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  • Vegane Würstchen – Wo ist das Problem?

    Vegane Würstchen – Wo ist das Problem?

    Am 8. Oktober 25 fand eine Abstimmung im EU-Parlament statt. Wenn jetzt auch noch die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten dafür stimmt, dürfen Veggie Schnitzel und vegane Würstchen nicht mehr unter diesen Bezeichnungen vermarktet werden, ähnlich wie die Bezeichnungen Milch und Käse für pflanzliche Produkte verboten wurden.

    Natürlich darf ich privat meine Mahlzeiten noch genauso nennen wie vorher. Trotzdem ist dieser lang anhaltende Streit bemerkenswert. Wenn auch nicht aus den Gründen, die nur auf den ersten Blick bedeutsam erscheinen.

    Geht es überhaupt um die vegane Wurst?

    Für Friedrich Merz scheint die Sache klar. In einem Interview mit Caren Miosga sagte er in diesem Zusammenhang:

    „Eine Wurst ist eine Wurst. Wurst ist nicht vegan“

    Friedrich Merz (Interview mit Caren Miosga, ab 45:50

    Als er das sagt, muss er selber lachen. Was ist das auch für ein Argument? Diese Aussage ist eher seine persönliche Meinung als eine hilfreiche Information, die die neue rechtliche Entwicklung plausibel erklärt..

    Insgesamt ist das Thema sehr emotional besetzt. Es werden deutlich mehr Befindlichkeiten ausgetauscht als wirklich sachliche Argumente. Und das sollte uns nachdenklich machen. Vor fast einem Jahr schon schrieb ich einen Blogartikel über polarisierende Fragen.

    Und an meiner Grundaussage hat sich nichts geändert: Diese Art Fragen soll nicht wichtige Probleme klären, sondern nach dem Motto „Teile und herrsche“ die Bevölkerung beschäftigen. Und viele von uns springen immer noch über die Stöckchen, ob sie nun Tempolimit, Genderstern oder Lastenrad heißen.

    Wem nützt das Sprachverbot?

    Ziel der neuen Gesetzgebung ist nicht, dass diese Produkte nicht mehr existieren. Es geht um ein reines Sprachverbot. Begriffe sollen nicht mehr verwendet werden dürfen. Dass irgendwann vegane Würstchen oder die Formen als solche verboten werden, halte ich für mehr als unrealistisch.

    Die Initiative hinter dem Verbot behauptet selbst, mehr Transparenz für Verbraucher:innen schaffen zu wollen. Allerdings widerspricht sogar eine Stellungnahme der Verbraucherzentrale Bundesverband dieser Behauptung. Aus einer Umfrage von 2022 ergab sich, dass Klarheit dadurch entsteht, dass auf einem pflanzlichen Produkt eindeutig steht, dass es vegan oder vegetarisch ist und der Produktname einen Bezug zum nichtpflanzlichen Vorbild hat.

    Nicht einmal das landwirtschaftliche Magazin agrarheute rechnet damit, dass das künftige Sprachverbot mehr als ein „bürokratischer Sieg“ sein wird. Oder dass Menschen deswegen in Zukunft weniger pflanzliche Produkte konsumieren werden.

    Die Formulierung „Sieg“ deutet es schon an: Oberflächlich betrachet hoffen Fleischproduzenten zu profitieren. Die vom Sprachverbot betroffenen Betriebe werden Zeit und Kapital in Namensänderungen investieren müssen. Und ein paar Verbraucher:innen lassen sich vielleicht von Phatasienamen wie „Veganrolle“ oder guten alten Bezeichnungen wie „Veggie-Bratling“ abschrecken.

    Auch die Organisation Foodwatch sieht die Entscheidung des EU-Parlamentes als Geschenk an eine Industriesparte:

    „Unter dem Vorwand des Verbraucherschutzes will die EU vertraute Begriffe wie Tofuwürstchen oder Seitanschnitzel verbieten – das ist nicht Verbraucherschutz, das ist Lobbyismus im Dienste der Fleischindustrie“

    Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer von foodwatch Deutschland

    Scheindebatten sind das Problem

    Bis auf die Umstellungskosten für die betroffenen Firmen wird sich also sehr wahrscheinlich nur wenig ändern. Die einen werden weiter vegane Würstchen essen, die anderen nicht. Es wird weiterhin Energie und Zeit in genauso fruchtlose wie endlose Debatten um die Sinnhaftigkeit verschiedener Lebensentwürfe geben.

    Und genau diese Scheindebatten sind der größte Haken an diesem neuen Sprachverbot. Uns brechen an mehreren Ecken und Enden die Lebensgrundlagen weg. Der Wohlstand ist immer ungleicher verteilt. Mit der KI-Blase drehen wir den Durchsatz von Wasser und elektrischer Energie erst so richtig auf.

    Aber wir lassen uns vom Streit um das vegane Würstchen ablenken. Und die politischen Profiteure bauen ein Land nach dem anderen in Autokratien um. Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr mich das frustriert.

    Was können wir tun?

    Das Beste gegen solche Nebelkerzen ist eine möglichst gut informierte Bevölkerung. Unabhängige Organisationen wie zum Beispiel FragDenStaat, AbgeordnetenWatch und LobbyControl machen den Einfluss von Lobbygruppen auf unsere Parlamente transparent. Ihnen zu folgen, ihre Informationen zu teilen und sie zu unterstützen ist ein erster guter Schritt.

    Der zweite Schritt wäre es, in den immer wiederkehrenden Scheindebatten so oft und so nachdrücklich wie möglich auf die Meta-Ebene zu wechseln. Unsere Energie und Zeit dort nicht zu verpulvern, sondern an Ort und Stelle darauf hinzuweisen, wem wir da gerade auf den Leim zu gehen drohen.

    Es sind also weder das vegane Würstchen noch das Sprachverbot an sich das Problem, sondern die politische Manipulationsstrategie dahinter.


    Frustrieren dich diese Nebelkerzen und Scheindebatten auch so sehr? Welche Ideen hast du noch, um ihnen entgegen zu treten?

    Fediverse-Reaktionen
  • Blogstatistiken – Bloggerschnack Oktober 25

    Blogstatistiken – Bloggerschnack Oktober 25

    Jeden Monat steht der Bloggerschnack an, eine regelmäßige Umfrage des Bloghexenforums. Im Oktober 2025 dreht sich alles um Blogstatistiken. Und darum, wie diese eventuell unser Blogverhalten beeinflussen.

    Mein Verhältnis zu Blogstatistiken

    Ich erhebe keine Statistiken und habe auch das IP-Logging ausgeschaltet. Mich haben diese Informationen auch früher schon nur mittelmäßig interessiert. Seit ich dieses Jahr mein Datenschutzmanagement neu aufpoliert habe, ist meine Motivation, irgendetwas an Daten zu sammeln, noch drastisch gesunken.

    Mir reicht es schon, dass ich ausführlich begründen muss, warum ich von Eltern oder Schüler:innen Namen, Adressen und die Konktaktinfos per E-Mail oder Telephon brauche. Als ob ich meine Rechnungen auch stattdessen per Rauchzeichen durchgeben könnte. Mich stresst das ganze Thema, auch weil an allen möglichen Stellen mit Strafen bei Pannen gedroht wird.

    Da habe ich keine Energie übrig, unnötig mit meinem Blog noch eine extra Datenschutzbaustelle zu eröffnen. Denn so wichtig ist es mir wie gesagt auch nicht, wer mich wie oft anklickt. Die Seite an sich dient der Information und der Einladung zur Kontaktaufnahme für potentielle Kund:innen. Mein Blog dient dem Zweck, mich zu vernetzen und mich auszudrücken. Ich will damit kein Einkommen generieren und auch nicht mit anderen Blogger:innen in einen Wettbewerb eintreten.

    Damit sage ich nicht, dass ich die Monetarisierung von Blogs grundsätzlich verkehrt finde. Oder die Erhebung von Aufrufzahlen. Es ist einfach persönlich nicht mein Ding.

    Welche Tools ich ausprobiert habe

    Weil Lorenzo darüber so positiv schrieb, habe ich aus technischer Neugier für ein paar Tage das WordPress-Plugin Statify getestet. Dass es so schlank programmiert wurde und so datenschutzfreundlich daher kommt, macht es zu einer sinnvollen Option.

    Ein paar Tage lang war ich beeindruckt, wie jeweils nach dem Veröffentlichen eines Blogartikels die Zugriffszahlen stiegen. Allerdings fand ich das auf Dauer dann doch wieder nicht spannend genug und habe Statify wieder deinstalliert. Nicht, weil ich von diesem Plugin enttäuscht gewesen wäre, sondern weil ich die falsche Person dafür bin.

    Woran ich meine Inhalte, Formate und Themen ausrichte

    Die Auswahl meiner Inhalte hängt an einem einzigen Kriterium: Ich schreibe über das, was mich interessiert und beschäftigt. Zwischenzeitlich dachte ich, ich müsste mit meinem Blog äußere Erwartungen erfüllen. Das kam hauptsächlich durch die Botschaften, die ich auf Instagram mitnahm.

    Sei eine Expertin! Schreibe regelmäßig! Bringe Listicles, aber bloß keinen Gemischtwarenladen! Achte auf SEO-Tauglichkeit! DdA. Irgendwie immer knapp an meinen Bedürfnissen vorbei und die äußeren Ansprüche immer ein paar Zentimeter zu hoch.

    Seit ich Meta verlassen habe, hat dieser Druck stark nachgelassen. Gleichzeitig sind meine Vernetzung und mein Spaß am Bloggen auf ein höheres Level gesprungen. Dass ich keine Blogstatistiken nutze, hängt unter anderem auch damit zusammen, dass ich über mein Tempo, meinen Schreibstil sowie meine Themen ganz alleine entscheide. Ich möchte gar nicht mit einem Auge überprüfen, dass auch ja gut ankommt, was ich schreibe.

    Interessanterweise bekomme ich seit dem Ausstieg aus Meta, der Vernetzung an anderen Stellen und der Neuausrichtung auf meine persönlichen Interessen mehr Kommentare. Und in dem Zusammenhang ist mir die reine Anzahl weniger wichtig, als die dabei entstehende Verbindung und die Tiefe der Kommunikation.

    Wie hältst du es mit den Blogstatistiken?

    Guckst du in deine Aufrufzahlen hinein? Haben sie einen Einfluss darauf, wie oft und über was du bloggst?

    Falls du Statistiken erhebst, was ist dein bevorzugtes Tool dafür und wie gehst du mit dem Druck der DSGVO um?

  • To-Want-Liste für das 4. Quartal 25

    To-Want-Liste für das 4. Quartal 25

    Es ist wieder soweit und wir feiern das Blogtoberfest! Viele Blogger:innen sammeln ihre Wünsche, Ziele und „muss ich unbedingt noch“ für die Zeit bis zum 31. Dezember 25. Was können wir jetzt noch anschieben, um es Wirklichkeit werden zu lassen? Und so erscheint heute auch meine To-Want-Liste für das 4. Quartal 25.

    Diesen Wunschzettel an mich selbst schreibe ich seit Oktober 23. Dabei hat sich das Format seit der ersten Ausgabe deutlich gewandelt. Das Zeitfenster von drei Monaten wirkt bei mir, wie Judith es auch beschreibt, sehr förderlich für die Umsetzung von Vorhaben. Nicht zu lange, damit Dinge nicht verschlabbern. Und nicht zu kurz, um mir nicht zu viel Druck zu machen.

    Was soll passieren?

    Denn Teile meiner Persönlichkeit blockieren unter Druck. Da ist dann nichts zu machen und diese Lektion akzeptiere ich immer mehr. Gleichzeitig habe ich 2025 mit der Tracker-App Habitica herausgefunden, dass diese Mitglieder meines inneren Teams durch digitale Belohnungen zu ködern sind. Und auch, dass weniger mehr ist: Je niedrigschwelliger die geplanten Vorhaben und je kleiner ihre Anzahl, umso wahrscheinlicher ist es, dass ich sie umsetze.

    Mein Jahresmotto 2025 ist: Was soll passieren? Wie sehr das meine jahrzehntealten ToDo-Listen abschmelzen würde, hätte ich im Januar nicht für möglich gehalten. Gleichzeitig ist mir meine To-Want-Liste auch inzwischen so heilig, dass ich dort bewusst keine To-Dos eintrage. Auf dieser Liste findet sich nur, wozu ich wirklich Lust habe, es wird nichts dazwischen geschmuggelt, was ich „eigentlich“ endlich mal erledigen „müsste“. Ganz konsequent.

    Und für diese Erkenntnis bin ich Judith mit ihrem Blogtoberfest sehr dankbar. Dieses Jahr hat sie das Konzept ein bisschen neu aufgezogen und ich werde die neuen Aspekte mit einfließen lassen, soweit sie zu meiner Vorstellung von einem Wunschzettel passen. Die Reihenfolge ist allerdings unsortiert, weil alle meine To-Wants mir gleichermaßen wichtig sind.

    Wie lief die To-Want-Liste für das 3. Quartal 25?

    Von achtzehn To-Wants habe ich im dritten Quartal elf abgehakt. Für zwei Vorhaben habe ich eine Alternative erlebt. Daraus nehme ich für mich auch noch einmal mit, dass ich mir nicht konkret auf die Fahne schreiben muss, dass ich zum Beispiel Museum XY besichtige, sondern dass ich überhaupt ein Museum besuche.

    Dabei geht es mir auch nicht darum, möglichst viele Haken zu schaffen. Die To-Want-Liste ist kein Wettrennen und nichts, was ich abzuarbeiten hätte. Ich sehe diesen Rückblick eher als Antwort auf die Frage:

    Wie dicht sind meine rationalen Vorstellungen an meinen wirklichen inneren Bedürfnissen und Wünschen und an meinem tatsächlichen Energielevel?

    Mit anderen Worten: Wie dicht bin ich an mir dran, wie gut kenne ich mich selbst? Und wie gut sorge ich für mich und dafür, dass meine Bedürfnisse erfüllt sind? Zum Glück ist das Blogtoberfest eine wiederkehrende Aktion und das Formulieren von To-Wants ein ständiger Prozess.

    To-Want-Liste für das 4. Quartal 25

    1 bis 5

    6 bis 10

    11 bis 15

    16 bis 20

    1. Ich besichtige mehrere touristische Ziele in meiner Umgebung. ✅

      Immer, wenn ich durch die Brille einer reisenden Ortsfremden auf Hamburg, den Kreis Pinneberg oder generell Schleswig-Holstein blicke, verliebe ich mich neu. Davon gönne ich mir mehr.
    2. Ich finde heraus, wo mich der Duolingo-Schachkurs hinführt. ✅

      Als Kind habe ich von meinem Vater die Grundlagen des Schachspiels gelernt. Allerdings habe ich anscheinend aus dieser Zeit auch den Glaubenssatz „Ich bin nicht in der Lage, gut Schach zu spielen, weil ich nicht strategisch genug voraus denke.“ mitgenommen. Auf den Duolingokurs habe ich aus reiner Renitenz geklickt und bisher machen mir die Aufgaben total Spaß und ich merke, das das alles viel mit Mustererkennen zu tun hat, eine meiner Kernkomptenzen.

    So sieht also meine To-Want-Liste für das 4. Quartal 25 aus. Dass es zu einer runden Zahl gereicht hat, macht mich extra optimistisch.

    Wie läuft es bei dir mit der Planung von Vorhaben? Gehst du auch quartalsweise vor? Und machst du auch einen Unterschied zwischen ToDos und ToWants? Verlinken kannst du deinen eigenen Wunschzettel auch unter Judiths ToWant-Liste.

    Mehr über meine Haltung zur Setzung von Zielen findest du hier.

  • Wie ich mich fortbewege

    Wie ich mich fortbewege

    Erik und Jürgen organisieren seit Juni 25 eine monatlich aktualisierte Blogparade. Jetzt wollen sie von mir wissen, wie ich mich fortbewege. Im September haben sich an der Anwort auf die Frage „Bar oder unbar?“ viele Personen beteiligt. Auch bei diesem neuen Thema sehe ich eine Menge Potential für unterschiedliche Ansichten.

    Denn wie wir von A nach B kommen, hängt sehr von den Lebensumständen und dem Anlass ab. Obwohl es natürlich für die Sicherung unserer Zukunft das Beste wäre, wir würden so wenige Kilometer wie möglich auf Verbrennerbasis zurücklegen. Menschen wie Katja Diehl arbeiten unermüdlich daran, eine nachhaltige Verkehrswende zu gestalten und darüber zu informieren.

    Wirklich zukunftsträchtig ist eine reine Antriebswende vom Verbrenner auf genauso viele Elektroautos nicht. Stattdessen hätte es eine Reihe von Vorteilen, wenn der Anteil des motorisierten Individualverkehrs zurück ginge. Und wenn wir lernten, dass wer Autobahnen sät, Autos ernten wird.

    „Mobilitätswandel ist für mich, wenn möglichst viele ohne eigenes Auto selbstbestimmt und sicher mobil sein können.“

    Katja Diehl

    Allerdings soll es in diesem Blogbeitrag darum gehen, wie ich mich fortbewege. Und wann, beziehungsweise warum.

    Mit dem Auto

    Ich fahre sehr gerne Auto. Das Beschleunigungsgefühl ist auch mit über 50 noch so faszinierend wie es das Geräusch eines alten Käfers für die ganz kleine Angela war. Ich war die Sorte Kind, die mitten bei der Fahrt die Mutter fragt, ob sie mal erklären kann, wie so ein Motor funktioniert.

    Trotzdem habe ich mein erstes eigenes Auto erst mit 32 Jahren gekauft. Denn vorher brauchte ich einfach keins. Als ich gerade erwachsen war, konnte ich die Autos meiner Eltern leihen. Später wohnte ich hauptsächlich an Orten mit gutem ÖPNV. Bis wir nach Dithmarschen zogen.

    Dort gab es keinerlei Zuganbindung, der Bahnhof war Ewigkeiten vorher dichtgemacht worden. Und der Busbahnhof war komplett überdimensioniert für die dreieinhalb Abfahrten pro Tag in das Nachbardorf. Für mein Referendariat habe ich zwei Jahre lang die Woche über in Reinbek gewohnt und die regelmäßige Reise dorthin und zurück nach Brunsbüttel rechtfertigte dann doch ein Auto.

    Als wir nach Halstenbek zogen, habe ich relativ bald meinen geliebten Fox wieder verkauft. Denn hier wohnen wir noch im Bereich des HVV und auch so fangen in alle Richtungen die nächsten Orte direkt hinter dem Ortsausgangsschild an und nicht erst in 10 km Entfernung.

    Jetzt fahre ich manchmal mit dem Elektroauto meines Mannes. Und zwar dann, wenn ich relativ zügig an einen Ort muss, der mit Bus und Bahn nur friemelig erreichbar ist. In den vergangenen Jahren hatte ich zum Beispiel ein paar Schüler:innen, mit denen ich bei ihnen zu Hause gearbeitet habe. In diesem Schuljahr wohnen alle vor Ort oder haben Onlinenachhilfe gebucht.

    Ich fahre immer noch gerne Auto. Allerdings seit einiger Zeit wirklich nur noch sehr selten. Denn nebenbei empfinde ich auch die Suche nach einem Parkplatz oft als nervig.

    Mit den Öffentlichen

    Ich fahre sehr gerne Bus oder Bahn. Wenn ich nicht irgendwo draußen auf freiem Feld stehe und es seit Ewigkeiten keine Durchsage mehr gegeben hat, wo das Problem liegt. Oder wenn ich nicht am Hamburger Hauptbahnhof ganz spontan zum Nachbargleis die Treppe rauf und runter rennen muss.

    Bus- und Bahnfahren ist einfach bequem. Und ich kann dabei rausgucken, lesen, Podcasts hören oder sogar die Augen schließen. Auf der anderen Seite ist es eine echte Kostenfrage, mit dem ÖPNV zu fahren. In den letzten zwei Monaten hatte ich ein Deutschlandticket. Im August habe ich dadurch eine Menge gespart und dann leider vergessen, rechtzeitig zu kündigen. Im September musste ich echt zusehen, noch genügend Fahrten zu machen, um den Preis wieder rauszuholen.

    Anzeigen an der Decke auf einem Bahnsteig. Diverse Züge nach Hamburg Altona sind angekündigt, fallen aber aus.

    Für viele lohnt sich das Deutschlandticket nicht. Oder anders gesagt, ist es für viele einfach zu teuer. In ländlichen Regionen ist das Nahverkehrsnetz ein schlechter Witz, während ich hier im Hamburger Umland noch ganz gut dran bin. Hauptsache, das Stellwerk in Pinneberg gibt nicht wieder den Geist auf.

    Es wäre unterm Strich notwendig, dass wir endlich wieder ordentlich in das marode und kaputt gesparte System investieren.

    Mit dem Rad

    Ich fahre sehr gerne Fahrrad. Mein Rad ist mehr als dreißig Jahre alt und hat schon viele Kilometer gemacht. Einmal bin ich damit in mehreren Etappen von Oldenburg in Niedersachsen nach Berlin gefahren. Auch hier im Kreis Pinneberg fahre ich damit ganz gerne.

    Allerdings gibt es große regionale Unterschiede, was Radwege angeht. In Oldenburg war die Situation schon in den Neunzigern ein Traum. Hier in Halstenbek sind die Wege zum Teil voller Stolperfallen, nicht zuletzt durch die diversen Schachtdeckel, die natürlich auf Radwegen untergebracht sind und dann nicht plan mit dem Asphalt abschließen, sondern immer ein bis zwei Zentimeter schräg herausstehen.

    Dass da nicht mehr Stürze passieren, grenzt an ein Wunder. Genau wie auf den schmalen Bürgersteigen, die sich Menschen zu Fuß und mit dem Rad hier teilen müssen. Immer ein bisschen schlechtes Gewissen, Leute zur Seite zu klingeln. Und von rechts abbiegenden Autos und Lastern fange ich gar nicht erst an. Oder von den Fahrradständern, die meistens jemand designt oder bestellt hat, der/die selbst unter Garantie nie mit den Rad fährt.

    Photo von einer Frau, die neben ihrem Fahrrad steht.

    Direkt nach meiner Coronainfektion 2023 konnte ich erst einmal gar nicht mehr Rad fahren, ohne sofort erschöpft zu sein. Das war für mich ein großer Verlust. Inzwischen geht es wieder, auch wenn ich viele Wege inzwischen nicht mehr mit dem Rad erledige.

    Zu Fuß

    Ich gehe sehr gerne zu Fuß. Erstens tut es meiner Kondition gut, zweitens meinen Nerven. So ganz entschleunigt an der frischen Luft durch die verschiedenen Jahreszeiten zu spazieren halte ich für ein Grundbedürfnis des Menschen.

    Ein großer Vorteil am Gehen ist es, alle möglichen Abkürzungen, Wanderwege durch die Natur und Schleichwege nutzen zu können. Der Nachteil ist es, dass Menschen, die zu Fuß gehen, in der Planung immer zuletzt gedacht werden. Jedenfalls scheint es mir so.

    Photo von einem Lieferwagen, der einen Fußweg neben einer Durchfahrtstraße komplett zuparkt.

    Es kommt hier oft vor, dass Autos und Transporter wie selbstverständlich und gleichzeitig illegal den Fußweg als Parkplatz nutzen. Wenn ich die Muße habe, schreibe ich die Firmen gerne höflich an und bitte sie, das zu überdenken. Und ich kann mich noch gut an solchen Hindernissen vorbei schlängeln. Andere sind mit Kinderwagen oder dem Rollstuhl unterwegs und in so einer Situation aufgeschmissen.

    Ähnlich gedankenlos sind die Menschen, die sich mit dem Fahrrad durch eigentlich offensichtliche Absperrungen jonglieren, um sich dann auf dem ausdrücklichen Fußweg durch Klingeln Platz zu verschaffen.

    Ansonsten lege ich aber seit Omikron sehr gerne viele Wege zu Fuß zurück. Auch weil ich dann weder Parkplatz noch Fahrradständer suchen muss. Und weil ich sowieso meine Schrittzähler-App befüllen will. So kann ich bei der Gelegenheit auch gleich zum Beispiel einkaufen gehen.

    Wie ich mich fortbewege? Es kommt darauf an.

    Es ist zum großen Teil eine Frage der Umstände, wie ich mich fortbewege. Dabei habe ich gar keinen richtigen persönlichen Favoriten. Wenn ich weiter weg muss, entscheidet die Fahrzeit zwischen Auto und Öffentlichem Nahverkehr. In der näheren Umgebung gehe ich in den meisten Fällen zu Fuß, es sei denn, ich muss mich beeilen. Dann nehme ich das Rad.

    Für das Klima und das sichere Miteinander wäre es toll, würden mehr Kommunen den Ausbau der Rad- und Fußwege sowie den Nahverkehr stärker fördern. Auch die Bepreisung des Deutschlandtickets, am besten gestaffelt nach Einkommen, sollte neu ausgerichtet werden.

    Und wenn wir uns dann alle ein bisschen entspannen, Rücksicht nehmen und mitdenken, dann kommen wir alle gemeinsam zufriedener weiter.

  • WMDEDGT im Oktober 25 – Herzlichen Glückwunsch, Herr N.

    WMDEDGT im Oktober 25 – Herzlichen Glückwunsch, Herr N.

    Das Ganze ist eine Aktion von Frau Brüllen. Ganz im ursprünglichen Sinn eines Blogs schreibt eine Gruppe von Blogger:innen den Fünften eines Monats über an einem digitalen Tagebucheintrag. Und weil der Fünfte heute ist, gibt es hier mein WMDEDGT im Oktober 25.

    Warten aufs Frühstück

    Als ich aufwache, ist der Himmel noch grau, aber der Regen hat sehr nachgelassen. Heute hat mein Mann Geburtstag, aber es wird wohl keine großen Aktionen geben heute. Zumal er sich leider auch Halsschmerzen angeschleppt hat. Ich halte mit Erkältungsabwehrspray dagegen.

    Wir haben beide unsere Namen behalten damals. Ein paar Personen meinten deswegen, das würde ja alles nicht lange halten. Naja, inzwischen dann doch mehr als 25 Jahre. Wir schenken uns auch nichts mehr, die Blumen aus dem Beitragsbild sind von seiner Cousine. Immerhin habe ich „Happy Birthday“ gesungen.

    Dafür gibt es einen Apfelkuchen, wie jedes Jahr. Während ich noch auf das Frühstück warte, hoffe ich, dass Bianka Zapatkas „Bester Apfelkuchen“ hält, was er verspricht. Am Ende stelle ich mal wieder fest: Bei ihr gibt es (bisher) kein Rezept,, das nicht klappt wie beschrieben. Freue mich schon jetzt auf exakt denselben Apfelkuchen zum Frühstück beim nächsten WMDEDGT im Oktober 26.

    Bisschen Bloggen und Planen

    Neben diesem Blogartikel schreibe ich an einem weiteren Beitrag, der wohl erst morgen raus geht. Es geht um eine Blogparade zur Frage wie wir uns fortbewegen. Später animiert mich Sari vom Heldenhaushalt, meine bisherigen Inktober-Zeichnungen als Sonntagspaket zu verbloggen. Zwei Bilder muss ich noch einscannen und freue mich, dass das Uraltgerät immer noch funktioniert.

    Mein Habitica-Programm sieht für jeden Sonntag ein paar wiederholende Tagesordnungspunkte vor. Zuerst plane ich die nächste Woche, und zwar für jeden Tag nur ein ToDo! Das ist ein ständiger Lernprozess, mir klarzumachen, dass jeder Tag deutlich weniger Stunden hat, als ich denke. Und dass meine Laune deutlich besser ist, wenn ich mir weniger vornehme, das dann aber auch schaffe.

    Unter anderem steht mal wieder Meal Prep an. In meiner Kiste von der Solawi waren zwei kleine Kürbisse, sehr viele kleine Rote Beten, ein Bok Choy und Bohnen. Das alles plus einen Hokkaido werde ich in den nächsten Tagen jeweils zu Mittag essen.

    Die Habitica-App hat auch für meine Katze Vorteile. Jeden Sonntag wird sie gebürstet. Das findet sie immer richtig super und wir freuen uns, dass sie weniger fusselt. So langsam merke ich aber, dass es kälter wird und ich hole nicht mehr ganz so viel Wolle aus dem Tier heraus. Aber die zusätzlichen Erfahrungspunkte nehme ich gerne mit.

    Vor die Tür

    Zwischendurch checke ich regelmäßig die Wetterlage vor dem Fenster. Weil das Geburtstagskind hustend durchhängt, werde ich wohl alleine spazierengehen. Als letztlich alles Checken nichts hilft, nehme ich eben den großen Schirm mit raus. Fast 7000 Schritte kommen zusammen und streckenweise kann ich sogar den Schirm zusammenklappen. Das leuchtende Herbstlaub entschädigt für fast alles.

    Bei meiner Rückkehr ist die bestellte Pizza schon eingetroffen. Wir essen sie zu den „Good News in September“ (YouTube-Video) und ich nutze einen der vielen Gratulationsanrufe, um letzte Photos einzufügen und diesen Blogpost zu veröffentlichen.

    Soweit zu meinem WMDEDGT im Oktober 25. Wie war dein fünfter Oktober?

  • Inktober 25 Teil 1

    Inktober 25 Teil 1

    Es gibt ja in meinem Leben noch nicht genug Projekte. Also habe ich mir für den Oktober vorgenommen, an einer Zeichenchallenge teilzunehmen. Ich kombiniere sie mit Zentangle, einer meditativen Kreativtechnik, mit der ich vor Jahren mal häufiger Zeit verbracht habe. Angeregt durch Sari vom Heldenhaushalt präsentiere ich heute meine Ergebnisse für den Inktober 25 Teil 1.

    Wenn alles gut geht, gibt es hier die kommenden Sonntage weitere Galerien. Um mal ein ein bisschen Accountability zusätzlich zu erzeugen 😉 Ansonsten findest du meine Bilder vom Inktober 25 auch in meinem Pixelfed-Profil.

    Die Bilder für Inktober 25 Teil 1

    Für jeden Tag gibt es ein Stichwort und dazu zeichnen wir dann etwas. Die Inktober-Regeln sind ziemlich flexibel, ich habe schon digitale Kunstwerke gesehen und nicht alle sind in schwarz-weiß.

    Von links oben nach rechts unten: Schnurrbart – Gewebe – Krone – Düster – Reh.

    Für ein paar der kommenden Prompts habe ich schon Ideen. Bei anderen eher ein großes Fragezeichen. Immerhin habe ich meine Sammlung an Zentangle-Mustern wiedergefunden, der Scanner aus den Nullerjahren funktioniert noch und bisher läuft die Aktion entspannt.

    Das zweite Bild läuft unter dem Stichwort „weave“. Eigentlich sollten die weißen und die gemusterten Streifen wie ein Gewebe unter- und übereinander verlaufen. Da passt mit der Schattierung etwas nicht. Trotzdem war gleichzeitig der Prozess an sich sehr entspannend.

    Und beim Thema „deer“ ist mir wieder aufgefallen, dass die englische Sprache Hirsch und Reh begrifflich nicht scharf auseinander hält. Ich habe das Reh gewählt, obwohl ich Hirsche auch sehr gerne mag.

    Bist du auch dabei?

    Falls nicht: Noch sind je erst fünf Tage vergangen und niemand muss zwingend 31 Bilder zeichnen.

    Falls ja: Sag mir gerne, wo du deine Bilder veröffentlichst, dann gucke ich mir dort gerne an, was dir zum Inktober 25 Teil 1 eingefallen ist. Seit meinem Besuch einer Gemäldeausstellung im September habe ich mir vorgenommen, mir bewusst mehr Schönes für die Seele zu gönnen.

  • Monatsrückblick September 25 – Eine Zahl hat’s nicht geschafft

    Monatsrückblick September 25 – Eine Zahl hat’s nicht geschafft

    Beim Monatsrückblick September 25 staune ich mal wieder, wie viel in 30 Tage reingepasst hat. Privat und beruflich. Und ich hatte noch gedacht, der Übergang in das Schuljahr würde ganz gemächlich verlaufen. Aber beschweren will ich mich auch nicht, ich liebe meinen Beruf ja. Also sehe ich dem vierten Quartal optimistisch entgegen.

    Neue Perspektiven auf Mathematik und meine Umgebung

    Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?

    • die Mondfinsternis am 07.09. sehen und älter werden 🗸 Die Wettergötter waren ausnahmsweise mal gnädig und der Himmel war klar.
    • ganz gemütlich ins neue Schuljahr rollen 🗸 (So gemütlich es ging bei der unerwartet hohen Nachfrage.)
    • den Herbstanfang feiern 🗸
    • mir bewusst weniger vornehmen als im August 🗸 (Das war gar nciht so leicht)
    • gleichzeitig ein bisschen mehr Bewegung mit Konditionstrainingsanspruchv→ Stark ausbaufähig.
    • Hasenglöckchen pflanzen→ die Zwiebeln sind besorgt, müssen aber noch in die Erde.
    • mit dem Gedrängel im meinem Blogentwürfeordner klarkommen. Immer schön in aller Ruhe. → Haha! Ich habe 15 Beiträge veröffentlicht. Und dabei kaum etwas aus den Entwürfen verarbeitet.

    Viele neue Gesichter

    Im vergangenen Schuljahr haben einige meiner Schüler:innen Abitur gemacht. Dadurch hatte sich mein Terminplan drastisch reduziert. Und jeden August frage ich mich, ob ich im September diese Jahr doch mal Werbung machen sollte. Und jedesmal trudeln neue Anfragen ein. Teils schon in den Sommerferien.

    Entsprechend habe ich für das kommende Schuljahr eine Reihe neuer Schüler:innen, großenteils in der vierten oder sechsten Klasse. Das ist so eine ganz andere Welt als die Mathematik in der Oberstufe und es sind so ganz andere Dinge bemerkenswert. So habe ich diese treuherzige Einschätzung zu hören bekommen:

    „Ich mag Geteiltaufgaben mit Rest nicht. Da ist dann immer eine Zahl, die es nicht geschafft hat.“

    B.Z, Schüler mit einem großen Herzen

    Als ich das auf meinem privaten Mastodonaccount teilte, bekam ich den Tipp, mit diesem Schüler direkt in die Bruchrechnung durchzustarten. Dabei kann eigentlich diese ganz andere und sehr empathische Perspektive auf Zahlen meiner Meinung erstmal so stehen bleiben.

    Das ist mit ein Grund, aus dem ich diesen Beruf so mag: Den immer neuen Blick auf die durch so viel jüngere Augen. Auf die kommenden Jahre mit diesen Kindern und Jugendlichen freue ich mich schon sehr. Von denen werde ich eine Menge lernen.

    Touristisch durch die Nachbarschaft

    Der alte Elbtunnel

    Gelernt habe ich auch wieder durch meine Freizeitgestaltung. Zum Beispiel habe ich es u meinem Geburtstag endlich geschafft, durch den alten Elbtunnel zu spazieren. Er war mehrere Monate gesperrt und deshalb habe ich ihn in meinen ToWants immer weiter unabgehakt mitgeschleppt.

    Der Eingangsbereich und überhaupt die ganze historische Architektur sind wunderschön.

    Die mittlere Spur ist für Menschen mit Fahrrädern gedacht. Und die sind da extrem schnell unterwegs.

    Wieder aus den unterirdischen Tiefen aufgetaucht konnten wir Hamburg aus einer neuen Perspektive bewundern.

    An sich hatte ich vor, auf der Südseite in eine Linienfähre einzusteigen. Schließlich wollte ich mein Deutschlandticket fpr den September gründlich nutzen. Hier war die Lektion: Am Sonntag fahren diese Fähren gar nicht, Also sind wir durch den Tunnel wieder zurück. Und haben einfach zweimal dieses Bauwerk bewundert.

    Die Fährfahrt ist allerdings nicht aufgehoben, und ich habe diese touristische Unternehmung einfach weiter auf der Liste.

    Der Loki-Schmidt-Garten

    Den Botanischen Garten in Klein Flottbek wollte ich eigentlich schon im April 25 ansehen. Durch ein paar Irrungen und Wirrungen mit Komoot bin ich nur daran vorbei gewandert und habe den eigentlichen Parkbesuch verschoben. Ende September 25 habe ich ihn nachgeholt (und auch nochmal mein Deutschlandticket eingesetzt).

    Der Garten ist einfach zauberhaft, gerade auch zu dieser Jahreszeit. Er wird von einem Verein getragen und mit sehr viel Herzblut gepflegt. Und dabei ist die Anlage kostenlos zu besichtigen. Sie ist gleichzeitig sehr offensichtlich als Lerort für Hamburger Universitäten strukturiert und in unterschiedlichen Themengärten angelegt.

    Da bin ich nicht das letzte Mal gewesen. Weil ich irgendwo gelesen hatte, dass Photographieren nicht erlaubt ist, gibt es keine Bilder. Falls das ein Irrtum war, gibt es nächstes Mal umso mehr, denn photogen ist diese Anlage sehr wohl.

    Früher ging es mir oft so, dass ich meinen Wohnort oder meine Region hauptsächlich dann besichtigt habe, wenn wir Besuch hatten. Inzwischen nehme ich mir ganz bewusst vor, anlasslos Museen, Landschaften und Ausstellungen zu besuchen, um meine Umgebung besser kennenzulernen. Und um mir etwas Gutes zu tun.

    Schönes für die Seele

    So zum Beispiel am letzten Sonntag im September 25. Die ehemalige Drostei Pinneberg präsentiert immer wieder wechselnde Kunstausstellungen. Aktuell hängt dort die private Gemäldesammlung des Ehepaars Christian und Sarah von Boetticher. Genau das richtige für einen kurzen Sonntagmorgenausflug.

    Mein Beitrag zum Kreativprojekt Projekt52 im September 25. Die Stichpunkte: „Es war einmal“, „Zug“, „Action“ und „Gönn ich mir!“

    Von außen ist mir die Drostei schon lange bekannt. Sie steht am Marktplatz, der Dingstätte. Von dort aus bin ich schon auf mehreren Demonstrationen mitgelaufen. Aber von innen hatte ich sie noch nicht gesehen.

    Pinneberg überrascht mich noch immer manchmal damit, was es hier für hübsche Ansichten gibt. Früher kannte ich hauptsächlich die Hochhäuser, die ich von der A23 aus beim Vorbeifahren gesehen habe. Das hier ist der Drosteipark.

    Die Sammlung bot eine wilde Mischung aus alten und modernen, winzigen und ausladenden Gemälden, religiösen Themen und Ansichten auf verschiedenste Regionen der Erde. Nicht alle Bilder haben mich gleichermaßen begeistert, manche dafür aber sehr. Dieser Flur war gefüllt mit Blumen von Damien Hurst. Zwischen diesen Farben und den üppigen Blüten ging mir das Herz auf.

    Unter anderem haben die Boettichers zwei Banksys gekauft. Einer davon zeigt Tomatensuppendosen von Tesco, einem Supermarkt, bei dem ich in England auch gerne eingekauft habe. Die Dosen im Bild sind die Tescobilligmarke. Das andere Bild heißt „Morons“ und zeigt eine Auktionsszene bei der ein Bilderrahmen verkauft wird, in dem steht: „I can’t believe you morons actually buy this shit“ Über diese Selbstironie musste ich lachen.

    Gerade bei der aktuellen Weltlage war mir so viel Schönheit und Kreativität sehr willkommen. Bei einigen Bildern fragte ich mich, was die Künstler:innen motiviert hat, sie zu malen. Oder auch, was die Boettichers und ihre Familie dazu gebracht hat, gerade dieses Bild zu kaufen und sich zuhause an die Wand zu hängen. Und mich selbst hat die Ausstellung motiviert, selbst wieder mehr kreativ zu werden.

    In den letzten Monaten bin ich wieder in das Doomscrolling gekippt. Jedenfalls, was YouTube angeht. Aber es reicht anscheinend, sich zwei Videos über das Malen mit Acrylfarbe anzusehen, und der Algorithmus liefert mir schon wieder eine Reihe Aquarelltutorials und Zeichentipps. Jetzt muss ich nur noch darauf klicken, statt auf die „Breaking News!“

    Was habe ich im Monat 25 gebloggt?

    Rückblickend wundere ich mich selbst. 15 Beiträge sind für mich richtig viel. Die Liste setzt sich zusammen aus Blogparaden, zwei Kurzgeschichten, einem Rant, etwas Mathecontent und einem Photoprojektbeitrag.

    Welttag des Briefeschreibens – 1. September

    Monatsrückblick August 25 – Musik im Matsch und zur Mittagszeit

    WMDEDGT im September 25 – Pomodoros für Pixelfutter

    PL im Mathe-Abi – Sollte ich das machen?

    Meal Prep – der Liebesbrief an mein zukünftiges Ich

    Bloggerschnack September 25: Meine WordPress-Plugins

    Bar oder mit Karte? Wie ich meistens zahle

    Story Challenge August 2025 – What Does It Mean?

    Story Challenge September 2025 – Cup and Saucer

    Mathe-WordPress-Plugin katex – So fügst du Formeln und Gleichungen in deine Texte ein

    Was (drohende) Abmahnungen bewirken

    Stolpersteine bei der Prüfungsvorbereitung

    Very Interesting Blogger – Mein erster Eindruck

    10 Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung in Mathe

    Projekt52 September 25

    Und was war sonst noch los?

    Auch der Monatsrückblick September 25 wäre nicht komplett ohne die Sammlung der kleinen Momente:

    Wenn du so eine imposante Grabstätte möchtest, hilft es, ein Haferflockenimperium zu gründen. Hier ruht Familie Kölln in Elmshorn.

    Der September 25 wusste wieder mit solchen grandiosen Sonnenaufgängen zu überzeugen.

    Ich war mehrfach in Elmshorn, hier bei der Pride Parade. Das war in meinem Leben eine Premiere und es war sehr herzerwärmend.

    Genauso wie die Klimademo in Hamburg. Allerdings fällt schon auf, dass heute deutlich weniger Menschen mitgehen als vor ein paar Jahren.

    Und dann war wieder Schützenfest. Da habe ich nicht teilgenommen. Diese Deko gefällt mir, aber das andere Drumherum nicht so.

    Eine Graue Klappkiste auf einem Betonboden. In der Kiste befinden sich lose Gemüse wie Karotten, Kürbisse und kleine Tomaten.

    Ich habe endlich eine vegane Solawi in relativer Nähe gefunden. Die Möllerbrüder erzeugen biovegan Gemüse und ich hole mir jede Woche meinen Anteil in einem Badeinrichtungsgeschäft in Norderstedt ab.

    Ob hier in der Gegend ungewöhnlich viel wilder Hopfen wächst, oder ob er mir an meinen anderen Wohnorten nur nie aufgefallen ist, weiß ich nicht. Die Blüten haben aber etwas Magisches, finde ich.

    Vorherige Septemberrückblicke

    Für den Monatsrückblick September 25 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich mehr, dass ich regelmäßig diese Rückblicke schreibe.

    September 23: Vor zwei Jahren habe ich mit Omicron entschleunigt. Die folgen ziehen sich bis heute durch meinen Alltag.

    September 24: Im Vorjahr bin ich auf dem A7-Deckel spazieren gegangen. An der Stelle bekomme ich Lust, mir diese Grünanlagen noch einmal anzusehen.

    Was habe ich im Oktober 25 vor?

    • zum Inktober jeden Tag etwas zeichnen und bei der Gelegenheit meinen Zentangle-Muskel reaktivieren
    • hoffentlich durch die Oktober-Ausgabe der Blogparade #relevant inspiriert werden
    • an der Habitica-Kostümchallenge teilnehmen
    • Mit einer anderen Habitica-Challenge jeden Tag etwas lernen
    • mit der 30-Tage-Clutterbug-Challenge sedimentierten Kram loswerden
    • nochmal über die A7 wandern und nachgucken, ob die Bäumchen dort immer noch so spirrelig aussehen und wie sich die Schrebergärten gemacht haben
    • eine weitere Kurzgeschichte schreiben
    • ins Kino gehen
    • weiter mit Nordic Walking meine Kondition stärken
    • am Blogtoberfest teilnehmen
    • meinen YouTubeablgorithmus auf Kreatives und Erbauliches umerziehen
    • keine weiteren Aufträge annehmen. So wie es gerade ist, läuft es ideal.

    Das war mein Monatsrückblick September 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Übrigens findest du hier den Septemberrückblick von Judith Peters, in dem du deinen Beitrag verlinken kannst. Sie hat mich überhaupt erst zu dieser Art Blogartikel motiviert.

    Wie stehst du zur Kunst? Hast du auch in eher deprimierenden Zeiten das Bedürfnis, dich bewusst mit Schönem zu befassen?


    Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Monatsrückblicke wie dieser.

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 September 25

    Projekt52 September 25

    Und schon ist der Monat wieder herum. Mein Plan, die Bilder für die Ausgabe Projekt52 September 25 früh einzureichen ist mir durch die Lappen gegangen. Aber besser spät als gar nicht.

    Auch wenn es nur noch drei Monate sind, es ist immer noch möglich, dabei zu sein. Je nachdem, wie viele ganze Wochen der Monat hat, gibt Sari vom Heldenhaushalt immer vier oder fünf Themen vor. Die Septemberthemen fand ich persönlich wieder inspirierend.

    Am Ende des Jahres werde ich 52 Beiträge in einem Blogbeitrag zusammengefasst präsentieren. Du kannst meinen aktuellen Bildern auch auf Pixelfed folgen.

    Die Beiträge zum Projekt52 September 25

    Arbeit

    Nicht immer geht mein Tafelbild wohldurchdacht von oben links nach unten rechts. Manchmal geht es auch achterbahnmäßig hin und her.

    Regen

    Ich mag den September. Vor allem die Abkühlung, die er bringt. Von meinem Arbeitszimmer aus betrachtet, ist jedenfalls auch Regen gemütlich.

    Wahnsinn

    In Halstenbek stehen an mehreren Orten Apfelbäume am Straßenrand. Natürlich ist es im Frühjahr dekorativ, wenn sie blühen. Den September durch fallen dann die Äpfel in Massen herunter und liegen in der Gegend herum.

    Für mich steht dieses Bild ein bisschen auch für die allgemeine Lebensmittelverschwendung. Was wir da tonnenweise ohne gute Gründe nicht essen, ist schon bemerkenswert. Von diesen Äpfeln habe ich allerdings einige mitgenommen, wenn sie nicht allzu angestupst waren. Kostenlos eingesammeltes Obst schmeckt oft besonders gut.

    Haustiere

    Kurzzeitig sah es danach aus, dass meine Katze noch einmal antreten würde. Aber von ihr habe ich schon viele Bilder auf meinem Blog. Also hier ein Photo eines ungebetenes Gastes.

    Im September hängen die Mücken jedes Jahr lethargisch an den Wänden. Worauf sie da genau warten und warum das ausgerechnet in unserem Haus sein muss, ist mir noch nicht ganz klar.

    Meine bisherigen Beiträge für Projekt52

    Seit Januar habe ich bisher noch kein Thema ausgelassen:

    Außer auf meinem Blog findest du meine P52-Beiträge auch auf Pixelfed. Wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln, würde ich mich sehr freuen!

  • 10 Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung in Mathe

    10 Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung in Mathe

    Ich bin seit mehr als zehn Jahren Nachhilfelehrerin. Mathematik wird mit großem Abstand am häufigsten nachgefragt, besonders zum Abi oder den ESA/MSA-Prüfungen hin. Deswegen fasse ich in diesem Blogpost zehn Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung in Mathe zusammen.

    ESA und MSA sind die Bezeichnungen der Abschlüsse nach der neunten beziehungsweise zehnten Klasse in Schleswig-Holstein. In anderen Bundesländern gibt es folgende Namen für den ESA: Hauptschulabschluss, Berufsbildungsreife, Berufsreife, Erster allgemeinbildender Schulabschluss oder Erfolgreicher Abschluss der Mittelschule.

    Auch für den MSA gibt es eine Reihe Bezeichnungen, je nach Bundesland: Mittlerer Schulabschluss, Fachoberschulreife, Mittlerer (Bildungs)abschluss, Mittlere Reife, Realschulabschluss oder (Qualifizierter) Sekundarabschluss I.

    Die Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung gelten für diese Abschlüsse gleichermaßen, egal wie sie heißen.

    Foto von Hunter Haley auf Unsplash

    1. Dein Umfeld

    Deine Familie und Freund:innen sind eine wichtige Ressource für deine Vorbereitung auf den großen Tag. Im Idealfall helfen sie dir, durch diese mental stressige Zeit so gut wie möglich durchzukommen.

    Niemand sollte Prüfungsstress mit sich alleine ausmachen müssen und ich hoffe, dein Umfeld ist dir bei der Prüfungsvorbereitung eine gute Unterstützung. Sich dessen bewusst zu sein, macht manchmal den entscheidenden Unterschied.

    2. Lerngruppen

    Wer sich mit anderen zum Lernen verabredet, kommt leichter und schneller voran. Wichtig ist allerdings, dass bei diesen Treffen wirklich gelernt wird 😉

    Es muss nicht die beste Freundin sein. Zum Lernen kann ich mich auch mit Menschen treffen, mit denen ich normalerweise gar nicht so viel zu tun habe, bis auf das gleiche Prüfungsfach.

    In diesen Lerngruppen könnt ihr die Aufarbeitung verschiedener Unterthemen auf mehrere Personen verteilen und spart so Zeit und Arbeit. Das ist eigentlich auch das Grundprinzip hinter den allseits beliebten/gefürchteten Referatsreihen.

    Außerdem ist der Trainingseffekt nicht zu unterschätzen, wenn ihr euch gegenseitig abfragt. Das Ganze lässt sich in einer viel gemütlicheren Atmosphäre gestalten als im Schulunterricht und das fördert den Spaß am Lernen.

    3. Mathevideos

    Vielleicht ist es dir schon bewusst. Der Vollständigkeit halber liste ich diese Lernressource aber noch einmal auf. Es gibt online eine große Fülle an gut gemachten Mathelernvideos. Teils erklären sie Grundlagen, teils bereiten sie gezielt auf Prüfungen vor. Es gibt YouTube-Kanäle, die jedes Jahr nach der Veröffentlichung der letzten Abiklausuren die einzelnen Aufgaben nachbesprechen.

    Wichtig ist, dass du ein paar verschiedene Kanäle durchprobierst. Vom fachlichen her sind sie alle relativ gleich, allerdings macht die persönliche Wellenlänge viel aus. Es gibt YouTuber:innen, die ernsthafter oder humorvoller bei der Sache sind. Andere gehen schneller oder langsamer durch den Stoff. Suche dir heraus, was zu dir und deinem Lernstil passt.

    Hier sind ein paar meiner Empfehlungen:

    Susanne alias Mathematrick hat eine große Sammlung kurzer Videos und eine sehr fröhliche Art zu erklären.

    Daniel Jung hat einen etwas trockenen Stil, erklärt aber sehr systematisch.

    Lehrer Schmidt ist etwas schwungvoller und hat eine breite Sammlung an Playlists.

    Magda liebt Mathe. Sie bietet außerdem unter anderem lange Videos zur Abiturvorbereitung und Simulationen von mündlichen Prüfungen an.

    DorFuchs ist Mathematiker und hat vor ein paar Jahren mehrere Mathe-HipHop-Crossover-Videos produziert. Unter anderem den pq-Formel-Rap. Das ist einerseits ein schlimmer Ohrwurm, andererseits prägen sich dadurch die jeweiligen Matheformeln sehr fest ins Gehirn ein.

    MathePeter wendet sich an Studierende. Ein Teil seiner Videos ist allerdings auch sehr gut für die Mathematik in der Oberstufe geeignet.

    4. Quizze

    Vielleicht findest du niemanden zum Abfragen. Oder eventuell sind Lerngruppen nicht dein Ding. Dann gibt es noch gut aufbereitete online-Quizze, um dein Wissen zu überprüfen.

    Auf Studysmarter gibt es kleine Quizeinheiten zu vielen verschiedenen Fächern und Themen. Du kannst dich dort anmelden, um noch mehr Funktionen zu nutzen. Die Quizze sind allerdings auch ohne Login zugänglich.

    Studyflix bietet Videos zu vielen unterschiedlichen Fächern und Themen an. Außerdem sind immer wieder kleine Quizeinheiten dabei.

    Und eines schönen Tages werde ich auch noch mal mein eigenes Mathequiz auf dieser Seite hochladen. Watch this space!

    5. Geogebra

    Je mehr ich mich mit Geogebra beschäftige, umso begeisterter bin ich. Ich kann dort unter anderem in zwei- und dreidimensionalen Koordinatensystemen so ziemlich alles darstellen, was in Prüfungsaufgaben abgefragt wird.

    Zusätzlich haben viele Menschen dort fertige Lerneinheiten abgespeichert. Du greifst mit der Suchfunktion darauf zu, indem du zum Beispiel „Pythagoras“ in die Suchfunktion eingibst. Dann bekommst du eine Liste mit Materialien präsentiert. Oft sind Schieberegler oder Zahleneingabefelder dabei. So lassen sich die Aufgaben, an denen du gerade sitzt, sehr einfach grafisch darstellen.

    Unter den Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung in Mathe benutze ich dieses Werkzeug am häufigsten.

    6. Aufgaben aus früheren Jahren

    Die Prüfungsaufgaben aus vergangenen Jahren werden mit etwas Zeitversatz veröffentlicht. Auf Abituraufgaben greife ich immer auf der Mathe-Seite des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen zu. Dort findest du echte Abiturklausuren und Übungsaufgaben der Jahre seit 2017 bis heute auf erhöhtem und grundlegendem Niveau.

    Alle Aufgaben kommen mit Lösungen. Allerdings sind diese etwas knapp formuliert, weil sie eigentlich als Kontrolle für die Lehrkräfte bei der Klausurbenotung gedacht sind.

    Die besonders oft auftretenden Aufgabentypen habe ich in einer Beitragsreihe über Mathe-Abiturklausuren aufgearbeitet.

    Das Land Schleswig-Holstein gibt die Prüfungen vergangener Jahre zum ESA und MSA auf einer eigenen Seite heraus. Auch hier sind die Lösungen mit enthalten, außerdem alle Übungshefte von 2020 bis heute.

    Nach den Materialien anderer Bundesländer suchst du mit der Abschlussbezeichnung und „Mathe Aufgaben“. Weil die Länder die Aufgaben nach einer Weile veröffentlichen, würde ich persönlich nicht extra für diese Art Aufgaben bezahlen. Irgendwo sollten sie kostenlos einsehbar sein.

    7. Lernapps

    Das Smartphone haben die meisten von uns immer zur Hand. Statt uns damit auf Social Media zu ärgern oder Zeit mit Doomscrolling zu verbringen, lohnt sich die Installation von Lern-Apps.

    Ich selbst lerne mit Duolingo mehrere Sprachen. Den Matheteil dort emfpehle ich aber ausdrücklich nicht. Er ist gleichzeitig auf mehreren sehr unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus. Und er übt nicht gezielt prüfungsrelevante Inhalte. Jedenfalls war das so, als ich Duolingo-Mathe ausprobiert habe.

    Bei Superprof findest du eine Liste kostenloser Mathe-Lern-Apps. Vielleicht passt ja davon eine für dich. Und jede Minute Mathelernen ist eine Minute ohne Doomscrolling. Gerade bei der aktuellen Weltlage scheint mir Mathematik für die Laune gesünder zu sein.

    8. Überprüfung deiner Rechenergebnisse

    Beim Üben haben wir manchmal Lösungen für Aufgaben zur Verfügung. Falls nicht, kannst du Rechenergebnisse online überprüfen.

    In WolframAlpha gibst du deine Rechnung ein und bekommst ein Ergebnis mit ein paar Zusatzinformationen. Allerdings ist diese Seite auf Englisch.

    Matheguru hat viele interaktive Materialien auf seiner Seite. Ich nutze häufig den online-Rechner zur Binomialverteilung, um meinen Schüler:innen grafisch zu zeigen, was sie da gerade rechnen.

    David Scherfgen hat einen Integralrechner und einen Ableitungsrechner veröffentlicht. Diese beiden Anwendungen erstellen dir für praktisch jede Funktion die Ableitungen und Stammfunktionen. Außerdem erklären beide den Rechenweg in kleinen Schritten. Das hilft sowohl beim Überprüfen, als auch beim Lernen, mit welchem Ansatz du am besten ans Ableiten oder Integrieren gehst.

    Sowohl in IPads als auch Samsung-Tablets kannst du jetzt handschriftlich Rechenausdrücke eingeben. Du bekommst in den meisten Fällen dann direkt das Ergebnis. In den schriftlichen Prüfungen kannst du diese Technik zwar nicht verwenden, aber bei der Prüfungsvorbereitung spart das eine Menge Tipperei in den Taschenrechner.

    Alternativ ist dies eine gute Methode, um sicherzustellen, dass du mit deinem TR richtig gerechnet hast. Hier die Anleitung zum handschriftlichen Rechnen mit IPads. Und hier ist die Anleitung zum handschriflichen Rechnen mit Galaxytablets. I

    9. Entspannungsübungen

    Einer der Stolpersteine auf dem Weg zur Prüfung ist es, nur das eigentliche Fach zu lernen. Der Prüfungserfolg ist dir deutlich sicherer, wenn du dich bewusst darauf vorbereitest, dass du in der Stresssituation nicht so auf das Gelernte zugreifen kannst wie zu Hause in deinem Zimmer.

    Hier hilft es, rechtzeitig und regelmäßig Entspannung bewusst zu üben. Anleitungen findest du zum Beispiel beim NDR, der AOK, bei Quarks und der Technikerkrankenkasse. Auch das sind wichtige Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung in Mathe aber natürlich auch in anderen Fächern.

    Um dein Bewusstsein für deine eigene innere Stärke zu verankern, lege ich dir meine geführte Meditation (YouTubevideo) ans Herz.

    Wichtig ist, dass du dich möglichst frühzeitig mit dem Thema Prüfungsstress befasst und die für dich passende Entspannungmethode findest.

    10. Habit-Tracker

    Die einen lernen gerne mit anderen zusammen und haben dadurch eine eingebaute Verlässlichkeit. Mir persönlich hilft aktuell mein Habittracker Habitica. Diese App erinnert mich jeden Tag an meine ToDos und ich etabliere damit laufend neue Gewohnheiten.

    Das Prinzip funktioniert auch für die Prüfungsvorbereitung. Je früher du anfängst, umso besser. Punktkariert erklärt auf ihrer Seite, wie Habit-Tracker in einem Bulletjournal aus Papier eingerichtet wird.

    Wenn du es lieber elektronisch magst, findest du hier eine Liste mit Habit-Tracker-Apps. Sie sind sehr unterschiedlich und sprechen dadurch unterschiedliche Personen an. Habitica ist eher nicht so ernst und sehr retro mit seinem pixeligen Design. Mir kommt das sehr entgegen, aber vielleicht passt ja eine andere App zu dir viel besser. Das Wichtigste ist, dass du sie benutzt und dass sie dir hilft, verlässlich in kleinen Portionen zu üben.

    Hast du noch weitere Tipps?

    Was würdest du dieser Liste von Tools und Ressourcen zur Prüfungsvorbereitung in Mathe noch hinzufügen?

    Diese Liste ist Bestandteil meiner Artikel über die Vorbereitung auf das Mathe-Abitur.

  • Very Interesting Blogger – Mein erster Eindruck

    Very Interesting Blogger – Mein erster Eindruck

    Was heißt das überhaupt – Very Interesting Blogger? Seit Juli 2025 bin ich in dieser Bloggemeinschaft light bei Judith Peters dabei. Ihre Content Society fand ich immer interessant, allerdings für mich viel zu hoch gehängt. Sowohl vom Aufwand als auch von der Zielsetzung her.

    Daher zogen ein paar Werbeblöcke für VIB an mir vorbei. Bis ich mir doch einen Ruck gab und mich anmeldete. Denn seit meinem Ausstieg aus Instagram und Facebook bin ich interessiert an alternativen Möglichkeiten, Netze zu knüpfen. Außerdem lerne ich gerne dazu, nicht nur was das Bloggen angeht. Dass VIB deutlich weniger kostet als die Content Society, hat auch deutlich zu meiner Entscheidung beigetragen.

    Wie läuft „Very Interesting Blogger“ ab?

    Einmal die Woche mailt Judith mir eine „unverbindliche Blogempfehlung“. Das sind lauter Inspirationen für unterschiedliche Formate, die ich an meine Themen und meine Art zu schreiben anpasse.

    Alle meine Blogartikel jeder Kalenderwoche sammelt der Blogbot per RSS-Feed ein. Und jeden Montag werden alle Beiträge aller Teilnehmenden von „Very Interesting Blogger“ und „The Content Society“ auf Judiths Blogbotseite aufgelistet.

    Dadurch bekommen andere Blogger:innen automatisiert meine neuesten Artikel zu sehen. Andererseits habe ich so selbst jeden Montag ein spannendes Lesebündel. Manche Teilnehmenden haben dann die Woche über das gleiche Format wie ich verbloggt, aber auf ganz andere Weise. Manche schreiben sehr viel, andere eher wenig. Und bis zum nächsten Montag lese ich all die offenen Tabs dann durch.

    Was gefällt mir daran?

    Die E-Mails mit den Blogvorschlägen sind jedesmal ein zuverlässiger Schubs in Richtung Computer. Bei den meisten Formaten hatte ich wirklich sofort oder sehr bald eine Idee, wie ich sie umsetzen würde.

    Ich merke auch, wie ich schneller in den Schreibfluss komme, weil Judith schon viel strukturierende Vorarbeit geleistet hat. Natürlich schreibe ich in den meisten Wochen noch andere Blogbeiträge nebenher, die ich dann nach meiner eigenen Vorstellung aufbaue.

    Und manche ihrer Vorschläge habe ich für später im Entwürfeordner geparkt. Auch so sind einige Formate dabei, die mehrfach anwendbar sind. Oder ich werde mit ihnen ein paar Ideen, die schon sehr lange etwas sperrig in den Entwürfen lagern, sinnvoller zusammenstellen. Da habe ich noch auf Jahre Anlässe und Inspiration zum Bloggen.

    Ähnlich wie bei der RSS-Liste von Blogs50Plus lerne ich mit VIB viele interessante Menschen kennen. Manche von ihnen schreiben über ähnliche Themen wie ich, andere über ganz andere Dinge. Ich finde das sehr bereichernd, wenn es auch ein bisschen was von „Kind im Bonbonladen“ hat.

    Mir kommt auch entgegen, dass ich alleine für mich schreibe. Die Verlässlichkeit kommt durch das Bloggen an sich und durch das Erscheinen in der Botliste. Ich muss nicht Termine mit einem Blog-Buddy in meine Woche friemeln und auch nicht regelmäßig in Gruppen brainstormen.

    Ich blogge dann, wenn mir danach ist und wie es in meinen Terminplan passt. Der Austausch, so wie er ist, ist für mich gerade dicht genug und gibt mir ausreichend Freiraum.

    Was habe ich gelernt?

    Mir ist mein eigenes Klickverhalten aufgefallen. Wenn mir sehr viele Beiträge angeboten werden, dann brauche ich eine überzeugende Überschrift, um einen Artikel in meine offenen Tabs der Woche aufzunehmen. An zu mysteriösen oder wenig konkreten Überschriften scrolle ich meistens vorbei. Es sei denn, ich kenne die Person dahinter und rechne damit, dass der Artikel an sich spannender ist als der Titel.

    Anders herum sagt mir das, dass ich an meinen eigenen Überschriften arbeiten werde. Gerne ein bisschen länger und gleichzeitig deutlicher auf den Punkt, worum es mir geht.

    Die wöchentliche Liste hat mich dazu gebracht, in meinen regelmäßigen Habitica-Aufgaben den Punkt „Blogbeiträge lesen, kommentieren oder löschen“ einzufügen. Im Sommer habe ich allen Ernstes ungefähr 1300 offene Tabs von meinem Smartphone gelöscht. Jetzt übe ich mich im Prioritäten setzen und digitale Informationen wieder loslassen. Ein netter, sehr willkommener und eher unerwarteter Nebeneffekt.

    Was gefällt mir an Very Interesting Blogger nicht?

    Da gibt es bisher tatsächlich nichts. Judith und ihr Team sind gut organisiert, und als einmal der Blogbot eine Woche lang meine Artikel nicht gesehen hat, haben sie das Problem schnell beseitigt. Die Aktion läuft wie eine gut geölte Maschine.

    Der Umfang, die Freiheit, die Vernetzung, die neuen Informationen, das alles ist für mich ein richtig rundes Paket. Und ich klopfe mir echt auf die Schulter, dass ich bei der fünften Werbung doch noch auf „Ja bitte!“ geklickt habe.


    Wie vernetzt du dich und wo nimmst du deine Inspiration für Blogformate her? Und hast du ein System dafür, wie du deine Überschriften formulierst?

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