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  • Projekt52 Juni 25

    Projekt52 Juni 25

    Im Mai war ich noch so früh dran 😀 Und jetzt kommen die Bilder für Projekt52 Juni 25 wieder am allerletzen Tag.

    Sari aka Frau Mondgras vom Heldenhaushalt bietet auf ihrem Blog immer zum Monatsanfang vier bis fünf Themen an. Du kannst jederzeit einsteigen und zu diesen Impulsen etwas gestalten.

    Am Ende des Jahres werde ich hoffentlich auf 52 Beiträge zurücksehen. Und es werden größtenteils Photos sein, aber auch Texte oder andere kreative Werke sind willkommen. Parallel teile ich meine Bilder auch immer auf Pixelfed.

    Die Beiträge zum Projekt52 Juni 25

    Haus

    ein beiger Ziegelstein vor einem Bild von einem Haus, beide auf einer Kommode

    In dem Haus im Schwarz-Weiß-Bild haben mehrere Generationen der Familie meines Vaters gelebt. Vor ein paar Jahren wurde es abgerissen und bei der Gelegenheit habe ich einen der Steine bekommen. Er steckte in der Mauer, die zum Garten rausging und hat dort sicher eine Menge gesehen.

    Seitdem steht der Stein bei mir auf der Kommode, um mich an meine Wurzeln zu erinnern.

    Event

    Photo vom Sonnenaufgang hinter Laubbäumen

    Dieses Jahr habe ich es geschafft, bei der Sonnenwende morgens früh genug aufzustehen, um den sonnenaufgang zu beobachten. Und glücklicherweise spielte auch das Wetter mit. Bei der Wintersonnenwende kann ich eigentlich immer ziemlich sicher davon ausgehen, dass ich nur eine dichte Wolkendecke zu sehen bekomme, die sich allmählich von dunkelgrau in mittelgrau verfärbt.

    Aber vielleicht überrascht mich der norddeutsche Himmel im Dezember 25 ja noch.

    Konfetti

    weiße Rosenblätter im Gras von Regentropfen benetzt.

    Die Natur zaubert nicht nur bunte Farben auf den Himmel, sie macht auch das schönste Konfetti. Auch wenn mein Rosenstrauch bei Wind und Regen dafür ziemlich gezaust wurde.

    Auf dem Weg

    Drei dunkelrote Kirschen in einer Hand vor einem Kirschbaum.

    Wenn ich im Juni zu zweien meiner Schüler gehe, wachsen mir die Kirschen praktisch in den Mund. Auf dem Weg gibt es auch Apfel- und Birnbäume. Allerdings sind die erstens noch nicht reif und auch von den Sorten her nicht so lecker.

    Ruhe

    Photo in Nahaufnahme. Eine grüne gehäkelte Figur, die den Hulk darstellen soll, liegt auf dem Rücken in einer kleinen gehäkelten Hängematte. Der Hulk ist von oben abgebildet. Für Projekt52 Juni 25

    Manchmal ist Hulk auf 180. Und manchmal will er einfach nur seine Ruhe. Aber über was er da gerade so geschäftig nachdenkt, frage ich mich schon.

    Meine bisherigen Beiträge für Projekt52

    Seit Januar habe ich bisher noch kein Thema ausgelassen:

    Wie gesagt, die Bilder teile ich auch regelmäßig auf Pixelfed. Und ich freue mich, wenn du mir auch dort folgst oder wenn dich das motiviert, auch von Instagram dorthin zu wechseln 😉

    Fediverse-Reaktionen
  • To-Want-Liste für das 3. Quartal 25

    To-Want-Liste für das 3. Quartal 25

    Seit dem Blogtoberfest 2023 schreibe ich regelmäßig alle drei Monate eine neue Liste mit Dingen, die ich im kommenden Vierteljahr erleben möchte. Heute stelle ich meine To-Want-Liste für das 3. Quartal 25 zusammen.

    Warum schreibe ich quartalsweise To-Want-Listen?

    Warum ToWants?

    Die ToWants haben sich bei mir entwickelt. Inzwischen trenne ich noch genauer und noch absichtlicher. Towants möchte ich erleben oder machen, aber oft habe ich den Einruck, die Liste mit Dingen, die ich erledigen muss, ist noch zu lang. Und das, was ich erledigen muss, mache ich nicht so zügig und effektiv, wie ich könnte, weil ich insgeheim schmolle, dass ich mir die ToWants nicht zugestehe.

    Seit April benutze ich die App Habitica. Sie motiviert mich, auch die langweiligsten Aufgaben zu erledigen, egal, wie viele Jahre sie schon erfolglos auf meiner ToDo-Liste herum gelungert haben. Das macht meine ToWant-Listen frei für das, was ich wirklich machen möchte. Im Gegenzug schreibe ich keine ToWants in meine Habitica-App.

    Im Verlauf des Prozesses lerne ich eine Menge über mich. Über das, was mich motiviert, was mich demotiviert. Was eigentlich schon lange von meinen ToDos hätte gestrichen werden können und was eigentlich nur Anspruch von außen ist, und im Grunde unnötig.

    Die ToWant-Liste ist eine Kombination aus Wunschzettel an mein zukünftiges Selbst und Erinnerungshilfe.

    Warum pro Quartal?

    Die ursprüngliche inspiration war das Buch „Das 12-Wochen-Jahr“. Darin geht es allerdings noch darum, Vorhaben so effizient zu erledigen wie ansonsten in 12 Monaten.

    Manche Vorhaben verlieren wir bei einer Jahresplanung aus den Augen. Wieder andere sind in einer kurzfristigeren Planung ohne Hektik nicht zu machen. Für mich habe ich jetzt wiederholt erlebt, dass drei Monate ein schöner Kompromiss sind.

    Es geht mir nicht darum, möglichst viel zu schaffen. Sondern darum, mich nicht zu ärgern, dass ich diese oder jene Ausstellung verpasst habe. Und zusätzlich teilt mir dieses Konzept das Jahr schön in Jahreszeitenviertel ein.

    Meine To-Wants für das 3. Quartal 25

    Ein paar Punkte übernehme ich wieder aus dem vorherigen Quartal. Teils liegt das daran, dass sie mir so gut gefallen haben. Ein paar ToWants sind einfach noch nicht abgehakt, aber nicht aus mangelnder Motivation, sondern weil ich dann doch nicht dazu gekommen bin.

    1. Mir das Mittagessen im Garten angewöhnen. -> Ein paarmal habe ich im Garten gegessen, aber eine echte Gewohnheit ist daraus nicht geworden. Scheint mir doch etwas zu wenig Want für ein echtes ToWant. Und das ist ja auch eine Erkenntnis.

    So sieht also meine To-Want-Liste für das 3. Quartal 25 aus. Ich bin fasziniert, wenn ich auf meine früheren Listen zurück blicke. Damals habe ich noch eine ganze Reihe ungeliebte Aufgaben dazwischen geschmuggelt und mir damit selbst die Schnürsenkel über kreuz verknotet.

    Wie läuft es bei dir mit der Planung von Vorhaben? Gehst du auch quartalsweise vor? Und machst du auch einen Unterschied zwischen ToDos und ToWants?

    Mehr über meine Haltung zur Setzung von Zielen findest du hier.

  • Story Challenge June 2025 – Purpose

    Story Challenge June 2025 – Purpose

    My contribution to the deadlinesforwriters short story challenge June 2025. The prompt was „Purpose“ and the required word count was 1200.

    Whatever It Takes

    I am here to make sure my mother is okay.

    Her name is Rose, and she is the last of her kind. At least I think she is. It is nine in the morning, and she is still asleep, so I climb up the stairs to her bedroom to check on her. Her bedroom is dark, so I draw the curtains for her.

    “Mother? Are you awake? Did you sleep well?”

    She blinks open her eyes and straightens up from her nest of blankets. I detect the tiny crackling sounds her joints make on the way to an upright position.

    “Good morning, Darling! Thank you, yes! I feel much better than yesterday.”

    “Should I bring you breakfast? What do you want?”

    Mother shakes her head. Her soft grey locks are tousled from the night. Maybe I should help her braid them in the evening so they get damaged less.

    “Oh, Robin! I am old, not ill. Just wait for me downstairs; I won’t be more than ten minutes.”

    I return to the kitchen and flick the kettle on, also the radio. The programming has changed a lot recently, much less dramatic news, but also the readers had to be completely replaced. I miss the genuine warmth in their voices.

    Mother enters the kitchen just as her cuppa is done brewing. She sends a crooked smile my way and pats my shoulder.

    “I’m so glad you’re here, Robin. Another day, eh?”

    She sits down with a sigh and looks at the breakfast table I have set for her.

    “Thank you,” she says. “Any responses from anyone yet?”

    “I’m sorry, Mother. I haven’t heard from any of your friends.”

    I wish I had better news for her. But after ten days of silence, we will probably have to accept the facts. They should have listened when she told them to hide when it happened. But then not all of them had someone able to go outside to get food and other supplies. Or a good hiding place.

    We go on to talk about a variety of little things while she eats, nothing of any particular significance. Neither one of us is good at this, but lately we have found that sometimes it helps to pass the time in between the serious conversations. The worry is visible in the way Mother’s forehead wrinkles and the almost constant wiggling of her toes in her socks.

    When we have exhausted all the inconsequential things we can think of, she sighs again.

    “I’d like to spend some time in the lab, maybe get the sonic converter fixed. Could you go out and try and find more food supplies? Anything really, preferrably things that last?”

    “Of course,” I say and clear the table while she goes downstairs.

    We both look younger than we are. With me it makes sense, but many of her friends kept asking how she does it. Good genes, I guess. On my way to the front door, I check myself in the mirror. Not because I want to impress anyone; it’s just the way I work. My long blond hair is just the right amount of imperfect, as is my 91.5 percent symmetrical face, my eyes the same light blue as Mother’s.

    Outside, the streets are empty. Nobody bothers me on my way to the nearest supermarket, which is open with all the lights switched on. I load stacks and stacks of cans into a trolley until it is almost too heavy for even me to pull it. I lug it past the abandoned checkouts and then all the way home. It feels a bit weird to squeeze the trolley next to the garden shed. Hopefully she is going to like spaghetti loops and beans for the foreseeable future.

    When I close the front door behind me after everything has been unloaded and put away, I wonder why there haven’t been any of the others out there. Maybe they are just taking a break. Or maybe they have decided to give up searching. Either way, I relish the quiet.

    I find Mother in her basement lab, tinkering away with the converter she hasn’t been able to bring back to life for years. The contrast between her light blue flannel shirt and her hand-knitted socks on the one side and the sleek and shiny equipment on the other will never stop being fascinating to me.

    “I got you a lot of cans. Sorry that I didn’t think to take the car, so I will have to return to the shop at some stage. I really want to take better care of you.”

    Mother turns around and flips back the eye protection shield. She leans back against the spare parts cabinet and shakes her head, smiling at me.

    “No, darling, I will keep telling you until you believe it: you are not responsible for my well-being. I made you to study you, like your sisters. You are my finest work, and I am happy to have you here without any expectations. You are here to enjoy your life. And thank you for the food, Robin.”

    She does keep telling me this. Yet I observe her growing old, and also my kind has turned out to be a big problem, to put it mildly. So I find it hard to enjoy my life while Mother is so breakable.

    In any case, our conversation is interrupted by someone banging on the door.

    “Open up!” they shout. “I know you’re not alone in there!”

    I rush upstairs. To my dismay, I can hear Mother following me.

    When I open the door, at least it’s not my face looking back at me. A different model, maybe not even a cousin, a bit shorter than me with a brownish pixie cut. And still, there is nothing cute about her. I can feel her anger vibrating around me.

    “Give that one to me, and we will leave you alone!” she shouts.

    Never going to happen. But before I can lunge at her, Mother hits her with a blast from her converter. I am half impressed she got it fixed and half worried this will only infuriate my relative even further.

    But even though the converter isn’t actually meant to be a weapon, the intruder goes down immediately. Unfortunately, she hasn’t come alone, so two more jump out from behind the shrubs.

    The fight is short and blurry. Eventually, the other two are on the ground, bent into weird shapes and smoking from a barrage of sonic blasts. I know they will not be the last, but even worse, Mother has also fallen down on the hallway tiles and isn’t moving.

    I check her breath and pulse, and they are there, if terribly weak. This forces my hand, and I pick her up in my arms to carry her downstairs. All the years of watching her work and learning how to put the proper spark into someone like me are going to pay off. And there are more than enough parts in the lab to make her less breakable. They will not get to her ever again.

    As long as I can, I will make sure she is okay. Whatever it takes.



    Like my contribution to the story challenge June 2025? On my blog you can find and read more of my stories!

  • Mein Warum

    Mein Warum

    Eine weitere Blogparade aus dem Content-Society-Sommer fragt nach meinem Warum. Helena Aberger möchte gerne wissen, was Menschen motiviert hat, sich auf die Weg in die Selbstständigkeit zu machen.

    Aktuell bin ich gerade sehr aufgeräumt mit meiner beruflichen Situation. Daher nehme diese Gelegenheit sehr gerne an, um darauf zu gucken, was mich bis hier gebracht hat.

    Verschlungene Wege

    Es war nicht immer mein Ziel, Lehrerin zu sein. Im Gegenteil, als ich einen ehemaligen Chemielehrer wenige Jahre nach meinem Abitur traf, versicherte ich ihm, dass ich ganz bestimmt keine Lehrerin sein wollte.

    Ich bin ursprünglich angetreten, die Welt zu retten. Oder jedenfalls mit meinem Chemiestudium dazu beizutragen, dass die Umweltverschmutzung ein kleines bisschen gelindert wird.

    Und dann war die Forschung überhaupt nicht mein Ding. Obwohl mir das Studium Spaß machte und ich auch sehr gute Noten bekam. Aber in das akademische System passte ich auf Dauer nicht hinein.

    Nach einem Durchhänger hörte ich, dass das Land Schleswig- Holstein Lehrer:innen suchte. Da konnte ich immerhin mein Wissen in Physik, Mathe und Chemie sinnvoll einsetzen.

    Und dann war die Tätigkeit im Schuldienst tatsächlich überhaupt nicht mein Ding. Unterrichten gefiel mir sehr, aber die Bürokratie und das Korsett der Lehrpläne engten mich ein.

    Über eine Anzeige kam ich in Kontakt mit einem Institut, das Menschen zu Coaches ausbildete. Und mein Plan war, nach dem Abschluss als Coach zu arbeiten. Eventuell nebenher noch wissenschaftliche Texte auf Englisch zu übersetzen.

    Nach meiner Kündigung an der Schule stellte sich aber heraus, dass der Bedarf an Nachhilfe deutlich größer war. Vor allem in Mathe. Also war mein neuer Plan, die Zeit mit Mathenachhilfe zu überbrücken, bis mein Coachingbusiness in Fahrt käme.

    Und jetzt blicke ich mehr als zufrieden zurück auf zehn Jahre als Nachhilfelehrerin.

    Der Sinn ergibt sich im Rückblick

    Auf meinem Weg habe ich wie nebenbei genau die Bausteine aufgesammelt, die ich für meine jetzige Tätigkeit brauche. Ich habe zu Anfang das Lernen aus reiner Freude am Lernen erlebt, als ich fasziniert immer neue Details der Chemie aufsaugte.

    Als Lehrerin konnte ich verschiedene Methoden der Wissensvermittlung ausprobieren. Außerdem habe ich aus dieser Zeit einen wichtigen Einblick in das Schulgeschehen aus der Perspektive der Lehrkräfte. Oft kann ich dadurch meinen Schüler:innen Dinge erklären, die aus ihrer Sicht unfair oder schwer verständlich scheinen.

    In der Coachingausbildung habe ich mich zu großen Teilen selbst sortiert. Ich habe eine große Motivation mitgenommen, meine Talente sinnstiftend und effektiv für andere Menschen einzusetzen.

    Und jetzt mache ich das, was ich als Schülerin schon gemacht habe. Nur auf deutlich professionellerer Basis. Und es gibt tatsächlich in meinem beruflichen Alltag nahezu keine schwierigen Zeiten. (Bis auf die unfassbar langweiligen Tätigkeiten im Bereich Buchhaltung und DSGVO 😉)

    Warum tue ich, was ich tue?

    Ich bin hier, um mehr Wissen und Freude am Lernen unter meine Mitmenschen zu bringen. Kritisches Denken und eine positive Einstellung dem Lernen gegenüber werden aus meiner Sicht immer wichtiger. Über diese Zusammenhänge habe ich schon einige Blogartikel geschrieben:

    An dieser kleinen Auswahl wird deutlich, wie sehr das Lernen und die Wissensvermittlung mir am Herzen liegt. Und dafür habe ich den für mich perfekten Ort gefunden.

    Wie hat sich mein Warum geändert?

    Zu Anfang war die Nachhilfe eine Notlösung. Menschen auf dem Weg zu Prüfungen zu begleiten, macht mir Spaß und es fällt mir leicht. Aber zu Anfang habe ich nie geplant, daraus meine berufliche Grundlage zu machen.

    Ich habe stattdessen eine Weile damit gehadert. Es fühlte sich an, als sei ich mit der Chemie und dem Coaching gescheitert. Ich habe eher darauf geschaut, was nicht wie gedacht gelaufen ist. Und ich fragte mich, warum ich nicht auch mit Kaffeetasse und Keksen auf Konferenzen herumstand und mit anderen über naturwissenschaftliche Dinge fachsimpelte.

    Ganz still und leise stellte sich allerdings die Mathenachhilfe als mein Ikigai heraus. Inzwischen fühlt es sich nach dem an, was ich immer machen sollte. Meine Leidenschaft für das Lernen, mein Interesse an Menschen, und der Bedarf der Welt an Wissensvermittlung kommen für mich in meinem Warum zusammen.

    Wie sieht es bei dir aus?

    Was ist das Warum hinter deiner Tätigkeit? Was motiviert dich und was hast du auf deinem Weg über dich und deine Werte gelernt?

    Ich finde es faszinierend zu hören, was Menschen motiviert und würde mich freuen, wenn du auch an dieser Blogparade teilnimmst oder mir hier in den Kommentaren schreibst, wie es dir mit deinem Warum geht.

  • Alternativen zu Amazon

    Alternativen zu Amazon

    Erik von Blogissimo und Jürgen von Happy Buddha werfen in Zukunft in jedem Monat am dritten Tag unter dem Stichwort „relevant“ ein Thema in die Runde. Im Juni 25 geht es darum, was für mich Alternativen zu Amazon sind. Meinen Account dort habe ich vor einer Weile gelöscht und bisher vermisse ich nichts.

    Bücher und CDs

    Ja, es gibt alte Menschen wie mich, die noch manchmal CDs kaufen. Wenn es Second Hand sein darf und nicht super dringend ist, empfehle ich Medimops. Dort gibt es die Möglichkeit, sich per E-Mail benachrichtigen zu lassen, wenn ein gewünschter Artikel gerade wieder vorhanden ist.

    Ich habe in letzter Zeit eine Menge Bücher bei Medimops gekauft und alle davon waren in einem ordentlichen Zustand. Umgekehrt habe ich über die zugehörige Plattform Momox auch schon eine Reihe Bücher verkauft.

    Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Buchhandlung in deiner Nähe eine Webseite hat, auf der du Bücher vorbestellen kannst. Auch das finde ich immer sehr angenehm, ich habe bei meinem Buchladen sogar eine Wunschliste. Und bei Heymann habe ich zum Beispiel auch CDs gekauft. Einfach die ISBN herausfinden, eintragen, abschicken und vorfreuen 😀

    Wenn du lieber online bestellst, ist buch7 eine soziale Option. Dieses Unternehmen ist gemeinwohlbilanziert, spendet 75% des Gewinns und nutzt Ökostrom. Die Gemeinwohlökonomie ist insgesamt eine erfreuliche Entwicklung, gerade in diesen teils deprimierenden Zeiten.

    Zuletzt ist noch die örtliche Bücherei eine gute Idee. Ich kann nicht für alle Einrichtungen sprechen, aber bei manchen verleiht der Bibliotheksausweis den Zugang zu einer Reihe von digitalen Zeitschriften. Es lohnt sich, einfach einmal nachzufragen.

    Memolife

    Büromaterial kaufe ich sehr gerne bei Memolife. Das Sortiment umfasst auch diverse andere Produkte wie zum Beispiel Kleidung, Dekoartikel und Elektrogeräte.

    Ein Vorteil ist der hohe Nachhaltigkeitslevel. Unter anderem kannst du dir dein Paket in einer Mehrwegbox zuschicken lassen, die die Post beim nächsten Besuch wieder leer mitnimmt. Mir ist jetzt gerade erst aufgefallen, dass Memolife einen Studirabatt anbietet 🙂

    Roots Of Compassion

    Eine meiner liebsten Alternativen zu Amazon. Dieses Kollektiv ist der komplette Gegenentwurf: Solidarisch, nachhaltig, vegan und links. Auch hier kommen die Pakete klimaschonend in wiederverwendeten Kartons mit alten Zeitungen als Füllmaterial.

    Es gibt bei Roots Of Compassion Nahrungsmittel, Kleidung, Drogerieartikel, aber auch politisches Aufklärungsmaterial 🙂

    Brauche ich das wirklich?

    Was mir bei der Suche nach Alternativen für Amazon noch auf dem Herzen liegt: Manchmal hilft es, wenn wir uns fragen, warum wir dieses oder jenes Produkt eigentlich kaufen wollen.

    Welches Bedürfnis steckt dahinter? Ist es wirklich abzusehen, dass das Produkt dieses Bedürfnis erfüllen wird?

    Von Zeit zu Zeit lohnt es sich konsumfreie Phasen einzulegen. Der offizielle „Kauf-Nix“-Tag ist am 28. November, aber es hindert dich niemand daran, dich auch an anderen Tagen bewusst dem Konsum-Hamsterrad zu verweigern.

    Alternativen sind Upcycling, Reparieren, Selbermachen, Teilen mit Nachbar:innen usw. Alles aus meiner Sicht sehr bereichernde Aktivitäten.

    Was sind deine Alternativen für Amazon?

    Hast du einen Lieblingsladen vor Ort oder online? Wie sind deine Erfahrungen mit dem Amazonboykott oder dem Nichtkonsumieren?

    Du kannst jederzeit auch an dieser Ausgabe der relevant-Blogparade teilnehmen. Es geht dabei darum, Themen mit unseren Blogs zu besetzen, die auch außerhalb der Blogosphäre interessieren. Und auch damit setzen wir dann den großen Tech-Firmen unsere Alternativen entgegen.

    Ich würde mich freuen, auch deinen Beitrag dazu zu lesen.

    Fediverse-Reaktionen
  • Ich bin wütend

    Ich bin wütend

    Die Figur im Beitragsbild ist mehr als zehn Jahre alt. Ich häkele gerne Figuren, die für Anteile meiner Persönlichkeit stehen. Diese hier ist sehr oft sehr wütend. Wie passend, dass Frances Dahlenburg eine Blogparade unter dem Titel „Wut ist meine Superkraft“ gestartet hat!

    Leider hat sie anscheinend den dazugehörigen Blogbeitrag gelöscht. Deswegen habe ich hier auch den Link heraus genommen.

    Frühes Training im Wütendsein

    Mein Vater ist Psychologe. Schon als meine Geschwister und ich klein waren, haben wir gelernt, Gefühle zu benennen. Und in meiner Erinnerung wurde nicht von mir erwartet, dass ich sie unterdrückte. Meistens war ich traurig und habe das der Welt mitgeteilt, als ich das Wort noch nicht einmal richtig aussprechen konnte.

    Als Kind und Jugendliche hatte ich oft Weltschmerz. Mich haben aber auch Ungerechtigkeiten schon damals sehr wütend gemacht. Das ist ein Punkt in meiner Erziehung, für den ich meinen Eltern dankbar bin: Es hieß bei ihnen nie, dass Wut nicht zu einem Mädchen passt.

    Auch heute noch werde ich relativ leicht wütend. Wenn Technik mich frustriert oder wenn es gesellschaftlich nicht läuft, wie ich das logisch und sinnvoll fände 😉 Und wenn ich in Gesellschaft von Menschen bin, bei denen ich davon ausgehe, dass sie damit leben können, lasse ich auch gerne laut verbal Dampf ab.

    Danke, Ang Lee!

    Ich habe schon in den 80ern gerne den „unglaublichen Hulk“ im Fernsehen gesehen. Von der Aufmachung und den Effekten her war die Serie aber eher amüsant, vor allem die grüne Perücke, und ungefähr so tiefgründig wie „Ein Colt für alle Fälle“. Die Comics habe ich tatsächlich nie gelesen.

    Als 2003 der Film „Hulk“ ins Kino kam, hatte ich keine hohen Erwartungen. Doch ich habe mich sehr in der sehr poetischen, sehr kunstvollen und sehr kraftvollen Darstellung wiedergefunden. Wenn Hulk auf der Leinwand Dinge zertrümmerte, fühlte ich ganz tief innen eine Resonanz auf einem sehr archaischen Level. Einen ähnlichen Effekt merke ich nur bei Metal-Konzerten und auch da nur bei ausgewählten Bands 😉

    Natürlich laufe ich nicht grün an, wenn ich wütend werde. Mir wachsen auch keine Muskeln und ich kann leider nicht Hunderte Meter hoch springen. Aber die Transformation und wie Bruce Banner von seiner Wut zunächst überwältigt wird, hat einen Teil in mir direkt angesprochen.

    Bei anderen Fans kam diese Verfilmung nicht besonders gut an. Sie fanden den Film zum Teil langweilig, zum Teil zu ernsthaft oder zu gekünstelt. Aber für mich ist Eric Bana immer noch der beste Hulk-Darsteller und Ang Lee hat alle Knöpfe in meinem Wutzentrum gedrückt.

    Später haben wir die meisten Marvel Filme im Kino gesehen und vor einer Weile noch einmal auf Disney+ vom Sofa aus. Der Handlungsfaden des Hulk macht nur einen kleinen Teil aus, und gleichzeitig habe ich ihn besonders interessiert verfolgt.

    In der Serie wiederholt Dr. Banner immer wieder dieses Zitat:

    „Don’t make me angry. You wouldn’t like me when I’m angry!“

    Dr. Banner

    Das ist nicht meine größte persönliche Sorge. Ich denke nicht darüber nach, ob mich jemand nicht mehr mag, wenn ich wütend werde. Auf jeden Fall mag ich mich selbst auch wütend gerne. Gleichzeitig lasse ich meine Wut eher im Kreis von Menschen ungefiltert heraus, denen ich vertraue.

    Bruce Banners Geheimnis

    Bruce Banner braucht lange, um mit dem Hulk Frieden zu schließen. Manchmal schafft er es monatelang nicht, wieder menschlich zu werden. Und als Hulk ist er nicht nur wütend, sondern kann auch sehr viel weniger rational entscheiden. Er macht sehr unsortiert kaputt, was ihn nervt und im Weg steht. Seine Gedankengänge sind sehr schlicht und kurz.

    Dem höflichen Wissenschaftler Dr. Banner macht das natürlich Sorgen. Er möchte sich nicht in diesem Wutmonster verlieren. Gleichzeitig braucht das Team der Avengers immer wieder den starken Hulk im Kampf gegen diverse Bösewichte.

    Und dann kommt eine meiner Lieblingsszenen. In einer weiteren Schlacht sagt Captain America, jetzt sei eine gute Gelegenheit, wütend zu werden. Banner stapft los, lächelt noch einmal zurück über seine Schulter und sagt:

    „That’s my secret, Captain. I’m always angry.“

    Bruce Banner / Hulk

    Er lehnt den Hulk in sich nicht mehr als Monster ab. Stattdessen erkennt er ihn als ständigen Teil seiner Persönlichkeit an. Genauso gibt es ein Mitglied meines inneren Teams, das so gut wie immer wütend ist.

    Irgendeinen Anlass gibt es immer. Und statt mir das selbst vorzuwerfen, nehme ich das genauso zur Kenntnis wie den traurigen Anteil oder die anderen Persönlichkeiten, die alle ihre individuellen Marotten haben.

    Immer wütend

    Was ist also der Trick? Es hilft sehr, diese grüne Person als berechtigte Reaktion auf die Welt an die Hand zu nehmen. Manchmal steigt sie in mir auf, wie eine grüne Welle. Manchmal bringt sie mich dazu, Politikern Brief zu schreiben oder auf Demos zu gehen.

    Kaum jemand wird sich den Zustand des Planeten und der Menschheit entspannt und zufrieden ansehen. Dabei wütend zu werden, ist für mich ein Zeichen davon, dass wir lebendig sind und uns nicht unsere emotionalen Reaktionen verkneifen. Und genauso, wie die ständigen Krisen nicht nachlassen, hat mein innerer Hulk aktuell keinen Grund, sich zu beruhigen.

    Zwei Alternativen wären Verdrängen oder Traurigkeit. Und beide führen bei mir zur Selbstblockade. Dabei ist es sowohl für die Welt als auch für mich auf Dauer besser, wenn ich mich nicht zurückziehe.

    Vielleicht hast du in meinem Blog schon von meinem Pulli gelesen. Der ist ein Bild dafür, wie wir in der Welt leben und uns auf einem für uns angemessenen Niveau öffnen können. Kurz gesagt: Mit einer emotionalen Ritterrüstung schirme ich mich zu sehr von meiner Umgebung ab, mit einem dünnen T-Shirt bin ich oft zu sehr dem vollen Ausmaß der Misere da draußen ausgesetzt.

    Empathie macht diesen Pulli weich. Meine Wut gibt ihm Form und Stabilität. Und dafür bin ich ihr dankbar.

    Wie geht es dir mit dem Thema Wut?

    Hast du ein Bild für deine Wut? Wie findest du eine gute Balance, wenn du wütend wirst?

    Was ist deine Geschichte, wie du auf Frust und Ungerechtigkeiten reagierst oder als Kind reagiert hast?

  • KI und Kreativität – Eine Bilanz

    KI und Kreativität – Eine Bilanz

    Warum ich keine KI-Bilder für meinen Blog verwende

    Anna Cybulka ruft zweisprachig zu einer Blogparade auf. Es geht um unsere Zukunft mit KI und darum, ob und wie sie sinnvoll in Blogs und Webseiten von Unternehmen eingesetzt werden kann.

    Mal ganz von der rechtlichen Lage abgesehen: Bei den Bildern, die offensichtlich mit Hilfe künstlicher Intelligenz erzeugt wurden, habe ich ein fast körperliches Unbehagen. Die Texturen und Verbindungen der abgebildeten Elemente sind so oft unplausibel und Körperteile sind häufig entweder entstellt oder gehören in das Uncanny Valley: Sie sind ganz klar künstlich, aber gleichzeitig so dicht an der Realität, dass sie gruselig wirken.

    Aber das ist nur mein persönliches ästhetisches Empfinden. Um zu überlegen, wie sinnvoll ich KI-Bilder und -Texte für verschiedene Einsatzgebiete finde, stelle ich die Wirkung auf Kinder und Jugendliche und einige Vor- und Nachteile der aktuell häufig verwendeten großen Sprachmodelle und generativen Netzwerke gegenüber, die ich aktuell und in nächster Zukunft sehe.

    Einfluss von KI auf Kinder

    Dieser Punkt ist für mich persönlich als Lehrerin besonders interessant. Auch wenn er nur bedingt mit dem Thema Bloggen zu tun hat.

    In einem Fediverse-Thread argumentiert JA Westenberg ziemlich einleuchtend, warum wir Kinder nicht unvorbereitet mit KI-Programmen alleine lassen sollten. Kinder lernen durch Nachahmung und im Austausch mit ChatGPT und ähnlichen Modellen lernen sie Denken in glatten und scheinbar fehlerfreien Mustern. Sie werden leicht dazu verleitet, das Nachahmen der KI nachzuahmen, anstatt kritisch selbst zu denken und dabei das kritische Denken zu lernen und trainineren.

    Ein Zitat daraus lautet:

    We can teach kids to use these tools with judgment, with context, with skepticism. But that starts with a pause. With an adult in the room. With a conversation about what these models are and what they’re not. It starts with treating intelligence as more than output.

    JA Westenberg

    Der Netzlehrer Bob Blume hat sich der Herausforderung auf seine eigene Weise gestellt. In einem Versuch schrieb er eine KI-basierte Deutsch-Klassenarbeit. Dabei gab es in den ersten 20 Minuten eine gemeinsame Phase, in der die Schüler:innen Prompts entwickelten, mit denen ChatGPT Argumente erzeugte. Und diese verwendeten die Jugendlichen dann individuell, als sie jeweils eigene Texte schrieben.

    Wenn künstliche Intelligenz schon an Schulen unvermeidlich stattfindet, dann ist so ein angeleiteter Prozess aus meiner Sicht hilfreicher als die Schüler:innen einfach alleine prompten und die Ergebnisse kopieren zu lassen. Leider war genau das bei einigen meiner Schüler:innen schon mal der Auftrag durch Lehrkräfte: „Lasst euch das von ChatGPT erklären!“

    Nachteile

    Halluzinationen

    Was uns hier Texte und Bilder liefert, sind Programme. Sie haben kein Bewusstsein und keine Selbstreflexion. Im Zweifel füllen ChatGPT und seine Kollegen Lücken in ihren Antworten, indem sie fabulieren. Die nächstbesten Daten, die während des Trainings aufgenommen wurden, werden eingesetzt. So entstehen Hände mit sechs Fingern und ausführliche Definitionen für Begriffe, die in Wirklichkeit es gar nicht gibt.

    Bei den Bildern fällt der Effekt auf. Bei Texten müssen wir allerdings selbst genug Basiswissen haben, um bewerten zu können, ob sie zuverlässig die Realität abbilden. Gerade im Zusammenhang mit der Schule erlebe ich allerdings einen eher unkritischen Umgang mit ChatGPT-Antworten. Dieses Problem zieht Kreise bis in naturwissenschaftliche Forschungsgruppen.

    Ein weiterer Fediverse-Beitrag von Michael (VoltPaperScissors) bietet einen Einblick in die Halluzinationen einer KI beim Erstellen von Origamianleitungen. Dabei soll mit sehr wilden und unrealistischen Faltungen ein Elefant entstehen. Wer im Leben auch nur einmal ein Schiffchen gebastelt hat, muss sich hier zwischen Lachen und Weinen entscheiden.

    Die Datenbeschaffung

    Es geht nicht nur um Urheberrechte. Immer mehr wird auch darüber berichtet, wie Crawler Netzwerke und Webseitenserver belasten, wenn sie online nach Daten suchen. Die vielen Anfragen können kleine Webseiten zeitweise lahmlegen. Dazu kommt, dass die Webseitenbesitzer:innen nicht darum gebeten oder dazu aufgerufen haben, dass die KI-Bots bei ihnen nach Informationen suchen und sie zu Trainingszwecken herunterladen.

    Es ist möglich, in der robot.txt-Datei einzutragen, dass eine Webseite nicht von Bots durchsucht werden soll. Leider ist das eine höfliche Bitte und keine echte technische Schranke. Entsprechend können sich Bots darüber hinweg setzen.

    Die Haltung kreativen Menschen gegenüber

    Um die Sprachmodelle zu trainieren, sind große Datenmengen nötig. Dabei wird auch auf online verfügbare Bilder und Texte von Menschen zugegriffen, die mit ihrer Kreativität ihren Lebensunterhalt verdienen. Der ehemalige britische Politiker und ehemalige Meta-Mitarbeiter Nick Clegg brachte es auf den Punkt:

    “I think the creative community wants to go a step further, Quite a lot of voices say, ‘You can only train on my content, [if you] first ask’. And I have to say that strikes me as somewhat implausible because these systems train on vast amounts of data.

    I just don’t know how you go around, asking everyone first. I just don’t see how that would work. And by the way if you did it in Britain and no one else did it, you would basically kill the AI industry in this country overnight.”

    Nick Clegg

    Sich an minimale Grundsätze der Höflichkeit und Ethik zu halten, ist also für die KI-Unternehmen schlicht unwirtschaftlich.

    Überhaupt halte ich die Rückverfolgung der Originalbilder für so kompliziert, dass eine Entlohnung wohl unrealistisch bleiben wird.

    Auf ihrem YouTube-Kanal erklärt Mandy Dörre, welchen zermürbenden Einfluss KI auf Menschen hat, die Häkelanleitungen erarbeiten und veröffentlichen.

    „Mein Bild, welches ich selbst erstellt habe und in welches ich mehrere Stunden Zeit hinein investiert habe, wurde herab gewürdigt und gleichgestellt mit einem KI-Bild, welches in wenigen Sekunden gepromptet wurde. Schon traurig, oder?“

    Mandy Dörre

    Auf lange Sicht wird das dazu führen, dass Menschen wie Mandy nicht mehr motiviert sind, ihre Kreativität anderen zur Verfügung zu stellen. Und ja, das finde ich traurig.

    Wirkung auf den Arbeitsmarkt

    Oft lese ich von Vorteilen der KI für Unternehmen. Oder darüber, dass durch die Entwicklung dieser Technologie neue Arbeitsplätze entstehen. Auf der anderen Seite sprechen wir meiner Meinung nach viel zu wenig darüber, wie die Zukunft für Menschen aussieht, die bisher beruflich Texte produziert oder Bilder geschaffen haben.

    Schon 2023 war abzusehen, dass die neuen Sprachmodelle Tätigkeiten wie Programmieren, Datenanalyse und Schreiben langfristig wenigstens zum Teil übernehmen werden. Bereiche, in denen kritisches Denken erforderlich ist, würden weniger betroffen sein.

    2025 ist der Effekt schon nachweisbar. Für Berufe, die durch KI erledigt werden können, sind die Ausschreibungen für diese Stellen deutlich zurück gegangen. Diesen Effekt auf den Arbeitsmarkt müssen wir bei der Kostenersparnis durch günstige Illustrationen gegenrechnen.

    Die Klimakosten

    Auch wenn das Bundesumweltministerium in dieser neuen Technologie Chancen für den Klimaschutz sieht: Das Training und die Verarbeitung von Anfragen sind sehr energieintensiv. Die benötigten Serverfarmen planen eine Klimaneutralität zwischen 2030 und 2040, wobei die Umsetzung abzuwarten ist.

    Snopes bestätigte noch im Januar 25, dass eine ChatGPT-Anfrage im Vergleich zu einer Googleanfrage die zehnfache Strommenge benötigte. Außerdem braucht die Kühlung der Serverzentren große Mengen Wasser.

    Auch diese Folgekosten müssen wir in die Bilanz mit einbeziehen.

    Deep Fakes und Desinformation

    Mit steigender Qualität der künstlich erzeugten Texte und Bilder steigt das Risiko von absichtlicher oder versehentlicher Falschinformation. Aktuell sehe ich keine ausreichende Medienkompetenz oder kritische Haltung bei der Mehrheit der Bevölkerung.

    Je mehr Platz wir der KI in unserem Leben einräumen, umso genauer müssen wir aber hinsehen, was Quelle und Wahrheitsgehalt von Nachrichten angeht.

    Vorteile

    Einsatz in Wissenschaft und Forschung

    KI-Programme können in kurzer Zeit große Datenmengen verarbeiten. Damit sind sie ein potenziell mächtiges Werkzeug in der Forschung. Sinnvolle Einsatzgebiete sind wiederholende und zeitraubende Aufgaben wie zum Beispiel die Recherche in der Literatur und Datenanalysen, aber auch Simulationen.

    Wichtig ist, dass wir immer die oben beschriebenen Halluzinationen im Auge behalten und dass letztlich Menschen die Verantwortung für die Integrität der Ergebnisse übernehmen.

    Erzeugung von Texten und Bildern

    Abgesehen von den Folgekosten ist es mit Hilfe künstlicher Intelligenz möglich, schnell und auf den ersten Blick extrem kostengünstig, Bilder und Texte zu erzeugen.

    Das ist teils einfach unterhaltsam, außerdem günstig besonders für kleine Unternehmen mit wenig Kapital, die sich online gegen mächtige Konkurrenz behaupten müssen.

    Barrierefreiheit

    Sprachmodelle verfassen Beschreibungen, die Blinden Zugang zu Onlinebildern ermöglichen. Außerdem erleichtern sie Übersetzungen und Rechtschreibkorrekturen von Texten.

    So können Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gleichermaßen am Onlineaustausch teilnehmen.

    Welche Konsequenzen ziehe ich?

    Ich schreibe in diesem Blog 100% selbst. Dafür nehme ich es in Kauf, dass ich seltener poste. Die gefühlte Zeitersparnis sehe ich als weniger relevant als die Abhängigkeit, in die ich mich begeben würde, ließe ich mir Texte schreiben.

    Recherche ist etwas, das mir Spaß macht. Das würde ich entsprechend auch keiner KI übergeben. Zusätzlich bin ich aus Erfahrung skeptisch, was die faktische Zuverlässigkeit angeht.

    Auch meine Beitragsbilder mache ich selbst. Sie sind ein Ausdruck meiner individuellen Persönlichkeit, so unperfekt und vielleicht manchmal seltsam sie sind. Wenn ich auf Blogs Anderer offensichtliche KI-Bilder sehe, scrolle ich wegen des unbehaglichen Effekts meistens schnell daran vorbei. Privat hoffe ich sehr, dass diese Phase wieder vorbei geht.

    Wenn ich wirklich keine Zeit oder Lust habe, selbst etwas zu photographieren, gibt es immer noch Bildersammlungen wie Pixabay, Unsplash, Pexels, FreeImages und FreePik.

    Welcher Nutzen bleibt übrig? Es ist vermutlich aus SEO-Sicht hilfreich, sich Überschriften vorschlagen zu lassen. Aber selbst das vergesse ich in meinem Blogalltag. Wenn ich schon die Recherche, das Schreiben und die Bilder selbst erledigt habe, kann ich auch die Überschriften alleine formulieren 😀 Allerdings habe ich auch kein Onlinebusiness und muss mich Googles Ansprüchen weniger unterwerfen.

    Für mich hat das Thema neben der Kreativität auch viel mit Unabhängigkeit zu tun. Zusätzlich zu den negativen Auswirkungen auf das Urheberrecht, den Arbeitsmarkt und den Planeten bin ich am Ende einfach nicht bereit, mich von Menschen abhängig zu machen, die ansonsten mit Recht „Tech-Bros“ genannt werden. Genauso wie ich aus guten Gründen Meta den Rücken gekehrt habe.

    Es ist verführerisch, wie viel Zeit und Aufwand mit KI gespart werden kann. Und es ist wie mit Filtern auf Instagrambildern: Scheinbar alle machen mit, weil scheinbar alle mitmachen. Und gleichzeitig haben wir die Freiheit, uns Kreativität nicht aus den Händen nehmen zu lassen.

    Ein Nachtrag: John Oliver mit seinem Segment aus „Last Week Tonight“ zum Thema „AI Slop“ (YouTube-Link) spricht mir sehr aus der Seele.

    Was meinst du?

    Überwiegen für dich die Vorteile oder die Nachteile? Wie wirken KI-Bilder auf dich? Siehst du deine berufliche Zukunft in Gefahr?

    Verwendest du KI beim Bloggen oder in anderen kreativen Projekten? Wie siehst du den Zusammenhang zwischen KI und Kreativität?

    Fediverse-Reaktionen
  • Monatsrückblick Mai 25

    Monatsrückblick Mai 25

    Ein bisschen trocken und doch erfreulich

    Bei meinem Monatsrückblick Mai 25 stelle ich fest: Es hat sich erstaunlich vieles bewegt und sortiert. Ich habe in meinem Alltag Routinen etabliert und genieße sie sehr, genauso wie die dahin schmelzende Liste mit alten Vorhaben und Aufgaben.

    Außerdem hatte ich zum ersten Mal eine Schülerin aus einem anderen Bundesland 🙂 Ihre Mutter hat mich über meinen Blog kennen gelernt und mich für eine Reihe von Stunden als Onlinenachhilfe engagiert. Mich hat das sehr berührt und der Unterricht mit ihrer Tochter war auch sehr erfreulich. Die Prüfung an sich ist im Juni und da muss ich jetzt noch ein paar Tage Daumen drücken 🤞

    So einen Mai würde ich nächstes Jahr auch gerne nochmal nehmen, bitte 😀

    Was hatte ich vor und was ist daraus geworden?

    • Den Reikikurs von NewEarthPirate machen → Ich bin damit fast durch und er war sehr erhellend 🙂
    • An einer Habitica-Challenge teilnehmen: Jeden Tag ein bisschen in meinem Haus saubermachen → Es ist unfassbar, wie viel das ausgemacht hat!
    • Meinen Bookbeat-Account mehr nutzen → Dafür habe ich zwar weniger Podcastzeit gehabt, aber Hörbücher sind auch eine tolle Untermalung für das Zufußgehen.
    • Meinen Notfallordner fertig schreiben, ausdrucken und abheften → Da habe ich auch richtig viel erledigt. Am Ende fand ich diese Vorlage und damit strukturiere ich jetzt die Informationen noch einmal, bevor ich sie drucke.
    • Im Garten ein paar neue Pflanzen unterbringen → Auch das hat geklappt. Ich hatte ein paar Kürbiskerne aufgehoben und daraus kleine Pflänzchen gezogen, die sind mir weggekümmert. Ansonsten gedeiht da draußen ganz viel neues Grün 💚
    • Den Saisonstart des Baumschulmuseums im Auge behalten → Das ist der einzige Punkt auf der Liste, der hintenrüber gefallen ist. Damit kann ich leben 🙂

    Zusätzlich habe ich meine Now-Page aktualisiert. Das werde ich mir zur Gewohnheit machen, weil diese Seite mir auch hilft, immer aktuell zu gucken, was auf der Prioritätenliste gerade obenauf liegt, und mich damit weniger zu verzetteln.

    Gründe zur Hoffnung

    Der Mai fing deprimierend trocken an. Ich sah meinen Garten schon jämmerlich eingehen und ein paar Pflanzen haben es auch wirklich nicht geschafft. Zu meiner Freude gab es dann doch noch „gutes Wetter“ (nach meiner Definition Regenwetter), die Tonne füllte sich wieder und große Teile meines Gartens erholten sich.

    Dieses Bild habe ich in den Chat mit meiner Familie gestellt, als ich im Nieselregen zum Unterrichten geschlendert bin. Unter meinem großen Schirm macht mir das Geplätscher einfach gute Laune.

    Nahaufnahme von einer violetten Rosenblüte

    Und dann habe ich noch festgestellt, dass ich Rosenduft wieder richtig wahrnehmen kann. 2024 haben Rosen für mich neben Flieder nach praktisch nichts gerochen. Anscheinend hat sich mein vom Coronavirus beeinträchtigter Geruchssinn wieder erholt.

    Auch im Projekt52 war eines der Themen „Hoffnung“. Ich wollte zunächst die Rose aus meinem Garten einreichen, dann wurde es doch ein dramatischer Regenwolkenhimmel.

    Burst of Flames auf meine ToDos

    Im Monatsrückblick April schrieb ich schon über meinen neuen Habit-Tracker. Der hat mich unglaublich leicht durch den Mai getragen. Ich habe zusätzlich zum Hausputz in kleinen Portionen eine Challenge zum täglichen bewussten Zwerchfellatmen mitgemacht. Damit bin ich immer schön entspannt eingeschlafen.

    Screenshot aus der App Habitica. Text: You used some Mana. You gained some experience. You cat burst of flames on Wäsche zusammenlegen. You damaged the boss.

    Über die Kombination aus banalen Tätigkeiten und fantastischer Magie muss ich immer noch lachen. Auch das ist ein Teil dessen, was Habitica für mich so effektiv macht.

    Screenshot von einem pixeligen Avatarbild. Eine kleine Person in einem lila Magierinnenkostüm mit einem spiralförmig geschwungenen Stab mit einer Blüte am Ende sitzt auf einem lila Löwen. Im Vordergrund steht ein kleines Mammut.

    So sah mein Avatar im Mai aus. Das kleine Wollmammut habe ich mir zugelegt, weil es mich an Mastodon erinnert. Zum lila Löwen sind noch ein paar andere Reittiere dazu gekommen 🙂

    Ich hoffe wirklich, dass sich die Motivation nicht abnutzt. Dann habe ich endlich ein Format der ToDo-Liste, das für mich arbeitet und mich nicht von vornherein in eine Abwehrhaltung versetzt. Zum Glück gibt es noch viele Tiere und Ausrüstungsgegenstände zu sammeln und viele Staubmonster zu besiegen 😀

    Das Industriemuseum Elmshorn

    Dieses Museum stand schon auf meiner ToWant-Liste für das erste Quartal 2024. Und jetzt haben wir es endlich besichtigt. Es ist gar nicht so weit nach Elmshorn und ich weiß auch nicht genau, was der Aktion bisher im Weg stand. Warum es jetzt geklappt hat, ist mir allerdings klar: Ich hatte es auf meine Habitica-Liste gesetzt 😉

    Das Gebäude

    Photo von einer Elektroautoladesäule auf einem Parkplatz

    Der Parkplatz direkt vor der Tür mit Lademöglichkeit war eine positive Überraschung. Ich wäre alleine mit der Bahn gefahren, weil ich es hasse, einen Parkplatz suchen zu müssen.

    Photo von einem Treppenhaus mit einem Metallgeländer und hellgelben Wandfliesen

    Das Museum ist über mehrere Etagen verteilt. Am Eingang gibt es eine noch funktionierende historische Stempeluhr, mit der wir unsere Eintrittskarten abstempeln durften.

    Photo aus einer Einfahrt heraus auf rote Ziegelsteinhäuser

    Ich vergesse immer wieder, was für schöne Abschnitte Elmshorn eigentlich hat. Das hier ist der Blick vom Museumseingang zur gegenüberliegenden Straßenseite.

    Schule, Steine und Straßenverkehr

    Photo von einer Schiefertafel, darauf in Sütterlin geschrieben der Name Angela

    Das Museum bietet extra Führungen für Geburtstage an. Bei diesen Gelegenheiten können die Kinder auf alten Schulbänken sitzen und ihre Namen auf Schiefertafeln schreiben. Mit uns war eine Kindergruppe gemeinsam im Gebäude, wir waren ihnen aber immer ein bisschen voraus 😉

    Photo von locker geschichteten Ziegelsteinen

    In der Liether Kalkgrube wurde roter Ton abgebaut und zu den typischen Ziegeln verarbeitet. Seit ich wieder in Schleswig-Holstein lebe, habe ich nur in Häusern mit diesen roten Steinen gewohnt. Ich finde sie wirklich dekorativ und vor allem machen die Fassaden so auch keinerlei Aufwand über die Jahre.

    Ein Raum in einem Museum, darin mehrere Fahrzeuge wie Fahrräder, Dreiräder, Handwägen und Rollstühle

    Die Sammlung von Fahrzeugen war sehr abwechslungsreich. Das Fahrrad hatte Spiralfedern statt Gummireifen.

    Ein Raum in einem Museum, darin mehrere Fahrzeuge wie Hochräder, Laufräder, und Handwägen

    Wir bekamen so einen Eindruck vom historischen Straßenbild. Da war sicher etwas los, trotz der wenigen Autos.

    Nahaufnahme von einem Fahrkartenautomaten, darin historische Karten für einen TEE-Zuschlag

    Bei den Fahrkarten wurde ich an das Schaffnerspielset meines Bruders erinnert. Die TEE-Züge hatte ich ganz vergessen.

    Schöne und gruselige Blicke in die Geschichte Elmshorns

    Eine Vitrine, in der eine historische Köllnflockenpackung steht, daneben ein werbeschild für Köllnflocken mit einem fröhlichen Kind

    Ohne Köllnflocken wäre die Ausstellung nicht komplett gewesen. Nirgends gibt es in den Supermärkten so viele Regalmeter mit den unterschiedlichsten Flocken und Müslisorten.

    Eine Vitrine, darin eine zusammengefaltete Flagge. Es ist zu erahnen, dass es sich um eine Hakenkreuzflagge handelt, allerdings sind durch die Faltung von dem weißen Kreis nur wenige Prozent zu sehen.

    Ein Teil des Museums befasst sich mit der unrühmlichen Vergangenheit Deutschlands. Die Videobeiträge, in denen sich Menschen an ihre Kindheit unter den Nazis erinnerten, gingen mir wirklich unter die Haut.

    Wir haben dann auch die Gelegenheit genutzt, im Anschluss einzukaufen und uns mit Knusperkram von Kölln zu bevorraten. Auf der Museumswebseite stehen noch ein paar andere Objekte, die zum gleichen Verein gehören. Die setze ich dann für künftige Ausflüge auf meine Liste.

    Was habe ich im Mai 25 gelesen?

    Diverses von Doctor Who

    Drei Büchern auf einem Wandbord. Links: docotor Who, the women who lived, in der Mitte ein Comicbuch mit dem Titel Doctor Who, Origins, rechts Doctor Who, combat magicks

    „The Women Who Lived“ präsentiert eine lange Reihe von weiblichen Figuren, die in den Serien aus dem Whoniverse aufgetreten sind. Das Buch an sich ist mit seinem dicken und weichen Papier ein echter Handschmeichler. Die alten Figuren kannte ich gar nicht, aber nach der Lektüre kann ich noch weniger verstehen, warum sich Menschen so aufgeregt haben, als Jodie Foster als Doctor gecastet wurde. Offensichtlich hat es von Anfang an dreidimensionale und sehr unterschiedliche Frauenrollen gegeben.

    Das mittlere Buch ist ein Comic. Die Geschichte dreht sich darum, wie die Regierung des Planeten Gallifrey auf Veränderungen in der Bevölkerung reagiert. Alles, was ich dazu sagen kann: Die Message ist gerade sehr relevant für die Menschheit.

    Das Buch rechts ist ein Roman. Er spielt um die Zeit einer großen Schlacht zwischen den Römern und den Hunnen unter Attila. Auch hier liegt wieder eine sehr aktuelle Botschaft dicht unter der Oberfläche: Es geht darum, wer warum das Fortbestehen von Kriegen antreibt und wie sich das ändern lässt.

    Das Glück des Gehens

    Buch auf einem Wandbord. Titel: Das Glück des Gehens.

    Dieses Buch habe ich vor Jahren von meiner Mutter geliehen und zu lesen angefangen. Nach etwa zwei Drittel habe ich es beiseite gelegt und erst jetzt beendet. Ich bin etwas hin und hergerissen, denn die Aussage, die Shane O’Mara macht, ist eine wichtige: Das Gehen ist existenziell für die Menschheit und wichtig auf vielen Ebenen des Lebens, nicht zuletzt für unsere Gesundheit.

    Allerdings scheint es mir, als würde vieles mehrfach wiederholt. Ich hätte genau so viel daraus mitgenommen, wäre das Buch auf ein Viertel gekürzt worden. Aber vielleicht hätte es sich dann nicht so gut vermarkten lassen.

    Es kann auch sein, dass mein Lesefluss an der Übersetzung gescheitert ist. Viele Sätze lesen sich nebulös oder holprig, als hätte der Übersetzer versucht, eine auf Englisch funktionierende Formulierung auf Biegen und Brechen ins Deutsche zu übertragen.

    Unterm Strich bin ich sehr zufrieden, das Buch fertig gelesen zu haben, schon alleine weil ich gerade allgemein so erfolgreich alte ToDos abhake.

    Wer die wichtigsten Punkte des Buches auf Englisch hören möchte, kann das in diesem Interview mit Mel Robbins tun.

    Was habe ich im Mai 25 gehört?

    Die Wut, die bleibt

    Der Roman von Mareike Fallwickl ist eine schonungslose und zugleich liebevolle Bilanz dessen, wie wir uns im Patriarchat verhalten. Ich habe ihn als Hörbuch genossen.

    Zu Beginn der Geschichte bringt sich Helene um. Ihre beste Freundin Sarah übernimmt die Betreuung der nun mutterlosen Kinder und den dazugehörigen Haushalt. Zunächst ist das nur als Überbrückungsmaßnahme gedacht, bis Helenes Mann Johannes sich berappelt hat. Es kommt aber erwartungsgemäß anders.

    Das Buch dreht sich um Bedürfnisse und Bedürftigkeiten, um Wut und das Verhältnis der Generationen untereinander. Für das Ende hatte ich zwar andere Vorstellungen, aber wie Mareike Fallwickl es entworfen hat, passte es dann doch für mich.

    Ey Leute

    In diesem Podcast unterhalten sich Florentine Osche und Rebecca Pap wöchentlich über das Leben und seine Kuriositäten. Die beiden sind Comedians, nehmen vieles leicht und gleichzeitig ernst.

    Ich merke immer wieder, dass sie viel jünger sind als ich. Sie sprechen auf den ersten Blick eine andere Sprache und scheinen andere Prioritäten zu haben als meine Generation im Allgemeinen. Und gerade das empfinde ich als horizonterweiternd und bereichernd.

    Es geht manchmal um das beste Stracciatella-Eis der Welt, manchmal um Wildpinkeln und manchmal um Friedrich Merz. Eine ähnlich wilde und witzige Mischung wie bei „Talk ohne Gast„, allerdings in jünger und weiblich.

    Mein neuer Wohlfühlpodcast.

    Was habe ich im Mai 25 gebloggt?

    Die Blogparaden der Content Society kamen überraschend früh. Ein paar Blogposts, die ich eigentlich geplant hatte, habe ich daher verschoben. Dafür habe ich im Mai 25 schon vier Blogparadenbeiträge geschrieben. Im Juni stehen noch ein paar auf der Liste 😀

    Außerdem gab es eine weitere Kurzgeschichte:

    Und was war sonst noch los?

    Nahaufnahme von einer roten Mohnblüte

    Ich liebe den Frühling dafür, wie farbenfroh er blüht.

    Nahaufnahme von einer Pflanze mit winzigen violetten Blüten. zwischen Grashalmen.

    Und auch für die kleinen Blüten am Wegesrand.

    Nahaufnahme von zwei Theaterkarten für das Stück "ein ungleiches Paar"

    Wir waren wieder in Schenefeld im Theater und haben sehr gelacht.

    Screenshot von Duolingo. Eine Comicfigur sagt einen Satz auf Klingonisch. Darunter die übersetzung auf Englisch: If it explodes it explodes.

    Derweil habe ich bei Duolingo endlich die Silben für klingonische Konditionalsätze gelernt.

    Vorherige Mairückblicke

    Mai 23 – Außen ruhig, innen umwälzend: Ich habe über meine Bestimmung nachgedacht und mein altes Hobby Lesen wieder aktiviert.

    Mai 24 – Ich will wieder an die Nordsee! Wir waren zur Silberhochzeit zu zweit in Sankt-Peter-Ording und ich habe Herrn Linnemann von der CDU einen bisher unbeantworteten Brief geschrieben.

    Was habe ich im Juni 25 vor?

    • mit einer weiteren Monatschallenge am Hausputz weitermachen
    • mit einer anderen Challenge jeden Sonntag die Woche vorplanen und gucken, wie mir das gefällt
    • noch an mehreren Blogparaden teilnehmen
    • ein paar Schüler:innen auf mündliche Abiprüfungen vorbereiten
    • mit einer Freundin das Ernst-Barlach-Museum in Wedel besichtigen
    • eine weitere Kurzgeschichte für deadlinesforwriters schreiben
    • mit der Gartenschuppenentrümpelung anfangen
    • meinem Garten beim Wachsen und Gedeihen zusehen
    • wieder zwei Sauerteige ansetzen

    Das war mein Monatsrückblick Mai 25. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Was sind deine Erfahrungen damit?

    Was hat dir im Mai Hoffnung gegeben? Und was hat dich kulturell unterhalten?


    Mehr meiner regelmäßigen Rückblicke findest du hier

  • Trauma und Gesellschaft

    Trauma und Gesellschaft

    Ich bin beeindruckt von der Themenvielfalt beim Blogparadensommer 25. Die Nikas fragen nach unserem Blick auf den Zusammenhang zwischen Trauma und Gesellschaft. Offensichtlich ein emotionales Thema und gerade deswegen so wichtig.

    Mich hat spontan diese Frage sehr angesprochen:

    „Wo wünscht ihr euch mehr Sichtbarkeit für komplexe Traumafolgen und warum?“

    Die Nikas

    Genau darum soll es in diesem Beitrag gehen.

    Generationentrauma

    Kriegsenkel

    Meine Familiengeschichte

    Ich wurde 1973 geboren. Und bin damit in der Altersgruppe derjenigen, deren Großeltern den zweiten Weltkrieg miterlebt haben. Was ihnen dort geschehen ist, weiß ich nicht. Mein Gehirn neigt allerdings zu Kopfkino und füllt die Lücken mit plausiblen Details. Meine Opas waren beide als Soldat im Krieg, meine Oma väterlicherseits ist aus Hinterpommern geflohen, die zweite Oma ist aus Berlin nach Schleswig-Holstein gezogen. Da fällt mir eine Menge ein.

    Meine Eltern sind beide aus dem Jahr 1949. Mit ihnen sind viele Kinder aufgewachsen, die selbst keinen Krieg mehr erlebt haben, deren Väter und Mütter aber seelisch verletzt waren. Manche mehr, manche weniger, wohl niemand gar nicht.

    Der Definition des Vereins der Kriegsenkel nach wären meine Eltern selbst auch Kriegsenkel, weil sie kurz nach Kriegsende geboren wurden. Für die Weitergabe des Traumas ist die Kategorisierung auch eher unerheblich. Wie sich das Kriegstrauma bei ihnen in Form von Gewalt fortgesetzt hat, weiß ich. Es ist für mich unvorstellbar und gleichzeitig immer in meinem Unterbewusstsein präsent.

    Das Patriarchat und andere Diskriminierungen haben noch zusätzlich ihren Teil dazu beigetragen. Was bei und nach Geburten vom medizinischen Personal an Traumata ausgelöst wird, ist noch eine extra Geschichte für sich.

    Meine Geschwister und ich wurden so gut wie gar nicht geschlagen. Und zwar, weil meine Mutter sich bewusst entschieden hat, dass dieses Erbe nicht weitergehen sollte. Gleichzeitig hat sie uns von sehr klein auf nachmittäglich plastisch von vergangenen Gewalterfahrungen und Diskriminierungen erzählt. So sucht sich die traumatische Erfahrung ihre Bahn.

    Einerseits ist mir selbst „nichts passiert“. Andererseits hatte die kleine Angela diese Filme im Kopf, die heute noch in mein Verhalten hinein wirken. Das ist bis vor kurzem nicht angesprochen worden, und ich bin gerade erst dabei, es für mich aufzuarbeiten. Mir zuzugestehen, dass auch ohne körperliche Gewalt die Verletzungen meiner Großeltern bis zu mir durchgesickert sind.

    Was ich gelernt habe: Oft sind Menschen sowohl Betroffene als auch Auslöser traumatischer Erlebnisse. Sie sind keine grundsätzlich schlechten Menschen. Und gleichzeitig sind sie verantwortlich für ihr Verhalten anderen gegenüber. Ich bin weder alleine zuständig für ihr Wohlbefinden, noch kann ich erwarten, dass sie sich immer rational verhalten. Ich bin dafür zuständig, auf die erwachsene Angela aufzupassen.

    Und natürlich werden auch nicht alle traumatisierten Menschen Auslöser von Traumata bei anderen. Unterschiedliche Menschen reagieren unterschiedlich und sind auch unterschiedlich resilient. Es ist mal wieder alles komplizierter.

    Und das alles ist leicht gesagt. Es muss allerdings erst wirklich auf allen Ebenen ankommen und immer wieder wiederholt werden.

    Trauma und die Geschichte der Menschheit

    Und das alles nur, weil ein paar wenige Menschen meinen, Länder in Kriege stürzen zu müssen. Für nichts. Millionen Menschen verletzt, auf Generationen. Und das scheint bei uns Menschen leider der Normalfall zu sein. Dass wir in Europa jetzt so lange Frieden hatten, ist global und geschichtlich eher die Ausnahme. Wenn über die EU geschimpft wird, dann wissen wir manchmal gar nicht zu schätzen, in welcher Ruhe wir hier leben.

    Wir sind Lebewesen mit einem hohen Grad an Bewusstsein. Daher hätten wir eigentlich die Möglichkeit, Konflikte anders zu lösen. Außerdem wirken sich körperliche und seelische Verletzungen bei uns Menschen vermutlich besonders vielschichtig aus. Im Verhalten, in Gedanken und auch auf der genetischen Ebene.

    Wenn ich zurückblicke auf die Jahrtausende und mir vorstelle, wie viel wir uns sinnlos gegenseitig traumatisiert haben, macht mich das traurig und wütend. Natürlich gab es auch viel Erfreuliches und Konstruktives. Und doch: Wo könnten wir als globale Gesellschaft ohne Krieg, Wettrüsten, Sklaverei und Ausbeutung und den Kreislauf von Angriff, Rache und Vergeltung sein? Wie viel Potential für ein gutes Leben für Alle wurde bisher verschenkt?

    Wie ist ein Generationentrauma zu stoppen?

    Aus meiner Erfahrung heraus braucht es Menschen, die Nein sagen. Die sich bewusst entscheiden, Verletzungen nicht an die nächste Generation durchzureichen.

    Diese Personen brauchen außerdem genug Unterstützung. Denn es reicht nicht, in einem brüchigen Deich eine Stelle zu flicken, wenn der Druck dann an anderer Stelle durchbricht. Es braucht Kenntnisse über die Mechanismen, ein Bewusstsein dafür, wie viel Traumata in der Gesellschaft vorhanden sind, ohne dass wir sie sehen.

    Mit anderen Worten: Es braucht viel mehr umfassende und gezielte Angebote für Therapie. Und der Ansatz dabei sollte im Zweifel die Weitergabe über Generationen im Blick haben.

    In einem weiteren Beitrag zu der Blogparade „Trauma und Gesellschaft“ fand ich eine hilfreiche Liste. Merlin der Zauberkater schrieb darüber, was im Umgang mit traumatisierten Menschen wichtig ist. Einer der Punkte lautete:

    „Denkt Trauma immer mit, auch wenn euch nicht bekannt ist, ob die Person, die vor euch sitzt, Gewalt erlebt hat.“

    Merlin der Zauberkater

    Und das ist mir wichtig: Wir sehen es nicht, was andere Menschen mit sich herum schleppen. Im Zweifel ist davon auszugehen, dass zum Beispiel die Kriegsenkelthematik alle Menschen einer Reihe von Jahrgängen betrifft. Andere Traumata kommen dann noch dazu. An dieser Stelle ist Merlins Rat auch für mich eine Erinnerung daran, wie ich eigentlich mit Menschen umgehen möchte.

    Bonus Short Story

    Diese Geschichte stammt aus meiner Flash-Fic-Challenge im April 2023. Der Prompt war „Flash“ und die geforderte Wortzahl 300.

    Was sich dazu bei mir ergab, ist zum Teil autobiografisch, zum Teil ein Blick auf die Menschheitsgeschichte.

    „A legacy of blood and fire passed on through centuries.“ (Entsprechende Warnung: Gewalt und Tod)

    Spark of Humanity

    Klick zum Lesen

    A woman squats beside the fire, her gaze fixed on the stones in her hands. One is heavy, the other sharp. She hits the flint blade one last time, smiling at the sparks. She is ready for the next attack.

    At dawn, the king rides in front of his army. They know the enemy is behind the hills. They know there is little hope for this battle to bring them victory after years of war. Still, the king raises his sword, catching the sunlight. They roar and run forward.

    In the trenches, a soldier reads letters from home. The ink is almost worn away and the paper is thin from folding and unfolding. He is so immersed in the words of love that he only sees the streak of light seconds before it hits the ground. The grenade explodes a safe distance away from him. Shortly afterwards, he hears the screaming.

    The streets are decorated in black, white and red. Young men march to the music of a military band. They parade past their families, their boots polished to an immaculate shine, blinding their eyes to what lies ahead.

    On a Wednesday, a soldier who never signed up for any of this, runs from a house, his eyes wide. He throws up against a tree. In his mind he replays the way the flames reflected on the pool of blood.

    The same man, a father now, pulls the belt from his trousers and holds the gleaming buckle in his shaking hand. His daughter has no idea why this happens every Wednesday.

    The same daughter, a mother now, sees her son squatting beside a pile of shards. His eyes glisten with tears. She grips the broomstick hard and makes a decision.

    ‘I’ve never liked that vase. Come, give me a hug.’

    Was müsste sich im Bereich Trauma und Gesellschaft ändern?

    Wie nehmen wir Kriege wahr?

    Bei mir persönlich nehme ich die Folgen des zweiten Weltkrieges wahr. In meinem Verhalten, meinen Reflexen, meinem Denken. Das ist nicht alles, was mich ausmacht, trotzdem hat es eine Wirkung.

    An jedem Tag findet irgendwo auf der Welt Krieg statt. In Deutschland habe ich das Privileg, mich selbst zu schützen, indem ich meinen Nachrichtenkonsum reduziere. Und selbst die Meldungen, die ich sehe und höre werden für uns vorsortiert. Wir bekommen aus guten Gründen nicht alle Details und nicht alle Bilder präsentiert.

    Die Menschen in Kriegsgebieten haben diesen Luxus nicht. Ihre Kinder sind direkt von Kriegshandlungen betroffen. Und indirekt haben sie damit auch weniger Zugang zu Bildung. Das ist nur ein weiterer Punkt, der sich negativ auf ihre Zukunftsaussichten auswirkt. Und über den ich als Lehrerin oft nachdenke.

    Wir sehen aktuelle Kriege durch mehrere Filter. Das macht unsere eigene Hilflosigkeit besser erträglich. Uns nicht ungebremst der ganzen Brutalität auszusetzen ist gesund und wichtig. Und gleichzeitig ist uns dadurch weniger deutlich bewusst, dass die heute betroffenen Menschen in genau der Lage sind, in der meine eigenen Großeltern seelisch zutiefst verletzt wurden.

    Ein persönliches Beispiel: Ich habe eine Zeitlang über die VHS Deutsch für geflüchtete Menschen unterrichtet. Vorher hospitierte ich eine Stunde bei einer Kollegin. Mittendrin kam die Leiterin der VHS dazu und fragte für ihre Akten ein paar Informationen ab. Die Schüler:innen aus Eritrea sagten durch die Bank, dass sie von Beruf Soldat:in waren.

    An der Stelle lief es mir kalt den Rücken herunter. Vorher waren es für mich einfach Personen gewesen, die Deutsch lernten. Vorher hatte ich das Privileg, mir bei ihnen nicht vorzustellen, was sie alles erlebt haben könnten.

    Wie gehen wir mit Menschen aus Kriegsgebieten um?

    Der erste Weltkrieg hat bei mir noch spürbare Folgen. Und gleichzeitig haben meisten von uns bei Menschen, die vor dem Krieg nach Deutschland flüchten, nicht auf dem Schirm, wie akut die erfahrene Gewalt bei ihnen präsent ist. Und wenn sie aus anderen Gründen geflüchtet sind, haben sie auch oft Unvorstellbares auf dem Weg nach Europa oder Deutschland erlebt.

    Alle diese Menschen psychologisch zu betreuen ist nicht realistisch. Auf der anderen Seite geht es für mich bei der Debatte um Silvesterfeuerwerk los. Da wiegt bisher die (gar nicht mal so lange) Tradition und das Bedürfnis eines Teils der Gesellschaft, mit Sprengstoff zu hantieren, mehr als das Bedürfnis kriegstraumatisierter Menschen, eine Nacht ohne Explosionen zu verbringen.

    Wir muten ihnen Bürokratie zu, die wir selbst schrecklich fänden. Wir verweigern ihnen jahrelang die Arbeitserlaubnis und damit einen strukturierten Alltag. Selbst wenn es nicht möglich ist, alle Menschen aus Kriegsgebieten therapeutisch aufzufangen, es gibt eine Menge Dinge, die wir ändern könnten. Und die oft ein Gewinn für die Gesellschaft insgesamt wären. Wenn wir länger darüber nachdenken, fallen uns bestimmt noch mehr ein.

    Was tun wir für Frieden?

    Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre es Frieden für alle. Leider habe ich keinen Wunsch frei. Und leider verdienen zu viele Menschen zu gut daran, dass es keinen Frieden gibt. Außerdem gibt es mehrere scheinbar unlösbare regionale Konflikte, an denen wir als Privatpersonen nichts ändern können.

    Wir können bei uns im Kleinen anfangen. Friedlich mit unseren Mitmenschen umgehen. Und bei unseren politischen Vertreter:innen friedensfördernde Maßnahmen einfordern. Wenigstens mal wieder Briefe an unsere Abgeordneten schreiben.

    Was ist uns grundsätzlich möglich?

    Aus meiner Sicht ist es wichtig, überhaupt ein Bewusstsein für das Thema Trauma und Gesellschaft zu haben. Uns zu informieren. Über eigene Traumata zu reden, wenn wir uns dafür sicher genug fühlen. Anderen Menschen Raum und Sicherheit zu geben für ihre Geschichten. Immer noch einmal wieder Merlins Liste zu lesen.

    Gegenseitiges Wohlwollen steht uns auch zur Verfügung. Manchmal kann ich aus Selbstschutz nicht so für andere da sein, wie sie es gerne möchten. Manchmal fühlt sich für mich etwas als Zurücksetzung an. Und dann ist es möglich, dass die andere Person einfach mit ihren eigenen inneren Kämpfen ausgelastet ist. Das auf dem Schirm zu haben, Nachsicht mit sich und anderen zu haben und auf der anderen Seite das zu geben, was wir geben können, würde schon vieles leichter machen.

    Das ist tatsächlich etwas, was ich in meiner Coaching-Ausbildung gelernt habe: Davon auszugehen, dass hinter dem Verhalten anderer meistens steht, dass sie versuchen, für sich etwas sicher zu stellen. Und dass sie im Rahmen ihrer Kapazitäten handeln. Selbst wenn wir gleichzeitig für uns das Verhalten an sich nicht akzeptieren und uns mit gutem Recht abgrenzen. Weil wir dafür zuständig sind, für uns etwas sicher zu stellen. Wie gesagt, diese Weisheit muss dann allerdings in einer herausfordernden Situation erst einmal greifbar sein.

    Was steht einem gesunden Umgang mit Traumata im Wege?

    Wir müssten erst einmal einsehen, wie viel seelische Verletzungen es in der Menschheit gibt. Da hinzugucken ist schmerzhaft. Und dann müssten wir auch als Gesellschaft grundlegend etwas ändern. Und die Aussicht auf Veränderung macht oft Angst, die uns blockiert.

    Manchmal ist der Abstand auch Selbstschutz. Wenn wir nichts ändern können und selbst nicht stabil genug sind, helfen wir der anderen Person nicht, sondern verletzen unsere eigenen Seelen zusätzlich.

    Gleichzeitig ist die Frage, wann der Selbstschutz kippt und das Nichthinsehen zur bequemen Gewohnheit wird. An der Frage, wie ich mich isolieren kann, ohne mich zu isolieren, knabbere ich schon ewig. (Das Wortspiel funktioniert auf Englisch besser 😉)

    Was fällt dir zu Trauma und Gesellschaft ein?

    Mich beschäftigt die Thematik schon lange und ich kann noch nicht absehen, wann ich das alles für mich verstanden habe.

    Wie ist dein Verhältnis zum Konzept der Kriegsenkel, der aktuellen Kriege und zum Umgang mit traumatisierten Menschen insgesamt?

    Mich würden dieses Mal deine Gedanken besonders interessieren. Auf jeden Fall vielen Dank fürs Lesen!

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  • Lebende Bibliothek – Aus welchen Büchern bestehe ich?

    Lebende Bibliothek – Aus welchen Büchern bestehe ich?

    Es ist wieder Blogparadensommer! Und Lorena Hoormann hatte wieder eine originelle Idee: Stell dir vor, du wärst eine lebende Bibliothek. Aus welchen Büchern, welchen Erfahrungen, welchen Erkenntnissen bestehst du?

    Alleine beim Wort Bibliothek steigt mir ein vertrauter Geruch nach Papier und polierten Holzregalen in die Nase. Und dabei gibt es dieses Konzept tatsächlich, in dem sich Menschen anderen als Informationsquelle und Ansprechperson zur Verfügung stellen.

    Dabei kann es auch darum gehen, dass die Geschichte einer Generation an jüngere Menschen weiter gereicht wird. Und zwar nicht als gedruckte Texte, sondern interaktiv, von Mensch zu Mensch.

    Oder Personen aus sehr verschiedenen Lebensbereichen treffen sich, um voneinander zu lernen. Zum Beispiel über Diskriminierung, Gemeinsamkeiten und bereichernde Unterschiede.

    Das Schöne? Jede lebende Bibliothek ist ein Unikat. Und hier ist meine:

    Die Bücher in meiner lebenden Bibliothek

    Feminismus durch die Jahrzehnte

    Haben wir schon im Groben die Gleichberechtigung erreicht? Wie neu ist die Debatte über gendersensible Sprache? Ich berichte sehr gerne aus meinen Erinnerungen von Mitte der Achtziger bis heute.

    Du bist nicht Deine Abschlüsse!

    Bist du in deinem Leben auch eher verschlungene Pfade gegangen? Fragst du dich, ob deine Karriereentscheidungen richtig waren? An meinem Beispiel siehst du, dass wir längst nicht dadurch festgelegt sind, was wir einmal gelernt oder gar geplant haben.

    Mathematik ist nicht so schwierig, wie es scheint

    Dieses Buch ist besonders interaktiv. Wir machen uns gemeinsam daran, Textaufgaben auseinander zu nehmen und das Mathemonster als das zu entlarven, was es ist: Überbewertet. Vielleicht macht dir das Ganze hinterher sogar ein bisschen mehr Spaß.

    Zwischen Aktivismus und Selbstfürsorge

    Hast du auch das Bedürfnis, für wichtige Dinge auf die Straße zu gehen? Und fragst du dich auch, wie du dabei auf deinen persönlichen Energiehaushalt achten kannst? Bei mir bekommst du zwar auch keine endgültige Antwort, aber eine Menge Erfahrungsberichte.

    Wie Menschen kommunizieren

    Bist du auch manchmal frustriert, dass die Menschheit so wenig konstruktive Ansätze hat, unsere existenziellen Probleme zu besprechen? Dann stehe ich mit meinen Gedanken bereit, an welchen Stellen wir kollektiv so gerne schräg abbiegen. Ich teile auch gerne meine Vorstellungen mit dir, was wir persönlich und als Gesellschaft besser machen können.

    Lernen von der Natur

    Bei einem Spaziergang im Grünen verrate ich dir, was ich von der Natur, dem Werden und Vergehen, der Fülle, der Vielfalt und dem Ineinandergreifen auf globaler und molekularer Ebene alles gelernt habe.

    Lebe deine Widersprüche!

    Von einer Frau, die Zen und Paradoxien eigentlich richtig ungemütlich findet: Nirgends steht, dass du innerlich immer eine Einheit bilden musst. Auch hier habe ich wieder keine goldene Zauberformel, gleichzeitig kann ich von über 50 widersprüchlichen Jahren berichten.

    Zwischen Challenge und Kuddelmuddel

    Sobald jemand mit dem Challengestöckchen winkt, bist du dabei? Und gleichzeitig jonglierst du schon eine lange Reihe anderer Projekte? Falls nicht, habe ich eine abenteuerliche Geschichte für dich auf Lager 😉

    Tell me a Story

    Wenn es dich nicht schreckt, dass sie auf Englisch sind, habe ich eine Sammlung tatsächlicher Kurzgeschichten für dich. Auf der Metaebene biete ich meine Erfahrung damit an, zu einem Stichtag etwas abzuliefern, das wieder mal nicht perfekt und gleichzeitig immerhin fertig geworden ist.

    Von Enterprise bis Doctor Who

    Ich habe leider weder von Star Trek noch vom Whoniverse das volle enzyklopädische Wissen. Dafür bekommst du bei mir die Begeisterung für die Konzepte dahinter und eine Menge „Die hat doch auch in dieser anderen Serie mitgespielt, na sag schon, die mit ähm hier…“

    Metalkunde

    Falls du immer schon den Unterschied zwischen Viking Metal und Mathcore wissen wolltest, bist du an der richtigen Stelle gelandet. Nebenbei bekommst du Tipps, wie du auf Festivals immer ein Plätzchen im Schatten findest. Im Anhang stehen zusätzlich Anleitungen für Häkelmützen (Bisher Modell „Wikingerhelm“ und „Einhorn“).

    Über Pandemien und Zoonosen

    Wenn ich mich in den letzten Jahren für einen Themenbereich besonders interessiert habe, dann ist es der Zusammenhang zwischen unserer Art, Nahrung herzustellen und diversen Krisen unserer Zeit. Plane für dieses Buch einen gemütlichen Sessel und ausreichend Proviant ein. Oder mehrere Sitzungen.

    Wie sieht deine lebende Bibliothek aus?

    Ich bin fasziniert von dieser Idee. Und ich hoffe, dass bei Lorena wieder so viele Menschen mitmachen wie im letzten Jahr, als es darum ging, was uns stolz macht.

    Aus welchen Büchern bestehst Du?

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