Fast hätte ich es vergessen: Heute, am 23. November ist Wolfenoot. Diesen Feiertag hat vor einigen Jahren ein Siebenjähriger beschlossen. Er fand, dass Hunde und Wölfe es verdient haben, gefeiert zu werden, außerdem war er ein großer Anhänger von kleinen Geschenken und anderen freundlichen Gesten. Heute wurde ich auf Mastodon durch einen Post wieder daran erinnert. Und vielleicht findest du ja auf deinen Social Media unter dem Hashtag noch mehr Beiträge.
Mach deine Feiertage selbst
Im August drehte sich die relevant-Blogparade um genau diese Art von Feiertagen. Manchmal ergibt sich das Datum aus einem Geburtstag oder aus einer Zahlenfolge wie dem 14. März für Pi-Day. Manchmal, wie im Fall von Wolfenoot, hat jemand den Termin einfach so festgelegt.
Ich verfolge jedes Jahr mit großer Begeisterung den Jahreskreis. Der dreht sich in ziemlich gleichmäßigen Schritten durch die Jahreszeiten und astronomischen Eckpfeiler der Erdumlaufbahn. Gleichzeitig finde es es erfreulich, wenn Menschen sich ihre Anlässe zum Feiern einfach selbst festlegen. Niemand muss warten, bis die Nacht besonders kurz ist, um besinnlich zu sein.
Uns Menschen macht es aus, dass wir Dinge von uns aus mit Bedeutung erfüllen. Und wenn es dann noch ausdrücklich um Freundlichkeit geht, bin ich sofort dabei, selbst wenn ich gar keinen Hund habe, und für das Beitragsbild meine Schwester anschreiben musste. Auch da hat der Geist der Familie weiter geholfen und sie hat sich über die Gelegenheit gefreut, in ihrem elektronischen Album zu blättern.
Und wann ist Slogg?
Von Wolfenoot habe ich zum ersten Mal durch Mark Green gehört. Er ist Teil eines Podcasts, der allerdings aktuell gerade ruht. Mark fällt im Januar immer besonders die Decke auf den Kopf, wenn die gemütliche Weihnachtszeit schon vorbei ist, und der Januar sich so richtig schön kalt und grau hinzieht. Die Wiederkehr der Sonne wurde ausgiebig gefeiert, aber so richtig kommt sie eine ganze Weile nicht in Schwung.
Also hat Mark den Feiertag Slogg ausgerufen. Im „miserabelsten Monat des Jahres“ ist die Zeit, lustige Hüte aufzusetzen, warme Getränke zu trinken und sich mit lieben Menschen eine gute Zeit zu machen.
Das Bild ist tatsächlich aus dem Januar, unser Baum steht immer, bis es wirklich nicht mehr geht.
Offiziell findet Slogg am dritten Samstag im Januar statt. Allerdings ist dieser Feiertag ausdrücklich beweglich und kann begangen werden, wenn die Not am größten ist. Ich habe mehrfach eine meiner Wackenmützen aufgesetzt und zu Slogg Grüße in meinen Meta-Profilen verteilt. 2026 werde ich das wohl nur im Fediverse machen.
Im Podcast „The Wonder“ erzählte Mark Green also von Wolfenoot und ich freue mich gerade sehr, dass die unbekannte Person mich freundlicherweise im Fediverse daran erinnert hat. Und jetzt bin ich hier, um den Geist der Freundlichkeit mit dir zu teilen.
Wie sieht es bei dir aus?
Wann bräuchtest du einen Feiertag, einfach so, außer der Reihe? Was wäre für dich wert, es bewusst zu feiern?
Gibt es einen willkürlich festgelegten „Tag des/der XY“, der für dich Bedeutung hat?
Und falls du einen Hund hast, richte ganz liebe Grüße von mir aus!
Wer unter uns hat keine Probleme mit Mathe? Als Nachhilfelehrerin für unter anderen Mathematik ist mir das besonders bewusst. Dieses Fach erscheint der Mehrheit sehr kompliziert und es ist dadurch auch nicht gerade populär.
Der folgende Artikel dreht sich ausdrücklich um Schüler:innen, die keine Lernstörung wie Dyskalkulie oder ähnliche komplexere Schwierigkeiten haben. Ich biete Nachhilfe in mehreren Fächern an und trotzdem unterrichte ich fast nur Mathematik. Bei meinen Schüler:innen leidet die Leistung in Mathematik nicht an grundlegenden Lernschwächen und oft sind es nur sehr kleine Stellschrauben, die einen ganz neuen und leichteren Zugang zu diesem Fach ermöglichen.
Probleme mit Mathe kurzgefasst
Schwierigkeiten in Mathe liegen oft an Verunsicherung oder Glaubenssätzen.
Im Unterricht gibt es häufig zu viel Druck und zu wenig Zeit. Manchmal stimmt auch einfach die Wellenlänge zwischen Lehrkraft und Schüler:in nicht.
Es ist aber nie zu spät: Wir können Glaubenssätze hinterfragen und als Eltern und Lehrkräfte betroffenen Kindern und Jugendlichen wieder mehr Sicherheit vermitteln.
Was steckt oft hinter dem Problem mit Mathe?
Probleme beginnen oft früher
In einer Testung auf Bundesebene aus dem Jahr 2024 verfehlten vierunddreißig Prozent der Neuntklässler:innen die Mindeststandards für die Abschlussprüfung der zehnten Klasse in Mathematik. In der zehnten Klasse waren es noch vierundzwanzig Prozent, die diesen Mindeststandard nicht erreichten. Im internationalen Vergleich war das ziemlich enttäuschend.
Es fängt oft schon in der Grundschule an. Ein Teil der Kinder stürzt sich mit Wissensdurst in die Welt der Zahlen und Rechenzeichen. Viele können schon zählen und sind ganz unvoreingenommen stolz auf ihre Kompetenzen. Bei anderen kippt die Laune schnell in Richtung „Mathe ist nichts für mich“. Was ich unglaublich schade finde.
Imageprobleme und Glaubenssätze
Oft gilt Mathematik auch als uncool. Später in der Pubertät nimmt diese Einschätzung häufig noch zu, wenn Jugendliche ihre persönliche Identität entwickeln und viele von ihnen sich an denen orientieren, die selbstbewusst die Trends setzen. Und da steht Mathematik als Interesse eher selten auf den vordersten Plätzen.
Auf der anderen Seite ist dieses Fach ein Bestandteil der Prüfungen nach der neunten und zehnten Klasse. Cool oder nicht, hier kommt niemand an der Mathematik vorbei. Erst recht nicht in der Oberstufe, in der manches Abitur durch schlechte Noten in Mathe am seidenen Faden hängt. Der dadurch empfundene Zwang noch ist ein zusätzliches Problem.
Am Ende der Schullaufbahn ist dann für viele die anfängliche Begeisterung komplett verpufft. Das, wofür menschliche Gehirne meiner Ansicht nach unter anderem gemacht sind, scheint mysteriös und überflüssig.
Natürlich gibt es Kinder mit echten Lernstörungen wie zum Beispiel Dyskalkulie. Bei vielen meiner Schüler:innen beobachte ich allerdings, dass ihrem Verständnis der Mathematik eher Glaubenssätze und grundlegende Verunsicherungen im Wege stehen.
Was sind diese Glaubenssätze?
Glaubenssätze sind das, was wir über die Welt annehmen. Wir entwickeln sie aufgrund von Erfahrungen mit unserer Umwelt und festigen sie durch Wiederholungen. Neutral formuliert helfen sie uns, diese Erfahrungen zu erklären und einzuordnen. Manchmal blockieren diese Glaubenssätze allerdings auch unser Potential nachhaltig.
Probleme mit Mathe gehen bei Kindern und Jugendlichen ohne Lernstörungen zum Teil auf Annahmen wie diese zurück:
Jetzt habe ich schon so große Lücken, das hole ich eh nicht mehr auf.
Mein Lehrer sagt, ich kann Mathe nicht, der wird es ja wohl wissen.
Meine Eltern waren auch schlecht in Mathe.
Sachaufgaben verstehe ich nicht.
Wo findet die Verunsicherung statt?
Wer häufig genug an Arbeiten, Klausuren und Tests scheitert, zweifelt die eigenen Kompetenzen an. Und verliert auch die Motivation und Lernfreude.
Zu viel Druck, zu wenig Zeit
Es ist normal, dass Lernstoff immer komplizierter wird, je weiter wir vorankommen. Ich selbst bin an der Stelle auch oft frustriert und mein Interesse an neuen Hobbys lässt nach, sobald ich mich mehr bemühen muss, als ich möchte. Schulfächer können wir allerdings nicht so einfach loslassen. Besonders nicht die Mathematik.
In unserem Bildungssystem haben Lehrkräfte und Schüler:innen tendenziell zu viel Druck und zu wenig Zeit. Zum Beispiel lagen die Sommerferien 2025 in Schleswig-Holstein und Hamburg extrem spät. Das neue Schuljahr beginnt mit Zeitnot und Klausurenstress. Das sind keine idealen Bedingungen, um in Ruhe mathematische Konzepte zu erläutern und zu verstehen.
Und leider bauen viele dieser Konzepte aufeinander auf. So hast du sehr wahrscheinlich Probleme, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen, wenn du bei der Bruchrechnung ausgestiegen bist. Leider ist im normalen Schulalltag neben Stundenausfall, Lehrkräftemangel und diversen Extraaktivitäten oft nicht genug Raum, um grundlegende mathematische Strategien ausführlich genug zu vermitteln und zu festigen. Als ich noch Lehrerin im Schulbetrieb war, scheiterte mein guter Vorsatz, regelmäßig Kopfrechenübungen zu veranstalten, im hektischen Schulalltag.
Auch die klassischen Textaufgaben, die eigentlich unter allen Aufgabentypen unseren Alltag am meisten abbilden, bekommen meistens nicht genug Raum. Wenn sie daher ohne ausreichendes Strategietraining einfach nur vorgesetzt werden, verhärten sich auch hier Verunsicherungen und Abneigungen mit der Zeit. Sie kommen in Prüfungen und Arbeiten besonders oft vor, gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass sie am meisten Furcht und Schrecken erzeugen.
Die Pandemie hat zu den Kenntnislücken noch zusätzlich beigetragen. So berechtigt die meisten Maßnahmen auch im Rückblick waren: Die meisten meiner Schüler:innen haben bei der Online-Beschulung während der Lockdowns viele Grundbausteine verpasst und dadurch größere Lücken als die Jahrgänge vor ihnen. So wirken spätestens in der Oberstufe manche Arbeitsaufträge noch unverständlicher.
Von der Grundschule zur Mittelstufe
Zwischen der Grundschule und der Sekundarstufe I liegt ein besonders spürbarer Bruch. Einige meiner Schüler:innen berichten, dass sie in der Grundschule „Mathe konnten“, dass es aber ab der fünften Klasse bergab ging. Dieser Verlust an wahrgenommener Selbstwirksamkeit verstärkt die Probleme zusätzlich.
Mit dem Schulwechsel ändern sich mehrere Dinge auf einmal: Der Klassenverband, die Zahl der Lehrkräfte und die Art, Inhalte zu vermitteln. Neue Fächer kommen dazu und meistens ist der Weg zur Schule weiter. Zu diesen tiefgreifenden Veränderungen kommen neue Inhalte im Fach Mathematik. In der sechsten Klassenstufe steht die Bruchrechnung auf dem Programm, ab der siebten die Terme. Diese beiden Themen sind aus meiner Sicht die Stellen, an denen besonders viele Schüler:innen aussteigen.
Spannungen zwischen Schüler:innen und Lehrkräften
Regelmäßig knirscht es zwischen Lehrkräften und Kindern oder Jugendlichen. Das muss nicht immer absichtlich sein, manchmal passt einfach die Wellenlänge oder die Art zu erklären nicht. Immer wieder beobachte ich, wie sich nach dem Wechsel einer Lehrkraft die Probleme mit Mathe anscheinend in Luft auflösen.
Die Angst vor einer Lehrkraft kann zu Blockaden in Arbeiten und Klausuren führen. Die schlechten Noten verstärken dann bei der Lehrkraft eventuell den Eindruck, es mit einem hoffnungslosen Fall zu tun zu haben. Wir Lehrer:innen sind uns oft gar nicht bewusst, wie tief eine nebenbei gemeinte Bemerkung sich in den Gehirnen von Kindern und Jugendlichen festsetzen und dort zur Bildung destruktiver Glaubenssätze führen kann.
Lernkonzepte verschiedener Schultypen
Auch die Schulform hat einen Einfluss. Mein Referendariat habe ich noch an einer Hauptschule abgeleistet. Im Seminar lernten wir, möglichst viele Lernkanäle anzusprechen und Mathematik mit den Händen begreifbar zu machen. Meine eigenen Klassen habe ich später zum Beispiel einen Ar (10 Meter mal 10 Meter) mit Straßenkreide auf den Schulhof malen lassen. Am Ende stand die ganze Klasse in der Mitte des Quadrats und bewunderte ihr Gemeinschaftswerk.
Viele meiner heutigen Schüler:innen, die an den umliegenden Gymnasien zur Schule gehen, erzählen eher von einem akademischen Ansatz. Grundsätze werden zügig vorgetragen, Nachfragen sind eher nicht gerne gesehen. Niemand von ihnen hat zum Beispiel in der Bruchrechnungseinheit Papierstücke oder ähnliches zerschnitten.
An der Person Maria Montessori erscheinen bei näherer Betrachtung Schattenseiten. Das Mathematik-Lernmaterial würde allerdings vielen Schüler:innen, gerade auch an Gymnasien das Begreifen buchstäblich erleichtern. Gerade auch in der Mittelstufe sind Themen zum Beispiel wie Gleichungen nicht sehr anschaulich. Und es hilft erstaunlich viel, wenn dabei Kärtchen oder ähnliches angefasst, auf die andere Seite eines Gleichheitszeichens bewegt und dabei zur Vorzeichenumkehr umgedreht werden.
Was kaum jemand über Probleme mit Mathe sagt
Es ist nie zu spät
Es ist nie zu spät. Nicht zum Auffüllen der Lücken und nicht, um die Freude an diesem Fach wiederzufinden.
Mathematik ist gar nicht so wichtig für den Rest des Lebens. Wer den Dreisatz und die Grundlagen der Prozentrechnung beherrscht, kommt mit dem größten Teil der alltäglichen mathematischen Herausforderungen zurecht. Eventuell hilft beim Heimwerken noch die korrekte Volumen- und Flächenberechnung.
Mathe ist für das Leben gar nicht so wichtig
Vieles aus dem Mathematikunterricht brauchst du nur für die nächste Arbeit oder Klausur. Und damit für deine Zeugnisnote. Also letztlich für deinen Abschluss und deine Chancen auf eine gute Karriere. Das können wir ehrlich anerkennen, ohne damit zu sagen, dass Mathe total bedeutungslos wäre. Diese Haltung nimmt auch ein bisschen den Erwartungsdruck.
Gleichzeitig tut es dem Gehirn gut, Mathematik zu lernen. Die Nebeneffekte sind ein gutes Verständnis für Logik und die Kompetenz, Probleme zu lösen. außerdem gilt: Wer Diagramme sicher lesen kann, ist weit weniger manipulierbar.
Mathematik gibt uns Problemlöse-Kompetenz
Es ist vieles nicht so schlimm, wie es aussieht. Mathematik ist in vielen Punkten eine Art Fremdsprache, die teils lange Geschichten in sehr kompakten Paketen aus Buchstaben und Zahlen ausdrückt. Wenn du die Vokabeln nicht lernst, ist es so ähnlich, als hättest du einen Text in einer unbekannten Sprache vor dir. Das heißt nicht, dass du Mathe grundsätzlich nicht verstehst, sondern dass dir Vokabeln fehlen, die du dir aneignen kannst.
Mathematik ist mehr als Türmchenrechnen. Es geht darum, Probleme zu lösen und die Welt wenigstens zu einem Teil besser zu verstehen. Je mehr wir uns von der Vorstellung lösen, dass wir nur ein paar Zahlen nehmen und in irgendeine Formel einsetzen, umso leichter fallen auch Textaufgaben. Denn die sind eigentlich ein viel sinnvolleres Abbild unserer Welt und unseres Alltags als reine Päckchen zum Abarbeiten.
Probleme mit Mathe aus meiner Sicht
Für mich als Nachhilfelehrerin bedeuten Probleme mit Mathe nicht, dass jemand kein Talent für dieses Fach hätte. Bisher habe ich in wirklich jedem Fall Aha-Momente miterlebt, in denen der jeweiligen Person klar wurde, dass das Allermeiste nicht so schwierig ist, wie es aussieht.
Vor kurzem sagte ein BWL-Student in einer Online-Nachhilfestunde wörtlich:
„Das ist alles? Das ist ja zu schön, um wahr zu sein!“
Und das nur, weil auch er geglaubt hatte, diese vielen Buchstaben seien zu kompliziert für ihn. Außerdem, weil in seiner Schulzeit offensichtlich nicht die Zeit war, die teils sehr kompakte Sprache der Mathematik zu klären.
Ich begleite junge Menschen dabei, in aller Ruhe und mit einer entspannten Haltung die Schlüssel zum Verstehen zu finden. Und ich wünsche mir diese Entspannung für noch deutlich mehr Menschen.
Was können wir konkret tun?
Als Schüler:innen
Wenn du einen der Glaubenssätze bei dir oder bei Menschen in deinem Umfeld wieder erkennst: Versuche ihn zu hinterfragen. Ist es wirklich so, dass du Mathe nicht kannst? War dieses Fach schon immer so komisch, oder hat sich das im Lauf der Jahre so entwickelt? Hat es einen Lehrkräftewechsel gegeben, bei dem sich deine Beziehung zur Mathematik geändert hat?
Du musst deinen Lernerfolg und deine Freude am Lernen nicht an deinem Lehrer oder deiner Lehrerin festmachen. Auch wenn du von dieser Person abhängig bist, was die Noten angeht. Und auch wenn du nicht einfach die Lehrkraft austauschen kannst. Trotzdem hast du die Möglichkeit, von einer großen Zahl an Online-Ressourcen gegen Probleme mit Mathe zu profitieren. Es gibt Lernapps, Mathevideos und verschiedene andere Angebote, zum großen Teil kostenlos. Entscheide dich dafür, deinen Teil der Verantwortung für deine Lernfreude zu übernehmen.
Als Eltern
Betrifft es dein Kind? Dann lohnt es sich abzuklären, ob nicht doch eine Lernstörung vorliegt. Denn dann hilft auch alles Üben nur begrenzt weiter. Viele Lehrkräfte sind auch kooperativ, wenn du Kontakt mit ihnen aufnimmst. Als ich einmal ein Halbjahr lang sehr schlechte Arbeiten schrieb, hat meine Mutter meinen Lehrer angerufen und er war froh über dieses Gesprächsangebot. Neben der Überlegung, für dein Kind Nachhilfe zu buchen, hast du noch die bedeutenden Optionen, ein gutes Vorbild zu sein und außerdem möglichst frühzeitig durch Gesellschaftsspiele mathematische Grundsteine zu legen.
Bei manchen Kindern sind die Probleme mit Mathe sehr grundlegend. Dann lohnt es sich, möglichst frühzeitig abzuklären, ob eine echte Rechenschwäche vorliegt und ob das Lind von Lerntherapie profitieren würde.
Als Lehrkräfte
Wenn du selbst eine Lehrkraft bist, hast du im System Bildung nur begrenzt Freiraum. Diesen bitte ich dich aber zu nutzen. Sei so offen gegenüber Fragen wie möglich, auch wenn sie gefühlt zum hundertsten Mal gestellt werden. Nimm dir extra Zeit für die Bruchrechnung und die Terme. Lass deine Schüler:innen Mathematik mit den Händen begreifen so oft es geht. Erinnere dich daran, warum du dieses wunderbare Fach studiert hast und versuche, deine Begeisterung dafür zu vermitteln. Und sei auf der anderen Seite so ehrlich, die Bedeutung der Mathematik nicht höher zu hängen, als sie ist.
Fazit: Wir haben mehr in der Hand, als wir denken.
Als Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern sind wir nur kleine Rädchen im Bildungssystem. Und gleichzeitig haben wir die Freiheit, uns für eine positive Haltung der Mathematik gegenüber und für unser Vorbildverhalten zu entscheiden.
Wenn wir uns von den gängigen Glaubenssätzen verabschieden und gleichzeitig die Bedeutung der Mathematik realistisch einschätzen, dann wird aus einem angstbesetzten Fach hoffentlich für viele von uns die ermächtigende Errungenschaft der Menschheit, die sie am Ende ist.
Wie stehst du zur Mathematik?
Gab es in deiner Schulzeit Probleme mit Mathe? Hast du eine Vorstellung, woran das lag?
Wenn es Schwierigkeiten gab: Was hätte dir geholfen?
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Das Bloghexenforum bietet jeden Monat ein Thema für den Bloggerschnack. Im November 25 geht es um die Schattenseiten des Bloggens. Eigentlich ist das Ganze für mich eine sehr erfreuliche Aktivität, und trotzdem gibt es ein paar Aspekte, bei denen ich sage: Das nervt mich!
Das nervt mich am rechtlichen Drumherum
Es könnte alles so schön sein. Freundliche Menschen schreiben über ihre Vorstellungen von der Welt, ihren Alltag und merkwürdige Begebenheiten. Tauschen Wissen, Anleitungen und Inspirationen aus. Und dann gibt es ein paar, die sich mit ihren Webseiten nicht an Selbstverständlichkeiten halten. Also tritt die Gesetzgebung auf den Plan und reguliert, leider oft mit dem groben Hammer Ich erinnere mich noch lebhaft an die Welle um das Impressum und die Datenschutzerklärung.
Wie entsprechende Gesetze am Ende aussehen nervt mich regelmäßig. Gesetzestexte sind sowieso oft sehr verklausuliert formuliert, aus welchen Gründen auch immer, und damit geht es schon los. Was hätte aber dagegen gesprochen, dass der Staat zeitgleich mit der DSGVO rechtssichere Blöcke zur freien Verwendung anbietet, aus denen Bloggerinnen sich ihre verpflichtenden Texte zusammensetzen hätten können? Stattdessen ist jede:r Einzelne auf sich gestellt, ob nun mit Rechtsabteilung oder ohne.
Auch mit Textgeneratoren kann es interessante Erfahrungen geben: Vielleicht ist es nicht allen so wichtig, dass ihre Datenschutzerklärung 100% plausibel ist. Aber für mich passte da einiges nicht und das Ende vom Lied war, dass ich für einen Text, den ich auf meiner Seite gar nicht verwende, eine Lizenz bezahlt habe, nur um weiteren Ärger zu vermeiden. Denn dieser gesetzliche Aufwand lockt eine Menge Menschen auf den Plan, die gerne andere mit oder ohne Grund abmahnen. Man kann es ja mal versuchen.
Eine andere rechtliche Grundlage dreht sich die Barrierefreiheit. Den meisten von uns fällt gar nicht auf, wie schwierig der Zugang zu Blogs und Webseiten für Menschen mit Einschränkungen (unter anderem) der Sinne ist. Einen Blog so barrierearm zu gestalten wie möglich ist aber generell sinnvoll und echte Inklusion sollten wir eigentlich alle auf dem Schirm haben.
Der Zeitplan für das Barrierefreiheits-Stärkungs-Gesetz ist allerdings mal wieder nicht ideal gelaufen. Weil noch gar nicht alle Content-Management-Systeme und sonstigen Softwarepakete den Anforderungen entsprechen, darf jedes betroffene Unternehmen sich sein eigenes barrierearmes Süppchen kochen und mit CSS-Schnipseln die Defizite der genutzen Baukästen ausbügeln. Oder gleich ihre Webseiten von Hand selbst bauen.
Dass die Barrierefreiheit jetzt wieder in einem Kuddelmuddel endet, hätte bei der Gesetzesplanung klar sein können. Es wäre wirklich toll, wenn es bei kommenden Aktionen anders liefe.
Das nervt mich am technischen Drumherum
Wie schon erwähnt, wäre es super, wenn Systeme wie WordPress schon von sich aus barrierefrei wären. Doch je mehr ich mich damit befasse, umso mehr fallen mir die Baustellen auf. Und es ist aus meiner Sicht nervig, noch ein weiteres Plugin zu installieren wie ein notdürftiges Pflaster. Wobei ich von unterschiedlichen Seiten dann noch lese, dass die diversen Accessibility-Plugins gar nicht so sinnvoll sind oder in manchen Fällen noch die Dinge verschlimmbessern.
Manchmal nervt mich auch, wenn Blogposts nicht so aussehen, wie ich sie gerne hätte. Oder wenn in der Mobil-Ansicht alles irgendwie verquer ist. Ich fuchse mich gerne in Dinge rein, gerade auch im technischen Bereich. Allerdings stelle ich hinterher oft fest, wie viel Zeit ich wieder für ein Detail verbracht habe, sodass ich mich mit meinem eigentlichen Tagesprogramm dann extrem beeilen muss.
Meine Blog-FOMO nervt mich
Die Kommentare, die in letzter Zeit deutlich mehr geworden sind, freuen mich sehr. Auf der anderen Seite möchte ich auch gerne bei anderen Menschen kommentieren. Aber dafür muss ich die Blogs erst einmal lesen. Aktuell folge ich dem Blogbot der Content Society, den Blogs50Plus und dem Bloghexenforum. Einerseits regt mich das zu neuen Ideen für eigene Blogartikel an. Andererseits hat die Situation etwas von einem Kind im Bonbonladen.
Also komme ich immer weniger hinterher. Inzwischen steht an zwei Tagen in der Woche auf der Liste: „Blogposts lesen, kommentieren oder löschen“. Aber auch das dämmt die Flut nur halbwegs ein. Da muss ich noch einen anderen Weg finden, mit meiner FOMO umzugehen. Also der „fear of missing out“ oder der Furcht, etwas zu verpassen. Besonders merke ich das, wenn wieder der Sommer der Blogparaden ausbricht und mir im Grunde bei ungefähr 50 Themen etwas zum Bloggen einfällt.
Immerhin ist dieser Nervanlass selbstgemacht. Das heißt, dass ich es in der Hand habe, ihn zu ändern, auch wenn es etwas anstrengend werden könnte.
Mitmenschen, die mich nerven
Ich verstehe Spammer nicht. Natürlich ist mir auf einer rationalen Ebene die Absicht dahinter klar. Aber es wäre mir persönlich extrem fremd, andere Menschen mit lieblos zusammenformulierten Kommentaren und Mails die Postfächer vollzukleistern. Oder sie mit noch liebloseren KI-Bots zu überschütten. Wie selbstverständlich wir es hinnehmen, dass wir mit Antispam-Plugins arbeiten müssen und immer mal wieder neue Filterbegriffe auflisten, das macht mich sehr nachdenklich und es nervt mich ganz grundsätzlich.
Es könnte alles so schön sein. Ist es aber nicht immer. Und ich sage mir immer wieder, dass es sich nicht lohnt, sich darüber zu ärgern. Vielleicht glaube ich mir das auch irgendwann mal hoffentlich.
Das nervt gar nicht
In meinem Blog schreibe ich nach meinen eigenen Regeln. Genauso sehe ich keinen Grund mich aufzuregen, wenn andere Blogger:innen
hauptsächlich ranten
über eigentlich schon gründlich ausdiskutierte Themen bloggen (Das mache ich sogar manchmal selbst, fürchte ich…)
Werbelinks einbauen
keine Kommentarfunktion anbieten
mich per Popup zum Newsletterabo bewegen wollen
generell anders schreiben als ich
an mich irgendwelche Erwartungen haben
Zum Glück habe ich die Freiheit, für mich uninteressante Überschriften gar nicht erst anzuklicken. Oder den betreffenden Tab einfach zu schließen. Außerdem lebe ich gelassen damit, anderer Menschen Erwartungen an meinen Blog nicht zu erfüllen.
Solange es nicht menschenfeindlich wird, gilt für mich in der Blogosphäre: Come as you are. Leben und leben lassen. Und das ist das Schöne daran, dass ich das Gleiche so auch von anderen erfahre. Jedenfalls von denen, die mir wichtig sind.
Mich nervt auch mein überquellender Entwürfeordner nicht. Er sagt mir nur, dass ich noch eine ganze Menge Vorrat habe, bevor mir nichts mehr zum Bloggen einfällt. Das wird wohl in diesem Leben nicht mehr passieren.
Gibt es Dinge, die dir beim Bloggen auf die Nerven gehen? Sind das eher inhaltliche, technische oder zwischenmenschliche Aspekte? Und wie gehst du mit dem Nervpotential um?
Immer am Dritten eines Monats gibt es ein neues Thema für die Blogparade #relevant. Im November 2025 wollen Erik und Jürgen wissen, wie wir fernsehen, linear oder gestreamt. Wieder mal eine Frage, zu der mir eine Menge einfällt.
Linear oder gestreamt – Kurzgefasst
Feste Sendezeiten nervten mich schon als Kind.
Heute genieße ich das vielfältige Angebot zum Streamen.
Der ARD-Vorsitzende persönlich erklärt Nachteile am linearen Sendekonzept.
Streaming wirkt sich auf das Klima aus.
Linear festgebunden
Ich wurde 1973 geboren. Immerhin hatten wir zunächst vier Sender: ARD, ZDF, WDR3 und NDR3. Eigentlich war Fernsehen damals ein schönes Ritual: Jeden Nachmittag kamen die gewohnten Serien, die wir um die Hausaufgaben und andere Aktivitäten herum drapierten. Mittags gab es den Videotext mit Dudelmusik und nachts rauschte das Fernsehen (YouTube-Video).
Auf der anderen Seite hat mich als Kind das lineare Fernsehen oft genervt. Als die letzte Folge Pinocchio lief, mein Vater aber unbedingt zum Familienspaziergang aufbrechen musste. Oder als meine Schwester beim Einkaufen fast geplatzt wäre, weil ihr aufging, dass sie gerade „Die Sklavin Isaura“ verpasste. Oder wenn im Wohnzimmer gar nichts ging, weil mein Bruder seinen RTL-Samstag zelebrierte.
In meiner Londonzeit lernte ich die BBC zu schätzen. Mein Mann und ich nahmen ziemlich jeden Tag eine oder zwei Serienfolgen mit dem Videorecorder auf, die wir uns dann abends ansahen. Als DVDs aufkamen, hatten wir plötzlich noch viel mehr Freiheit für Serienmarathons. Trotzdem haben wir auch dann und wann „normal“ ferngesehen, in Brunsbüttel über Kabel und später in Halstenbek wieder über Antenne.
Mit der Standardumstellung sind wir raus
Als auf DVB-T2 umgestellt wurde, zogen wir Bilanz. Unser alter Fernseher funktionierte noch einwandfrei, konnte aber mit dem neuen Signalstandard nichts anfangen. Wir hatten schon einen Fire-TV-Stick und nutzten ansonsten den Fernseher hauptsächlich für DVDs. Daher haben wir uns keinen Receiver oder gar einen neuen Fernseher angeschafft.
Mit dem Stick haben wir Zugriff auf diverse Sender. Für uns reichen die vollständig aus, denn darüber hinaus stehen ja noch die verschiedenen Streaming Dienste zur Verfügung. Der Stick ist noch das ältere Modell, bei dem wir für Alexa einen extra Knopf drücken müssen, damit sie merkt, dass wir etwas von ihr wollen. Und wenn wir die Steckerleiste ausschalten, hat sie überhaupt keinen Strom mehr. Wir sind einfach nicht so wild darauf, belauscht zu werden.
Seit der Signalumstellung sehen wir kaum noch linear fern. Hauptsächlich schalten wir manchmal abends Nachrichten ein, entweder in der ARD oder auf 3Sat. Bei letzterem sparen wir uns im Vergleich zum ZDF die Werbung für Gebissreiniger und für Tablettenfür den Bereich der Verdauungsprobleme.
Wir abonnieren keinen Streamingdienst auf Dauer. Stattdessen warten wir jeweils, bis eine interessante Serie komplett hochgeladen ist, bingen die dann und gucken nach und nach alles andere an, was sich sonst noch für eine Watchliste eignet. Danach ist meist die Konkurrenz wieder mit ihrem Angebot soweit, dass wir sie für ein paar Monate abonnieren. Ich mag diese Flexibilität und Unabhängigkeit sehr.
Über das Thema Selbstbestimmung habe ich auf meinem Blog schon geschrieben, und selbst wenn es etwas hoch gehängt klingt: Auch die Frage, was ich wann sehe, fällt für mich darunter. Und wenn wir uns dafür entscheiden, einen Abend mit YouTube-Videos über die US-Politik zu verbringen, dann ist das so.
Auch das ist eine Art Ritual: Am Montag wird John Oliver gestreamt, am Dienstag die Daily-Show-Folge mit Jon Stewart und ansonsten Stephen Colbert, solange es seine Late Show noch gibt.
Gestreamtes von den Öffentlich-Rechtlichen
„Linear oder gestreamt“ ist nicht einmal eine Frage der Anbieter. Denn auch die Mediatheken von ARD und ZDF nutzen wir regelmäßig, unter anderem für Satireshows, Dokus und Filme. Zum Beispiel die Sörensen-Krimis und die faszinierende, aber auch frustrierende Serie „Die Affäre Cum-Ex„.
Diese Angebote unterstützen wir sowieso mit unseren Gebühren. Und das ist aus meiner Sicht auch sinnvoll. Zudem sind die öffentlich-rechtlichen Mediatheken großzügig befüllt mit einer mehr als abwechslungsreichen Auswahl an Videos und Audiodateien unterschiedlicher Längen. Dazu gehören auch Filme in Originalfassungen, die wir sehr gerne ansehen.
Und die Nachfrage in Form von Klicks entscheidet in den Planungsgremien darüber, welches Format weiter unterstützt wird. Das habe ich im Podcast „Talk ohne Gast“ von Moritz Neumeier erfahren, einem ausdrücklichen Fan der Öffentlich-Rechtlichen. Er hat eine Comedy-Reihe, für die er immer wieder dazu aufruft, sie möglichst bald nach dem Erscheinen in der Mediathek anzusehen statt auf YouTube. Denn die YouTube-Klicks gehen nicht in die Entscheidung für eine weitere Förderung mit ein.
Einen Haken haben die Mediatheken von ARD und ZDF allerdings: Entsprechend der Depublizierungspflicht müssen Beiträge nach festgelegten Zeiträumen wieder offline genommen werden. Manche Nachrichten verschwinden so schon nach sieben Tagen wieder.
Was sagt der Vorsitzende der ARD?
Gerade in der letzten Folge des erwähnten Podcasts ging es um die Zukunft der Frage „Linear oder gestreamt?“ Ausnahmsweise gab es doch einen Gast, und zwar Florian Hager, den aktuellen ARD-Vorsitzenden. Neben der Tatsache, dass jüngere Generationen eher kurze Formate auf TikTok konsumieren, das traditionelle Fernsehverhalten also ein Auslaufmodell ist, erklärte Hager einen entscheidenden Nachteil der linearen Programme:
„Früher war es ja klar, wenn du eine Doku machst, muss die 45 Minuten lang sein, weil der Sendeplatz 45 Minuten ist. Wenn’s eigentlich viel geiler gewesen wäre, 80 Minuten zu erzählen: Geht nicht, musst du alles kürzen. Und wenn’s einfach nicht so richtig ist: Musste halt strecken auf 45 Minuten. Und das siehst du den Inhalten an.“
Unter dem Prinzip „Sendeplatz“ leidet also eventuell die Qualität. Siehe meinen Kommentar zur letzten Folge von „Bosettis Late Night“, die extrem davon profitiert hätte, wäre sie länger gewesen. Dann hätte das sehr spannende Gespräch gründlicher ausdiskutiert werden können. In mancher Beziehung bringt es wirklich Vorteile, alte Vorstellungen zu überdenken.
Der Klimaeinfluss gestreamter Sendungen
Gestreamte Inhalte werden für alle Nutzer:innen individuell bereit gestellt. Das erfordert in den Rechenzentren mehr Energieeinsatz als ein zentrles lineares Angebot. Daher verursacht es auch unter Umständen mehr CO2-Emissionen. Hier würde es helfen, wenn die Streamingplattformen auf reinen Ökostrom setzten. Wenn du möglichst klimaschonend streamen willst, hat Utopia ein paar Tipps.
Unterm Strich ist die Geschichte komplex. Aber hier sind die Punkte, die ich beherzige:
Inhalte nicht einfach im Hintergrund unbeachtet streamen
Nicht die höchste Bildqualität wählen
Was mich doch nicht interessiert, ausschalten
Über WLAN streamen
Linear oder gestreamt? Selbstbestimmung!
Die Zeiten der vier Programme sind zum Glück vorbei. Und gleichzeitig ist das Überangebot an Informationen und Unterhaltung auch nicht immer hilfreich. Für unsere mentale Gesundheit und auch unseren Einfluss auf die Klimakrise lohnt es sich, bewusst fernzusehen, statt sich berieseln zu lassen.
Von der Entwicklung hin zu individuellerem Konsum kann allerdings die Qualität der Inhalte profitieren. Und vielleicht finde ich ja bei Gelegenheit noch irgendwo die letzte Pinocchio-Folge.
Wie sieht es bei dir aus?
Siehst du lieber linear oder gestreamt fern? Oder siehst du überhaupt nicht fern? Was sind für dich dabei die bedeutendsten Beweggründe?
Es ist wieder soweit, Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag machen. Immer am Fünften eines Monats notieren diverse Blogger:innen den Tag über ihre Erlebnisse in einem digitalen Tagebucheintrag. Entsprechend folgt hier mein WMDEDGT im November 25. So langsam fühlt sich das nach einer Gewohnheit an.
Obendrein sieht der November bei aller modrigen Kompostigkeit hier und da auch zauberhaft bunt aus. Vor allem bei guter Beleuchtung. Also gibt es noch ein Beitragsbild mit Blümchen.
Ruckeliger Start in den Tag
Dafür, dass ich gerade mein Nervensystem mit Nikotinpflastern durchfege, wache ich ziemlich müde auf. Allerdings werde ich doch auch ungewöhnlich schnell wacher. Heute ist Mittwoch und Abgabetermin bei DeadlinesForWriters. Habe ich meine Geschichte fertig? Natürlich nicht. Von 1200 Wörtern existieren gerade mal 433. Immerhin habe ich eine genaue Vorstellung davon, was noch passieren wird und wo der Hauptcharakter Paul hin soll.
Nächstes Jahr werde ich diese Schreibchallenge pausieren. Aber einmal möchte ich es endlich schaffen, 12 Geschichten in 12 Monaten zu erzählen. Seit 2022 bin ich dabei und dieses Jahr ist das erste, in dem ich tapfer durchgehalten habe. Weil ich die Sorte Person bin, die erst unter Druck richtig in Bewegung kommt, habe ich einen großen Teil der Geschichten immer am Abgabetag fertig bekommen. Was der Mensch sich freiwillig für einen Stress macht.
Zwei goldene Abzeichen an einem Tag
Auf der anderen Seite motiviert mich meine Habit-Tracker-App gleich beim Frühstück. Für meine abgehakten Habits droppt eine Erdbeere, mit der ich den kleinen Schattenwolf füttern kann. Eigentlich isst er am liebsten Schokolade, aber auch dieses ungeliebte Futter reicht, um ihn zu einem ausgewachsenen Wolf zu machen. Damit habe ich alle 90 Reittiere beisammen und noch reichlich Eier und Schlüpfelixiere in meiner Vorratskammer. Mit dem neu geschlüpften kleinen Schattenwolf habe ich erreicht, was ich eigentlich zum Jahresende hin angedacht hatte: 90 Haustiere schlüpfen lassen, zu großen Tieren durchfüttern und nochmal neu nachschlüpfen lassen. Was den Menschen doch so alles motivieren kann.
Für die 90 Reittiere und die 90 nachgeschlüpften kleinen Tiere habe ich zwei brandneue Orden in meinen Achievements!
Prokrastinieren mit ToDos
Einerseits stehen diese Dinge wirklich auf meinem Programm. Wenn ich sie bis heute Abend nicht abgehakt habe, klaut Habitica mir morgen früh Gesundheitspunkte. Also habe ich
Bilder von png auf webp umgebastelt
WordPress-Grundlagen gelernt
Barrierefreiheits-Grundlagen gelernt
die Treppe gefegt und die Teppiche im Eingangsbereich sowie vor meinem Unterrichtsraum gesaugt
Leider ist um 10:30 Uhr die Liste abgearbeitet. Jetzt hilft es nichts mehr, jetzt muss ich Paul durch alle Irrungen und Wirrungen zu seinem Date begleiten, damit ich heute Abend die Story hochladen kann.
Buchstäblich kurz nach zwölf
Um zehn nach zwölf hat Paul sein Date fast ruiniert und gerade noch so das Ruder rumgerissen. Bei 1212 Wörtern höre ich auf und freue mich über eine Portion Meal-Prep-Gemüse mit Tofu. Dazu höre ich zwei Artikel von Perspektive Daily an. Eine weitere neue Gewohnheit, die ich aktuell etabliere, um Doomscrolling durch die neuesten YouTube-Videos zu vermeiden. Heute geht es um das deutsche Gesundheitssystem.
Außerdem richte ich einen Mastodon-Account für einen Bildungsverein ein. Es geht um Mensch-Tier-Bildung, die Workshops an Schulen anbieten, bei denen Kinder altersgerecht lernen, wie es Tieren in der Landwirtschaft geht. Ich habe mich angeboten, dieses Profil zu erstellen und betreuen, weil ich die Arbeit des Vereins toll finde und sowieso gerne Zeit im Fediverse verbringe.
Nach dem Mittagessen geht es ans Editieren. Ich entferne Tipp- und Grammatikfehler, überflüssige Wörter und merkwürdige Formulierungen. Stattdessen füge ich hier und da noch ein paar erklärende Sätze ein und schlage Synonyme nach. Dieses Kurzgeschichtenprojekt hilft immerhin dabei, mein Englisch lebendig zu halten und immer mal wieder neuen Slang zu lernen. Mein größtes Problem ist immer noch die Zeichensetzung.
Die letzte Story, fällig am 3. Dezember, soll nur 300 Wörter lang sein. Ich trage sie mir mal für mein langes Wochenende auf Amrum Mitte November ein. Vielleicht schreibe ich diese Geschichte ja wirklich mal nicht auf den letzten Drücker und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Auf der Insel will ich auch noch Geschichten andere Teilnehmender lesen und kommentieren. Das hat in letzter Zeit auch gelitten und es gehört eigentlich zum Deal dazu.
Mit dem Schrittzähler zur Deutschstunde
Mit diesem Arbeitsweg kann ich gut leben.
Am Nachmittag gehe ich zu einem Schüler außer Haus. Dieses Schuljahr sind alle meine Auswärtstermine zu Fuß erreichbar. Das finde ich sehr praktisch, denn so komme ich auch mit meinem Schrittzähler ganz gut voran. Von irgendetwas muss ja die Kondition kommen. Der nächste Termin ist dann bei mir Zuhause und direkt im Anschluss hätte ich eigentlich nach Wedel los gesollt. Dort findet das Treffen der Omas gegen Rechts statt.
Leider ist Wedel vom ÖPNV her für mich schlecht erreichbar und ich habe da kaum Ortskenntnis. Im Dunklen einen Parkplatz zu suchen zählt nicht gerade zu meinen Lieblingshobbys, daher bin war schon vorher den ganzen Tag unterschwellig mächtig nervös. Ich wollte mein erstes Treffen mit dieser Gruppe nicht mehr weiter vor mir herschieben. Auf der anderen Seite achte ich inzwischen mehr auf meine Bedürfnisse und es wäre einfach richtig stressig geworden.
Also sage ich schweren Herzens ab. Fühle mich einerseits bisschen drückebergerig, andererseits bin ich zufrieden mit mir, dass ich so gut auf mich aufpasse. Den Abend lasse ich mit 5153 Schritten auf dem Konto bei einem Franzbrötchen, einer Einheit aus dem Duolingo-Schachkurs und ein paar YouTube-Videos über die Mamdani-Wahl ausklingen.
Soweit zu meinem WMDEDGT im November 25. Wie war dein fünfter November?
So reagierte einer meiner neuen Schüler Anfang des Monats. Ich durfte ihn online auf seine Klausur in „Mathe für BWL“ vorbereiten und für vieles, was ihm in den Vorlesungen extrem kryptisch vorkam, lieferte ich ihm überraschend einfache Übersetzungen. Bei der Gelegenheit fiel mir wieder auf, wie kompakt und auf den ersten Blick unverständlich die Sprache der Mathematik wirkt.. Meinen Monatsrückblick Oktober 25 schreibe ich in den Herbstferien, die fast alle meiner Schüler:innen netterweise frei machen.
Wobei sie dieses Schuljahr auch jede Gelegenheit zur Erholung nutzen sollten. In Schleswig-Holstein und Hamburg lagen die Sommerferien ungewöhnlich spät. Entsprechend werden November und Dezember mit Klausuren und Arbeiten vollgepackt sein. Denn die Lehrkräfte müssen ja irgendwie bis zu den Zeugniskonferenzen wieder ein paar Noten zusammen sammeln.
Der größte Haken am Oktober war die Erkältung. Seit 2020 hatte ich kaum Infektionen, bis auf Corona im September 23. Jetzt hat es mich nochmal erwischt und ich war auf diese Halsschmerzen und das Geschniefe gar nicht mehr vorbereitet. Immerhin kein SARS-CoV-2 und einigermaßen erträglich.
Was hatte ich im Oktober 25 vor und was ist daraus geworden?
zum Inktober jeden Tag etwas zeichnen und bei der Gelegenheit meinen Zentangle-Muskel reaktivieren 👍
an der Habitica-Kostümchallenge teilnehmen: Das war mir doch zu viel Aufwand 😀
Mit einer anderen Habitica-Challenge jeden Tag etwas lernen: Für jeden Tag hat es nicht gereicht, aber in der zweiten Oktoberhälfte habe ich regelmäßig die Onlinekurse von WordPress bearbeitet. Also halbwegs 👍
nochmal über die A7 wandern und nachgucken, ob die Bäumchen dort immer noch so spirrelig aussehen und wie sich die Schrebergärten gemacht haben: Das schiebe ich in den November, auch weil ich dann für 30 Tage ein Deutschlandticket habe, das abgefahren werden will.
meinen YouTubeablgorithmus auf Kreatives und Erbauliches umerziehen 👍 Da geht aber noch ein bisschen mehr 🙂
keine weiteren Aufträge annehmen. So wie es gerade ist, läuft es ideal. 👍
Dafür, dass die Liste so lang ist, bin ich super zufrieden mit der Anzahl der Daumen nach oben.
„Heave Ho, Out You Go!“
Die Clutterbug-Challenge wollte ich schon länger ausprobieren. Ende September habe ich sie mir dann einfach in die Oktoberpläne gesetzt und das hat richtig gut funktioniert.
Worum geht es? Die Aufräumexpertin Cas hat einen Plan für dreißig Tage zusammengestellt, bei der jeden Tag fünf Minuten entrümpelt wird oder mindestens fünf Dinge gefunden werden, die das Zuhause verlassen. Begleitet von Sprüchen wie in obiger Überschrift.
Ein großer Pluspunkt ist die wirklich kurze Zeit, die ich jeden Tag investiert habe. Solche niedrigschwelligen Aktionen brauche ich, um aktiv zu werden, statt zu prokrastinieren. Allerdings komme ich alleine oft nicht auf diese simple Idee. Stattdessen nehme mir gerne mindestens fünfzehn Minuten vor, soll ja auch etwas bringen. Und der Unterschied kann schon eine Menge ausmachen, ob etwas dann nur Plan bleibt oder Realität wird.
Auch die Auswahl an „Tatorten“ ist sehr hilfreich. Genauso wie die sehr nachsichtige Art, mit der Cas uns in ihren Videos ermutigt, Dinge loszulassen, die ihre Aufenthaltsdauer bei uns schon längst überschritten haben. Umgekehrt geht sie sehr sanft damit um, wenn wir etwas eben doch noch nicht hergeben wollen. Mich hat sie damit sehr effektiv abgeholt und motiviert.
Ich habe an allen dreißig Tagen der Challenge meine fünf Minuten erledigt. Dabei fand ich auch immer eine Handvoll Kram, der mir heute nicht mehr auf der Seele liegt. Als es darum ging, ein Kinderzimmer oder ein Auto zu entrümpeln, habe ich stattdessen nochmal meinen Hobbyfriedhof besichtigt, auch als Bastelregal bekannt. Wahnsinn, wie befreiend die Erlaubnis wirkt, da rigoros durchzusortieren.
Ich werde diese Gewohnheit noch eine Weile weiter führen. Allerdings nicht mehr täglich und nur so lange, bis ich mit der Menge an Kram in meinem Zuhause einverstanden bin. In ihrem Begleit-PDF schreibt Cas:
Und seltsam: Mit dieser Erlaubnis entspannt sich mein inneres Team und alle ziehen mit.
Herbstfarben
Der Oktober hat optisch super abgeliefert. Von den spektakulären Sonnenaufgängen über die Rosen im Regen zum goldleuchtenden Laub vor blauem Himmel. So war es leicht, wirklich jeden Tag für ein paar Schritte vor die Tür zu gehen.
Das unscharfe Bild mit den Blättern gehört zu meinem Beitrag zum Projekt52. Das Stichwort war „Gönn ich mir“ und wenn ich mir im Herbst etwas gönne, dann mit den Füßen durch jeden, aber auch wirklich jeden Laubhaufen durch zu rascheln. Im Herbst bin ich manchmal innerlich fünf Jahre alt und sauge die Farben, den Wind und auch den Regen auf wie ein Schwamm.
Kreativ durch den Oktober
Neben den Photos zu den vier Stichworten für das Kreativprojekt Projekt52 standen 31 Zeichnungen für den Inktober an. Dabei stellt der Initiator Jake Parker jedes Jahr eine Liste mit Begriffen zusammen, einen für jeden Tag im Oktober. Und dann wird dazu passend assoziiert und gewerkelt..
Im Original ist das tatsächlich in schwarzer Tinte auf weißem Papier gemeint. Allerdings habe ich viele farbenfrohe Aquarellbilder und auch digitale Kunstwerke gesehen. Es war inspirierend, wie unterschiedlich die Teilnehmenden die Prompts jeweils interpretiert haben. Manche Begriffe waren sehr weit auslegbar, manche in ihrer ursprünglichen Bedeutung sehr dicht beieinander, zum Beispiel Ragged und Shredded.
Die Aktion war mir schon vor ein paar Jahren aufgefallen. Dieses Mal überwog die Neugier die Zweifel. Und es hat sich für mich sehr gelohnt: Jeden Tag ein Bild hochzuladen, auch wenn ich nicht mit allen davon gleich zufrieden bin, hat sehr gut getan. Und durch die relativ hohe Frequenz hatte auch die negative innere Stimme kaum eine Chance, mich ins Grübeln zu bringen, ob das immer die ideale Umsetzung aller Prompts war.
Die Challenge ist eine super Übung darin, sich nicht mit anderen zu vergleichen. Manche Teilnehmende haben extrem detaillierte Bilder eingereicht. Manche scheinen mir Kunstprofis zu sein. Meine Messlatte war, dass ich überhaupt ein zum jeweiligen Prompt einigermaßen passendes Bild fertig bekommen habe. Likes waren nur ein Sahnehäubchen.
Außerdem war diese Aktion eine tolle Gelegenheit, ein früheres Hobby aus dem Friedhof heraus zu reaktivieren. Zentangle ist anscheinend dem Fahrradfahren ähnlich. Jedenfalls hat mein Muskelgedächtnis in den meisten Fällen sehr brav mitgespielt.
Nächstes Jahr bin ich sehr wahrscheinlich wieder mit dabei. Es sei denn, die Begriffe sprechen mich überhaupt nicht an. In den kommenden Wochen möchte ich die hier erzeugte kreative Welle noch ein bisschen weiter reiten, allerdings nicht mehr unbedingt mit einem Ergebnis pro Tag.
Medien rauben uns Lebenszeit. Wie wir uns wehren können
Die neueste Folge des Podcasts „Wind und Wurzeln“ von Marina Weisband beschäftigt sich damit, wie Internetplattformen unsere Aufmerksamkeit an sich fesseln. Was mich begeisterte, war die Erinnerung an das Konzept des konstruktiven Journalismus. Dieser liefert nicht ausschließlich „Gute Nachrichten“, sondern wenige Artikel, dafür gründlich recherchiert und lösungsorientiert. Eine erfrischende Alternative zur sonstigen Click-Bait-Dusche.
In dieser Podcastfolge kommt unter anderem Maren Urner als Neurowissenschaftlerin zu Wort. Sie erklärt, warum wir so oft dem Doomscrolling in die Falle tappen. Han Langeslag von Perspective Daily erklärt, wie sich durch veränderte Formen der Berichterstattung und des Nachrichtenkonsums unsere Sicht auf die Welt ändert. Und wie sich das dann umgekehrt auf die Welt auswirkt.
Jetzt bin ich sehr motiviert, regelmäßig Perspektive Daily zu lesen. Das hilft hoffentlich auch beim YouTube-Doom-Fasten.
Was habe ich im Oktober 25 gesehen?
Die Zerstörung der Zerstörung der CDU
Neben „Downton Abbey – Das große Finale (Nun aber wirklich der letzte Teil, ganz bestimmt!)“ nutzten wir die 3Sat-Mediathek für die aktuelle Folge von „Bosetti Late Night“. Sarah Bosetti hat sich für diese Ausgabe überlegt, die CDU zu retten, und bespricht diesen Plan unter anderem mit vier Gästen.
Gilda Sahebi kritisiert die Unionsparteien im Ganzen. Bianca Praetorius ist als Klimaaktivistin in die CDU eingetreten, um ihr Herzensthema dort von innen zu vernetzen. Stephan Meyer hat sich als Landrat von Görlitz gegen einen AfD-Kandidaten durchgesetzt und berichtet von seinen Erfahrungen auf der regionalen Ebene. Der Politikwissenschaftler Jens Hacke trägt zusätzliche Einschätzungen bei.
Die Mischung ist konstruktiv und rund. Das einzige Problem an der Sendung ist der viel zu kurze zeitliche Rahmen. Dadurch werden die unterschiedlichen Sichtweisen nur angerissen und ich würde mir eine Anschlussdebatte mit den gleichen Gäst:innen (wie Sarah Bosetti gerne sagt) in der nächsten Folge wünschen. Vielleicht hätte der Comedyblock mit Cristoph Sieber ausfallen können. Trotzdem aus meiner Sicht eine sehenswerte Sendung.
Wie ich mich fortbewege Für die relevant-Blogparade erkläre ich, wie ich mich fortbewege. Wann, unter welchen Bedingungen und warum.
To-Want-Liste für das 4. Quartal 25 Meine To-Want-Liste für das 4. Quartal 25! Was möchte ich bis Silvester 2025 gerne erleben, lernen oder sehen? Und was habe ich bisher aus dem Projekt ToWant gelernt?
Vegane Würstchen – Wo ist das Problem? Warum vegane Würstchen kein Problem sind, das wir durch Sprachverbote in den Griff bekommen müssen und was stattdessen besprochen gehört.
Projekt52 Oktober 25 Mein Beitrag zum Kreativprojekt Projekt52 im September 25. Die Stichpunkte: „Es war einmal“, „Zug“, „Action“ und „Gönn ich mir!“
Magical Shortcuts Mein Beitrag zu DeadlinesForWriters im Oktober mit dem Stichwort „Excellence“ und der Wörterzahl 1800.
Außerdem fünf Blogbeiträge zum Kreativprojekt Inktober25. Insgesamt komme ich so auf 16 Blogposts.
Monatsrückblick Oktober 25 in Mastodönekes:
Diese neue Kategorie habe ich mir bei Uschi Ronnenberg von IchTuWasIchKann abgeguckt. Manches im Fediverse möchte ich mir merken, aus den unterschiedlichsten Gründen. Ein paar dieser Perlen tauchen ab jetzt in meinen Monatsrückblicken auf.
Herbst ist doof
„Ein Gedicht.
Nass. Kalt. Windig. Nass und Kalt. Kalt und windig. Windig und nass. Nass und kalt und windig. Herbst ist doof.“
Mein Mann fühlte sich sehr verstanden. Im Gegensatz dazu habe ich selbst keine Ahnung, was Tina meint 😉 Trotzdem sehr poetisch.
Gravity
„Those stories about tech bros and their race to put humans on other planets or live in space, and they frame these massive strokes of ego as somehow benefiting the entire human race.
The vast majority of people on earth are trying to escape poverty, not gravity.“
250 veröffentlichte Blogartikel zum Jahresende – Aktueller Stand sind 247 (inklusive diesem Monatsrückblick Oktober 25) 😀
Arbeitsfreies Wochenende – Habe ich durchgezogen!
Webseite immer barriereärmer – Die Farbkontraste sind deutlich besser und es gibt mehr „sprechende Links“
zum Jahresende 90 groß gezogenene Haustiere in Habitica – aktueller Stand sind 87! Das geschenkte Extrafutter zu Halloween hat nochmal einen Schub gegeben 😀
Duolingo-Schachkurs – Schachmatt habe ich rauf und runter geübt, als nächstes lerne ich Spielanfänge. Der Kurs macht immer noch viel Spaß!
Was mir an der ToWant-Liste gut gefällt: Sie ist nicht nur Wunschzettel an mich selbst und eine Erinnerungshilfe, sondern auch eine Teststrecke für Vorhaben. Wenn etwas mehrfach in den Anschlussmonat weiter geschleift wird, will ich es vielleicht doch gar nicht so sehr. Und das ist ja auch eine Erkenntnis.
Und was war sonst noch los?
Die bunten Schirme haben Menschen bei der Hamburger Stadtbild-Demo vor dem kalten Dauerregen geschützt.
Die bestellten Nikotinpflaster kamen in einem hoffnungslos überdimensionierten Paket, die neue Matratze war dagegen so kompakt vakuumiert und eingerollt, dass der Karton beunruhigend klein wirkte.
Immerhin, eine Katze passte hinein.
Vorherige Oktoberrückblicke
Für den Monatsrückblick Oktober 25 blättere ich noch weiter zurück, was in den Vorjahren los war. So langsam ergibt sich eine Kette von Blogartikeln, an denen ich ablese, wie sich mein Leben entwickelt hat.
Oktober 23: Vor zwei Jahren tat ich mir ziemlich leid, dass mein Energiekonto so leer gesogen war. Dafür hat mich immerhin das erste Blogtoberfest auf eine Spur gesetzt, auf der sich mein Verhältnis zum Wollen und Müssen grundlegend geändert hat.
Oktober 24: Im Vorjahr habe ich furchterregende Dinos gesehen und Nirvana vom Flügel gehört. Dass das schon wieder so lange her ist kann ich kaum glauben.
Was habe ich im November 25 vor?
Mal wieder mit den Four Agreements beschäftigen. Ich habe sie bei Leslie Fightmaster kennen gelernt und das Gefühl, aktuell brauche ich eine Wiederholung dringender als je zuvor.
Ich werde in Sachen UnplugTrump meinen YouTube-Kanal löschen und zu PeerTube umziehen. So weit der Plan.
Mit den Nikotinpflastern aus dem Paket befreie ich meine Synapsen von Spikeproteinbruchstücken. So weit der Plan.
Ich verbringe ein langes Wochenende auf Amrum.
Die Clutterbugchallenge wird fortgesetzt, wenn auch nicht täglich.
Meine elektronische Sammlung von Photos wird unter anderem unter den Hashtags Bloomscrolling, ThinkTrunkTuesday und SilentSunday geteilt.
Wir werden ein Testament aufsetzen.
Es findet mehrmals Nordic Walking und einmal ein Ansatz zur Laufrunde statt.
Ich werde nochmal über die A7 wandern und nachgucken, ob die Bäumchen dort immer noch so spirrelig aussehen und wie sich die Schrebergärten gemacht haben.
Das schwarze Leinen vernähe ich endlich zu einer Hose. Mit Taschen!
Wie war dein Oktober 25?
Und so endet mein Monatsrückblick Oktober 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit?
Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. Bei ihr findest du auch ihren eigenen Monatsrückblick auf den Oktober 25 mit der Möglichkeit, deinen zu verlinken.
Blühst du im Herbst auch so auf? Oder siehst du eher mit Sorge auf die kommenden dunklen Tage?
Dir hat dieser Beitrag gefallen? Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Monatsrückblicke wie dieser.
Zum Abschluss der Oktober-Zeichenchallenge präsentiere ich meine fünf Zeichnungen für Inktober 25 Teil 5. Ich bin ganz begeistert davon, dass ich durchgehalten und jeden Tag ein Bild hochgeladen habe, auch wenn ich nicht mit allen gleich zufrieden bin. Im Septemberrückblick habe ich das Ganze spontan beschlossen, auch wenn ein Teil von mir sich fragte, ob ich als absoluter Nichtprofi da richtig bin.
Allerdings ist das aus meiner Sicht genau der Punkt an dieser Challenge. Durch die zufällig zusammen gewürfelten Prompts und den täglichen Abgabetermin wird im Prozess die Instanz im Gehirn ausgehebelt, die gerne alles tiefsinnig und ordentlich haben will, bevor es mit der Welt geteilt wird. Und dann schleicht sich auf leisen Sohlen die Inspiration, der Flow und der Spaß in die Aktivität.
Die Bilder für Inktober 25 Teil 5
Die 31 originalen Inktober-Stichworte haben insgesamt ganz gut für relativ abstrakte Zentangle-Zeichnungen funktioniert. Bei der Zwiebel habe ich ein Muster verwendet, das Unyun heißt. Und den Pokal im letzten Bild widme ich mir, weil ich so tapfer dran geblieben bin. Auch wenn ich viel Spaß damit hatte, meinen Blick für Formen und Muster in Zentangle-Kacheln neu zu entdecken.
Von links oben nach rechts unten: Zwiebel – skelettartig – Lektion – vakant – Preis
Gibt es Challenges, an denen du regelmäßig teilnimmst? Oder hast du andere Strategien, um deine:n innere Kritiker:in abzulenken? Und wenn du kreativ tätig bist, wo kann ich deine Werke bewundern?
Wenn dir dieser Beitrag oder sogar die ganze Reihe Gefallen hat, findest du mehr Selbstgemachtes in meinem Blog.
My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge October 2025. The prompt was „excellence“ and the required word count was 1800.
Picture by Pexels on Pixabay with a turquoise filter applied by me.
Magical Shortcuts
Zoe ran into her room and slammed the door shut behind her. Why couldn’t her mother leave her alone? She fell headlong on her bed in between yesterday’s outfit and her plush animals.
At first glance, Zoe’s room looked just like any other fourteen-year-old’s. Posters of musicians her parents had never heard of and a large mirror on her wardrobe. There were also the black hand-painted symbols on the insides of her windows, as well as a crystal ball with a price tag still attached, resting in a holder on her desk.
Zoe groaned into the mattress and hit her pillow with a fist. A ringing behind her made her lift her head enough so she could stare at the intruder.
Her mother’s head floated in the air near the closed door and said, “Are you sure you don’t want me to help you figure it out? I remember my first year and how we all struggled with the Scintilla. It will get easier, I promise!”
“Mum! What have I told you about appearing in my room? Don’t! That’s what I said!”
Zoe’s mother at least had the decency to look contrite. “Okay, I hear you. Whenever you want dinner, come downstairs!” And with that she disappeared.
Zoe sat up and fished for the spellbook from her bag, weighing it in her hand. Today hadn’t gone great at all. Trisha had been the only one to produce some measly sparks, and not even in the right colour.
When the ringing sounded again, Zoe was ready to jump into a tantrum. But it was only Bea, whose older sister sometimes gave her extra pointers. She had masterered Appearing during the summer, and Zoe was willing to not be weird about it, Bea being her best friend and all.
“What’s up?” Bea asked.
“This whole magic school thing sucks. I wish I’d been born into a non-magical family. How am I supposed to figure the sparkles out until Monday? It’s Friday tomorrow! Up until last grade in normal school, everything was easy or at least manageable. This just isn’t me! I guess tonight I will ask my parents to let me transfer back again.”
“No, Zoe! Please don’t! Look, I haven’t been able to do Scintilla yet either. My whole family tells me the first spell you learn is the hardest. We’ll just have to work at it, right?”
“Ugh!” Zoe smashed her face into her pillows again so she couldn’t see Bea biting her lower lip.
“Please don’t mention anything to your parents tonight. If you stay quiet about it, maybe there is a shortcut that my sister may have told me about. See you tomorrow!”
Zoe registered the sound of Bea disappearing, but she didn’t move for another while. She wondered if the story about this spell was just a big wind-up. Eventually, she was hungry enough to traipse downstairs for dinner. On the way she checked her reflection in the mirror. Weird how she was the only ginger in her entire school. So much for clichés.
She spent some time tossing and turning that night. In the end Zoe hadn’t asked her parents to transfer her back, even though she knew they wouldn’t object. Grandma would, though. She was traditional and had actually worked as a village witch. When Mum and Dad had moved into the city there had been grumbling and frowning for weeks.
Zoe had expected things to go more smoothly. However, Professor Mason had told them that magic was less a thing of genetics and more a product of persistence. It was just that non-magical families mostly weren’t interested in having their children trained at magic schools.
An image came up in her mind. A memory of herself sitting with her grandmother in the garden and watching her throw fireballs at the mosquitoes. With a smile on her face, Zoe fell asleep at last.
The next morning she met a grinning Bea at the school gates. They went inside, ready to face the last few classes for the week. Also Trisha, who apparently had spent Thursday night practicing. She didn’t seem to ever want to stop making grand gestures, sweeping bright turquoise sparks all through the hall.
Zoe’s face turned glum again.
“Wait and see what the library has in store for us.” Bea winked and nudged her best friend.
Some classes were for normal subjects like maths and PE, fortunately. Their magical school was one of the modern types that openly advertised and prepared the students for all kinds of careers besides just village witches. So these were the classes that gave Zoe the opportunity to relax and just work on some nice equations or dodge balls thrown at her by the opposite team.
When the bell rang for the last time, Bea grabbed Zoe’s hand and pulled her in the direction of the library. The librarian threw them a suspicious look from behind her counter.
“What is it you’re looking for? Don’t you have a weekend to run off into?” she called after them.
Bea, however, went straight for the section at the back, where the books looked medieval. The sign atop the bookshelf read “Advanced Studies”.
Zoe pulled her hand out of Bea’s grip and looked around.
“Is this right? We’re anything but advanced, Bea. Are you sure this is what Lillian meant?”
“I’m certain. When I came home and told her how we had failed the Scintilla so royally, she just laughed and sparkled at me for a bit on purpose. I had to nag her the entire afternoon until she caved and came clean. All this time I had thought she was just that much more talented than everyone else. Thing is, she hadn’t been able to get the sparks right at first, either. At some stage, an older student had told her about a secret spell.”
“What kind of secret spell?”
“It’s called Brevis. Basically a shortcut that increases your magic ability so you’re able to do all the other spells with ease.”
Zoe’s eyes widened. Good old Lillian! At least she had shared this with her younger sister and, by extension, with Zoe. This was going to help immensely.
Once they had found the right book, they opened it. They were going to take the fact that it instantly presented the correct page as a good sign. There it was, a long description of ingredients and magic words under the heading “Brevis”, just like Lillian had promised.
Both of them took pictures with their smartphones and scanned the ingredients list. Some of the stuff they would be able to get from the school lab. Some they actually had at home. Getting it all done before Monday seemed more than realistic. They stuffed the book back onto the shelf and treated each other to a fist bump.
Later in the evening, Zoe sat on her circular rug, an assortment of candles and mostly bits of plants in front of her. She wondered if she should risk trying the spell now or postpone it until tomorrow when her parents would be out visiting Aunt Hilda. She picked up a translucent piece of rock and weighed it in her hands.
The knock on the door made the decision for her. At least Mum had accepted the rule of no appearing, so Zoe got up, opened the door a tiny bit, and looked out through the crack.
“What is it?”
“I just wondered if you would like to watch TV with us? Or maybe sit and talk? If not, that’s okay too, you know. You know, right, Zoe?”
“Yes Mum, I know.” Zoe opened the door a fraction wider and leaned out to hug her mother.
“Good night, Darling!” Mum shouted at the door, closed again already.
The next morning, Zoe couldn’t wait for her parents to leave the house. She heard their car starting the same moment Bea’s face rang into her field of vision.
“Have you tried the spell out yet? I would have loved to do this together, but as I said, Lillian swears it only works when performed solitary.”
“No, I was just going to get to it. Have you?”
“Not yet. But I will. This will work. Do you think it’ll work?”
Zoe laughed. “It better. And now you go back and level up your magics while I do the same here, and let’s meet later in the afternoon to compare results.”
Bea nodded and faded away with a wink.
Two hours later, Zoe was stomping around in her room, sweating and swearing. This stupid little image was just too fiddly to zoom in on on the stupid little screen. One thing was for sure: Brevis was not at all easier than Scintilla. She wondered if she should instead go back to just practicing sparks, because it felt like Monday was approaching fast and she had nothing to show for her efforts. And soon her parents would be back and maybe knocking on her door again, maybe even asking questions.
She took a deep breath, wiped her hair out of her face, and sat down again in the center of her rug. This just had to work. There was no way she was going to knuckle through the studying and practicing for every damn spell on her way to graduation. She would get this to work even if she had to go through the ritual again and again for, well, probably another two hours or so. Right. Back to work.
Zoe closed her eyes and repeated the formula she knew by heart at this point. She felt her will focus at a point between her eyes like a sharp knife. She opened her eyes, shivering, and performed the sweeping gestures described in the ancient textbook. What happened was not what she expected. What happened was a shower of shiny sparks cascading from out of her fingertips.
Zoe also hadn’t expected a piece of parchment to drop out of thin air with a loud pop. It fell onto her rug, curls of smoke rising gently from its scorched edges.
It said the following:
“Congratulations on mastering the alternative Scintilla! Well done! If someone has given you the information for this spell, know that they also failed at first and also tried to shortcut their way to graduation. Unfortunately, there is no shortcut. There is growing from practice and from supporting each other. That said, please pass on the story of the Brevis to anyone who needs it, but keep the truth a secret!”
Well. Zoe couldn’t wait to have a chat with Bea. She folded her arms and leaned back, her brow furrowed.
Then she said the magic words again and drew the sigils in the air with her hands. Those turquoise sparks were pretty damn impressive after all.
Like my contribution to the story challenge October 2025? On my blog you can find and read more of my stories!
Das fühlt sich an wie Zielgerade. Mit den Bildern für Projekt52 Oktober 25 bin ich für meine Verhältnisse früh dran. Die Stichworte haben mir fast alle etwas gesagt, bis auf Action. Ich bin echt keine energiegeladene Person und arbeit auch nicht beim Film. Zum Glück ergab sich eine Gelegenheit für Action in Hamburg
Am Ende des Jahres werde ich 52 Beiträge in einem Blogbeitrag zusammengefasst präsentieren. Du kannst meinen aktuellen Bildern auch auf Pixelfed folgen.
Die Beiträge zum Projekt52 Oktober 25
Es war einmal
Der arme Trollazubi Enno vom Eibenwald hatte sich ein bisschen zu lange ein Wortgefecht mit der Waldfee Wilma geliefert. Ganz kurz sah er sich als Sieger und warf ihr den arrogantesten Blick zu, den er im Repertoire hatte. Leider ging in dem Moment die Sonne auf. Immer, wenn Wilma dieser Tage an ihm vorbeifliegt, muss sie dreckig lachen.
An dieser Figur kommen wir bei einer unserer Spazierrunden vorbei. Und dann denke ich oft, ich hätte auch gerne eine Statue im Garten. Allerdings finde ich, die sehen erst dann gut aus, wenn sie schon deutlich verwittert sind. Armer Enno.
Zug
Nur weil das Stichwort so heißt, muss nicht zwingend ein Zug im Bild sein, oder? Neulich ging ich mal wieder für ein paar Besorgungen zu Fuß. Dabei führte mein Weg einen Teil der Strecke direkt an der Bahnlinie nach Hamburg entlang. Diese Anlagen habe echt ihre eigene Ästhetik, besonders in der Oktobersonne.
Action
Grauer Himmel, buntes Stadtbild: Auf Hamburg ist Verlass! Wenn Solidarität gefragt wird, gibt es Aktion auch im kalten Nieselregen.
Gönn ich mir!
Ich liebe den Herbst und sauge die Farben und die Frische auf wie ein Schwamm. Um durch das Laub zu rascheln werde ich nie zu alt sein. Beim Versuch, im Gehen Bilder zu machen, kam dieses Ergebnis heraus. Es repräsentiert haargenau, wie sich so eine Raschelaktion anfühlt und anhört.
Meine bisherigen Beiträge für Projekt52
Seit Januar habe ich bisher noch kein Thema ausgelassen:
Außer auf meinem Blog findest du meine P52-Beiträge auch auf Pixelfed. Wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln, würde ich mich sehr freuen!
Vor mehr als zehn Jahren habe ich mich selbstständig gemacht. Seit dem Neubau meiner Webseite 2020 bin ich zudem regelmäßiger bloggende Unternehmerin. Mit der Zeit habe ich einige Dinge in meinem Verhalten und Geschäftsmodell geändert. Manches langsam über Jahre hin, anderes in aller Konsequenz erst 2025.
Die folgenden Punkte sind nicht nach Bedeutung oder Tiefgründigkeit sortiert. Sie tragen alle an ihrer Stelle im Kleinen wie im Großen langfristig zu meinem Wohlbefinden bei. Und, so der Spoiler für mein Fazit, das ist die eigentliche Motivation hinter allen diesen Änderungen.
Bloggende Unternehmerin – Änderungen kurzgefasst
Für mein Wohlbefinden und die Freude an meiner Tätigkeit habe ich ein paar neue Gewohnheiten und Haltungen entwickelt.
Hauptsächlich geht es darum, dass ich mich an die erste Prioritätsstufe setze, um dann umso nachhaltiger für meine Schülerinnen präsent sein zu können.
Mein Fokus liegt auf dem Unterrichten, nicht dem Disziplinieren.
Durch Mealprep, eine schlanke WordPress-Pluginliste, minimalistisches Zeitmanagement und Aussortieren von Lernmaterialien und Social Media Profilen sorge ich dafür, dass ich befreit blogge und unterrichte.
Ich arbeite nicht mehr für Franchise-Unternehmen
Seit 2014 bin ich selbstständige Nachhilfelehrerin. Als ich 2016 nach Halstenbek zog, war es für mich zum Einstieg einfach, für ein großes Unternehmen als Honorarkraft zu arbeiten. In dieser Zeit habe ich viel gelernt. Und ich bin gleichzeitig sehr zufrieden, dass ich dort wieder ausgestiegen bin.
Hätte ich ein Kind, würde ich es nicht bei einem der großen Nachhilfeanbieter anmelden. Deren Schwerpunkt liegt nicht auf Lernfreude und einem gestärkten Selbstbewusstsein. Sondern auf der Dividende für die Investoren. Das zeigt sich auch im Umgang mit den Lehrkräften. Die arbeiten mit großen und zusammen gewürfelten Lerngruppen für eine unangemessen niedrige Vergütung. Weil ich meinen Wert kenne, der allerdings dort nicht gesehen wurde, habe ich relativ bald umgestellt auf fast nur noch Unterricht mit meinem eigenen Unternehmen.
Einmal in der Woche unterrichte ich noch Gruppen für „die Lerncoaches“ in Halstenbek. Dieses Institut gehört einem Nachhilfelehrer, der auch auf die Honorarverträge beim großen Unternehmen keine Lust mehr hatte. Er investiert sehr viel Liebe und Energie und würdigt sowohl mich als auch die Schüler:innen merklich. Trotzdem ist auch er bei meiner Terminplanung auf Prioritätenstufe zwei.
Ich renne nicht mehr Rechnungen hinterher
In meinen Anfangsjahren habe ich genug Lehrgeld gezahlt, buchstäblich. Am Ende des Monats rechne ich die tatsächlich stattgefundenen Stunden ab. Und manche Schüler:innen und deren Eltern musste ich mehrere Male und teils über längere Zeiträume an die Zahlung erinnern.
Manchmal vergesse ich auch, rechtzeitig zu bezahlen. Und die meisten Eltern reagieren auf Erinnerungen prompt. Das ist für mich überhaupt kein Problem. Andere servieren mir langatmige Ausreden oder verschleppen mehrfach die Überweisungen und ich muss immer wieder nachhaken.
Ich bin nicht der Typ für Mahnungsverfahren. Wenn Eltern meinen, Rechnungen nicht bezahlen zu müssen, mich aber bitten, die Tochter bitte doch noch mal für die Mathearbeit am nächsten Mittwoch vorzubereiten, dann sage ich inzwischen ganz entspannt Nein und löse solche Verträge auf. Denn es gibt genügend Anfragen von Menschen, die mich zu schätzen wissen und mit mir so ordentlich umgehen, wie ich mit ihnen.
Ich achte nicht mehr auf goldene Blogregeln
Mein Blog ist bunt gemischt. Und es geht mir sehr gut damit, seit ich dieses Konzept ganz entspannt durchziehe. Mit meinen Schüler:innen unterhalte ich mich schließlich zwischendurch mal über die Welt und meine Haltung zu ihr. Wenn diese jungen Menschen das ausreichend interessiert, um mich explizit zu fragen, dann sind meine Ansichten auch passend für meinen Blog.
Und es gibt auch nicht mehr für jeden Beitrag ein neues passendes Photo. Die Serien „Bloggerschnack“ und „Inktober“ bekommen von Hand geschriebene Kacheln aus GIMP. Wie sich herausstellte, schreckt das Menschen nicht davon ab, diese Beiträge zu lesen und zu kommentieren. Im Gegenteil: Seit ich hier meine eigenen Regeln und Maßstäbe befolge, bekomme ich signifikant mehr interessierte Rückmeldungen.
Natürlich ist es so, dass mein Blog nichts verkaufen soll. Stattdessen ist er dazu gedacht, zu informieren und darüber hinaus potentiellen Schüler:innen und deren Eltern einen Eindruck zu vermitteln, welche bloggende Unternehmerin hinter dieser Webseite steckt. Und das unterscheidet mich von der einen oder anderen Person mit einem Online-Business.
Ich sorge nicht mehr für Ruhe und Ordnung
Ein Teil meiner Arbeit als Lehrerin war das Disziplinieren. Genau dieser Teil war ein bedeutender Grund hinter meiner Kündigung. Beim Franchise-Nachhilfeinstitut hatte ich wenig Einfluss darauf, wer in meinen Gruppen saß. Und schon war ich wieder mit Störverhalten konfrontiert, zum Teil massiv.
Natürlich nehme ich das nicht persönlich. Und mir ist klar, dass hinter Störverhalten andere Ursachen und nicht erfüllte Bedürfnisse liegen. Allerdings bin ich als Nachhilfelehrerin nur begrenzt dafür zuständig. Ich sehe diese Schüler:innen zu selten und habe auch gar nicht das Mandat dazu, um nachhaltig an ihrem Verhalten zu arbeiten. Für die anderen Kinder und Jugendlichen in diesen Gruppen sowie deren Eltern, die für die Nachhilfe extra Geld bezahlen, ist es erst recht nicht zumutbar, wenn eine Einzelperson wiederholt den Unterricht sprengt.
In der 1:1-Nachhilfe verhalten sich Kinder mir und dem Lernen gegenüber tatsächlich anders. Das ist mit ein Grund, aus dem ich selbst keine Gruppenstunden anbiete. Bei den Lerncoaches habe ich mehrere Male einzelne Schüler:innen aus meinen Gruppen nehmen lassen. Das ist ein Privileg gegenüber meiner früheren Tätigkeit als Lehrerin, in der ich an der Klassenzusammensetzung so gut wie nichts ändern konnte.
Ich hamstere keine Arbeitsblätter mehr
Als Lehrerin im Schuldienst habe ich viele Arbeitsmaterialien selbst erstellt oder gesammelt. Einen Teil davon habe ich nach meiner Kündigung aussortiert, allerdings lagern immer noch viele Blätter in meinem Unterrichtsraum. Und dann und wann sortiere ich sie neu oder stelle die Hängeregisterkartons in anderer Reihenfolge in die Regale. Ganz selten wandern sogar ein paar Blätter in den Papierkorb.
In den seltensten Fällen nutze ich diese Blätter wirklich. Vieles ergibt sich aus der Gesprächssituation. Manchmal beziehen wir uns in einer Nachhilfestunde auf mysteriöse Mitschriften aus der Schule oder nicht verstandene Aufgaben. Die einzigen gehamsterten Arbeitsblätter, die ich oft einsetze, sind ehemalige ESA-, MSA- und Abituraufgaben.
In der Bilanz bescheren mir so die meisten dieser Papierstapel mehr mentale und tatsächliche Räumarbeit, als dass ich von ihnen profitiere. Denn ich sehe sie in meinem Unterrichtsraum herumstehen und habe immer latent das Bedürfnis, „für Ordnung zu sorgen“. Merke: Papierstapel sind auch dann Papierstapel, wenn sie um 90° gedreht wurden und in Hängemappen herum stehen. Entsprechend hole ich mir nichts mehr neu dazu.
Eine Weile habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, selbst Arbeitsblätter zu entwerfen und hier zum Download anzubieten. Aktuell ist mein Lebensmotto eher „Weniger ist mehr!“ und ich bin dabei zu lernen, dass mein Tag nicht genug Stunden hat, um all das zu machen, was mir so vorschwebt. Wenn ich irgendwann mal wirklich nichts zu tun haben sollte, wird für diese Blätter dann die große Stunde schlagen. Aber dann nicht für mich zum Hamstern, sondern als Lernangebot für Schüler:innen.
Ich habe das Akkordion-Plugin gelöscht
Lightweight Accordion habe ich oft und gerne genutzt. Bis WordPress den Details-Block einführte, der genau dieselbe Aufgabe erfüllt. Weil ich gerne meine Plugin-Liste so knapp wie möglich halte, habe ich die alte Variante aussortiert. Das hieß allerdings in meinen Artikeln über Aufgaben im Matheabitur eine Menge Umarbeitung. Denn dort hatte ich das Akkordion sehr großzügig eingesetzt.
Mein nächster Wunsch wäre ein Gutenberg-Slider-Block. Denn mein aktuelles Slider-Plugin wird auch demnächst aussortiert, weil es keine Updates mehr gibt. In meinem Beitrag Bloggerschnack – Meine Lieblings-Plugins schreibe ich noch mehr darüber, was auf meiner Liste steht und was nicht (mehr). Je mehr solcher hilfreichen Blöcke WordPress von sich aus zur Verfügung stellt, desto schlanker kann ich meine PlugIn-Sammlung gestalten.
Ich nutze Meta nicht mehr
Mir war Meta schon im Januar nicht mehr zuzumuten. Und immer wenn ich denke, diese Netzwerke hätten das ultimative Level an Enshittification erreicht, legen sie noch eine Schippe drauf. Entsprechend lese ich immer wieder, dass auch andere Menschen keine Lust mehr haben, sich vor den Insta-Karren spannen zu lassen.
Schon Anfang 2025 hat mir nicht gefallen, wie ich über immer neue Stöckchen hopsen sollte. Die Werbung dort, die mir mit vorwurfsvollen Gesichtern und entgegengestreckten Handflächen entgegen rief, ich solle doch endlich aufhören, Fehler XY zu machen!!! Zusätzlich die gruseligen KI-Bilder, die mir mit ihren unnatürlichen Texturen und unplausiblen Verbindungen zwischen den Bildelementen den Magen umdrehen.
Nach dem Ausstieg habe ich nach anderen Möglichkeiten der Vernetzung gesucht. Und Folgendes gefunden:
Letztgenanntes Plugin hat aus meiner Webseite meine eigene mit dem Fediverse verbundene Instanz gemacht. So wird jeder Blogartikel automatisch geteilt und bekommt mit den richtigen Hashtags versehen eine organische Reichweite. Andererseits täuschen Instagram und Facebook mit ihrem Algorithmus mehr Reichweite vor, die am Ende deutlich weniger wert ist.
Insgesamt setze ich spätestens mit dem Jahr 2025 mehr auf Relevanz als auf Reichweite. Und seitdem bekomme ich viele Kommentare und einen tiefer gehenden Austausch über das, was mir am Herzen liegt.
Als ich noch Meta bespielt habe, war das wie das Rufen in ein lautes Vakuum hinein. Nie wieder werde ich Beitragsbilder in mehreren Formaten zurechtbasteln und der Business-App hinterher hecheln, nur um am Ende doch in der Pyramide der Aufmerksamkeitsökonomie unterzugehen.
Ich nehme mir nicht mehr zu viel vor
Gerade dieses Jahr hat sich mein Verhältnis zu ToDos nachhaltig und tiefgreifend gewandelt. Meine Habittracker-App Habitica trägt dazu ganz entscheidend bei. Mit einer blinkenden elektronischen Karotte habe ich mich dazu gebracht, eine lange Liste an Vorhaben zu realisieren und mich gleichzeitig von Punkten zu verabschieden, die weder wirklich „zu tun“ noch auf meiner wahren Wunschliste irgendwo oben waren.
In den letzten Jahren bin ich immer wieder an die Grenzen meiner Löffel geraten. Und zwar weil ich gleichzeitig im Grunde den ganzen Tag über Mathematik sprechen könnte und manchmal nicht gerne Nein sagen mochte. Während ich die vielen Nachhilfestunden wirklich genossen habe, hat manchmal am Abend mein Gehirn geknistert. Und das post-COVID hat noch eine extra Portion Löffel geklaut.
Heute bin ich sehr stolz auf mich, dass ich weiß, wann es genug ist. Meine Wochenenden sind mir heilig und ich habe einigen Eltern für dieses Schuljahr sagen müssen, dass ich keine weiteren Termine vergeben kann. Sollte etwas frei werden, habe ich sie auf der Liste stehen. Bis dahin achtet diese bloggende Unternehmerin bei aller Gewinnorientierung auf sich und ihren Energiehaushalt.
Ich überlasse meine Ernährung nicht mehr dem Zufall
Früher kam es vor, dass die Mittagszeit mich überraschte. Dann gab es mehr Nudeln als Gemüse und auf die Dauer fand ich das selbst unbefriedigend. Auch hier hat mir Habitica geholfen, Routinen zu etablieren. Jeden Sonntag koche ich vier Portionen gemüsereiches Mittagessen für die Woche vor. Dieses Meal Prep ist ein Liebesbrief an die zukünftige Angela, die sich von Montag bis Donnerstag unkompliziert und schnell gesunde Mahlzeiten zubereiten kann.
Zusätzlich steht jeden Samstag die Vorbereitung meiner Overnight Oats für die Woche an. Auch damit sorge ich sehr nachhaltig für mich. Je älter ich werde, umso wichtiger ist es mir, gesund satt zu werden. Das hilft mir auch, wenn ich vormittags als bloggende Unternehmerin in einen Schreib-Flow hinein gerate und erst realisiere, dass es Mittagszeit ist, wenn sich der Magen meldet.
Dieses Phänomen habe ich schon als Lehrerin beobachtet. Im Schuljahr verlegte ich Pläne für Projekte (wie zum Beispiel „Gartenschuppen entrümpeln“) auf die Sommerferien. Denn Unterrichten ist energieintensiv und da wollte ich mir nicht noch die Nachmittage mit Entrümpelung vollstellen.
In den Sommerferien war ich allerdings teils unterwegs und teils mit Kräftesammeln ausgelastet. Wie auch immer, ich schob die Projekte mental weiter an den Anfang des nächsten Schuljahres, wenn ich „sowieso im Flow“ sein würde.
Letztlich war diese Verschieberei nur Anlass für ein permanentes schlechtes Gewissen. Wie gesagt, mein aktuelles Motto lautet „weniger ist mehr“ und ich erledige das, was ich schaffe, wenn ich es schaffe. Meine Erholungsphasen fülle ich auf jeden Fall nicht mehr mit einer unrealistisch langen Liste an Aufgaben, die bei näherer Betrachtung gar nicht so existenziell wichtig sind.
Ich plane nichts mehr quer zu meinem inneren Zeitplan
Mit manchen Terminen liebäugele ich seit Langem. Einer davon ist das Treffen des Klimabündnisses Halstenbek. Der andere ist die Blognacht von Anna Koschinski. Und beide hatte ich so oft in meinem Kalender stehen und habe mich zu beiden nicht ein einziges Mal durchringen können. Weil sie zu einer für mich ungünstigen Zeit stattfinden.
Ich lese immer wieder tolle Beiträge, die am Freitagabend in gemeinsamer Runde bei der Blognacht entstanden sind. Und gleichzeitig hat ein großer Teil meines inneren Teams einen Horror davor, den Freitagabend so zu verbringen. So trivial sich das auch anhört, zu dieser Zeit sitze ich mit meinem Mann gemütlich im Wohnzimmer und schwelge in Serien. Wie fruchtbar dieses Co-Blogging auch sein mag, ich habe es losgelassen, um einen Ausdruck meiner Gen-Z-Schüler:innen zu verwenden.
Ähnlich unglücklich liegt das Treffen des Klimabündnisses. Ich möchte sehr gerne in diesem Themenbereich lokal aktiv werden. Gleichzeitig sind die Termine immer so, dass ich meine letzte Nachhilfestunde für den Tag absagen oder mich direkt zum Treffen hinbeamen müsste. Hier diskutiere ich noch mit mir, ob ich den entsprechenden Zeitblock bei der nächsten Terminplanungsrunde einfach pauschal freihalte.
Was ich nicht mehr mache: Mir solche Aktivitäten trotzdem in den Kalender schreiben, verstreichen lassen und dann ein schlechtes Gewissen haben. Nicht den Veranstaltenden gegenüber, denn die wussten ja gar nicht, dass ich mich in meiner Vorstellung angemeldet hatte. Aber auch nicht mir gegenüber, denn ein Teil hatte ja von vorneherein aus guten Gründen protestiert.
Fazit: Ich bin als bloggende Unternehmerin meine Priorität Nummer 1
Alle elf Veränderungen haben eine Gemeinsamkeit. Und zwar, dass ich ich immer mehr lerne, mich an die erste Stelle zu setzen. Einerseits, um so besser für meine Schüler:innen, meine Aktivitäten für die Welt und generell für meine Tätigkeit als bloggende Unternehmerin da sein zu können. Andererseits, weil ich mir das wert bin.
Die Punkte, die ich zum Teil in den letzten Jahren, teils aber auch erst 2025 geändert habe, gehören also grundsätzlich weniger in die Kategorie „Wie ich mein Unternehmen möglichst effizient gestalte“ sondern in den Themenbereich der Selbstfürsorge. Da schließt sich auch der Kreis zu meinem Beitrag über meine Bestimmung. Mein Jahresmotto 2023 lautete:
Ich gieße meine Wurzeln.
Angela, Dezember 2023
2023 plante ich in dieser weiteren Judith-Peters-Aktion für meine Bestimmung Folgendes:
„Ich will für mich diesen Schieberegler [zwischen Nichtstun und Vollgas] finden, ihn kennen lernen und immer besser einstellen können. Und damit Vorbild sein für andere, die vielleicht auch zwischen ihren Zielen und Träumen hängen. Die glauben, wenn nicht mindestens ein TEDx-Vortrag dabei rumkommt, können sie es auch lassen.“
Wer hätte gedacht, dass ich innerhalb von zwei Jahren auf diesem Weg soviel weiter sein würde? Zum großen Teil hat sich diese Entwicklung auch durch das Bloggen ergeben. Und so hoffe ich, meine Aktivitäten als bloggende Unternehmerin auch in Zukunft immer mehr an mir und meinem inneren Kern auszurichten.
Mal sehen, über welche Veränderungen ich dann ich ein paar Jahren berichten werde.
Vielleicht findest du dich ja in manchen Dingen wieder. Oder du stellst fest, dass du in mancher Beziehung ganz andere Prioritäten setzt. So oder so freue ich mich über Rückmeldungen.