Blog

  • Bloggerschnack Dezember 25: Meine Inspiration 2025

    Bloggerschnack Dezember 25: Meine Inspiration 2025

    Die letzten Tage des Jahres schmelzen gerade vor sich hin. Da muss ich entscheiden, welche Entwürfe es noch in die Veröffentlichung schaffen. Auf jeden Fall möchte ich teilen, wer für mich eine „Inspiration 2025“ war.

    Denn dass ich selbst so viele Blogartikel geschrieben habe und dass viele davon in die Kategorie Haltung fielen, kommt nicht von ungefähr. Und schließlich ist auch die Bloggerschnack-Frage für den Dezember:

    „Linkliebe: Welche Blogs haben dich 2025 inspiriert & wie folgst du ihnen?“

    Bloghexenforum

    Worum geht es beim Bloggerschnack?

    Der Bloggerschnack ist eine der Gemeinschaftsaktionen des Bloghexenforums. Jeder Monat bringt ein neues Thema beziehungsweise eine neue Frage, die alle teilnehmenden Blogger:innen für sich persönlich beantworten. Gegenseitiges Verlinken ist gerne gesehen und führt dazu, dass sich zu den jeweiligen Fragestellungen zum Teil sehr unterschiedliche Antworten untereinander ergänzen.

    Inspiration 2025 in Blogform

    Lorenzo

    Eigentlich heißt er Lorenz Mayer und schreibt, wie er sagt, über das, was ihn „bewegt und auf der Seele brennt“. Ich habe ihn im Bloghexenforum kennengelernt, wo er auch Moderator ist. An seinem Blog mag ich die bunte Mischung und das Herzblut.

    Mein Lieblingsbeitrag von ihm ist immer noch „Die aktuelle Bundesregierung„. Darin kommt folgendes Zitat vor:

    „Ich habe keine Lust mehr, mich für unsere Ideen zu entschuldigen. Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit sind keine Luxusprojekte, sondern Überlebenspolitik.“

    Lorenzos Welt

    Darin finde ich mich so wieder. Ich bin auch müde davon, mich zu rechtfertigen, dass ich die Entwicklung der Gesellschaft und des Ökosystems nicht hinnehme. Mich hat dieser Satz sehr dazu motiviert, in meinem eigenen Blog noch deutlich großzügiger Haltungsbeiträge unterzubringen.

    Unter anderem schreibt Lorenzo über den HSV. Wenn ich mich auch eigentlich gar nicht für Fußball interessiere, der Verein liegt mir doch ein bisschen am Herzen. Eine meiner Kindheitserinnerungen ist es, wie meine Oma singt: „Wer wird deutscher Meister?“ So eine Art „guilty pleasure wider Willen“ 😉 Ansonsten holt mich Lorenzo mit Posts über Inklusion, Gerechtigkeit und auch Linux regelmäßig sehr ab.

    Astrid Engel

    Ich hatte mal wieder zu viele Adventkalender abonniert. Auf der anderen Seite zeigt sich ja immer erst im Laufe des Dezembers, wie gut sie zu mir passen. Den von Astrid habe ich jedenfalls nicht deabonniert, nur im Verlauf meiner Fediverse-Problematik zeitweise nicht die Zeit dafür gefunden.

    A propos Zeit: Ich bewundere, was Astrid alles in einem Tag unterbringt. Besonders die Challenges in ihrem Blog waren mir eine Inspiration 2025. Ich bin normalerweise überhaupt nicht kompetitiv, aber wenn mich eine Challenge an der richtigen Stelle erwischt, scheine ich signifikant motivierbarer zu sein, als ich bisher dachte.

    Astrid hat eine schöne Balance zwischen niedrigschwelligen und herausfordernden Aufgaben gefunden. Und es geht bei ihren Challenges, die sie sich monatsweise selbst setzt und über die sie in ihrem Blog berichtet, immer um irgendwie originelle Dinge und gleichzeitig haben die Challenges einen praktischen Nutzen im Alltag. Für 2026 will ich mir an ihr mal ein Beispiel nehmen und auch Monatschallenges ausprobieren.

    Britta Just

    Was mich an Britta so inspiriert hat, ist ihre Serie zur Barrierefreiheit. Sie hat dazu Videomitschnitte verbloggt und bietet für diverse WordPress-Baustellen passende CSS-Schnipsel an. Bei mir dauert die Umsetzung leider etwas und trotzdem hat Britta auf mich eine Vorbildwirkung gehabt.

    Auch ihr Adventskalender war richtig gut konzipiert. Da werde ich noch einiges nacharbeiten, denn auch den habe ich Mitte Dezember etwas aus den Augen verloren. Es lag allerdings nicht an ihr, sondern an mir.

    Britta hat so einen schönen, knackigen Ansatz zur Verbesserung von Schwachstellen in Webseiten und es sind immer angenehm kleine Portionen, die sich wirklich umsetzen lassen. Außerdem finde ich ihre Art zu schreiben sehr unterhaltsam.

    Antonia

    Antonia habe ich über die Gruppe „Very Interesting Blogger“ kennengelernt. Sie hat 2025 eine ganze Reihe sehr starker Artikel über Gerechtigkeit, das Patriarchat, Privilegien und Gesellschaftsdynamiken veröffentlicht. Also genau meine Themen 😉

    Als ein Beispiel erwähne ich „Unsichtbare Frauen“. Dabei geht es um die weit verbreitete Erfahrung, übersehen zu werden. Das folgende Zitat hat mich sehr tief berührt:

    Sichtbarkeit beginnt nicht auf der Bühne. Sie beginnt morgens vor dem Spiegel. Wenn du dich anschaust und sagst: „Ich seh dich, ich hör dich, und ich nehme dich ernst.“

    Antonia von Café Ruhepol

    Ich selbst habe den Hang, mich unsichtbar zu machen. Ist eigentlich schon eine faszinierende Superkraft. Allerdings hinderlich, wenn der Hälfte der Gesellschaft dabei politisches Gewicht, Gerechtigkeit ein angemessener Anteil am Wohlstand verloren geht. Da brauchen wir jede Stimme, die uns aufruft, uns selbst wahr- und ernstzunehmen.

    Die Original-Bloghexe

    Anne Schwarz schreibt mit einem magisch-pragmatischen Ansatz über das Bloggen und Webdesign. Die ersten kleinen Schritte und die letzten Sahnehäubchen. Und über sinnvolle Prioritäten auf dem Weg. Sie hat das Bloghexenforum geschaffen und mir damit nach meinem Ausstieg aus Meta die Möglichkeit gegeben, alternative Netze auszuwerfen.

    Das Forum spricht mich sowohl aus Nostalgiegründen total an als auch durch die Gemeinschaft, die Anne dort mit ihrer Moderation hegt und pflegt. Zuletzt ist daraus ein Adventskalender entstanden und nicht zuletzt ist der Bloggerschnack auch eine Bloghexenaktion.

    NewEarthPirate

    Barbara bloggt über ihre Langstreckenheilung. Zum ersten Mal aufgefallen ist sie mir im Zusammenhang mit der Aktion Jahresrückblog. Sie ist seit einer Corona-Impfung stark von post-Vac betroffen und beschreibt, wie drastisch das ihr Leben verändert hat. Was sie alles ausprobiert hat. Wie anstrengend alle möglichen Aktivitäten sind. Wie sie damit auch mental umgeht.

    Ich weiß nicht, wie ich mit so einer Situation umginge. Im Vergleich ist mein post-COVID-Bleimantel ein Spaziergang gewesen. Und gleichzeitig ist ist Barbaras Blog nicht deprimierend, sondern dreht sich um Horrorfilme, Heldinnenreisen, Selbstannahme und sehr viel und sehr reflektiert um das Leben an sich. Es gibt immer etwas zu lernen und eine Menge Denkanstöße. Und ihr Reikikurs hat mir im MRT geholfen, nicht in Panik auszubrechen.

    Bonus-Inspiration

    Bist du auch schon mal sehr unglücklich aus einem Frisiersalon heraus marschiert? Ich schon und seit der Pandemie schneide ich meine Haare einfach selbst. Anscheinend geht es nicht nur mir so, auf jeden Fall erscheinen auf dem YouTube-Kanal Hair for Humans regelmäßig Kurzvideos, die ich unter der Kategorie „Seelenbalsam“ ablege.

    Die Klient:innen werden gründlich befragt. Nach ihren Wünschen, Beürfnissen und teils sehr frustrierenden Vorerfahrungen. Jules Heron hat eine magische Gabe, daraus eine zu der jeweiligen Person passende Frisur zu zaubern. Klingt bei weitem nicht so schön, wie es ist. Auch wenn ich selbst nicht für Geld und gute Worte Stufen oder ausrasierte Seiten haben möchte: Die Momente, in denen die jeweilige Person jeweils mit strahlenden Augen in den Spiegel schaut, sind immer wieder toll.

    Kleine wohltuende Häppchen statt Doomscrolling, was will ich mehr? Ist zwar kein Blog, war für mich aber eine echte Inspiration 2025!

    Andere Teilnehmende

    Bisher sind in folgenden Blogs Posts zum Dezember-Bloggerschnack unter dem Stichwort „Linkliebe“ erschienen:

    Wer hat dich im vergangenen Jahr inspiriert?

    Gab es für dich auch diese besonderen Blogbeiträge, die für dich das Jahr 2025 ausgemacht haben? Über die du lange nachgedacht hast oder die sich auf deinen Alltag ausgewirkt haben?

    Wie auch immer, ich wünsche dir ein inspirierendes Neues Jahr 2026!

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 Dezember 25

    Projekt52 Dezember 25

    Der erste Weihnachtstag eignet sich hervorragend, um meine Bilder für das Projekt52 im Dezember 25 auszusuchen und zu veröffentlichen. Am Anfang des Jahres war ich wirklich sehr enthusiastisch. Allerdings hätte ich nichts von Wert darauf verwettet, dass ich es wirklich schaffen würde, so tapfer am Ball zu bleiben.

    Falls du dich fragst, was hinter diesem Projekt überhaupt steckt: Es ist eine Gemeinschaftsaktion, angestoßen und organisiert durch Sari vom Heldenhaushalt. Sie lost für jeden Monat vier oder fünf Themen aus, die dann alle beteiligten Blogger:innen nach besten Kräften kreativ verarbeiten. Wie ich gehört habe, wird es 2026 eine Fortsetzung geben, yay!

    Meine Beiträge zum Projekt52 Dezember 25

    Chaos

    Nahaufnahme eines Stöckerhaufens, davor braunes Laub auf dem Boden in einem Garten

    Manche nennen es Chaos, andere naturnah, mein Vater bezeichnet diese Stöckerhaufen in meinem Garten als „romantisch“. Für mich klingt das alles nach legitimen Sichtweisen 😉

    Abendritual

    Ein Glas mit Wasser und ein Stapel Korkuntersetzer auf einer hellen Holztischplatte.

    Mein Abendritual ist nicht so photogen. Was in diesem Bild nicht enthalten ist: Wie dankbar ich der Habit-Tracker-App Habitica bin, dass ich jetzt morgens und abends einen festen Ablauf habe, der mein Wohlfühllevel so sehr angehoben hat.

    Jeden Abend, egal wie müde ich bin, räume ich den Wohnzimmertisch leer und fülle mir ein Glas mit Wasser, das ich dann auf den Nachttisch stelle. So kann ich am nächsten Morgen noch im Bett mein Thyroxin nehmen und muss mich nicht dafür so früh schon in die Senkrechte wälzen.

    Und wenn ich ins Wohnzimmer komme, bin ich nicht mehr vor lauter Gerümpel auf dem Tisch schon am frühen Morgen deprimiert. Danke Vergangenheits-Angela!

    Wärme

    Nahaufnahme von einer Sauna-Wandlampe. Die Lampe leuchtet in der ansonsten eher dunklen Sauna. Dadurch, dass vor dem Leuchtmittel dünne Holzstreifen sind, ist das Licht orangefarben und warm.

    Es ist mal wieder Zeit für etwas Wärme! Diese Sauna war schon im Keller eingebaut, als wir das Haus kauften, aber beschwert haben wir uns darüber auch nicht.

    Mein Superheld

    Da musste ich ein bisschen überlegen. Denn mein Superheld bleibt was Bilder angeht, lieber incognito.

    Meine Beiträge für Projekt52 von Januar bis November

    Das war es mit dem Projekt52 im Dezember 25. Und das war es mit P52 für 2025 insgesamt. Das ganze Jahr über habe ich kein Thema ausgelassen:

    Du findest alle meine P52-Bilder in einer kompletten Liste auch auf Pixelfed. Wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln, würde ich mich sehr freuen!

    Ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der Kategorie „Selbstgemacht“.

  • Das Fediverse kann auch anders

    Das Fediverse kann auch anders

    Normalerweise empfinde ich das Fediverse als sehr angenehm. Der Umgang miteinander ist meistens leichtherzig bis sachlich. Und auch wenn nicht alle in allem einer Meinung sind, kommen sie höflich miteinander aus. Ich finde es gerade spannend, auch mal andere Sichtweisen zu lesen. Und bisher dachte ich, ich könnte mich ziemlich darauf verlassen, dass das Niveau ganz anders ist als damals bei Twitter.

    Erst Spielspaß dann trauriger Ernst

    Das Gemüseturnier

    Im November lief im Fediverse das sagenumwobene Gemüseturnier. Dabei traten zu Beginn 64 Gemüsesorten gegeneinander an, um in verschachtelten Beliebtheitsumfragen weiterzukommen oder auszuscheiden. In diesen wilden Zeiten war das ein Lichtblick.

    Und viele Teilnehmende unterhielten sich mit Kolleg:innen am Mittagstisch, warum ganz klar der Brokkoli der Pastinake überlegen ist. Im Finale standen letztlich der Knoblauch und die Kartoffel, was für eine bezeichnende Entscheidung! Zur Freude der Mehrheit gewann der Knoblauch und anschließend konnten alle Gemüsesorten wieder harmonisch auf dem Teller miteinander auskommen.

    Vegane Missverständnisse

    Leider kam es in der Zeit danach zu unschönen Verwicklungen. Die hatten ausdrücklich mit der Veranstalterin und mit der Aktion des Gemüseturniers nicht direkt zu tun, sondern sehr indirekt. Allerdings behauptete eine Person schließlich, ich hätte sie in Privatnachrichten ganz schlimm mit Hass überzogen.

    Sie hatte eine absolute Behauptung der Sorte „XY ist nicht vegan“ aufgestellt. Es handelte sich um einen bei Medien beliebten Mythos, der regelmäßig viele Klicks generiert, weil er so abstrus ist und Diskussionen garantiert. Entsprechend meldeten sich vegane Menschen, um klarzustellen, dass sie das anders sähen.

    Ich versuchte, ihr den Hintergrund zu erklären, vor dem diese Menschen von dieser x-ten Wiederholung der Behauptung so verärgert waren. Außerdem gab ich ihr den Tipp, den Hashtag vegan nicht für nichtvegane Inhalte zu verwenden, wenn sie keine Debatte herausfordern will.

    Sie erklärte mir ausführlich und mehrfach, warum ihre Behauptung aber doch wahr sei und forderte mich auf, ihr zu sagen, was sie machen solle. Ich sagte ihr, dass ich das alles langsam anstrengend fände und als sie mir einen Block androhte, habe ich an der Stelle sie entnervt blockiert, um Ruhe zu haben. Das war ab da alles, was ich wollte: Meine Ruhe.

    Tagelang am Pranger

    Stattdessen verlinkte sie in den folgenden Tagen regelmäßig öffentlich meinen Account. Immerhin ging es nur um mein privates und nicht mein geschäftliches Fediverse-Profil. Sie behauptete, ich hätte

    • Hassnachrichten geschickt,
    • als „Anführerin“ ihr Menschen zum Shitstorm auf den Hals gescheucht
    • und ihr verboten, den Hashtag „vegan“ zu verwenden.

    Leider haben das viele Menschen ungeprüft und bereitwillig geglaubt und ihre Prangerposts zigfach geteilt. Ich wurde von vielen Menschen blockiert und immer wieder von einem Mob beschimpft, der weder mich kannte, noch wirklich wusste, was genau gelaufen war. Eine kleine Auswahl:

    „kein wertvoller Mensch“

    „Anti Demokraten“

    „bösartig“

    „Vegan-Taliban“

    „Nervensägen“

    „Unmenschen“

    🤮

    „Hier bitte justiziable Bezeichnung einsetzen“

    „Deppen“

    „nicht ganz klar im Kopf“

    „Schariapolizei“

    „Sekte“

    „Arschkrampen“

    „bekloppt“

    „ekligerer Teil der Menschheit“

    „Arschgeigen“

    „Hooligans“

    „Veganpolizei“

    „nur, weil ihr voll Hass seid“

    „Schwachmaten“

    Einer der Beteiligten schrieb tatsächlich als Tipp für die vielen angeblich eintrudelnden Hassnachrichten:

    „Alternativ kannst Du das natürlich immer auch an die Meute verfüttern“

    Er hat da schon genau die richtigen Worte gewählt, denn so fühlte sich das an. Wie eine Meute.

    Fürs Protokoll: Mir ist es egal, wer was unter welchem Hashtag ins Fediverse oder wo auch immer postet. War es auch vorher schon. Nur müssen sich Menschen nicht wundern, dass manche anderen Menschen genervt sind, wenn sie eigentlich Rezepte oder andere nette Beiträge erwarten, und dann erscheinen Dinge wie

    „Dieses Essen ist nicht # vegan aber lecker“

    oder

    „Ich möchte manchmal die ganze # vegane Bubble anzünden.“

    Beides tatsächlich so geschrieben. Das ist einfach nicht hilfreich, sondern Provokation. Aber wie gesagt, ich stelle das allen frei, habe ja auch überhaupt kein Recht, irgendwem irgendetwas zu verbieten.

    Was mich so enttäuscht hat

    Noch heute sitze ich fassungslos hier und frage mich, was da in der Kommunikation schief gelaufen ist, sodass ich plötzlich öffentlich als Hassperson da stand. Wirklich enttäuschend an der Geschichte war, wie der Mob sich immer wieder gegenseitig aufschaukelte, denn wie wir ja alle wissen, sind vegane Menschen militant und absurd und müssen ja die Aggressoren sein.

    Ganz wenige haben sich zwischenzeitlich mal gewundert. Geschrieben, dass sie gar keine Hasskommentare sehen. Aber daraus haben sie nicht den Schluss gezogen, dass es jedenfalls öffentlich gar keinen Shitstorm gab. Sie haben sich das immer wieder irgendwie anders zurecht erklärt. Weil es ja nicht sein konnte, dass der Stress nicht von mir ausging.

    Sie haben auch geglaubt, dass es Hass-E-Mails gegeben habe, obwohl nirgends eine E-Mail-Adresse auftauchte. Das logische und kritische Denken hatte anscheinend vor lauter Wut komplett ausgesetzt. Bei Menschen, die die exakt gleichen Dynamiken in anderen Zusammenhängen erkennen und massiv kritisieren würden.

    Darunter waren Menschen, die von der vorausgehenden Debatte nichts mitbekommen hatten. Und andere, die mich eigentlich aus früheren Onlinebegegnungen kannten und von denen ich nicht erwartet hatte, dass sie mich als Hasskommentatorin einschätzen würden. Am Ende ist es ja so, dass es sich nicht lohnt, solche Dinge persönlich zu nehmen. Und es sagt auch mehr über die betreffenden Menschen aus als über mich.

    Irgendwann habe ich die Profile nur noch blockiert, die diese gehässigen Posts über mich geteilt oder mir gegenüber verächtlich kommentiert haben.

    Meine Lektionen aus diesem Onlinekonflikt

    Trotzdem hat mich das getroffen und in dieser Zeit hat mir das viel Zeit und viel emotionale Energie weggefressen. Ich konnte schlecht schlafen und habe immer wieder nachgeguckt, ob sie sich immer noch über mich auslassen. Das hat mich besonders geärgert, dass ich da nicht standhaft geblieben bin und es nicht einfach ignoriert habe.

    Vermutlich werde ich über dieses Erlebnis noch eine Weile nachdenken und mir überlegen, was ich daraus lernen will. Ein paar Erkenntnisse habe ich schon mitgenommen. Hier noch einmal für mich zur Erinnerung:

    • Nicht alles, was jemand über andere Menschen behauptet, muss der Realität entsprechen. Erst recht nicht online, auch nicht im sonst so vernünftigen Fediverse.
    • Wenn Menschen mich verurteilen, obwohl die mich und die Situation nicht kennen, hat das nichts mit mir zu tun.
    • Gruppendynamiken finden auf den kuscheligsten Plattformen statt.
    • Wenn mir mein Bauchgefühl sagt, dass eine Person gerade in der Vorweihnachtszeit mir nicht gut tun wird, dann halte ich mich in Zukunft gleich von ihr fern.
    • Von veganen Menschen wird im Zweifelsfall erwartet, dass sie besser gar nichts öffentlich zum Themenfeld Veganismus sagen, und wenn es denn unbedingt sein muss, dann in ganz viel Watte gewickelt. Aber am besten lieber wirklich gar nichts.

    Wenn nicht alle gleich sind

    Vor allem der letzte Punkt ist für mich eine Herausforderung. Denn die Tierhaltung für Konsumzwecke hat auf diversen, teils miteinander verknüpften Ebenen gravierende negative Folgen. Für den Planeten, die Tiere und für uns Menschen. Und da finde ich es schwierig, mich immer zurückzuhalten, um nur ja nicht anzuecken.

    Zumal es nichtveganen Menschen deutlich eher zugestanden wird, sich zum Themenkomplex zu äußern, Fehler zu machen, schlecht gelaunt zu sein, Dinge misszuverstehen, Fehlinformationen zu behaupten, den eigenen Hashtag nicht mit Provokationen vollgestellt zu bekommen und offensichtlich reichlich gehässige Urteile über andere Menschen auszusprechen. Schließlich sind sie auch die Mehrheit.

    Wie schön wäre es, wenn wir alle entspannter wären und gegenseitig mehr Nachsicht walten lassen könnten. Egal ob vegan oder nicht. Und das nicht nur im Fediverse.

    Wie sind deine Erfahrungen?

    Ist dir auch schon einmal so eine Geschichte passiert? Bei der du im Nachhinein nur staunen konntest, wie ein Aneinander-Vorbeireden so eskaliert ist?

    Wenn ja, wie bist du damit umgegangen? Was hat es mit dir gemacht, dass Menschen dich für einen bösartigen Unmenschen gehalten haben?

    Wenn nicht, freut es mich sehr für dich. Wie gesagt, bisher waren meine Erfahrungen auch ganz anders. Und ich hoffe, wenn sich der Staub gelegt hat, wird es auch für mich wieder ruhiger werden.

    Fediverse-Reaktionen
  • Story Challenge December 2025 – Apple

    Story Challenge December 2025 – Apple

    My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge December 2025. The prompt was „apple“ and the required word count was 300.

    Progression

    Tessa never volunteered for this trip. She has at least been lucky with her assignment in botanical, specifically in fruit tree seed bank maintenance. From time to time, like today, she plants a few seedlings to ensure they are still alive.

    They never make it to full height due to the lack of space. Tessa can only ever let them bear fruit once.

    Marc turns up in her lab just when she is filling up the pots. Tessa manages a smile, just about. He flops down on the creaky visitor’s chair.

    “I haveve no idea why I keep repairing the drive modules,” he grouses. “They’re just going to fall apart again! Nothing on this ship was made to last this long!”

    He is a Third-Generation Ark Passenger just like Tessa with a knack for fixing things, much to his dismay.

    May’s voice crackles from the loudspeaker: “Hey! Guess what’s for dessert tonight?”

    “Recycled organic matter like usual?” Marc deadpans.

    For a few seconds, the only thing they hear is May frowning.

    “No, it’s apple pie, thanks to Tessa! You know, I can’t wait to see you plant your seeds in real soil on a real planet one day.”

    “We’ll see,” Tessa says. She shakes the pots, smoothing out their contents.

    “Right… I guess I’ll go back to baking.”

    Tessa winces at the deflated tone in her little sister’s voice, yet Marc isn’t done venting.

    “Wish I could go back in time to the First Genners. They set us on this path and couldn’t even get their calculations right! You do know we missed our destination trajectory ages ago, right?”

    “Yeah. But I’ll be the last person to tell May,” Tessa says and looks into the bag labelled Earth. Just enough left in there for one last generation of apple trees.

    Want to read more stories?

    Did you like my contribution to the story challenge December 2025?

    On my blog you can find and read more of my stories!

  • Häkelanleitung für Weihnachtswichtel

    Häkelanleitung für Weihnachtswichtel

    Hast du auch eine Sammlung von Wollresten in diversen Farben? Ich habe eine kleine Kiste voll davon. Denn bei Häkelprojekten bleiben ja oft gefühlt 80% der Knäule übrig. Aber in dieser Adventszeit verbrauche ich bewusst ein paar dieser Reste und teile die dabei entstandene Häkelanleitung für Weihnachtswichtel mit dir. Und zwar steckt diese hinter dem sechsten Türchen des Bloghexenforum-Adventskalenders. Gestern beim WMDEDGT gab es ja schon einen Spoiler dazu.

    Leider bin ich die Sorte Häklerin, die Banderolen direkt ins Altpapier wirft. Deswegen bin ich mir oft nicht sicher, wie dick die jeweilige Wolle wirklich ist. Allerdings ist für das Projekt Wichtel egal, ob ich exakt gleiche Wollarten miteinander kombiniere. Denn die Mütze wird einfach so lange weiter gearbeitet, bis sie auf den Körper passt.

    Dabei halte ich mich an diese Anleitung für gehäkelte Kegel. Wenn dir die Mütze nicht spitz genug ist, kannst du einfach auf die Version zugreifen, bei der pro Runde nur eine Masche zugenommen wird. Und das ist generell eine Sache, die mich am Häkeln und Stricken fasziniert: Wie viel Mathematik dahinter steckt. Und wie dabei aus Kegeln, Kugeln, Zylindern und ähnlichen Bauteilen eine erstaunliche Vielfalt an Figuren entsteht.

    Was brauchst du an Material und Vorkenntnissen?

    Jetzt aber los! Du brauchst:

    • eine Farbe für den Körper und die Ärmel
    • eine Farbe für die Mütze (gerne Flauschwolle) und eventuell Handschuhe (dann sollten die Wollreste für den Körper und die Mütze aber ungefähr gleich dick sein)
    • eine Farbe für die Nase und die Hände (wenn dein Wichtel auch so tapfer handschuhlos sein soll wie meiner), in meinem Fall beige
    • eine Farbe für den Bart, in meinem Fall weiß
    • ein Stück Stoff oder Plastiktüte
    • etwas Schweres und Rieselfähiges, in meinem Fall Streugut
    • Füllwatte
    • eine Wollnadel
    • eine zu deiner Wolle passende Häkelnadel, bei mir war es die Nummer 2,5

    Zusätzlich will ich noch einmal ausprobieren, wie so ein Wichtel mit Flechtzöpfen aussieht. Und zwar in den Versionen mit und ohne Bart. Denn es kann ja sein, dass weibliche Weihnachtswichtel wie Terry Pratchetts Zwerge genauso Bart tragen.

    Außerdem kommen folgende Häkeltechniken und Abkürzungen vor:

    • einen Magic Ring (YouTube-Link)
    • feste Maschen = fM
    • zunehmen = zun (1 zun bedeutet, dass du zweimal in dieselbe Masche häkelst, an dieser Stelle dann also 2 Maschen sind)
    • abnehmen = zus (1 zus bedeutet, dass du zwei Maschen zusammenhäkelst, an dieser Stelle dann also 1 Masche weniger ist)
    • feste Maschen in die hintere Schlaufe
    • Kettmaschen KM
    • Farbwechsel

    Wenn sich Muster innerhalb einer Runde (im Folgenden Rd) wiederholen, stehen sie in eckigen Klammern: [ ]

    Wie du siehst, ist diese Häkelanleitung für Weihnachtswichtel wirklich übersichtlich. Und je nachdem, wie gut du dich auf das Zählen konzentrieren kannst, ist es möglich, nebenbei fernzusehen oder zum Beispiel einen Podcast oder gar Weihnachtsmusik zu hören.

    Ich persönlich brauche zum Zählen immer Ruhe, also maximal Instrumentalmusik 😉 Auch ein Maschenmarkierer hilft sehr, ich lasse einfach immer einen andersfarbigen Faden mitlaufen, den ich abwechselnd vor und hinter die Arbeit lege und am Ende herausziehe.

    Den Weihnachtswichtel häkeln

    Körper

    Rd1: Magic Ring, 6 fM (6 Maschen)

    Rd2: 6 zun (12 Maschen)

    Rd3: 6x [1 fM, 1 zun] (18 Maschen)

    Rd4: 6x [1 fM, 1 zun, 1 fM] (24 Maschen)

    Rd5: 6x [3 fM, 1 zun] (30 Maschen)

    Rd6: 6x [2 fM, 1 zun, 2fM] (36 Maschen)

    Rd7: 6 fM in die hinteren Schlaufen (36 Maschen)

    Dadurch entsteht eine Kante, sodass die Figur am Ende stabiler steht.

    Rd8 bis Rd12: 36 fM (36 Maschen)

    Rd13: 2x [1 zus, 16 fM] (34 Maschen)

    Rd14: 34 fM (34 Maschen)

    Rd15: 8 fM, 1 zus, 15 fM, 1 zus, 7 fM (32 Maschen)

    Rd16: 32 fM

    Rd17: 2x [1 zus, 14 fm] (30 Maschen)

    Rd18: 7 fM, 1 zus, 13 fM, 1 zus, 6 fM (28 Maschen)

    Mit einer KM in die nächste Masche beenden, Faden abschneiden und durchziehen.

    Mütze

    Rd1: Magic Ring, 6fM (6 Maschen)

    Rd2: 2x [2 fM, 1 zun] (8 Maschen)

    Rd3: 1 fM 1 zun, 3fM, 1 zun, 2 fM (10 Maschen)

    Rd4: 2x [4 fM, 1 zun] (12 Maschen)

    Rd5: 2 fM 1 zun, 5fM, 1 zun, 3 fM (14 Maschen)

    Rd 6: 2x [6 fM, 1 zun] (16 Maschen)

    Rd7: 3 fM 1 zun, 7 fM, 1 zun, 4 fM (18 Maschen)

    Rd8: 2x [8 fM, 1 zun] (20 Maschen)

    Entsprechend setzt sich das Muster fort. In geradzahligen Runden häkelst du immer:

    2x [Rundenzahl fM, 1 zun]

    Und in ungeradzahligen Runden ist das Muster:

    (Rundenzahl : 2 – 0,5) fM, 1 zun, Rundenzahl fM, 1 zun, (Rundenzahl : 2 + 0,5)

    So ergibt sich zum Beispiel:

    Rd16: 2x [16 fM, 1 zun] (36 Maschen)

    Rd17: 8 fM 1 zun, 17 fM, 1 zun, 9 fM (38 Maschen)

    Von unten nach oben Rd1 bis Rd7,
    gehäkelt von rechts nach links

    Auf diese Weise habe ich die 2 extra Maschen pro Runde immer etwas versetzt zugenommen, damit der Kegel schöner wird. Allerdings kannst du auch die Maschen immer an derselben Stelle zunehmen. Dann sieht die Anleitung so aus:

    Rd1: Magic Ring, 6fM (6 Maschen)

    Rd2: 2x [2 fM, 1 zun] (8 Maschen)

    Rd3: 2x [3 fM, 1 zun] (10 Maschen)

    Rd4: 2x [4 fM, 1 zun] (12 Maschen)

    Und so weiter, bis die Mütze groß genug ist. Also immer

    2x [Rundenzahl fM, 1 zun]

    in jeder Runde, egal ob gerade oder ungerade.

    So oder so: Schließlich beendest du die Mütze mit einer KM, schneidest den Faden lang ab und ziehst ihn durch. Diesen Faden brauchst du zum Annähen.

    Für die rote Mütze habe ich 19 Runden gearbeitet, sodass die letzte Runde 42 Maschen hatte. Bei der grünen Mütze waren es 24 Runden mit 52 Maschen in der letzten Runde.

    Wichtig ist, dass die Mütze locker über das Unterteil gestülpt werden kann. Vorne vielleicht 5 mm und hinten eher 10 mm.

    Nase

    Rd1: Magic Ring, 5 fM (5 Maschen)

    Rd2: 5 zun (10 Maschen)

    Rd3 und Rd4: 10 fM

    Rd5: 3 zus, die Nase mit Watte befüllen, 2 zus (5 Maschen)

    Dann mit einer KM in die nächste Masche beenden, den Faden lang abschneiden und durchziehen. Diesen Faden brauchst du zum Annähen.

    Arme

    Du beginnst entweder mit der Mützenfarbe für Handschuhe oder mit der Nasenfarbe für bloße Hände.

    Rd1: Magic Ring, 5 fM (5 Maschen)

    Rd2: 5x zun (10 Maschen)

    Rd3: 10 fM (10 Maschen)

    Jetzt wechselst du zur Körperfarbe. Es sei denn, du möchtest andersfarbige Ärmel haben.

    Rd4 bis Rd9: fM (10 Maschen)

    Die Arme beendest du mit einer KM und wieder einem langen Fadenende. Denn auch diesen Faden brauchst du zum Annähen.

    Den Weihnachtswichtel zusammennähen

    Jetzt geht die Häkelanleitung für Weihnachtswichtel in die letzte Phase: Damit der Wichtel weniger leicht umkippt, fülle ich das Streugut in ein Stück aus einer alten Plastiktüte und binde dieses oben zu. Dieses Gewicht kommt unten in den Körper hinein, der Rest wird mit Füllwatte ausgestopft. Du kannst statt der Tüte auch einen Stoffrest verwenden. Mit der Menge musst du vielleicht ein bisschen herum probieren.

    Anschließend befestigst du an der oberen Kante des Körpers die Wolle für den Bart und schneidest ihn nach deinen Wünschen zurecht. Danach nähst du die Nase darauf. Ich gebe zu, das ist etwas fummelig.

    In den Bildern siehst du jeweils alle Teile für einen grünen Wichtel mit bloßen Händen und einen rot-grauen Wichtel mit roten Handschuhen. Der zweite Weihnachtswichel hat schon einen Bart.

    Jetzt stopfst du auch die Mütze mit Watte aus und nähst sie auf den Körper und die Nase. Im Nachhinein empfehle ich, die Mütze mit Stecknadeln festzustecken, damit sie am Ende symmetrisch sitzt.

    Zum Schluss nähst du die Arme fest. Alternativ kannst du sie auch zuerst an der oberen Körperkante befestigen und hinterher die Mütze darüber nähen. Dann muss allerdings die Mütze etwas größer gearbeitet werden.

    Der Vollstädigkeit halber hier noch der zweite Wichtel. Es scheint mir einen anderen Charakter zu haben, vielleicht liegt es auch am struppigeren Bart.

    Der Bloghexen-Adventszauber

    Ich hoffe, diese Häkelanleitung für Weihnachtswichtel hat dir gefallen. Außerdem war sie hoffentlich verständlich. Falls nicht, freue ich mich über Nachfragen in den Kommentaren. Dieser Beitrag ist im Rahmen des Adventskalenders des Bloghexenforums entstanden. Dabei war am fünften Dezember Katja von WuselGewusel mit einem „not so ugly Christmas Sweater“ dran und am siebten Dezember öffnete sich ein Türchen bei Astrid vpn Kafeekochen war gestern. Sie schreibt darüber, wie wir uns Weihnachten leicht und und mit einfachen Dingen froh und munter machen können. Schau auch dort sehr gerne vorbei!

    Aber auch alle anderen Türchen versprechen eine Menge Weihnachtsstimmung. Daher empfehle ich, einfach regelmäßig auf der Hauptseite vorbei zu gucken.

    Abschließend wünsche ich Dir einen zauberhaften Nikolaustag, eine stimmungsvolle weitere Adventszeit und schöne Weihnachten. Und natürlich viel Spaß beim Wichtelhäkeln! Wenn du nach dieser Anleitung einen Weihnachtswichtel herstellst und Bilder davon teilst, freue ich mich über einen Link dazu in den Kommentaren.


    In meinem Blog teile ich immer mal wieder Beiträge unter dem Stichwort Selbstgemachtes.

    Fediverse-Reaktionen
  • WMDEDGT im Dezember 25 – Lauter Übungen im Prioritätensetzen

    WMDEDGT im Dezember 25 – Lauter Übungen im Prioritätensetzen

    Fast hätte ich es vergessen: Heute antwortet wieder eine Runde Blogger:innen auf die Frage von Frau Brüllen, was wir denn so den ganzen Tag machen. Kurz gesagt: WMDEDGT im Dezember 25.

    Morgens

    Den Wecker habe ich mir auf 6:30 Uhr gestellt. Denn ich hatte vollmundig einen DIY-Beitrag für das sechste Türchen des Bloghexen-Adventskalenders versprochen. Leider bin ich mir treu geblieben und habe die Vorbereitung vor mir her prokrastiniert. Heute vormittag muss ich entsprechend noch einiges häkeln und zusammennähen.

    Vermutlich aus nackter Panik werde ich um 5:15 Uhr schon von selbst wach. So kann ich mich noch ein bisschen hin und her drehen und dann tapfer mit dem Weckerklingeln aufstehen. Bis zum Frühstück habe ich tatsächlich schon einiges in Ruhe weggehäkelt. Mein Mann macht Freitags immer Home-Office und ich kann mich besser aufs Maschenzählen konzentrieren, wenn es leise ist und ich alleine im Raum sitze. Der Versuch, nebenbei auf Magentamusik.de den Mitschnitt eines Wackenkonzertes zu hören, geht prompt nach hinten los und ich muss dreimal dieselben paar Runden wieder aufribbeln.

    Nebenbei hake ich auch noch meine übliche Liste ab. Denn immerhin belohnt mich meine Habittracker-App mit Klingeln, Gold und Punkten. Was den Menschen eben dazu motiviert, zum Teil eher langweilige, aber regelmäßig anstehende Aufgaben zu erledigen. Um kurz nach elf sind alle Einzelteile fertig gehäkelt und ich kann meinen Lernblock (WordPress und Barrierefreiheit) anfangen. Der ist wenigstens echt unterhaltsam.

    Allerdings verschiebe ich die Lektüre meiner diversen elektronischen Adventskalender auf den Abend, sonst wird das nichts mehr mit den Photos bei Tageslicht. Prioritäten setzen ist nicht meine größte Stärke, also reiße ich mich extra zusammen.

    Mittags

    Ich freue mich darüber, dass die Solawi eine Rote-Bete-Schwemme hatte. Normalerweise reicht mein Meal-Prep nur bis Donnerstags, aber heute habe ich noch eine große Portion Gemüse übrig. Nebenbei: Dass die Rote Bete nicht im Fediverse-Gemüseturnier 2025 gewonnen hat, betrachte ich als Skandal.

    Um 13 Uhr muss ich schon losstapfen zu zwei Schülern, die praktisch Haus an Haus wohnen. Dieses Schuljahr gebe ich keine Nachhilfestunden, zu denen ich mit dem Auto fahren müsste, das freut sowohl die Stromrechnung als auch meinen Schrittzähler.

    Der eine der beiden Viertklässler begrüßt mich sogar mit:

    „Heute habe ich richtig Bock, mit dir zu üben!“

    So macht Arbeiten Spaß!

    Nachmittags

    Die beiden Jungen stehen aber insgesamt ziemlichen Herausforderungen gegenüber. Der eine soll für die nächste Deutscharbeit üben: Sie werden ein paar Stichworte vorgegeben bekommen und dazu Märchen schreiben. Der arme Junge hat sich in den Kopf gesetzt, über einen Drachen zu schreiben, der schrecklichen Hunger hat. Ich muss mehrere Male wiederholen, dass er die anderen Figuren, die ich mir aus dem Hut gezogen habe, auch in seiner Geschichte vorkommen sollen. „Ach Mensch!“, sagt er. Leider hilft alles Wehklagen nichts.

    Auch der zweite Schüler hat es nicht leicht. Sein Kumpel klingelt zehn Minuten vor Ende unserer Stunde an der Tür und sein Vater lotst besagten Kumpel so diskret er kann an uns vorbei. Ab diesem Zeitpunkt wird es mit der Konzentration etwas eng. Trotzdem haben wir viel zu lachen, als wir „Stadt-Land-Fluss“ mit Märchenelementen spielen. Beim N kommen wir beide unabhängig voneinander auf die „magischen Gegenstände“ Nadel und Nudel.

    Die dritte Schülerin kommt zu mir nach Hause und ist mit ihrer Kurvendiskussion im Vergleich gut bedient. Wobei ich befürchte, dass sie das anders sieht. Dieses Schulhalbjahr ist in Schleswig-Holstein und Hamburg furchtbar kurz und bei der Klausuren-Lawine kommt nur bedingt Weihnachtsstimmung auf.

    Ich dagegen bin sehr in Weihnachtslaune. Als ich beim Bäcker vorbeigehe, bewundere ich den großem Baum und die selbst gestalteten Anhänger. Von diesen Kugeln gab es einige, sie sahen so aus, als hätten die Kinder darin Farbgranulat verteilt und irgendwie fixiert. Spannende Sache. Manche Farbkombinationen waren aber deutlich gewagter.

    Abends

    Mir dämmert so langsam, dass heute eigentlich die neue Folge „Talk ohne Gast“ herausgekommen ist. Stattdessen schreibe ich noch etwas an meinem „WMDEDGT im Dezember 25“ und füge die Photos in den Adventskalender-Beitrag ein. Hier noch schnell ein Spoiler/Rätselbild:

    Die Einzelteile müssen noch zusammengenäht werden. Das ist normalerweise nicht meine Lieblingsaufgabe, daher habe ich noch einige unfertige Projekte aus vergangenen Jahren herumliegen. Bei dieser Aktion hilft es aber nichts und ich habe gerade großes Mitgefühl mit den beiden Grundschülern. Immerhin fehlt danach nur noch das Bild vom fertigen mysteriösen Objekt und das sechste Türchen steht.

    Ansonsten bin ich für morgen extrem gespannt auf die Wacken-Zeltplatz-Buchung. Ich will wieder ein „mein-Zelt-schon“-Paket haben und morgen werden die Angebote freigegeben. Hoffentlich bricht da nicht wieder alles zusammen und hoffentlich bekomme ich eine Unterkunft gebucht.

    Achso und außerdem ist ja morgen noch Nikolaus. Schuhe putzen werde ich heute aber garantiert nicht mehr. Und die elektronischen Adventskalender sowie „Talk ohne Gast“ müssen auch bis zum Wochenende ohne mich klarkommen.

    Wie war dein 5. Dezember?

    Hast du auch schon mal bei WMDEDGT mitgemacht? Wie ist dein Tag gelaufen, hattest du auch jede Menge Prioritäten abzuwägen?

    Wir sehen uns dann an gleicher Stelle wieder zum 5. Januar, da hoffe ich auf deutlich mehr Entspannung 😉

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick November 25 – Ich will wieder an die Nordsee!

    Monatsrückblick November 25 – Ich will wieder an die Nordsee!

    2025 neigt sich konsequent dem Ende entgegen. Also ist es Zeit für meinen Monatsrückblick November 25. Ich wiederhole mich vielleicht, aber es war einiges los und ich konnte einige Vorhaben abhaken, andere wandern in den Dezember weiter.

    Besonders gut haben mir die beiden Wochenenden auf Reisen getan. Ich bin wirklich sehr gerne zuhause und gleichzeitig stelle ich im Nachhinein regelmäßig fest, was ein Tapetenwechsel alles ausmacht. Vor allem, wenn ich dabei am Meer durchgepustet werde!

    Schritte am Strand Richtung Kondition

    Was hatte ich im November 25 vor und was ist daraus geworden?

    • Mal wieder mit den Four Agreements beschäftigen.
      → Das habe ich total vergessen.
    • In Sachen UnplugTrump meinen YouTube-Kanal löschen und zu PeerTube umziehen. → Auch dieser Punkt ist mir durchgerieselt.
    • Meine Synapsen mit Nikotinpflastern von Spikeprotein-Bruchstücken befreien. ✔️ → Das war sehr interessant und wird in einem eigenen Blogpost aufgearbeitet.
    • Ein langes Wochenende auf Amrum verbringen. ✔️
      → Ach, ich bin so verliebt in diese Insel!
    • Die Clutterbugchallenge fortsetzen. ✔️ → Ich bin immer noch begeistert, wie sehr mir dieses niedrigschwellige Format entgegenkommt.
    • Photos unter den Hashtags Bloomscrolling, ThinkTrunkTuesday und SilentSunday teilen. → Zum Glück warten die Bilder in meinen elektronischen Ordnern geduldig auf mich.
    • Mehrmals Nordic Walking, eine Laufrunde. → Immerhin habe ich meine tägliche Schrittzahl von circa 7000 auf fast 8000 gesteigert. Das reichte schon aus, um mich abends wieder sehr müde zu fühlen.
    • Über die A7 wandern. → Das schiebe ich auch in den Dezember.
    • Das schwarze Leinen zu einer Hose vernähen. ✔️ → Das Leinen hatte ich noch in Brunsbüttel gekauft also vor Dezember 2016. Endlich ist es vernäht, es gab keinen Anlass zum Fluchen und die Hose passt. Kaum zu fassen!

    Projekt Gesundwerden

    Im August hatte ich meinen Termin in der post-COVID-Klinik in Kiel. Der Arzt sagte mir, meine Müdigkeit würde mit der Zeit wieder ausheilen. Und ich könne das unterstützen, indem ich immer mal wieder vorsichtig meine Belastungsgrenze austeste. Ein Teil könne auch darauf zurück gehen, dass ich seit 2023 höhere Pulsbereiche vermeide.

    Entsprechend wollte ich eigentlich im November laufen gehen. Aber in der Realität war mir dann doch nicht danach, also fiel es aus. Immerhin bin ich auf fast 8000 Schritte pro Tag gekommen, während ich den Rest des Jahres eher bei einem Durchschnitt von 7000 Schritten, meistens etwas weniger lag. Zu Anfang des Jahres hatte ich schon mal versucht, meine Schrittzahl zu steigern, aber der Bleimantel wurde damals dadurch deutlich schwerer.

    Zusätzlich habe ich im November ausprobiert, ob Nikotinpflaster mir gegen die Müdigkeit helfen. Hört sich abenteuerlicher an, als es ist, und ich werde noch einmal gesondert darüber bloggen. Jedenfalls war ich recht zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn ich jetzt mit so vielen Extraschritten abends wieder ein bisschen platt bin. Allerdings auf der anderen Seite nicht so platt wie im Januar.

    Meine Aufgabe ist jetzt, genau in mich hineinzuhorchen. Mich gleichzeitig nicht zu überfordern, aber auch aus der Schonhaltung wieder herauszukommen und mal kurzzeitig den Puls zu steigern. Ganz vorsichtig und beständig. Für den Dezember plane ich eine Kombination aus den Pflastern und Konditionstraining. Es bleibt spannend.

    Amrum im November

    Diese Insel hatte ich ganz anders in Erinnerung. 2022 haben wir dort eine Freundin besucht, auch für ein langes Wochenende. Allerdings war sie mit dem Auto dort und kutschierte uns an diverse touristisch interessante Orte. Daher dachte ich irgendwie, Amrum sei viel größer und asphaltierter.

    Jetzt habe ich meine Cousine besucht, die mit ihren Kindern auf der Insel eine Kur macht. Wir beide waren ohne Auto da und es stellte sich heraus, dass alle möglichen Orte vom mittig gelegenen Nebel aus sehr wohl fußläufig erreichbar sind. Die vielen breiten Straßen aus meiner Erinnerung entpuppten sich als eine Hauptstraße, die von Süden nach Norden verläuft. Und auf der ein Bus hin und her fährt, in dem mein Deutschlandticket akzeptiert wurde.

    So zeigt sich mal wieder, wie viel die Perspektive für die Wahrnehmung ausmacht. Es war insgesamt ein ganz neues Erlebnis, dass die Sonne immer um halb fünf im Meer versank, dass so wenige andere Menschen vor Ort waren und dass andererseits dadurch einige Restaurants geschlossen hatten. Verständlicherweise.

    Wir sind einige Kilometer gemeinsam spazieren gegangen. Für die vierjährige Tochter meiner Cousine war das allerdings schon eine Challenge. Die ganz langen Spazierwanderungen habe ich daher alleine unternommen, was mir wiederum beim intensiveren Kennenlernen der Insel geholfen hat. Insgesamt verbringe ich tatsächlich sehr gerne Zeit alleine und genieße den Herbst, falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte 😉

    Meine Unterkunft war in Nebel und ich bin immer noch sehr verliebt: Was für ein zauberhafter kleiner Ort mit alten, teils reetgedeckten Häuschen und schmalen Straßen! Zudem haben meine Großeltern in der Kirche von Nebel geheiratet und meine Mutter in der Kapelle in Wittdün taufen lassen. Da konnten wir einige Photos und Videos verschicken und meine Mutter war total glücklich, dass sie so indirekt in dieses Familientreffen mit eingebunden war.

    Jetzt bin ich sehr entschlossen, nochmal wieder nach Amrum zu reisen. Das habe ich zwar 2022 schon gesagt, jetzt meine ich es aber wirklich. Da gibt es noch einiges zu entdecken und das nächste Mal dann wieder zu Fuß.

    Was habe ich im November 25 gelesen?

    Gehwegparken

    Wenn ein Foto plötzlich die Stadt spaltet – Warum Online-Debatten so eskalieren (und was wir daraus lernen können)

    In diesem Blogbeitrag geht es zunächst einmal ums Gehwegparken. Aber noch mehr geht es darum, wem wir Raum und Bewegungsfreiheit zugestehen, und welche Muster häufig in der Kommunikation automatisch ablaufen.

    Eine Person aus Offenburg berichtete auf Facebook über einen Lieferwagen auf dem Gehweg. Darauf folgte die leider schon gewohnte Debatte mit Nebenschauplätzen und wenig Austausch auf der Faktenebene.

    Diese drei Parkprobleme habe ich in Halstenbek an einem Tag innerhalb von fünf Minuten gesehen. Auf einer Strecke von höchstens einem Kilometer. Zwei davon parkten in einer Feuerwehrzufahrt, an keinem hätte ein Rollstuhl oder ein breiterer Kinderwagen gut vorbei gepasst.

    Ich möchte selbst auch keinen Lieferwagen fahren. Gleichzeitig gilt auch für diese Fälle die StVO und allgemein ein Mindestmaß an Rücksichtnahme auf andere Menschen. Ich denke, hier in Halstenbek würde die Debatte ähnlich wild laufen.

    Erfreulicherweise liefert der Artikel Hinweise, wie wir unseren Teil zu einer kontruktiven Debattenkultur beitragen können. Und endet mit einem optimistischen Fazit: „Lass dich nicht entmutigen!“

    Was habe ich im November 25 gesehen?

    „Was läuft, Ostdeutschland?“

    3Sat bietet in der Mediathek diese Doku an. Dafür ist ein Schweizer Journalist in einer Art (wie er sagte) „Road Movie“ von Schmalkalden aus bis nach Mecklenburg-Vorpommern gereist und hat Menschen angesprochen und gefragt, wie es ihnen geht.

    Sein Vorteil ist, dass er sich immer als „neutrale Schweiz“ vorstellen kann. So kam er mit Menschen ganz anders ins Gespräch, als es vielleicht jemand anderes von einem deutschen öffentlich-rechtlichen Sender könnte.

    Die Doku präsentiert zum Teil im buchstäblichen Sinn kontroverse Ansichten. Einerseits die Perspektive auf die Ostdeutschen, die sich ohne Marshallplan im Rücken aus dem Umbruch heraus selbst in die Demokratie wurschteln sollten. Andererseits die Sicht auf 35 Jahre Anspruchshaltung dem Staat gegenüber.

    Diese Kontraste und die Offenheit des Teams den Menschen gegenüber machen diese Sendung zu einem aufschlussreichen Blick auf den Osten Deutschlands.

    „Was Zeitmanagementsystemen oft fehlt“ (YouTube-Link)

    Dieses Video fand ich sehr erhellend. Emm Bright beschäftigt sich mit Produktivitätssystemen und diskutiert in diesem kurzen Video, warum so viele davon in ihrem Alltag auf Dauer scheitern.

    Sie unterscheidet Ziel-orientierte und Aufgaben-basierte Systeme. Und erzählt, wie sie lange zwischen dem herausgezoomten Ansatz der großen Ziele und dem kleinschrittigen Planen von ToDos hin und her gependelt ist.

    Letztlich stellt sie fest, dass bei vielen Systemen eine Schicht fehlt: Die banalen Alltagsroutinen, wie zum Beispiel Haushaltsaufgaben und der familiäre Care-Bereich. Ein paar wenige Systeme scheinen diese routinemäßig wiederkehrenden Tagesordnungspunkte zu berücksichtigen. Allerdings sind diese, wie es scheint, von Frauen erstellt worden. An der Stelle ergaben sich in den Kommentaren interessante Schlussfolgerungen.

    Ich habe aus diesem Video für mich hauptsächlich noch einmal mitgenommen, dass es nicht an mir liegt, dass ich persönlich noch kein Zeitmanagementsystem gefunden habe, das bei mir auf Dauer funktioniert. Bis auf die Systeme, die ich selbst für mich individuell entwickelt habe. Die machen immer mehr, was sie sollen.

    Was habe ich im November 25 gehört?

    Wie schützen wir die Demokratie vor Tech Bros und KI?

    Das ist die neueste Folge von Wind und Wurzeln, einem Podcast mit Marina Weisband. Es geht (mal wieder) um einen kritischen Blick auf „Künstliche Intelligenz“. Allerdings nicht aus einer allgemeinen Technologieablehnung oder Zukunftsverweigerung heraus, wie es von manchen KI-Fans behauptet wird.

    Es geht um Eigentumsrechte, extreme und sehr asymmetrische Konzentration von Macht, Memes über eine „permanente Unterschicht“, Umverteilung von Wohlstand von unten nach oben, die künstliche Aufrechterhaltung der AI-Firmen durch eine kreisförmige Finanzierung innerhalb der Bubble und letztlich um Demokratie.

    Das Problem liegt nicht in der Technologie an sich. Als lebenslanger Star-Trek-Fan fasziniert mich künstliche Intelligenz und ich sehe viele sinnvolle Anwendungsbereiche. Was die aktuelle Entwicklung gesellschaftlich bedenklich macht, ist die dahinter liegende Broligarchie.

    Der Podcast beleuchtet alle diese Aspekte gründlich. Und bespricht am Ende auch, was wir tun können, wenn wir mit der KI eine solide Zukunft haben wollen.

    Was habe ich im November 25 gebloggt?

    Monatsrückblick Oktober 25 – Schon wieder Ferien!
    Mein Monatsrückblick Oktober 25: Der Herbst gibt farblich alles und die Entrümpelungschallenge läuft läuft noch besser als gedacht.

    WMDEDGT im November 25
    Das WMDEDGT im November 25 fällt mit der Kurzgeschichten-Deadline zusammen. Also schreibe ich beides parallel.

    Linear oder gestreamt – Freiheit trifft auf Unterhaltung
    Bei der „relevant“-Blogparade geht es im November darum, ob wir linear oder gestreamt fernsehen und warum.

    Das nervt mich! Bloggerschnack November 25
    Mein Beitrag zum Bloggerschnack November 2025. Es gibt ein paar wenige Punkte am Bloggen, bei denen ich sage: Das nervt mich! Anderes nervt dagegen gar nicht.

    Probleme mit Mathe – Was ich bei der Nachhilfe beobachte
    Viele Menschen haben Probleme mit Mathe. Ich behaupte, dass das bei den meisten von uns gar nicht sein müsste.

    Wolfenoot – der Tag der Wölfe, Hunde und Freundlichkeit
    Am 23.11. ist Wolfenoot, wenn der Geist der Wölfe umgeht und Geschenke versteckt. Ein Anlass für Gedanken über selbstgewählte Feiertage.

    Gute Präsentationen – Die wichtigsten Tipps
    Weil ich immer wieder Beispiele dafür sehe, wie ich es nicht machen würde, teile ich wichtige Punkte für gute Präsentationen.

    Story Challenge November 2025 – Whispered
    My contribution to the Story Challenge November 2025: Paul knows how to ruin a date. Especially, because he has inside help.

    Projekt52 November 25
    Mein Beitrag zur kreaktiven Challenge Projekt52 im November 25. Die Stichpunkte: „Auf Reisen“, „Spurensuche“, „Zuhause“, „Altes“ und „Motivation“

    Monatsrückblick Oktober 25 in Mastodönekes:

    Diese neue Kategorie habe ich mir bei Uschi Ronnenberg von IchTuWasIchKann abgeguckt. Manches im Fediverse möchte ich mir merken, aus den unterschiedlichsten Gründen. Ein paar dieser Perlen teile ich in meinen Monatsrückblicken.

    „Ich, der beim Passwort eingeben sieht, dass er sich beim vorletzten Zeichen vertippt hat, aber trotzdem auf Enter drückt, denn der Computer könnte ja auch mal ein Auge zudrücken.“

    jan_j

    Ich fühle mich davon sehr gesehen und verstanden. Und vielleicht halte ich im Dezember noch mehr die Augen offen für Weisheiten und Kuriositäten im Fediversum.

    ToWants im November 25

    Für meine Monatsrückblicke ziehe ich eine Zwischenbilanz, wie meine ToWants laufen. Diese Punkte waren im November besonders erfreulich:

    • mehr als 10km Spazierwandern – Dazu hatte ich auf der Insel reichlich Gelegenheit.
    • die frischen Temperaturen genießen – Die waren noch frischer als im Oktober, es gab sogar kurzzeitig Schnee.
    • 250 veröffentlichte Blogartikel zum Jahresende – Aktueller Stand sind 256 (inklusive diesem Monatsrückblick November 25) 😀
    • zum Jahresende 90 groß gezogenene Haustiere in Habitica – Damit bin ich jetzt fertig 😀 Und sehr erleichtert, dass mir diese App trotzdem immer noch Motivation gibt.

    Und was war sonst noch los?

    Es gab wieder so viele schöne Sonnenuntergänge, auch hier zuhause.

    Auf einem weiteren Wochenendtrip fiel mir diese Nachricht auf. Ach, Hamburg!

    Das Hotel in Oldenburg war technisch auf dem allerneuesten Stand.

    An Zerrspiegeln kann ich einfach nicht ohne Photo vorbeilaufen.

    In Halstenbek stehen an mehreren Orten Fahrrad-Reparaturstationen. Vorbildlich!

    Der Frost hat in meiner Umgebung zauberhafte Zuckerkrusten verteilt.

    Nach dem Frost hingen diese Rosen erstmal malerisch durch.

    Auch Nebel wurde geboten. Wenn der Herbst 25 eins nicht ist, dann langweilig.

    Ich hatte gar nicht damit gerechnet, am Ende dieses Kurses eine Urkunde zu bekommen.

    Vorherige Novemberrückblicke

    Für den Monatsrückblick November 25 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich so noch mehr, dass ich regelmäßig diese Rückblicke schreibe.

    November 23: Meine Hauptbeschäftigung war dank post-COVID Entschleunigung, außerdem habe ich „The Marvels“ im Kino gesehen.

    November 24: Die Straße, von der unsere Straße abzweigt, war vollständig aufgerissen, wochenlang. Zusätzlich waren Wahlen in den USA. Meine Laune war entsprechend gedämpft und trotzdem habe ich mir schöne Momente gemacht.

    Was habe ich im Dezember 25 vor?

    Das war mein Monatsrückblick November 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. 

    Wie war dein November 2025? Welche Bücher, Podcasts, Filme oder Erlebnisse haben dich inspiriert?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Monatsrückblicke wie dieser.

  • Projekt52 November 25

    Projekt52 November 25

    Das war dann mal wieder sehr knapp. Das letzte Bild für Projekt52 November 25 habe ich heute aufgenommen, direkt bevor es in den Vorweihnachtswirbel weitergeht.

    Worum geht es? Jeden Monat gibt Sari vom Heldenhaushalt vier bis fünf Themen vor. Dazu passend gestalten eine Reihe von Blogger:innen Bilder oder Texte und am Ende stehen 52 kreative Ergebnisse, für jede Woche eins.

    Natürlich kannst du auch im Dezember noch einsteigen. Allerdings wird es wohl auch 2026 ein Projekt52 geben, wenn ich das richtig verstanden habe. Mir käme das auf jeden Fall gelegen, diese Regelmäßigkeit tut meinem Kreativmuskel richtig gut. Und ein bisschen brauche ich anscheinend auch den Nervenkitzel ob ich die Termine jeweils einhalte.

    Die Beiträge zum Projekt52 November 25

    Die Themen im November 25 fand ich gleichzeitig interessant und machbar. „Zuhause“ war für mich tatsächlich die größte Herausforderung. Für „Auf Reisen“ hat es bei mir unerwartet gut gepasst, dass ich ein langes Wochenende an der Nordsee verbrachte.

    Auf Reisen

    Bei meiner Abreise von Amrum regnete es. Wasser von oben und unten sozusagen. Und trotzdem kann ich einen Besuch dieser Insel im Herbst nur empfehlen.

    Spurensuche

    Hier ist nicht nur ein Vogel durch den Sand gelaufen. Aber wer am Strand solche klitzekleinen Handabdrücke macht, habe ich nicht herausgefunden.

    Zuhause

    Weil ich in meinem Leben so oft umgezogen bin, fühle ich mich an mehreren Orten ein bisschen und gleichzeitig nirgends vollständig zuhause. Ein warmer Tee und ein gemütliches Sofa helfen allerdings schon sehr weiter.

    Altes

    Bei diesem Bild bin ich hin und her gerissen. Vor manchen Wohnanlagen in Halstenbek liegt immer wieder Müll an der Straße. Als ob dieser kleinteilige Kram Sperrmüll wäre. Hoffentlich holt das die Stadt trotzdem bald mal ab.

    Gleichzeitig war ein Teil von mir sehr fasziniert. Ich glaube, den Firmennamen Telefunken habe ich seit dem letzten Jahrtausend nicht mehr gehört. Und sofort rollten mir Kindheitserinnerungen in den Sinn, an eine Zeit, in der mein Vater mit uns immer mal wieder einfach so Quatschunterhaltungen aufgenommen hat.

    Motivation

    Wie sehr mich mein Habitica-Zoo (hier nur ein sehr kleine Ausschnitt) durch das Jahr 2025 getragen hat, dafür habe ich keine Worte. Die Aussicht auf immer neue Tiere motiviert mich dazu, die langweiligsten und jahrelang abgelagerten ToDos zu erledigen. Vor allem bin ich davon begeistert, dass der Effekt immer noch ungebrochen ist.

    Meine bisherigen Beiträge für Projekt52

    Seit Januar habe ich bisher noch kein Thema ausgelassen:

    Außer auf meinem Blog findest du meine P52-Beiträge auch auf Pixelfed. Wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln, würde ich mich sehr freuen!

    Auch ansonsten erscheinen in meinem Blog regelmäßig Beiträge in der Kategorie „Selbstgemacht“.

  • Story Challenge November 2025 – Whispered

    Story Challenge November 2025 – Whispered

    My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge November 2025. The prompt was „whispiered“ and the required word count was 1200.

    Running Commentary

    The voice was obviously his, yet at the same time very clearly not. It had no volume but lots of gravity.

    Paul checked his appearance in the mirror, tilting his head from side to side. No matter which direction he turned, his shirt looked as if a herd of elephants had trampled it over.

    Well done! Waiting until the last moment so you don’t have time to iron your clothes was such a smooth move! Now it’s too late, and you are going to look a right muppet!

    He pulled at the sleeves and viewed the other shirts in his wardrobe. Which were just as rumpled, so there was no point changing again. He sighed.

    Weird that Helen asked you out for dinner in the first place, isn’t it? Makes you wonder. It’s not like women have been queuing up for dates with you.

    Paul checked the bus timetable on his phone. He swore under his breath because he had forgotten that on Sundays they ran less frequently. He would have to hurry, else he was going to have to sprint to the restaurant on foot.

    Maybe you should have jogged a bit more often recently. Would have done wonders with the general flabbiness. Again, too late!

    Paul put on his coat, stuffed the phone into his pocket and smoothed his hair back. A last glance into the mirror, a shake of the head, then he rushed out the door.

    A few minutes later he returned, out of breath and swearing. He rummaged around for his wallet, ran out again and slammed the door shut.

    Oh, would you look at those lovely red rear lights! Time to start jogging if you want to be at least somewhat on time. Helen is going to be so impressed if you turn up with a face like a sweaty tomato!

    Paul tilted his head backwards, his hands covering his face. Then he ran off. Actually, he had enjoyed jogging before this new job. It was just that he didn’t have the time anymore. His old friend Greg had helped convince his team leader that Paul was the best choice.

    Yeah, and they are going to find out what a giant mistake they have made any day.

    Paul shook his head, getting into his stride now. He thought back to how he had met Helen for the first time. She worked in another department of the same company, and he had been admiring her for a while now, mostly from afar. Then there had been the meeting last month where the two of them had ended up sitting next to each other. To his surprise, she had actually started a conversation with him.

    I wonder why. What’s more, I wonder why she kept talking to you. Remember how you stumbled over your words? That was classic Paul!

    They had kept bumping into each other at the cafeteria. Sometimes Greg had also been there, but he had never seemed interested in chatting with Helen, no matter how hard she tried to include him. Eventually, last week she had asked Paul if he wanted to meet for dinner and what kind of restaurant he liked.

    And we both know there has to be some kind of ulterior motive behind this date, don’t we?

    Paul turned a corner only to smash into one of those bloody tourists with a paper cup in their hands. It was sheer luck that nothing worse happened than a bit of coffee being spilt. When he jogged on, he felt something warm running down his leg.

    Brilliant! Now your trousers match the shirt. You never learn, do you? When are you going to only wear dark colours, so those stains are less visible?

    He risked a look downward while at the same time keeping up the pace. And of course, a brown blotch had appeared on his favourite light blue jeans. But he was late as it was, so he would just have to face meeting Helen looking the weirdo that he was.

    And there she stood, waiting in front of the restaurant. He could see her looking at her phone with her thumb ready to touch the screen.

    “Hey! I’m here! Sorry!” he shouted, out of breath.

    Helen’s face lit up. “Oh, I was beginning to worry! Are you alright?”

    Ha! She doesn’t know the half of it.

    “Yeah,” he said. “I missed my bus and then somehow collided with a stranger, but now I’m here I’m fine. How are you?”

    Helen grinned. “Looking forward to trying out Ethiopian food. I have never had it, so hopefully I like it as much as you do.”

    And this, Ladies and Gentlemen, is how you set yourself up for an awkward date. What are the odds that she is going to enjoy injera?

    They went inside, and surprisingly, were shown to a great table, quiet but with a good view of the room. He had never been to this particular place, but it was full of other patrons chewing happily. Paul suggested they both go for the buffet, and Helen agreed, choosing lots of small portions of the dishes he recommended.

    Back at the table, she asked, “So, you and Greg, have you known each other long?”

    “We’ve been to school together, why?”

    Helen shrugged. “Oh, no reason! He seems quiet, though. So different from you.”

    So that’s what this is about! You should have known you’re only really here so she can figure out how to make Greg interested in her. Good thing you didn’t make too much of an effort at looking presentable. Would have been a bit of a waste.

    “Yes, people keep telling us how we don’t seem to make sense as friends, him being so successful and mysterious, and me, well—”

    Helen chuckled. “Mysterious? That’s the first time I have heard anyone call him that. I think we both joined the company at the same time. And okay, the others on my team have talked about how he has improved your department’s performance, but…”

    The voice drowned her out after that.

    How you ever thought you could compete with him is beyond me. Remember when he…

    And on and on it went, until he shouted, “Shut up!”

    The entire restaurant fell silent. For what seemed like an endless minute, all the other guests seemed to wait and see if there was more entertainment forthcoming.

    Paul looked at Helen and, for the first time this evening, really saw her. Her black hair and blue eyes. The lovely light blue dress she had chosen to wear. Her face even paler now. How she looked ready to push her chair back and leave.

    The woman at the neighbouring table placed her cup onto the saucer very quietly.

    “I am sorry,” he said quietly. “This wasn’t about you. It’s just, I have this voice in my head talking to me constantly, and—”

    Helen leaned forward again with a serious expression. “You too? Tell me about it.”

    And he did. For the first time in his life, he shared about the whispering, and he wondered why he never had before.

    This might turn out to be a brilliant evening after all.



    Like my contribution to the story challenge November 2025? On my blog you can find and read more of my stories!

    Fediverse-Reaktionen
  • Gute Präsentationen – Die wichtigsten Tipps

    Gute Präsentationen – Die wichtigsten Tipps

    Auch dieses Jahr wurde ich wieder mehrfach gefragt, was gute Präsentationen ausmacht. Es scheint ein eingeschliffenes Ritual zu sein: Lehrkräfte geben Referatsthemen aus und Klassen sehen sich dann viele Vorträge hintereinander an. Die meisten langweilen sich dabei und wundern sich, wenn ihnen in der anschließenden Arbeit oder Klausur die Inhalte fehlen. Das muss allerdings überhaupt nicht so laufen. Es gibt kein Gesetz dafür, dass solche Vortragsreihen wenig bringen dürfen.

    Ob du dich auf eine Präsentationsleistung als Alternative zur klassischen mündlichen Prüfung vorbereitest oder mehr oder weniger unfreiwillig an einer Reihe von Referaten vor deiner Klasse teilnimmst: Es gibt ein paar Stellschrauben, die es allen Beteiligten angenehmer machen. Und am Ende mit überschaubarem Aufwand für eine bessere Note sorgen können. Ich beziehe mich in dem folgenden Post inhaltlich auf Mathematikvorträge, allerdings ist das alles problemlos auf andere Fächer übertragbar.

    Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

    • Erzähle für gute Präsentationen eine Geschichte an einem roten Faden entlang, inklusive einem runden Ende, das wirklich die Leitfrage beantwortet..
    • Versetze dich in dein Publikum hinein und langweile es so wenig wie möglich.
    • Bei Folien gilt: Weniger ist mehr! Mehr Bilder, weniger Text! Ausreichend Kontrast und Schriftgröße!
    • Bei KI-Unterstützung stelle sicher, dass das alles stimmt und du es selbst erklären kannst.

    Sinn und Zweck einer Präsentation

    Aus Sicht der Lehrkraft haben Vorträge mehrere Vorteile: Aus ihnen lässt sich eine mündliche Note ableiten, sie aktivieren die Schüler:innen und sie vermitteln Methodenkompetenzen wie Recherchieren und Vortragen. Außerdem übernehmen die Lernenden einen großen Teil der Vorbereitung der jeweiligen Unterrichtsstunden, auch wenn ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass die Lehrkraft in Referatseinheiten meistens alles andere tut, als sich untätig zurück zu lehnen.

    Aus eurer Sicht sind gute Präsentationen oft eine Möglichkeit, die mündliche Note zu verbessern. Außerdem bilden Referate regelmäßig die Grundlage der nächsten Arbeit oder Klausur. Das heißt, es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele der Vortragenden im Hinterkopf hätten, dass sie ihr Publikum mitnehmen und (so gut es geht) solide informieren. Je nach Beliebtheit des betreffendes Faches ist das mehr oder weniger einfach machbar. Als Mathelehrerin habe ich leider schon extrem langweilige Ansätze gesehen, die über das übliche „Mathe ist nichts für mich“ noch unnötig hinausgingen.

    Die Vorbereitungsphase

    Recherche

    Fang rechtzeitig an. Ich bin wirklich nicht das große Vorbild, wenn es darum geht, Dinge nicht vor mir herzuschieben. Aber hier kann ich nur empfehlen: Fang für gute Präsentationen rechtzeitig an. Sobald du die Aufgabe hast, recherchierst du am besten direkt los.

    Wenn du unbedingt eine KI fragen musst, dann behalte im Hinterkopf: KIs halluzinieren manchmal, wenn ihnen Fakten fehlen. Gleiche die Ergebnisse mit anderen Quellen ab, denn spätestens im Vortrag fällt es sonst auf, wenn du Phantasiefakten behauptest und auf Nachfragen nicht erklären kannst, wie du darauf gekommen bist.

    Es gibt solide online-Lernplattformen. Unter anderem sind das:

    Dazu kommen unzählige Lernvideos auf YouTube. Du kannst davon ausgehen, dass die Aufgabe für dein Referat eine gängige Fragestellung ist, die du mehrfach online beantwortet findest, so dass du eigentlich auch ohne KI auskommst.

    Mentale Vorbereitung

    Erinnerst du dich an langweilige Präsentationen? Weißt du, was daran jeweils so einschläfernd war? Mein Tipp:

    Mache genau das nicht.

    Versetze dich in die Perspektive der Menschen, die sich deinen Vortrag anhören werden. Mute ihnen für gute Präsentationen keine schlechten Folien zu! Versuche stattdessen, eine Geschichte zu erzählen, statt einfach nur deine Aufgabenstellung und deren Bearbeitung herunter zu rattern.

    Deine Leitfrage ist die Grundlage dieser Geschichte. Wie interessant du den Vortrag ausgestaltest, liegt tatsächlich bei dir. Stell dir vor, du ziehst los wie eine Figur in einem Abenteuer und sollst eine Antwort finden. Du sammelst beim Recherchieren kleine Bausteine, fügst sie zusammen und bastelst auf dieser Grundlage deine Folien. Das mag etwas hoch gehängt klingen, aber so schaffst du eher einen Spannungsbogen, als wenn du dich durch die Aufgabe durchschleppst.

    Wirst du vor deinem Kurs oder deiner Klasse vortragen? Dann brauchen die Antworten mehr Details. Denn in diesem Fall sollen die Anderen eventuell auf dieser Basis einen Test, eine Arbeit oder eine Klausur bestehen.

    Besteht dein Publikum nur aus einer Prüfungskommission? Dann lass die kleinen Einzelschritte weg und erkläre nur in groben Zügen, wie du auf deine Ergebnisse gekommen bist. Die Lehrkräfte, die sich das anhören, brauchen die kleinteiligen Informationen nicht und wollen nur sehen, dass du die Grundprinzipien verstanden hast und erklären kannst. In diesem Fall verwende lieber mehr Zeit und Energie darauf, die Ergebnisse vor dem Hintergrund deiner Leitfrage überzeugend zu deuten.

    Die sprechende Gliederung

    Damit geht es schon los. Mein Eindruck ist, dass es „alle so machen“, weil es „alle so machen“. Aber eine Gliederung ist nach der Begrüßungsfolie der erste Eindruck von einem Referat. Und hier werden die Zuhörenden oft schon direkt abgehängt. Vergleiche dazu die folgenden Beispiele:

    Die erste Folie liefert keinerlei Informationen. Dass es eine Leitfrage und Quellenangaben gibt, ist eine Selbstverständlichkeit. Genauso ist es nicht überraschend, dass du Aufgabenstellungen hast, die zu bearbeiten sind. In Wirklichkeit soll eine Gliederung dem Publikum grob mitteilen, worum es in der Präsentation gehen wird. Dafür sind ein paar aussagekräftige Stichworte nötig, die ganz kurz den Inhalt der Aufgaben auf den Punkt bringen.

    Zusätzlich machen im zweiten Bild eingerückte Unterpunkte die Struktur des Vortrages auf den ersten Blick deutlich. Es steht außerdem die gesamte Fläche zum Beschriften zur Verfügung. Tipp: Mit etwas mehr Abstand zwischen den Zeilen sieht eine Folie gleich deutlich freundlicher aus.

    Leider habe ich die erste Variante häufig zu sehen bekommen. Eine dicht gedrängte Liste mit nichtssagenden Worthülsen ist aber das erste Signal für das Publikum, dass es jetzt so richtig uninteressant werden dürfte.

    Gute Folien für gute Präsentationen

    Mehr Bilder, weniger Text

    Eine angenehme Optik ist auch für alle folgenden Folien hilfreich. Hier noch einmal ein direkter Vergleich:

    Die erste Folie zeigt einen Textblock. Dieser ist ein aus einem anderen Dokument kopiertes Bild. Der Kontrast ist zu niedrig und der Mix aus verschiedenen Schriftarten auf jeden Fall optisch fragwürdig. Der Folientitel ist genauso inhaltsleer wie der angekündigte Unterpunkt in der Gliederung es schon versprach. Die ganzen Sätze im Bild verleiten dazu, sie einfach vorzulesen. So ein Einstieg lässt die Zuhörenden garantiert einschlafen.

    Für die zweite Folie habe ich nur die Hintergrundgeschichte als ganzen Satz eingefügt. Die Aufgabenteile b) und c) bekommen eigene Folien. Dadurch ist mehr Platz für eine Grafik, an der in eigenen Worten erläutert werden kann, wie mit der Zeit die Medikamentenmenge abnimmt:

    „Hier könnt ihr schön sehen, dass es bei 7,5 Milligramm losgeht und dann…“

    Das Diagramm erweitert sich mit folgenden Teilaufgaben um weitere Punkte und Linien. So entsteht eine zusammenhängende Geschichte, mit der du dein Publikum mitnehmen kannst. Selbst wenn sie Textaufgaben an sich nicht sonderlich spannend finden.

    Was macht gute Folien sonst noch aus?

    • Aussagekräftige Folienüberschriften: Worum geht es in wenigen Worten?
    • Kontrast und Schriftgröße: Stelle dich ein paar Meter entfernt und sieh dir die Folien auf deinem Tablet oder Computer an. Ganz ehrlich: Kannst du das Geschriebene lesen?
    • Text nicht als Screenshot, sondern als Text copypasten: So kannst du die Aufgabenstellung farblich und von der Schriftart her anpassen.
    • Formeleditor statt handschriftlich eingefügter Buchstaben: So sieht deine Folie deutlich einheitlicher aus und es fällt leichter, sich auf den Inhalt zu konzentrieren.
    • Diagramme und erklärende Bilder: Nicht nur im Fach Mathematik helfen Bilder die Zusammenhänge anschaulich zu erklären.

    Die Folien sind deine Moderationskarten! Sie sollten genau die Stichworte enthalten, die du brauchst, um die Inhalte vorzutragen.

    An die Zielgruppe angepasste Folien

    Zuletzt vergleiche ich noch einmal Slides für ein Referat vor Mitschüler:innen und eins vor Lehrkräften.

    Im ersten Fall geht die vortragende Person kleinschrittig vor. Auf dem Weg zur Ableitung nennt sie die wichtigen Regeln und stellt die einzelnen Komponenten vor. So kann der Kurs das Ergebnis nachvollziehen. Natürlich braucht dieser Vortrag dann mehr Folien.

    „In der Funktion sehen wir einen Malpunkt, daher müssen wir die Produktregel anwenden. Außerdem ist die e-Funktion verkettet. Die 13 fällt beim Ableiten weg. Also stelle ich u und v auf und…“

    Bei der zweiten Variante gibt die vortragende Person nur das Endergebnis als Ableitung an. Sie setzt k‘ direkt mit Null gleich, lässt dann aber die Einzelschritte für das Auflösen wieder weg.

    „Um die Extrempunkte zu finden, muss ich erst k‘ bestimmen und dann gleich Null setzen. Weil die e-Funktion nicht Null werden kann, ergeben sich wie hier zu sehen, die beiden Lösungen…“

    Dadurch sind die Folien deutlich kompakter. Entsprechend kann in der gleichen Zeit in einer Prüfungs-Präsentationsleistung mehr Inhalt präsentiert werden. Das kalkulieren die Lehrkräfte natürlich bei der Formulierung der Aufgabenstellungen ein.

    Wie du dich auf den eigentlichen Vortrag vorbereitest

    Fang rechtzeitig an! Dann hast du nämlich auch reichlich Zeit, den Vortrag zu üben. Und zwar mehrfach alleine, um zu testen, ob du in der vorgegebenen Zeit fertig wirst.

    Extra-Tipp: Die meisten sprechen in der Vortragssituation schneller als normal. Rechne also damit, dass du schneller fertig bist, als gedacht. Wenn du in Ruhe zuhause deutlich unter dem Zeitlimit bist, füge noch mehr Inhalt zu. Vielleicht eine extra Folie oder ein paar mehr Stichworte zum Hintergrund deines Themas.

    Anschließend trage deinen Vortrag mehrfach netten Menschen vor. Das können Familienangehörige sein oder auch Freund:innen. Wichtig ist, dass sie dir wohlgesonnen sind und du dich entspannt fühlst. Frage sie hinterher,

    • wo sie dich nicht verstanden haben
    • ob es besonders langatmige Abschnitte gab
    • ob es irgendwo zu schnell ging
    • welche Folien unklar waren oder nicht genug Kontrast hatten
    • welche zusätzlichen Informationen sie sich gewünscht hätten

    Wenn du rechtzeitig anfängst, bekommst du so noch wertvollen Input. Damit kannst du deine Präsentation deutlich verbessern, bevor du sie in der Schule oder an der Uni hältst.

    Am besten ist es, wenn du dein Referat so oft vorgetragen hast, dass du das Gefühl hast, du brauchst eigentlich keine Kärtchen mehr.

    Das Ende einer Präsentation

    Ganz am Ende stehen natürlich die Quellen und die übliche Danksagung. Vorher beantwortest du aber noch deine Leitfrage. Und zwar wiederholst du hier noch einmal kurz und knapp die Ergebnisse deiner Aufgaben, die zu dieser Antwort beitragen. So machst du aus der Geschichte ein rundes Paket.

    Oft sehe ich, dass hier irgendwelche anderen Dinge aufgelistet werden, die aus irgendeiner der Quellen (oder der KI-Auskunft) stammen, aber mit dem Mittelteil der Präsentation nichts zu tun haben. Stell dir vor, du hörst ein Märchen über einen Zwerg, der eine Reihe von Abenteuern erlebt. Und das Märchen endet mit „Und so hat die Schneiderin den Krug vor dem Versinken gerettet“, obwohl weder die Schneiderin noch der Krug Teil der Geschichte waren.

    Am Ende bringst du keine neuen Figuren ins Spiel, die dein Publikum nur verwirren. Denn das Ende ist dazu da, dass du alle Fäden noch einmal zusammen knüpfst. Damit kannst du sie schließlich mit einer Danksagung verabschieden, sodass sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben. Oder so ähnlich.

    Gute Präsentationen bereiten dich auf die Zukunft vor

    Das alles klingt nach ziemlich viel Aufwand. Und gleichzeitig ist es so, dass in vielen Berufsfeldern Vorträge zu Alltag gehören. Das Prinzip hinter der Vorbereitung auf gute Präsentationen hilft dir generell: In Vorstellungsgesprächen, beim Verkaufen eines Produktes oder wenn du Menschen von etwas überzeugen willst. Und sei es, dass du eine Webseite gestaltest.

    Der moderne Begriff dafür ist Storytelling. Wenn du die Zuhörenden an einem roten Faden durch dein Referat führst, bekommst du hoffentlich nicht nur eine gute Note dafür. Du hilfst deinen Mitschüler:innen bei der kommenden Arbeit und bist ihnen ein Vorbild, das nicht macht, was „alle machen“.

    Ich hoffe, du siehst in Zukunft Vorträge nicht mehr als lästige Aufgabe, die du mit möglichst wenig Einsatz an Zeit und Energie hinter dich bringst. Vielleicht verstehst du sie ab jetzt stattdessen als Trainingseinheit für eine der wichtigen Fähigkeiten in deinem Leben.

    Wenn ich in Zukunft nur noch gute Präsentationen sehe, lebe auf jeden Fall ich bedeutend glücklicher bis ans Ende meiner Tage.

    Fediverse-Reaktionen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner