unterschreibst zwar, dass du die Präsentation ohne Hilfen erstellt hast. Allerdings ist das kaum zu 100% nachprüfbar, gerade in Zeiten von ChatGPT. Bei Schüler:innen mit schwachen Vornoten schwingt immer der Verdacht mit, dass die PL keine eigene Leistung ist.
    • Diejenigen, die wirklich ihre Präsentation nicht selbst erarbeitet haben, fallen im Fragenblock durch unangenehm große Wissenslücken auf. Und dann wird auch eine eventuell gute Präsentation nicht im Sinne des Prüflings gewertet.
    • In manchen Fällen ist die Aufgabe schwierig oder schwammig formuliert. Dann kämpfst du dich zwei Wochen lang damit ab und bist zum Prüfungstag eventuell total entmutigt. Also das Gegenteil von dem, was du erreichen wolltest.
    • In manchen Fällen wird die Aufgabe auf einem sehr niedrigen Niveau formuliert. Dann ist es kaum möglich, aus dem unteren Notenbereich heraus zu kommen.

    Eigentlich sollte allerdings der Notenrahmen vor der Prüfung nicht feststehen. In der bundesweiten Rechtsgrundlage heißt es:

    „Die Aufgabenstellung muss einen einfachen Einstieg erlauben und muss so angelegt sein, dass unter Beachtung
    der Anforderungsbereiche, die auf der Grundlage eines Erwartungshorizontes zugeordnet werden, grundsätzlich jede
    Note erreichbar
    ist.“

    Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18.10.2012 (PDF)

    Ein Beispiel aus meiner Praxis

    Eine Anekdote aus dem Abi-Durchgang 2025: Einer meiner Schüler hatte ein paar Monate früher schon einmal eine Präsentation gehalten, die eine KI für ihn geschrieben hatte. Der Lehrer konnte das nicht beweisen und war sehr verärgert. Im Anschluss meldete der Schüler eine PL im Mathe-Abi an. Er erhielt eine Aufgabe, die auf Oberstufenniveau praktisch unlösbar war.

    An der Stelle hätte der Schüler schon merken können, dass etwas schräg lief. Er hat mir dann erzählt, dass er auch diese Präsentation per ChatGPT gelöst hat. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Welches Ergebnis er damit erreicht hat, weiß ich nicht.

    Bei anderen Schüler:innen war allerdings im Nachhinein die Begründung für eine mangelhafte Note, dass die gewählten Funktionsbeispiele auf einem zu niedrigen Niveau waren. Dagegen lässt sich auch nur schwierig argumentieren.

    Der erwähnte Schüler ist natürlich ein Extrembeispiel. Allerdings hilft es, sich in die Lage der Lehrkräfte hinein zu versetzen. Sie können sich nicht sicher sein, dass die Aufgaben ohne Hilfe bearbeitet werden und haben obendrein mehr Aufwand mit PLs. Der steigende Einfluss von KIs ist noch eine zusätzliche Belastung der Situation.

    Deine Entscheidung zur PL im Mathe-Abi

    Was solltest du also für deine mündliche Matheprüfung wählen? Wichtig ist, dass du die von mir aufgelisteten Vor- und Nachteile einer PL gut abwägst.

    • Unterhalte dich mit Menschen, die im Jahrgang vor dir eine mündliche Prüfung auf Basis einer PL gehalten haben.
    • Unterhalte dich mit Menschen, die im Jahrgang vor dir eine klassische Prüfung gehalten haben.

    Solltest du dich für eine PL im Mathe-Abi entscheiden, kläre vorher diese Fragen:

    • Wenn dein:e Lehrer:in dir von einer PL abrät, frage genau nach den Gründen.
    • Kläre genau, welche Bereiche in deiner Prüfung vorkommen werden.
    • Kläre genau den zeitlichen Ablauf: Erteilung der Aufgabe, Einreichen des Exposés, Prüfungsdatum, Dauer des Vortrages, Dauer des Fragenblockes.
    • Kläre, wie viele Seiten minimal und maximal das Exposé haben soll und was dabei inhaltlich konkret von dir gefordert wird.
    • Lies die Prüfungsverordnung für dein Bundesland. Ich mag selbst Rechtstexte nicht sehr gerne und weiß, wie trocken die sind. Es lohnt sich trotzdem. Wenn du Nachfragen hast, wende dich an deine Lehrkräfte.

    Wie auch immer du dich entscheidest: Das Wichtigste ist eine gute Vorbereitung. Und damit meine ich nicht nur die Mathematik. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dich mental auf das Abitur vorzubereiten. Wie das aussieht, liegt bei dir persönlich. Ich habe in einem früheren Artikel über die Vorbereitung auf das Mathe-Abi gebloggt, dort findest du einige Ideen.

    Fazit: Triff eine wohlüberlegte Entscheidung

    Ich finde nach wie vor die Präsentationsleistung eine sinnvolle Option. Persönlich hätte ich mich wohl auch dafür entschieden, um mir Stress zu ersparen. Nur muss vorher klar sein, welche Erwartungen des Prüfungskomitees daran hängen. Auf keinen Fall solltest du davon ausgehen, dass du auf diese Weise automatisch leichter an eine gute Note kommst.

    Wenn du schon mit dem Abi fertig bist: Ob du eine PL im Mathe-Abi gehalten oder dich für die klassische Prüfung entschieden hast: Ich würde mich über deinen Erfahrungsbericht sehr freuen, um meine Schüler:innen noch besser beraten zu können.

    Und jetzt wünsche ich einen schönen und möglichst entspannten Start in das neue Schuljahr!

  • WMDEDGT im September 25 – Pomodoros für Pixelfutter

    WMDEDGT im September 25 – Pomodoros für Pixelfutter

    Die Aktion 12 von 12 ist schon reizvoll. Allerdings bekomme ich nicht jeden Zwölften eines Monats zwölf Bilder zusammen. Stattdessen mache ich jetzt bei „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ mit, einer Aktion von Frau Brüllen. Das gibt mir mehr Flexibilität und etwas zu sagen habe ich jeden Tag 😉 Im Juli habe ich das Format zum ersten Mal ausprobiert und im August prompt vertüdelt. Hier folgt stattdessen mein WMDEDGT im September 25.

    WMDEDGT im September 25

    Der Morgen

    Der Tag beginnt mit Overnight Oats und einer Tasse Kaffee. In meiner Habitica-App habe ich schon die ersten Dailies abgehakt, unter anderem habe ich meine Ingwerpflanze gegossen. Von der App profitieren also wir beide: Der Ingwer bekommt regelmäßig Wasser und ich bekomme Punkte und eventuell droppt das richtige Futter für meinen Habitica-Zoo.

    Zur Zeit bin ich Strohwitwerin. Deswegen frühstücke ich an meinem Schreibtisch und sehe derweil einpaar YouTube-Videos an, mache ein paar Lektionen in Duolingo und lese, was das Fediverse gestern alles zu #IchBinSoAlt zu sagen hatte. Ein Teil Schwarzweißfernseher- und Raider-Nostalgie und zum Glück auch Hinweise darauf, wessen Mutter noch den Vater darum bitten musste, einen Beruf ergreifen zu dürfen. Früher war nicht alles besser.

    Wo ich schon am Computer sitze, bezahle ich schnell noch eine Rechnung. Ich hatte mir auf eine Empfehlung hin den Band „Machttechnik Populismus“ von der bpb bestellt. Ganze 3 Euro wollen die dafür. Ich habe das Bedürfnis, aufzurunden und in den Verwendungszweck „Stimmt so“ reinzuschreiben.

    Meine Katze hat mal wieder schlechte Laune. Weil das Frühstück mal wieder unzumutbar ist und ich mal wieder irgendwie für Regen gesorgt habe. Das muss ich mir dringend abgewöhnen.

    Der Vormittag

    Bei den Lerncoaches ist Intensiv-Woche. Das ist immer die letzte Woche der Sommerferien und ich bereite diejenigen, die sich dafür angemeldet haben, fünf Tage lang auf das kommende Schuljahr vor. Das sind nicht unbedingt Schüler:innen aus meinen üblichen Gruppen, aber es ist nett, mal ein paar neue Gesichter kennen zu lernen.

    Sie waren dieses Jahr auch alle sehr kooperativ und teils echte Sonnenscheine. Obwohl ich die beiden armen Kinder heute mit Sachaufgaben zu quadratischen Funktionen traktiert habe. Immerhin habe ich ihnen nicht den zum Tafelbild passenden Rap vorgespielt. Während ich das hier schreibe, fängt der Ohrwurm schon wieder an.

    Heute bin ich um elf Uhr schon fertig und zu Fuß um halb zwölf wieder zu Hause. Der Sweet Dumpling sieht zwar wunderschön aus, aber mir fehlt der Schub, mir daraus etwas zu kochen. Mein Meal Prep reicht immer nur bis Donnerstag, also gibt es unphotogene Schnittchen zu Mittag.

    Der Nachmittag

    Seit ich mit Habitica meinen Tag organisiere, vergesse ich kaum noch etwas und erledige mehr. Dafür muss ich allerdings dann auch mehr erledigen. So nehme ich an einer Challenge teil, bei der ich jeden Tag irgendwo im Haus für Sauberkeit oder Ordnung sorge, wie klein auch immer die Aktion ist. Heute ist die Haustür dran, dann sieht sie zum Start der Saison wieder ein Weilchen adrett aus. Außerdem wische ich beim Katzenfutterplatz gründlich durch.

    Ansonsten habe ich jeden Tag drei Mini-Pomodoros eingetragen. Mini, weil mir die klassischen 25 Minuten zu lang sind. In Blöcken von 10 Minuten widme ich mich immer jeweils nur einer Aufgabe, bis der Timer klingelt. Auf diese Weise füge ich 20 Minuten lang konzentriert Alt-Texte für meine Blogbilder nach und informiere mich 10 Minuten lang über digitale Barrierefreiheit. Als Kleinstunternehmerin betrifft mich die neue Pflicht nicht und ich verkaufe auch mit meiner Webseite nichts. Sinnvoll ist das Thema ja trotzdem.

    Im Hintergrund läuft zur Motivation das Callejon-Konzert vom WOA 25. Und ein bisschen tue ich mir leid, dass ich aus Schlamm- und Wettergründen früher abgereist bin und den ganzen Samstag verpasst habe.

    Und dann mache ich mich auf den Weg nach Lentföhrden. Dort haben die Möllerbrüder eine vegane Solawi eingerichtet. Ab dem 1. September bin ich auch Mitglied. Ich hatte das schon lange vor, aber bisher gab es in meiner Region nur Solawis, bei denen ich Ziegenkäse oder Joghurt mit abnehmen musste. Zusätzlich besorge ich Kuchenzutaten für das Wochenende.

    Es gibt mehrere Depots. Dort liegt das Gemüse jeweils zur Abholung bereit. Alle wiegen sich selbst die Mengen laut Tabelle ab und geben noch ein bisschen Feedback. So hatte ich mir das vorgestellt!

    Der Abend

    Als ich von Einkaufen zurück komme, ist mein Mann auch schon wieder da. Dem Schrittzähler zuliebe, und auch um den schönen Abend bei frischer Luft zu genießen, gehen wir noch eine Runde spazieren. Ich soll mich ja auch bewegen, in der Hoffnung, dass dann die Kondition wieder zunimmt. Trotzdem bleiben die Walking-Stöcke im Schrank.

    So, und das war mein WMDEDGT September 25. Mal sehen, was der 5. Oktober so hergibt und ob ich mich dran erinnere, ihn zu verbloggen 😉

    Und wie war dein 5.09.2025?

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