Halbzeit! Sechs von zwölf Monatschallenges habe ich jetzt erlebt und bin sehr zufrieden. Mir schweben so oft so viele Dinge vor, die ich machen möchte, und dann komme ich vor lauter Bonbonladeneffekt nicht dazu, mich zu entscheiden. Oder der Zweifel, wie das alles in meinen Alltag passen soll, schreckt mich ab. Also schnüre ich mir dieses Jahre zwölf kleine Pakete. Und im Juni 26 wollte ich jeden Tag Musik machen.
Die Inspiration hinter allem ist Astrid Engel, die im Juli jeden Tag etwas lesen wird. Das steht bei mir auch noch an, aber etwas später im Jahr. Dieser Beitrag erklärt, was meine Absicht hinter dem täglichen Musikmachen war, wie die Challenge gelaufen ist, und was ich dabei eventuell sogar gelernt habe.
Warum wollte ich jeden Tag Musik machen?
Ein Instrument zu spielen hält das Gehirn fit. Außerdem kann die richtige Art von Musik zu einer besseren Stimmung beitragen. Ich lerne generell gerne Neues dazu und habe schon eine ganze Reihe Instrumente wenigstens kurzfristig in der Hand gehabt: Piccoloflöte, Blockflöte (Sopran- und Alt), Lyra, Trompete, Harmonium, Geige, Gitarre, Rahmentrommel und Ukulele.
Nichts davon kann ich wirklich so gut spielen, dass ich gerne Publikum dran teilhaben lassen würde. Und ich besitze auch nur noch die Ukulele, die Altflöte und die Trommel. Ich bin die Sorte Mensch, die sich gerne in Dinge reinfuchst, aber bei Schwierigkeiten (Barré auf der Gitarre oder Vibrato auf der Geige) schnell die Geduld und Motivation verliert.
Mit der Trompete war ich nach einer Woche durch, muss ich zugeben. Auch, weil sie aus nächster Nähe so laut ist. Wenigstens den Instrumenten, die ich habe, wollte ich eine neue Chance geben. Denn ich kann sie immerhin gut genug spielen, dass ich in der selbstgemachten Musik versinken könnte.
Wie bin ich vorgegangen?
Die Instrumente lagen schon da, auch meine Notenbücher. Die Vorbereitung an offline-Zubehör war also überhaupt keine Hürde. Zusätzlich habe ich online nach Notenmaterial gesucht. Für die Flöte bin ich bei 8Notes fündig geworden. Für die Ukulele ist Ultimate-Guitar eine scheinbar unerschöpfliche Suchmaschine für mehr oder weniger passende Akkorde in diversen Genres und Schwierigkeitsstufen.

Bei mir sind oft eher zu viele Browsertabs gleichzeitig offen. Mit Brave kann ich sie mir wenigstens gruppieren und so verbergen, dass Arbeitsspeicher gespart wird. Einer dieser offenen Tabs im Juni war der YouTube-Kanal vom Ukulele Teacher. Dem bin ich früher schon mal eine Weile gefolgt. Er hat eine mitreißende Art und präsentiert eine große Bandbreite an unterschiedlichen Liedern an.
Ein weiterer offener Tab ist (immer noch) eine Anleitung für „Island in the Sun“ von Weezer (YouTube-Link). Auch die hatte ich in meinem Hinterkopf noch von vor Jahren herum liegen. Und es hätte ja sein können, dass ich mich nochmal dran mache, das Chunking zu üben. Es soll ja auch eine Challenge sein 😉
Ich habe beschlossen, mich auf die Flöte und die Ukulele zu beschränken, die Trommel bekommt dann noch irgendwann ihre eigene Monatschallenge.
Jeden Tag Musik machen – Einsichten
Den Faden wieder aufnehmen
Beide Instrumente waren etwas eingestaubt. Und es fällt mir oft schwer, den Faden wieder aufzunehmen, wenn ich ihn bei Aktivitäten mal verloren habe. Das bezieht sich nicht nur auf das Musizieren, sondern auf meine breit gefächerte Hobbyablagehalde. (Um das Ganze nicht Friedhof nennen zu müssen.) Wie sich herausstellte, waren aber meine Ukulele und meine Flöte auf keinen Fall an der Endstation angekommen.
Nur das erste Aufraffen ist jeweil schwierig für mich. Danach übernimmt der Spaß und ich stelle fest, dass vieles von der Technik noch im Muskelgedächtnis abrufbar ist. Jetzt ist meine nächste Aufgabe, diese Erkenntnis einzusehen und auf andere Tätigkeiten zu übertragen, eventuell sogar das Bloggen, das sich derzeit hinter einem größeren Aktivierungshubbel verschanzt als sonst üblich.
Was ich (nicht) kann
Barrégriffe klappen besser als gedacht, wenn ich mich drauf einlasse, sie auszuprobieren. Und zu üben. Richtig komplizierte Rhythmen bringen mich mit der Ukulele aus dem Fluss, und das kann ich hinnehmen lernen. Einfach durchatmen und entweder ein simpleres Schlagmuster spielen oder ein anderes Lied aussuchen. Hauptsache, ich lasse mich nicht ganz davon abschrecken, Musik zu machen.
Die ganz hohen Töne auf der Flöte fallen mir schwer. Die brauche ich aber auch für meine Zwecke gar nicht. Durchatmen und weiter Spaß haben sind die Zauberworte. Die Emmerdale-Titelmelodie (YouTube-Link) klappt einwandfrei, mehr brauchte ich gar nicht.
Wie schön das alles ist
Ein Teil von mir vergisst manchmal, wie gut es meiner Seele tut, Musik zu machen. Ein anderer weiß das ganz genau und hatte deswegen Sehnsucht danach. Besonders nach der Harmonie, die beim Singen zur Ukulele entsteht, oder wenn ich die Emmerdale-Noten in Musescore eintippe und mich dann beim Blockflötespielen begleiten lasse.
Im Grunde wäre es das Beste für mich, wenn ich wieder in einem Chor mitsingen könnte. Allerdings müsste es dafür einen in meiner Umgebung geben, der keine Kirchenlieder singt, auch keine Gospels. Als ich noch in Brunsbüttel lebte, waren wir im Watt’n Chor, dessen Repertoire angenehm Rock-Pop-lastig ist. Das vermisse ich schon ziemlich. Umso mehr weiß ich meine Juni-Challenge zu schätzen und das erklärt auch, warum ich jeden einzelnen Tag reichlich Zeit damit verbracht habe, Musik zu machen.
Was ich in den Juli mitnehme
Ich schreibe diesen Blogpost mit 26 Tagen Verspätung. Dafür kann ich vermelden, dass ich im Juli zwar nicht konsequent an jedem Tag ein Instrument heraus geholt habe, trotzdem aber an vielen Tagen. Und das ist signifikant mehr als vorher. Obwohl ich mich vor lauter Überangebot an Noten wieder an „Island in the Sun“ und dem Chunking vorbeigewieselt habe.
Ultimate-Guitar hält noch so viele Lieder bereit, die ich bisher nicht ausprobiert habe und auch die Emmerdale-Noten habe ich mir erst im Juli gekauft und bin noch mitten dabei, sie in MuseScore zu übertragen. Da habe ich begründete Hoffnung, dass ich diesen Faden in nächster Zeit nicht wieder loslassen werde. Und wenn, dann habe ich Hoffnung, dass ich ihn leichter wieder aufnehmen können werde.
Im Juli lerne ich jeden Tag Vokabeln. Ganz altmodisch mit kleinen Karteikarten, die ich auch nach Wacken mitnehmen werde.
Meine bisherigen Challenges
„Jeden Tag Musik machen“ war mein sechstes Monatsprojekt. Bisher habe ich
- im Januar meine Vorratsregale und -schubladen durchforstet und Lebensmittel aufgebraucht, damit sie nicht schlecht werden
- mich im Februar jeden Tag sportlich betätigt
- im März versucht, jeden Tag Müll zu sammeln
- im April den Frühstückskaffee gegen Tee getauscht
- und im Mai jeden Tag getanzt.
Auch jetzt noch trinke ich weiterhin morgens Tee. Und es kommen auch oft Tanzpausen im meinem Alltag vor. Der Plan scheint also echt aufzugehen. Der Sport ist leider etwas in Vergessenheit geraten, aber anscheinend kann ich doch Fäden besser wieder aufnehmen als befürchtet.
Machst du auch Musik?
Spielst du auch Instrumente oder singst du gerne? Machst du das auch lieber für dich alleine oder mit anderen zusammen? Und wie schaffst du es, dabei am Ball zu bleiben?
Im Juli heißt meine Monatschallenge „Jeden Tag Vokabeln lernen“. Nicht umsonst ist eins meiner Mottos „Lernen ist echt krass„.
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