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  • Zuversichtlich bleiben – Es ist paradox

    Zuversichtlich bleiben – Es ist paradox

    Wie sollen wir angesichts der Weltlage zuversichtlich bleiben? Und: Hilft das überhaupt? Weil mich diese Frage so beschäftigt, habe ich sie als Blogparade an die Onlinegemeinschaft weitergegeben.

    #Zuversicht25

    Der Aufruf geht „offiziell“ bis zum 31.3.2025, aber natürlich ist das Thema auch danach noch aktuell. Entsprechend freue ich mich auch später noch über Beiträge! Und jetzt bin ich selbst dran mit meinen Antworten zum Thema 🙂

    Das Paradoxe an dem Ganzen: Wenn alles gut läuft, stellt sich die Frage nach der Zuversicht gar nicht. Erst wenn Probleme drohen oder das Leben schwierig ist, brauchen wir sie. Und dann ist es deutlich schwieriger, zuversichtlich zu werden oder gar zu bleiben.

    Hoffnungsvoll oder zuversichtlich?

    Ich sehe es wie Roswitha Böhm: Es gibt hier einen „kleinen aber feinen Unterschied“. Beide Begriffe sehen optimistisch in die Zukunft. Allerdings richtet sich für mein Empfinden die Hoffnung nach außen. Wir hoffen, dass von irgendwoher sich das Schicksal günstig fügen wird. Und damit machen wir uns von äußeren Faktoren abhängig.

    Zuversicht hat ihre Wurzeln sowohl im Außen wie im Innen. Ich beobachte Dinge und Menschen um mich herum und kann daraus Mut für die Zukunft gewinnen. Gleichzeitig beziehe ich Zuversicht auch aus mir selbst. Aus Erfahrungen, in denen ich selbstwirksam war und buchstäblich aus meinem Selbstbewusstsein, wenn ich mir meiner Stärken bewusst werde.

    Dabei hat mich auch Bruno Schelig sehr inspiriert. Er findet sehr viel Zuversicht darin, dass er auf das zurückblickt, was er schon geschafft hat, dass er mit einem angemessen strukturierten Plan vorgeht, und vor allem: Dass er authentisch bleibt. Dieses solide „sich selbst treu Bleiben“ macht eine große Portion Stabilität der eigenen Zuversicht aus.

    Warum überhaupt zuversichtlich bleiben?

    Passend zum Thema hörte ich vor kurzem die März-Episode des Podcasts „The Wonder“. Darin sagte Mark:

    „Hope is a weapon.“

    Mark Green

    Aus meiner Sicht gilt das genauso für Zuversicht. Was meint er damit? Das Ziel ist nicht, aggressiv gegen Andere in den Kampf zu ziehen. Sondern darum, in ungünstigen Zeiten gewappnet zu sein. Sich möglicher Gefahr bewusst zu sein und zu wissen, dass wir nicht völlig hilflos ausgeliefert sind.

    Wie der friedfertige Krieger in sich selbst ruht, weiß eine zuversichtliche Person, dass sie vorbereitet ist. Damit ist der Ausgang einer Geschichte noch überhaupt nicht garantiert. Allerdings ist eine äußere und innere Vorbereitung hilfreicher als nur zu hoffen oder den Kopf in den Sand zu stecken. Auch lange bevor es überhaupt zu einer Krise kommt, ist meine innere Haltung mit Zuversicht gesünder als wenn ich Zukunftssorgen nur herunter drücke und unterbewusst mitschleppe.

    Zuversichtlich bleiben ist ein Balanceakt

    Lydia Gajewsky, eine weitere Teilnehmerin dieser Blogparade schrieb von der „Zauberkraft des Trotzdem“. Das trifft auch genau mein Verhältnis zur Zuversicht.

    In schlechten Zeiten lebt Zuversicht auf dem schmalen Grat zwischen Verzweiflung und Verdrängung.

    Anders herum formuliert brauche ich beides: Den klaren Blick auf die Krisen und die möglichen negativen Konsequenzen. Und genauso das Bewusstsein für die guten Nachrichten. Das was im Innen und im außen gut läuft.

    Mir hilft sowohl der Anspruch, dass ich zu einer besseren Zukunft meinen Teil beitrage, als auch die Nachsicht mit mir und meinen Grenzen, um mich nicht zu überlasten.

    Ich brauche zuverlässige und einigermaßen detaillierte Informationen genauso wie Phasen, in denen ich Nachrichten ausblende. Und ich brauche ein möglichst feines Gespür dafür, wann was dran ist.

    Selbstwirksamkeit ist das Eine. Die Einsicht, dass ich nur begrenzten Einfluss auf die Welt und vor allem meine Mitmenschen habe, ist das Andere.

    Vorbilder können mich inspirieren und Mitmenschen können mich mitreißen und mir zeigen, dass auch andere an den gleichen Projekten arbeiten wie ich. Und gleichzeitig hilft mir der Rückzug in mein abgeschirmtes Zuhause, meinen sozialen Akku wieder aufzuladen.

    Zuversicht ist keine Pflicht und kein Leistungssport.

    Und am Ende ist das Ziel nicht, ein vorgeschriebenes Level an Zuversicht zu erreichen. So, wie die Dinge aktuell laufen, lasse ich auch Phasen der Verzweiflung zu. Das bin ich den nicht so optimistischen Anteilen meiner Persönlichkeit schuldig. Wie im Außen ist auch im Innen ein möglichst gutes Gleichgewicht das Zauberwort.

    Kreisen um meine Zuversicht

    Wie es bei Balanceakten so ist, klappt es mit dem Projekt „zuversichtlich bleiben“ bei mir mal besser mal schlechter. Weil auch mein Gespür für meine Bedürfnisse nach Informationen oder Ablenkung, nach Vernetzung oder Ruhe nicht immer gleich fein eingestellt ist. Auch hier lerne ich immer mehr, mit mir so nachsichtig umzugehen, wie es gerade möglich ist.

    Ich erinnere mich daran, wie ich schon als Kind und Jugendliche immer mal wieder Weltschmerz und Sorgen um die Zukunft hatte. Oft scheint es uns ja, dass „früher“ Dinge besser waren. Und viele der heutigen Probleme hatten wir zum Beispiel in den 80ern nicht. Dafür war damals allerdings anderes problematisch und ließ die Zukunft teils ziemlich düster aussehen.

    Aktuell besorgt mich, wie sehr die Krisen unserer Zeit miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig verstärken. Außerdem nagt es an meiner Zuversicht, wenn Mitmenschen auf (aus meiner Sicht) sinnvolle Ideen mit irrationaler Reaktanz reagieren. Für mich ist es ein schmerzliches Dilemma, dass ich weder mit Fakten, noch mit freundlichem Locken, noch mit Ausdruck meiner Frustration das Verhalten anderer ändern kann. Und das zeigt mir noch mehr, dass solide Zuversicht aus meinem Inneren heraus kommen muss und sich weniger am Außen aufhängen kann.

    Zuversichtliche Vorbilder

    Katja schrieb darüber, welche Autorinnen ihr ein Vorbild sind und ihr dadurch Zuversicht vermitteln. Mich beeindrucken besonders Menschen wie Jane Goodall und Luisa Neubauer. Erstere hat zum Thema das Buch „Grund zur Hoffnung“ geschrieben. Letztere baut mich mit ihrem Podcast und ihren Kurzvideos immer wieder auf.

    Beiden gemeinsam ist, dass für sie Hoffnung ein Verb ist. Sie fällt uns nicht zufällig in den Schoß, sie basiert auf dem, was wir tun, selbst wenn es nur kleine Dinge sind. Das gilt genauso für die Zuversicht.

    Die gute Nachricht ist: Wenn wir mal einen Durchhänger hatten, ist es jederzeit möglich, den Faden wieder neu aufzunehmen. Und dabei müssen wir systemisch gesehen nicht „die Welt retten“. Wir können auf der ganz untersten Ebene anfangen, in unserem direkten Umfeld Verantwortung, Achtung und Liebe unterzubringen. Vor allem das ist auch eine Botschaft, die ich immer wieder neu hören muss 😉

    Mein Fazit

    Wie kann jemand jetzt also zuversichtlich bleiben? Ich kann nur für mich sprechen und das ist schon ein Teil der Antwort: Es ist individuell und gleichzeitig gibt es viel von meinen Mitmenschen zu lernen.

    Wichtig ist ein Ausgleich meiner scheinbar widersprüchlichen Bedürfnisse. Ein Bewusstsein für die Krisen, für Mitmenschen und für mich. Eine große Portion Nachsicht und gleichzeitig genug Motivation, um immer wieder neu anzusetzen.

    Am Ende war auch diese Blogparade eine Übung in Zuversicht. Es war vorher nicht abzusehen, ob überhaupt irgendjemand mitmachen würde. Ich habe auch von Menschen zu hören bekommen, dass das jetzt gerade gar nicht ihr Thema ist.

    Und dann habe ich von sehr unterschiedlichen Menschen sehr unterschiedliche Beträge geschenkt bekommen, von denen ich viel lernen kann und bei denen ich mich jeweils in Teilen wiederfinde. Meine Dankbarkeit dafür trägt ganz sicherlich einen großen Teil zu meiner aktuellen Zuversicht bei ❤️

    Was meinst du?

    Berührt dich persönlich das Thema Zuversicht? Fühlt es sich für dich ähnlich an wie für mich? Oder vielleicht ganz anders?

    Ich freue mich, so oder so, auch nach dem 31.3. noch über weitere Beiträge 🙂

  • To-Want-Liste für das 2. Quartal 25

    To-Want-Liste für das 2. Quartal 25

    Seit dem Blogtoberfest 2023 plane ich regelmäßig für drei Monate in die Zukunft. Heute habe ich die To-Want-Liste für das 2. Quartal 25 auf dem Programm.

    ToWants sind ausdrücklich keine To-Dos. Im April steht noch auf meiner Liste, darüber zu schreiben, was meine Probleme mit ToDo-Listen sind. Die ToWant-Liste ist für mich wie eine Art Vorratskammer an Ideen, die ich gerne erledigen oder erleben möchte. Damit erinnere ich mich an diese Optionen, ohne mich zu verpflichten, sie auf jeden Fall umzusetzen.

    Was bringt eine To-Want-Liste?

    • Sie erinnert mich an Dinge, die in die Saison passen oder einfach einen Termin haben, und die mir in früheren Jahren oft mit Bedauern zu spät wieder eingefallen sind.
    • Ich lerne im Verlauf der Zeit eine Menge über mich und darüber, was mich motiviert und was mich demotiviert. Was ich wirklich will und was eigentlich eher Wunsch von außen ist.
    • Sie helfen mir, meine Interessen und meinen Tagesablauf strukturiert und doch flexibel immer weiter zu entwickeln.

    Warum schreibe ich eine To-Want-Liste pro Quartal?

    Ein Grund ist das Blogtoberfest. Judith hat das damals so schön eingefädelt und ich konnte es sehr bequem übernehmen. Inzwischen ist dieser Rhythmus von drei Monaten für mich schon eine schöne Gewohnheit. Auch das ist ein Erfolg für eine Person, der es nicht leicht fällt, neue Gewohnheiten zu etablieren.

    Judiths wurde inspiriert vom Buch „Das 12-Wochen-Jahr“. Die Idee ist, durch gute Selbstorganisation so viel zu erledigen, wie ansonsten in 12 Monaten. Das Jahr wird dafür in Quartale eingeteilt.

    Den Aspekt, möglichst viel zu schaffen, finde ich persönlich nicht so wichtig. Allerdings erlebe ich es auch so, dass eine Jahresplanung für viele Dinge zu lang ist, so dass ich sie zwischenzeitlich aus den Augen verliere. Anderes braucht aber Zeit oder die richtige Jahreszeit. Andere Dinge sind von außen an Termine gebunden. Auch ich habe festgestellt, dass drei Monate für die meisten Vorhaben ein gut ausbalanciertes Zeitfenster sind.

    Meine To-Wants für das 2. Quartal 25

    Ein paar Punkte habe ich aus dem ersten Quartal übernommen. Zum Teil haben sie mir so gut gefallen, zum anderen Teil habe ich sie nicht abgehakt, aber immer noch Lust darauf 🙂

    1. Weiterhin jeden Monat eine große Runde (> 10 km) mit Komoot drehen.
    2. Weiterhin jeden Monat ein Museum oder eine Ausstellung besuchen, zum Beispiel:
    3. Den Gartenschuppen sortieren.
    4. Jeden Tag dem Frühling und der Natur über die Schulter gucken.
    5. Mit den Grünen Pinneberg gemeinsam kochen.
    6. Bei Nachfragen nach Nachhilfe-Terminen am Wochenende konsequent Nein sagen.
    7. Weiter meine alten ToDo-Listen zusammenstreichen.
    8. Einen Cornerstone-Artikel zum Matheabi schreiben ✔
    9. Bei der ambulanten Long-Covid-Klinik in Kiel meine anhaltende Müdigkeit untersuchen lassen.
    10. Endlich auf Twenty Twenty Five umstellen
    11. Drei Kurzgeschichten für deadlinesforwriters schreiben und zwar am Wochenende vor dem Abgabetag 😉
    12. Meinen Pinterest-Account entstauben und nutzen.
    13. Eine neue Kamera kaufen.
    14. Für Projekt52 ein Thema in Gedichtform umsetzen.
    15. Eine Einschlafroutine und eine Morgenroutine entwickeln und etablieren.
    16. Nachtrag, nachdem ich bei Sandra Jost diese komplett überraschende Idee gelesen habe und einfach für mich übernehme: Einmal die Woche Yoga machen.

    Das war sie also, meine To-Want-Liste für das 2. Quartal 25. Ich bin wieder gespannt auf den Prozess. Mehr über meine Haltung zur Setzung von Zielen findest du hier.

    Wie läuft es bei dir mit der Formulierung und dem Erreichen von Zielen? Hast du auch eine ähnliche oder ganz andere Liste?

  • Projekt52 März 25

    Projekt52 März 25

    Und wieder bin ich auf den letzten Drücker dabei 😀 Dabei waren die Themen für Projekt52 März 25 sehr inspirierend. Dieses Mal hatte ich eher Schwierigkeiten, mich für die jeweiligen Bilder zu entscheiden.

    Frau Mondgras vom Heldenhaushalt organisiert dieses Projekt freundlicherweise. Für jeden Monat veröffentlicht sie die Themen und wenn du Lust hast, kannst du immer noch einsteigen. Am Ende des Jahres kommen so 52 Beiträge zusammen, das können Photos sein, aber auch Texte oder andere kreative Werke.

    Meine Beiträge zu Projekt52 März 25

    Dekoriert

    Dieses Thema hat meinen Blick auf meine Umwelt positiv beeinflusst. Mir ist mit diesem Filter deutlich geworden, wie sehr wir Menschen große und kleine Dinge dekorieren, meist sehr liebevoll. Daher war es nicht so leicht, ein Photo auszusuchen.

    Photo, Nahaufnahme von einem zwischen Daumen und Zeigefinger gehaltenen Kieselstein, auf den jemand Schneeglöckchen gemalt hat. Im Hintergrund unscharf eine Wiese mit Bäumen und Büschen. Für Projekt52 März 25
    Diese Steine legen nette Menschen aus, damit andere sie finden und weitertragen.

    Und das hier ist eine kleine Auswahl an Alternativen:

    Genuss

    Eine aus unserem Haushalt versteht es, die Nickerchen besonders zu zelebrieren.

    Film

    Ich hatte sofort den Impuls einen Film im Sinne von „dünne Schicht“ zu photographieren. Das war kniffeliger als gedacht und meine Experimente mit Kürbiskernöl (zu dunkel) und Spülmittel (machte gar keine schönen Regenbogenfarben), dem Licht (zu viel, zu wenig, Sonne zu tief oder zu hoch) haben echt gedauert. Für einen ordentlichen Film auf dem Tee ist hier auch das Wasser nicht hart genug. Was ich wohl unter Luxusproplem ablegen sollte 😉

    Leinöl auf Wasser

    Neues

    Ich bin zwar großer Herbst- und Winterfan, aber jedes Jahr im Frühling geht mir bei all dem neuen Grün das Herz auf.

    Veränderung

    Hintergrund der Ahornbaum

    Meine bisherigen Beiträge für Projekt52

    Ich bin tatsächlich seit Januar dabei und habe noch kein Thema ausgelassen:

    Du kannst mir auch auf Pixelfed folgen, um meine Bilder zu sehen. Vielleicht macht dir das ja Lust, auch von Instagram zu dieser dezentralen Alternative zu wechseln 😉

    Und jetzt bin ich gespannt auf die Themen für April 25. Hoffentlich geben die mir auch so einen liebevollen Blick auf die Welt, das hat meiner Seele wirklich gut getan.

  • Mein ideales Internet

    Mein ideales Internet

    Ich bin keine Digital Native. Dass es in meiner Kindheit das heute selbstverständliche WWW noch nicht gab, bedeutet allerdings nicht, dass es mir nicht ans Herz gewachsen wäre. Im Gegenteil. Und ich habe eine klare Vorstellung davon, wie mein ideales Internet aussehen könnte.

    Genau danach fragt Annette Schwindt in ihrer Blogparade #SoSollWeb. Weil ich so ein Blogparadenfan bin und weil mich das Thema sehr anspricht, reihe ich mich hiermit in die Liste an Teilnehmenden ein 🙂

    Meine ersten Schritte im Internet

    Die Geschichte des Internets reicht überraschend weit zurück. Die ursprüngliche Vision (im nichtmilitärischen Bereich) war pragmatisch und kooperativ:

    „Wir wollen keine Könige, Präsidenten und Wahlen. Wir glauben an einen groben Konsens und an ablauffähigen Code.“

    Credo der Internet Engineering Task Force

    Meine erste E-Mailadresse bekam ich von der Universität Oldenburg. Das musste ich damals noch damit begründen und organisierte mir damit ein Diplomarbeitsprojekt an der University of Nottingham und im Anschluss eine Promotionsstelle am KCL.

    Meine ersten Kontakte mit dem Netz waren also vernetzend, allerdings auch auf einen kleinen akademischen Personenkreis begrenzt. Mit dem schnellen Wachstum in den Neunzigern kam dann eine Menge eher private Unterhaltung dazu.

    Ich habe mich in Foren in langen und fruchtlosen Debatten verzettelt, war Mitglied im Karl-Fritsch-Fanclub (Leider existiert seine Seite nur noch im Web-Archive.) und habe mir 2006 auf Twoday meinen ersten Blog eingerichtet.

    Früher und Heute

    Dezentralität

    Ich erinnere mich an thematisch wild gemischte und vor allem dezentrale Diskussionsforen. Gästebücher waren eine Art überregionales Poesiealbum.

    Heute ist es schwierig, sich den „großen“ Plattformen zu entziehen. Weil da gefühlt „alle sind“. Auch ich habe mich erst vor kurzem aus Meta zurück gezogen.

    Benimmregeln

    Der Begriff „Netiquette“ wirkt heutzutage seltsam altmodisch. Und gleichzeitig war es gar nicht so schwierig und hat in meiner Erinnerung meistens funktioniert.

    Musk und Zuckerberg sind leider nicht bereit, wirksam zu moderieren. Und das hat eine Erosion in Gang gesetzt. Wer die Erfahrung gemacht hat, ohne Konsequenzen beleidigen und bedrohen zu können, eskaliert im Zweifelsfall immer weiter.

    „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“

    Erster Grundsatz der Usenet-Netiquette

    Zugang

    In den Neunzigern und Nullern waren sowohl die Hardware als auch der Zugang zum Internet teurer und großenteils nicht mobil.

    Das Netz ist billiger, zugänglicher und mobiler geworden, mit immer neuen und immer stärker verzahnten Anwendungen entwickelt. Für diese neue Bequemlichkeit zahlen wir mit unseren Daten und unser Privatsphäre.

    DSGVO

    Meine ersten Blogs kamen noch ohne Datenschutzerklärung aus. Ich hatte auch gar kein Interesse daran, persönliche Informationen über Menschen zu erheben, die meine Texte lesen wollten.

    Heute friemeln wir uns alle zwischen Abmahnanwälten und nur halbwegs passenden Vorlagen durch. Und ich schreibe hier immer noch, ohne mich für die Daten meiner Leser*innen zu interessieren.

    Design

    Die quietschbunten Wackelbildchen und das Geocities-Design waren schon speziell. Blogs auf Plattformen wie Twoday oder Blogspot waren einfacher gestrickt.

    Wer eine eigene und attraktive Webseite haben wollte, musste sich ein bisschen in die Materie reinknien.

    Moderne Baukästen machen es heute viel einfacher, eine beliebig komplexe Webseite nach eigenen Vorstellungen zu bauen. Zum Glück hat das Farbspektakel nachgelassen 😉

    Aus meiner Sicht eine eher deprimierende Entwicklung sind die KI-Bilder. Mir sind unperfekte aber echte Bilder lieber als in Sekunden zusammen gepromptete Bilder, die auch noch am anderen Ende Werke von Künstler*innen durch den digitalen Wolf drehen.

    Blogabsichten

    Als ich mit dem Bloggen anfing, ging es zu einem Großteil um Privatvergnügen. Menschen wollten informieren, sich ausdrücken, ihre Werke teilen und sich mit anderen austauschen.

    Heute drehen sich viele Blogs neben dem Informieren um Verkauf, Werbung und Optimierung. Auch mein Blog hängt an der Seite meines Nachhilfeunternehmens dran. Allerdings soll dieser Blog nichts verkaufen, sondern weiterhin Informationen vermitteln und meinen Standpunkt zur Welt mitteilen.

    Trolle und Fake News

    Früher war Trollen noch Handarbeit. Diejenigen, die es darauf anlegten, Diskurse zu sprengen, waren in meiner Erinnerung in der Minderheit und eher privat motiviert.

    Bots machen es möglich: Autoritäre Regime können automatisiert in die Bewusstseinbildung reingrätschen und überwältigende Mengen an Desinformation über der Menschheit ausschütten.

    Unser digitales Morgen

    Was wünsche ich mir für mein ideales Internet? Hauptsächlich, dass wir gemeinsam wieder einen Gang runter schalten. Das gilt für das allgemeine Tempo genau wie für die Stimmung.

    Positives

    Der Seele tut es gut, sich aktiv positive Momente zu schaffen. Gerade wenn Onlinemedien für Klickzahlen mit Ragebait an unsere Emotionen appellieren.

    Mir helfen Hashtags wie und . Aber auch nette Menschen, die Erfreuliches mit dem Kommentar „Dein Timeline-Cleanser“ posten. Und dann natürlich die verschiedenen „Good News“-Angebote.

    Ich bin tendenziell eher Pessimistin und überhaupt keine Freundin von übertrieben guter Laune. Und gerade deswegen folge ich mehreren positiven Hashtags.

    Authentizität

    Statt möglichst häufig zu bloggen, bevorzuge ich echt selbst geschriebene Texte. Ich möchte Menschen mit Charakter kennen lernen, die mich im Idealfall berühren und zum Nachdenken anregen. Im Gegenzug sprechen auch meine Texte hier die Sprache, die ich auch im realen Leben verwende. Das bin ich, das sind meine Gedanken und Grundsätze. Und ich freue mich über jede Person, die mit dem gleichen Ansatz im Netz schreibt.

    Inklusion und Diversität

    Ich habe in den Neunzigern oder Nullern nicht viel über Barrierefreiheit gehört. Dass das Thema inzwischen bei vielen Menschen fast normal geworden ist, freut mich. Plattformen wie Mastodon und WordPress machen es mir technisch leicht, Bildbeschreibungen anzufügen. Und sie erinnern mich auch zuverlässig daran, wenn ich es vergesse 😉

    Weibliche Perspektiven gehören ganz deutlich zu diesem Themenbereich dazu. Eins meiner Vorbilder ist Judith Peters, sie bloggt schon lange auch darüber, dass wir noch mehr Frauenstimmen in der Blogosphäre brauchen.

    Ich wünsche mir mehr selbstverständliche, beiläufige Diversität und weniger Streit um eigentlich weniger entscheidende Details wie Sternchen und Unterstriche.

    Außerdem kann das Netz unter anderem Generationen miteinander verbinden. Portale wie Blogs50Plus ermutigen Menschen meiner Altersklasse, sich in die virtuelle Debatte einzubringen.

    Kritisches Denken

    Die Welle an Misinformation und Desinformation werden wir nicht aufhalten. Stattdessen müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, wie sehr menschliches Verhalten und Denken auf Irrationalität und Emotionen basiert. Auch unser eigenes Denken.

    Aus meiner Sicht hilft es, lebenslang für Bildung und neue Informationen kritisch offen zu bleiben. Um sinnvollen Skeptizismus zu lernen, gibt es unterhaltsame Kanäle wie den von Rebecca Watson.

    Im Zweifel beziehe ich mich gerne auf Faktenchecks von Mimikama, Correktiv oder Snopes. Und zwar nicht naiv alles glaubend, sondern kritisch auf Plausibilität abklopfend.

    Gegenseitige Nachsicht

    Gegenseitiges Wohlwollen würde vieles erleichtern. Ich wünsche mir, dass wir uns noch öfter bewusst machen, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt, tief durchatmen und über manchen Reflex noch ein Weilchen nachdenken, statt gleich zu reagieren.

    Die andere Person hat auch Alltag und ein Päckchen zu tragen. Die anspruchsvolle Aufgabe ist es, dass wir uns gleichzeitig bemühen, uns entgegen zu kommen, andererseits aber im Hinterkopf behalten, dass wir alle nur Menschen sind, die immer wieder am Ideal scheitern werden.

    Unterstützung aus der Politik

    Mehr rechtliche Sicherheit wäre erfreulich. Besonders auf Meta oder X.werden Grenzen übertreten und Betreiber wie Musk greifen nachhaltig in unsere demokratischen Abläufe ein. Da wünsche ich mir deutlich effektivere Durchsetzung von Gesetzen.

    Im Datenschutz sehe ich einen großen Unterschied zwischen Social-Media-Plattformen und relativ kleinen Webseiten. Während wir Meta und Co. kaum etwas entgegensetzen, fühle ich mich mit meiner Datenschutzerklärung unter Generalverdacht gestellt.

    Es hätte viel einfacher laufen können. Ich ärgere mich jedenfalls heute noch darüber, dass der Gesetzgeber mit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung nicht wenigstens kostenlose und rechtssichere Textbausteine zur Verfügung gestellt hat. Mal sehen, was sich da noch tut.

    Aufmerksamkeitsökonomie

    Seit den Anfängen des Internets hat sich eins nicht geändert: Wir alle haben nur begrenzte Zeit und begrenzte Aufnahmekapazität. Und obwohl sich das Publikum drastisch vergrößert hat, ist zeitgleich die Zahl derjenigen, die etwas mitzuteilen haben, genauso gewachsen.

    Ich merke es an mir selbst. Ich lese in einer gegebenen Zeit nur wenige Blogartikel wirklich aufmerksam. Geschweige denn, dass ich es schaffe, sie tiefgründig zu kommentieren. Wie könnte eine Onlinegemeinschaft aussehen, in der nicht diejenigen die Aufmerksamkeit bekommen, die am lautesten sind? Eine Gemeinschaft, in der wir wieder wegkommen vom Clickbait und vom Ragebait?

    Judith Peters drückt es so aus: „Blog like nobody’s reading“. Nach diesem Grundsatz schreibe ich hier. Wenn ich Rückmeldungen bekomme, freut mich das sehr. Aber irgendwelche speziellen Zugriffszahlen sind nicht mein Anspruch. Ich bin sicher, wenn wir weniger auf Reichweite und mehr auf Tiefe abzielen, kann das Internet dadurch nur gewinnen.

    Mein Beitrag zum idealen Internet

    Ich scheitere immer wieder an meinen eigenen Vorstellungen. Es passiert immer noch, dass ich mich über einen Kommentar eines anderen Menschen aufrege und mich in Debatten verstricke. Ich kommentiere lange nicht so oft auf anderen Blogs wie eigentlich geplant.

    Was ich bewusst beitrage: Blogartikel über genau das, was das Miteinander konstruktiver, solidarischer und letztlich erfreulicher machen könnte. Zu finden in der Kategorie „Gesellschaft“.

    Am Ende ist das Internet das, was wir daraus machen. Das ist sowohl die schlechte als auch die gute Nachricht. Ich mache mir mit dieser Blogparade und meinem Beitrag dazu wieder bewusster, was ich dafür tun kann, dass mein ideales Internet ein bisschen mehr Wirklichkeit wird.

    Wie sieht dein ideales Internet aus?

    Diese Blogparade geht noch bis zum 31.3.25. Aber auch danach interessiert mich noch, was du dir für die Kommunikation online wünschst, welche Technik dir eine angenehme Kommunikation erleichtert und wie du zu einem runden Interneterlebnis beiträgst.


    Dieser Blogartikel hat dir gefallen? Hier findest du mehr zum Thema Blogparaden:

  • Monatsrückblick Februar 25

    Monatsrückblick Februar 25

    Drama mit Ansage

    Der Monatsrückblick Februar 25 kommt nicht ganz um die allgemeine Nachrichtenlage herum. Die Bundestagswahl und das, was auf der anderen Seite des Atlantiks passiert, beschäftigt mich sehr. Genauso wie dich vermutlich auch. Nichts daran kam überraschend. Und trotzdem bin ich immer wieder deprimiert, wenn genau das passiert, was ich befürchtet habe.

    Und gleichzeitig findet ja immer Alltag statt. Ich nehme mir Dinge vor, die ich erledigen sollte. Und Dinge, die mir gut tun, um mit meinem Akku nachhaltig umzugehen. Mein Jahresmotto „Was soll passieren?“ hilft mir, handlungsbereiter zu bleiben und gleichzeitig übe ich mich immer öfter und immer mehr darin, nachsichtig mit mir zu sein. Es ist im Großen wie im Kleinen oft ein ziemlich komplizierter Tanz.

    An dieser Stelle weise ich nochmal auf meine Blogparade zum Thema Zuversicht hin 😉 Ich würde mich sehr freuen, wenn auch du deine Gedanken dazu bloggst oder den aufruf mit Menschen in deinem Umfeld teilst.

    Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?

    • Meine Webseiten auf eine Adresse zusammenführen -> Bin noch dabei 🙂
    • Meine Meta-Accounts löschen -> ✅ (allerdings funktioniert die Deaktivierung meines privaten Accounts noch nicht dauerhaft 🤨
    • Muskeltraining anfangen ->Wie kann der Februar so schnell herum gegangen sein?
    • Ausstellung „Deutschland um 1980„ -> ✅ Weiter unten mehr.
    • Pinterest ausprobieren -> Habe ich ganz vergessen 😀
    • einen Narren häkeln ->Den Wollekauf hatte ich an andere Aktivitäten in Elmshorn geknüpft, und dieses Bündel an Plänen ist nach dem Dominoprinzip kollektiv ausgefallen.
    • Gartenplanung -> Die sieht so aus, dass ich mir für dieses Jahr weniger im Garten auf die Liste setze.
    • Für ESA und MSA Matheprüfungsaufgaben sammeln und sortieren -> Weil ich gerade viel damit arbeite, habe ich mit den ESA-Aufgaben angefangen. Da bleibt noch genug für den März zu tun 🙂
    • RSS-Feed-Button einfügen -> ✅

    Demos für Demokratie

    Selfie von einer Frau mit einem Demoschild. Darauf ein Verbotsschild, bestehend aus einem roten Ring und einem roten Streifen schräg darüber. In dem Verbotsschils ist eine Seitenscheitelfrisur und ein kleiner Schnurrbart angedeutet.

    Auf dem Weg nach Elmshorn mit einem neuen Schild. Ich habe dafür zwei Pappen wie ein Sandwich zusammengeklebt. Das ist echt solide und hält hoffentlich eine Weile, auch bei Wind.

    Andere Demoschilder waren deutlich weniger minimalistisch 🙂 Ich bin immer begeistert, wie viel Mühe manche Menschen hier investieren. Protest muss auch nicht schlechtgelaunt sein, im Gegenteil!

    Meine Familie ist immer wieder beeindruckt, wenn ich an Demonstrationen teilnehme. Allerdings ist es eher so, dass nicht gar nicht nicht protestieren kann. Wenn ich weiß, in meiner Nähe findet etwas statt, dann sage ich meine Nachhilfetermine auch mal ab. Das hat dann auch Schülerinnen erstaunt, dass mir Demos für die Demokratie so am Herzen liegen, dass ich dafür auf Einkommen verzichte. Aber was habe ich von einer Zahl auf meinem Konto, wenn der Rechtsruck weiter voran schreitet?

    Bei den Bildern fehlt die Veranstaltung in Rellingen, die am späten Nachmittag stattfand. Da war es mir zu kalt und zu dunkel zum Photographieren. Diese Veranstaltung war auch insofern anders als die anderen, als dass die Reden der Gemeindevertreter über die Demokratie sich eher allgemein darauf stützten, dass wir alle miteinander im Gespräch bleiben sollten. Was ja stimmt, allerdings war diese Versammlung auch eine Reaktion auf Merz‘ Abstimmung mit Unterstützung durch die AfD.

    Zum Glück war zum Abschluss die Pastorin dran. Sie hielt eine flammende Predigt und betonte, dass Faschismus für Christ*innen unwählbar ist und es außerdem auch nicht akzeptabel ist, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Deutliche Worte, die meiner Meinung nach gesagt werden müssen. auch wenn ich selbst keine Christin bin. Sie sang mit uns auch noch zum Abschluss „Wehrt euch, leistet Widerstand“ im Kanon, allerdings ohne die Strophen aus der Busters-Version. Bei mehrstimmiger Harmonie geht mir ja sowieso das Herz auf 🙂

    Dann gab es noch den globalen Klimastreiktag am 14. Februar. Ich bin dafür nach Elmshorn gefahren. Erstens, um das Getümmel in Hamburg zu vermeiden, zweitens können Demos in kleineren Orten auch Unterstützung vertragen.

    Die Klimakrise ist als dringendes Problem im Wahlkampf größtenteils ausgeblendet worden. Auch diese Tasache war Thema auf dieser Demo.

    Am folgenden Tag fand in Pinneberg eine Demo für Demokratie statt. Dabei traf sich ein buntes Bündnis aus lokaler Antifa, Omas gegen rechts, Parteien, Familien und Einzelpersonen.

    Es ist schon spannend, wie unterschiedlich die Ansätze sind und wie verbindend der grundsätzliche Wunsch nach einem offenen Miteinander.

    Bei einem abendlichen Spaziergang fiel mir diese Fensterdeko in einem Schulgebäude auf. Bei der Diskussion über Neutralität bin ich froh über Lehrkräfte, die sich bewusst sind, dass die Erziehung im Sinne der Demokratie und Freiheit eine ihrer Aufgaben ist.

    Wer auch immer da mit einer Klasse „Nie wieder“ schrieb: Danke!

    Altona und die 80er

    Auch die Selbstfürsorge-Freizeitaktivitäten hatten teils mit Politik zu tun. Das Museum Altona haben wir im Juli 24 entdeckt. Neulich sah ich ein Plakat zu einer Ausstellung hauptsächlich mit Photos aus der Zeit um 1980 herum. Der Schwerpunkt lag also auf den Jahren 1975 bis 1985.

    Diese Dekade wirkt einerseits im Rückblick bunt und lustig. Es wurde in der Kunst, der Mode und auch gesellschaftlich viel experimentiert. Und gleichzeitig war dieses Jahrzehnt auch beklemmend.

    Die Ausstellung thematisierte die Dichterin Semra Ertan. Von ihr hatte ich vorher noch gar nicht gehört. Sie zog mit ihren Eltern aus der Türkei nach Deutschland und verarbeitete die Diskriminierung, die sie hier erfuhr, in Gedichten. 1982 sah sie keinen anderen Weg, als sich selbst zu töten. Das Museum bot ihre Gedichte in mehreren Sprachen an, eins davon habe ich mitgenommen: „Mein Name ist Ausländer“

    1985 wurde ich zwölf Jahre alt. Das Jahrzehnt, auf dem die Ausstellung basiert, habe ich also aus der Kinderperspektive wahrgenommen. Und doch habe ich mich bei der Gelegenheit an die Stimmung erinnert, eine Mischung aus „Alles ist möglich“ und „So geht es aber nicht!“ Ganz sicher war früher „alles“ weder grundsätzlich besser noch schlechter.

    In der Eingangshalle stand eine Wahlkabine zur Einstimmung und Übung auch für Kinder.

    Und so sahen die Wahlzettel aus ❤️ Ich weiß ganz ehrlich gar nicht mehr, was ich da angekreuzt habe 😀

    Dieses Mal haben wir zeitlich noch die „Wunderkammer“ besichtigen können. Eigentlich richtet sich dieser Teil des Museums an Kinder. Das sind für mich meistens die faszinierendsten und unterhaltsamsten Ausstellungen 🙂

    Und erbaulich war es in der Wunderkammer allemal. Es gab eine ganze Reihe Stationen, an denen Kinder und Junggebliebene etwas schreiben und/oder gestalten konnten. Gerade diese Anregung zu eigener Aktivität finde ich toll!

    Im Anschluss an den Museumsbesuch haben wir noch ein paar Schritte gemacht. Zunächst in Richtung Elbe, danach nördlich des Bahnhofes zu „Brammibals Donuts“. Die gibt es bei uns in der Provinz nicht, was einerseits schade ist, andererseits deutlich Kalorien spart.

    Auf dem Weg kamen wir an neuer Architektur vorbei, die wir normalerweise nur im Vorbeifahren aus der S-Bahn sehen.

    Leider wurde die Ampel grün, bevor ich die Zeit hatte, den QR-Code zu scannen, daher bin ich nicht sicher, wer hier genau zum Tanzen auffordert 🙂

    Was habe ich im Monat 25 gehört?

    ÜberBrücken – Die Wirkmacht schwacher Verbindungen in sozialen Netzen

    Nora Hespers und Rita Molzberger sprechen über die Netzwerktheorie. Und zwar darüber, dass es sogenannte starke, schwache und superschwache Beziehungen unter Menschen gibt.

    Das klingt zunächst wertend, als ob starke Verbindungen irgendwie besser seien. Tatsächlich ist der Begriff nicht so gemeint. Superschwache Beziehungen entstehen zum Beispiel bei zufälligen Begegnungen mit fremden Menschen auf Demonstrationen. Und gerade weil uns in diesem Moment keine gemeinsame persönlich Geschichte verbindet, haben diese Beziehungen besonders viel Potential und Raum, der zum Füllen motiviert.

    Mich hat diese Episode gerade aktuell sehr abgeholt. Denn wenn wir zur Zeit etwas gut gebrauchen können, ist es Selbstwirksamkeit.

    Was habe ich im Monat 25 gebloggt?

    Monatsrückblick Januar 25: Demoschild vor blauem Himmel. Darauf steht: Wie sind die Brandmauer

    Monatsrückblick Januar 25

    Mein Jahr startet persönlich gut sortiert und mit einer erfreulichen Metalveranstaltung. Leider ist die Zeit politisch eher durchwachsen, aber dafür gibt es wieder Protestgelegenheiten.

    Blogfragen und meine Antworten

    Mal eine Blogparade über das Bloggen: Melli und Tommi haben Blogfragen! Wann und warum habe ich angefangen und was sind meine Tipps und Zukunftspläne?

    Blogfragen: Photo von einem sehr bunten Karussellpferd
    Ein gehäkeltes Netz aus weißer Wolle vor einem Papierhintergrund mit zarten Blumenranken zur Verdeutlichung des Themas Blog vernetzen

    Einen Blog vernetzen mit RSS

    Seit meinem Ausstieg bei Meta bin ich dabei, meinen Blog auf andere Weise stärker zu vernetzen. Eine Option dafür sind RSS-Verzeichnisse und die relativ neue Suchmaschine Feedle.

    Aufruf zur Blogparade Zuversicht

    Mein Aufruf zur Blogparade Zuversicht soll zum Nachdenken anregen. Und zwar darüber, wie und wo wir selbst zu mehr Hoffnung beitragen.

    Photo in Nahaufnahme von einen kleinen Grasbüschel, das aus den Fugen zwischen roten Pflasterseitenen herauswächst, für meinen Aufruf zur Blogparade Zuversicht
    ein viergeteiltes Bild aus vier verschiedenen Photos. Oben links eine Treppe bei Nacht, im Nebel von einer Straßenlaterne beleuchtet. Oben rechts eine Spieluhr mit Walze ohne Gehäuse, unten rechts drei häkelfiguren, unten rechts eine Sammlung verschiedener Münzen auf einem weißen Untergrund für mein Projekt52 Februar 25

    Projekt52 Februar 25

    Mein Beitrag zum Kreativprojekt Projekt52 im Februar 25. Die Stichpunkte waren: „Kunst“, „Unerledigt“, „Musik“ und „Erinnerungen“

    Und was war sonst noch los?

    Nebulöser Anfang

    Am 1. Februar sorgte der Nebel für eine magische Atmosphäre.

    Vor allem in Kombination mit der künstlichen Beleuchtung.

    Da hatte ich gleich mein Beitragsbild zum Stichwort „Kunst“ im Sack.

    Spaziergänge

    Menschen stellen die originellsten Dinge zur Mitnahme an die Straße.

    Hier ist der Himmel selten blau, dafür oft dramatisch 🙂

    Ein Bild, das ich zunächst für Projekt52 vorgesehen hatte: Eine Eiche tanzt zu ihrer eigenen inneren Musik.

    Mir sind zum ersten Mal diese Wanderzeichen aufgefallen. Eine schöne Erinnerung, mal mehr auf dem grünen Ring zu spazieren.

    Erfreuliches

    Mein Vater schrieb nach der Wahl einen herzallerliebsten Leserbrief.

    Und manchmal findet auch hier der Sonnenaufgang bei klarem Himmel statt.

    Meine Mutter hat tatsächlich diese zauberhafte Tasse an Friedrich Merz geschickt.

    Neues Profilbild

    Mein aktuelles Profilbild auf meinem privaten Mastodonaccount. Ganz offensichtlich habe ich eine ganze Menge Tassen im Schrank 😉

    Was habe ich im März 25 vor?

    Das war mein Monatsrückblick Februar 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. Hier findest du ihren eigenen Monatsrückblick auf den Februar 25.

    Was sind deine Erfahrungen damit? Wie sind deine Erinnerungen an die 80er? Und wie gehst du mit den aktuellen Zeiten um?


    Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier

  • Projekt52 Februar 25

    Projekt52 Februar 25

    Für dieses Projekt hatte ich mir natürlich mal wieder vorgestellt, wie ich mich richtig frühzeitig dran setze. Ein Teil der Bilder war wirklich Anfang des Monats fertig, und dann gab es wieder Gesamtsituation. Immerhin, pünktlich zum letzten Tag erscheint mein Projekt52 Februar 25.

    Dabei handelt es sich um eine Ganzjahreschallenge. Wir teilen in 52 Wochen 52 Beiträge, daher auch der Name 😉 Es ist jederzeit möglich, neu einzusteigen, alle Infos findest du direkt bei Sari, die das Ganze Projekt organisiert. Danke an dieser Stelle!

    Ursprünglich war ein Hintergedanke bei meiner Teilnahme, dass ich wieder mehr mit meiner Spiegelreflexkamera photographiere. Leider weigert sie sich jetzt, auszulösen. Bis ich dieses Problem aus der Welt geschaffen habe, muss doch wieder das Fairphone ans Werk.

    Meine Beiträge zu Projekt52 Februar 25

    Kunst

    Nebel im Februar 25

    Am 1. Februar war es hier in Halstenbek extrem neblig. Auf meiner Spazierrunde fiel mir diese Szenerie auf. Der Begriff Kunst bedeutet ja grundsätzlich menschliche Tätigkeit als Abgrenzung von der Natur. Wir überformen und beleuchten die Erde nach unseren Bedürfnissen. Das hat Konsequenzen.

    Einerseits habe ich mich besonders an diesem Abend über das Kunstlicht gefreut. Andererseits sorgen unsere Aktivitäten für Mikroplastik an den entlegensten Orten, Lichtverschmutzung und Zertrennung von Tierhabitaten. Die Schönheit der Treppe im Nebel hat ihren Preis.

    Unerledigt

    Eine sehr kleine Auswahl

    Zu diesem Prompt hätte ich einfach mich selbst mit ausgebreiteten Armen photographieren können. In meinem Alltag ist sehr viel unerledigt. Aktuell plane ich, einen Blogbeitrag zu meinem Verhältnis zu ToDo-Listen zu schreiben. Dazu inspiriert hat mich ein Austausch online mit einer Bekannten, die meinte „Aber wenn du alles abgehakt hast, das ist bombastisch!“

    An der Stelle ging mir auf, dass ich mich nicht erinnern kann, jemals in meinem Leben bewusst erlebt zu haben, dass ich jemals alles auf meiner Liste abgehakt hätte.

    Stellvertretend dafür ein paar meiner unfertigen Persönlichkeiten und ein kleines Mastodon. Sadness von „Inside Out“ ist nach dieser Anleitung entstanden. Das ist ein paar Jahre her, seitdem wartet sie auf Gesicht, Brille und Haare. Ich werde berichten, wenn sie fertig ist.

    Musik

    Hätte auch unter Erinnerungen laufen können.

    Zunächst hatte ich hier ein Naturphoto angedacht, weil für mich Eichen immer aussehen, als ob sie zu einer eigenen inneren Musik tanzen. Und die Spieluhr stand auf der Liste mit den Erinnerungen.

    Ursprünglich gehörte sie meinem Opa väterlicherseits, der recht früh starb. An ihn habe ich wenige Erinnerungen. Aber immer, wenn ich bei meiner Oma war, habe ich mit großer Begeisterung an der Kurbel gedreht, mal sehr langsam, mal ganz schnell.

    Auf dem Deckel des Holzgehäuses steht „Gegen Gereiztheit“ und die Musik ist ein Ausschnitt aus „Laras Lied“ aus dem Soundtrack von „Doktor Schiwago“. Ich habe den Film nicht gesehen und keine Ahnung davon, worum es überhaupt geht. Diese Melodie gehört allerdings zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. Daher habe ich die Spieluhr aufgehoben, als meine Oma starb.

    Und manchmal drehe ich heute noch an der Kurbel, auch wenn ich gar nicht gereizt bin 😉

    Erinnerungen

    Sammelsurium

    Eigentlich habe ich nur ein sehr loses Verhältnis zu Geld. Und dann sammeln sich in mehr als fünfzig Jahren Lebenszeit doch ein paar Münzen und Scheine an, aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Zeiten.

    Als ich die Münzen für das Photo zusammensammelte, dachte ich an die Urlaube und Lebensabschnitte zurück, in denen die jeweilige Währung gerade aktuell war. Schon spannend und auch schön, wie sie da so friedlich beieinander liegen.

    Fazit Februar 25

    In diesem Monat war ich von der Inspiration her besser im Fluss. Es gab eher zu viele Ideen, sodass meine Hauptaufgabe war, Entscheidungen zu treffen. Die nicht verwendeten Photos kann ich aber sehr wahrscheinlich an anderer Stelle mal als Blogbeitragsbilder einsetzen.

    Was ich beibehalten werde, ist das Format mit einem Sammelblog für alle Prompts eines Monats. Das gefällt mir vom Prozess her ganz gut.

    Und es gibt schon eine Themenliste für den März! Vielleicht regt mich davon ja auch ein Prompt zu einem Text oder einer Zeichnung an.

    Und vielleicht regt dieser Beitrag dich an, dich dem Projekt52 anzuschließen 🙂

  • Aufruf zur Blogparade Zuversicht

    Aufruf zur Blogparade Zuversicht

    Ich bin ein großer Fan von Blogparaden. Und heute schreibe ich selbst einen Aufruf zur Blogparade über Zuversicht in unsicheren Zeiten.

    Die Ausgangslage

    Wenn ich auf das aktuelle Weltgeschehen blicke, fühle ich mich oft alles andere als zuversichtlich. Eine Krise stapelt sich auf die nächste und die Verunsicherung führt viele Menschen dazu, autoritäre Regierungen zu wählen. Dass diese tatsächlich weniger für Sicherheit sorgen als gedacht, bestätigt sich meist erst im Rückblick.

    Vielleicht geht es dir ja auch so, dass du gerade darum ringst, die Hoffnung nicht zu verlieren. Ich bin sicher, gemeinsam wird es uns leichter fallen.

    Hoffnung als Verb

    Ich möchte dich deswegen mit diesem Aufruf zur Blogparade Zuversicht dazu inspirieren, über deine Haltung zur Welt nachzudenken, und wie du trotz unsicherer Zeiten hoffnungsvoll bleibst.

    Hoffnung ist ein Verb mit hochgekrempelten Ärmeln.

    David Orr

    Hoffnung und Zuversicht kommen nicht von ungefähr. Mich interessiert, wie du diese Begriffe für dich definierst und was du dafür tust, dass du zuversichtlich bleibst. Oder ob du aktuell überhaupt noch Zuversicht hast. Ich möchte, dass wir uns gegenseitig inspirieren und gemeinsam Ideen sammeln.

    Fragen zur Blogparade Zuversicht

    Die folgenden Fragen sind als Anregung und Startpunkte gedacht. Ich freue mich über jeden Beitrag, ob du nun einen Teil meiner Fragen beantwortest, oder alle, oder keine davon. Gerade auch dann, wenn es dir aktuell schwerfällt oder unmöglich scheint, zuversichtlich zu bleiben, bin ich an deiner Perspektive interessiert.

    • Was bedeutet der Begriff Zuversicht für dich? Ist er gleichbedeutend mit Hoffnung, oder gibt es Unterschiede?
    • Wie steht es um deine Zuversicht, generell auf dein Leben bezogen und aktuell?
    • Was tust du, um Zuversicht zu gewinnen oder zu behalten?
    • Was macht es dir leicht, zuversichtlich zu sein? Was macht es dir schwer?
    • Wie hängt deine persönliche Zuversicht mit anderen Menschen zusammen? Mit deinem engeren Umfeld und mit der Gesellschaft im allgemeinen?
    • Was wären eigentlich sinnvolle Maßnahmen für mehr Zuversicht, die du aber bisher nicht ergriffen hast? Warum?
    • Wann in deinem Leben hast du wichtige Lektionen zum Thema gelernt?
    • Wer ist dir in diesem Zusammenhang ein Vorbild oder Inspiration?
    • Welche Fragen fallen dir selbst noch ein?

    Wie funktioniert diese Blogparade?

    Wir bloggen jeweils darüber, wie unser persönliches Verhältnis zu diesem Thema aussieht. Meine Hoffnung ist, dass wir dadurch eine bunt gemischte Sammlung an Artikeln bekommen und dass wir uns auch untereinander vernetzen und kennenlernen.

    1. Du schreibst oder gestaltest einen eigenen Beitrag zum Thema dieser Blogparade. Das kann ein Text sein, muss es aber nicht.
    2. Wenn du keinen eigenen Blog hast, veröffentliche ich deine Sicht auf das Thema gerne hier als Gastbeitrag.
    3. Du kannst auch zum Beispiel und unter anderem ein Bild auf Flickr, ein Video auf YouTube oder einen Social Media Post teilen. (Ich selbst bin allerdings auf Meta nicht mehr vertreten.)
    4. In deinem Beitrag kommt der Link zu diesem Aufruf vor, auch um andere Menschen zu ermuntern, selbst mitzumachen.
    5. Den Link zu deinem Beitrag teilst du in einem Kommentar unter diesem Blogpost.
    6. Teile gerne deinen Beitrag in deinen sozialen Netzwerken unter #Zuversicht25. Wenn du mich auf Mastodon, Bluesky oder Youtube erwähnst, teile ich deinen Post zu deinem Beitrag gerne weiter. Und folge dir dort dann auch 🙂
    1. Ich selbst nehme natürlich auch teil. Am 31. März werde ich alle eingegangenen Links sammeln und eine Zusammenfassung schreiben. Allerdings kannst du auch nach diesem eigentlichen Abschlusstermin noch etwas beitragen 🙂

    Bisherige Beiträge:

    1. Bruno Scheligs Real Talk auf seinem YouTube-Kanal
    2. Katja von Nachtlan.de
    3. Rosi von Gedankenteiler.de
    4. Lydia Gajewsky

    Ich freue mich schon sehr auf deine Perspektive!

  • Einen Blog vernetzen mit RSS

    Einen Blog vernetzen mit RSS

    In den letzten Jahren habe ich neue Blogbeiträge regelmäßig auf Facebook und Instagram geteilt. Seit ich Meta verlassen habe, brauche ich andere Möglichkeiten, meinen Blog zu vernetzen. Erst mit dem Schließen der einen Tür fallen mir aktuell die anderen Türen auf. Manche davon sind alt, manche relativ neu.

    Traditionelle Optionen, einen Blog zu vernetzen

    In der „guten alten“ Zeit hatte auch ich eine Blogroll in der Seitenleiste. Jetzt nutze ich dafür eine extra Seite. Verlinkungen in einem größeren Maßstab liefen unter anderem über Blogringe, in denen sich Blogger*innen untereinander verlinkten.

    Blogverzeichnisse existieren auch heute noch. Das sind noch deutlich längere Listen, in die du deinen Blog eintragen kannst, teils mit Themenbezug. Ich habe diese Option bisher nie genutzt, allerdings werde ich mir auch unter ihnen ein paar aussuchen, um mehr Backlinks für meinen Blog zu bekommen. Allerdings erwarte ich nicht, dass dadurch die Zahl meiner Besucher*innen nennenswert steigen wird, nur dass mein Blog allgemein besser vernetzt sein wird, vor allem aus Sicht der Suchmaschinen.

    Blog-RSS in eine Suchmaschine eintragen

    RSS ist ein Format, in dem Informationen ausgetauscht werden. Genauer gesagt, geht es dabei um Aktualisierungen von Inhalten, und zwar auf Blogs, Nachrichtenseiten oder auch Podcasts. Der sogenannte RSS-Feed wird von der Webseite selbst erstellt und kann mit Feedreadern verfolgt werden. Ich persönlich folge einigen Blogs über die RSS-Feed-Funktion in meinem Mailprogram Thunderbird:

    Screenshot von RSS-Feeds in einem Mailprogramm: In der linken Spalte sind mehrere Blogs aufgelistet, ein Name ist blau markiert. In der rechten Spalte sind die Beiträge dieses Blogs aufgelistet.

    Auch das RSS-Format ist nicht neu, sondern von 1999. Im deutschen Bereich gibt es fast genauso lange das RSS-Verzeichnis. Aus meiner Sicht hat diese Art, Blogs zu folgen, klare Vorteile. So werden mir nur die Beiträge automatisiert geliefert. Denn ich habe für mich festgestellt, dass ich keine Anhängerin von Newslettern bin, sondern gerne direkt die eigentlichen Inhalte lese.

    Eine neue Variante der RSS-Nutzung ist Feedle. Diese Plattform kombiniert die Konzepte RSS und Suchmaschine. Ich kann einen beliebigen Suchbegriff eingeben und erhalte eine Liste mit passenden Blogbeiträgen. Feedle bindet auch das Fediverse mit ein, indem bei der Anmeldung eines Blog-RSS-Feeds ein vorhandenes Profil bei zum Beispiel Mastodon mit angegeben werden kann.

    Die Idee finde ich sehr spannend zum Vernetzen meines Blogs. Denn so erreiche ich deutlich mehr Menschen, die sich für ein spezifisches Thema interessieren, über das ich gebloggt habe, als mit den Bildkacheln, die ich bisher dem Meta-Algorithmus anvertraut habe. Durch die Stichwortsuche sind Blogbeiträge außerdem länger relevant als durch das Teilen in den sozialen Medien.

    Ich habe meinen RSS-Feed bei Feedle angemeldet und warte aktuell auf Freischaltung. Dann bin ich mal gespannt, was sich dadurch ergibt und werde berichten.


    Wie gehst du mit diesem Thema um? Ich bin immer interessiert an weiteren Ideen, um einen Blog zu vernetzen, und vor allem auch an Erfahrungsberichten 🙂

  • Blogfragen und meine Antworten

    Blogfragen und meine Antworten

    Frau Melli und Herr Tommi haben eine Liste mit Blogfragen. Das Ganze ist eine Blogparade, die auf einem englischen Vorbild basiert und für mich ein bisschen Nostalgie aufkommen lässt 🙂

    Bei mir ging es beim Bloggen immer um eine bunte Mischung. Und manchmal kam ich nach einer ausführlichen Rundreise wieder am Ausgangspunkt an, allerdings um ein paar Erfahrungen reicher.

    Die Liste der Blogfragen

    Ich habe ein paar Blogfragen weggelassen, einige zusammengelegt und an manchen Stellen die Reihenfolge vertauscht. Die Originalfragen findest du auf jansens-pott.de.

    Meine ursprüngliche Motivation

    2006 war ich auf einem Sommercamp einer Frauengruppe. Eine von ihnen fragte in die Runde, wer denn sonst noch einen Blog hätte. Das war das erste Mal, dass ich von diesem Konzept hörte.

    Kurz darauf richtete ich mir meinen ersten Blog ein. Und zwar erstens, um mit besagten Frauen auch über dieses Medium vernetzt zu sein, Bilder und Inspirationen zu teilen. Aber sehr bald auch, weil es mir gefiel, selbstbestimmt Texte veröffentlichen zu können und Reaktionen darauf zu bekommen.

    Meine früheren Plattformen

    Mein erster Blog war auf twoday.net. Hauptsächlich, weil dort schon einige der anderen Frauen aus meiner Gruppe bloggten. Die Bedienung war denkbar einfach und die Plattform brachte mir praktisch automatisch interessierte Leser*innen vorbei. Einmal schrieb ich über meine Freude an den Weihnachtsliedern der Wallerts. Die haben wohl das Pingback registriert und mir dann direkt unter den Blogpost kommentiert 😀

    Später habe ich zwei Blogs bei Blogspot eingerichtet, einen für Texte auf Englisch, einen für Bilder, die aus diversen kreativen Projekten entstanden. Teils waren das Zentanglekacheln, teils Photos. Ich weiß gar nicht mehr genau, warum ich dafür zu Blogspot gegangen bin. Irgendwann ist mir dann die Muße ausgegangen und es gab eine längere Pause. Alle drei Blogs, den auf Twoday und die zwei auf Blogspot, habe ich inzwischen gelöscht, um nicht elektronische Karteileichen im Netz herum dümpeln zu lassen.

    Meine erste berufliche Website hat mir 2014 eine Freundin auf WordPress aufgebaut. Mit dem integrierten Blog habe ich ein paar Texte geschrieben, aber weil mich die frickelige Technik so sehr aufregte, habe ich irgendwann die ganze Seite irgendwann nicht mehr angesehen. Ich erinnere mich, dass ich einen ständigen Kampf mit der Kopfzeile und dem Seitenmenü hatte, und dass nichts jemals so aussah, wie ich das wollte.

    Dann gab es 2020 einen Ausflug in Typo3. Ganz schlimme Zeiten. Zum Glück stieß ich damals auf Judith Peters und ihren unbeschwerten Ansatz zum Bloggen:

    Blog like nobody’s reading!

    Judith Peters

    Ich bin letztlich durch ihre Aktion „Jahresrückblog“ zu WordPress zurückgekehrt. Unter anderem, weil sie und andere Jahresrückbloggerinnen so begeistert von diesem System berichteten. Da hatte sich wohl in der Zwischenzeit mit dem Erscheinen des Gutenberg-Editors eine Menge getan.

    Welche Plattform und warum?

    Zur Zeit blogge ich also auf meiner eigenen Webseite mit WordPress. Die Webseite habe ich aus beruflichen Gründen, damit Menschen mein Nachhilfeunternehmen finden. Der Blog ist ein Teil davon, hier schreibe ich auch über das Lernen an sich und die Fächer, die ich unterrichte.

    Im Nachhinein bin ich tatsächlich inzwischen sehr zufrieden mit WordPress und dem Gutenberg-Editor. Damit kann ich ich meine Seite und den Blog flexibel nach meinen Vorstellungen einrichten. Und das alles funktioniert technisch relativ einfach. Was will ich mehr?

    Wie schreibe ich meine Blogposts?

    Zu Typo3-Zeiten habe ich meine Texte in LibreOffice vorgeschrieben und dann per copy und paste als Ganzes gepostet. Inzwischen blogge ich direkt im Backend. Meistens schreibe ich große Mengen Text am Stück, dabei schaffe ich es aber nicht immer, einen Blogartikel innerhalb eines Tages fertigzustellen.

    Die Ideen schnappe ich zum Teil im Alltag auf, manchmal mitten während einer Walkingrunde. Manche plane ich länger, wie zum Beispiel meine Serie zum Matheabitur. Spätestens im Sommer rechne ich wieder mit einem hohen Aufkommen an Blogparaden 😀

    Um diese Ideen erst einmal zu sichern, erstelle ich für jede einen neuen Beitrag und schreibe einen groben Titel vor. Passende Links sammle ich, sobald ich auf sie aufmerksam werde, und copy-paste sie in den Beitrag hinein. Dadurch habe ich aktuell 21 Entwürfe gespeichert 😉

    Und dann setze ich mich ans Schreiben, sobald ich einen guten Block Zeit frei habe. Ich gehe die Liste mit Entwürfen durch und starte mit dem Blogpost, zu dem ich gerade Lust habe. Die Entwürfe empfinde ich nicht als belastende ToDo-Halde, sondern als Vorratskammer, aus der ich mich bei Gelegenheit bedienen kann.

    In der Entwürfeliste findet sich nichts fast Fertiges. Bei mir bekommt auch jeder Beitrag ein Bild, das kann dann der letzte verzögernde Schritt sein. Ich habe ansonsten keinerlei Hemmungen, den Veröffentlichen-Button zu klicken. Daher bestehen die Entwürfe wirklich alle nur aus sehr rohen Linklisten und Stichwortskizzen.

    Ich habe keinen festen Terminplan. Nur die geplanten Posts zu den Matheteilen in ESA und MSA sollten ausreichend lange vor diesen Prüfungen erscheinen. Ich nehme mir auch keine spezielle Mindestzahl von Blogbeiträgen mehr vor. Was ich schreibe, schreibe ich und das ist dann für mich in Ordnung so.

    Über welche Themen schreibe ich generell?

    Ich schreibe wie gesagt über das Lernen, Mathematik und Naturwissenschaften. Allerdings daneben auch einiges über Selbstfürsorge und über mich und meine Sicht auf die Welt und die Gesellschaft.

    Außerdem habe ich eine ausführliche Beitragsreihe über den Jahreskreis geschrieben. Dabei ging es mir darum, was wir aus dem Lauf der Jahreszeiten und von der sich wandelnden Natur lernen können. Unter anderem auch über uns 😉 Mir ging es darum, den Jahreskreis frei von spirituellen Hintergründen zu betrachten.

    Im ersten Jahr habe ich über grundsätzliche Hintergründe geschrieben, zwei Jahre später kamen Sammlungen mit geeigneten Aktivitäten dazu.

    Für wen schreibe ich?

    Im Grunde habe ich schon immer hauptsächlich für mich geschrieben. Judiths Motto hat mich darin noch weiter bestärkt. Mein Blog ist für mich eine Gelegenheit, meine Gedanken in Worte zu fassen und auszudrücken. Wenn sich davon jemand angesprochen fühlt, ist das ein Sahnehäubchen.

    Mit meinen Artikeln über das Matheabitur wende ich mich tatsächlich an Schüler*innen, die sich sinnvoll vorbereiten wollen. Genauso habe ich dieses Jahr vor, wiederkehrende Aufgabentypen im Matheteil von ESA und MSA zu besprechen. Damit möchte ich meinen Teil dazu beitragen, mehr Klarheit in diese verpflichtenden Prüfungen zu bringen.

    Natürlich schreibe ich meine Haltungsartikel auch, um Menschen zu erreichen und zum Nachdenken anzuregen. Damit wende ich mich nicht an eine spezifische Gruppe, sondern an alle diejenigen, die für eventuell neue Gedanken offen und an einer solidarischen Gemeinschaft interessiert sind.

    Meine Empfehlungen zum Bloganfang

    Besonders wichtig ist mir eine gewisse Leichtigkeit. Außer den rechtlichen Feinheiten in Form von Impressum und Datenschutzerklärung, gibt es eigentlich nichts, was du falsch machen könntest. Hauptsache anfangen, der Rest ergibt sich mit der Zeit.

    Auch die Wahl der Plattform ist grundsätzlich nicht entscheidend. Wenn du Menschen kennst, die mit einem System fröhlich bloggen, lass dir von ihnen helfen, deinen eigenen Blog dort einzurichten. Falls dir am Ende doch etwas daran nicht passen sollte, kannst du immer noch zu einer anderen Plattform wechseln. Selbst alte Inhalte kannst du bei diesem Umzug mitnehmen.

    Auch die Anzahl der Posts pro Zeiteinheit ist nur eine Zahl, von der ich mich nicht stressen lassen würde. Wenn du wenige interessante Beiträge verfasst, ist das wertvoller, als wenn du große Mengen bloggst, die aber andere Menschen gar nicht berühren.

    Blogparaden sind immer ein super Aufhänger für meine Gedanken. Außerdem helfen sie, deinen Blog zu vernetzen und andere auf dich aufmerksam zu machen. Im Gegenzug lernst du dabei viele andere spannende Blogger*innen kennen.

    Generell besteht die Blogospäre aus Gegenseitigkeit. Für mich ist es genauso erhebend, bei anderen Menschen Anregungen zu finden, wie mit meinen Blogposts wahrgenommen zu werden. Dafür folge ich einigen Blogs mit der Feedreaderfunktion von Thunderbird.

    Es gibt Portale wie Feedle und Blogs50Plus, auf denen du deinen Blog eintragen und dich so weiter vernetzen kannst. Außerdem lohnt es sich, Links zu fertigen Blogposts in sozialen Medien zu teilen. Bis vor kurzem habe ich das noch auf Facebook und Instagram getan 😉 Jetzt „nur noch“ auf Mastodon.

    Meine Zukunftspläne

    Zur Zeit habe ich noch eine englischsprachige Version meiner Webseite unter einer anderen URL. Deren Bestandteile werde ich in den kommenden Wochen auf diese Domain schaufeln und dann hier einen englischsprachigen Blog zufügen. Vermutlich kommt aber dort nicht so viel neuer Inhalt dazu, bis auf Kurzgeschichten für die Challenge von deadlinesforwriters.

    Vom Theme her habe ich Twenty Twenty-Four verschnarcht. Ich mag den Minimalismus der WordPress-Basisthemes aber grundsätzlich gerne und will dieses Jahr mal auf Twenty Twenty-Five umstellen, inklusive neuer Schriftarten. Eine Blogroll werde ich auch zusammen stellen, allerdings nach Anna Koschinskis Vorbild als separate Seite.

    Und inhaltlich habe ich mit meinen 21 Entwürfen wohl noch eine kleine Weile reichlich zu tun. Dass mir die Ideen ausgehen werden, befürchte ich jedenfalls nicht 😀


    Das waren sie, meine Antworten auf die Blogfragen. Vielleicht magst du dich ja auch beteiligen und über deine Bloggeschichte und deine Tipps zum Einstieg und zum Dranbleiben schreiben? Würde mich freuen 🙂

  • Monatsrückblick Januar 25

    Monatsrückblick Januar 25

    Alle zusammen

    Manchmal fragen mich Menschen, wie es mir geht. Und dann sage ich oft: „Persönlich geht es mir gut, aber die Weltlage ist einfach wild, oder?“ Für meinen Monatsrückblick Januar 25 gilt das auch ganz klar.

    Mein Jahr hat gemütlich und ziemlich gut organisiert angefangen. Ich habe ein paar neue Schüler*innen dazu gewonnen. Und immerhin haben Menschen in Hamburg und Elmshorn für mich Gelegenheiten zum Protestieren gegen den Rechtsruck organisiert.

    Was hatte ich im Januar 25 vor und was ist daraus geworden?

    • Im Anschluss an Adriene Mishlers 7-Tage-Yoga-Programm mit „Rest and Rise“ vom Fightmaster Yoga Kanal weitermachen. -> Ich habe das nicht 100% konsequent durchgezogen, aber immerhin
    • Morgens ein Pintglas Wasser trinken und für drei Tage in jeder Woche Meal Prep machen. -> Das Wassertrinken habe ich ganz gut geschafft und ich habe tatsächlich gemerkt, wie ich mittags weniger durstig war. Eigentlich logisch, aber der Mensch ist nicht immer rational 😉
    • Eine große Runde mit Komoot machen. -> Gleich zum neuen Jahr bin ich nach Pinneberg spaziert und habe ein paar weitere Flecken auf der Umgebungskarte aufgedeckt.
    • Ein Museum oder eine Ausstellung besichtigen. ->Nein, aber für den Februar habe ich jetzt mindestens eine konkrete Ausstellung vor.
    • Am 8. Januar zum Paganfest gehen. -> Das war fantastisch 🤘
    • Die Küche durchsortieren, jeden Tag mindestens 10 Minuten. -> Ich habe tatsächlich einige Schubladen entschlackt.
    • Neue Profilbilder nach dem Kurs von Karina Schuh erstellen. -> Das ist dem Projekt „Ich lösche meine Meta-Accounts“ gewichen.

    Protest statt Resignation

    Seit der US-Wahl habe ich das Bedürfnis, wieder aktiver meinen Standpunkt zu vertreten. Auch in Form von Demos. Ich möchte meinen Teil dazu betragen, dass es in Deutschland eventuell nicht ganz so dramatisch läuft.

    Am 11. Januar rief eine kleine Gruppe Frauen zu einer Spontandemo in Hamburg auf. Dabei ging es um Merz und speziell sein Verhältnis zu Frauen.

    Da stand auf meinem Schild noch etwas von den „50ern“. Das habe ich inzwischen mit Rotstift in „30er“ korrigiert.

    Kerstin Kromminga hielt eine Rede, siehe auch „Was habe ich gelesen?“

    Am 24. Januar ging es nach Elmshorn zu einem Lichtermarsch gegen rechtsextreme Tendenzen in unserer Politik. Ich finde es immer schön, wenn auch in nicht ganz so großen Orten viele Menschen zusammen kommen. Mir hilft es sehr, wenn ich sehe, dass ich mit meinen Sorgen nicht alleine bin. Und dass da draußen noch andere Menschen an einer vielfältigen Gesellschaft interessiert sind.

    Ganz offensichtlich sind Demos gut für meine Seele 🥰 Und heute stand schon die nächste Veranstaltung in Elmshorn an.

    Am 31. Januar riefen die „Omas gegen rechts Hamburg“ zu einer Menschenkette auf. Das war eher ein Sack Flöhe, weil auch viel mehr Menschen herbei strömten als geplant. Ein Teil blieb wirklich in einem Ring stehen, der Rest lief laut singend in beide Richtungen daran vorbei.

    Bestes Demowetter!

    Internationale Kooperation!

    Die Omas gegen rechts sind super organisiert, inklusive einer Übersetzung in Gebärdensprache.

    Und wenn ich schon mal in Hamburg bin, gehe sogar ich gerne mal shoppen. Kommt immer drauf an, was mir so angeboten wird 🙃

    Accessoires in Barbie-Pink.

    Wer ein Schild durch die Straßen trägt, kann nachher auch mal einen Brammibal-Donut essen.

    Außerdem habe ich im Januar mal wieder Abgeordnete angeschrieben. Dieses Mal, um ihnen mitzuteilen, wie sehr mir eine Überprüfung des AfD-Verbotsverfahrens am Herzen liegt.

    Handgeschriebene Post. Kann ich auch nur empfehlen.

    Zaungespräche in Halstenbek City.

    Und mein Mann und ich sind beide bei den Grünen eingetreten. Als erste Amtshandlung haben wir uns zum Ortsgruppen-Infostand begeben. Allerdings nicht, um selbst Öffentlichkeitsarbeit zu machen, mehr zur Unterstützung.

    Das Paganfest

    Von diesem Termin habe ich nur ein Photo. Im Dezember schickte mein Mann mir einen Schnappschuss von einem Plakat. Das Paganfest gab es eine Zeitlang jährlich, dabei reisten eine Handvoll Bands aus dem Paganmetalbereich auf Festivaltour durch Europa. Eins meiner Lieblingsgenres im Metal und immer gut organisiert von den Umbaupausen her.

    2025 gab es eine Neuauflage und da musste ich einfach hin. Nachdem ich im letzten Jahr Wacken und das Elbriot aus Energiegründen nur sehr reduziert mitgefeiert habe, war ich allerdings ein bisschen skeptisch, wie diese Veranstaltung laufen würde.

    Und ich habe dann doch die letzte Band sausen lassen. Ausgerechet Alestorm 😭 Um mich herum entsprechend fassungslose Blicke. Und gleichzeitig bin ich sehr begeistert, dass ich a) so eine lange Zeit durchgetanzt und neue Bands kennengelernt habe und b) so gut auf mich achtgegeben habe, dass ich eher gegangen bin. Es gab meines Wissens auch tatsächlich keine Medaillen für die, die bis zum Ende geblieben sind 😉

    Gerade in so deprimierenden Zeiten tun mir solche Gelegenheiten der Heiterkeit und Gemeinschaft mit Wildfremden einfach gut. Mitten im Konzert hatte ich plötzlich einen Arm auf meiner Schulter und wurde für ein Gruppenselfie positioniert. Ich wäre gerne am nächsten Tag dabei gewesen, wenn diese Menschen gerätselt haben, wer denn die Frau mit der schwarzen Maske war 😄

    Mehr Kreativität

    Einer meiner Pläne für 2025 ist: Wieder mehr schöne Dinge mit meinen eigenen Händen machen. Die Kurzgeschichtenchallenge von deadlinesforwriters ist mir 2024 schon im März versickert. Dieses Jahr schreibe ich keine Selbstverpflichtung in die sozialen Medien und hoffe, der dadurch geringere Druck hilft, dass ich es endlich mal durchziehe, 12 Geschichten in 12 Monaten zu schreiben. Für den Januar ist mir immerhin zum Stichwort etwas Passendes eingefallen.

    Außerdem freue ich mich über die Neuauflage von Projekt52. Meine vier Photos für Januar habe ich fristgerecht zum 31. Januar verbloggt. Da ist im Zeitmanagement noch Luft nach oben, andererseits merke ich, wie ich mit einem anderen Blick durch die Welt laufe. Für den Februar habe ich so seit gestern schon ein Thema im Sack.

    Ich habe schon immer gerne aus meinem Dachfester aus die benachbarte Gärtnerei photographiert. Jetzt mache ich das jeden Morgen um 8:00 Uhr. Und wenn ich das das ganze Jahr durchziehe, werde ich alle Bilder zu einem Video zusammenfügen, das die Reise durch den Jahreskreis zeigt.

    Auch das kreative Gestalten von Dingen, die ich eigentlich gar nicht brauche, tut meiner Seele gut. Und ich frage mich, warum das so in den Hintergrund getreten war. Mit Glück hilft die Tatsache, dass ich jetzt ohne Meta-Accounts schlichtweg aus Mangel an Gelegenheit weniger Zeit mit Doomscrolling verbringen kann.

    Nach ein paar Ausgaben verabschiede ich mich aber von „12 von 12“ Das passt mir absolut nicht in meinen Tagesablauf hinein. Wenn ich abends vom Unterrichten nach Hause komme und dann noch Photos sortieren, hochladen und kommentieren muss, ist das für mich mehr Stress als kreativer Ausdruck.

    Weniger Doom, mehr Figurenhäkeln. Es könnte auf persönlicher Ebene ein schönes Jahr werden.

    Was habe ich im Januar 25 gelesen?

    Auch nicht Ihr Bundeskanzler! Offener Brief an die CDU Wählerinnen und CDU Wähler

    Ich habe Kerstin bei der Demo am 11. Januar kennengelernt. Sie war so wütend auf Merz und sein Verhalten, dass sie aus Hannover nach Hamburg gekommen ist, um dort mit zu protestieren und einen Teil ihres offenen Briefes vorzutragen.

    Die Komplettfassung fand sich auf ihrem Blog, leider funktioniert aktuell der Link nicht. Das Schreiben wendet sich an potentielle CDU-Wähler*innen mit der Bitte, ihre Entscheidung noch einmal gründlich zu überdenken.

    „Friedrich Merz möchte einfach nur UNBEDINGT Bundeskanzler werden. Und dafür lässt er jede Mitmenschlichkeit, Scham und Sinn für ein soziales Miteinander fahren. Punkt. Das ist kein Programm und das ist auch kein Plan für die Zukunft. „Stolz zu sein auf unser Land“ ist kein Plan für die Zukunft.“

    Kerstin Kromminga

    Seither hat sich ja noch einiges getan. Ein Umdenken ist entsprechend wichtiger denn je, und ich hoffe, diesen Brief lesen noch viele Menschen rechtzeitig vor der Wahl.

    Was habe ich im Januar 25 gehört?

    Wokeness: Ein Kampfbegriff der rechten Szene?

    Diese Podcast-Episode ist schon etwas älter. Sie wurde mir aber im Januar erst von Spotify angeboten. Der“Elefant im Raum“ ist ein eigentlich ein Podcast für junge Menschen, der durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wird.

    Mir selbst fällt auch schon lange auf, wie häufig der Begriff „woke“ als politische Verstärkungsvokabel genutzt wird. Und zwar ohne eine Definition dessen, was damit gemeint ist. Vortragende und Publikum scheinen sich stillschweigend verabredet zu haben, was sie darunter verstehen.

    Und am Ende geht es eigentlich um etwas ganz anderes als die ursprüngliche Bedeutung von „sich gesellschaftlicher Ungerechtigkeit bewusst und engagiert gegen Diskriminierung“.

    Eine Reihe sehr unterschiedlicher Personen berichtet in kurzen Interviews, wie sie mit dem Thema in Berührung kommen. Und wo sie Probleme sehen.

    Mich hat diese Podcastfolge zu einem eigenen Blogartikel inspiriert, weil mir erstens die (teils beabsichtigte) sprachliche Unschärfe auf die Nerven geht. Und obendrein, weil ich sehe, wie sich dieser Begriff dazu eignet, Menschen zu spalten und von wirklichen Problemen wie der zunehmend extremen Ungleichverteilung von Reichtum und von Chancen abzulenken.

    Was habe ich im Januar 25 gebloggt?

    Meine To-Wants für das 1. Quartal 25

    Ich ziehe Bilanz für 24 und liste meine To-Wants für das 1. Quartal 25 auf. Was habe ich umgesetzt, was nicht und warum ist das so? Was mache ich 25 anders?

    Monatsrückblick Dezember 24

    Ich genieße noch einmal im Rückblick die Gemütlichkeit des Dezembers. Was habe ich erlebt, erledigt und gelernt?

    mein motto 2025: Nahaufnahme von vier Knäulen verschiedenfarbiger Wolle, in einem Knäuel steckt eine Häkelnadel

    Mein Motto 2025

    In meinem Jahresrückblick 24 habe ich mir mein Motto für 25 gegeben: „Was soll passieren?“ In diesem Artikel erkläre ich, was für mich hinter dieser Frage steht.

    Mein ideales 2025

    Meine Vorschau auf das noch relativ neue Jahr. Wie stelle ich mir 2025 vor? Was plane ich und was wünsche ich mir?

    mein ideales 2025: Photo von einer Frau in einem Raum, sie trägt ein blaues T-Shirt mit einem aufgedruckten Krümelmonstergesicht. Sie hat beide Daumen nach oben gerichtet und lächelt.
    woke: Nahaufnahme von einem Wecker, die Zeiger stehen auf wenige Minuten vor zwölf

    Woke -Bin ich das?

    Eine Podcastfolge hat mich inspiriert, darüber nachzudenken, was „woke“ für mich bedeutet und ob dieser Begriff mich treffend beschreibt.

    Warum ich Facebook und Instagram verlassen werde

    Ich werde zum 2. Februar 2025 Facebook und Instagram verlassen. Hier erfährst du meine persönlichen Gründe dafür und meine Alternativstrategie.

    Facebook und Instagram verlassen: Buchstabenperlen auf einem linierten Blatt Papier. Sie ergeben den Text: "Goodbye Meta"
    Projekt52 Januar 25: Das Bild ist zusammengesetzt aus vier Einzelphotos, die jeweils ein Viertel ausmachen. Links oben: Nahaufnahme von kleinen Tannenbäumchen. Rechts oben: Zwei Laufschuhe. Links unten: Eine Dalek-Figut auf einem Doctor Who Comic. Rechts unten: Ein Molekülmodell von Dopamin auf einem Moosuntergrund

    Projekt52 Januar 25

    Mein Beitrag zum Kreativprojekt Projekt52 im Januar 25. Die Stichpunkte waren: „Klein aber oho“, „Sportlich“, „Comic“ und „Verbindung“

    Und was war sonst noch los?

    Spaziergänge

    Schnee zum Jahresanfang

    Sonne in den Holmer Sandbergen

    Zugefrorener See

    Binnendünenlandschaft

    Immobilie bei Wedel

    Der Wind bei Wedel weht stetig

    Gemischtes

    Lilly mit Kragen und nur noch einem Eckzahn 😿 Dafür ohne Zahnschmerzen

    Immer, wenn astronomisch etwas los ist, kann ich mich auf einen bedeckten Himmel verlassen…

    Weisheit am Laternenpfahl

    Was habe ich im Februar 25 vor?

    Das war er schon wieder, mein Monatsrückblick Januar 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit?

    Wie gehst du mit der kommenden Bundestagswahl und den sonstigen weltpolitischen Nachrichten um?


    Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier

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