Und wieder bin ich auf den letzten Drücker dabei 😀 Dabei waren die Themen für Projekt52 März 25 sehr inspirierend. Dieses Mal hatte ich eher Schwierigkeiten, mich für die jeweiligen Bilder zu entscheiden.
Frau Mondgras vom Heldenhaushalt organisiert dieses Projekt freundlicherweise. Für jeden Monat veröffentlicht sie die Themen und wenn du Lust hast, kannst du immer noch einsteigen. Am Ende des Jahres kommen so 52 Beiträge zusammen, das können Photos sein, aber auch Texte oder andere kreative Werke.
Meine Beiträge zu Projekt52 März 25
Dekoriert
Dieses Thema hat meinen Blick auf meine Umwelt positiv beeinflusst. Mir ist mit diesem Filter deutlich geworden, wie sehr wir Menschen große und kleine Dinge dekorieren, meist sehr liebevoll. Daher war es nicht so leicht, ein Photo auszusuchen.
Diese Steine legen nette Menschen aus, damit andere sie finden und weitertragen.
Und das hier ist eine kleine Auswahl an Alternativen:
Genuss
Eine aus unserem Haushalt versteht es, die Nickerchen besonders zu zelebrieren.
Film
Ich hatte sofort den Impuls einen Film im Sinne von „dünne Schicht“ zu photographieren. Das war kniffeliger als gedacht und meine Experimente mit Kürbiskernöl (zu dunkel) und Spülmittel (machte gar keine schönen Regenbogenfarben), dem Licht (zu viel, zu wenig, Sonne zu tief oder zu hoch) haben echt gedauert. Für einen ordentlichen Film auf dem Tee ist hier auch das Wasser nicht hart genug. Was ich wohl unter Luxusproplem ablegen sollte 😉
Leinöl auf Wasser
Neues
Ich bin zwar großer Herbst- und Winterfan, aber jedes Jahr im Frühling geht mir bei all dem neuen Grün das Herz auf.
Veränderung
Hintergrund der Ahornbaum
Meine bisherigen Beiträge für Projekt52
Ich bin tatsächlich seit Januar dabei und habe noch kein Thema ausgelassen:
Du kannst mir auch auf Pixelfed folgen, um meine Bilder zu sehen. Vielleicht macht dir das ja Lust, auch von Instagram zu dieser dezentralen Alternative zu wechseln 😉
Und jetzt bin ich gespannt auf die Themen für April 25. Hoffentlich geben die mir auch so einen liebevollen Blick auf die Welt, das hat meiner Seele wirklich gut getan.
Ich bin keine Digital Native. Dass es in meiner Kindheit das heute selbstverständliche WWW noch nicht gab, bedeutet allerdings nicht, dass es mir nicht ans Herz gewachsen wäre. Im Gegenteil. Und ich habe eine klare Vorstellung davon, wie mein ideales Internet aussehen könnte.
Genau danach fragt Annette Schwindt in ihrer Blogparade #SoSollWeb. Weil ich so ein Blogparadenfan bin und weil mich das Thema sehr anspricht, reihe ich mich hiermit in die Liste an Teilnehmenden ein 🙂
„Wir wollen keine Könige, Präsidenten und Wahlen. Wir glauben an einen groben Konsens und an ablauffähigen Code.“
Credo der Internet Engineering Task Force
Meine erste E-Mailadresse bekam ich von der Universität Oldenburg. Das musste ich damals noch damit begründen und organisierte mir damit ein Diplomarbeitsprojekt an der University of Nottingham und im Anschluss eine Promotionsstelle am KCL.
Meine ersten Kontakte mit dem Netz waren also vernetzend, allerdings auch auf einen kleinen akademischen Personenkreis begrenzt. Mit dem schnellen Wachstum in den Neunzigern kam dann eine Menge eher private Unterhaltung dazu.
Ich habe mich in Foren in langen und fruchtlosen Debatten verzettelt, war Mitglied im Karl-Fritsch-Fanclub (Leider existiert seine Seite nur noch im Web-Archive.) und habe mir 2006 auf Twoday meinen ersten Blog eingerichtet.
Früher und Heute
Dezentralität
Ich erinnere mich an thematisch wild gemischte und vor allem dezentrale Diskussionsforen. Gästebücher waren eine Art überregionales Poesiealbum.
Heute ist es schwierig, sich den „großen“ Plattformen zu entziehen. Weil da gefühlt „alle sind“. Auch ich habe mich erst vor kurzem aus Meta zurück gezogen.
Benimmregeln
Der Begriff „Netiquette“ wirkt heutzutage seltsam altmodisch. Und gleichzeitig war es gar nicht so schwierig und hat in meiner Erinnerung meistens funktioniert.
Musk und Zuckerberg sind leider nicht bereit, wirksam zu moderieren. Und das hat eine Erosion in Gang gesetzt. Wer die Erfahrung gemacht hat, ohne Konsequenzen beleidigen und bedrohen zu können, eskaliert im Zweifelsfall immer weiter.
„Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“
In den Neunzigern und Nullern waren sowohl die Hardware als auch der Zugang zum Internet teurer und großenteils nicht mobil.
Das Netz ist billiger, zugänglicher und mobiler geworden, mit immer neuen und immer stärker verzahnten Anwendungen entwickelt. Für diese neue Bequemlichkeit zahlen wir mit unseren Daten und unser Privatsphäre.
DSGVO
Meine ersten Blogs kamen noch ohne Datenschutzerklärung aus. Ich hatte auch gar kein Interesse daran, persönliche Informationen über Menschen zu erheben, die meine Texte lesen wollten.
Heute friemeln wir uns alle zwischen Abmahnanwälten und nur halbwegs passenden Vorlagen durch. Und ich schreibe hier immer noch, ohne mich für die Daten meiner Leser*innen zu interessieren.
Design
Die quietschbunten Wackelbildchen und das Geocities-Design waren schon speziell. Blogs auf Plattformen wie Twoday oder Blogspot waren einfacher gestrickt.
Wer eine eigene und attraktive Webseite haben wollte, musste sich ein bisschen in die Materie reinknien.
Moderne Baukästen machen es heute viel einfacher, eine beliebig komplexe Webseite nach eigenen Vorstellungen zu bauen. Zum Glück hat das Farbspektakel nachgelassen 😉
Aus meiner Sicht eine eher deprimierende Entwicklung sind die KI-Bilder. Mir sind unperfekte aber echte Bilder lieber als in Sekunden zusammen gepromptete Bilder, die auch noch am anderen Ende Werke von Künstler*innen durch den digitalen Wolf drehen.
Blogabsichten
Als ich mit dem Bloggen anfing, ging es zu einem Großteil um Privatvergnügen. Menschen wollten informieren, sich ausdrücken, ihre Werke teilen und sich mit anderen austauschen.
Heute drehen sich viele Blogs neben dem Informieren um Verkauf, Werbung und Optimierung. Auch mein Blog hängt an der Seite meines Nachhilfeunternehmens dran. Allerdings soll dieser Blog nichts verkaufen, sondern weiterhin Informationen vermitteln und meinen Standpunkt zur Welt mitteilen.
Trolle und Fake News
Früher war Trollen noch Handarbeit. Diejenigen, die es darauf anlegten, Diskurse zu sprengen, waren in meiner Erinnerung in der Minderheit und eher privat motiviert.
Bots machen es möglich: Autoritäre Regime können automatisiert in die Bewusstseinbildung reingrätschen und überwältigende Mengen an Desinformation über der Menschheit ausschütten.
Unser digitales Morgen
Was wünsche ich mir für mein ideales Internet? Hauptsächlich, dass wir gemeinsam wieder einen Gang runter schalten. Das gilt für das allgemeine Tempo genau wie für die Stimmung.
Positives
Der Seele tut es gut, sich aktiv positive Momente zu schaffen. Gerade wenn Onlinemedien für Klickzahlen mit Ragebait an unsere Emotionen appellieren.
Mir helfen Hashtags wie #Bloomscrolling und #Meermittwoch. Aber auch nette Menschen, die Erfreuliches mit dem Kommentar „Dein Timeline-Cleanser“ posten. Und dann natürlich die verschiedenen„Good News“-Angebote.
Ich bin tendenziell eher Pessimistin und überhaupt keine Freundin von übertrieben guter Laune. Und gerade deswegen folge ich mehreren positiven Hashtags.
Authentizität
Statt möglichst häufig zu bloggen, bevorzuge ich echt selbst geschriebene Texte. Ich möchte Menschen mit Charakter kennen lernen, die mich im Idealfall berühren und zum Nachdenken anregen. Im Gegenzug sprechen auch meine Texte hier die Sprache, die ich auch im realen Leben verwende. Das bin ich, das sind meine Gedanken und Grundsätze. Und ich freue mich über jede Person, die mit dem gleichen Ansatz im Netz schreibt.
Inklusion und Diversität
Ich habe in den Neunzigern oder Nullern nicht viel über Barrierefreiheit gehört. Dass das Thema inzwischen bei vielen Menschen fast normal geworden ist, freut mich. Plattformen wie Mastodon und WordPress machen es mir technisch leicht, Bildbeschreibungen anzufügen. Und sie erinnern mich auch zuverlässig daran, wenn ich es vergesse 😉
Weibliche Perspektiven gehören ganz deutlich zu diesem Themenbereich dazu. Eins meiner Vorbilder ist Judith Peters, sie bloggt schon lange auch darüber, dass wir noch mehr Frauenstimmen in der Blogosphäre brauchen.
Ich wünsche mir mehr selbstverständliche, beiläufige Diversität und weniger Streit um eigentlich weniger entscheidende Details wie Sternchen und Unterstriche.
Außerdem kann das Netz unter anderem Generationen miteinander verbinden. Portale wie Blogs50Plus ermutigen Menschen meiner Altersklasse, sich in die virtuelle Debatte einzubringen.
Kritisches Denken
Die Welle an Misinformation und Desinformation werden wir nicht aufhalten. Stattdessen müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, wie sehr menschliches Verhalten und Denken auf Irrationalität und Emotionen basiert. Auch unser eigenes Denken.
Aus meiner Sicht hilft es, lebenslang für Bildung und neue Informationen kritisch offen zu bleiben. Um sinnvollen Skeptizismus zu lernen, gibt es unterhaltsame Kanäle wie den von Rebecca Watson.
Im Zweifel beziehe ich mich gerne auf Faktenchecks von Mimikama, Correktiv oder Snopes. Und zwar nicht naiv alles glaubend, sondern kritisch auf Plausibilität abklopfend.
Gegenseitige Nachsicht
Gegenseitiges Wohlwollen würde vieles erleichtern. Ich wünsche mir, dass wir uns noch öfter bewusst machen, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt, tief durchatmen und über manchen Reflex noch ein Weilchen nachdenken, statt gleich zu reagieren.
Die andere Person hat auch Alltag und ein Päckchen zu tragen. Die anspruchsvolle Aufgabe ist es, dass wir uns gleichzeitig bemühen, uns entgegen zu kommen, andererseits aber im Hinterkopf behalten, dass wir alle nur Menschen sind, die immer wieder am Ideal scheitern werden.
Unterstützung aus der Politik
Mehr rechtliche Sicherheit wäre erfreulich. Besonders auf Meta oder X.werden Grenzen übertreten und Betreiber wie Musk greifen nachhaltig in unsere demokratischen Abläufe ein. Da wünsche ich mir deutlich effektivere Durchsetzung von Gesetzen.
Im Datenschutz sehe ich einen großen Unterschied zwischen Social-Media-Plattformen und relativ kleinen Webseiten. Während wir Meta und Co. kaum etwas entgegensetzen, fühle ich mich mit meiner Datenschutzerklärung unter Generalverdacht gestellt.
Es hätte viel einfacher laufen können. Ich ärgere mich jedenfalls heute noch darüber, dass der Gesetzgeber mit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung nicht wenigstens kostenlose und rechtssichere Textbausteine zur Verfügung gestellt hat. Mal sehen, was sich da noch tut.
Aufmerksamkeitsökonomie
Seit den Anfängen des Internets hat sich eins nicht geändert: Wir alle haben nur begrenzte Zeit und begrenzte Aufnahmekapazität. Und obwohl sich das Publikum drastisch vergrößert hat, ist zeitgleich die Zahl derjenigen, die etwas mitzuteilen haben, genauso gewachsen.
Ich merke es an mir selbst. Ich lese in einer gegebenen Zeit nur wenige Blogartikel wirklich aufmerksam. Geschweige denn, dass ich es schaffe, sie tiefgründig zu kommentieren. Wie könnte eine Onlinegemeinschaft aussehen, in der nicht diejenigen die Aufmerksamkeit bekommen, die am lautesten sind? Eine Gemeinschaft, in der wir wieder wegkommen vom Clickbait und vom Ragebait?
Judith Peters drückt es so aus: „Blog like nobody’s reading“. Nach diesem Grundsatz schreibe ich hier. Wenn ich Rückmeldungen bekomme, freut mich das sehr. Aber irgendwelche speziellen Zugriffszahlen sind nicht mein Anspruch. Ich bin sicher, wenn wir weniger auf Reichweite und mehr auf Tiefe abzielen, kann das Internet dadurch nur gewinnen.
Mein Beitrag zum idealen Internet
Ich scheitere immer wieder an meinen eigenen Vorstellungen. Es passiert immer noch, dass ich mich über einen Kommentar eines anderen Menschen aufrege und mich in Debatten verstricke. Ich kommentiere lange nicht so oft auf anderen Blogs wie eigentlich geplant.
Was ich bewusst beitrage: Blogartikel über genau das, was das Miteinander konstruktiver, solidarischer und letztlich erfreulicher machen könnte. Zu finden in der Kategorie „Gesellschaft“.
Am Ende ist das Internet das, was wir daraus machen. Das ist sowohl die schlechte als auch die gute Nachricht. Ich mache mir mit dieser Blogparade und meinem Beitrag dazu wieder bewusster, was ich dafür tun kann, dass mein ideales Internet ein bisschen mehr Wirklichkeit wird.
Wie sieht dein ideales Internet aus?
Diese Blogparade geht noch bis zum 31.3.25. Aber auch danach interessiert mich noch, was du dir für die Kommunikation online wünschst, welche Technik dir eine angenehme Kommunikation erleichtert und wie du zu einem runden Interneterlebnis beiträgst.
Dieser Blogartikel hat dir gefallen? Hier findest du mehr zum Thema Blogparaden:
Der Monatsrückblick Februar 25 kommt nicht ganz um die allgemeine Nachrichtenlage herum. Die Bundestagswahl und das, was auf der anderen Seite des Atlantiks passiert, beschäftigt mich sehr. Genauso wie dich vermutlich auch. Nichts daran kam überraschend. Und trotzdem bin ich immer wieder deprimiert, wenn genau das passiert, was ich befürchtet habe.
Und gleichzeitig findet ja immer Alltag statt. Ich nehme mir Dinge vor, die ich erledigen sollte. Und Dinge, die mir gut tun, um mit meinem Akku nachhaltig umzugehen. Mein Jahresmotto „Was soll passieren?“ hilft mir, handlungsbereiter zu bleiben und gleichzeitig übe ich mich immer öfter und immer mehr darin, nachsichtig mit mir zu sein. Es ist im Großen wie im Kleinen oft ein ziemlich komplizierter Tanz.
An dieser Stelle weise ich nochmal auf meine Blogparade zum Thema Zuversicht hin 😉 Ich würde mich sehr freuen, wenn auch du deine Gedanken dazu bloggst oder den aufruf mit Menschen in deinem Umfeld teilst.
Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?
Meine Webseiten auf eine Adresse zusammenführen -> Bin noch dabei 🙂
Meine Meta-Accounts löschen -> ✅ (allerdings funktioniert die Deaktivierung meines privaten Accounts noch nicht dauerhaft 🤨
Muskeltraining anfangen ->Wie kann der Februar so schnell herum gegangen sein?
Pinterest ausprobieren -> Habe ich ganz vergessen 😀
einen Narren häkeln ->Den Wollekauf hatte ich an andere Aktivitäten in Elmshorn geknüpft, und dieses Bündel an Plänen ist nach dem Dominoprinzip kollektiv ausgefallen.
Gartenplanung -> Die sieht so aus, dass ich mir für dieses Jahr weniger im Garten auf die Liste setze.
Für ESA und MSA Matheprüfungsaufgaben sammeln und sortieren -> Weil ich gerade viel damit arbeite, habe ich mit den ESA-Aufgaben angefangen. Da bleibt noch genug für den März zu tun 🙂
Auf dem Weg nach Elmshorn mit einem neuen Schild. Ich habe dafür zwei Pappen wie ein Sandwich zusammengeklebt. Das ist echt solide und hält hoffentlich eine Weile, auch bei Wind.
Andere Demoschilder waren deutlich weniger minimalistisch 🙂 Ich bin immer begeistert, wie viel Mühe manche Menschen hier investieren. Protest muss auch nicht schlechtgelaunt sein, im Gegenteil!
Meine Familie ist immer wieder beeindruckt, wenn ich an Demonstrationen teilnehme. Allerdings ist es eher so, dass nicht gar nicht nicht protestieren kann. Wenn ich weiß, in meiner Nähe findet etwas statt, dann sage ich meine Nachhilfetermine auch mal ab. Das hat dann auch Schülerinnen erstaunt, dass mir Demos für die Demokratie so am Herzen liegen, dass ich dafür auf Einkommen verzichte. Aber was habe ich von einer Zahl auf meinem Konto, wenn der Rechtsruck weiter voran schreitet?
Bei den Bildern fehlt die Veranstaltung in Rellingen, die am späten Nachmittag stattfand. Da war es mir zu kalt und zu dunkel zum Photographieren. Diese Veranstaltung war auch insofern anders als die anderen, als dass die Reden der Gemeindevertreter über die Demokratie sich eher allgemein darauf stützten, dass wir alle miteinander im Gespräch bleiben sollten. Was ja stimmt, allerdings war diese Versammlung auch eine Reaktion auf Merz‘ Abstimmung mit Unterstützung durch die AfD.
Zum Glück war zum Abschluss die Pastorin dran. Sie hielt eine flammende Predigt und betonte, dass Faschismus für Christ*innen unwählbar ist und es außerdem auch nicht akzeptabel ist, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Deutliche Worte, die meiner Meinung nach gesagt werden müssen. auch wenn ich selbst keine Christin bin. Sie sang mit uns auch noch zum Abschluss „Wehrt euch, leistet Widerstand“ im Kanon, allerdings ohne die Strophen aus der Busters-Version. Bei mehrstimmiger Harmonie geht mir ja sowieso das Herz auf 🙂
Dann gab es noch den globalen Klimastreiktag am 14. Februar. Ich bin dafür nach Elmshorn gefahren. Erstens, um das Getümmel in Hamburg zu vermeiden, zweitens können Demos in kleineren Orten auch Unterstützung vertragen.
Die Klimakrise ist als dringendes Problem im Wahlkampf größtenteils ausgeblendet worden. Auch diese Tasache war Thema auf dieser Demo.
Am folgenden Tag fand in Pinneberg eine Demo für Demokratie statt. Dabei traf sich ein buntes Bündnis aus lokaler Antifa, Omas gegen rechts, Parteien, Familien und Einzelpersonen.
Es ist schon spannend, wie unterschiedlich die Ansätze sind und wie verbindend der grundsätzliche Wunsch nach einem offenen Miteinander.
Bei einem abendlichen Spaziergang fiel mir diese Fensterdeko in einem Schulgebäude auf. Bei der Diskussion über Neutralität bin ich froh über Lehrkräfte, die sich bewusst sind, dass die Erziehung im Sinne der Demokratie und Freiheit eine ihrer Aufgaben ist.
Wer auch immer da mit einer Klasse „Nie wieder“ schrieb: Danke!
Diese Dekade wirkt einerseits im Rückblick bunt und lustig. Es wurde in der Kunst, der Mode und auch gesellschaftlich viel experimentiert. Und gleichzeitig war dieses Jahrzehnt auch beklemmend.
Die Ausstellung thematisierte die Dichterin Semra Ertan. Von ihr hatte ich vorher noch gar nicht gehört. Sie zog mit ihren Eltern aus der Türkei nach Deutschland und verarbeitete die Diskriminierung, die sie hier erfuhr, in Gedichten. 1982 sah sie keinen anderen Weg, als sich selbst zu töten. Das Museum bot ihre Gedichte in mehreren Sprachen an, eins davon habe ich mitgenommen: „Mein Name ist Ausländer“
1985 wurde ich zwölf Jahre alt. Das Jahrzehnt, auf dem die Ausstellung basiert, habe ich also aus der Kinderperspektive wahrgenommen. Und doch habe ich mich bei der Gelegenheit an die Stimmung erinnert, eine Mischung aus „Alles ist möglich“ und „So geht es aber nicht!“ Ganz sicher war früher „alles“ weder grundsätzlich besser noch schlechter.
In der Eingangshalle stand eine Wahlkabine zur Einstimmung und Übung auch für Kinder.
Und so sahen die Wahlzettel aus ❤️ Ich weiß ganz ehrlich gar nicht mehr, was ich da angekreuzt habe 😀
Dieses Mal haben wir zeitlich noch die „Wunderkammer“ besichtigen können. Eigentlich richtet sich dieser Teil des Museums an Kinder. Das sind für mich meistens die faszinierendsten und unterhaltsamsten Ausstellungen 🙂
Und erbaulich war es in der Wunderkammer allemal. Es gab eine ganze Reihe Stationen, an denen Kinder und Junggebliebene etwas schreiben und/oder gestalten konnten. Gerade diese Anregung zu eigener Aktivität finde ich toll!
Im Anschluss an den Museumsbesuch haben wir noch ein paar Schritte gemacht. Zunächst in Richtung Elbe, danach nördlich des Bahnhofes zu „Brammibals Donuts“. Die gibt es bei uns in der Provinz nicht, was einerseits schade ist, andererseits deutlich Kalorien spart.
Auf dem Weg kamen wir an neuer Architektur vorbei, die wir normalerweise nur im Vorbeifahren aus der S-Bahn sehen.
Leider wurde die Ampel grün, bevor ich die Zeit hatte, den QR-Code zu scannen, daher bin ich nicht sicher, wer hier genau zum Tanzen auffordert 🙂
Nora Hespers und Rita Molzberger sprechen über die Netzwerktheorie. Und zwar darüber, dass es sogenannte starke, schwache und superschwache Beziehungen unter Menschen gibt.
Das klingt zunächst wertend, als ob starke Verbindungen irgendwie besser seien. Tatsächlich ist der Begriff nicht so gemeint. Superschwache Beziehungen entstehen zum Beispiel bei zufälligen Begegnungen mit fremden Menschen auf Demonstrationen. Und gerade weil uns in diesem Moment keine gemeinsame persönlich Geschichte verbindet, haben diese Beziehungen besonders viel Potential und Raum, der zum Füllen motiviert.
Mich hat diese Episode gerade aktuell sehr abgeholt. Denn wenn wir zur Zeit etwas gut gebrauchen können, ist es Selbstwirksamkeit.
Mein Jahr startet persönlich gut sortiert und mit einer erfreulichen Metalveranstaltung. Leider ist die Zeit politisch eher durchwachsen, aber dafür gibt es wieder Protestgelegenheiten.
Seit meinem Ausstieg bei Meta bin ich dabei, meinen Blog auf andere Weise stärker zu vernetzen. Eine Option dafür sind RSS-Verzeichnisse und die relativ neue Suchmaschine Feedle.
Für dieses Projekt hatte ich mir natürlich mal wieder vorgestellt, wie ich mich richtig frühzeitig dran setze. Ein Teil der Bilder war wirklich Anfang des Monats fertig, und dann gab es wieder Gesamtsituation. Immerhin, pünktlich zum letzten Tag erscheint mein Projekt52 Februar 25.
Dabei handelt es sich um eine Ganzjahreschallenge. Wir teilen in 52 Wochen 52 Beiträge, daher auch der Name 😉 Es ist jederzeit möglich, neu einzusteigen, alle Infos findest du direkt bei Sari, die das Ganze Projekt organisiert. Danke an dieser Stelle!
Ursprünglich war ein Hintergedanke bei meiner Teilnahme, dass ich wieder mehr mit meiner Spiegelreflexkamera photographiere. Leider weigert sie sich jetzt, auszulösen. Bis ich dieses Problem aus der Welt geschaffen habe, muss doch wieder das Fairphone ans Werk.
Meine Beiträge zu Projekt52 Februar 25
Kunst
Nebel im Februar 25
Am 1. Februar war es hier in Halstenbek extrem neblig. Auf meiner Spazierrunde fiel mir diese Szenerie auf. Der Begriff Kunst bedeutet ja grundsätzlich menschliche Tätigkeit als Abgrenzung von der Natur. Wir überformen und beleuchten die Erde nach unseren Bedürfnissen. Das hat Konsequenzen.
Einerseits habe ich mich besonders an diesem Abend über das Kunstlicht gefreut. Andererseits sorgen unsere Aktivitäten für Mikroplastik an den entlegensten Orten, Lichtverschmutzung und Zertrennung von Tierhabitaten. Die Schönheit der Treppe im Nebel hat ihren Preis.
Unerledigt
Eine sehr kleine Auswahl
Zu diesem Prompt hätte ich einfach mich selbst mit ausgebreiteten Armen photographieren können. In meinem Alltag ist sehr viel unerledigt. Aktuell plane ich, einen Blogbeitrag zu meinem Verhältnis zu ToDo-Listen zu schreiben. Dazu inspiriert hat mich ein Austausch online mit einer Bekannten, die meinte „Aber wenn du alles abgehakt hast, das ist bombastisch!“
An der Stelle ging mir auf, dass ich mich nicht erinnern kann, jemals in meinem Leben bewusst erlebt zu haben, dass ich jemals alles auf meiner Liste abgehakt hätte.
Stellvertretend dafür ein paar meiner unfertigen Persönlichkeiten und ein kleines Mastodon. Sadness von „Inside Out“ ist nach dieser Anleitung entstanden. Das ist ein paar Jahre her, seitdem wartet sie auf Gesicht, Brille und Haare. Ich werde berichten, wenn sie fertig ist.
Musik
Hätte auch unter Erinnerungen laufen können.
Zunächst hatte ich hier ein Naturphoto angedacht, weil für mich Eichen immer aussehen, als ob sie zu einer eigenen inneren Musik tanzen. Und die Spieluhr stand auf der Liste mit den Erinnerungen.
Ursprünglich gehörte sie meinem Opa väterlicherseits, der recht früh starb. An ihn habe ich wenige Erinnerungen. Aber immer, wenn ich bei meiner Oma war, habe ich mit großer Begeisterung an der Kurbel gedreht, mal sehr langsam, mal ganz schnell.
Auf dem Deckel des Holzgehäuses steht „Gegen Gereiztheit“ und die Musik ist ein Ausschnitt aus „Laras Lied“ aus dem Soundtrack von „Doktor Schiwago“. Ich habe den Film nicht gesehen und keine Ahnung davon, worum es überhaupt geht. Diese Melodie gehört allerdings zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. Daher habe ich die Spieluhr aufgehoben, als meine Oma starb.
Und manchmal drehe ich heute noch an der Kurbel, auch wenn ich gar nicht gereizt bin 😉
Erinnerungen
Sammelsurium
Eigentlich habe ich nur ein sehr loses Verhältnis zu Geld. Und dann sammeln sich in mehr als fünfzig Jahren Lebenszeit doch ein paar Münzen und Scheine an, aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Zeiten.
Als ich die Münzen für das Photo zusammensammelte, dachte ich an die Urlaube und Lebensabschnitte zurück, in denen die jeweilige Währung gerade aktuell war. Schon spannend und auch schön, wie sie da so friedlich beieinander liegen.
Fazit Februar 25
In diesem Monat war ich von der Inspiration her besser im Fluss. Es gab eher zu viele Ideen, sodass meine Hauptaufgabe war, Entscheidungen zu treffen. Die nicht verwendeten Photos kann ich aber sehr wahrscheinlich an anderer Stelle mal als Blogbeitragsbilder einsetzen.
Was ich beibehalten werde, ist das Format mit einem Sammelblog für alle Prompts eines Monats. Das gefällt mir vom Prozess her ganz gut.
Und es gibt schon eine Themenliste für den März! Vielleicht regt mich davon ja auch ein Prompt zu einem Text oder einer Zeichnung an.
Und vielleicht regt dieser Beitrag dich an, dich dem Projekt52 anzuschließen 🙂
Ich bin ein großer Fan von Blogparaden. Und heute schreibe ich selbst einen Aufruf zur Blogparade über Zuversicht in unsicheren Zeiten.
Die Ausgangslage
Wenn ich auf das aktuelle Weltgeschehen blicke, fühle ich mich oft alles andere als zuversichtlich. Eine Krise stapelt sich auf die nächste und die Verunsicherung führt viele Menschen dazu, autoritäre Regierungen zu wählen. Dass diese tatsächlich weniger für Sicherheit sorgen als gedacht, bestätigt sich meist erst im Rückblick.
Vielleicht geht es dir ja auch so, dass du gerade darum ringst, die Hoffnung nicht zu verlieren. Ich bin sicher, gemeinsam wird es uns leichter fallen.
Hoffnung als Verb
Ich möchte dich deswegen mit diesem Aufruf zur Blogparade Zuversicht dazu inspirieren, über deine Haltung zur Welt nachzudenken, und wie du trotz unsicherer Zeiten hoffnungsvoll bleibst.
Hoffnung ist ein Verb mit hochgekrempelten Ärmeln.
Hoffnung und Zuversicht kommen nicht von ungefähr. Mich interessiert, wie du diese Begriffe für dich definierst und was du dafür tust, dass du zuversichtlich bleibst. Oder ob du aktuell überhaupt noch Zuversicht hast. Ich möchte, dass wir uns gegenseitig inspirieren und gemeinsam Ideen sammeln.
Fragen zur Blogparade Zuversicht
Die folgenden Fragen sind als Anregung und Startpunkte gedacht. Ich freue mich über jeden Beitrag, ob du nun einen Teil meiner Fragen beantwortest, oder alle, oder keine davon. Gerade auch dann, wenn es dir aktuell schwerfällt oder unmöglich scheint, zuversichtlich zu bleiben, bin ich an deiner Perspektive interessiert.
Was bedeutet der Begriff Zuversicht für dich? Ist er gleichbedeutend mit Hoffnung, oder gibt es Unterschiede?
Wie steht es um deine Zuversicht, generell auf dein Leben bezogen und aktuell?
Was tust du, um Zuversicht zu gewinnen oder zu behalten?
Was macht es dir leicht, zuversichtlich zu sein? Was macht es dir schwer?
Wie hängt deine persönliche Zuversicht mit anderen Menschen zusammen? Mit deinem engeren Umfeld und mit der Gesellschaft im allgemeinen?
Was wären eigentlich sinnvolle Maßnahmen für mehr Zuversicht, die du aber bisher nicht ergriffen hast? Warum?
Wann in deinem Leben hast du wichtige Lektionen zum Thema gelernt?
Wer ist dir in diesem Zusammenhang ein Vorbild oder Inspiration?
Welche Fragen fallen dir selbst noch ein?
Wie funktioniert diese Blogparade?
Wir bloggen jeweils darüber, wie unser persönliches Verhältnis zu diesem Thema aussieht. Meine Hoffnung ist, dass wir dadurch eine bunt gemischte Sammlung an Artikeln bekommen und dass wir uns auch untereinander vernetzen und kennenlernen.
Du schreibst oder gestaltest einen eigenen Beitrag zum Thema dieser Blogparade. Das kann ein Text sein, muss es aber nicht.
Wenn du keinen eigenen Blog hast, veröffentliche ich deine Sicht auf das Thema gerne hier als Gastbeitrag.
Du kannst auch zum Beispiel und unter anderem ein Bild auf Flickr, ein Video auf YouTube oder einen Social Media Post teilen. (Ich selbst bin allerdings auf Meta nicht mehr vertreten.)
In deinem Beitrag kommt der Link zu diesem Aufruf vor, auch um andere Menschen zu ermuntern, selbst mitzumachen.
Den Link zu deinem Beitrag teilst du in einem Kommentar unter diesem Blogpost.
Teile gerne deinen Beitrag in deinen sozialen Netzwerken unter #Zuversicht25. Wenn du mich auf Mastodon, Bluesky oder Youtube erwähnst, teile ich deinen Post zu deinem Beitrag gerne weiter. Und folge dir dort dann auch 🙂
Ich selbst nehme natürlich auch teil. Am 31. März werde ich alle eingegangenen Links sammeln und eine Zusammenfassung schreiben. Allerdings kannst du auch nach diesem eigentlichen Abschlusstermin noch etwas beitragen 🙂
In den letzten Jahren habe ich neue Blogbeiträge regelmäßig auf Facebook und Instagram geteilt. Seit ich Meta verlassen habe, brauche ich andere Möglichkeiten, meinen Blog zu vernetzen. Erst mit dem Schließen der einen Tür fallen mir aktuell die anderen Türen auf. Manche davon sind alt, manche relativ neu.
Traditionelle Optionen, einen Blog zu vernetzen
In der „guten alten“ Zeit hatte auch ich eine Blogroll in der Seitenleiste. Jetzt nutze ich dafür eine extra Seite. Verlinkungen in einem größeren Maßstab liefen unter anderem über Blogringe, in denen sich Blogger*innen untereinander verlinkten.
Blogverzeichnisse existieren auch heute noch. Das sind noch deutlich längere Listen, in die du deinen Blog eintragen kannst, teils mit Themenbezug. Ich habe diese Option bisher nie genutzt, allerdings werde ich mir auch unter ihnen ein paar aussuchen, um mehr Backlinks für meinen Blog zu bekommen. Allerdings erwarte ich nicht, dass dadurch die Zahl meiner Besucher*innen nennenswert steigen wird, nur dass mein Blog allgemein besser vernetzt sein wird, vor allem aus Sicht der Suchmaschinen.
Blog-RSS in eine Suchmaschine eintragen
RSS ist ein Format, in dem Informationen ausgetauscht werden. Genauer gesagt, geht es dabei um Aktualisierungen von Inhalten, und zwar auf Blogs, Nachrichtenseiten oder auch Podcasts. Der sogenannte RSS-Feed wird von der Webseite selbst erstellt und kann mit Feedreadern verfolgt werden. Ich persönlich folge einigen Blogs über die RSS-Feed-Funktion in meinem Mailprogram Thunderbird:
Auch das RSS-Format ist nicht neu, sondern von 1999. Im deutschen Bereich gibt es fast genauso lange das RSS-Verzeichnis. Aus meiner Sicht hat diese Art, Blogs zu folgen, klare Vorteile. So werden mir nur die Beiträge automatisiert geliefert. Denn ich habe für mich festgestellt, dass ich keine Anhängerin von Newslettern bin, sondern gerne direkt die eigentlichen Inhalte lese.
Eine neue Variante der RSS-Nutzung ist Feedle. Diese Plattform kombiniert die Konzepte RSS und Suchmaschine. Ich kann einen beliebigen Suchbegriff eingeben und erhalte eine Liste mit passenden Blogbeiträgen. Feedle bindet auch das Fediverse mit ein, indem bei der Anmeldung eines Blog-RSS-Feeds ein vorhandenes Profil bei zum Beispiel Mastodon mit angegeben werden kann.
Die Idee finde ich sehr spannend zum Vernetzen meines Blogs. Denn so erreiche ich deutlich mehr Menschen, die sich für ein spezifisches Thema interessieren, über das ich gebloggt habe, als mit den Bildkacheln, die ich bisher dem Meta-Algorithmus anvertraut habe. Durch die Stichwortsuche sind Blogbeiträge außerdem länger relevant als durch das Teilen in den sozialen Medien.
Ich habe meinen RSS-Feed bei Feedle angemeldet und warte aktuell auf Freischaltung. Dann bin ich mal gespannt, was sich dadurch ergibt und werde berichten.
Wie gehst du mit diesem Thema um? Ich bin immer interessiert an weiteren Ideen, um einen Blog zu vernetzen, und vor allem auch an Erfahrungsberichten 🙂
Frau Melli und Herr Tommi haben eine Liste mit Blogfragen. Das Ganze ist eine Blogparade, die auf einem englischen Vorbild basiert und für mich ein bisschen Nostalgie aufkommen lässt 🙂
Bei mir ging es beim Bloggen immer um eine bunte Mischung. Und manchmal kam ich nach einer ausführlichen Rundreise wieder am Ausgangspunkt an, allerdings um ein paar Erfahrungen reicher.
Die Liste der Blogfragen
Ich habe ein paar Blogfragen weggelassen, einige zusammengelegt und an manchen Stellen die Reihenfolge vertauscht. Die Originalfragen findest du auf jansens-pott.de.
Meine ursprüngliche Motivation
2006 war ich auf einem Sommercamp einer Frauengruppe. Eine von ihnen fragte in die Runde, wer denn sonst noch einen Blog hätte. Das war das erste Mal, dass ich von diesem Konzept hörte.
Kurz darauf richtete ich mir meinen ersten Blog ein. Und zwar erstens, um mit besagten Frauen auch über dieses Medium vernetzt zu sein, Bilder und Inspirationen zu teilen. Aber sehr bald auch, weil es mir gefiel, selbstbestimmt Texte veröffentlichen zu können und Reaktionen darauf zu bekommen.
Meine früheren Plattformen
Mein erster Blog war auf twoday.net. Hauptsächlich, weil dort schon einige der anderen Frauen aus meiner Gruppe bloggten. Die Bedienung war denkbar einfach und die Plattform brachte mir praktisch automatisch interessierte Leser*innen vorbei. Einmal schrieb ich über meine Freude an den Weihnachtsliedern der Wallerts. Die haben wohl das Pingback registriert und mir dann direkt unter den Blogpost kommentiert 😀
Später habe ich zwei Blogs bei Blogspot eingerichtet, einen für Texte auf Englisch, einen für Bilder, die aus diversen kreativen Projekten entstanden. Teils waren das Zentanglekacheln, teils Photos. Ich weiß gar nicht mehr genau, warum ich dafür zu Blogspot gegangen bin. Irgendwann ist mir dann die Muße ausgegangen und es gab eine längere Pause. Alle drei Blogs, den auf Twoday und die zwei auf Blogspot, habe ich inzwischen gelöscht, um nicht elektronische Karteileichen im Netz herum dümpeln zu lassen.
Meine erste berufliche Website hat mir 2014 eine Freundin auf WordPress aufgebaut. Mit dem integrierten Blog habe ich ein paar Texte geschrieben, aber weil mich die frickelige Technik so sehr aufregte, habe ich irgendwann die ganze Seite irgendwann nicht mehr angesehen. Ich erinnere mich, dass ich einen ständigen Kampf mit der Kopfzeile und dem Seitenmenü hatte, und dass nichts jemals so aussah, wie ich das wollte.
Dann gab es 2020 einen Ausflug in Typo3. Ganz schlimme Zeiten. Zum Glück stieß ich damals auf Judith Peters und ihren unbeschwerten Ansatz zum Bloggen:
Ich bin letztlich durch ihre Aktion „Jahresrückblog“ zu WordPress zurückgekehrt. Unter anderem, weil sie und andere Jahresrückbloggerinnen so begeistert von diesem System berichteten. Da hatte sich wohl in der Zwischenzeit mit dem Erscheinen des Gutenberg-Editors eine Menge getan.
Welche Plattform und warum?
Zur Zeit blogge ich also auf meiner eigenen Webseite mit WordPress. Die Webseite habe ich aus beruflichen Gründen, damit Menschen mein Nachhilfeunternehmen finden. Der Blog ist ein Teil davon, hier schreibe ich auch über das Lernen an sich und die Fächer, die ich unterrichte.
Im Nachhinein bin ich tatsächlich inzwischen sehr zufrieden mit WordPress und dem Gutenberg-Editor. Damit kann ich ich meine Seite und den Blog flexibel nach meinen Vorstellungen einrichten. Und das alles funktioniert technisch relativ einfach. Was will ich mehr?
Wie schreibe ich meine Blogposts?
Zu Typo3-Zeiten habe ich meine Texte in LibreOffice vorgeschrieben und dann per copy und paste als Ganzes gepostet. Inzwischen blogge ich direkt im Backend. Meistens schreibe ich große Mengen Text am Stück, dabei schaffe ich es aber nicht immer, einen Blogartikel innerhalb eines Tages fertigzustellen.
Die Ideen schnappe ich zum Teil im Alltag auf, manchmal mitten während einer Walkingrunde. Manche plane ich länger, wie zum Beispiel meine Serie zum Matheabitur. Spätestens im Sommer rechne ich wieder mit einem hohen Aufkommen an Blogparaden 😀
Um diese Ideen erst einmal zu sichern, erstelle ich für jede einen neuen Beitrag und schreibe einen groben Titel vor. Passende Links sammle ich, sobald ich auf sie aufmerksam werde, und copy-paste sie in den Beitrag hinein. Dadurch habe ich aktuell 21 Entwürfe gespeichert 😉
Und dann setze ich mich ans Schreiben, sobald ich einen guten Block Zeit frei habe. Ich gehe die Liste mit Entwürfen durch und starte mit dem Blogpost, zu dem ich gerade Lust habe. Die Entwürfe empfinde ich nicht als belastende ToDo-Halde, sondern als Vorratskammer, aus der ich mich bei Gelegenheit bedienen kann.
In der Entwürfeliste findet sich nichts fast Fertiges. Bei mir bekommt auch jeder Beitrag ein Bild, das kann dann der letzte verzögernde Schritt sein. Ich habe ansonsten keinerlei Hemmungen, den Veröffentlichen-Button zu klicken. Daher bestehen die Entwürfe wirklich alle nur aus sehr rohen Linklisten und Stichwortskizzen.
Ich habe keinen festen Terminplan. Nur die geplanten Posts zu den Matheteilen in ESA und MSA sollten ausreichend lange vor diesen Prüfungen erscheinen. Ich nehme mir auch keine spezielle Mindestzahl von Blogbeiträgen mehr vor. Was ich schreibe, schreibe ich und das ist dann für mich in Ordnung so.
Außerdem habe ich eine ausführliche Beitragsreihe über den Jahreskreis geschrieben. Dabei ging es mir darum, was wir aus dem Lauf der Jahreszeiten und von der sich wandelnden Natur lernen können. Unter anderem auch über uns 😉 Mir ging es darum, den Jahreskreis frei von spirituellen Hintergründen zu betrachten.
Im Grunde habe ich schon immer hauptsächlich für mich geschrieben. Judiths Motto hat mich darin noch weiter bestärkt. Mein Blog ist für mich eine Gelegenheit, meine Gedanken in Worte zu fassen und auszudrücken. Wenn sich davon jemand angesprochen fühlt, ist das ein Sahnehäubchen.
Mit meinen Artikeln über das Matheabitur wende ich mich tatsächlich an Schüler*innen, die sich sinnvoll vorbereiten wollen. Genauso habe ich dieses Jahr vor, wiederkehrende Aufgabentypen im Matheteil von ESA und MSA zu besprechen. Damit möchte ich meinen Teil dazu beitragen, mehr Klarheit in diese verpflichtenden Prüfungen zu bringen.
Natürlich schreibe ich meine Haltungsartikel auch, um Menschen zu erreichen und zum Nachdenken anzuregen. Damit wende ich mich nicht an eine spezifische Gruppe, sondern an alle diejenigen, die für eventuell neue Gedanken offen und an einer solidarischen Gemeinschaft interessiert sind.
Meine Empfehlungen zum Bloganfang
Besonders wichtig ist mir eine gewisse Leichtigkeit. Außer den rechtlichen Feinheiten in Form von Impressum und Datenschutzerklärung, gibt es eigentlich nichts, was du falsch machen könntest. Hauptsache anfangen, der Rest ergibt sich mit der Zeit.
Auch die Wahl der Plattform ist grundsätzlich nicht entscheidend. Wenn du Menschen kennst, die mit einem System fröhlich bloggen, lass dir von ihnen helfen, deinen eigenen Blog dort einzurichten. Falls dir am Ende doch etwas daran nicht passen sollte, kannst du immer noch zu einer anderen Plattform wechseln. Selbst alte Inhalte kannst du bei diesem Umzug mitnehmen.
Auch die Anzahl der Posts pro Zeiteinheit ist nur eine Zahl, von der ich mich nicht stressen lassen würde. Wenn du wenige interessante Beiträge verfasst, ist das wertvoller, als wenn du große Mengen bloggst, die aber andere Menschen gar nicht berühren.
Blogparaden sind immer ein super Aufhänger für meine Gedanken. Außerdem helfen sie, deinen Blog zu vernetzen und andere auf dich aufmerksam zu machen. Im Gegenzug lernst du dabei viele andere spannende Blogger*innen kennen.
Generell besteht die Blogospäre aus Gegenseitigkeit. Für mich ist es genauso erhebend, bei anderen Menschen Anregungen zu finden, wie mit meinen Blogposts wahrgenommen zu werden. Dafür folge ich einigen Blogs mit der Feedreaderfunktion von Thunderbird.
Es gibt Portale wie Feedle und Blogs50Plus, auf denen du deinen Blog eintragen und dich so weiter vernetzen kannst. Außerdem lohnt es sich, Links zu fertigen Blogposts in sozialen Medien zu teilen. Bis vor kurzem habe ich das noch auf Facebook und Instagram getan 😉 Jetzt „nur noch“ auf Mastodon.
Meine Zukunftspläne
Zur Zeit habe ich noch eine englischsprachige Version meiner Webseite unter einer anderen URL. Deren Bestandteile werde ich in den kommenden Wochen auf diese Domain schaufeln und dann hier einen englischsprachigen Blog zufügen. Vermutlich kommt aber dort nicht so viel neuer Inhalt dazu, bis auf Kurzgeschichten für die Challenge von deadlinesforwriters.
Vom Theme her habe ich Twenty Twenty-Four verschnarcht. Ich mag den Minimalismus der WordPress-Basisthemes aber grundsätzlich gerne und will dieses Jahr mal auf Twenty Twenty-Five umstellen, inklusive neuer Schriftarten. Eine Blogroll werde ich auch zusammen stellen, allerdings nach Anna Koschinskis Vorbild als separate Seite.
Und inhaltlich habe ich mit meinen 21 Entwürfen wohl noch eine kleine Weile reichlich zu tun. Dass mir die Ideen ausgehen werden, befürchte ich jedenfalls nicht 😀
Das waren sie, meine Antworten auf die Blogfragen. Vielleicht magst du dich ja auch beteiligen und über deine Bloggeschichte und deine Tipps zum Einstieg und zum Dranbleiben schreiben? Würde mich freuen 🙂
Manchmal fragen mich Menschen, wie es mir geht. Und dann sage ich oft: „Persönlich geht es mir gut, aber die Weltlage ist einfach wild, oder?“ Für meinen Monatsrückblick Januar 25 gilt das auch ganz klar.
Mein Jahr hat gemütlich und ziemlich gut organisiert angefangen. Ich habe ein paar neue Schüler*innen dazu gewonnen. Und immerhin haben Menschen in Hamburg und Elmshorn für mich Gelegenheiten zum Protestieren gegen den Rechtsruck organisiert.
Was hatte ich im Januar 25 vor und was ist daraus geworden?
Im Anschluss an Adriene Mishlers 7-Tage-Yoga-Programm mit „Rest and Rise“ vom Fightmaster Yoga Kanal weitermachen. -> Ich habe das nicht 100% konsequent durchgezogen, aber immerhin
Morgens ein Pintglas Wasser trinken und für drei Tage in jeder Woche Meal Prep machen. -> Das Wassertrinken habe ich ganz gut geschafft und ich habe tatsächlich gemerkt, wie ich mittags weniger durstig war. Eigentlich logisch, aber der Mensch ist nicht immer rational 😉
Eine große Runde mit Komoot machen. -> Gleich zum neuen Jahr bin ich nach Pinneberg spaziert und habe ein paar weitere Flecken auf der Umgebungskarte aufgedeckt.
Ein Museum oder eine Ausstellung besichtigen. ->Nein, aber für den Februar habe ich jetzt mindestens eine konkrete Ausstellung vor.
Am 8. Januar zum Paganfest gehen. -> Das war fantastisch 🤘
Die Küche durchsortieren, jeden Tag mindestens 10 Minuten. -> Ich habe tatsächlich einige Schubladen entschlackt.
Seit der US-Wahl habe ich das Bedürfnis, wieder aktiver meinen Standpunkt zu vertreten. Auch in Form von Demos. Ich möchte meinen Teil dazu betragen, dass es in Deutschland eventuell nicht ganz so dramatisch läuft.
Am 11. Januar rief eine kleine Gruppe Frauen zu einer Spontandemo in Hamburg auf. Dabei ging es um Merz und speziell sein Verhältnis zu Frauen.
Da stand auf meinem Schild noch etwas von den „50ern“. Das habe ich inzwischen mit Rotstift in „30er“ korrigiert.
Am 24. Januar ging es nach Elmshorn zu einem Lichtermarsch gegen rechtsextreme Tendenzen in unserer Politik. Ich finde es immer schön, wenn auch in nicht ganz so großen Orten viele Menschen zusammen kommen. Mir hilft es sehr, wenn ich sehe, dass ich mit meinen Sorgen nicht alleine bin. Und dass da draußen noch andere Menschen an einer vielfältigen Gesellschaft interessiert sind.
Ganz offensichtlich sind Demos gut für meine Seele 🥰 Und heute stand schon die nächste Veranstaltung in Elmshorn an.
Am 31. Januar riefen die „Omas gegen rechts Hamburg“ zu einer Menschenkette auf. Das war eher ein Sack Flöhe, weil auch viel mehr Menschen herbei strömten als geplant. Ein Teil blieb wirklich in einem Ring stehen, der Rest lief laut singend in beide Richtungen daran vorbei.
Bestes Demowetter!
Internationale Kooperation!
Die Omas gegen rechts sind super organisiert, inklusive einer Übersetzung in Gebärdensprache.
Und wenn ich schon mal in Hamburg bin, gehe sogar ich gerne mal shoppen. Kommt immer drauf an, was mir so angeboten wird 🙃
Accessoires in Barbie-Pink.
Wer ein Schild durch die Straßen trägt, kann nachher auch mal einen Brammibal-Donut essen.
Außerdem habe ich im Januar mal wieder Abgeordnete angeschrieben. Dieses Mal, um ihnen mitzuteilen, wie sehr mir eine Überprüfung des AfD-Verbotsverfahrens am Herzen liegt.
Und mein Mann und ich sind beide bei den Grünen eingetreten. Als erste Amtshandlung haben wir uns zum Ortsgruppen-Infostand begeben. Allerdings nicht, um selbst Öffentlichkeitsarbeit zu machen, mehr zur Unterstützung.
Das Paganfest
Von diesem Termin habe ich nur ein Photo. Im Dezember schickte mein Mann mir einen Schnappschuss von einem Plakat. Das Paganfest gab es eine Zeitlang jährlich, dabei reisten eine Handvoll Bands aus dem Paganmetalbereich auf Festivaltour durch Europa. Eins meiner Lieblingsgenres im Metal und immer gut organisiert von den Umbaupausen her.
2025 gab es eine Neuauflage und da musste ich einfach hin. Nachdem ich im letzten Jahr Wacken und das Elbriot aus Energiegründen nur sehr reduziert mitgefeiert habe, war ich allerdings ein bisschen skeptisch, wie diese Veranstaltung laufen würde.
Und ich habe dann doch die letzte Band sausen lassen. Ausgerechet Alestorm 😭 Um mich herum entsprechend fassungslose Blicke. Und gleichzeitig bin ich sehr begeistert, dass ich a) so eine lange Zeit durchgetanzt und neue Bands kennengelernt habe und b) so gut auf mich achtgegeben habe, dass ich eher gegangen bin. Es gab meines Wissens auch tatsächlich keine Medaillen für die, die bis zum Ende geblieben sind 😉
Gerade in so deprimierenden Zeiten tun mir solche Gelegenheiten der Heiterkeit und Gemeinschaft mit Wildfremden einfach gut. Mitten im Konzert hatte ich plötzlich einen Arm auf meiner Schulter und wurde für ein Gruppenselfie positioniert. Ich wäre gerne am nächsten Tag dabei gewesen, wenn diese Menschen gerätselt haben, wer denn die Frau mit der schwarzen Maske war 😄
Mehr Kreativität
Einer meiner Pläne für 2025 ist: Wieder mehr schöne Dinge mit meinen eigenen Händen machen. Die Kurzgeschichtenchallenge von deadlinesforwriters ist mir 2024 schon im März versickert. Dieses Jahr schreibe ich keine Selbstverpflichtung in die sozialen Medien und hoffe, der dadurch geringere Druck hilft, dass ich es endlich mal durchziehe, 12 Geschichten in 12 Monaten zu schreiben. Für den Januar ist mir immerhin zum Stichwort etwas Passendes eingefallen.
Außerdem freue ich mich über die Neuauflage von Projekt52. Meine vier Photos für Januar habe ich fristgerecht zum 31. Januar verbloggt. Da ist im Zeitmanagement noch Luft nach oben, andererseits merke ich, wie ich mit einem anderen Blick durch die Welt laufe. Für den Februar habe ich so seit gestern schon ein Thema im Sack.
Ich habe schon immer gerne aus meinem Dachfester aus die benachbarte Gärtnerei photographiert. Jetzt mache ich das jeden Morgen um 8:00 Uhr. Und wenn ich das das ganze Jahr durchziehe, werde ich alle Bilder zu einem Video zusammenfügen, das die Reise durch den Jahreskreis zeigt.
Auch das kreative Gestalten von Dingen, die ich eigentlich gar nicht brauche, tut meiner Seele gut. Und ich frage mich, warum das so in den Hintergrund getreten war. Mit Glück hilft die Tatsache, dass ich jetzt ohne Meta-Accounts schlichtweg aus Mangel an Gelegenheit weniger Zeit mit Doomscrolling verbringen kann.
Nach ein paar Ausgaben verabschiede ich mich aber von „12 von 12“ Das passt mir absolut nicht in meinen Tagesablauf hinein. Wenn ich abends vom Unterrichten nach Hause komme und dann noch Photos sortieren, hochladen und kommentieren muss, ist das für mich mehr Stress als kreativer Ausdruck.
Weniger Doom, mehr Figurenhäkeln. Es könnte auf persönlicher Ebene ein schönes Jahr werden.
Was habe ich im Januar 25 gelesen?
Auch nicht Ihr Bundeskanzler! Offener Brief an die CDU Wählerinnen und CDU Wähler
Ich habe Kerstin bei der Demo am 11. Januar kennengelernt. Sie war so wütend auf Merz und sein Verhalten, dass sie aus Hannover nach Hamburg gekommen ist, um dort mit zu protestieren und einen Teil ihres offenen Briefes vorzutragen.
Die Komplettfassung fand sich auf ihrem Blog, leider funktioniert aktuell der Link nicht. Das Schreiben wendet sich an potentielle CDU-Wähler*innen mit der Bitte, ihre Entscheidung noch einmal gründlich zu überdenken.
„Friedrich Merz möchte einfach nur UNBEDINGT Bundeskanzler werden. Und dafür lässt er jede Mitmenschlichkeit, Scham und Sinn für ein soziales Miteinander fahren. Punkt. Das ist kein Programm und das ist auch kein Plan für die Zukunft. „Stolz zu sein auf unser Land“ ist kein Plan für die Zukunft.“
Kerstin Kromminga
Seither hat sich ja noch einiges getan. Ein Umdenken ist entsprechend wichtiger denn je, und ich hoffe, diesen Brief lesen noch viele Menschen rechtzeitig vor der Wahl.
Diese Podcast-Episode ist schon etwas älter. Sie wurde mir aber im Januar erst von Spotify angeboten. Der“Elefant im Raum“ ist ein eigentlich ein Podcast für junge Menschen, der durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wird.
Mir selbst fällt auch schon lange auf, wie häufig der Begriff „woke“ als politische Verstärkungsvokabel genutzt wird. Und zwar ohne eine Definition dessen, was damit gemeint ist. Vortragende und Publikum scheinen sich stillschweigend verabredet zu haben, was sie darunter verstehen.
Und am Ende geht es eigentlich um etwas ganz anderes als die ursprüngliche Bedeutung von „sich gesellschaftlicher Ungerechtigkeit bewusst und engagiert gegen Diskriminierung“.
Eine Reihe sehr unterschiedlicher Personen berichtet in kurzen Interviews, wie sie mit dem Thema in Berührung kommen. Und wo sie Probleme sehen.
Mich hat diese Podcastfolge zu einem eigenen Blogartikel inspiriert, weil mir erstens die (teils beabsichtigte) sprachliche Unschärfe auf die Nerven geht. Und obendrein, weil ich sehe, wie sich dieser Begriff dazu eignet, Menschen zu spalten und von wirklichen Problemen wie der zunehmend extremen Ungleichverteilung von Reichtum und von Chancen abzulenken.
Ich ziehe Bilanz für 24 und liste meine To-Wants für das 1. Quartal 25 auf. Was habe ich umgesetzt, was nicht und warum ist das so? Was mache ich 25 anders?
In meinem Jahresrückblick 24 habe ich mir mein Motto für 25 gegeben: „Was soll passieren?“ In diesem Artikel erkläre ich, was für mich hinter dieser Frage steht.
Yay! Es gibt eine Neuauflage eines Kreativprojektes, bei dem ich vor Jahren mit einem anderen Blog teilgenommen habe. Die Linkparty für Projekt52 im Januar 25 ist tatsächlich schon voll. Das habe ich jetzt davon, dass ich mich stattdessen den MonatübermitanderenDingenbeschäftigt habe 😄
Worum geht es? Über ein Jahr verteilt gibt es 52 Stichworte, eins für jede Woche. Dazu reichen die Teilnehmenden selbst erstellte Zeichnungen, Photos oder Texte ein, prinzipiell über besagte Linkparty. Allerdings sammelt Sari, die das Projekt veranstaltet, jetzt weitere Links in einer Liste ein.
Ursprünglich hatte ich vor, wieder mit meiner Spiegelreflexkamera zu photographieren. Für den Januar habe ich aber doch noch das Fairphone genommen. Im Februar lese ich mich dann wieder in die technischen Einstellungen der „richtigen“ Kamera ein. So der aktuelle Plan 😉 Auf jeden Fall hilft mir dieses Projekt beim Vorhaben, wieder kreativer zu sein.
Meine Beiträge zu Projekt52 Januar 25
Klein, aber oho
Weihnachtsbäume in spe
Der Kreis Pinneberg ist für seine Baumschulen berühmt. Unser Weihnachtsbaum kommt immer aus einem Umkreis von ein bis zwei Kilometern.
Sportlich
Viel zu selten getragen
Aus Long-COVID-Gründen bin ich seit Ewigkeiten nicht mehr gelaufen. Eins meiner To-Wants für den März 25.
Comic
Auch ein bisschen „klein, aber oho“
Habe mir gerade neulich wieder ein Comicbuch zugelegt, dem turmhohen Bücherstapel zum Trotz 🤓
Verbindung
Vorfreude auf das Gartenjahr
Als Chemikerin, die ich im Herzen immer noch bin, war die Richtung, in die dieses Bild ging, unausweichlich.
Fazit Januar 25
Entsprechend meinem Jahresmotto „Was soll passieren?“ habe ich versucht, nicht zu viel nachzudenken und erst recht keine perfekten Ergebnisse zu erwarten. Alleine das tut meiner Seele momentan besonders gut.
Ich freue mich schon auf die Prompts für Projekt52 im Februar 25. Vielleicht inspirieren sie mich ja auch zu Zeichnungen oder Kurzgeschichten. Alles, was dem jetzt schon merkwürdigen Jahr ein bisschen Optimismus einhaucht, ist mehr als willkommen.
Es ist jederzeit möglich, noch bei Projekt25 einzusteigen, auch wenn sich die Linkparty für den Januar jetzt schließt. Die Februarthemen sind schon veröffentlicht 😀
Ursprünglich wollte ich nur darüber bloggen, was mich an Social Media allgemein nervt. Dann kam Mark Zuckerberg mir zuvor und motivierte mich dazu, meine Business-Accounts bei Meta komplett zu löschen. Hier erkläre ich, was genau es mir leicht macht, Facebook und Instagram zu verlassen. Ich beschreibe, wie ich dabei technisch vorgehe. Außerdem erkläre ich, wie ich mich in Zukunft vernetzen werde.
Warum Facebook und Instagram verlassen?
Was mich an Social Media schon lange nervt
Darüber wollte ich wie gesagt schon länger bloggen. Bisher hatte ich allerdings noch viele andere Themen, die mir auch auf der Seele lagen.
Werbung macht mich meistens mehr oder weniger wütend. Ich hatte mein Leben lang gedacht, das sei normal. Ist es vielleicht gar nicht.
Grundsätzlich bin ich allergisch gegen Manipulation. Auf Instagram kommt noch häufig ein aggressiv-übergriffiger Ton dazu. Den kenne ich auch von um Klicks bittenden Youtube-Videotiteln:
Hör auf, diesen Fehler zu machen!
Ausrufezeichen!
Imperativ!
Entgegengestreckte Handfläche!
Vorwurfsvolle Gesichter!
Da bin ich von vornherein auf Ablehnung gestimmt. Mir ist schleierhaft, wer sich von dieser Art Auftreten zu einer Buchung motivieren lässt. Woher wollen diese Menschen wissen, ob ich „diesen Fehler“ mache, ob das aus meiner Sicht wirklich ein Fehler ist, oder ob ich eventuell gar keine „Hilfe“ angedient bekommen möchte?
Und in meiner Wahrnehmung ist die Zahl der eingeblendeten Werbeposts deutlich gestiegen. Natürlich müssen Menschen auf sich aufmerksam machen. So stößt mich das aber eher ab. Wenn ich Facebook und Instagram verlasse, werde ich diesen Anzeigen nicht nachtrauern.
Funnel und Pyramiden
Es scheint für das Onlinemarketing nicht ohne zu gehen. Undwer noch keine Funnel nutzt, bekommt mehrfach täglich Anleitungen und Vorlagen dazu angeboten. Ich finde das unangenehm. Denn am Ende geht es darum, Menschen buchstäblich in die Enge zu treiben. Genau dafür steht das Bild. Jemand klickt auf eine Seite und mit der Zeit wird der Druck immer größer, bis am Ende der Funnelseite der Klick auf den Kaufbutton fast unausweichlich erscheint.
Natürlich müssen wir alle irgendwie unseren Lebensunterhalt verdienen. Aber mir persönlich liegt es fern, Menschen derartig meinen virtuellen Fuß in die Haustür zu klemmen. Mein Eindruck ist auch, dass sich das Konzept mit der Zeit verselbstständigt hat und viele mitmachen, weil viele mitmachen.
Das Dreiecksbild taucht auch andersherum auf. Ich habe selbst eine Coachingausbildung abgeschlossen und im November darüber gebloggt, wie diese Erfahrung mich persönlich weiter gebracht hat, wie viel ich von dem, was ich jetzt mache und bin, einer Coachingsitzung verdanke.
Und gleichzeitig oder auch gerade deswegen bin ich frustriert. Besonders auf Instagram scheint es einen begrenzten Pool zu geben, in dem sich gegenseitig gecoacht wird. Für Einige mag die Rechnung aufgehen. Rein mathematisch müssen aber die meisten Beteiligten in den unteren Rängen der Pyramide bleiben und eher Kurse buchen als geben.
Der Algorithmus
Ich beschwere mich nicht über den Contentdruck. Der alleine wäre für mich noch kein Grund, Facebook und Instagram zu verlassen. Über diese „Pflicht“ war ich mir relativ schnell im Klaren, und natürlich lebt Meta davon, dass die Beteiligten in hoher Frequenz posten. Am besten immer in den jeweils beliebtesten Formaten.
Aber besonders Facebook hat in den letzten Monaten zunehmend unangenehm am Algorithmus geschraubt. Sowohl auf meinem privaten als auch auf meinem Businessaccount bekam ich zunehmend Krawallbeiträge angezeigt: Hoffnungslos offensichtliche KI-Bilder auf Klicksuche, „Omas Rezepte“ mit Rechtsdrall-Diskussionsangeboten, direkte rechte Inhalte von rechten Gruppen. Meta gibt alles, um Menschen zum Streiten anzuregen. Und das ist auf Dauer nicht gesund, gleichzeitig lenkt es von unseren dringenden Krisen ab.
Was Facebook und Instagram für mich untragbar macht
Vor kurzem fiel der letzte Tropfen in dieses schon sehr volle Fass. Und zwar war das die Ankündigung, den Faktencheck abzuschaffen. Dabei gab es zuvor schon reichlich Misinformation und Desinformation auf dieser Plattform. Auch so war der Austausch mit Meta beim Melden von Inhalten oft abenteuerlich bis extrem frustrierend.
Mark Zuckerberg hat beschlossen, sich Trumps Wünschen anzupassen. Damit wird auf Meta nicht nur mehr Desinformation erscheinen. Sondern wir dürfen auch damit rechnen, dass die allgemeine Atmosphäre ähnlich feindselig wird wie auf X. Und das werde ich nicht abwarten. Ich habe 2022 gemerkt, wie gut es meinen Nerven getan hat, X zu verlassen. Dieses Mal vermeide ich die schlechte Laune im Voraus.
Ich möchte die Firma Meta allgemein nicht mehr unterstützen. Unsere Währung sind unsere Daten und unsere Anwesenheit. Während einerseits für Beiträge mit politischen Inhalten die Reichweite gedrosselt wird, sucht Zuckerberg die Nähe zur Republikanischen Partei. Da diese sich aktuell im freien Fall in die Autokratie beziehungsweise Broligarchie befindet, ist davon auszugehen, dass Meta sich genauso vor den menschenfeindlichen Karren spannen lässt wie ehemalige Twittermitarbeiter*innen.
Dass Zuckerberg meint, sein Unternehmen bräuchte mehr „maskuline Energie“, ist nur ein weiteres Sahnehäubchen. Und dabei haben wir noch nicht einmal danach gefragt, wie er diese männliche Energie definiert. Immerhin soll es jetzt wieder sanktionsfrei möglich sein, Frauen als Haushaltsgegenstände zu bezeichnen.
Wie Meta verlassen?
Wie kann ich Meta löschen? Ich persönlich nehme mir für diesen Prozess Zeit, damit ich mich nicht im Rückblick ärgere, Kontakte verloren zu haben oder auf Links, Fotos oder sonstige Dateien nicht mehr zugreifen zu können. Sowohl für Facebook als auch für Instagram gibt es offizielle Abläufe zum verlassen.
Ich gehe so vor:
für Menschen, denen ich folge, wo möglich alternative Kontaktmöglichkeiten suchen
gespeicherte Inhalte durchgehen und entscheiden, was ich davon auf andere Weise für mich erreichbar ablegen will
mit zwei Wochen Vorlauf ankündigen, dass ich Facebook und Instagram verlassen werde
Einladungslinks für Mastodon teilen und erklären, warum ich das Fediverse für eine sinnvollere Alternative als Bluesky halte
Facebook
Wie kann ich mich bei Facebook komplett löschen? Es gibt die Option, das Profil komplett zu entfernen, dann sind nach Ablauf von 90 Tagen die Beiträge nicht mehr zu sehen. Alternativ kann ein Profil auch deaktiviert werden.
Das hat den Vorteil, dass der Messenger noch genutzt werden kann. Außerdem habe ich eine Liste mit anderen Seiten und Apps, bei denen ich mich über meinen privaten Facebook-Account einlogge. Das geht auch nach der Deaktivierung noch. Bevor ich den Privataccount also komplett lösche, werde ich diese Logins der Reihe nach umstellen.
Facebook bietet eine detaillierte Anleitung an. Auf dieser Basis werde ich meinen Business-Account löschen und mein privates Profil zunächst nur deaktivieren. Ich bin ursprünglich Facebook beigetreten, um mit meiner Familie in den USA Kontakt zu halten, da muss ich noch abwägen, ob ich diese Verbindung kappen will.
Auch meine Business-Seite kann ich entweder löschen oder nur deaktivieren. Facebook macht das nicht sehr offensichtlich, aber hier ist der direkte Link dafür.
Instagram
Wie kann ich meinen Instagram-Account löschen? Auch da gibt es eine Anleitung. Und auch hier ist es möglich, das Konto nur zu deaktivieren.
Ich hatte auf Instagram sowohl mit meinem privaten, als auch mit meinem Business-Account eine Menge Posts gespeichert. Darunter waren Rezepte, englischsprachige Sammlungen mathematischer Formeln und Zitate. Diese gehe ich gerade durch und entscheide, was ich davon löschen und was ich mir auf andere Art sichern werde, vor allem die inspirierenden Zitate.
Das alles ist nebenbei mal eine schöne Gelegenheit zum digitalen Entrümpeln. Und spätestens zum 9. Februar werde ich beide Insta-Profile endgültig löschen.
Whatsapp
Nicht zu vergessen: Auch Whatsapp gehört zu Meta. Allerdings fällt hier (bisher) die Werbung weg und dasProblem liegt hauptsächlich im Bereich Datenschutz. Daher und weil ich auch über diese App mit vielen Menschen in Kontakt bin, werde ich sie zunächst behalten.
Was kommt danach oder stattdessen?
Aktuell beobachte ich eine deutliche Strömung in Richtung Bluesky. Diese Plattform hat den Vorteil, dass sie dezentral angelegt ist. Gegründet wurde sie von Jack Dorsey, dem ehemaligen Twitter-Bestizer. Allerdings ist unter ihren Investoren auch eine Blockchain-Risikokapitalfirma. Wie sich das in Zukunft auswirken wird, ist noch unklar.
Das Fediverse als Alternative
Das Fediverse ist grundsätzlich anders angelegt. Es gibt einzelne sogenannte Instanzen, die miteinander kommunizieren. Wie ein lockerer Verbund von Dörfern, die jeweils einen eigenen Marktplatz haben,aber untereinander auch per Telefonkabel verbunden sind. Niemandem gehört das Ganze, die Instanzen finanzieren sich durch freiwillige Spenden der Mitglieder.
Die Hürden
Die größten Hürden, die ich beim Fediverse sehe: Auf den ersten Blick wirkt es ungewohnt und verwirrend. Außerdem kommt es manchmal vor, dass eine Instanz entscheidet, andere Instanzen zu blockieren, weil diese zum Beispiel den Ansprüchen an Moderation nicht genügen. Dann können sich die Nutzer*innen der beiden Instanzen gegenseitig nicht mehr sehen.
In meiner Erfahrung wirkt sich besonders der zweite Punkt nicht merkbar aus. Vielleicht, weil ich auch nicht Teil einer Instanz mit speziellen Interessen bin und nicht Menschen aus Instanzen mit besonders hohen Moderationsansprüchen folge.
Es gibt Umgangsregeln, die von Facebook und Instagram aus ungewohnt sein dürften. Bei geteilten Bildern wird allgemein erwartet, dass für die Barrierefreiheit eine Bildbeschreibung zugefügt wird. Manche Menschen bitten regelmäßig darum, Beiträge zu Themen wie Krieg, Gewalt aber auch generell Politik mit einer Contentwarnung zu versehen.
Besonders die Erwartung der Contentwarnungen hat mich eine Zeit land gestresst.Und zwar so sehr, dass ich erst einmal nichts mehr gepostet habe. Inzwischen sehe ich es so, dass ich nichts extrem Negatives poste, und dass es immer möglich ist, individuell spezielle Begriffe zu filtern uns so auszublenden. Wenn mir danach ist, verberge ich dann und wann Beiträge hinter einer Contentwarnung.
Die Vorteile
Ich erlebe meine Zeit auf Mastodon, einem Teil des Fediversums, als gelassen, inspirierend, unterhaltsam und verbindend. Es gibt keine Werbung, keinen Algorithmus, keine Notwendigkeit, ständig Content zu posten.
Ich kann meinen Feed für mich persönlich passend einstellen. Und zwar folge ich einer Reihe von Hashtags und Profilen, während ich andere Profile und Hashtags blockiert oder stummgeschaltet habe. Die erwähnten Filter blenden mir manche Begriffe und Hastags komplett aus, andere werden mit einem Hinweis versehen, sodass ich je nach Tagesverfassung darauf klicken und sie lesen kann. Oder eben nicht. Dann steht dort nur „Klima“, „Twitter“ oder „Trump“ und es zieht beim Scrollen an mir vorbei.
Der Feed ist rein chronologisch aufgebaut. Das bedeutet, dass Beiträge in der Reihenfolge angezeigt werden, in der sie gepostet wurden. Und tatsächlich gibt es immer wieder Momente, in denen ich oben ankomme und es nicht weitergeht, weil es gerade keine neuen Beiträge gibt. Derunendliche Feed, der bei Instagram und Facebook gerade den Suchtfaktor ausmacht, findet hier nicht statt.
Bei X und Meta teilt der Algorithmus den Nutzer*innen die Reichweite zu. Springen wir über genügend Stöckchen, geht mit Glück der eine oder andere Beitrag viral. Die Betreiber der Plattform entscheiden außerdem nach Gutdünken, ob wir herunter geregelt werden, zum Beispiel wenn wir ein politisches Thema besprechen oder unliebsame Begriffe verwenden.
Im Fediverse gibt es diese Zuteilung von Aufmerksamkeit durch einen Betreiber nicht. Unsere Beiträge werden anderen Menschen angezeigt, wenn sie uns oder einem von uns verwendeten Hashtag folgen. Außerdem sehen sie unsere Beiträge, sobald eine Person, der sie folgen, unsere Posts „boostet“ (das heißt in Meta-Sprache „teilt“). So kann ein Beitrag mühelos sehr vielen Menschen angezeigt werden.
Meine Tipps zum Einrichten
Ich rate dazu, sich nicht entmutigen zu lassen. Es ist immer möglich, den Account umzuziehen oder eine andere App zu installieren. Der mit meiner Webseite verbundene Account ist auf mastodon.online. Das ist eine ganz allgemeine Instanz ohne Spezialinteressen oder regionalen Bezug.
Mein zweiter, eher privater Account ist bei norden.social, unter anderem, weil ich so gerne Schleswig-Holsteinerin bin und dort ein paar Bekannte schon vor mir waren. Für den Anfang spricht grundsätzlich nichts gegen eine der großen und allgemeinen Instanzen.
Es gibt online Anleitungen zum Einrichten eines Accounts. Wer sich nicht in die Details fuchsen will, kann auch gleich eine Schnellanleitung lesen. Über Einladungslinks geht der Prozess besonders schnell. Für Interessierte habe ich hier eine solche Einladung zu mastodon.online:
Ich selbst benutze die App Tusky. Als mich neulich eine Freundin nach dem Grund dafür fragte, konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Sehr wahrscheinlich lag es an dem niedlichen Logo 😄 Es gibt auch eine „offizielle“ sowie eine Reihe weiterer Apps. Meiner Ansicht nach sind die Unterschiede nicht entscheidend. Den Ausschlag werden wohl die Rezensionen im App Store oder Google Play Store geben. Wechseln können wir später bei Bedarf immer noch.
Pixelfed
Beim Schreiben dieses Beitrages habe ich spontan entschieden, Pixelfed auszuprobieren. Das ist ein Bestandteil des Fediversums, der Instagram in Aussehen und Bedienung sehr ähnlich ist. Nur ohne Werbung und Algorithmus.
Dieses Profil werde ich zum Teilen von Zitaten in Kachelform und Bildern nutzen. Unter anderem plane ich, dort meine Beiträge zu Projekt52 zu teilen.
Ansonsten sehe ich mich jetzt schon dort durch die Beiträge scrollen. Und erwarte ein sehr ähnliches Erlebnis wie auf Instagram, nur ohne die nervigen Anteile. Ich bin sehr gespannt und werde berichten.
Meinen Blog vernetzen
Ich habe kein Onlinebusiness. Meine Profile auf Meta habe ich bisher genutzt, um Menschen auf neue Blogbeiträge aufmerksam zu machen. Nicht um dadurch Kurse zu verkaufen oder jemanden für einen Newsletter zu interessieren, weil ich den ich nebenbei auch gar nicht habe. Ich möchte einfach nur Menschen zum Nachdenken und zum Austausch anregen.
Es gibt einiges in der Welt, das ich ändern möchte. Anderes möchte ich ich stärken. Neben meinen Beiträgen zu den Themen Lernen, Mathematik und Wissenschaften schreibe ich deswegen Meinungs- und Haltungsartikel, für die ich andere Menschen interessieren möchte. Das hat, ehrlich gesagt, mit Facebook und Instagram nur mittelprächtig funktioniert. Vielleicht, weil ich dort weniger werbewirksam aufgetreten bin und weil ich weder Onlinebusiness noch Newsletter habe 😉
Jetzt ist also der Plan,Facebook und Instagram zu verlassen. Wie werde ich in Zukunft auf meine Blogposts aufmerksam machen,außer duch das Teilen auf Mastodon?
Linkpartys und Blogparaden
Eine Linkparty ist im Grunde eine Liste von Links unter einem zentralen Blogpost. Wer einen zum Thema passenden Beitrag veröffentlicht hat, kann einfach den Link dazu selbst eintragen. Dann erscheint dieser Beitrag als Punkt in der Liste. Zuletzt habe ich so meinen Jahresrückblick 2025 bei Annettes Linkliste in „Augensterns Welt“ eingetragen.
Eine weitere, sehr ähnliche Möglichkeit zur Vernetzung sind Blogparaden. Die Content Society von Judith Peters veranstaltet traditionell im Sommer immer sehr viele Blogparaden und ich muss mich regelmäßig sehr zusammenreißen, mir nicht zu viele davon vorzunehmen 😄
Beide Konzepte sind hilfreich, um sich zu vernetzen und neue Blogs kennenzulernen. Außerdem geben sie mir auch eine Menge Inspiration und Anlass, meine Gedanken zu sortieren und aufzuschreiben.
Blogrolls
In der „guten alten Zeit“ hatten Blogs immer eine Blogroll in der Seitenleiste. Jedenfalls so weit ich mich erinnere. Dabei handelt es sich um eine Liste von Links zu Blogs, denen die betreffende Person jeweils folgt. Aktuell hat mein Blog keine Seitenleiste und damit auch keine Blogroll.
Inwieweit sich durch eine Blogroll wirklich die SEO verbessert, kann ich nicht einschätzen. Auf jeden Fall ist sie ein Stück Extravernetzung innerhalb der Blogosphäre. Und hilft besonders in einer möglichen Zukunft, in der wir nicht mehr so stark über Social Media untereinander in Kontakt sind.
RSS-Feed
Ein weiteres Relikt aus vergangenen Blogzeiten sind Feedreader. RSS-Feeds protokollieren Änderungen auf Webseiten. Solche Feeds kann ich einfach abonnieren und mich dadurch immer automatisch informieren lassen, wenn auf einem für mich interessanten Blog ein neuer Beitrag erschienen ist.
Dir URL des Feeds ist meistens die URL des Blogs zuzüglich der Endung /feed. So ist die Adresse meines Feeds
Oft brauchen wir nicht einmal eine neue Software zum Abonnieren. Mein Mailprogramm Thunderbird bietet zum Beispiel die Möglichkeit, Blogs und Newsfeeds anzuzeigen wie E-Mails.
Dafür klicke ich in meinem Fall auf „Blogs & News-Feeds“, dann auf „Feed-Abonnements verwalten“, hier füge ich die Feed-Adresse ein und fertig. Der RSS-Feed Kreis Pinneberg teilt mir beispielsweise alle Pressemitteilungen des Kreises mit. Ansonsten habe ich in den letzten Tagen schon eine Reihe interessanter Blogs in meine Liste eingefügt.
Wenn ich eine der Nachrichten anklicke, sehe ich einen Textauszug oder den ganzen Artikel,je nach Einstellungen des jeweiligen Blogs. Mir wird immer oben ein Link angeboten,der mich letztlich im Browser zum Blogpost führt. Also muss sich auch niemand um Klickzahlenrückgänge sorgen 😉
Wer möchte oder im Mailprogramm keine entsprechende Funktion findet, kann sich eine Feedreader-App installieren. Im Prinzip funktionieren die alle nach dem gleichen Prinzip, nur die Darstellung der Beiträge kann anders ausfallen.
WordPress bietet bei den Social-Icons-Buttons auch einen für den für den RSS-Feed an. Den werde ich noch in meiner Fußleiste einbinden. So sieht er aus:
Ein weiterer Punkt bei WordPress ist das „ActivityPub“-Plugin. Es ermöglicht, direkt vom Blog aus im Fediverse zu posten. Es reicht dafür, einen Beitrag auf meinem Blog zu veröffentlichen. Innerhalb von ungefähr 15 Minuten erscheint der Beitrag dann automatisch in meinem Mastodon-Profil. Sollte dort jemand kommentieren, erscheinen diese Kommentare wiederum automatisch direkt in meinem Blog.
So weit die Theorie. Ausprobiert habe ich das noch nicht, aber es steht auf meiner Liste.
FOMO oder JOMO?
Was passiert, wenn ich Meta lösche? Auf jeden Fall gibt es viele Menschen, die ich nur dort finde und die oftmals auch auf Meta bleiben wollen. Viele finden das Fediverse zu unübersichtlich oder aus anderen Gründen nicht attraktiv genug. Sie werden also Facebook und Instagram nicht verlassen wollen. Diese Menschen und ihren Input werde ich vermissen.
Ich habe in den letzten Jahren viel Zeit auf Meta verbracht. Das ist ja auch die Absicht hinter diesen Angeboten. Und die Vorstellung, nicht mehr durch diese bunten Bilder zu scrollen, diesen vielen inspirierenden Menschen zu folgen und nicht mehr mit meinem Bruder oder anderen Menschen lustige Reels hin und her zu tauschen, fühlt sich ein bisschen wie ein Verlust an. Das berühmte FOMO: Fear of missing out oder die „Angst,etwas zu verpassen“.
Fomo ist ein starker Treiber hinter unserer Treue zu den großen Social-Media-Unternehmen. So vieles findet dort statt. Dort erfahren wir Neuigkeiten und bekommen im Idealfall Aufmerksamkeit und Bestätigung. Selbst Medienanstalten, Bildungseinrichtungen und politischen Gremien scheint es schwer zu fallen, Twitter, Facebook und Instagram endgültig zu verlassen.
Mit etwas Disziplin schaffen wir den Entzug.Und dann wandelt sich FOMO hoffentlich in JOMO um. Das steht für „Joy of missing out“ oder die „Freude, etwas zu verpassen. Eine Art Informationsminimalismus. Genauer betrachtet, wird es meiner Seele gut tun, nicht mehr so viel Input in so hoher Frequenz zu haben. Vor allem nicht, was anstrengende Nachrichten oder übergriffige Werbung angeht.
Unterm Strich bin ich Mark Zuckerberg dankbar, dass er mich zu diesem Schritt motiviert hat.
Online-Business ganz ohne Social Media
Gerade habe ich dieses wunderbare Plädoyer für die Freiheit von Social Media bei Franziska Schwarzkopf gelesen. Auch sie berichtet über FOMO und JOMO. Und listet schonungslos eine ganze Reihe guter Gründe auf, warum wir uns und unserer mentalen Verfassung keinen Gefallen tun, wenn wir uns der Algorithmusmühle unterwerfen.
„Ich will keine Unternehmen dabei unterstützen, Geld mit Plattformen zu verdienen, wo Menschen aufgehetzt, gegeneinander ausgespielt, ganze Gesellschaften gespalten werden.“
Franziska Schwarzkopf
Planst du auch, Facebook und Instagram zu verlassen?
Wenn ja: Was sind deine Alternativen und strategischen Tipps? Falls nein: Was müsste passieren. damit du dich nach Alternativen umsiehst? Und wie kann ich mit dir in Kontakt bleiben?
So oder so: Vielen Dank fürs Lesen und für die gemeinsame Zeit in den sozialen Medien. Ganz verschwunden bin ich ja nicht, hier in meinem Blog wirst du noch oft von mir lesen können.