Tee statt Kaffee – Meine Challenge im April 26

Eine Teekanne und ein Kaffeebecher

2026 ist für mich das Jahr der Monatschallenges. Dabei ist Astrid Engel mein Vorbild. Von ihr habe ich mir die Idee abgeguckt, in einem überschaubaren Zeitfenster als eine Art Testlabor neue Gewohnheiten auszuprobieren, unverbindlich, übersichtlich und gleichzeitig ernst gemeint. Im April 26 hieß dieses Programm „Tee statt Kaffee trinken“.

Dieser Beitrag schildert, wie das Projekt gelaufen ist, wie es sich auf mich ausgewirkt hat und welche Lehren ich daraus ziehe.

Warum wollte ich Tee statt Kaffee trinken?

Hauptsächlich haben mich Klimagründe zu dieser Aktion motiviert. Ausführlich sind die Hintergründe dazu im Podcast „Was zu retten ist“ zu hören. In Zukunft wird die Klimaerhitzung den Kaffeeanbau auch schwieriger machen. Und Tee hat im Vergleich zum Kaffee eine deutlich bessere Ökobilanz, solange er ohne Milch getrunken wird. Regional geernteter Kräutertee ist natürlich noch ökologisch sinnvoller als schwarzer Tee.

Gesundheitsaspekte waren für mich nicht ausschlaggebend. Da geht die Berichterstattung so weit auseinander, dass es scheint, als sei Kaffee super ungesund und gleichzeitig Lebenselixir. Also habe ich mich dazu entschieden, dass es mir egal ist, wie schädlich Kaffee ist oder eben nicht.

Allerdings habe ich hinterfragt, warum ich überhaupt darauf gekommen bin, morgens Kaffee zu trinken. Ursprünglich mochte ich ihn gar nicht mal besonders gerne. Es ist nur so, dass mein Mann morgens mit der Kaffeemühle liebevoll Bohnen mahlt und immer für uns beide eine ganze Kanne fertig gemacht hat.

Da hat sich die Bequemlichkeit durchgesetzt. So musste ich mich nur an den Tisch setzen und hatte mein warmes Getränk fürs Frühstück fertig vor mir stehen. Ich wollte jetzt mal ausprobieren, ob ich ohne diese Gewohnheit auskommen würde.

Wie bin ich vorgegangen?

In meinem Teefach lagen noch einige Tüten mit losem Tee herum. Daher musste ich überhaupt nicht neu einkaufen, nur organisieren, dass ich mich morgens nicht mehr an die Kaffeekanne meines Mannes mit dranhänge.

Weil ich nicht ewig viele Teebeutel verbrauchen wollte, habe ich mein Edelstahlteesieb wieder in Betrieb genommen. Das habe ich schon lange und es lag Ewigkeiten in einer Schublade herum. Morgens hatte ich jetzt ein paar extra Aktivitäten vor mir:

  • Wasser aufsetzen
  • Teesorte aussuchen
  • nach dem Kochen das Wasser in die Kanne gießen
  • die Tee nicht zu lange ziehen lassen
  • das Teesieb sofort in die Biomüllschüssel leeren und zum Trocknen in einen Becher hängen
  • abends die restlichen getrockneten Teefusseln rauswischen

Beim Unterrichten wurde mir einmal ein Latte Machiatto angeboten. Den habe ich angenommen und war im Nachhinein zunächst unschlüssig, ob er sich mit meiner Challenge verträgt oder nicht. Am Ende spricht aber nichts gegen Ausnahmen, wobei es trotzdem den Monat über bei diesem einen Kaffee blieb.

Tee statt Kaffee – Einsichten

Der Kaffee hat mir vom ersten Tag an nicht gefehlt. Genauso, wie er mich nicht vom Schlafen abhält, macht er mich morgens nicht nennenswert wacher. Auch die Teesorte war unerheblich. Egal ob Mate, Grüntee, Roibosch oder Kräutertee, sie haben mir alle morgens schon geschmeckt und mein Frühstück fühlte sich immer komplett an.

Ich kam dadurch sogar dazu, jeden Morgen mit einem ganzen Liter Flüssigkeit in den Tag zu starten. Diesen Pluspunkt hatte ich vorher gar nicht einberechnet. Und mit meinem Teevorrat bin ich immer noch nicht durch.

Genauso unerwartet habe ich mich relativ problemlos in die Tatsache hineingefunden, dass ich morgens selbst für mein Getränk verantwortlich bin. Auch wenn mein Tee manchmal ziemlich spät fertig wird.

Für Stolperstellen habe ich selbst gesorgt. Wenn ich der frisch mit WAsser befüllten Teekanne den Rücken zudrehe, kommt es leicht vor, dass ich sie erstmal sofort vergesse. Da hat mich mein Mann netterweise oft dran erinnert, dass ich das Teesieb rausnehmen sollte. Wenn ich mal selbst daran gedacht habe, mir einen Alarm zu stellen, war ich echt stolz auf mich.

Die Teesieb-Routine an sich war nicht so nervig wie befürchtet. Mich stört es sehr, dass die nassen Fusseln erstmal im Sieb kleben. Früher habe ich es dann manchmal zunächst in ein Glas gehängt und dann vergessen. Weil ich es aber am nächsten Morgen wieder verwenden wollte, konnte ich mir nicht leisten, Teereste schimmeln zu lassen.

Ich bin selbst erstaunt, wie diszipliniert ich diese Routine durchgehalten habe, mit der jeden Morgen das Teesieb leer und einsatzbereit war.

Was ich außerdem vorher wusste: Dass so ein frisch gekochter Tee heißer ist als Kaffee aus der Kaffeemaschine. Das musste in meine Zeitplanung hinein passen. Und auch da habe ich gestaunt, wie wenig problematisch es war.

Was ich in den Mai mitnehme

Diese neue Gewohnheit hat sich nahtlos in meinen Alltag eingefügt. Ich werde also auch weiterhin Tee statt Kaffee zum Frühstück trinken, wenn ich auch bei Nachmittagsgelegenheiten oder im Café schon nochmal wieder einen Cappuchino nehmen würde.

Auch für andere Tätigkeiten werde ich mir noch konsequenter einen Alarm stellen. Von einer Freundin habe ich mir die Idee abgeschaut, unter anderem ein altes Handy als Timer zu verwenden. Da muss ich noch einen festen Ablageplatz etablieren, am besten in meinem Blickfeld, wenn ich vor dem Wasserkocher stehe, damit ich den Button klicke, bevor ich mich umdrehe.

Eventuell wird es helfen, wenn ich abends schon eine Teesorte aussuche und in das Teesieb fülle, und den Wasserkocher für den Folgetag mit Wasser versorge. Beibehalten werde ich meine neue Trinkgewohnheit allerdings auf jeden Fall.

Meine bisherigen Challenges

„Tee statt Kaffee“ war mein viertes Monatsprojekt. Bisher habe ich

Was trinkst du morgens?

Trinkst du morgens Tee oder Kaffee? Oder etwas ganz anderes?

Was ist deine Motivation hinter deinem Frühstücksgetränk?

Wenn du darüber bisher nicht nachgedacht hast: Würdest du aus Klimaschutzgründen auch mal eher Tee statt Kaffee trinken?


Im Mai heißt meine Monatschallenge „Jeden Tag tanzen“. Eigentlich sollte die Tanzpause am Mittag stattfinden, bisher ist sie mir zweimal erst am Abend kurz vorm Schlafengehen eingefallen XD Ich werde Anfang Mai ausführlich berichten.

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Fediverse reactions

Kurzzeitig Forscherin in der Chemie, danach Lehrerin an Schulen in Schleswig-Holstein, jetzt als Nachhilfelehrerin selbstständig. Nach einer Rundreise durch die Stationen Ostwestfalen, Niedersachen, England, Potsdam und Dithmarschen bin ich wieder zurück im Kreis Pinneberg, wo alles begann.

Interessiert an meinen Mitmenschen und dem Wohl des Planeten, Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften und allgemein am Lernen an sich. Noch mehr über mich erfährst du auf meiner NowPage und meiner Über-Mich-Seite.


Kommentare

4 Kommentare zu „Tee statt Kaffee – Meine Challenge im April 26“

  1. Moin,
    auf diese Challenge muss ich glatt eingehen. Ich trinke beides. Kaffee und grünen Tee (japanischen Sencha und gelegentlich eine Schale Matcha-Tee). Zwischen Sencha dem ersten Aufguss (den Tee kann man bis zu dreimal wiederverwenden, der Geschmack wird dann bei jedem Aufguss milder), bemerke ich auch keinen Unterschied, außer dass er anders schmeckt als mein geliebter Morgenkaffee. Was ich für mich aber festgestellt habe: Mit Tee kann ich mich länger konzentrieren als wenn ich die gleiche Menge Kaffee trinke. (Wen wundert es? In Zen-Klöstern in Japan wird Sencha gerne zur Meditation gereicht, um konzentriert zu bleiben.) Ich bin sogenannte Dual-Userin allerdings mittlerweile mit Schwerpunkt Tee, früher war es Schwerpunkt Kaffee. Einfach weil er durch das Mehrfachverwenden eine Geschmacksvielfalt mit sich bringt, die ich schätze.
    Liebe Grüße
    Daira

  2. @blogangela Ich war nie wirklich der große Kaffeetrinker, insofern war bei mir spätestens 2016/2017 Schluss als ich die morgendliche Einnahme von Tabletten für ein paar Jahre gewann. Die haben sich natürlich nicht mit Kaffee vertragen und ich war schlicht zu faul um eine halbe Stunde zu warten. Insofern bin ich seit dem dem Chai verfallen. Gelegentlich wird variiert, mal gibt's Kräuter- oder Früchtetee. Aber das war es dann schon.

  3. Ich genieße meinen frisch gemahlenen Kaffee morgens sehr und will ihn nicht missen. Ich achte drauf, dass er wenigstens Fairtrade und Bio ist.
    Er hilft mir auch, habe ich das Gefühl, schneller wach zu werden.
    Wegen des Blutdrucks ist dagegen der werte Gatte auf Tee umgestiegen. Er verwendet schwarzen Tee vom Türken, den es relativ günstig in großen Packungen auch im Lidl gibt. Der Vorteil dieser Sorte ist, dass man sie auch mal 5 oder 10 Minuten ziehen lassen kann, ohne dass sie sich nennenswert verändert.

  4. Ich hab das ja im Winter versucht. Zum einen, weil ich gehofft habe, dass er mich von innen so wärmt, dass ich weniger friere. Und zum anderen, weil ich so mich davon abhalten wollte andere Sachen (wie Kakao zum Beispiel) ständig als Warmgetränk zu nutzen. Dabei bin ich auf Malve und Blaubeer gekommen. Vielleicht auch etwas für dich.

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