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  • WMDEDGT Juli 25

    WMDEDGT Juli 25

    Ich bin mit 12von12 nie warm geworden, weil nicht jeder meiner Tage 12 Photogelegenheiten bietet. Heute probiere ich alternativ mit WMDEDGT Juli 25 eine Aktion von Frau Brüllen aus. Also nehme ich dich mit durch diesen Samstag unter der Leitfrage: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

    Mein fünfter Juli 25

    Morgens

    Nach einem Fehlstart um kurz vor sechs schlafe ich noch weiter bis halb acht. Gerade in der hellen Jahreszeit ist das für mich sensationell lange. Danach hake ich ein paar Dailies und Habits in meinen Habitica-Listen ab und freue mich über die ersten zwei von dreißig Lichtkristallen, die ich in meiner aktuellen Quest sammeln soll.

    Photo von einem Schreibtisch, links eine Lampe mit einem grünen Glasschirm, rechts ein Computerbildschirm, davor ein großes Glas Wasser

    Nicht nur heute ist um neun Uhr ein fester Phototermin. Ich versuche, jeden Morgen den Himmel aufzunehmen, um am Ende des Jahres daraus ein Daumenkino-GIF zu machen. Mich fasziniert, wie die Sonne durch die Jahreszeiten ihre Position wechselt. Außerdem fällt mir durch dieses Projekt auch nochmal extra auf, was für lange regenfreie Phasen wir inzwischen haben.

    Landschaftsbild. Am unteren Bildrand Bäume und Sträucher, in den 80% darüber bewölkter Himmel.

    Eins der Dinge auf dem Plan waren die Overnight Oats für die kommende Woche. Wenn ich mir die immer Samstag schon mit etwas Haferkleie und Proteinpulver in Gläser schichte, schaffe ich es auch, jeden Abend eine Portion mit Wasser aufzufüllen.

    Drei verschlossene Schraubgläser mit Haferflocken und Proteinpulver darin.

    Wir hatten eine Freundin aus Studienzeiten zu Besuch, daher gab es heute Morgen keine Oats, sondern Brötchen. Ich hatte sie seit vielleicht zwanzig Jahren nicht gesehen und es war faszinierend, wie wir nahtlos wieder ins Gespräch kamen. Memo an mich selbst: Ein bisschen mehr mit Menschen Kontakt halten wäre nicht verkehrt.

    Photo von einem Frühstückstisch.

    Ich bin ja froh, dass viele Menschen aus meinem Umfeld das besser können als ich. Wenn mich jemand anschreibt, freue ich mich jedesmal sehr. Unsere Katze Lilly ist allerdings eher froh, wenn der Besuch wieder geht. Mit 18 Jahren hält sie von diesem Remmidemmi echt nichts mehr.

    Nahaufnahme des Gesichts einer schläfrigen Katze.

    Zwischenzeitlich lerne ich mit Duolingo Phrasen, die ich theoretisch im Unterricht gebrauchen könnte. Falls mal klingonische Eltern ihre Kinder bei mir anmelden, wer weiß?

    Screenshot aus Duolingo. Eine Comicfigur sagt einen Satz auf Klingonisch. Darunter die Übersetzung auf Englisch: Pay attention to my voice

    Mittags

    Diese zwei Häkelschweine möchte ich dieses Wochenende fertigstellen. Um die Mittagszeit sind sie noch komplett in Einzelteilen.

    Gehäkelte Teile in rosa und grün, eine Häkelnadel und eine Tüte Füllwatte auf einem Tisch.

    Am Samstag fahren wir gerne ins Stadtzentrum zum Einkaufen. Unter anderem will ich einen neuen Smartphonevertrag abschließen und Gemüse zum Mealprep für die kommende Woche kaufen. Ich koche jeden Sonntag für Montag bis Donnerstag vor, dann ist das gesunde Mittagessen immer nicht so eine zeitliche und energetische Hürde.

    Photo von einer Blütendekoration an der Decke eines Einkaufzentrums.

    Ich will hier keine Firma nennen. Aber nach den Kapriolen, die mein bisheriger Anbieter mit der Kündigung gemacht hat, bin ich froh, aus dem Verein raus zu sein. Hoffen wir mal, dass der neue Vertrag jetzt so rund läuft, wie wir uns das vorstellen. Auf jeden Fall werde ich damit hier vor Ort nicht mehr solche Löcher im Netz haben.

    Später Nachmittag

    Der Vorgarten wurde außerdem etwas aufgeräumt. Da standen so langsam doch etwas viele trockene Grashalme rum, naturnaher Garten hin oder her. Der Regen hat mir dann mitgeteilt, wann ich mit dem Jäten fertig war, daher auch ohne Bildbeweis.

    Die Schweinchen sind längst nicht fertig geworden. Aber das steht auch offiziell erst für morgen auf dem Plan. Dafür haben wir es geschafft, eine trockene Spazierrunde zu drehen. Bei der Gelegenheit haben wir wieder mal die schnurgerade gezogenen Furchen in den Baumschulfeldern bewundert.

    Ich wundere mich, wie viel in so einen Samstag reinpasst. Das hat sich sehr geändert, seit ich meinen Alltag bewusster strukturiere. Und ich bin sehr begeistert davon. Immerhin habe ich in der heute gestarteten Quest jetzt 12 von 30 Lichtkristallen zusammen gesammelt 😄

    Screenshot aus der App Habitica. Am oberen Bildrand steht: Quest details. In der Mitte ist der Eingang zu einer Höhle abgebildet, darin schemenhaft zu erkennen ein Monster mit leuchtend gelben Augen. Am unteren Bildrand informiert ein Balken darüber, dass jemand von 30 Lichtkristallen schon 12 zusammen gesammelt hat.

    Für heute Abend steht noch Moritz Neumeiers ZDF heute-show Sommer-Special an. Ich bin gespannt!

    WMDEGDT Juli 25 Fazit

    Das heutige Wetter passt mir persönlich ganz gut. Besser als monatelange Trockenheit und brütende Hitze. Generell hat wohl SH als einziges Bundesland in diesem Jahr ausreichend Regen gehabt. Einerseits Grund zur Dankbarkeit, regional gesehen, aber die gesamte Entwicklung ist schon beunruhigend.

    Und das war es für heute mit meinem WMDEDGT Juli 25. Mir gefällt die größere Flexibilität im Format sehr. Dadurch, dass es ein Samstag war, habe ich mehr Bilder zusammen bekommen, als mein Werktag so hergeben würde. Und in einem Monat kann ich dann im Zweifel einfach den Schwerpunkt mehr auf den Text legen.

    Und was machst du so den ganzen Tag?

  • Monatsrückblick Juni 25

    Monatsrückblick Juni 25

    Die Nase in den Lindenblüten

    Normalerweise ist mir der Juni zu heiß für Aktivitäten. Jetzt sitze ich an meinem Monatsrückblick Juni 25 und stelle fest, dass mich der Schwung aus dem Mai auch durch diesen Monat getragen hat. Die Habittracker-App Habitica kann ich immer noch uneingeschränkt empfehlen!

    Und auch dieses Jahr ist die Luft schwül und riecht überall nach Linden und anderen Blüten. Nachdem ich 2023 den Frühling über vom Flieder gar nichts wahrgenommen habe, laufe ich dieses Jahr seit Mai mit zurück gelegtem Kopf durch die Straßen und hole die ganzen verpassten Aromen nach.

    Ich habe offensichtlich sogar genug Anschub, um einen separaten Junirückblick zu schreiben 🤩 Aber lies selbst:

    Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?

    • mit einer weiteren Monatschallenge am Hausputz weitermachen
      🡲 Ich habe wirklich jeden Tag etwas abgehakt 😀
    • mit einer anderen Challenge jeden Sonntag die Woche vorplanen und gucken, wie mir das gefällt
      🡲 Das hat mir sehr gut gefallen!
    • noch an mehreren Blogparaden teilnehmen
      🡲 Ich hatte mehr geplant, aber mit den Beiträgen, die ich geschrieben habe, bin ich sehr zufrieden.
    • ein paar Schüler:innen auf mündliche Abiprüfungen vorbereiten
      🡲 Jetzt warte ich gespannt auf die Ergebnisse.
    • mit einer Freundin das Ernst-Barlach-Museum in Wedel besichtigen
      🡲 Es hat sich sehr gelohnt, siehe weiter unten.
    • eine weitere Kurzgeschichte für deadlinesforwriters schreiben
      🡲 Mal wieder am letzten Tag fertig geworden 😆
    • mit der Gartenschuppenentrümpelung anfangen
      🡲 Die Betonung liegt auf „angefangen“ 😉
    • meinem Garten beim Wachsen und Gedeihen zusehen
      🡲 War mir eine Freude.
    • wieder zwei Sauerteige ansetzen
      🡲 Selbst das hat geklappt 🙂

    Zusätzlich war endlich mein Bruder bei uns zu Besuch. Das war ein ToWant seit Januar 2024, aber es war immer wieder etwas dazwischen gekommen. Ich staune oft, wie die Zeit immer schneller an mir vorbei rauscht. Umso schöner, wenn solche Treffen dann doch zustande kommen.

    Das Ernst Barlach Museum

    In Wedel steht Barlachs Geburtshaus. Also bei mir um die Ecke, und ein Besuch dort stand auch auf der ToWant-Liste für das erste Quartal 24. Jetzt bin wirklich dort gewesen und war sehr angetan.

    Eine liebe Freundin war über das Wochenende bei uns. Sie war auch an der Austellung interessiert, das hat bei der Umsetzung geholfen 😉

    Photo von einem historischen Kriegsspiel namens "Der Luftkrieg" in einem vergilbten Karton. Der Karton steht mit einem Miniaturzeppelin in einer Museumsvitrine.

    Der bedrückendste Teil der Ausstellung drehte sich darum, wie Kindern eine Begeisterung für den Krieg eingepflanzt werden sollte. Teils waren das Brettspiele, teils Miniaturkanonen.

    Photo von einem historischen Kriegsspiel namens "Schießsport Famos" in einem vergilbten Karton. Der Karton steht mit Miniaturbomben in einer Museumsvitrine.

    Der ganze Raum war voll mit diesen Spielzeugen. Auch heute gibt es Computerkriegsspiele, allerdings nicht vom Staat angeschoben. Und nicht so offensichtlich gegen andere Nationen gerichtet.

    Aufgestellte Kärtchen mit Antwortvorschlägen auf die Frage "Frieden machen, wie?"

    Mich freut es immer, wenn Ausstellungen auch einen interaktiven Teil haben. Diese Karten haben Besucher:innen des Museums ausgefüllt und aufgestellt.

    Aktuell ist die Austellung „Nie wieder Krieg!“ zu sehen. Entsprechend wurden viele Werke von Käthe Kollwitz präsentiert. Mir war ihre Lebensgeschichte vorher nicht bekannt, und an diesem Wochenende lernte ich, dass sie ihren Mann Karl umgestimmt hat, als der den gemeinsamen Sohn Peter nicht freiwillig in den ersten Weltkrieg ziehen lassen wollte.

    Peter starb in einer Schlacht in Flandern. Die Reue und der Verlust ihres Sohnes sprechen aus Käthe Kollwitz‘ Werken. Bei einigen ihrer Bilder, schwarz auf noch schwärzer gemalt, hatte ich Gänsehaut. Und gleichzeitig war sie so zuversichtlich, dass sie noch einmal eine Zeit des Friedens erleben würde.

    Blick von oben in ein spiralförmiges Treppenhaus.

    Auch die Architektur des Barlach-Hauses ist toll.

    Bronzeskulptur an der Decke eines Treppenhauses. Sie zeigt eine Engelsfigur ohne Flügel und mit dem Gesicht von Käthe Kollwitz.

    Einige der Figuren kannten wir von Photos.

    Photo von einer Bronzebüste von Käthe Kollwitz, im Hintergrund an der Wand ein sehr großes Photo, das zwei ihrer Skulpturen zeigt. Die beiden Figuren knien trauernd, der Kopf der Büste schaut ernst.

    „Trauernde Eltern“ mit den Gesichtern von Käthe und Karl.

    Weil das Museum so in der Nähe ist, werde ich immer mal wieder auf dessen Webseite die neuen Austellungen verfolgen.

    Jede Menge Wazifubo

    Im Mai hatte mein Projekt „Gesundwerden“ Pause. Direkt Anfang Juni ging es dann wieder los. Und weil ich gelernt habe, dass dabei der Wartezimmerfußboden zu photographieren ist, habe ich jetzt ein paar Bilder von meinen Lieblingssommerhosen.

    Photo von einem im Sitzen übergeschlagenen Bein, im Hintergrund ein heller Fußboden. Das Bein steckt in einer schnörkelig bedruckten Hose in schwarz-gold und der Fuß in einem blauen Schuh

    Bei der Neurologin. Mir war vorher nicht klar, was auf mich zukommen würde. Sie selbst hat mich auch nur ein bisschen abgeklopft und mir dann eine Überweisung für ein „Bild von meinem Kopf“ geschrieben. Wie sich heraus stellte, meinte sie damit kein Selfie, sondern ein MRT.

    Photo von einem im Sitzen übergeschlagenen Bein, im Hintergrund ein mittelbrauner Fußboden. Das Bein steckt in einer schnörkelig bedruckten Hose in schwarz-gold und der Fuß in einem blauen Schuh

    Noch am gleichen Tag, also mit der gleichen Hose, trat ich beim Kernspinzentrum an. Die hatten zufällig einen freien Termin und das war im Nachhinein sehr gut so. Denn hätte ich länger darüber nachgedacht, ich hätte die Aktion wieder abgesagt.

    Da lag ich also, in dieser lauten engen Röhre. Mit einem zusätzlichen Käfig auf dem Kopf. Eigentlich war ja nichts Schlimmes los, ich lag da einfach nur. Aber dieses Nichtbewegenkönnen und die Geräusche waren das Gruseligste, was ich bisher erlebt habe.

    Ich war lange kurz davor, den Notklingelknopf zu betätigen. Gerettet hat mich, dass ich vorher den Reikikurs von NewEarthPirate gemacht hatte. Dadurch ergab sich mal eine schöne Gelegenheit, die Atemübungen anzuwenden.

    Photo von einem im Sitzen übergeschlagenen Bein, im Hintergrund ein heller Fußboden. Das Bein steckt in einer mandalamäßig bedruckten blauen Hose und der Fuß in einem blauen Turnschuh

    Neue Hose, neuer Termin. Dieses Mal zum EEG.

    Selfie von einer Frau in einem Flur, sie trägt ein schwarzen langärmeliges Oberteil, eine schwarze Maske und eine Brille und lächelt in die Kamera

    Und dann war ich endlich durch mit Allem.

    Die gute Nachricht ist, dass Herz, Lunge und Nerven anscheinend in Ordnung sind. Jetzt muss die long-COVID-Klinik in Kiel heraus finden, wo meine Dauermüdigkeit herkommt.

    Was habe ich im Juni 25 gelesen?

    Es war mal wieder sehr Fandom-lastig. „The Legends of River Song“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten aus dem Zusammenhang der Serie Doctor Who. River Songs Tagebuch spielt in dieser Serie eine bedeutende Rolle und es war eine zauberhafte Ergänzung zum TV-Handlungsfaden, ihre Erinnerungen lesen zu können.

    Ansonsten bin ich nur mit drei Comicbüchern fertig geworden. Zwei davon sind Sammlungen der Geschichten um den elften Doctor zusammen mit Amy und Rory. Das dritte Buch dreht sich um „Angela, Asgards Assassin“, eine Figur aus dem Marvel-Universum. Ich wusste vorher nichts über sie und habe das Buch des Namens wegen gekauft.

    Angelas Geschichte wird erst vom Ende her so richtig verständlich, das Buch werde ich also nochmal lesen. Auf jeden Fall ist sie eine faszinierende Person, die immer aufrechnet und niemandem etwas schuldig sein will. Eine ganz eigene Vorstellung von Gerechtigkeit, nicht ganz meine, aber spannend, welche Plots sich daraus ergeben.

    Was habe ich im Juni 25 gehört?

    Wie lassen sich soziale Netzwerke regulieren, Erik Tuchtfeld?

    In dieser Folge von detektorFM erzählt Erik Tuchtfeld über die Tücken von KI und Algorithmen und wie die Online-Debatte beeinflusst, wie wir Menschen miteinander umgehen.

    Er arbeitet am Max-Planck-Institut und forscht dort am ausländisch-öffentlichen Recht und Völkerrecht. Tuchtfeld zieht im Bereich Social Media eine sehr nüchterne Bilanz. Trotzdem ist er für die Zukunft der Gesellschaft zuversichtlich.

    Er plädiert für einen dezentraleren Ansatz, wie zum Beispiel im Fediverse. Dass wir dadurch den Diskurs wieder in konstruktivere Bahnen lenken können, ist auch meine Hoffnung.

    Sarah Bosettis Therapie-Sitzung gegen Trump-Wahnsinn mit Cordula Stratmann

    Ich höre regelmäßig „Bosettis Woche“. Oft ist dieser Podcast witzig und unterhaltsam, gleichzeitig holt Sarah sehr gerne die unangenehmsten Themen heraus. In dieser Folge bespricht sie mit Cordula Stratmann Trumps irrationales Verhalten.

    Dabei wird wieder deutlich, dass Stratmann nicht nur Comedian ist, sondern auch Familientherapeutin. Sie erzählt viel über Ambivalenz und darüber, durch welche Haltung wir mit Menschen entgegengesetzer Meinung konstruktiv ins Gespräch kommen können. Ohne von Anfang an Recht haben zu wollen.

    „Warum soll der Andere nicht merken, dass ich um etwas ringe? Der Unterschied liegt doch darin, dass ich darum ringe, dass ich ein anderes Menschenbild habe, als dieser Mensch. Und dann ringe ich da drum. Aber ich ringe ihn nicht nieder.“

    Cordula Stratmann

    Diese Gleichzeitigkeit vom Vertreten des eigenen Standpunktes und dem menschlichen Umgang mit anderen ist auch für mich immer wieder eine Herausforderung. Da gibt es eine Menge zu ringen.

    On Tyranny / On Ukraine

    “Do not obey in advance.”

    Timothy Snyder

    Dieses Buch habe ich als Hörbuch gehört. Mit der Erweiterung „On Ukraine“ ist es 9 Stunden und 45 Minuten lang. Das sehe ich als gut investierte Zeit, denn ich habe dabei eine Menge über die Geschichte der Ukraine gelernt. Und wie das Schicksal dieses Landes mit dem anderer Nationen verstrickt ist. Vor allem mit Russland.

    “You submit to tyranny when you renounce the difference between what you want to hear and what is actually the case.”

    Timothy Snyder

    Interessant war auch Snyders Sicht auf die Europäische Union. Für ihn ist die Erzählung, dass hier europäische Länder aus dem zweiten Weltkrieg gelernt haben, zu kurz gegriffen. Stattdessen sieht er es so, dass Imperien aus ihrem Scheitern gelernt haben. Und beschlossen, das Recht des Stärkeren durch Kooperation zu ersetzen. Und diese neue Perspektive bedroht Putins Narrativ von der ewigen Wahrheit und Unschuld des russischen Imperiums.

    Das Ganze ist als eine Art Vorlesung angelegt, die Snyder auf YouTube auch kostenlos anbietet.

    Was habe ich im Juni 25 gebloggt?

    Der Monatsrückblick Juni 25 wäre nicht vollständig ohne eine Liste der Blogbeiträge aus den letzten 30 Tagen.

    Es kamen noch ein paar Blogparadenbeiträge dazu. Vier aus der Content-Society-Sause-25 und eine aus der „relevant“-Reihe von Erik von Blogissimo und Jürgen von Happy Buddha zur Frage, was meine Alternativen zu Amazon sind.

    Der letzte Blogpost „Projekt52 Juni 25“ war mein 200ster Beitrag unter dieser Domain! Das hat sich inzwischen ganz schön beschleunigt. Mal sehen, wann ich auf 300 komme 😀

    Und was war sonst noch los?

    Nahaufnahme von einer Brombeerblüte am Strauch

    Es blüht überall so zauberhaft.

    Nahaufnahme von Kirschen am Baum

    Auf meinem Weg zur Arbeit.

    Nahaufnahme von Lindenblüten am Baum

    Ach, die Lindenblüten!

    Vollmond bei Nacht

    Den Erdbeermond habe ich verschlafen.

    Photo vom Sonnenaufgang. Die Sonnenscheibe ist zu zwei Drittel über Laubbäumen zu sehen, der wolkenlose Himmel darüber ist blau, rosa und gelb gefärbt

    Bei der Sonnenwende war ich aber früh am Morgen wach.

    Photo von einer dunkelrosa Pfingstrosenblüte, dahinter unscharf ein Haus aus roten Ziegelsteinen

    Diese Pfingstrose muss uns ein Vogel angeschleppt haben.

    Nahaufnahme von kleinen Sternchen aus Zucker, gelb, rose, blau und weiß auf einen Untergrund aus hellbraunem Zimtzuckerguss gestreut

    Bei P52 war ein Thema „Konfetti„. Das hier wollte ich ursprünglich einreichen. Ich sollte öfter Kuchen mit Zimtfrosting und bunten Sternchen backen.

    Photo in einen Gang zwischen zwei sehr gerade gezogenen Baumreihen hindurch. Durch das Blätterdach ist das Licht in diesem Gang grün gefärbt, der Ausgang am Ende leuchtet hell.

    Der „Erholungswald“ in unserer Nähe hat so schön die Bäume in geraden Reihen stehen. Und immer die gleiche Sorte. Diesen Gang finde ich einfach wunderschön.

    Screenshot von Duolingo. Ein Comic-Bär sagt einen satz auf Klingonisch, darunter die Übersetzung auf Englisch: Kirk is a jerk.

    Mein Klingonischkurs ist weiterhin sehr informativ. Fall mich mal jemand fragt, was ich von Tribbles oder Captain Kirk halte, habe ich die notwendigen Vokabeln parat.

    Vorherige Junirückblicke

    2026 werde ich ich separat auf diesen Monatsrückblick Juni 25 verlinken können. 2023 und 2024 gab es nur Sommer-Doppelpacks:

    Juni und Juli 23 Wie kann ich in trockenen Zeiten meine Wurzeln gießen?: Im ersten Jahr meiner Monatsrückblicke fiel der Juni zunächst aus. Es war mir offensichtlich zu heiß, was mich nicht davon abhielt, den Barbie-Kinofilm zu sehen 🩷

    Juni und Juli 24: Vor einem Jahr fiel mir wohl nicht einmal eine Überschrift ein 😉 Beim Blick auf das Beitragsbild mit der Riesenbaustelle bin ich aber sehr erleichtert, dass bei uns nicht mehr gebuddelt wird.

    Was habe ich im Juli 25 vor?

    • mit Habitica noch ein paar weitere Gewohnheiten etablieren: freies Schreiben und Gartenarbeit in 10-Minuten-Portionen
    • mich auf Wacken vorbereiten
    • langsam auf die Sommerferien hin ausrollen
    • mit meiner Notfallmappe fertig werden
    • ein paar Sauerteigbrote backen
    • eine weitere Kurzgeschichte für die Challenge deadlinesforwriters schreiben
    • meine Now-Page mal wieder aktualisieren
    • ein paar Blogpost-Entwürfe fertig schreiben, auch wenn die Blogparaden schon abgelaufen sind

    Das war mein Monatsrückblick Juni 25 nach dieser Anleitung von Judith Peters. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit?

    Gibt es in deiner Nähe auch spannende Museen? Und waren bei dir auch die Straßen voller Blütenduft?


    Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier

    Fediverse-Reaktionen
  • Projekt52 Juni 25

    Projekt52 Juni 25

    Im Mai war ich noch so früh dran 😀 Und jetzt kommen die Bilder für Projekt52 Juni 25 wieder am allerletzen Tag.

    Sari aka Frau Mondgras vom Heldenhaushalt bietet auf ihrem Blog immer zum Monatsanfang vier bis fünf Themen an. Du kannst jederzeit einsteigen und zu diesen Impulsen etwas gestalten.

    Am Ende des Jahres werde ich hoffentlich auf 52 Beiträge zurücksehen. Und es werden größtenteils Photos sein, aber auch Texte oder andere kreative Werke sind willkommen. Parallel teile ich meine Bilder auch immer auf Pixelfed.

    Die Beiträge zum Projekt52 Juni 25

    Haus

    ein beiger Ziegelstein vor einem Bild von einem Haus, beide auf einer Kommode

    In dem Haus im Schwarz-Weiß-Bild haben mehrere Generationen der Familie meines Vaters gelebt. Vor ein paar Jahren wurde es abgerissen und bei der Gelegenheit habe ich einen der Steine bekommen. Er steckte in der Mauer, die zum Garten rausging und hat dort sicher eine Menge gesehen.

    Seitdem steht der Stein bei mir auf der Kommode, um mich an meine Wurzeln zu erinnern.

    Event

    Photo vom Sonnenaufgang hinter Laubbäumen

    Dieses Jahr habe ich es geschafft, bei der Sonnenwende morgens früh genug aufzustehen, um den sonnenaufgang zu beobachten. Und glücklicherweise spielte auch das Wetter mit. Bei der Wintersonnenwende kann ich eigentlich immer ziemlich sicher davon ausgehen, dass ich nur eine dichte Wolkendecke zu sehen bekomme, die sich allmählich von dunkelgrau in mittelgrau verfärbt.

    Aber vielleicht überrascht mich der norddeutsche Himmel im Dezember 25 ja noch.

    Konfetti

    weiße Rosenblätter im Gras von Regentropfen benetzt.

    Die Natur zaubert nicht nur bunte Farben auf den Himmel, sie macht auch das schönste Konfetti. Auch wenn mein Rosenstrauch bei Wind und Regen dafür ziemlich gezaust wurde.

    Auf dem Weg

    Drei dunkelrote Kirschen in einer Hand vor einem Kirschbaum.

    Wenn ich im Juni zu zweien meiner Schüler gehe, wachsen mir die Kirschen praktisch in den Mund. Auf dem Weg gibt es auch Apfel- und Birnbäume. Allerdings sind die erstens noch nicht reif und auch von den Sorten her nicht so lecker.

    Ruhe

    Photo in Nahaufnahme. Eine grüne gehäkelte Figur, die den Hulk darstellen soll, liegt auf dem Rücken in einer kleinen gehäkelten Hängematte. Der Hulk ist von oben abgebildet. Für Projekt52 Juni 25

    Manchmal ist Hulk auf 180. Und manchmal will er einfach nur seine Ruhe. Aber über was er da gerade so geschäftig nachdenkt, frage ich mich schon.

    Meine bisherigen Beiträge für Projekt52

    Seit Januar habe ich bisher noch kein Thema ausgelassen:

    Wie gesagt, die Bilder teile ich auch regelmäßig auf Pixelfed. Und ich freue mich, wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln 😉

    Fediverse-Reaktionen
  • To-Want-Liste für das 3. Quartal 25

    To-Want-Liste für das 3. Quartal 25

    Seit dem Blogtoberfest 2023 schreibe ich regelmäßig alle drei Monate eine neue Liste mit Dingen, die ich im kommenden Vierteljahr erleben möchte. Heute stelle ich meine To-Want-Liste für das 3. Quartal 25 zusammen.

    Warum schreibe ich quartalsweise To-Want-Listen?

    Warum ToWants?

    Die ToWants haben sich bei mir entwickelt. Inzwischen trenne ich noch genauer und noch absichtlicher. Towants möchte ich erleben oder machen, aber oft habe ich den Einruck, die Liste mit Dingen, die ich erledigen muss, ist noch zu lang. Und das, was ich erledigen muss, mache ich nicht so zügig und effektiv, wie ich könnte, weil ich insgeheim schmolle, dass ich mir die ToWants nicht zugestehe.

    Seit April benutze ich die App Habitica. Sie motiviert mich, auch die langweiligsten Aufgaben zu erledigen, egal, wie viele Jahre sie schon erfolglos auf meiner ToDo-Liste herum gelungert haben. Das macht meine ToWant-Listen frei für das, was ich wirklich machen möchte. Im Gegenzug schreibe ich keine ToWants in meine Habitica-App.

    Im Verlauf des Prozesses lerne ich eine Menge über mich. Über das, was mich motiviert, was mich demotiviert. Was eigentlich schon lange von meinen ToDos hätte gestrichen werden können und was eigentlich nur Anspruch von außen ist, und im Grunde unnötig.

    Die ToWant-Liste ist eine Kombination aus Wunschzettel an mein zukünftiges Selbst und Erinnerungshilfe.

    Warum pro Quartal?

    Die ursprüngliche inspiration war das Buch „Das 12-Wochen-Jahr“. Darin geht es allerdings noch darum, Vorhaben so effizient zu erledigen wie ansonsten in 12 Monaten.

    Manche Vorhaben verlieren wir bei einer Jahresplanung aus den Augen. Wieder andere sind in einer kurzfristigeren Planung ohne Hektik nicht zu machen. Für mich habe ich jetzt wiederholt erlebt, dass drei Monate ein schöner Kompromiss sind.

    Es geht mir nicht darum, möglichst viel zu schaffen. Sondern darum, mich nicht zu ärgern, dass ich diese oder jene Ausstellung verpasst habe. Und zusätzlich teilt mir dieses Konzept das Jahr schön in Jahreszeitenviertel ein.

    Meine To-Wants für das 3. Quartal 25

    Ein paar Punkte übernehme ich wieder aus dem vorherigen Quartal. Teils liegt das daran, dass sie mir so gut gefallen haben. Ein paar ToWants sind einfach noch nicht abgehakt, aber nicht aus mangelnder Motivation, sondern weil ich dann doch nicht dazu gekommen bin.

    1. Mir das Mittagessen im Garten angewöhnen. -> Ein paarmal habe ich im Garten gegessen, aber eine echte Gewohnheit ist daraus nicht geworden. Scheint mir doch etwas zu wenig Want für ein echtes ToWant. Und das ist ja auch eine Erkenntnis.

    So sieht also meine To-Want-Liste für das 3. Quartal 25 aus. Ich bin fasziniert, wenn ich auf meine früheren Listen zurück blicke. Damals habe ich noch eine ganze Reihe ungeliebte Aufgaben dazwischen geschmuggelt und mir damit selbst die Schnürsenkel über kreuz verknotet.

    Wie läuft es bei dir mit der Planung von Vorhaben? Gehst du auch quartalsweise vor? Und machst du auch einen Unterschied zwischen ToDos und ToWants?

    Mehr über meine Haltung zur Setzung von Zielen findest du hier.

  • Story Challenge June 2025 – Purpose

    Story Challenge June 2025 – Purpose

    My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge June 2025. The prompt was „Purpose“ and the required word count was 1200.

    Whatever It Takes

    I am here to make sure my mother is okay.

    Her name is Rose, and she is the last of her kind. At least I think she is. It is nine in the morning, and she is still asleep, so I climb up the stairs to her bedroom to check on her. Her bedroom is dark, so I draw the curtains for her.

    “Mother? Are you awake? Did you sleep well?”

    She blinks open her eyes and straightens up from her nest of blankets. I detect the tiny crackling sounds her joints make on the way to an upright position.

    “Good morning, Darling! Thank you, yes! I feel much better than yesterday.”

    “Should I bring you breakfast? What do you want?”

    Mother shakes her head. Her soft grey locks are tousled from the night. Maybe I should help her braid them in the evening so they get damaged less.

    “Oh, Robin! I am old, not ill. Just wait for me downstairs; I won’t be more than ten minutes.”

    I return to the kitchen and flick the kettle on, also the radio. The programming has changed a lot recently, much less dramatic news, but also the readers had to be completely replaced. I miss the genuine warmth in their voices.

    Mother enters the kitchen just as her cuppa is done brewing. She sends a crooked smile my way and pats my shoulder.

    “I’m so glad you’re here, Robin. Another day, eh?”

    She sits down with a sigh and looks at the breakfast table I have set for her.

    “Thank you,” she says. “Any responses from anyone yet?”

    “I’m sorry, Mother. I haven’t heard from any of your friends.”

    I wish I had better news for her. But after ten days of silence, we will probably have to accept the facts. They should have listened when she told them to hide when it happened. But then not all of them had someone able to go outside to get food and other supplies. Or a good hiding place.

    We go on to talk about a variety of little things while she eats, nothing of any particular significance. Neither one of us is good at this, but lately we have found that sometimes it helps to pass the time in between the serious conversations. The worry is visible in the way Mother’s forehead wrinkles and the almost constant wiggling of her toes in her socks.

    When we have exhausted all the inconsequential things we can think of, she sighs again.

    “I’d like to spend some time in the lab, maybe get the sonic converter fixed. Could you go out and try and find more food supplies? Anything really, preferrably things that last?”

    “Of course,” I say and clear the table while she goes downstairs.

    We both look younger than we are. With me it makes sense, but many of her friends kept asking how she does it. Good genes, I guess. On my way to the front door, I check myself in the mirror. Not because I want to impress anyone; it’s just the way I work. My long blond hair is just the right amount of imperfect, as is my 91.5 percent symmetrical face, my eyes the same light blue as Mother’s.

    Outside, the streets are empty. Nobody bothers me on my way to the nearest supermarket, which is open with all the lights switched on. I load stacks and stacks of cans into a trolley until it is almost too heavy for even me to pull it. I lug it past the abandoned checkouts and then all the way home. It feels a bit weird to squeeze the trolley next to the garden shed. Hopefully she is going to like spaghetti loops and beans for the foreseeable future.

    When I close the front door behind me after everything has been unloaded and put away, I wonder why there haven’t been any of the others out there. Maybe they are just taking a break. Or maybe they have decided to give up searching. Either way, I relish the quiet.

    I find Mother in her basement lab, tinkering away with the converter she hasn’t been able to bring back to life for years. The contrast between her light blue flannel shirt and her hand-knitted socks on the one side and the sleek and shiny equipment on the other will never stop being fascinating to me.

    “I got you a lot of cans. Sorry that I didn’t think to take the car, so I will have to return to the shop at some stage. I really want to take better care of you.”

    Mother turns around and flips back the eye protection shield. She leans back against the spare parts cabinet and shakes her head, smiling at me.

    “No, darling, I will keep telling you until you believe it: you are not responsible for my well-being. I made you to study you, like your sisters. You are my finest work, and I am happy to have you here without any expectations. You are here to enjoy your life. And thank you for the food, Robin.”

    She does keep telling me this. Yet I observe her growing old, and also my kind has turned out to be a big problem, to put it mildly. So I find it hard to enjoy my life while Mother is so breakable.

    In any case, our conversation is interrupted by someone banging on the door.

    “Open up!” they shout. “I know you’re not alone in there!”

    I rush upstairs. To my dismay, I can hear Mother following me.

    When I open the door, at least it’s not my face looking back at me. A different model, maybe not even a cousin, a bit shorter than me with a brownish pixie cut. And still, there is nothing cute about her. I can feel her anger vibrating around me.

    “Give that one to me, and we will leave you alone!” she shouts.

    Never going to happen. But before I can lunge at her, Mother hits her with a blast from her converter. I am half impressed she got it fixed and half worried this will only infuriate my relative even further.

    But even though the converter isn’t actually meant to be a weapon, the intruder goes down immediately. Unfortunately, she hasn’t come alone, so two more jump out from behind the shrubs.

    The fight is short and blurry. Eventually, the other two are on the ground, bent into weird shapes and smoking from a barrage of sonic blasts. I know they will not be the last, but even worse, Mother has also fallen down on the hallway tiles and isn’t moving.

    I check her breath and pulse, and they are there, if terribly weak. This forces my hand, and I pick her up in my arms to carry her downstairs. All the years of watching her work and learning how to put the proper spark into someone like me are going to pay off. And there are more than enough parts in the lab to make her less breakable. They will not get to her ever again.

    As long as I can, I will make sure she is okay. Whatever it takes.



    Like my contribution to the story challenge June 2025? On my blog you can find and read more of my stories!

  • Mein Warum

    Mein Warum

    Eine weitere Blogparade aus dem Content-Society-Sommer fragt nach meinem Warum. Helena Aberger möchte gerne wissen, was Menschen motiviert hat, sich auf die Weg in die Selbstständigkeit zu machen.

    Aktuell bin ich gerade sehr aufgeräumt mit meiner beruflichen Situation. Daher nehme diese Gelegenheit sehr gerne an, um darauf zu gucken, was mich bis hier gebracht hat.

    Verschlungene Wege

    Es war nicht immer mein Ziel, Lehrerin zu sein. Im Gegenteil, als ich einen ehemaligen Chemielehrer wenige Jahre nach meinem Abitur traf, versicherte ich ihm, dass ich ganz bestimmt keine Lehrerin sein wollte.

    Ich bin ursprünglich angetreten, die Welt zu retten. Oder jedenfalls mit meinem Chemiestudium dazu beizutragen, dass die Umweltverschmutzung ein kleines bisschen gelindert wird.

    Und dann war die Forschung überhaupt nicht mein Ding. Obwohl mir das Studium Spaß machte und ich auch sehr gute Noten bekam. Aber in das akademische System passte ich auf Dauer nicht hinein.

    Nach einem Durchhänger hörte ich, dass das Land Schleswig- Holstein Lehrer:innen suchte. Da konnte ich immerhin mein Wissen in Physik, Mathe und Chemie sinnvoll einsetzen.

    Und dann war die Tätigkeit im Schuldienst tatsächlich überhaupt nicht mein Ding. Unterrichten gefiel mir sehr, aber die Bürokratie und das Korsett der Lehrpläne engten mich ein.

    Über eine Anzeige kam ich in Kontakt mit einem Institut, das Menschen zu Coaches ausbildete. Und mein Plan war, nach dem Abschluss als Coach zu arbeiten. Eventuell nebenher noch wissenschaftliche Texte auf Englisch zu übersetzen.

    Nach meiner Kündigung an der Schule stellte sich aber heraus, dass der Bedarf an Nachhilfe deutlich größer war. Vor allem in Mathe. Also war mein neuer Plan, die Zeit mit Mathenachhilfe zu überbrücken, bis mein Coachingbusiness in Fahrt käme.

    Und jetzt blicke ich mehr als zufrieden zurück auf zehn Jahre als Nachhilfelehrerin.

    Der Sinn ergibt sich im Rückblick

    Auf meinem Weg habe ich wie nebenbei genau die Bausteine aufgesammelt, die ich für meine jetzige Tätigkeit brauche. Ich habe zu Anfang das Lernen aus reiner Freude am Lernen erlebt, als ich fasziniert immer neue Details der Chemie aufsaugte.

    Als Lehrerin konnte ich verschiedene Methoden der Wissensvermittlung ausprobieren. Außerdem habe ich aus dieser Zeit einen wichtigen Einblick in das Schulgeschehen aus der Perspektive der Lehrkräfte. Oft kann ich dadurch meinen Schüler:innen Dinge erklären, die aus ihrer Sicht unfair oder schwer verständlich scheinen.

    In der Coachingausbildung habe ich mich zu großen Teilen selbst sortiert. Ich habe eine große Motivation mitgenommen, meine Talente sinnstiftend und effektiv für andere Menschen einzusetzen.

    Und jetzt mache ich das, was ich als Schülerin schon gemacht habe. Nur auf deutlich professionellerer Basis. Und es gibt tatsächlich in meinem beruflichen Alltag nahezu keine schwierigen Zeiten. (Bis auf die unfassbar langweiligen Tätigkeiten im Bereich Buchhaltung und DSGVO 😉)

    Warum tue ich, was ich tue?

    Ich bin hier, um mehr Wissen und Freude am Lernen unter meine Mitmenschen zu bringen. Kritisches Denken und eine positive Einstellung dem Lernen gegenüber werden aus meiner Sicht immer wichtiger. Über diese Zusammenhänge habe ich schon einige Blogartikel geschrieben:

    An dieser kleinen Auswahl wird deutlich, wie sehr das Lernen und die Wissensvermittlung mir am Herzen liegt. Und dafür habe ich den für mich perfekten Ort gefunden.

    Wie hat sich mein Warum geändert?

    Zu Anfang war die Nachhilfe eine Notlösung. Menschen auf dem Weg zu Prüfungen zu begleiten, macht mir Spaß und es fällt mir leicht. Aber zu Anfang habe ich nie geplant, daraus meine berufliche Grundlage zu machen.

    Ich habe stattdessen eine Weile damit gehadert. Es fühlte sich an, als sei ich mit der Chemie und dem Coaching gescheitert. Ich habe eher darauf geschaut, was nicht wie gedacht gelaufen ist. Und ich fragte mich, warum ich nicht auch mit Kaffeetasse und Keksen auf Konferenzen herumstand und mit anderen über naturwissenschaftliche Dinge fachsimpelte.

    Ganz still und leise stellte sich allerdings die Mathenachhilfe als mein Ikigai heraus. Inzwischen fühlt es sich nach dem an, was ich immer machen sollte. Meine Leidenschaft für das Lernen, mein Interesse an Menschen, und der Bedarf der Welt an Wissensvermittlung kommen für mich in meinem Warum zusammen.

    Wie sieht es bei dir aus?

    Was ist das Warum hinter deiner Tätigkeit? Was motiviert dich und was hast du auf deinem Weg über dich und deine Werte gelernt?

    Ich finde es faszinierend zu hören, was Menschen motiviert und würde mich freuen, wenn du auch an dieser Blogparade teilnimmst oder mir hier in den Kommentaren schreibst, wie es dir mit deinem Warum geht.

  • Alternativen zu Amazon

    Alternativen zu Amazon

    Erik von Blogissimo und Jürgen von Happy Buddha werfen in Zukunft in jedem Monat am dritten Tag unter dem Stichwort „relevant“ ein Thema in die Runde. Im Juni 25 geht es darum, was für mich Alternativen zu Amazon sind. Meinen Account dort habe ich vor einer Weile gelöscht und bisher vermisse ich nichts.

    Bücher und CDs

    Ja, es gibt alte Menschen wie mich, die noch manchmal CDs kaufen. Wenn es Second Hand sein darf und nicht super dringend ist, empfehle ich Medimops. Dort gibt es die Möglichkeit, sich per E-Mail benachrichtigen zu lassen, wenn ein gewünschter Artikel gerade wieder vorhanden ist.

    Ich habe in letzter Zeit eine Menge Bücher bei Medimops gekauft und alle davon waren in einem ordentlichen Zustand. Umgekehrt habe ich über die zugehörige Plattform Momox auch schon eine Reihe Bücher verkauft.

    Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Buchhandlung in deiner Nähe eine Webseite hat, auf der du Bücher vorbestellen kannst. Auch das finde ich immer sehr angenehm, ich habe bei meinem Buchladen sogar eine Wunschliste. Und bei Heymann habe ich zum Beispiel auch CDs gekauft. Einfach die ISBN herausfinden, eintragen, abschicken und vorfreuen 😀

    Wenn du lieber online bestellst, ist buch7 eine soziale Option. Dieses Unternehmen ist gemeinwohlbilanziert, spendet 75% des Gewinns und nutzt Ökostrom. Die Gemeinwohlökonomie ist insgesamt eine erfreuliche Entwicklung, gerade in diesen teils deprimierenden Zeiten.

    Zuletzt ist noch die örtliche Bücherei eine gute Idee. Ich kann nicht für alle Einrichtungen sprechen, aber bei manchen verleiht der Bibliotheksausweis den Zugang zu einer Reihe von digitalen Zeitschriften. Es lohnt sich, einfach einmal nachzufragen.

    Memolife

    Büromaterial kaufe ich sehr gerne bei Memolife. Das Sortiment umfasst auch diverse andere Produkte wie zum Beispiel Kleidung, Dekoartikel und Elektrogeräte.

    Ein Vorteil ist der hohe Nachhaltigkeitslevel. Unter anderem kannst du dir dein Paket in einer Mehrwegbox zuschicken lassen, die die Post beim nächsten Besuch wieder leer mitnimmt. Mir ist jetzt gerade erst aufgefallen, dass Memolife einen Studirabatt anbietet 🙂

    Roots Of Compassion

    Eine meiner liebsten Alternativen zu Amazon. Dieses Kollektiv ist der komplette Gegenentwurf: Solidarisch, nachhaltig, vegan und links. Auch hier kommen die Pakete klimaschonend in wiederverwendeten Kartons mit alten Zeitungen als Füllmaterial.

    Es gibt bei Roots Of Compassion Nahrungsmittel, Kleidung, Drogerieartikel, aber auch politisches Aufklärungsmaterial 🙂

    Brauche ich das wirklich?

    Was mir bei der Suche nach Alternativen für Amazon noch auf dem Herzen liegt: Manchmal hilft es, wenn wir uns fragen, warum wir dieses oder jenes Produkt eigentlich kaufen wollen.

    Welches Bedürfnis steckt dahinter? Ist es wirklich abzusehen, dass das Produkt dieses Bedürfnis erfüllen wird?

    Von Zeit zu Zeit lohnt es sich konsumfreie Phasen einzulegen. Der offizielle „Kauf-Nix“-Tag ist am 28. November, aber es hindert dich niemand daran, dich auch an anderen Tagen bewusst dem Konsum-Hamsterrad zu verweigern.

    Alternativen sind Upcycling, Reparieren, Selbermachen, Teilen mit Nachbar:innen usw. Alles aus meiner Sicht sehr bereichernde Aktivitäten.

    Was sind deine Alternativen für Amazon?

    Hast du einen Lieblingsladen vor Ort oder online? Wie sind deine Erfahrungen mit dem Amazonboykott oder dem Nichtkonsumieren?

    Du kannst jederzeit auch an dieser Ausgabe der relevant-Blogparade teilnehmen. Es geht dabei darum, Themen mit unseren Blogs zu besetzen, die auch außerhalb der Blogosphäre interessieren. Und auch damit setzen wir dann den großen Tech-Firmen unsere Alternativen entgegen.

    Ich würde mich freuen, auch deinen Beitrag dazu zu lesen.

    Fediverse-Reaktionen
  • Ich bin wütend

    Ich bin wütend

    Die Figur im Beitragsbild ist mehr als zehn Jahre alt. Ich häkele gerne Figuren, die für Anteile meiner Persönlichkeit stehen. Diese hier ist sehr oft sehr wütend. Wie passend, dass Frances Dahlenburg eine Blogparade unter dem Titel „Wut ist meine Superkraft“ gestartet hat!

    Leider hat sie anscheinend den dazugehörigen Blogbeitrag gelöscht. Deswegen habe ich hier auch den Link heraus genommen.

    Frühes Training im Wütendsein

    Mein Vater ist Psychologe. Schon als meine Geschwister und ich klein waren, haben wir gelernt, Gefühle zu benennen. Und in meiner Erinnerung wurde nicht von mir erwartet, dass ich sie unterdrückte. Meistens war ich traurig und habe das der Welt mitgeteilt, als ich das Wort noch nicht einmal richtig aussprechen konnte.

    Als Kind und Jugendliche hatte ich oft Weltschmerz. Mich haben aber auch Ungerechtigkeiten schon damals sehr wütend gemacht. Das ist ein Punkt in meiner Erziehung, für den ich meinen Eltern dankbar bin: Es hieß bei ihnen nie, dass Wut nicht zu einem Mädchen passt.

    Auch heute noch werde ich relativ leicht wütend. Wenn Technik mich frustriert oder wenn es gesellschaftlich nicht läuft, wie ich das logisch und sinnvoll fände 😉 Und wenn ich in Gesellschaft von Menschen bin, bei denen ich davon ausgehe, dass sie damit leben können, lasse ich auch gerne laut verbal Dampf ab.

    Danke, Ang Lee!

    Ich habe schon in den 80ern gerne den „unglaublichen Hulk“ im Fernsehen gesehen. Von der Aufmachung und den Effekten her war die Serie aber eher amüsant, vor allem die grüne Perücke, und ungefähr so tiefgründig wie „Ein Colt für alle Fälle“. Die Comics habe ich tatsächlich nie gelesen.

    Als 2003 der Film „Hulk“ ins Kino kam, hatte ich keine hohen Erwartungen. Doch ich habe mich sehr in der sehr poetischen, sehr kunstvollen und sehr kraftvollen Darstellung wiedergefunden. Wenn Hulk auf der Leinwand Dinge zertrümmerte, fühlte ich ganz tief innen eine Resonanz auf einem sehr archaischen Level. Einen ähnlichen Effekt merke ich nur bei Metal-Konzerten und auch da nur bei ausgewählten Bands 😉

    Natürlich laufe ich nicht grün an, wenn ich wütend werde. Mir wachsen auch keine Muskeln und ich kann leider nicht Hunderte Meter hoch springen. Aber die Transformation und wie Bruce Banner von seiner Wut zunächst überwältigt wird, hat einen Teil in mir direkt angesprochen.

    Bei anderen Fans kam diese Verfilmung nicht besonders gut an. Sie fanden den Film zum Teil langweilig, zum Teil zu ernsthaft oder zu gekünstelt. Aber für mich ist Eric Bana immer noch der beste Hulk-Darsteller und Ang Lee hat alle Knöpfe in meinem Wutzentrum gedrückt.

    Später haben wir die meisten Marvel Filme im Kino gesehen und vor einer Weile noch einmal auf Disney+ vom Sofa aus. Der Handlungsfaden des Hulk macht nur einen kleinen Teil aus, und gleichzeitig habe ich ihn besonders interessiert verfolgt.

    In der Serie wiederholt Dr. Banner immer wieder dieses Zitat:

    „Don’t make me angry. You wouldn’t like me when I’m angry!“

    Dr. Banner

    Das ist nicht meine größte persönliche Sorge. Ich denke nicht darüber nach, ob mich jemand nicht mehr mag, wenn ich wütend werde. Auf jeden Fall mag ich mich selbst auch wütend gerne. Gleichzeitig lasse ich meine Wut eher im Kreis von Menschen ungefiltert heraus, denen ich vertraue.

    Bruce Banners Geheimnis

    Bruce Banner braucht lange, um mit dem Hulk Frieden zu schließen. Manchmal schafft er es monatelang nicht, wieder menschlich zu werden. Und als Hulk ist er nicht nur wütend, sondern kann auch sehr viel weniger rational entscheiden. Er macht sehr unsortiert kaputt, was ihn nervt und im Weg steht. Seine Gedankengänge sind sehr schlicht und kurz.

    Dem höflichen Wissenschaftler Dr. Banner macht das natürlich Sorgen. Er möchte sich nicht in diesem Wutmonster verlieren. Gleichzeitig braucht das Team der Avengers immer wieder den starken Hulk im Kampf gegen diverse Bösewichte.

    Und dann kommt eine meiner Lieblingsszenen. In einer weiteren Schlacht sagt Captain America, jetzt sei eine gute Gelegenheit, wütend zu werden. Banner stapft los, lächelt noch einmal zurück über seine Schulter und sagt:

    „That’s my secret, Captain. I’m always angry.“

    Bruce Banner / Hulk

    Er lehnt den Hulk in sich nicht mehr als Monster ab. Stattdessen erkennt er ihn als ständigen Teil seiner Persönlichkeit an. Genauso gibt es ein Mitglied meines inneren Teams, das so gut wie immer wütend ist.

    Irgendeinen Anlass gibt es immer. Und statt mir das selbst vorzuwerfen, nehme ich das genauso zur Kenntnis wie den traurigen Anteil oder die anderen Persönlichkeiten, die alle ihre individuellen Marotten haben.

    Immer wütend

    Was ist also der Trick? Es hilft sehr, diese grüne Person als berechtigte Reaktion auf die Welt an die Hand zu nehmen. Manchmal steigt sie in mir auf, wie eine grüne Welle. Manchmal bringt sie mich dazu, Politikern Brief zu schreiben oder auf Demos zu gehen.

    Kaum jemand wird sich den Zustand des Planeten und der Menschheit entspannt und zufrieden ansehen. Dabei wütend zu werden, ist für mich ein Zeichen davon, dass wir lebendig sind und uns nicht unsere emotionalen Reaktionen verkneifen. Und genauso, wie die ständigen Krisen nicht nachlassen, hat mein innerer Hulk aktuell keinen Grund, sich zu beruhigen.

    Zwei Alternativen wären Verdrängen oder Traurigkeit. Und beide führen bei mir zur Selbstblockade. Dabei ist es sowohl für die Welt als auch für mich auf Dauer besser, wenn ich mich nicht zurückziehe.

    Vielleicht hast du in meinem Blog schon von meinem Pulli gelesen. Der ist ein Bild dafür, wie wir in der Welt leben und uns auf einem für uns angemessenen Niveau öffnen können. Kurz gesagt: Mit einer emotionalen Ritterrüstung schirme ich mich zu sehr von meiner Umgebung ab, mit einem dünnen T-Shirt bin ich oft zu sehr dem vollen Ausmaß der Misere da draußen ausgesetzt.

    Empathie macht diesen Pulli weich. Meine Wut gibt ihm Form und Stabilität. Und dafür bin ich ihr dankbar.

    Wie geht es dir mit dem Thema Wut?

    Hast du ein Bild für deine Wut? Wie findest du eine gute Balance, wenn du wütend wirst?

    Was ist deine Geschichte, wie du auf Frust und Ungerechtigkeiten reagierst oder als Kind reagiert hast?

  • KI und Kreativität – Eine Bilanz

    KI und Kreativität – Eine Bilanz

    Warum ich keine KI-Bilder für meinen Blog verwende

    Anna Cybulka ruft zweisprachig zu einer Blogparade auf. Es geht um unsere Zukunft mit KI und darum, ob und wie sie sinnvoll in Blogs und Webseiten von Unternehmen eingesetzt werden kann.

    Mal ganz von der rechtlichen Lage abgesehen: Bei den Bildern, die offensichtlich mit Hilfe künstlicher Intelligenz erzeugt wurden, habe ich ein fast körperliches Unbehagen. Die Texturen und Verbindungen der abgebildeten Elemente sind so oft unplausibel und Körperteile sind häufig entweder entstellt oder gehören in das Uncanny Valley: Sie sind ganz klar künstlich, aber gleichzeitig so dicht an der Realität, dass sie gruselig wirken.

    Aber das ist nur mein persönliches ästhetisches Empfinden. Um zu überlegen, wie sinnvoll ich KI-Bilder und -Texte für verschiedene Einsatzgebiete finde, stelle ich die Wirkung auf Kinder und Jugendliche und einige Vor- und Nachteile der aktuell häufig verwendeten großen Sprachmodelle und generativen Netzwerke gegenüber, die ich aktuell und in nächster Zukunft sehe.

    Einfluss von KI auf Kinder

    Dieser Punkt ist für mich persönlich als Lehrerin besonders interessant. Auch wenn er nur bedingt mit dem Thema Bloggen zu tun hat.

    In einem Fediverse-Thread argumentiert JA Westenberg ziemlich einleuchtend, warum wir Kinder nicht unvorbereitet mit KI-Programmen alleine lassen sollten. Kinder lernen durch Nachahmung und im Austausch mit ChatGPT und ähnlichen Modellen lernen sie Denken in glatten und scheinbar fehlerfreien Mustern. Sie werden leicht dazu verleitet, das Nachahmen der KI nachzuahmen, anstatt kritisch selbst zu denken und dabei das kritische Denken zu lernen und trainineren.

    Ein Zitat daraus lautet:

    We can teach kids to use these tools with judgment, with context, with skepticism. But that starts with a pause. With an adult in the room. With a conversation about what these models are and what they’re not. It starts with treating intelligence as more than output.

    JA Westenberg

    Der Netzlehrer Bob Blume hat sich der Herausforderung auf seine eigene Weise gestellt. In einem Versuch schrieb er eine KI-basierte Deutsch-Klassenarbeit. Dabei gab es in den ersten 20 Minuten eine gemeinsame Phase, in der die Schüler:innen Prompts entwickelten, mit denen ChatGPT Argumente erzeugte. Und diese verwendeten die Jugendlichen dann individuell, als sie jeweils eigene Texte schrieben.

    Wenn künstliche Intelligenz schon an Schulen unvermeidlich stattfindet, dann ist so ein angeleiteter Prozess aus meiner Sicht hilfreicher als die Schüler:innen einfach alleine prompten und die Ergebnisse kopieren zu lassen. Leider war genau das bei einigen meiner Schüler:innen schon mal der Auftrag durch Lehrkräfte: „Lasst euch das von ChatGPT erklären!“

    Nachteile

    Halluzinationen

    Was uns hier Texte und Bilder liefert, sind Programme. Sie haben kein Bewusstsein und keine Selbstreflexion. Im Zweifel füllen ChatGPT und seine Kollegen Lücken in ihren Antworten, indem sie fabulieren. Die nächstbesten Daten, die während des Trainings aufgenommen wurden, werden eingesetzt. So entstehen Hände mit sechs Fingern und ausführliche Definitionen für Begriffe, die in Wirklichkeit es gar nicht gibt.

    Bei den Bildern fällt der Effekt auf. Bei Texten müssen wir allerdings selbst genug Basiswissen haben, um bewerten zu können, ob sie zuverlässig die Realität abbilden. Gerade im Zusammenhang mit der Schule erlebe ich allerdings einen eher unkritischen Umgang mit ChatGPT-Antworten. Dieses Problem zieht Kreise bis in naturwissenschaftliche Forschungsgruppen.

    Ein weiterer Fediverse-Beitrag von Michael (VoltPaperScissors) bietet einen Einblick in die Halluzinationen einer KI beim Erstellen von Origamianleitungen. Dabei soll mit sehr wilden und unrealistischen Faltungen ein Elefant entstehen. Wer im Leben auch nur einmal ein Schiffchen gebastelt hat, muss sich hier zwischen Lachen und Weinen entscheiden.

    Die Datenbeschaffung

    Es geht nicht nur um Urheberrechte. Immer mehr wird auch darüber berichtet, wie Crawler Netzwerke und Webseitenserver belasten, wenn sie online nach Daten suchen. Die vielen Anfragen können kleine Webseiten zeitweise lahmlegen. Dazu kommt, dass die Webseitenbesitzer:innen nicht darum gebeten oder dazu aufgerufen haben, dass die KI-Bots bei ihnen nach Informationen suchen und sie zu Trainingszwecken herunterladen.

    Es ist möglich, in der robot.txt-Datei einzutragen, dass eine Webseite nicht von Bots durchsucht werden soll. Leider ist das eine höfliche Bitte und keine echte technische Schranke. Entsprechend können sich Bots darüber hinweg setzen.

    Die Haltung kreativen Menschen gegenüber

    Um die Sprachmodelle zu trainieren, sind große Datenmengen nötig. Dabei wird auch auf online verfügbare Bilder und Texte von Menschen zugegriffen, die mit ihrer Kreativität ihren Lebensunterhalt verdienen. Der ehemalige britische Politiker und ehemalige Meta-Mitarbeiter Nick Clegg brachte es auf den Punkt:

    “I think the creative community wants to go a step further, Quite a lot of voices say, ‘You can only train on my content, [if you] first ask’. And I have to say that strikes me as somewhat implausible because these systems train on vast amounts of data.

    I just don’t know how you go around, asking everyone first. I just don’t see how that would work. And by the way if you did it in Britain and no one else did it, you would basically kill the AI industry in this country overnight.”

    Nick Clegg

    Sich an minimale Grundsätze der Höflichkeit und Ethik zu halten, ist also für die KI-Unternehmen schlicht unwirtschaftlich.

    Überhaupt halte ich die Rückverfolgung der Originalbilder für so kompliziert, dass eine Entlohnung wohl unrealistisch bleiben wird.

    Auf ihrem YouTube-Kanal erklärt Mandy Dörre, welchen zermürbenden Einfluss KI auf Menschen hat, die Häkelanleitungen erarbeiten und veröffentlichen.

    „Mein Bild, welches ich selbst erstellt habe und in welches ich mehrere Stunden Zeit hinein investiert habe, wurde herab gewürdigt und gleichgestellt mit einem KI-Bild, welches in wenigen Sekunden gepromptet wurde. Schon traurig, oder?“

    Mandy Dörre

    Auf lange Sicht wird das dazu führen, dass Menschen wie Mandy nicht mehr motiviert sind, ihre Kreativität anderen zur Verfügung zu stellen. Und ja, das finde ich traurig.

    Wirkung auf den Arbeitsmarkt

    Oft lese ich von Vorteilen der KI für Unternehmen. Oder darüber, dass durch die Entwicklung dieser Technologie neue Arbeitsplätze entstehen. Auf der anderen Seite sprechen wir meiner Meinung nach viel zu wenig darüber, wie die Zukunft für Menschen aussieht, die bisher beruflich Texte produziert oder Bilder geschaffen haben.

    Schon 2023 war abzusehen, dass die neuen Sprachmodelle Tätigkeiten wie Programmieren, Datenanalyse und Schreiben langfristig wenigstens zum Teil übernehmen werden. Bereiche, in denen kritisches Denken erforderlich ist, würden weniger betroffen sein.

    2025 ist der Effekt schon nachweisbar. Für Berufe, die durch KI erledigt werden können, sind die Ausschreibungen für diese Stellen deutlich zurück gegangen. Diesen Effekt auf den Arbeitsmarkt müssen wir bei der Kostenersparnis durch günstige Illustrationen gegenrechnen.

    Die Klimakosten

    Auch wenn das Bundesumweltministerium in dieser neuen Technologie Chancen für den Klimaschutz sieht: Das Training und die Verarbeitung von Anfragen sind sehr energieintensiv. Die benötigten Serverfarmen planen eine Klimaneutralität zwischen 2030 und 2040, wobei die Umsetzung abzuwarten ist.

    Snopes bestätigte noch im Januar 25, dass eine ChatGPT-Anfrage im Vergleich zu einer Googleanfrage die zehnfache Strommenge benötigte. Außerdem braucht die Kühlung der Serverzentren große Mengen Wasser.

    Auch diese Folgekosten müssen wir in die Bilanz mit einbeziehen.

    Deep Fakes und Desinformation

    Mit steigender Qualität der künstlich erzeugten Texte und Bilder steigt das Risiko von absichtlicher oder versehentlicher Falschinformation. Aktuell sehe ich keine ausreichende Medienkompetenz oder kritische Haltung bei der Mehrheit der Bevölkerung.

    Je mehr Platz wir der KI in unserem Leben einräumen, umso genauer müssen wir aber hinsehen, was Quelle und Wahrheitsgehalt von Nachrichten angeht.

    Vorteile

    Einsatz in Wissenschaft und Forschung

    KI-Programme können in kurzer Zeit große Datenmengen verarbeiten. Damit sind sie ein potenziell mächtiges Werkzeug in der Forschung. Sinnvolle Einsatzgebiete sind wiederholende und zeitraubende Aufgaben wie zum Beispiel die Recherche in der Literatur und Datenanalysen, aber auch Simulationen.

    Wichtig ist, dass wir immer die oben beschriebenen Halluzinationen im Auge behalten und dass letztlich Menschen die Verantwortung für die Integrität der Ergebnisse übernehmen.

    Erzeugung von Texten und Bildern

    Abgesehen von den Folgekosten ist es mit Hilfe künstlicher Intelligenz möglich, schnell und auf den ersten Blick extrem kostengünstig, Bilder und Texte zu erzeugen.

    Das ist teils einfach unterhaltsam, außerdem günstig besonders für kleine Unternehmen mit wenig Kapital, die sich online gegen mächtige Konkurrenz behaupten müssen.

    Barrierefreiheit

    Sprachmodelle verfassen Beschreibungen, die Blinden Zugang zu Onlinebildern ermöglichen. Außerdem erleichtern sie Übersetzungen und Rechtschreibkorrekturen von Texten.

    So können Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gleichermaßen am Onlineaustausch teilnehmen.

    Welche Konsequenzen ziehe ich?

    Ich schreibe in diesem Blog 100% selbst. Dafür nehme ich es in Kauf, dass ich seltener poste. Die gefühlte Zeitersparnis sehe ich als weniger relevant als die Abhängigkeit, in die ich mich begeben würde, ließe ich mir Texte schreiben.

    Recherche ist etwas, das mir Spaß macht. Das würde ich entsprechend auch keiner KI übergeben. Zusätzlich bin ich aus Erfahrung skeptisch, was die faktische Zuverlässigkeit angeht.

    Auch meine Beitragsbilder mache ich selbst. Sie sind ein Ausdruck meiner individuellen Persönlichkeit, so unperfekt und vielleicht manchmal seltsam sie sind. Wenn ich auf Blogs Anderer offensichtliche KI-Bilder sehe, scrolle ich wegen des unbehaglichen Effekts meistens schnell daran vorbei. Privat hoffe ich sehr, dass diese Phase wieder vorbei geht.

    Wenn ich wirklich keine Zeit oder Lust habe, selbst etwas zu photographieren, gibt es immer noch Bildersammlungen wie Pixabay, Unsplash, Pexels, FreeImages und FreePik.

    Welcher Nutzen bleibt übrig? Es ist vermutlich aus SEO-Sicht hilfreich, sich Überschriften vorschlagen zu lassen. Aber selbst das vergesse ich in meinem Blogalltag. Wenn ich schon die Recherche, das Schreiben und die Bilder selbst erledigt habe, kann ich auch die Überschriften alleine formulieren 😀 Allerdings habe ich auch kein Onlinebusiness und muss mich Googles Ansprüchen weniger unterwerfen.

    Für mich hat das Thema neben der Kreativität auch viel mit Unabhängigkeit zu tun. Zusätzlich zu den negativen Auswirkungen auf das Urheberrecht, den Arbeitsmarkt und den Planeten bin ich am Ende einfach nicht bereit, mich von Menschen abhängig zu machen, die ansonsten mit Recht „Tech-Bros“ genannt werden. Genauso wie ich aus guten Gründen Meta den Rücken gekehrt habe.

    Es ist verführerisch, wie viel Zeit und Aufwand mit KI gespart werden kann. Und es ist wie mit Filtern auf Instagrambildern: Scheinbar alle machen mit, weil scheinbar alle mitmachen. Und gleichzeitig haben wir die Freiheit, uns Kreativität nicht aus den Händen nehmen zu lassen.

    Ein Nachtrag: John Oliver mit seinem Segment aus „Last Week Tonight“ zum Thema „AI Slop“ (YouTube-Link) spricht mir sehr aus der Seele.

    Was meinst du?

    Überwiegen für dich die Vorteile oder die Nachteile? Wie wirken KI-Bilder auf dich? Siehst du deine berufliche Zukunft in Gefahr?

    Verwendest du KI beim Bloggen oder in anderen kreativen Projekten? Wie siehst du den Zusammenhang zwischen KI und Kreativität?

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick Mai 25

    Monatsrückblick Mai 25

    Ein bisschen trocken und doch erfreulich

    Bei meinem Monatsrückblick Mai 25 stelle ich fest: Es hat sich erstaunlich vieles bewegt und sortiert. Ich habe in meinem Alltag Routinen etabliert und genieße sie sehr, genauso wie die dahin schmelzende Liste mit alten Vorhaben und Aufgaben.

    Außerdem hatte ich zum ersten Mal eine Schülerin aus einem anderen Bundesland 🙂 Ihre Mutter hat mich über meinen Blog kennen gelernt und mich für eine Reihe von Stunden als Onlinenachhilfe engagiert. Mich hat das sehr berührt und der Unterricht mit ihrer Tochter war auch sehr erfreulich. Die Prüfung an sich ist im Juni und da muss ich jetzt noch ein paar Tage Daumen drücken 🤞

    So einen Mai würde ich nächstes Jahr auch gerne nochmal nehmen, bitte 😀

    Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?

    • Den Reikikurs von NewEarthPirate machen → Ich bin damit fast durch und er war sehr erhellend 🙂
    • An einer Habitica-Challenge teilnehmen: Jeden Tag ein bisschen in meinem Haus saubermachen → Es ist unfassbar, wie viel das ausgemacht hat!
    • Meinen Bookbeat-Account mehr nutzen → Dafür habe ich zwar weniger Podcastzeit gehabt, aber Hörbücher sind auch eine tolle Untermalung für das Zufußgehen.
    • Meinen Notfallordner fertig schreiben, ausdrucken und abheften → Da habe ich auch richtig viel erledigt. Am Ende fand ich diese Vorlage und damit strukturiere ich jetzt die Informationen noch einmal, bevor ich sie drucke.
    • Im Garten ein paar neue Pflanzen unterbringen → Auch das hat geklappt. Ich hatte ein paar Kürbiskerne aufgehoben und daraus kleine Pflänzchen gezogen, die sind mir weggekümmert. Ansonsten gedeiht da draußen ganz viel neues Grün 💚
    • Den Saisonstart des Baumschulmuseums im Auge behalten → Das ist der einzige Punkt auf der Liste, der hintenrüber gefallen ist. Damit kann ich leben 🙂

    Zusätzlich habe ich meine Now-Page aktualisiert. Das werde ich mir zur Gewohnheit machen, weil diese Seite mir auch hilft, immer aktuell zu gucken, was auf der Prioritätenliste gerade obenauf liegt, und mich damit weniger zu verzetteln.

    Gründe zur Hoffnung

    Der Mai fing deprimierend trocken an. Ich sah meinen Garten schon jämmerlich eingehen und ein paar Pflanzen haben es auch wirklich nicht geschafft. Zu meiner Freude gab es dann doch noch „gutes Wetter“ (nach meiner Definition Regenwetter), die Tonne füllte sich wieder und große Teile meines Gartens erholten sich.

    Dieses Bild habe ich in den Chat mit meiner Familie gestellt, als ich im Nieselregen zum Unterrichten geschlendert bin. Unter meinem großen Schirm macht mir das Geplätscher einfach gute Laune.

    Nahaufnahme von einer violetten Rosenblüte

    Und dann habe ich noch festgestellt, dass ich Rosenduft wieder richtig wahrnehmen kann. 2024 haben Rosen für mich neben Flieder nach praktisch nichts gerochen. Anscheinend hat sich mein vom Coronavirus beeinträchtigter Geruchssinn wieder erholt.

    Auch im Projekt52 war eines der Themen „Hoffnung“. Ich wollte zunächst die Rose aus meinem Garten einreichen, dann wurde es doch ein dramatischer Regenwolkenhimmel.

    Burst of Flames auf meine ToDos

    Im Monatsrückblick April schrieb ich schon über meinen neuen Habit-Tracker. Der hat mich unglaublich leicht durch den Mai getragen. Ich habe zusätzlich zum Hausputz in kleinen Portionen eine Challenge zum täglichen bewussten Zwerchfellatmen mitgemacht. Damit bin ich immer schön entspannt eingeschlafen.

    Screenshot aus der App Habitica. Text: You used some Mana. You gained some experience. You cat burst of flames on Wäsche zusammenlegen. You damaged the boss.

    Über die Kombination aus banalen Tätigkeiten und fantastischer Magie muss ich immer noch lachen. Auch das ist ein Teil dessen, was Habitica für mich so effektiv macht.

    Screenshot von einem pixeligen Avatarbild. Eine kleine Person in einem lila Magierinnenkostüm mit einem spiralförmig geschwungenen Stab mit einer Blüte am Ende sitzt auf einem lila Löwen. Im Vordergrund steht ein kleines Mammut.

    So sah mein Avatar im Mai aus. Das kleine Wollmammut habe ich mir zugelegt, weil es mich an Mastodon erinnert. Zum lila Löwen sind noch ein paar andere Reittiere dazu gekommen 🙂

    Ich hoffe wirklich, dass sich die Motivation nicht abnutzt. Dann habe ich endlich ein Format der ToDo-Liste, das für mich arbeitet und mich nicht von vornherein in eine Abwehrhaltung versetzt. Zum Glück gibt es noch viele Tiere und Ausrüstungsgegenstände zu sammeln und viele Staubmonster zu besiegen 😀

    Das Industriemuseum Elmshorn

    Dieses Museum stand schon auf meiner ToWant-Liste für das erste Quartal 2024. Und jetzt haben wir es endlich besichtigt. Es ist gar nicht so weit nach Elmshorn und ich weiß auch nicht genau, was der Aktion bisher im Weg stand. Warum es jetzt geklappt hat, ist mir allerdings klar: Ich hatte es auf meine Habitica-Liste gesetzt 😉

    Das Gebäude

    Photo von einer Elektroautoladesäule auf einem Parkplatz

    Der Parkplatz direkt vor der Tür mit Lademöglichkeit war eine positive Überraschung. Ich wäre alleine mit der Bahn gefahren, weil ich es hasse, einen Parkplatz suchen zu müssen.

    Photo von einem Treppenhaus mit einem Metallgeländer und hellgelben Wandfliesen

    Das Museum ist über mehrere Etagen verteilt. Am Eingang gibt es eine noch funktionierende historische Stempeluhr, mit der wir unsere Eintrittskarten abstempeln durften.

    Photo aus einer Einfahrt heraus auf rote Ziegelsteinhäuser

    Ich vergesse immer wieder, was für schöne Abschnitte Elmshorn eigentlich hat. Das hier ist der Blick vom Museumseingang zur gegenüberliegenden Straßenseite.

    Schule, Steine und Straßenverkehr

    Photo von einer Schiefertafel, darauf in Sütterlin geschrieben der Name Angela

    Das Museum bietet extra Führungen für Geburtstage an. Bei diesen Gelegenheiten können die Kinder auf alten Schulbänken sitzen und ihre Namen auf Schiefertafeln schreiben. Mit uns war eine Kindergruppe gemeinsam im Gebäude, wir waren ihnen aber immer ein bisschen voraus 😉

    Photo von locker geschichteten Ziegelsteinen

    In der Liether Kalkgrube wurde roter Ton abgebaut und zu den typischen Ziegeln verarbeitet. Seit ich wieder in Schleswig-Holstein lebe, habe ich nur in Häusern mit diesen roten Steinen gewohnt. Ich finde sie wirklich dekorativ und vor allem machen die Fassaden so auch keinerlei Aufwand über die Jahre.

    Ein Raum in einem Museum, darin mehrere Fahrzeuge wie Fahrräder, Dreiräder, Handwägen und Rollstühle

    Die Sammlung von Fahrzeugen war sehr abwechslungsreich. Das Fahrrad hatte Spiralfedern statt Gummireifen.

    Ein Raum in einem Museum, darin mehrere Fahrzeuge wie Hochräder, Laufräder, und Handwägen

    Wir bekamen so einen Eindruck vom historischen Straßenbild. Da war sicher etwas los, trotz der wenigen Autos.

    Nahaufnahme von einem Fahrkartenautomaten, darin historische Karten für einen TEE-Zuschlag

    Bei den Fahrkarten wurde ich an das Schaffnerspielset meines Bruders erinnert. Die TEE-Züge hatte ich ganz vergessen.

    Schöne und gruselige Blicke in die Geschichte Elmshorns

    Eine Vitrine, in der eine historische Köllnflockenpackung steht, daneben ein werbeschild für Köllnflocken mit einem fröhlichen Kind

    Ohne Köllnflocken wäre die Ausstellung nicht komplett gewesen. Nirgends gibt es in den Supermärkten so viele Regalmeter mit den unterschiedlichsten Flocken und Müslisorten.

    Eine Vitrine, darin eine zusammengefaltete Flagge. Es ist zu erahnen, dass es sich um eine Hakenkreuzflagge handelt, allerdings sind durch die Faltung von dem weißen Kreis nur wenige Prozent zu sehen.

    Ein Teil des Museums befasst sich mit der unrühmlichen Vergangenheit Deutschlands. Die Videobeiträge, in denen sich Menschen an ihre Kindheit unter den Nazis erinnerten, gingen mir wirklich unter die Haut.

    Wir haben dann auch die Gelegenheit genutzt, im Anschluss einzukaufen und uns mit Knusperkram von Kölln zu bevorraten. Auf der Museumswebseite stehen noch ein paar andere Objekte, die zum gleichen Verein gehören. Die setze ich dann für künftige Ausflüge auf meine Liste.

    Was habe ich im Mai 25 gelesen?

    Diverses von Doctor Who

    Drei Büchern auf einem Wandbord. Links: docotor Who, the women who lived, in der Mitte ein Comicbuch mit dem Titel Doctor Who, Origins, rechts Doctor Who, combat magicks

    „The Women Who Lived“ präsentiert eine lange Reihe von weiblichen Figuren, die in den Serien aus dem Whoniverse aufgetreten sind. Das Buch an sich ist mit seinem dicken und weichen Papier ein echter Handschmeichler. Die alten Figuren kannte ich gar nicht, aber nach der Lektüre kann ich noch weniger verstehen, warum sich Menschen so aufgeregt haben, als Jodie Foster als Doctor gecastet wurde. Offensichtlich hat es von Anfang an dreidimensionale und sehr unterschiedliche Frauenrollen gegeben.

    Das mittlere Buch ist ein Comic. Die Geschichte dreht sich darum, wie die Regierung des Planeten Gallifrey auf Veränderungen in der Bevölkerung reagiert. Alles, was ich dazu sagen kann: Die Message ist gerade sehr relevant für die Menschheit.

    Das Buch rechts ist ein Roman. Er spielt um die Zeit einer großen Schlacht zwischen den Römern und den Hunnen unter Attila. Auch hier liegt wieder eine sehr aktuelle Botschaft dicht unter der Oberfläche: Es geht darum, wer warum das Fortbestehen von Kriegen antreibt und wie sich das ändern lässt.

    Das Glück des Gehens

    Buch auf einem Wandbord. Titel: Das Glück des Gehens.

    Dieses Buch habe ich vor Jahren von meiner Mutter geliehen und zu lesen angefangen. Nach etwa zwei Drittel habe ich es beiseite gelegt und erst jetzt beendet. Ich bin etwas hin und hergerissen, denn die Aussage, die Shane O’Mara macht, ist eine wichtige: Das Gehen ist existenziell für die Menschheit und wichtig auf vielen Ebenen des Lebens, nicht zuletzt für unsere Gesundheit.

    Allerdings scheint es mir, als würde vieles mehrfach wiederholt. Ich hätte genau so viel daraus mitgenommen, wäre das Buch auf ein Viertel gekürzt worden. Aber vielleicht hätte es sich dann nicht so gut vermarkten lassen.

    Es kann auch sein, dass mein Lesefluss an der Übersetzung gescheitert ist. Viele Sätze lesen sich nebulös oder holprig, als hätte der Übersetzer versucht, eine auf Englisch funktionierende Formulierung auf Biegen und Brechen ins Deutsche zu übertragen.

    Unterm Strich bin ich sehr zufrieden, das Buch fertig gelesen zu haben, schon alleine weil ich gerade allgemein so erfolgreich alte ToDos abhake.

    Wer die wichtigsten Punkte des Buches auf Englisch hören möchte, kann das in diesem Interview mit Mel Robbins tun.

    Was habe ich im Mai 25 gehört?

    Die Wut, die bleibt

    Der Roman von Mareike Fallwickl ist eine schonungslose und zugleich liebevolle Bilanz dessen, wie wir uns im Patriarchat verhalten. Ich habe ihn als Hörbuch genossen.

    Zu Beginn der Geschichte bringt sich Helene um. Ihre beste Freundin Sarah übernimmt die Betreuung der nun mutterlosen Kinder und den dazugehörigen Haushalt. Zunächst ist das nur als Überbrückungsmaßnahme gedacht, bis Helenes Mann Johannes sich berappelt hat. Es kommt aber erwartungsgemäß anders.

    Das Buch dreht sich um Bedürfnisse und Bedürftigkeiten, um Wut und das Verhältnis der Generationen untereinander. Für das Ende hatte ich zwar andere Vorstellungen, aber wie Mareike Fallwickl es entworfen hat, passte es dann doch für mich.

    Ey Leute

    In diesem Podcast unterhalten sich Florentine Osche und Rebecca Pap wöchentlich über das Leben und seine Kuriositäten. Die beiden sind Comedians, nehmen vieles leicht und gleichzeitig ernst.

    Ich merke immer wieder, dass sie viel jünger sind als ich. Sie sprechen auf den ersten Blick eine andere Sprache und scheinen andere Prioritäten zu haben als meine Generation im Allgemeinen. Und gerade das empfinde ich als horizonterweiternd und bereichernd.

    Es geht manchmal um das beste Stracciatella-Eis der Welt, manchmal um Wildpinkeln und manchmal um Friedrich Merz. Eine ähnlich wilde und witzige Mischung wie bei „Talk ohne Gast„, allerdings in jünger und weiblich.

    Mein neuer Wohlfühlpodcast.

    Was habe ich im Mai 25 gebloggt?

    Die Blogparaden der Content Society kamen überraschend früh. Ein paar Blogposts, die ich eigentlich geplant hatte, habe ich daher verschoben. Dafür habe ich im Mai 25 schon vier Blogparadenbeiträge geschrieben. Im Juni stehen noch ein paar auf der Liste 😀

    Außerdem gab es eine weitere Kurzgeschichte:

    Und was war sonst noch los?

    Nahaufnahme von einer roten Mohnblüte

    Ich liebe den Frühling dafür, wie farbenfroh er blüht.

    Nahaufnahme von einer Pflanze mit winzigen violetten Blüten. zwischen Grashalmen.

    Und auch für die kleinen Blüten am Wegesrand.

    Nahaufnahme von zwei Theaterkarten für das Stück "ein ungleiches Paar"

    Wir waren wieder in Schenefeld im Theater und haben sehr gelacht.

    Screenshot von Duolingo. Eine Comicfigur sagt einen Satz auf Klingonisch. Darunter die übersetzung auf Englisch: If it explodes it explodes.

    Derweil habe ich bei Duolingo endlich die Silben für klingonische Konditionalsätze gelernt.

    Vorherige Mairückblicke

    Mai 23 – Außen ruhig, innen umwälzend: Ich habe über meine Bestimmung nachgedacht und mein altes Hobby Lesen wieder aktiviert.

    Mai 24 – Ich will wieder an die Nordsee! Wir waren zur Silberhochzeit zu zweit in Sankt-Peter-Ording und ich habe Herrn Linnemann von der CDU einen bisher unbeantworteten Brief geschrieben.

    Was habe ich im Juni 25 vor?

    • mit einer weiteren Monatschallenge am Hausputz weitermachen
    • mit einer anderen Challenge jeden Sonntag die Woche vorplanen und gucken, wie mir das gefällt
    • noch an mehreren Blogparaden teilnehmen
    • ein paar Schüler:innen auf mündliche Abiprüfungen vorbereiten
    • mit einer Freundin das Ernst-Barlach-Museum in Wedel besichtigen
    • eine weitere Kurzgeschichte für deadlinesforwriters schreiben
    • mit der Gartenschuppenentrümpelung anfangen
    • meinem Garten beim Wachsen und Gedeihen zusehen
    • wieder zwei Sauerteige ansetzen

    Das war mein Monatsrückblick Mai 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit?

    Was hat dir im Mai Hoffnung gegeben? Und was hat dich kulturell unterhalten?


    Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier

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