In meinem Jahresrückblick schrieb ich auch über mein Motto für 2025. Es lautet:
Was soll passieren?
Inspiriert hat mich dazu Moritz Neumeier mit seinem Programm für 2025. Und ich habe zunächst überlegt, ob ich diese Frage so übernehmen will. Aber sie sagt genau das aus, was ich mir für dieses Jahr wünsche und vornehme. Immerhin übernehme ich nicht seine zweite Version mit dem Ausrufezeichen.
Mein Motto 2025 als Motivation
Mich hat die Frage sofort auf einer tiefen Ebene angesprochen. Moritz erwähnte sie in einer Folge von „Talk ohne Gast“. Dieser Podcast hat mich 2024 mental über Wasser gehalten, wenn die Weltlage wieder belastend war. Die gleichzeitige Leichtigkeit und Gewichtigkeit dieser Frage war genau das, was ich im Anschluss das das Jahr ohne Arbeit an mir gebrauchen kann.
Ich habe lange genug an meiner Persönlichkeit gemeißelt. Jetzt ist eher die Zeit für gezielte Politur und kleine, aber gezielte Perspektivwechsel. Mir gefällt, dass ich mein Motto 2025 in unterschiedliche Fragen umformulieren kann:
Was will ich?
Ich bin mir nicht sicher, wie es anderen Menschen damit geht. In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, wie wenig mir klar ist, was ich wirklich will. Wie viel von dem, was ich für meine Ziele halte, wirklich mir und meiner Persönlichkeit entspricht.
Es ist erstaunlich, wie schwierig es ist, das zu sortieren. Jedenfalls für mich. Manche Dinge sind mir klar, vor allem die, die nicht passieren sollen: Die Verschärfung der Klimakrise, das weitere Abdriften in autoritäre Politik, die Menschenfeindlichkeit propagiert und extrem Reichen Menschen überproportionale Macht gibt.
Im Kleinen habe ich noch immer nicht die Klarheit, die ich mir wünsche. Und das wirkt sich auf meine Motivation aus. Dinge, die ich seit Ewigkeiten auf meinen vielen Listen stehen habe, von denen ich immer noch glaube, sie seien eigentlich wichtig. Diese Klarheit ist schon mal etwas, das ich dringend will. Und ich hoffe, dass dieses Jahr mich auf dem Weg zu meinen Prioritäten weiter bringen wird.
Was soll schon passieren?
Im Bedenkentragen habe ich jahrzehntelange Übung. Und ich gehe nicht davon aus, dass ich zum 31. Dezember 2025 die Meisterin der Leichtherzigkeit und Zuversicht sein werde. Trotzdem lasse ich ganz bewusst diese Frage bei Entscheidungen mitlaufen. Oder auch genau deswegen.
Was, wenn niemand sich für meine Mathe-Lernkarten interessiert? Wie geht es mir, wenn ich wirklich regelmäßig Reels veröffentliche und keine Reaktion bekomme? Oder sogar Gegenwind?
Ich setze immer mehr Grenzen und finde immer mehr meine Priotitäten. Was, wenn sich jemand in meinem Umfeld darüber ärgert?
Und was wäre, wenn ich mich durch das Bedenkentragen davon abhalten lasse, zu finden und machen, was ich wirklich will?
Daraus ergibt sich für mich der Plan für 2025. Ich werde üben, mir bewusst zu werden, wenn in meinem Kopf die Stimmen laut werden, die überall die Katastrophe wittern. Außerdem werde ich üben, mit diesen Stimmen ins Gespräch zu kommen. Und dann werden wir sehen, was passiert.
Was ist mein Beitrag?
Dinge passieren meistens nicht einfach so. Manche Selbstläufer brauchen einfach nur die passenden Umstände. Da kann es helfen, einfach nicht einzugreifen und zu vertrauen. Noch so eine schöne Übung für mich 😉
Andere Dinge brauchen einen Auslöser. Und auch hier hilft wieder Vertrauen, und zwar das in die eigene Selbstwirksamkeit. Außerdem ein Bewusstsein für die eigene Zuständigkeit. Wenn ich weiß, was aus meiner Sicht passieren soll, wie kann ich wo meinen Anteil daran übernehmen?
Was auch dazugehört: Manches, was ich mir wünsche, ist außerhalb meiner Zuständigkeit. Zum Beispiel kann ich nicht dafür sorgen, dass sich Menschen verhalten, wie ich es gerne hätte. In solchen Fällen hilft mir die „Let Them“-Strategie von Mel Robbins.
Andere Dinge sind für mich als Einzelperson zu groß. Dann ist es sinnvoll, mich zu fragen, ob dieser Wunsch trotzdem in der Prioritätenliste für mich weit oben steht. Und falls ja, ist es gut zu wissen, mit wem ich mich vernetzen kann.
Mein Motto 2025 zum Begreifen
Häkelfiguren sind eine tolle Möglichkeit, Aspekte meiner Persönlichkeit auszudrücken. Auf meiner Liste steht immer noch ein Narr. Er verkörpert die Leichtherzigkeit der Mottoversion „Was soll schon passieren?“ Entsprechend werde ich mir diese Personifikation meines Mottos häkeln.
Zum Glück sind die Umstände passend: Eine Anleitung habe ich schon heraus gesucht und durch mein Motto die nötige Motivation. Ich habe sogar eine Menge Wollreste in diversen Farben. Wenn der Narr fertig ist, werde ich ein Photo von ihm hier nachliefern. Und dann darf er mich durch meinen Alltag begleiten und mich bei passender Gelegenheit fragen: Was soll passieren?
Hast du ein Motto für 2025?
Hast du dir auch einen Leitspruch für das kommende Jahr zugelegt? Wie geht es dir allgemein mit solchen Mottos? Und wie gehst du damit um, wenn du nicht weißt, was du willst, oder wenn dich Bedenken davon abhalten, in deinem Leben die passenden Umstände zu schaffen?
Mehr über meine Haltung zu den Themen Ziele und Motivation findest du hier.
Wow, das neue Jahr ist schon eine Woche alt! Den Monatsrückblick Dezember 24 will ich aber noch teilen, denn dabei geht es um meinen Lieblingsmonat. Ich liebe die Adventszeit, die Dunkelheit und das zeitlose Gefühl rund um die Wintersonnenwende.
Jedes Jahr machen wir es uns noch ein bisschen gemütlicher. Das liegt mir so sehr am Herzen, dass ich darüber einen extra Blogpost geschrieben habe. Mir tut das sanfte Entschleunigen in Richtung Jahreswechsel einfach gut. Ich kann mich sortieren und meinen Energiehaushalt ausgleichen. Und mich von meiner Umgebung positiv überraschen lassen.
Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?
Weihnachtsdeko in meinem Unterrichtszimmer aufhängen. -> Die Häkelaufhänger sind fertig geworden, von den Julehjertern nur zwei. Aber das ganze Set kann ich dann schön fürs nächste Jahr aufheben. Und bis dann noch ein paar Herzen fertigbasteln.
Durch den alten Elbtunnel spazieren. -> Das realisiere ich jetzt erst, dass ich das vergessen hatte. Ich bin aber ansonsten schön im Kreis Pinneberg rumgekommen.
In aller Ruhe Weihnachten feiern. Wirklich in aller Ruhe. Und wirklich feiern 🙂 -> Das hat wirklich gut funktioniert. Vor lauter Begeisterung habe ich darüber gebloggt.
Zwischen Weihnachten und Silvester mit meinem Mann über den Ruheforst und unsere Patientenverfügungen sprechen. -> Das machen wir jetzt in den ersten Januarwochen.
Weihnachten
Ich sage es gerne noch einmal: Die Weihnachtszeit liegt mir sehr am Herzen. Bei mir siehst du Weihnachtsohrringe und Nikolauspuschen. Und seit 20 Jahren die immer gleichen Weihnachtsbaumkugeln, die wie damals noch in London gekauft haben 🩷🇬🇧
Meine Traditionen
Mir geht es bei diesem Fest nicht um Geschenke. Jedenfalls nicht um die materiellen Geschenke, über deren Kauf sich der Einzelhandel jedes Jahr freut. Mit meinem Umfeld habe ich inzwischen generell die Absprache, dass wir uns gegenseitig nichts schenken. Bis auf Aufmerksamkeit in Form von gemütlichen Videochats. Und mein Mann und ich genießen im Dezember besonders bewusst gutes, selbstgemachtes Essen.
Jedes Jahr sehe ich der Sonne nach der längsten Nacht beim Aufgehen zu. Jedenfalls versuche ich es: Dieses Jahr war der norddeutsche Himmel mal wieder komplett bedeckt. Aber die Hauptsache ist ja, dass der Sonnenaufgang stattfindet. Und dass wir wissen, dass die Tage jetzt wieder heller werden.
Kulinarisches
Dieses Jahr habe ich auch endlich mal Mandeln und Haselnüsse selbst gebrannt. Mir war vorher gar nicht klar, wie einfach das geht und wie lecker die werden. Genauso wie die Tortellini, mal wieder nach einem Rezept von Bianca Zapatka. Sie waren nur halb so friemelig wie befürchtet 😄
Anfang Dezember habe ich mich sehr beherrscht. Denn ich habe von einer großen Auswahl Keksausstecher nur zwei gekauft: Einen Lebkuchenmann und einen Elch. Ich backe sehr gerne, aber am Ende müssen die vielen Kekse ja auch gegessen werden. Also gab es nur drei Sorten, eine schöne Übung in Prioritätensetzen 😉
Ich feiere die Wintersonnenwende, mein Mann das christliche Weihnachtsfest. So kommen wir zu zwei Gelegenheiten für ein festliches Menü. Einer meiner Pläne für das Jahr 2025 ist es, dass wir häufiger mal einfach so zu zweit richtig schick kochen. Denn es gibt viel mehr tolle Rezepte als Feiertage im Jahr. Dann essen wir Nachtisch eben anlasslos 😉
Weihnachten in Pinneberg
Zum Pinneberger Weihnachtsmarkt fahren wir erst seit 2023. Dabei ist er eigentlich richtig schön. Wenn die Großstadt Hamburg so einfach mit der S-Bahn erreichbar ist, wird so ein kleinerer Ort leicht unterschätzt. Jetzt aber nicht mehr, diesen Markt haben wir fest im Programm!
Das Pinneberg-Museum
Ähnlich lief es mit meinem Museumsbesuch im Dezember 24. Ich hatte eigentlich eine Ausstellung zum Thema „Pippi Langstrumpf und ihr Vater“ vorgenommen. Und dann war mir doch nicht nach Großstadtgetümmel.
Das Pinneberg Museum wirkt von außen eher übersichtlich. Innen habe ich nur den oberen Stock besichtigt und war damit lange beschäftigt. Es gibt historische Karten, auf denen selbst „Hamborch“ beschaulich aussieht. Außerdem kleben überall QR-Codes, die Audiodateien abspielen, wahlweise auch für Kinder oder in einfacher Sprache. Ich fand diese Inklusivität einfach liebenswert.
Es werden spannende Objekte von Menschen gezeigt, die in Pinneberg gelebt haben. Einer von ihnen war Rudolph Grothkop, der als Zahnarzt und als Maler arbeitete. Für mich auch ein Beispiel eines Lebensweges, der unterschiedliche Interessen ganz selbstverständlich unter einen Hut brachte.
Der Chemiker und Botaniker Johannes Görbing hinterließ eine bunt gemischte Sammlung von Mineralien und archäologisch interessanten Gegenständen. Dass so ein kleines städtisches Museum bei freiem Eintritt eine Reihe von Goldklumpen ausstellt, hat mich überrascht.
Genauso unerwartet war die Ausstellung über die Entwicklung der Wirtschaft. Die Bevölkerung im Kreis ist unter anderem durch die Entwicklung der Baumschulen in der Vergangenheit stark angewachsen. Allerdings hat es auch andere spannende und erfolgreiche Wirtschaftszweige gegeben.
Lange Jahre wurden in Pinneberg zum Beispiel Emaille, Regenmäntel und Polsterbezüge aus Rosshaar hergestellt.
Das Fahrrad im Bild ist aus den 1950ern und hat schon einen Hilfsmotor. Allerdings war er nicht elektrisch, sondern auf Verbrennerbasis.
Die Motoren-Firma ILO hatte sich 1913 in Pinneberg angesiedelt. Für mehrere Jahrzehnte war sie ein erfolgreicher Arbeitgeber.
ILO stellte außerdem auch lustige kleine Taschenmopeds her, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Insgesamt fand ich die ILO-Ausstellung faszinierend. Vorher hatte ich beim Kreis Pinneberg eher Baumschulen, die A23 und Familienbesuche im Hinterkopf und weniger wirtschaftlich bedeutende Industrien.
Und dann gibt es noch die Ausstellung zur Nazivergangenheit des Kreises. Sie ist eine der Motivationen für mich, das Museum noch einmal zu besuchen. Die Menschen hier waren nicht auffällig begeistert für die NSDAP. Allerdings zeigen auch hier die Wahlergebnisse eine allmähliche Entwicklung nach rechts außen.
Zur Ausstellung gehören auch Magazine aus Kriegszeiten. Unter anderem wandten sie sich an Sportinteressierte, aber auch an Frauen, die neben ihrer Berufstätigkeit noch den Haushalt stemmen sollten. Die Vorschläge für wenig zeitintensive Rezepte wirken in der Rückschau gleichzeitig pragmatisch und bizarr.
In der Abteilung zum Thema Kriegsflüchtlinge wurde das Ergebnis eines Schulprojektes präsentiert. Und zwar ging es dabei um den Vergleich von Aussagen von Menschen, die nach dem ersten Weltkrieg nach Norddeutschland geflüchtet waren und heutigen Geflüchteten. Da gibt es, wie zu erwarten, wenig Unterschiede.
Regionale Kulturangebote überzeugen mich immer wieder. Ich hätte für das, was mir hier geboten wurde, gerne auch Eintritt gezahlt. Der untere Stock hat wechselnde Ausstellungen und wurde im Dezember renoviert. Da habe ich in Zukunft noch einiges zu besichtigen.
Und im Zweifelsfall kann ich dann immer noch zur Abwechslung mal wieder nach Hamburg fahren. Die Pippi-Langstrumpf-Ausstellung läuft jedenfalls noch.
Was habe ich im Dezember 24 gelesen?
Die Realität der Frauenrechte im Alltag
Britta stellte fest, dass in der Klasse ihrer Tochter einige der heranwachsenden jungen Männer ziemlich rückständige Vorstellungen von Frauen und deren gesellschaftlicher Aufgabe haben. Das nimmt sie zum Anlass über Feminismus im Alltag zu schreiben.
Ich kann ihre Beobachtungen so gut nachvollziehen. Wir leben im 21sten Jahrhundert und immer noch scheinen wir uns nach jedem Fortschritt wieder ein Stück zurück zu bewegen.
„Es geht um so viel – um häusliche Gewalt, um den Zugang ungewollt Schwangerer zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch, um Frauenhandel und Prostitution. Themen, die groß, komplex und oft erschütternd sind. Und dann frage ich mich: Ist mein Thema da nicht viel zu klein? Feminismus in meinem Alltag. Frauenrechte in meinem Alltag. Doch vielleicht ist es genau das, was zählt – im Kleinen anfangen, das Bewusstsein schärfen, im eigenen Umfeld hinsehen und handeln. Denn Veränderung beginnt nicht immer mit den großen Themen, sondern oft mit den kleinen Schritten, die wir täglich gehen.„
Britta von Brigantis Kosmos
Genauso sehe ich das auch. Wir haben direkten Einfluss auf unser begrenztes Umfeld. Und damit indirekt auf das große Ganze.
Diese Episode des Podcasts „Feminismus für alle“ ist schon aus dem April. Ich habe sie aber im Dezember erst entdeckt. Christian Stöcker folge ich schon länger in den sozialen Medien und wäre mein Bücherstapel nicht schon so hoch, würde ich mir sein Buch „Männer, die die Welt verbrennen“ zulegen.
Es geht in diesem Interview hauptsächlich um das Phänomen „Petromaskulinität“. Es zeigt sich in exzessivem Silvesterfeuerwerk, Gruppierungen wie „Fridays for Hubraum“ und der Weigerung, sich auch nur im Ansatz mit den Folgen des Konsums fossiler Brennstoffe zu befassen.
Letztlich stecken auch hier wieder finanzielle Interessen hinter dem Problem. Die Fossillobby schafft es, Techniken zur Stromproduktion als „woke“ und „grün“ zu markieren. Die Folge ist, dass Menschen, die sich als nicht-woke und nicht-grün identifizieren, so gegen regenerative Energiequellen polarisiert werden. Ohne dass es dafür einen rationalen Grund gibt.
Natürlich ist die Realität etwas komplexer. Und es ist obendrein frustrierend, wie finanziell privilegierte Gruppen auf diese Weise weniger reiche Menschen vor ihren industriellen Karren spannen. Und am Ende haben nur die einen wirklich einen Nutzen davon.
Am Ende werde ich mir das Buch wohl doch kaufen müssen 😉
Katharina Jetter und Maja Bahtijarevic besprechen die Hintergründe der Einteilung von Produkten in rosa und hellblau, in männlich und weiblich.
Unter anderem habe ich hier auch wieder gehört, dass es nicht einfach so ist, dass früher angeblich blau eine Mädchenfarbe war und rosa eine für Jungen. Es gab die Zuschreibung von rosa als das „kleine Rot“ und starke Farbe für männliche Kinder, allerdings galt das regional und auch nicht durchgängig.
Was die sich immer weiter verstärkende Trennung im Marketing bewirkt? Eine Einengung der Perspektive vor allem für Jungen, höhere Preise für gleiche Produkte, sobald sie für Frauen vermarktet werden und den Druck, für Kinder unterschiedlicher Geschlechter die gleiche Ausrüstung noch einmal zu kaufen. Und damit mehr Profit für Unternehmen, mehr Konsum und damit auch mehr Belastung für den Planeten.
Interessant waren auch die Gedanken zur geschlechterneutralen Erziehung von Kindern. Oder vielmehr auch der Frage, ob das in unserem gesellschaftlichen System überhaupt funktioniert. Es ist das eine, Kindern nicht unsere Vorstellungen aufzudrängen, etwas anderes ist es, sie davon abzuhalten, ihre eigene Identifikation zu finden.
Auch die Frage danach, ob Geschlecht angeboren oder anerzogen ist, wird erfrischend differenziert diskutiert.
Im Jahr 2024 gab es für mich drei Jubiläen. Eins davon ist die Tatsache, dass ich als selbstständige Lehrerin seit 10 Jahren Nachhilfe gebe. Hier erfährst du, was ich in der Zeit gelernt habe.
Am zweiten Weihnachtstag nutze ich die Zeit, um zu sortieren, welche meiner Traditionen dafür sorgen, dass die Weihnachtszeit bei mir immer zuverlässig gemütlich abläuft.
Für den Jahresrückblick schreibe ich dieses Mal 100 Dinge auf, die mein 2024 ausmachten: Was ich erlebt, gelernt oder nicht geschafft habe.
Und was war sonst noch los?
Was war ich froh, als diese Baustelle abgeräumt wurde. Endlich wieder freier Zugang zu unserer Straßeneinfahrt!
Duolingo
Beim Duolingo-Jahresrückblick wurden meine Mathekompetenzen gelobt. Das hat mich genauso gefreut wie die Anzahl meiner Fehler 😄 Und dann konnte ich im Dezember 24 meine 1000 Tage Duolingo am Stück feiern. Selten habe ich etwas so lange und ausdauernd durchgezogen.
Draußen – Die Natur
Die Umgebung zeigt sich von ihrer verwunschensten Seite.
Draußen – Die Nachbarschaft
Ein paar Menschen in der Umgebung scheinen genauso ein Herz für Weihnachtsdeko zu haben wie ich. Und andere haben ein Freiluftfundbüro eingerichtet 😊
Monatsrückblick in Zahlen
Im Dezember 24 komme ich auf 9474 gebloggte Wörter.
Die Schrittzähler-App zeigte am Ende des Dezembers 24 einen Stand von 222485, das sind ca 7176 Schritte pro Tag.
Die PV-Anlage hat im vergangenen Monat 58,5 kWh geliefert, dabei haben wir 585 kWh verbraucht. Unterm Strich lag der Autarkiegrad bei 8 %. Der Dezember war aber auch wirklich neblig und verregnet 😄
Was habe ich im Januar 25 vor?
Meine Pläne gehen größtenteils aus meinen To-Wants hervor:
Die Küche durchsortieren, jeden Tag mindestens 10 Minuten.
Neue Profilbilder nach dem Kurs von Karina Schuh erstellen.
Das war mein Monatsrückblick Dezember 24. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit? Und hattest du im Dezember auch Gelegenheit zu entschleunigen?
Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier
Da hat Judith Peters im Oktober 23 aber etwas losgetreten. Seitdem plane ich schon seit mehr als einem Jahr regelmäßig Wunschzettel an mich selbst für drei Monate im Voraus. Hier und heute kommen meine To-Wants für das 1. Quartal 25.
Mit meinen To-Wants 2024 habe ich mich regelmäßig an Dinge erinnert, die ich gerne machen wollte. Und ganz nebenbei habe ich gelernt, den Zeitbedarf für Aktivitäten wenigstens etwas realistischer einzuschätzen. Und darüber, was mich motiviert und was mir vielleicht doch gar nicht so sehr am Herzen lag.
Bilanz der To-Wants 24
Was lief gut?
Am besten haben persönliche To-Wants geklappt. Oder solche, die mit meiner Freizeit zu tun hatten. Ich habe mich deutlich mehr und regelmäßiger an der frischen Luft bewegt, meine Umgebung erkundet, Museen, Ausstellungen und Theaterstücke genossen und mich gezielt gesund und abwechslungsreich ernährt.
Besonders gefreut habe ich mich in der Weihnachtszeit: Die Organisation einer Kiste mit allen CDs, DVDs, meinen Weihnachtspuschen und den diversen Kartons mit Räucherkegeln führte dazu, dass ich mich nicht im Nachhinein geärgert habe, wieder etwas davon nicht genutzt zu haben. Auch, dass ich meine Adventskalenderhäkel-UFOs fertig bekommen habe, verdanke ich der To-Want-Liste 😀
Beruflich hat mich die Liste aber auch motiviert. Außerdem hat sie mich daran erinnert, gezielter Nein zu sagen, endlich die Abitur-Blogposts und meinen 100sten Artikel zu schreiben sowie mit meinen offiziellen Auftritten politischer zu werden und klarer Stellung zu beziehen.
Was habe ich nicht umgesetzt?
Die meisten nicht abgehakten To-Wants sind beruflicher Natur. Ich hatte eine Menge Projekte vor, die mir dann wohl doch zu viel Aufwand waren. Oder sie lagen mir nicht genug am Herzen. Oder es waren Dinge, bei denen ich befürchte, dass sie gar nicht auf so viel interesse stoßen würden.
Zum Beispiel die Mathe-Quizkarten: Da gibt es viele Plugins und keins passte mir so richtig in den Kram, irgendwas war immer nicht ideal. Auch die Matheerklärvideos oder Instareels über meine Blogartikel schiebe ich schon seit Jahren von einer Liste auf die nächste. Und die Renovierung der Webseite kommt immer nur in mikroskopisch kleinen Schritten voran.
Privat habe ich die tägliche Yogapraxis 2024 nicht etabliert bekommen. Da habe ich aktuell wieder Hoffnung für das 1. Quartal 25, weil ich bisher jedenfalls jeden Tag Adriene Mishlers 7-Tage-Challenge gefolgt bin. Ich habe nichts über post-COVID gebloggt und meine Kräuterbeobachtung war eher sporadisch als systematisch. Und meinen Aktivismus habe ich sehr heruntergefahren und mich nicht zu Treffen des Klimabündnisses Halstenbek bewegen können.
Besonders deprimierend fand ich die Kurzgeschichten. Da hat mich schon im Frühjahr die Muse verlassen. Dass ich den Gartenschuppen nicht entrümpelt habe, belastet mich im Vergleich weniger. Und die Museen, die ich nicht besichtigt habe, stehen mir ja immer noch zur Verfügung 🙂
Was nehme ich für die To-Wants in Zukunft mit?
So langsam kristallisieren sich ganz persönlich Erkenntnisse heraus:
Weniger ist mehr.
To-Wants im Freizeitbereich sind für mich sinnvoller, weil ich sie umsetze und mich das auch im beruflichen Bereich motiviert.
Ich lege die Schwerpunkte für 2025 auf körperliche und mentale Gesundheit sowie Selbstwirksamkeit.
Auch Dinge, die ich schon mache und weiterführen will, kommen auf die Liste.
Es werden nur vergangene To-Wants in das 1. Quartal 25 geschoben, wenn ich wirklich Lust darauf habe, sie umzusetzen.
Meine To-Wants im 1. Quartal 25
Hier ist also die Liste mit Dingen, die ich mir für die ersten drei Monate des Jahres auf den Wunschzettel schreibe:
Persönliches Wohlbefinden
Im Januar jeden Tag Yoga machen
Im Februar das Programm zum Muskeltraining etablieren
Für alle diese To-Wants im 1. Quartal 25 habe ich ein Warum, ein Wie und ein Lächeln im Bauch bei dem Gedanken daran. In drei Monaten werde ich sehen, wie sich das Vorhaben To-WAnt-Liste weiter entwickelt.
Schreibst du auch deine To-Wants regelmäßig auf? Wie sind deine Erfahrungen mit solchen Listen und mit der Selbstmotivation?
Mehr über meine Haltung zur Setzung von Zielen findest du hier.
Dieses Jahr schließe ich mal nicht mit dem gewohnten „Jahresrückblog“ ab. Im Jahr 2014 schrieb Austin Kleon einen Rückblick, dessen Format 2022 Maren Martschenko inspirierte, die wiederum Anna Koschinski animierte, auch so ein Listicle zu verfassen. Und jetzt sitze ich hier an meinen 100 Dingen aus 2024 😊
100 Dinge 2024 – Vom Bleimantel und der Sukkulente
Allerdings hatte ich den größten Teil des Jahres gefühlt einen Bleimantel an. Post-Covid ist so ätzend, da brauche ich keine zweite Infektion. #DieMaskeBleibtAuf
Seit dem 14. Januar 2024 habe ich eine Schrittzähler-App. Das hatte eine erfreulich motivierende Wirkung auf mein Bewegungspensum.
Direkt zum Jahresbeginn gab es einen großen Streit in meiner Familie, der mir lange nachhing und der mich dazu brachte, einige Glaubenssätze in Frage zu stellen.
Ich habe wieder einige junge Menschen durch das Abitur begleitet und mitgefiebert, in Mathematik, Chemie und Biologie.
Anschließend hat mir eine Abiturientin eine Topfblume geschenkt. Ich habe die schwärzesten Daumen dieser Welt und bin außerdem nicht der größte Fan von rosa oder Sukkulenten. Trotzdem hält sich die Pflanze erstaunlich hartnäckig und schleicht sich allmählich in mein Herz hinein.
Zwei Studenten habe ich bei der Mathematik für ihre Klausuren in Mikro- und Makroökonomie unterstützt.
Mein Neffe studiert Informatik. Mit ihm habe ich für eine Klausur Kombinatorik und Knotentheorie besprochen. Wie viele unterschiedliche Brötchentüten kann ich mit fünf Brötchensorten befüllen und wie kann ich das Haus von Nikolaus in einem Zug zeichnen?
Ich stelle immer mehr fest, wie mir der Algorithmus besonders bei Facebook auf die Nerven geht. Irgendwann wurden mir hauptsächlich Posts angezeigt, bei denen klar war, dass sie meinem Weltbild total entgegen standen oder großes Aufregerpotential hatten. 2025 wird Facebook gefastet.
Genauso geht mir langsam der Hut hoch, wenn ich KI-Bilder nur sehe. Nicht nur die sechseinhalb Finger pro Hand machen mich nervös. Auch die offensichtlich in virtuellen neuronalen Netzen zusammenphantasierten Texturen und Proportionen der abgebildeten Gegenstände und Hintergründe kratzen mir quer über den Sehnerv.
Entsprechend habe ich mir im August gebrauchte Bücher von Rasmus Klumpgekauft. Auf Deutsch heißt er Petzi und war ein Held meiner Kindheit. Jetzt hilft er mir, Dänisch zu üben.
Weil mich das Konzept so überzeugt hat, habe ich vier To-Want-Listen geschrieben, eine für jedes Quartal.
Dadurch habe ich zum Beispiel eine Weihnachtskiste angelegt. In der sind alle CDs und DVDs gesammelt, plus kartonweise Räucherkegel, Dekoartikel und noch nicht beschriftete Karten. Hat mir jetzt im Dezember sehr gut gefallen, diese Organisation.
Genauso habe ich endlich die Häkel-UFOs aus dem Adventskalender von 2023 vernäht. Die werden jetzt immer meinen Unterrichtsraum schmücken.
Im Frühjahr dachte ich, die Fliederbäume in meiner Umgebung seien irgendwie defekt. Leider war es mein Geruchssinn, der nicht mehr funktionierte 😢
Außerdem lebe ich seit 20 zusammenhängenden Jahren in Schleswig-Holstein. Zeit für eine Liebeserklärung!
2024 war unser erstes ganzes Jahr mit der Photovoltaik-Anlage. Immer noch sehr zufrieden 😁
Im November 2024 habe ich den Blogartikel Nummer 100 geschrieben, jedenfalls auf diesen Blog bezogen. Dabei ging es um die gegenseitige Abhängigkeit von Lernen und Politik.
Insgesamt kamen dieses Jahr deutlich mehr Blogbeiträge zusammen als in den Jahren zuvor: Mit diesen „100 Dingen aus meinem 2024“ sind es insgesamt 51 Artikel geworden.
Und zwar gab es fast jeden Monat einen Monatsrückblick, nur Juni und Juli gab es wie schon 2023 im Doppelpack.
Insgesamt habe ich an 12 Blogparaden teilgenommen, hauptsächlich im Sommer. Von den spannenden Aufrufen her hätten es auch gerne mehr sein können, wäre nicht auch meine Zeit endlich 😉
In meiner To-Want-Liste für das vierte Quartal 2024 hatte ich mir vorgenommen, „politischer zu werden und klarer Stellung zu beziehen“. Das hat zu einigen Haltungsbeiträgen auf meinem Blog geführt.
Entsprechend sind auf Instagram und Facebook dieses Jahr auch für mich erstaunliche 86 Posts zusammengekommen.
Am 30. Dezember habe ich tatsächlich noch ein Reel gepostet, einfach nur ein paar Slides mit Text darauf und einem Photo von mir als Thumbnail. Thema: Was ich 2024 alles nicht geschafft habe 😉 Inzwischen ist mein Instagramprofil gelöscht, aber auf YouTube existiert das Video noch.
Mein Mann hat spontan das Kochbuch „Vegan Foodporn“ von Bianca Zapatka gekauft. Ich weiß nicht, wie sie das macht, aber da hat bisher immer alles geklappt und gut geschmeckt. Ich habe zum Beispiel zum ersten Mal Tortellini selbst gemacht 😁
Zu Anfang des Jahres lernte ich den Begriff „hurkle durkle“ kennen. Er kommt aus dem Schottischen und bedeutet „im Bett liegen bleiben, lange nachdem du eigentlich hättest aufstehen sollen“. Das beschreibt ganz hervorragend, wie ich meinen Jahresanfang plane und verbringe, wenn ich es mir aussuchen kann.
Im Oktober waren wir in der Laeizshalle und haben Christoph Spangenberg gesehen, der Nirvana auf seine ganz eigene Weise auf dem Klavier spielt. Für Menschen unserer Alterskohorte extra spannend, dass Nirvana heute noch so relevant ist.
Im September war ich auf einem Konzert von Orphaned Land. Diese Band kommt aus Israel und mein Ticket war ursprünglich für den April 2022. Damals lebte meine Freundin Romy noch, und wir wollten gemeinsam hin. Außerdem sorgte natürlich der Krieg in Gaza dafür, dass der Abend extrem bewegend war.
Die Europawahl hat mich mächtig deprimiert.
Eine neue Gewohnheit war das bewusste Neinsagen. 2023 habe ich schon darüber gebloggt, dieses Jahr stand es regelmäßig auf meinen To-Want-Listen.
Auf Instagram war mir Gina Hitsch mit ihren sehr unterhaltsamen, lehrreichen und durch ihre Warmherzigkeit, Originalität und Großzügigkeit beeindruckenden Beiträgen eine nachhaltige Inspiration.
Mit dem Ansetzen neuer Sauerteige kann sich der Mensch schön selbst im Weg stehen, wenn er/sie darauf wartet, dass es warm genug ist, damit die Mikroorganismen es ideal gemütlich haben. Und wenn er/sie dann vor lauter Sommerhitze zu platt ist, um in der Küche wirklich konstruktiv zu werden.
Ich bin die Sorte Mensch, die im Sommer schmachtet, im Herbst aufblüht und im Winter Kälte tankt. Das ist mir dieses Jahr wieder richtig deutlich geworden.
Wir haben eine sehr witzige Show mit animatronischen Dinos gesehen. Da sehe ich die Zukunft für Zirkusse und Vorträge über Tiere. Und ich werde nie zu alt für Kinderveranstaltungen sein.
Ich bin das ganze Jahr mehrheitlich zu Fuß gelaufen und habe dabei nochmal richtig realisiert, wie desolat die Situation für diese Personengruppe im Straßenverkehr ist. Und zwar bin ich jetzt um eine Sammlung von Bildern der Sorte „Lieferwagen auf Fußweg“ reicher. Und um die Erkenntnis, dass es eine App namens weg.li gibt, mit der richtig rücksichtsloses Falschparken sehr einfach angezeigt werden kann. Wenn allerdings eine Adresse auf dem Wagen steht, schreibe ich einfach eine höfliche E-Mail.
Nachdem die CDU eine Umfrage zum angeblichen „Verbrennerverbot“ veranstaltet und mittendrin abgewürgt hatte, schrieb ich einen höflichen Brief an Carsten Linnemann mit der Bitte um Erklärung. Er ist bisher der einzige Politiker in einer relativ langen Liste, der mir auf ein Schreiben nie geantwortet hat.
Eine weiteres Hindernis beim Zufußgehen war die Baustelle, die wochenlang die Einfahrt zu unserer Straße blockierte. Praktisch jeden Tag wurde die Route, auf der ich nach Hause kam, umgelegt. Zeitweise mit zweimaliger Überquerung derselben, star befahrenen Straße. In der dunklen Jahreszeit. Für viele Kinder Teil ihres Schulweges.
Moritz Neumeier und Till Reiners haben mich mit ihrem Podcast „Talk ohne Gast“ mental durch das Jahr getragen. Eine wunderbare Mischung aus unbekümmerter Heiterkeit und Einordnung der gesellschaftlichen Geschehnisse.
Daran gemessen, wie groß meine erweiterte Familie ist, sehe ich die meisten davon selten bis nie. Umso schöner war das Cousinentreffen in Osnabrück.
Das Pinneberg Museum habe ich hauptsächlich besucht, weil ich auf der To-Want-Liste einen Ausstellungsbesuch stehen hatte und nicht ganz nach Hamburg fahren wollte. Das Stadtmuseum ist richtig spannend und sogar kostenlos. Dort werde ich mich noch mehr als einmal umsehen, besonders in der Ausstellung zum Nationalsozialismus hier in der Region.
Auf einer meiner Spazierrunden sah ich ein Plakat für eine Aufführung des Theaters Schenefeld. Das Stück „Der Gott des Gemetzels“ ist gleichzeitig lustig und eine treffende Beobachtung menschlicher Natur in Konfliktsituationen. Bei der Gelegenheit beschlossen wir, wieder regelmäßiger Kulturveranstaltungen zu besuchen,
Im August habe ich mir einen neuen Claim zugelegt: „Lernen ist echt krass!“
Seit Oktober habe ich dreimal an der Aktion „12 von 12“ teilgenommen. Es ist ziemlich anspruchsvoll, am Abend so einen Beitrag zusammenzustellen, wenn ich um 19 Uhr erst von der Arbeit nach Hause komme. Trotzdem habe ich Hoffnung, dass ich bei dem Format dranbleibe.
Zum Fahrradfahren hat lange meine Kondition nicht gereicht. Umso begeisterter war ich, als ich endlich wieder eine Runde mit dem Rad gedreht habe, ohne dass mir das Herz in den Ohren klopfte.
Weil ich gezielt meine Kondition verbessern wollte, habe ich mir jetzt doch ein Fitnesstrackerarmband zugelegt. Nächstes Jahr wird wieder gelaufen!
Im neuen Schuljahr überrascht mich ein Schüler mit der Frage „Sind Sie eigentlich glücklich?“ Solche unerwarteten Gesprächsanlässe sind ein Grund dafür, warum ich meinen Beruf so sehr mag.
Im Sommer habe ich es sogar geschafft, mehrmals im Freibad zu schwimmen. Ich liebe es, mich im Wasser zu bewegen, allerdings habe ich das in den letzten Jahren irgendwie nicht organisiert bekommen. Und mit dem post-COVID hatte ich auch Bedenken, dass es zu anstrengend sein könnte.
Ich habe meine Katze Lilly dreimal zum Ziehen fast aller Zähne abgeliefert und dreimal unverrichteter Dinge wieder abgeholt, weil immer neue Diagnosen die Narkose verhinderten.
Beim dritten Operationstermin wurde unter Lillys Zunge eine Wucherung entdeckt. Also wurde eine Probe eingeschickt, um zu sehen, ob das Gewebe bösartig war. Vorübergehend dachten wir also, sie hätte nur noch ein paar Wochen zu leben.
Umso erleichterter waren wir, dass die Probe gutartig war und dass sie jetzt zwar eine Menge Zähne weniger hat, aber dafür wieder mit großem Appetit futtert.
Eigentlich wollte ich im Januar wieder bei Adrienes Yoga Challenge mitmachen. Unser Familientreit hat mich dermaßen runtergezogen, dass ich mich zu nichts aufraffen konnte und auch später im Jahr nur sehr vereinzelt Yoga gemacht habe, wenn die Rumpfmuskulatur so richtig geklemmt hat und es einfach nötig war.
Ein Punkt, der mich echt deprimiert hat: Ich war das ganze Jahr nicht fit genug für die Mitarbeit bei der Tafel Schenefeld. Dort die schweren Kisten zu wuchten und so viel hin und her zu laufen hat mich von Drandenken schon bleimüde gemacht. Nächstes Jahr wieder!
Im Vorlauf zur US-Präsidenten-Wahl habe ich eindeutig zu viele YouTube-Videos von progressiven Nachrichtennetzwerken gesehen. Nach der Wahl war ich wie verkatert. Von der Sorge um unsere globale Zukunft mal ganz abgesehen.
Danach war ich schwer beschäftigt damit, mir in den sozialen Medien und auf Youtube den Feed wieder schön zu machen. Jetzt werden mir wieder eine Menge Videos aus den Bereichen Mathematik, Tortendekoration und Haarefärben vorgeschlagen 💝
Nachdem Lindner endgültig seinen Posten verloren hatte, sind wir bei den Grünen eingetreten. Damit hätte ich vor ein paar Jahren auch nicht gerechnet.
Mein Aktivismus hat leider eine deutliche Delle bekommen. Nachdem ich an einigen Tierrechtsdemos teilgenommen hatte, beschloss ich, eine Pause zu machen. Die Erfahrung, dass immer mehr Menschen, aus welchen Gründen auch immer, einfach schnell vorbeilaufen, statt sich mit dem immer noch stattfindenden Unrecht zu befassen, hat mich deprimiert und belastet.
Es hat sich gezeigt, dass ich Videochats viel lieber mag als Telephonate, um mit Menschen in Kontakt zu bleiben.
Meinen Onlineunterricht habe ich von Jitsi auf die Plattform Teech umgestellt, hauptsächlich wegen der besseren Datenschutzbedingungen.
Zum Jahresbeginn fielen mir die vielen Plastikkonfettischnipsel in meiner Umgebung auf. Eigentlich wollte ich eine Petition für das Verbot von diesen Konfettikanonen für den Außenbereich aufsetzen, das habe ich allerdings leider verschleppt 😕
Auf den Tag mit zwei Jahren Abstand habe ich mir eine SARS-CoV-2-Auffrischungsimpfung geholt. Ende 2023 hätte ich eigentlich auch auffrischen wollen, aber da kam mir die Infektion dazwischen.
Es hat mich unglaublich gefreut, Wacken und das Elbriot mitzumachen, wenn auch nur in sehr reduzierter Form.
Mit der Zeit ging mir immer mehr auf, dass polarisierende Fragen ein Mittel von Populisten sind, mit denen Menschen emotionalisiert werden, damit sie sich weniger mit wirklich existenziellen Problemen beschäftigen.
Und auch wir sind zu Beginn des Jahres gegen Geheimtreffen und geplante Deportationen demonstrieren gegangen.
Bei der Challenge von deadlinesforwriters habe ich herausgefunden, dass eine öffentliche Ankündigung, ich würde 12 Kurzgeschichten schreiben, absolut nichts besser macht. Druck ist für mich kein nachhaltiger Motivator. Als mich die Muse verließ, hatte ich dann nur ein extra schlechtes Gewissen.
Auf Instagram erwähnte ich unter einem humorigen Beitrag zu Müllbeuteln, dass ich keine verwende. Das trat so viele wütende und teils beleidigende Reaktionen los, dass ich meinen Kommentar wieder löschte. Und darüber bloggte, wie Menschen darauf reagieren, wenn jemand etwas anders macht.
Auf Mastodon wollte ich meine Blogartikel regelmäßig teilen. Warum ich das wieder habe einschlafen lassen, weiß ich auch noch nicht so genau.
Als ich irgendwann wieder Rosenduft wahrnehmen konnte, habe ich ihn mir in Form von Rosensirup konserviert.
Ich habe darüber gebloggt, dass ich zu keiner Gruppedazugehören will, die mich nicht akzeptiert, wie ich im Grunde bin.
Wegen der generellen Lage der Menschheit habe ich zwischendurch immer mal wieder meinen Nachrichtenkonsum drastisch herunter gefahren.
Duolingo hat einen Musikkurs eingeführt. Und der hat irgendwann komplett meine Lektionen in Dänisch, Französisch und Klingonisch beiseite geschoben.
Wo ich beim Thema Duolingo bin: Im Dezember 2024 habe ich den 1000-Tage-Streak geschafft. Seit März 2022 bin ich dabei.
Wir haben zum ersten Mal gebrannte Mandeln selbst gemacht. Ich war erschüttert, wie einfach das war und wie lecker die waren.
Es gibt keine Worte dafür, wie es mich gefreut hat, als ich herausfand, wie ich in Listen wie in diesen „100 Dingen 2024“ die Abstände zwischen den Punkten einheitlich vergrößern kann.
Die einzigen Bücher, die ich dieses Jahr fertig gelesen habe, waren Comics.
In einem Mathekurs bei den Lerncoaches Halstenbek hat mir ein Schüler lautstark und in bunten Farben erzählt, wie gemein er zu seinem Lehrer ist. Ich habe ihn in einen anderen Kurs versetzen lassen. Ich suche mir aus, wen ich unterrichte und wen nicht.
Mein Jahr in Zahlen
Inklusive dieser 100 Dinge, die mein 2024 prägten, komme ich auf 96223gebloggte Wörter 😮 Das hätte locker für einen Roman gereicht.
Seit Mitte Januar hat meine App 2.393.468 Schritte gezählt. Jeder Schritt trägt mich aus der bleiernen Müdigkeit heraus 😁
Über das Jahr 2024 hinweg hat unsere PV-Anlage 6.465 kWh Sonnenstrom erzeugt.
Ich habe mit Komoot10 Ausflüge gemacht und aufgenommen. Das waren ungefähr 77 Kilometer und für meine Bleimantelkondition bin ich sehr zufrieden damit. Zumal ich auch viel unterwegs war und das nicht mit Komoot mitgeschnitten habe.
Zum Zeitpunkt des Duolingo-internen Jahresrückblicks hatte ich 1976Fehler gemacht.
Ich schätze regelmäßig die Zeit, die von mir geplante Vorhaben brauchen,völlig falsch ein.
Ich bin nicht dafür zuständig, die Zufriedenheit anderer Menschen sicherzustellen. Auch nicht dafür, Traumata anderer auf meine Kosten auszugleichen.
Wenn mich irgendwas zuverlässig und schnell auf die Palme bringt, dann wenn jemand versucht, mir etwas zu erzählen, von dem ich weiß, dass es nicht stimmt.
Ein Vorsatz für 2024 war es, authentisch zu sein. Oft fühlte sich das für mich an, als sei ich gemein oder unzumutbar. Spannend.
Lernapps mit Wettbewerbscharakter sind für mich sehr motivierend, was mich immer noch überrascht und auf Dauer so sehr stresst, dass ich mein Duolingo-Profil wieder auf privat gestellt habe.
Nach den Jahren des Abstandhaltens bin ich wieder gereist und stärker unter Leute gekommen. Dabei habe ich gelernt, dass ich mir Socialising gut einteilen muss.
Ich habe gelernt, dass es gar nicht so normal ist, wie ich immer angenommen hatte, von Werbung mehr oder weniger wütend zu werden.
Auch wenn ich einer Sache mal zugestimmt habe, lässt sich ein Ja auch wieder revidieren. Auch wenn es mir schwerfällt.
Aktionen, bei denen ich mir Ziele setzen und etwas lernen kann, drücken bei mir Knöpfe und ich darf lernen, nicht immer spontan mitzumachen. Immerhin bemerke ich diesen Automatismus inzwischen 😀
Ich habe in einem Konflikt den Anspruch angemeldet, dass ich gesehen werden will. Gleichzeitig habe ich beobachtet, dass ich die Gabe und die Gewohnheit habe, mich unsichtbar zu machen. Da sind interessante Ergebnisse vorprogrammiert.
Mein inneres Team ist sich nicht immer über ein Nein einig. Manche Aktionen machen großen Spaß, kosten aber Energie. Da gibt es noch einiges auszuhandeln.
Wenn ich To-Wants der Sorte „Ich mache jeden Tag X Minuten Y“ nicht umsetze, glauben Teile meiner Persönlichkeit, ich hätte „Schulden“, die ich an kommenden Tagen ausgleichen müsste. Was mich noch mehr abschreckt, bis sich die „Schulden“ auftürmen. 2024 habe ich beschlossen, dass vergangene Tage vergangen sind und es nichts nachzuholen gibt.
100 Dinge – 1 Fazit
Das Jahr war bunt gemischt. Die zähe Müdigkeit und die politischen Entwicklungen haben mich sehr frustriert. Auf der anderen Seite habe ich wieder viel gelernt und es gab Anlass zur Hoffnung.
Wenn ich es tatsächlich schaffe, eine Zimmerpflanze am Leben zu halten, und sei es eine, deren Kategorie ich zuvor gründlich ignoriert hatte, dann bin ich mal gespannt, was mir im nächsten Jahr alles Unvorhergesehenes möglich sein wird.
Nachdem ich im Sommer 2024 100 Anlässe gefunden habe, um stolz zu sein, wusste ich ja, was mit diesem Format für den Jahresrückblick auf mich zukam. Es war spannend, gleichzeitig diese 100 Dinge aus 2024 aufzulisten und mich dabei mit jedem davon eher kurz zu fassen. Das könnte ich nächstes Jahr nochmal genauso machen 😀
Bonustipp: Ich beende seit langer Zeit jedes Jahr mit einer Fragenliste von Nosidebar und einem Diagramm nach der Level-10-Life-Methode. Beides hilft mir, sortiert in das neue Jahr zu gehen.
Mein Motto für 2025
Ich klaue diese Jahr ganz frech bei Moritz Neumeier und wähle mir für das kommende Jahr das Motto:
„Was soll passieren?“
Ich danke dir fürs Lesen und hoffe, wir sehen uns im kommenden Jahr wieder. Hoffentlich wird es spannend, aber nicht zu spannend 😉
Alles Gute für 2025!
Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier.
Jahresrückblickvernetzung
Britta von Brigantis Kosmos hat mich dazu animiert: Weil das Vernetzen von Blogs so schön ist, trage ich mich hiermit mit meinem Jahresrückblick 2024 in Annettes Linkparty auf ihrem Blog Augensterns Welt ein. Vielleicht lesen wir uns da ja auch bald?
Ich liebe den Dezember. Obwohl ich einige der verbreiteten Traditionen nicht mitmache, freue ich mich jedes Jahr darauf. Vor allem darauf, Weihnachten entspannt zu verbringen. Aus den Jahren, in denen es nicht so gemütlich lief, habe ich für mich Lektionen gezogen und daraus meine eigenen Traditionen gemacht.
Was ist Weihnachten für mich?
Ich feiere nicht die Geburt Jesu, sondern die Wintersonnenwende. Das ist für mich eine Zeit des Rückzugs und der Entschleunigung. Genauso wie die Veränderungen der Sonnenstunden immer kleiner werden, bis schließlich die Nacht besonders lang ist, rolle ich in meinen Aktivitäten allmählich zum 20./21. Dezember hin aus.
Weihnachten ist für mich die Zeit, in der ich mich frage: Worin gründet meine Zuversicht? Was wurde mir dieses Jahr von der Welt und dem Leben geschenkt? Was habe ich zu schenken?
Der Winter ist gleichzeitig furchterregend und Kraft spendend. Wenn draußen keine Nahrung mehr wächst, sind wir existenziell bedroht. Und zugleich wissen wir aus Erfahrung, dass nach dieser längsten Nacht der Jahreskreis sich weiter dreht und die Natur nach einer kurzen Verschnaufpause wieder neues Leben hervorbringen wird.
Die Kompromisse
Weil Weihnachten mir persönlich so viel bedeutet, mache ich Kompromisse nur noch mit der Person, die direkt mit betroffen ist. Mein Mann feiert als Christ am 24. Dezember, geht dann in die Kirche und möchte einen Weihnachtsbaum haben.
Ich selbst bräuchte keinen Baum. Und weil er ökologisch auch nicht sonderlich sinnvoll ist, würde ich selbst heute eher einen Friesenbaum oder etwas ähnliches aufstellen. Immerhin haben wir immer relativ kleine Bäume und sie kommen aus einem Umkreis von ungefähr einem Kilometer. Das ist ein großer Vorteil des Baumschulkreises Pinneberg. Und die Kugeln sind noch aus unserer Zeit in London, also mehr als zwanzig Jahre alt.
Wir wünschen uns immer zweimal „Fröhliche Weihnachten“: Zur Sonnenwende und zu Heiligabend. Das bedeutet für uns einfach eine längere Phase der Feierlichkeiten und wir nehmen uns gegenseitig ernst und nichts weg.
Wo feiere ich gemütlich Weihnachten?
Hier mache ich keine Kompromisse. Früher bin ich um die Weihnachtszeit noch durch die Gegend gereist und habe oft an zwei Familienfeiern teilgenommen. Aber gerade in diesen Tagen finde wohl nicht nur ich Reisen besonders stressig, ob nun mit der Bahn oder im Auto. Wenn ich schon mein Zuhause schön weihnachtlich dekoriert und sogar einen Baum aufgestellt habe, möchte ich auch dort in aller Ruhe feiern.
Seit Jahren feiern wir jetzt zu zweit zu Hause. Wir sind offen dafür, hier Menschen zu Gast zu haben, allerdings nicht zu Heiligabend. Wir nehmen uns diese Freiheit, genauso wie wir anderen die gleiche Freiheit geben.
Und hier sehe ich eine wichtige Voraussetzung für die Entspannung, denn ich höre von verschiedenen Seiten Geschichten über teils beklemmende Familientreffen, die eigentlich für alle nur Pflichtveranstaltungen sind und ein „same procedure as every year“, aber nicht im guten Sinne.
Die Adventskalender
Wir haben einen befüllbaren Adventskalender aus Stoff, den habe ich früher oft mit Schokolade bestückt. Dieses Jahr hängt er nur dekorativ an der Küchentür. 2023 hatte ich einen Häkeladventskalender. Den hatte mir meine Schwester zum Geburtstag geschenkt und es gab jedes Jahr eine dekorative Figur zu häkeln.
2024 hat mir eine liebe Freundin einen Kalender aus Pappe geschenkt. Mit dem konnte ich eine Schildkröte dabei begleiten, wie sie aus dem Ei schlüpft und sich auf den Weg ins Meer macht. Ich genieße es sehr, jeden Tag eine kleine Erinnerung zu haben, wie weit der Dezember jeweils fortgeschritten ist.
Weitere kalorienfreie Kalender die ich verfolgt habe, waren:
Die Alltagstipps der Omas for Future und den klimafreundlichen Kalender von FFF Elmshorn auf instagram. Beide einfach liebevoll gemacht und unterhaltsam. Außerdem waren wirklich hilfreiche Dinge dabei 😊 Vielleicht machen sie ja dieses Jahr wieder etwas Ähnliches.
Die Tipps gegen Populismus der Psychologists for Future auf Instagram. Das ist ein Thema, das auch mir sehr unter den Nägeln brennt.
Den Email-Kurs für Branding-Photos von Karina Schuh. Sie hat eine Menge technische Tipps in appetitliche Häppchen verpackt, von denen ich einige zwischen den Jahren richtig umsetzen werde. Auch 2025 bietet sie wieder einen Branding-Bilder-Kurs an.
Karinas Videos zum Adventskalender
2025 bin ich Teil des Bloghexen-Adventskalenders, bei dem an jedem Tag eine andere Person einen speziellen Blogbeitrag postet, darunter Geschichten, Informationen, Bastelanleitungen und Rezepte.
Die Weihnachtsmusik
Von Anfang Dezember an hören wir zum Frühstück nicht mehr den ansonsten gewohnten Metalstream. Ich liebe Weihnachtsmusik, von alt bis neu, von sphärisch bis Metal. Mir gefällt sogar „Last Christmas“ im Original und in fast allen mir bisher vorgespielten Coverversionen.
Es gibt nur zwei Weihnachtslieder, die ich aus ästhetischen Gründen nicht gerne mag: „Little Drummer Boy“ und „Feliz Navidad“. Die beiden fressen sich entsprechend umso zuverlässiger pünktlich ab dem 1. Dezember als Ohrwurm in mein Gehirn.
Ich selbst singe auch gerne Wintersonnenwendlieder. Allerdings drücken bei mir die klassischen deutschen Weihnachtslieder Knöpfe aus meiner Kindheit und die englischen Carols drücken Nostalgieknöpfe aus den JahreninEngland. Da geht bei mir Melodie vor Inhalt. Und viele Liedertexte passen grundsätzlich auch zu meinen Sonnenwendgedanken über Hoffnung und Licht in der Dunkelheit.
Die Musikkulisse hilft mir, mein Gehirn nachhaltig auf Weihnachten zu flauschen.
Das Essen
Ich bin diejenige, die zu beiden Feiertagen ausführlich kocht. Mit Vorspeise und Nachtisch und manchmal abenteuerlich mit neuen Rezepten.
Manchmal geht das Abenteuer gut. Und manchmal wird der „Lentil Wreath“, der auf dem Rezeptfoto so festlich aussah, nicht fest. Dann kann ich mich allerdings drauf verlassen, dass mein Mann auch ein abgesacktes Menü klaglos aufisst.
Das Kochen ist bisher noch der einzige Punkt, an dem mein Weihnachten nicht komplett entspannt ist. Ich stehe zwischen dem Wunsch, eine Tradition zu etablieren und die unzähligen verführerischen veganen Weihnachtsrezepte auszuprobieren. Bisher habe ich mich noch nicht festlegen können.
Nachtisch geht immer 🎄
2024 habe ich immerhin den Rollbraten einmal vorher ausprobiert und für lecker und praktikabel befunden. Für mehr Entspannung beschloss ich 2024, mir zwei Menüs für Weihnachten 2025 zu überlegen, den gesamten Einkaufszettel zu schreiben und in meinem Googlekalender als Benachrichtigung abzulegen. Es hätte sicherlich dazu beigetragen, dass unser Weihnachten entspannt wird, hätte ich daran gedacht.
Ähnlich läuft es mit den Keksen, es gibt so viele herrliche Rezepte. Allerdings muss die dann ja auch jemand essen 😉 Also beschränke ich mich auf drei Varianten und die halten dann den ganzen Dezember über. So ganz allmählich setzt über die Jahre auch da eine feierliche Gemütlichkeit ein.
Der Weihnachtsmann und die Geschenke
Als ich Kind war, haben unsere Eltern uns nichts vom Weihnachtsmann erzählt. Jedenfalls nicht über das hinaus, was wir in Liedern gesungen oder in Geschichten gelesen haben. So weit ich zurück denken kann, war mir klar, von wem die Geschenke kamen und ich bin den beiden dafür dankbar.
Hätte ich irgendwann erfahren, dass sie mir ohne Not etwas erzählt hatten, was gar nicht stimmte, hätte ich das schwierig gefunden. Und ich hätte mich gefragt, was von ihren Behauptungen eventuell noch alles nicht gestimmt hätte. Für mich als Kind war es wichtig, für voll genommen zu werden. Und auch heute noch sind Ehrlichkeit und Wahrheit für mich existenzielle Werte.
Dabei hat die Weihnachtsmagie nie gelitten. Sonst wäre ich ja heute auch nicht so ein Weihnachtsfan. Ich wusste nur die Geschenke der Person zuzuordnen. Und ich fand es schön zu sehen, wie dieser Mensch sich Gedanken gemacht und mich beschenkt hatte.
Heute habe ich mit meinen Lieben ein Abkommen, mit dem wir uns nichts mehr schenken. Weil wir alle alles haben, was wir brauchen. Wir schenken uns Aufmerksamkeit und Freiheit. Das ist für mich persönlich passender. Und außerdem spart es uns allen, uns in den Konsumrummel stürzen zu müssen, und zu befürchten, das Geschenk könne doch nicht ganz das Richtige sein.
Dieses Jahr habe ich mit meiner Familie über Video gechattet, das war sehr verbindend und festlich.
Die Weihnachtskarten
Einige Jahre habe ich an praktisch alle meine Familienmitglieder Karten geschickt, außerdem noch an ein paar Freundinnen. Das waren locker 40 Karten. In manchen Jahren habe ich die sogar selbst gebastelt und gemalt. Karten zu schreiben ist für mich einerseits eine schöne Form, Kontakt zu halten und in Weihnachtsstimmung zu kommen. Allerdings hatte ich mir damit auch viel Zeitaufwand ans Bein gebunden. Und irgendwie kam der letztmögliche Absendetag immer überraschend plötzlich.
Bei Post mit Herz habe ich mehrere Male teilgenommen. Diese Organisation sammelt Briefkarten von Freiwilligen und sendet sie an Menschen, die sonst keine Post bekämen, zum Beispiel in Pflegeheimen oder an Menschen ohne Obdach. 2024 war ich zu spät mit der Anmeldung und sie brauchten keine Karten mehr. Aber zu Ostern bin ich auch immer gerne dabei!
2024 habe ich mich auf 10 Karten für die Familie und zusätzlich welche für aktuelle Schüler*innen beschränkt. Selbst dabei war es dann etwas knapp, weil durch die Baustelle der Briefkasten vor unserer Straßeneinfahrt vorübergehend demontiert worden war. Das hatte ich nicht eingeplant und musste dann noch zügig mit dem Rad zur Hauptpost nach Pinneberg düsen.
Für die Zukunft habe ich jetzt eine Benachrichtigung in meinem Googlekalender. Hoffentlich hilft mir die, mit reichlich zeitlichem Vorlauf Karten zu organisieren und ganz entspannt bei der Post einzureichen.
Sonstige Traditionen
Rausgehen
Im Dunklen wie im Hellen ist der Winter genau mein Ding!
Wenn wir es schaffen, besuchen wir im Advent Weihnachtsmärkte. Meistens kaufen wir dort gar nichts, sondern schlendern nur drüber und nehmen die Stimmung, die Geräusche und die Gerüche auf. Ich gehe sowieso jeden Tag spazieren, und in der zweiten Dezemberhälfte beobachte ich sehr aufmerksam, wo und wann sich die Sonne vom Himmel verabschiedet. Als ausgemachtes Nordlicht genieße ich auch die kalte Luft um mich herum.
Die Sonne
Am Morgen nach der kürzesten Nacht versuche ich, die Sonne beim Aufgehen zu beobachten. Das klappt hier in Norddeutschland eher selten, denn im Dezember ist der Himmel meistens bedeckt.
Manchmal ist der Sonnenaufgang ergreifend, manchmal versinkt er im Einheitsgrau
Etwa eine Stunde später geht die Sonne in Stonehenge auf. Das sehe ich mir bei einer Tasse Tee und Keksen im des YouTubeKanals „English Heritage“ an und denke mir, wie frustrierend der selbe Wolkenschleier für die Menschen gewesen sein muss, die damals unter großem Aufwand die Monolithen zusammen geschleppt haben. Das gibt mir eine Perspektive für meine eher geringen Strapazen mit dem Blick aus dem Dachfenster.
In Newgrange lief es 2023 und 2024 mit dem Wetter etwas besser und eine Handvoll glücklicher Lottogewinner*innen konnte sich in der Kammer ansehen, wie das Sonnenlicht hinein und wieder heraus wanderte. Auch dieses Spektakel sehe ich mir im Live-Stream an.
Singen mit Dave
Ein weiteres Online-Ereignis ist das Hauskonzert von Damh the Bard. Dabei spielt er viele eigene Lieder, es wird gemeinsam für Geburtstagskinder gesungen und es gibt eine Kerzen-Zeremonie. Diese Tradition ist für mich wunderbar verbindend und gibt mir extra Hoffnung, dass da draußen noch viele Menschen sind, die zu einem gelingenden Zusammenleben beitragen wollen. 2024 passte Daves neues Lied „Something Beautiful“ besonders gut dazu:
„For the future’s like a seed within our hands, It will better grow in soil than in sand, We can plough and sow together, hand in hand, And watch the flowers spread throughout the land, Let’s do something beautiful.“
Damh the Bard
Wenn das nicht weihnachtlich ist, weiß ich auch nicht weiter.
Organisation und Rückzug
Darüber hinaus habe ich mir im Januar 2024 eine Weihnachtskiste zugelegt. Das war Bestandteil meiner To-Want-Liste für das 1. Quartal 24. In dieser Kiste sind alle Weihnachts-CDs und Weihnachtsfilm-DVDs neben übrig gebliebenen leeren Karten und Dekoration. Der Plan war, dass ich damit vermeide, mich im Januar wieder zu ärgern, dass ich vergessen habe, diese CDs beziehungsweise DVDs zu hören oder sehen 😄 Und die Kiste hat tatsächlich geholfen!
Ich mache keine spezifischen Rauhnachtrituale. Allerdings ist die Zeit von der Sonnenwende bis ungefähr zum 6. Januar für mich für den Rückzug, die Rückschau und die grobe Planung des kommenden Jahres reserviert.
Seit Januar 24 habe ich dafür einen Begriff: Hurkle Durkle. Der Ausdruck kommt aus dem Schottischen, bedeutet so viel wie „im Bett liegenbleiben, obwohl ich eigentlich aufstehen sollte“ und transportiert genau das Gefühl von Freiheit und Luxus, das für mich die Tage zwischen den Jahren einfärbt.
Gemeinsam mit den anderen Traditionen und Abmachungen sorgt mein Hurkle Durkle dafür, dass das eine Jahr entspannt zu Ende geht und das neue Jahr gelassen anfängt.
Mein Fazit
Was meine Feiertage so gemütlich und gelassen macht? Dass ich auf meine Bedürfnisse und auf die meines Mannes höre. Dass wir beide unsere Traditionen gemeinsam neu ausgerichtet haben. Dass wir uns nicht um die Erwartungshaltung der Mehrheit gekümmert haben. Wir nehmen uns die Freiheit unsere ganz eigene Advents- und Weihnachtszeit zu gestalten.
Wenn wir uns zugestehen, unsere Zeit so zu verbringen, wie es und entspricht: Was sollte passieren? Könnte es unangenehmer kommen, als dass wir uns ein paar Tage verbiegen, nur um in eine gesellschaftliche Schablone zu passen? Ich persönlich habe jedenfalls viel Weihnachtsgenuss gewonnen und nichts verloren.
Aus dem Sortiment der Weihnachtsbausteine haben wir Musik, Dekorationen, Kerzen, Karten und Kekse übernommen. Die Hektik, den Konsum und sonstige gesellschaftlich erwartete, aber uns nicht entsprechende Aktivitäten haben wir einfach losgelassen.
Was meinst du zu entspannten Weihnachten?
Feierst du Weihnachten? Wenn ja, hast du dafür Traditionen? Empfindest du diese Zeit als so gelassen, wie du sie gerne hättest? Was hast du für Tipps, um den dunklen letzten Monat des Jahres für dich genau passend zu gestalten?
Diese Jahr feiere ich drei Jubiläen: Silberhochzeit, 10 Jahre Selbstständigkeit und 20 Jahre am Stück in Schleswig-Holstein. Ich bin zwar in Elmshorn geboren, allerdings sind kurz danach meine Eltern nach Ostwestfalen umgezogen. Nach diversen Stationen an größeren und kleineren Orten bin ich 2004 wieder in Schleswig-Holstein gelandet, zuerst in Brunsbüttel mit einem kurzen Gastspiel in Reinbek als Zweitwohnsitz über die Woche. Seit 2016 wohne ich in Halstenbek, also zurück zu den Wurzeln im Kreis Pinneberg. Die runde Zahl nehme ich als Gelegenheit für eine Liebeserklärung 💖
Was ich an Schleswig-Holstein liebe
Die Abwechslung
Schleswig-Holstein hat nahezu menschenleere Gegenden und dicht besiedelte Kreise wie Pinneberg. In manchen Regionen werden Faustkeile oder Objekte aus der Wikingerzeit gefunden, andere wurden erst im Lauf der Zeit dem Meer abgewonnen. Von Westen nach Osten finden wir Marsch, Geest und Hügelland, die sich von flach und rau bis wellig und flauschig sehr unterschiedlich anfühlen. Es ist ziemlich für jedes Interesse und jede Freizeitgestaltung etwas dabei, bis auf richtig ausführliche Skiabfahrten vielleicht 😉
Ich habe gerade erst angefangen, die Museen in meiner Umgebung zu besichtigen. Von den Baumschulen, der „Wiege des Waldes“, über das Industriemuseum in Elmshorn zum Ernst Barlach Museum in Wedel, es gibt noch eine Menge zu lernen und Punkte für meine ToWant-Listen.
Das Wasser
In Schleswig-Holstein ist das Wasser nie weit weg. Ich persönlich mag die Nordsee lieber, auch wenn sie sich ungefähr zweimal am Tag verkrümelt. Aber am Ende ist natürlich auch die Ostsee wunderschön und eine Reise wert.
Es muss keine Insel sein, nicht einmal Sandstrand, Hauptsache Wind und Wellen!
In Brunsbüttel haben wir 100 m Luftlinie vom Elbdeich entfernt gewohnt. Das ist in Halstenbek schon ein bisschen anders, dafür haben wir hier mehr ÖPNV und können zur Not die Nachbar*innen an der Alster besuchen 😄
An der Küste findet sich das größte Raubtier Deutschlands, die Kegelrobbe. Außerdem bietet das Wattenmeer eine erstaunlich große Artenvielfalt, auch die begeistert mich immer wieder.
Und dass große Wassermassen entsprechende Wärmemengen aufnehmen können, bringt mich zum nächsten Vorteil dieses Bundeslandes 👉
Das Wetter
Wer mich kennt, weiß eins: Ich mag es gerne kalt. Der „meerumschlungene“ Charakter Schleswig-Holsteins sorgt dafür, dass die Temperaturschwankungen hier sehr moderat sind. Obwohl ich den Wechsel der Jahreszeiten genieße, bin ich froh, dass die Sommer hier nicht so heiß sind wie anderswo und dass sich die meisten Wetterlagen nicht so lange halten. Wie gesagt, hier gibt es Abwechslung 😁
Kolleg*innen meines Mannes haben sich oft über den Nebel und den tristen Januar beschwert. Ich fühle mich in der dunklen Jahreszeit tatsächlich eher geborgen und geflauscht. Wenn es so aussieht, als käme gleich der Schimmelreiter aus dem Gebüsch galloppiert, ist es meiner Ansicht nach genau die richtige Zeit für eine Tasse Tee unter der Wolldecke.
Gemütlichkeit ist etwas, was ich mir mache.
Das Essen
Ich habe gar kein ausgesprochenes Lieblingsgericht. Ein paar Kindheitserinnerungen habe ich aber in den letzten Jahren mit großem Erfolg veganisiert: Fliederbeersuppe und Birnen, Bohnen und Speck. Die Kombination aus süß und salzig und die intensiven Farben genieße ich genauso wie das nostalgische Gefühl, das für mich dabei aufkommt.
Jedes Mal, wenn ich darüber blogge, fällt mir die Liste mit Rezepten ein, die ich noch auf pflanzlich umstricken will. Labskaus dürfte schwierig werden, bei Mehlbüdel sollte es klappen. Irgendwann in den nächsten 20 Jahren in Schleswig-Holstein erwischt mich bestimmt die Inspiration.
Und dann gibt es noch Köllnflocken. Da geht mein Lokalpatriotismus mit mir durch. Das scheint auch anderen Menschen in Elmshorn so zu gehen, denn dort habe ich bisher die meisten Regalmeter am Stück nur mit den verschiedensten Kölln-Müslimischungen. Ich habe selbst zwei verschiedene Sorten Knuspermüsli, plus Haferkleie, kernige und blütenzarte Haferflocken im Küchenschrank vorrätig 😁
Die Over-Night-Oats sehen zwar vielleicht nicht beeindruckend aus, aber das ist wie mit dem Wattboden: Die inneren Werte sind es, die zählen.
Die Weite
In meiner Jugend lebte ich im Weserbergland. Mich hat es immer etwas irritiert, dass das Wiehengebirge und das Wesergebirge mir den Blick verstellten. In Dithmarschen konnte ich mich dann am vielen Himmel gar nicht sattsehen.
Für mich ist das weite Land der Ausdruck von Freiheit, einer meiner wichtigsten Werte, meiner größten Bedürfnisse.
Auch meinen beruflichen Werdegang und mein Verhältnis zu meinen Haaren hat die Sehnsucht nach Freiheit geprägt. Hier bin ich wohl nicht mehr wegzubekommen!
Die Festivalkultur
Bevor ich nach Dithmarschen zog, hatte ich keine Ahnung, wo genau Wacken liegt. Seit 2009 fahre ich brav zu jeder Ausgabe des WOA, es sei denn, es fällt aus Pandemiegründen aus. Oder es steht noch mehr als gewöhnlich unter Wasser und ich bin eine derjenigen, die sich überreden lässt, nicht mehr anzureisen.
2019 war ich sogar mit drei Freundinnen bei den Wacken Winter Nights. Wir haben im Februar gezeltet und morgens den Rauhreif auf den Autofensterscheiben bewundert. Mal was anderes, leider wurde dieses Festival wieder abgeschafft, weil es mehrere Male wegen instabiler Wetterlagen kurzfristig abgesagt werden musste.
Auch Dithmarschen hat musikmäßig alles gegeben: In Marne fand ein paar Jahre lang das Dithmarscher Rockfestival statt. Dort sind Größen wie Torfrock, die H-Blockx und Madsen aufgetreten. War sehr beschaulich und direkt um die Ecke.
Leider war vielen Bands aus südlicheren Gefilden vorher nicht ganz klar, dass die Dithmarscher*innen nicht so sehr aus der Ruhelage heraus kommen.
Merke: Im Rhythmus mitgenickt ist exstatisch genug getanzt.
Das Wattstock war eine Nebenveranstaltung der Wattolümpiade. Bei diesem Benefiz-Sportfest sind Wattlethen aus aller Welt für die gute Sache bei Ebbe im Elbschlick rumgeturnt. Zum Wattstock, das einige Male auch am Deich stattfand, sind immerhin Fury in the Slaughterhouse angetreten. Mein Highlight waren aber Mandowar.
Egal, ob bei Frost oder im Matsch: Freiluftmusik ist eins der großen Highlights. Und wenn es im Sommer doch mal wieder heiß und staubig sein sollte, finde ich immer noch einen Platz im Schatten.
Die Menschen und ihren Humor
Die Stadt Elmshorn und das Land Schleswig-Holstein haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben jeweils einer Agentur eine Menge Geld für einen Markenspruch gezahlt. Ich hoffe, das war nicht in beiden Fällen die gleiche Firma 😆 Im Nachhinein sorgen sowohl die „supernormale“ Stadt in zartem Magenta wie auch der angebliche „echte Norden“ für eine Menge Heiterkeit.
Der norddeutsche Humor ist meistens etwas reserviert. Manchmal platt, oft staubtrocken und fast immer auf meiner Wellenlänge.
Wenn die drei Vokabeln „Moin“, „jo“ und „na!“ eine komplette Konversation ausmachen können, ist die Comedy entsprechend speziell.
Die Architektur
Die kompletten 20 Jahre in Schleswig-Holstein habe ich hinter roten Backsteinen gewohnt. Es hat sich so ergeben, dass auch unser Umzug nach Halstenbek uns wieder in ein rotes Haus führte. Auf der anderen Seite gibt es davon hier einfach auch viele, die Wahrscheinlichkeit war nicht sehr klein.
Und ich finde sie gleichermaßen schön wie praktisch. Mit den Jahren bekommen die Steine keine Schmuddelschicht, sondern Patina. Da muss in Jahrzehnten nicht nach gestrichen werden.
Allerdings liebe ich auch die weiß getünchte Variante mit blauen Türen und Fensterrahmen und Reetdach drauf. Oder den hellen Backstein der Marienkirche in Husum.
In unserem Haus haben wir keine blau-weißen Fliesen an der Wand. Wir mögen es aber schon gerne hauptsächlich norddeutsch-minimalistisch. Und wie schön, dass das hier so gut hin passt!
Die Farben
Von wegen graue Stadt am Meer: Was hier nicht minimalistisch ist, ist das Grün der Wiesen, das lila der Krokusblüte und das Farbspektakel der Sonnenuntergänge.
Und wenn nicht gerade Sommer oder Frühling ist, dann ist doch der Himmel immer wunderschön grau 😉 🩶
Auf die Zukunft in SH!
Vermutlich kommt ein kleines bisschen rüber, wie unfassbar gerne ich hier in diesem Land zwischen den Meeren lebe. Und ich hoffe auf noch mindestens 20 weitere Jahre in Schleswig-Holstein.
Wie geht es dir mit deiner eigenen Heimat? Bist du dort seit Generationen verwurzelt, gerade zugezogen oder etwas dazwischen? Sind dir auch Land, Leute und Kultur so ans Herz gewachsen wie mir?
Im Rückblick ging es erstaunlich schnell: 10 Jahre ist es her, dass ich mich mit der Nachhilfe selbstständig gemacht habe. Dabei hatte ich meinen beruflichen Lebensweg eigentlich anders geplant.
Im Beitragsbild siehst du mich in meinem ersten Urlaub nach meinem letzten Jahr als Lehrerin im Schuldienst. Damals hatte ich ein paar weiße Haare weniger und noch keinen sehr präzisen Geschäftsplan 🙂
Was habe ich in 10 Jahren Nachhilfe gelernt?
Über mich
Angestellt zu sein ist nichts für mich. Am besten funktioniere ich, wenn ich keine Vorgaben habe. Wenn ich aus der Situation heraus entscheiden kann, mit welcher Frage oder welchem Material ich den Lernprozess am sinnvollsten unterstützen kann. Dadurch entsteht eine Leichtigkeit und ein Fließen, von dem alle Beteiligten profitieren.
Der Buchhaltungskram ist langweilig, aber nötig. Ich muss mich immer noch aufraffen, pünktlich meine Rechnungen zu schreiben. Dieser ganze Papierstapel ist alles andere als spannend. Leider verschwindet er nicht von alleine 😉 Im Laufe der Jahre habe ich mir eine Routine angelegt, mit der ich die Buchhaltung wenigstens effektiv abarbeite.
Mein Tipp: Hängeregister 😄
Ich arbeite wirklich gerne mit Kindern und Jugendlichen. Nach meiner Kündigung an der Schule wollte ich ursprünglich hauptsächlich Coaching mit Erwachsenen machen, weil mich manches Verhalten der Jugendlichen sehr angestrengt hatte. Es ergab sich allerdings anders und im Nachhinein freut mich das sehr.
Ich begleite sehr gerne junge Menschen beim Lernen. Es ist faszinierend, bei dieser wichtigen Entwicklungsphase dabei zu sein, wenn sich eine Haltung dem Leben gegenüber heraus kristallisiert und wenn fachliche und methodische Kompetenzen angelegt werden, auf der sie später ihren eigenen beruflichen Weg aufbauen werden.
Meine Horrorvorstellung: Werbung machen zu müssen. Wenn es etwas gibt, was mich mehr abschreckt als der Bürokram hinter meinem Unternehmen, dann ist es die befürchtete Notwendigkeit, mich neben der Konkurrenz verkaufen zu müssen.
Zum Glück hat es sich so ergeben, dass Eltern und ehemalige Schüler:innen mich weiter empfehlen. Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar mich das macht. Und wie sehr es mich auch freut, dass sie anscheinend aus der Nachhilfe bei mir einen Gewinn gezogen haben. Um Referenzen zu bitten ist immer noch aufregend, allerdings sind die, die ich bisher erhalten habe, wirklich herzerwärmend 💝
Manchmal macht mir das Unterrichten etwas zu viel Spaß. Ende Mai 24 merkte ich, dass ich ein paarmal zu oft Ja gesagt hatte. Natürlich ist es schön, angefragt zu werden. Es gibt aber tatsächlich eine Obergrenze und die war in dieser Prüfungssaison zeitweise überschritten. Jetzt weiß ich, wie viele Projekte ich nachhaltig gleichzeitig betreiben kann.
Über das Lernen
Wir brauchen eine neue Fehlerkultur. Ich werde nicht müde, meinen Schüler*innen zu sagen, wie erfreulich es ist, wenn sie in den Stunden mit mir Dinge nicht gleich korrekt machen.
Erstens gibt es auch in der Mathematik meistens nicht nur den einen richtigen Weg und ich bin immer begeistert von der Kreativität, die ich da oft beobachten darf.
Zweitens lässt sich aus Fehlern oft etwas über Gedankenprozesse lernen. Wenn ich sage „Du hast dir dabei ja etwas gedacht, was war das denn?“, dann stellen wir fest, an welcher Stelle die Person „kreativ abgebogen“ ist. Und das hilft für die Zukunft, an dieser Stelle den mathematisch sinnvolleren Weg zu nehmen.
Drittens macht nur die Person keine Fehler, die nichts macht. Mein Unterricht ist ein Trockendock ohne Noten und ohne Urteil. Wie wertvoll ist es, wenn bei der Gelegenheit Irrtümer auffallen und begradigt werden können, bevor es in die entscheidende Klausur geht!
Meine Rückmeldung von Duolingo für 2024
Fragen zu stellen ist nicht dumm, sondern notwendig. Ich sollte einmal Strichliste führen, wie oft jemand bei mir die folgende Einleitung verwendet:
„Ich weiß, das ist jetzt eine blöde Frage, aber…“
Auch da weise ich immer wieder sanft aber beharrlich darauf hin, dass ich das anders sehe. Wer Fragen stellt, hat sich mit einem Thema beschäftigt und realisiert, dass Informationen fehlen. Fragen bringen ein Gespräch und einen Denkprozess voran. Und jedes weitere Fragenstellen stärkt den Mutmuskel.
Leider fehlt im Schulbetrieb die Zeit für originelle Abzweigungen, daher müssen Lehrkräfte Fragen oft abwimmeln. Dabei nehmen meine Schüler*innen mit, dass ihre Fragen stören oder dumm sind, was ich sehr schade finde. Ich bin in vielen Dingen ungeduldig, aber in meinem wiederholten Statement „Du weißt, bei mir gibt es keine dummen Fragen“ habe ich einen unendlich langen Atem 😊
Der Kontext erleichtert oder erschwert das Denken. Es ist faszinierend, manche Rechnungen wie 6-2 können in der Grundschule die meisten Kinder sicher rechnen. Mit ausreichend zeitlichem Abstand scheint in der Oberstufe die Rechnung -2+6 schwierig zu sein. In der Mittelstufe lernen wir das Rechnen mir rationalen Zahlen. Plus mal minus ergibt minus, also wird hinter -2+6 irgendein Haken vermutet. Die Erwartungshaltung macht das Rechnen unnötig schwer.
In manchen Situationen gibt es scheinbar magische Worte. Wenn jemand zu Beispiel darüber grübelt, was 4,6 geteilt durch 4 ist, frage ich immer: „Stell dir vor, du hast 4,60€ und teilst dir die gerecht mit drei anderen Personen. Wie viel bekommst du?“ Dann gibt es die Antwort gewöhnlich in wenigen Sekunden.
Warum das funktioniert, weiß ich nicht genau. Ich nehme an, dass es einfach der Alltagsbezug ist. Ein großer Teil unseres Alltags besteht aus Textaufgaben, die wir entspannt bewältigen. Wenn es sich um eine Matheaufgabe dreht, erwarten viele Gehirne offensichtlich, dass es jetzt knifflig wird.
Manchmal hilft auch eine andere Formulierung: „72 geteilt durch 12“ ergibt immer wieder Stirnrunzeln. Die Frage „Wie oft geht die 12 in die 72?“ löst die Denkblockade immer wieder auf. Auch hier habe ich noch keine Erklärung, beobachte das Phänomen aber fasziniert. Frag mich nach weiteren 10 Jahren Nachhilfe nochmal 😉
Es geht beim Lernen oft nicht nur um fachliche Inhalte. In meinem Unterricht haben wir luxuriös viel Zeit. Wenn mich dann Schüler*innen zu Themen völlig abseits der Mathematik fragen, können wir uns diese Ausflüge in das Persönliche gönnen.
Meiner Erfahrung nach profitiert der Lernprozess, wenn Schüler*innen als ganze Menschen wahrgenommen werden und wenn sie von ihrem Schulalltag erzählen können und ihnen erst einmal unvoreingenommen geglaubt wird. Wenn sie auch ihre Lehrerin als Menschen kennenlernen können. Und wenn diese Lehrerin aus ihrer Erfahrung im Schulbetrieb auch manches Verhalten von Lehrkräften erklären kann.
Über Menschen und das Leben
Entscheidungen legen selten den Rest unseres Lebens fest. Das gebe ich meinen Schüler*innen oft mit. An meinem Beispiel können sie sehen, dass sie nicht jetzt schon alle Weichen stellen und dann festschweißen. Auch wenn es natürlich sinnvoll ist, eine Ausbildung oder einen Studiengang zu wählen, der der eigenen Persönlichkeit entspricht. Gleichzeitig haben wir immer Optionen und können noch einmal neue Wege einschlagen.
So viele Möglichkeiten!
Viel zu wenige Menschen finden ihre Nische. Wenn wir auch eigentlich nie wirklich festgelegt sind, scheinen viele Menschen in einer Tätigkeit zu stecken, zu der sie sich am Montag aufraffen und den Freitag herbei sehnen. Für mich ist das nach diesen 10 Jahren Nachhilfe inzwischen unvorstellbar.
Ich wünsche ihnen sehr, dass sie doch noch das finden, was sie können, was sie lieben und was die Welt braucht. Wenn sich das dann noch monetarisieren lässt, ist es natürlich ideal. Ansonsten sehe ich hier ein weiteres gutes Argument für das bedingungslose Grundeinkommen.
Als Kollektiv treffen wir Menschen oft sehr kurzsichtige Entscheidungen. Eigentlich wissen alle Beteiligten, wie destruktiv der Sparkurs ist, der im Bildungssystem Deutschlands seit Jahrzehnten gefahren wird. Und wie alle von wirklicher Inklusion und gelebter Diversität profitieren würden.
Leider sieht es aktuell nicht so aus, als hätte jemand in der Politik den Mut, endlich mal radikale Veränderungen anzuschieben. Dabei bräuchten wir genau das, am besten gestern, am zweitbesten heute.
Fazit nach 10 Jahren Nachhilfe
Ein Jahr nach meinem Abi traf ich zufällig meinen ehemaligen Chemielehrer. Als ich ihm sagte, dass ich ein Chemiestudium begonnen hatte, meinte er, dann würde ich ja sicher auch irgendwann mal Lehrerin. Damals lachte ich darüber.
Heute staune ich im Rückblick, wie sich mein Lebensweg ergeben hat. Wie ich genau an der Stelle gelandet bin, an der meine Tätigkeit für mich weniger Arbeit ist und hauptsächlich Bereicherung. Es war bestimmt auch eine Menge Glück dabei und ich hatte sicher gute Voraussetzungen.
In keiner anderen Position habe ich mich so lange so wohlgefühlt. Auf die 10 Jahre Nachhilfe in eigenverantwortlicher Arbeit sehe ich mit großer Dankbarkeit zurück. Und freue mich auf die Zukunft. So lange ich dazu in der Lage bin, und so lange meine Fähigkeiten gebraucht werden, kann ich mir deutlich mehr als 10 weitere Jahre vorstellen 😉
Danke fürs Lesen und Teilnehmen an meiner Rückschau 🥰 Hast du ähnliche berufliche Jubiläen gefeiert? Was hast du aus deiner Tätigkeit über dich und deine Mitmenschen gelernt?
Mein dritter Beitrag zu 12 von 12, im Dezember 24 gibt es die Adventsedition. Ich war vormittags im Museum und nachmittags unterrichten. Die Aktion geht auf „Draußen nur Kännchen“ zurück 🙂
Das Frühstück kam schon mal nicht gut an, irgendwas ist da immer falsch 😄Mein Blick durch die Haustür auf die Rückseite der benachbarten Gärtnerei. Deren Bäumchen durch das Jahr zu beobachten, ist einfach spannend. Heute morgen war es gemütlich neblig.Mein tägliches Quordle ❤️Im Dezember kann ich endlich wieder meine Sammlung an Weihnachtsohrringen einsetzen 😁Heute war ich im Pinneberger Museum. Davor steht der Weihnachtsmarkt mit zauberhaftem Baumbehang.Eine Ausstellung drehte sich um einen Künstler der nebenberuflich Zahnarzt war. Oder umgekehrt?Es gab viele historische Karten zu bewundern. Hier eine Ansicht von „Hamborch“ ❤️Zurück ging es mit der S-Bahn. Wir wohnen schon acht Jahre in Halstenbek und ich weiß die Anbindung an den HVV immer noch sehr zu schätzen!Mittags gab es ein paar Kekse zum Nachtisch 😁Ich habe keine Worte dafür, wie ich mich darauf freue, dass die Baustelle abgeräumt wird. Die Streckenführung für Fußgänger:innen ist eine Katastrophe, wechselt quasi jeden Tag und dann darf ich, um in dieser Kurve rechts abzubiegen, die Fahrbahn zweimal per Bettelampel überqueren. Leider ist genau das mein Weg nachhause, den ich ziemlich jeden Tag gehe, und außerdem ein Schulweg für eine Menge Kinder 🙄Die Gärtnerei von vorne. Wenn es hier in der Gegend etwas nicht zu wenig gibt, dann Weihnachtsbaumplantagen.Komisch: Es gibt Menschen, die sich nicht für die Kettenregel interessieren. Dabei habe ich mir so Mühe mit dem Tafelbild gegeben 😉
Das war mein 12 von 12 Dezember 24! Der 12. Januar ist ein Sonntag, da bin ich wieder ein bisschen früher mit dem Posten dabei. Mal sehen, was ich dann über den Tag vor die Linse bekomme!
Es ist Zeit für den Monatsrückblick November 24 nach der Anleitung von Judith Peters. Ganz ehrlich, die Wahl in den USA und die politische Entwicklung in Deutschland haben mich ziemlich beschäftigt. Das ist mir auch daran aufgefallen, wie weniger Photos ich im November gemacht habe. Es war natürlich schon etwas los, aber ich war tatsächlich oft mit den Gedanken woanders. Immerhin hat mir das Ganze die Energie gegeben, mir einiges von der Seele zu bloggen 🙂
Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?
Auf diesem Blog den Artikel Nummer 100 posten. -> Abgehakt!
Meiner Webseite neue Schriftarten und neue Farben verpassen. -> Nicht abgehakt 😄
Die Weihnachtshäkeldeko aus dem Adventskalender 23 fertigstellen. -> Noch nicht fertig, aber auf einem guten Weg.
Auch wenn es schwer fällt, in Zeiten besonders frustrierender politischer Entwicklungen Nachrichten hilft es mir, wenn ich deutlich weniger Nachrichten verfolge.
Katzenzähne
Unsere 17 Jahre alte Lilly hat schon einiges hinter sich. Jetzt waren die Zähne dran, aber bevor die OP stattfinden konnte, mussten wir erst mal eine eventuelle Herzmuskelschwäche abklären und die Schilddrüse einstellen. Beim dritten Versuch wurde unter der Zunge eine Wucherung festgestellt und statt der Zahnextraktion hat die Praxis eine Probe eingeschickt. Wir sind wirklich von einem bösartigen Gewebe ausgegangen und hatten geglaubt, sie hätte nur noch ein paar Wochen.
Das Ergebnis war überraschend: Die Probe war gutartig und die Zähne konnten im Oktober gezogen werden. Über den November hat sie sich davon erholt und wir haben festgestellt, dass sie ohne Eck- und Reißzähne im Oberkiefer mit größerem Appetit isst als vorher mit. Den ganzen Monat über haben wir es genossen, dass es ihr so viel besser geht und dass sie uns noch erhalten bleiben wird. So ein Haustier ist schon ein Familienmitglied , vor allem nach so vielen Jahren 🩷
Draußen im Herbst
Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Und in meiner ToWant-Liste für das letzte Quartal des Jahres hatte ich mir ausdrücklich vorgenommen, jeden Monat eine längere Runde (>10km) mit Komoot in der Umgebung zu machen.
Im November bin ich nach Heidgraben gefahren und habe dort eine Runde gedreht. Der Ort ist vermutlich nicht so bekannt, allerdings hat eine meiner Tanten dort mal mit zwei meiner Cousinen dort gewohnt. entsprechend kannte ich Heidgraben nur von Besuchen, aber nicht von Spaziergängen.
Dabei gab es auf der vorgeschlagenen Runde eine Menge über die Gegend zu lernen. Ich kam bei der Liether Kalkgrube vorbei, die ich noch einmal gezielt besichtigen werde. Vor Ort gibt es zum Beispiel einen „Findlingsgarten“ mit diversen Steinen aus verschiedenen Regionen, alle nach Gesteinsart und Alter beschildert.
Eine weitere „touristische Attraktion“ ist dieser Stein. Er markiert die Stelle, an der in den 1870ern eine Bohrung in für damalige Zeiten Rekordtiefe vorgenommen worden ist. Solche geologischen Lernorte finde ich super spannend. Ich bin im Kreis Pinneberg geboren und wusste viele Jahre sehr wenig über diese Gegend. Jetzt wohne ich seit 2016 hier und lerne immer wieder ein bisschen dazu. Oft zufällig, wenn ich eigentlich nur zum Schrittemachen antrete und nicht gezielt zum Entdecken.
Die Geschichte hinter diesem Statuenarrangement in einem Garten in Heidgraben wüsste ich auch gerne 😀
Als begeisterte Fahrradfahrerin fallen mir solche Bügel immer besonders positiv auf. Gerade weil sie bisher noch eher selten sind. Wenn eine Kommune sich Gedanken und Mühe macht und am Ende dann für Fahrradwanderungen solche Raststationen einrichtet, da wird mir warm ums Herz 🙂
Lichter für den Frieden
Am 9. November veranstaltete das Repair-Café Halstenbek eine Lichterkette. Es gab Ansprachen zu den verschiedenen aktuellen Kriegsschauplätzen und gemeinsames Singen. Ich fand es ermutigend, wie viele andere Menschen sich genauso wie ich mehr Frieden auf dieser Welt wünschen.
Daneben ist mir aufgefallen, wie hoch der Frauenanteil bei dieser Veranstaltung war, und zwar quer durch die Altersgruppen. Frauen sind häufig besonders schwer von Gewalt und Krieg betroffen. Gleichzeitig waren Frauen entscheidend an der Entwicklung der Friedensbewegungen beteiligt. Das Thema hatte ich schon immer auf meinem Zettel mit Themen, mit denen ich mich beschäftigen möchte. Diese Veranstaltung hat mich daran erinnert.
Besonders bewegt hat mich ein Junge, der mich ansprach, als sich die Versammlung gerade auflöste. Er fragte mich, was wir da gemacht hätten. Ich antwortete, dass es um Frieden ging. Da fing er an zu erzählen, dass in Palästina Kinder getötet würden. Ich gehe davon aus, dass er dort Familie hat. Was die Kriege vor allem mit Kindern machen, ist unvorstellbar und herzzerreißend.
In Deutschland sprechen wir oft über Phänomene im Leben von Kriegsenkelkindern. Gleichzeitig werden heute an vielen Orten dieser Welt Menschen traumatisiert und damit wird für zukünftige Kriegsnachkommen gesorgt. Das alles wird mit Friedensverhandlungen, so wünschenswert die auch sind, nicht vorbei sein. Was wir am Trauma unserer Großeltern mitschleppen, wird die Enkel der heutigen Kinder belasten. Umso wichtiger ist es, dass wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für Frieden einsetzen.
Was denkst du über Gendersprache? In meinem abschließenden Blogpost zu dieser Frage erfährst du, wie ich wirklich dazu stehe und wie ich das begründe. Im Grunde geht es um polarisierende Fragen, die Populisten nützen und uns von den wirklich wichtigen Debatten ablenken.
Wie hat meine Ausbildung zum Coach mein Leben und meinen Nachhilfeunterricht geprägt? Und warum arbeite ich nicht als Coach? Eine Erinnerung während einer Walkingrunde hat mich inspiriert, meine Erfahrung zu teilen.
Und was war sonst noch los?
Diese arme Hexe hat Halloween nicht überlebt.Mir ist immer noch nicht klar, was da ging und an welchem Tag konkret 😄Wir haben hintereinander weg die Infinitysaga angesehen. Einige Details wurden im Zusammenhang deutlich klarer. So einen Marvel-Marathon kann ich im Rückblick sehr empfehlen.
Immer noch Baustelle
Leider ist unsere Straßeneinfahrt seit Wochen gesperrt.
Dafür haben wir Ampeln mit Ostmännchen ❤️
Vorgeschmack auf den Winter
Für einen ganzen wunderbaren Tag hatten wir eine schneeweiße Landschaft.
Platz eins im Schneemannwettbewerb. Dass Chilis als Nasen funktionieren, war mir neu.
Platz zwei im Schneemannwettbewerb. Es gab insgesamt zwei eingereichte Exemplare 😄
Monatsrückblick November 24 in Zahlen
Im November 24 komme ich auf 8453 gebloggte Wörter. Da hatte ich eine Menge mitzuteilen 😉
Die Schrittzähler-App zeigte Ende November einen Stand von 202089, das sind ca. 6936 Schritte pro Tag.
Die PV-Anlage hat im November 116 kWh geliefert, dabei haben wir 473 kWh verbraucht. Unterm Strich lag der Autarkiegrad bei 22 %. Bei all dem Wolkendrama kein Wunder, außerdem heizen wir mit einer Wärmepumpe, also elektrisch. Im Dezember werden wir zum ersten Mal auf ein ganzes Jahr mit Solarenergie zurück blicken und Bilanz ziehen.
Das war mein Monatsrückblick November 24. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit? Wie ging es dir mit der politischen Weltlage im November? Schaffst du es, dir rechtzeitig ein Nachrichtenfasten zu gönnen?
Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier
Neulich unterhielt ich mich bei einer Walking-Runde mit meinem Mann. Und ganz nebenbei sprudelte mein Erfahrungsbericht über eine Einheit meiner Coaching-Ausbildung aus mir heraus. Weil das so erfreulich war, möchte ich die Geschichte teilen.
Warum habe ich Coaching gelernt?
Nach wenigen Jahren als Lehrerin war ich frustriert. Ich musste ein Klassenbuch ordentlich führen, Hausaufgaben aufgeben und kontrollieren, Disziplin durchsetzen, mit vielen Menschen telephonieren, endlose Konferenzen absitzen, vorgegebene Lernmethoden nach vorgegebenen Zeitplänen abarbeiten, dafür stapelweise vorgegebene Arbeitsblätter kopieren.
In dieses System passte ich nicht hinein. Unterrichten an sich war mein Ding, mich hauptsächlich den Vorstellungen anderer Menschen unterzuordnen war es nicht. Das war schon mein zweiter beruflicher Start und ich fragte mich, ob ich an dieser Stelle jetzt stecken bleiben sollte, oder zum dritten Mal das Risiko eingehen, ganz neu anzufangen.
Per Zufall sah ich eine Werbung für eine Ausbildung zum Coach. Ich arbeite gerne (in Maßen) mit Menschen und bin gerne dabei, wenn sich scheinbare Knoten lösen. Auch auf der menschlichen Ebene fühlte sich das Vorgespräch gut an. Also habe ich das Buchungsformular ausgefüllt und abgeschickt.
Wie hat mich die Ausbildung geprägt?
Wir haben nicht nur viel über die Grundlagen menschlichen Verhaltens erfahren. Wer Coaching lernt, ist in den Übungseinheiten auch selbst immer wieder Coachee. Dabei bin ich regelmäßig tief in den Keller meiner Schatten und Glaubenssätze gestiegen und habe viel über meine Verhaltensmuster gelernt. Einiges davon war mir vorher diffus bewusst, aber das wenigste so schonungslos klar.
Es gab viele Tränen und Aha-Erlebnisse. Manche Erkenntnisse tauchten bei verschiedenen Lerneinheiten immer wieder auf. Manches, was ich damals über mich gelernt habe, begegnet mir heute noch als neue Lektion in anderen Zusammenhängen. Auch das haben wir aus der Ausbildung mitgenommen, dass manche Dellen in der Persönlichkeit so tief sitzen, dass wir uns mehrfach damit beschäftigen müssen, bis sie sich nicht mehr so destruktiv auswirken.
Die einzelnen Formate wende ich in meinem Alltag nicht an. Als Nachhilfelehrerin habe ich ja auch keinen ausdrücklichen Auftrag zum Coaching. Gleichzeitig habe ich einen erweiterten Blick darauf bekommen, was einem leichten und erfolgreichen Lernprozess alles im Weg stehen kann. Daraus ergibt sich eine andere Haltung als Lehrerin.
Die Ausbildung hat mir den Mut zur Kündigung gegeben. Weil ich jetzt nicht mehr über zwanzig Schüler:innen gleichzeitig unterrichte, habe ich auch viel mehr Freiheit, einen oder mehr Schritte zurückzutreten und in aller Ruhe die Situation, mich als Lehrende und die andere Person als Lernende aus einer Metaebene zu betrachten.
Die Heldinnenreise
Vor kurzem erinnerte ich mich lebhaft an eine Übungssitzung. Es ging um den Klassiker, die Heldenreise. Bei diesem Format wird der/die Coachee durch verschiedene Stationen begleitet, von der als unpassend erlebten Ausgangslage über eine Schwelle in eine rituelle Welt, in der mehr oder weniger tiefliegende Schatten und Glaubenssätze konfrontiert werden. Am Ende steht idealerweise eine Vision, aus der die Person etwas für ihr Leben in der „wirklichen“ Welt mitnimmt.
Das war auch für mich ein langer und abenteuerlicher Weg durch mein Unterbewusstsein. Zu Beginn empfand ich mich in meinem derzeitigen Leben wie ein viereckiger Stöpsel in einer runden Flasche. Unterwegs lernte ich eine Menge unter anderem über Selbstannahme, bis ich am Ende der Reise ein Bild vor mir sah: Ein Raum in weichen Farben mit mir darin ruhend, in weicher Kleidung. In meiner Hand hielt ich eine Flasche mit einer goldfarben leuchtenden Flüssigkeit. Um mich herum waren fröhliche Menschen, für die meine goldene Flasche ein großes Geschenk war.
Dieses Bild holte mich emotional sehr ab. Ich wusste: Das ist genau das, was ich mit meiner Tätigkeit erleben und leisten will. Und es war das Gegenteil von meinem Alltag als Lehrerin. 2014 bestand ich im zweiten Anlauf die praktische Prüfung zum integralen Coach. Danach kündigte ich meinen Vertrag beim Land Schleswig-Holstein und machte mich selbstständig. Erst neulich, also zehn Jahre später, realisierte ich:
Meine Vision ist wahr geworden.
Meine goldene Flasche
Ich habe einen gemütlichen Unterrichtsraum. Dessen Wände waren schon in einem warmen Gelb gestrichen, als wir einzogen. Durch meine Selbstständigkeit habe ich für die Art, wie ich arbeite, viel Freiheit. Und ich merke in der Begegnung mit meinen Schüler:innen, dass ich genau an der richtigen Stelle gelandet bin.
Mit meiner Art, meinen Kenntnissen und meinen Erfahrungen kann ich sie genau dort und genau auf die Weise abholen, wie es nötig ist. Ich habe lange gedacht, ich müsste diese goldene Flasche erst noch für mich finden. Und im Rückblick weiß ich: Ich hatte sie schon längst in der Tasche.
Ich war meinem Coach schon damals sehr dankbar für diese Erfahrung. Interessanterweise ist er mit mir zusammen durch die praktische Prüfung durchgefallen. Auch das hat im Rückblick zu meiner goldenen Flasche beigetragen. Heute sehe ich noch mit größerer Dankbarkeit auf dieses kleine Wunder zurück, das in mir die Sehnsucht nach der Erfüllung dieser Vision geweckt hat.
Und warum arbeite ich nicht als Coach?
Genau wegen meiner Vision. So schön es war, zu coachen und zu sehen, wie sich dabei scheinbare Knoten lösten: Coaching ist nicht meine Berufung. Was ich brauche und was ich kann: Die Verbindung von Mathematik, Sprachen oder Naturwissenschaften auf der einen Seite, die Leidenschaft zum Lernen auf der anderen Seite und die Herangehensweise, die ich in der Coachingausbildung gelernt habe auf der dritten Seite.
Ich habe eine Weile mit der Nachhilfe gehadert. Als Chemikerin hätte ich mehr Geld verdient und wäre mehr auf Konferenzen herum gekommen. Als Coach könnte ich mich online einem viel größeren Publikum als Begleiterin durch Lebensprobleme präsentieren. Und ganz leise, im Tun und Erleben, stellte sich meine Entscheidung für die Nachhilfe als genau richtig heraus.
Das ist meine goldene Flasche. Und damit kann ich bei jungen Menschen mehr Freude am Lernen und mehr Sicherheit bewirken. Das ist, was mich bewegt und interessiert. Wenn ich mich schon als Heldin auf meine persönliche Reise begebe und dann mit so einem starken Bild in die Wirklichkeit zurück komme, dann nehme ich dieses Geschenk auch an.
Was kann Coaching nicht?
Es gibt eine Reihe Dinge, die Coaching nicht kann:
Dir eine Entscheidung abnehmen. Es klärt deine Motivation und deine Umstände, aber entscheiden musst du dich immer noch selbst.
Die grundlegenden Schritte für dich gehen. Es kann in dir wie in meinem Beispiel eine Sehnsucht wecken, die dir idealerweise die Energie gibt, dass du deine Furcht vor dem großen Schritt überwindest.
Dir deine eigenen Bilder erklären. Wenn dein Unterbewusstsein mit dir in Symbolen spricht, ist es am wirkungsvollsten, wenn du aus dir heraus selbst ein Verständnis für die Botschaft entwickelst. Coaching kann Hinweise geben. Aber die letzte Übersetzung kommt aus dir selbst.
Eine Abkürzung durch den Heilungs- oder Lernprozess bieten. Coaching kann klären, wie dieser Prozess aussehen könnte. Damit lösen sich die meisten Probleme nicht sofort in Wohlgefallen auf. Du wirst Geduld mit dir und dem Prozess haben müssen.
Diagnosen geben oder ersetzen. Es gibt Dinge, die lassen sich mit Coaching nicht lösen. Manchmal geht es auch an Symptomen vorbei, sodass nicht an der entscheidenden Stellschraube angesetzt wird. Dadurch kann die eigentlich wichtige Veränderung verzögert werden.
Und bei allen genannten Punkten gehe ich vom Idealfall aus. Bei dem immer noch stetig wachsenden Angebot an Coaching gibt es auch Schattenseiten, wohl nicht überraschend. Im schlimmsten Fall werden Menschen statt ihrer Probleme viel Geld los und geraten teils in emotionale Abhängigkeiten.
Das ist mit ein Grund, aus dem ich kein Coaching mehr anbiete. Es gibt sehr viele Coaches und sehr viele Ansätze und nicht alles daran entspricht dem, was ich in meiner Ausbildung gelernt und erfahren habe.
Und gleichzeitig habe ich dieser Erfahrung so viel zu verdanken. Ohne dieses Coaching hätte ich mich vermutlich nicht auf die Suche nach meinem Ort und meiner goldenen Flasche gemacht. Ich wäre vermutlich immer noch Lehrerin an einer Schule, frustriert und überlastet. Und ich würde nicht auf meinem Blog darüber schreiben, was Coaching kann.
Wie sind deine Erfahrungen?
Hast du mal Coaching in Anspruch genommen? Und hat es dich weiter gebracht?
Oder hast du auch selbst eine Coachingausbildung gemacht? Und wenn ja, hast du sie in deinen Berufsalltag eingebaut?
Wie stehst du zu der Entwicklung des breiten Angebotes an Coaching?