Das werde ich 2026 anders machen

Selfie einer Frau vor einem Whiteboard. Sie trägt ein Wacken-T-Shirt und hat zwei französische Zöpfe.

Das dritte Quartal dieses Jahres neigt sich schon merklich dem Ende entgegen. Gleichzeitig ist für mich die Zeit zwischen Februar und März die eigentliche Phase für die Konkretisierung meiner Pläne für das noch immer relativ neue Jahr. Im Märzen der Bauer, wer kennt es nicht? Dazu gehören auch ein paar Dinge, die ich 2026 anders machen will. Und bisher profitiere ich tatsächlich sehr davon. Dass es nur fünf Punkte sind, hat auch gute Gründe, siehe Kapitel 2 🙂

1. Eine einheitliche online-Identität

Bis zum 1. Januar 2026 hatte ich noch zwei Mastodonprofile. Eins, das zu dieser Seite gehörte und ein privates, das zum Schluss „Veganes Würstchen“ hieß. Nach einer Begegnung der unangenehmen Art mit einer künstlich wütend gemachten Gruppe habe ich das Würstchen zum 1. Januar gelöscht. Der Plan, nur noch mein „geschäftliches“ Mastodonprofil zu verwenden, war gleichzeitig etwas beunruhigend und erleichternd.

Würde ich mich mit meinen Kommentaren zurück halten müssen? Das vegane Würstchen war debattierfreudig und direkt, aber nie vulgär oder verletzend. Seit Anfang des Jahres bin ich mit den gleichen Menschen im Austausch und kommentiere grundsätzlich ähnlich viel, nur jetzt unter einer „offizielleren“ Flagge. Wenn ich auf meinem Blog politisch klar Stellung beziehe, dann passt das auch im Fediverse.

Ich habe sogar zwischenzeitlich mein geschäftliches Profil von der großen Instanz Mastodon.Online nach Norden.Social umgezogen. Dort hatte das vegane Würstchen seine Heimat und auch meine „offzielle“ Person ist von ganzem Herzen Nordlicht. Außerdem gibt es auf dieser Instanz seit kurzem ein Franzbrötchen-Emoji, was mich zusätzlich motivierte 😉

Insgesamt entspannt es mich, mit einer einheitlichen Identität aufzutreten. Und zusätzlich spart es auch Zeit, weniger Social-Media-Profile zu haben.

2. Weniger vornehmen und mehr erledigen

So langsam lerne ich dazu. In meinem inneren Team sind meistens mindestens zwei Personen gegensätzlicher Meinung. Besonders das Thema Vorhaben und ToDo-Listen ist lang und zäh. Der eine Teil hat immer tolle neue Ideen, dem anderen ist es wichtig, dass wir uns nicht verausgaben. Beides legitime Bedürfnisse.

Inzwischen klappt es immer öfter und immer ruckelfreier, dass ich die Anzahl der Vorhaben für einen Tag reduziere, dafür dann aber am Abend einen Haken daran setzen kann. Oft habe ich tatsächlich nebenbei noch andere kleinere Aufgaben erledigt, die ansonsten durch lange innere Diskussionen zeitlich nicht möglich gewesen wären.

Dieses Langzeitprojekt wird mich vermutlich bis an mein Lebensende begleiten. Und trotzdem bin ich aktuell sehr zufrieden damit, dass wir die Vorhabenplanung 2026 anders machen als noch vor wenigen Jahren.

3. Monatschallenges zum Eingrooven

Ich bin Astrid Engel wirklich dankbar für die Inspiration. Ende 2025 beschloss ich, mir nach ihrem Vorbild für jeden Monat eine Challenge zu setzen. Dabei geht es immer um kleine Dinge, die ich „schon immer mal“ ausprobieren oder als Gewohnheiten etablieren wollte. Und ich wähle dafür ein begrenztes Zeitfenster, innerhalb dessen ich mich auf diese eine Aufgabe fokussiere.

Am Ende des Monats stelle ich mir frei, ob ich das Verhalten jeweils weiterführe. Und wenn ja, ob ich es als tägliche Gewohnheit in meinen Tagesablauf einbaue oder irgendwann als Monatschallenge-Wiederholung. Meinem Jahresmotto entsprechend möchte ich für meine Gewohnheiten einen zu mir und meinen Bedürfnissen passenden Groove finden, um gleichzeitig Energie zu sparen, und trotzdem das zu erledigen oder erleben, was mir wichtig ist.

Aktuell sammele ich zum Beispiel bei jedem Gang draußen Müll auf. Das werde ich in dieser Intensität ab April nicht weitermachen. Allerdings gehe ich davon aus, dass ich diese Aktion im März 2027 wiederholen werde. Die tägliche Yoga-Einheit aus dem Februar hat sich dagegen als tägliche Gewohnheit erhalten.

4. Der Zukunftsangela kleine Gefallen tun

Dieses Prinzip wurde mir bewusst, als ich über meine Meal-Prep-Gewohnheit bloggte. Wenn ich ein Vorhaben nicht als „Das steht jetzt auf dem Plan, also mache ich es“ sehe, sondern als Fürsorge meinem zukünftigen Ich gegenüber, bekommt es eine ganz andere emotionale Bedeutung. Und ich mache diese Dinge dann mit einer ganz anderen Energie und Motivation.

Entsprechend ist die Frage „Welchen Gefallen möchte ich Zukunftsangela heute tun?“ jetzt fester Bestandteil meines Vormittags. Rückblickend bin ich auch der Vergangenheitsangela immer echt dankbar, wie gut sie für mich sorgt. Das Thema Selbstfürsorge verankert sich immer nachhaltiger in meinem Alltag und meiner Haltung.

5. An einer realistischen Tagesplanung arbeiten

Genauso wie die regelmäßigen inneren Konflikte steht meiner Tagesplanung meine Zeitblindheit im Weg. Mir war dieses Problem bis vor wenigen Jahren gar nicht bewusst. Ich habe zwar schon immer gemerkt, dass ich oft auf den letzten Drücker unterwegs bin, dass ich nie alles das schaffe, was ich gerne machen würde, und dass ich mich frage, wie andere Menschen so scheinbar problemlos alle ihre Hobbys, Interessen und alltäglichen Verpflichtungen unter einen Hut bekommen.

Aber dass ich wirklich heillos keine Ahnung habe, was wie lange dauert, wusste ich nicht. Was ich in diesem Bereich 2026 anders machen will, ist Folgendes: Für alle möglichen Blöcke in meinem Tagesablauf stoppe ich die Zeit, wie lange sie tatsächlich dauern. Bei manchen kann ich kaum fassen, wie schnell sie erledigt sind. Andere brauchen erheblich mehr Zeit, als ich angenommen habe.

Unterm Strich ist es kein Wunder, dass das alles nie zusammen gepasst hat. Wenn ich mit der Zeitmessung durch bin, werde ich einen ehrlichen Blick darauf werfen, was wirklich realistisch in einen Tag hinein passt.

Außerdem verabschiede ich mich vom Vergleich mit anderen Menschen. Inzwischen habe ich nämlich den begründeten Verdacht, dass sich in meinem Bild von „den Anderen“ mehrere unterschiedliche Personen überlagern, die dann gemeinsam mehr Hobbys zu haben scheinen, als in einem 24-Stunden-Tag wirklich machbar und sinnvoll sind.

Ganz am Ende werde ich Prioritäten setzen und mich entscheiden müssen. Oder ein System entwickeln, bei dem meine Interessen sinnvoll und realistisch rotieren, ohne dass ich mich unter Druck setze.

Was wirst du 2026 anders machen?

Hast du aus dem Jahr 2025 Erkenntnisse gezogen, die für ein verändertes Verhalten oder für eine neu angepasste Haltung deinem Alltag gegenüber sprechen?

Gehst du dabei eher systematisch vor? Oder ändern sich bei dir Verhalten und Alltag eher organisch von selbst?


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Fediverse reactions

Kurzzeitig Forscherin in der Chemie, danach Lehrerin an Schulen in Schleswig-Holstein, jetzt als Nachhilfelehrerin selbstständig. Nach einer Rundreise durch die Stationen Ostwestfalen, Niedersachen, England, Potsdam und Dithmarschen bin ich wieder zurück im Kreis Pinneberg, wo alles begann.

Interessiert an meinen Mitmenschen und dem Wohl des Planeten, Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften und allgemein am Lernen an sich. Noch mehr über mich erfährst du auf meiner NowPage und meiner Über-Mich-Seite.


Kommentare

Ein Kommentar zu „Das werde ich 2026 anders machen“

  1. Das mit den anderen und was die offenbar alles zu wuppen scheinen, das kenne ich auch. Neben Job und Haushalt machen die noch mega viel Sport und haben 1.000 Hobbies und Engagements. Da fühle ich mich mal wieder richtig faul.

    Dann amüsiert es mich wieder, wenn ich feststelle, dass mich manchmal anderen auch so sehen. Dass ich ja ständig und überall beruflich im Einsatz wäre oder so viel noch nebenher mache und auch noch täglich spazieren gehe!

    Mit Zeit habe ich zumindest in kurzen Zeitrahmen keine Probleme. Ich habe immer meine nächsten Termine im Auge, bin nie zu spät und habe immer noch einen Zeitpuffer.

    Schwieriger sind die „Das machen wir in den Ferien“-Vorhaben, auf die wir dann nie Lust haben. Da versuche ich inzwischen, nur noch zu sagen: Lass uns eine Sache in Zeiteinheit XYZ erledigen, statt eine ganze Liste vor uns her zu schieben.

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