Wie, es ist schon Ende August? Es hilft nichts, dieser Monatsrückblick Juli 26 möchte noch veröffentlicht werden. Dieses Blogartikelformat bildet mit Projekt52, meinen Monatschallenges und dem Zwölftelblick das Rückgrat meines Blog, das auch dann noch stattfindet, wenn für mehr die Energie und der Fokus nicht reichen. An der Stelle vielen Dank an Judith Peters für die Inspiration!
Diverse Draußenaktivitäten
Der Sommer ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Vor allem, seit ich diesen chronischen Bleimantel trage. Ich mag die üppige Natur, das Grün und in Maßen auch den Sonnenschein und blauen Himmel. Auf der anderen Seite bin ich Typ Sonnenbrand und keine Freundin von Temperaturen über 25°C. Dafür machen mir Kälte und Dunkelheit gar nichts aus und ich freue mich auf Herbst und Winter.
Im Juli 26 war es auch in meiner Region dauerhaft sonnig, heiß und trocken. Und doch habe ich die Zeit draußen genutzt, um zu protestieren, zu wandern und zu tanzen. Ich war sogar einmal kurz im Moshpit und habe gerne mit dem Staub in der Lunge bezahlt. Und mit großem Erholungsbedarf Anfang August. Ich würde aber wieder alles ganz genauso machen.
Was hatte ich im Juli 26 vor und was ist daraus geworden?
Die Liste war kurz:
- Wacken ✓
- Nichtstun ✓
- Klingonische Vokabeln lernen ✓
- Sauerteige ansetzen ✓
Vielleicht sollte ich mir immer so wenig vornehmen. Vor allem der Punkt Nichtstun war sehr erfolgreich. Dass ich mal alles abhaken konnte, ist jedenfalls eine neue Erfahrung.
Nein zum sozialen Kahlschlag


Im Juli 26 gab es keine Prüfdemo. Zum Glück musste ich aber nicht komplett ohne Protest auskommen, denn in Hamburg stand eine Veranstaltung eines Bündnisses aus Gewerkschaften an. Dabei ging es um Kritik an der „Reformpolitik“ der Bundesregierung, die radikal bei denen kürzt, die auch so schon wenig haben. Mir tut es immer gut zu sehen, wie viele Menschen sich zu solchen Themen solidarisch auf die Straße begeben.
Meistens erfahre ich Demotermine durch Demokrateam. Auf dieser Seite können Proteste für die freiheitliche demokratische Grundordnung eingetragen und entweder auf einer Karte oder in einer Liste mit Filteroptionen gefunden werden.
Einkaufswandern



Bei uns führt die A23 vorbei. Und wenn ich darauf fahre und die Schallschutzwände sehe, habe ich gar nicht so auf dem Schirm, wie es dahinter aussieht. Weil ich mir immer wieder vornehme, Strecken von ungefähr 10 Kilometern spazieren zu wandern, bin ich im Juli zum Einkaufen in den Nachbarort Rellingen gegangen. Unter anderem auf der anderen Seite besagter Wände.
Der Kreis Pinneberg Pinneberg ist bekannt für seine Baumschulen. Und trotz der Trockenheit sieht es dadurch in vielen Bereichen richtig idyllisch aus, wenn auch seltsam geradlinig. Ich bin unter anderem an einer Rollrasenmanufaktur inklusive „Betreten verboten“-Schild und langen Hortensienreihen vorbei gekommen. Auf dem Rückweg realisierte ich wieder, wie schön es am Krupunder See ist.
Merke: Für malerische Wanderungen oder Naturwertschätzung muss ich nicht weit reisen. Einfach zur eigenen Haustür raus und losmarschieren.
WOA 2026



2023 habe ich verzichtet, obwohl ich ein Ticket hatte. Damals hatte die WOA-Organisation darum gebeten, nicht mehr anzureisen, weil die Schlammsituation dermaßen schlimm war. Ich habe mir die Konzerte dann sehnsüchtig im Magenta-Wackenstream angesehen.
2024 bin ich wegen meiner Long-Covid-Müdigkeit nur einen Tag auf Kurzbesuch in Wacken gewesen. 2025 habe ich dann zum ersten Mal ein paar Tage alleine beim WOA gezeltet. Und das war so schön, dass ich auch dieses Jahr wieder als Einzelperson angetreten bin.
Und zwar mit Bus und Bahn, dafür wieder mit dem Luxus eines schon vorher gebuchten und aufgestellten Zeltes. So viel, wie es letztes Jahr geregnet hat, so trocken und heiß war es Ende Juli 2026. Allerdings bin ich die Königin im Schattenfinden und habe mir die Aktivitäten gut eingeteilt. Früher bin ich den Tag über so gut wie nie zum Zelt zurück gekehrt, sondern habe von 11 Uhr vormittags bis nachts um 2 Uhr möglichst viele Konzerte angesehen.
Inzwischen weiß ich, dass das nicht mehr geht. Es ist zwar alles bezahlt, aber es muss nicht alles angesehen werden. Wenn es wirklich dringend ist, steht mir immer noch ein Jahr lang der Magentastream zur Verfügung. Da sehe ich also noch einer Menge Unterhaltung entgegen!
Und so habe ich wieder eine Woche lang „endlich wieder normale Leute“ genossen, Vokabeln gelernt, mich hauptsächlich von Crêpes und Seitanwürstchen ernährt, fantastische langbekannte Bands wieder gesehen und auf der anderen Seite für mich neue kennengelernt. Zum Beispiel Dubiosa Kolektiv, die extra einen Moshpit nur für Frauen veranstaltet haben. Zehn Sekunden lang dachte ich, dass ich dafür zu alt sei. Dann habe ich festgestellt, dass Frauen auch ganz schön schubsen können 😉
Kurz vorher bin ich jedes Jahr gestresst und frage mich, warum ich mir das „in meinem Alter“ noch antun sollte. Wenn ich da bin, geht mir einfach das Herz auf und es gibt keine Frage, dass ich mir wieder ein Ticket für das nächste Jahr kaufe. Warum dieses Festival meiner Seele so gut tut, darüber werde ich in den kommenden Tagen noch etwas mehr bloggen.
Was habe ich im Juli 26 gesehen?
Masters of the Universe
Mein jüngerer Bruder hat als Kind diese Figuren gesammelt. Damals, als Erwachsene sich noch Sorgen machten, ob die nicht viel zu gruselig wären. Als das Kabelfernsehen bei uns ins Haus kam, hat er dann den RTL-Samstag ausgerufen, an dem im Wohnzimmer eine Zeichentrickserie nach der anderen lief. Warum auch immer meine Eltern das unwidersprochen hingenommen haben, jedenfalls habe ich dadurch oft Masters of the Universe mitgesehen. Ob ich wollte oder nicht.
Den alten Film mit Dolph Lundgren kenne ich nicht. Allerdings sah der Trailer für den 2026er Kinofilm „Masters of the Universe“ sehr unterhaltsam aus. Wir sind dafür nicht ins Kino gegangen, sondern haben ihn gestreamt. Im Nachhinein hätte ich es nicht einmal bereut, hätte ich für diesen Film für ein Kinoticket bezahlt, weil er wirklich so witzig ist wie gehofft.
Adam ist der Prinz von Eternia. Sein Vater erwartet von ihm schon in jungen Jahren deutlich mehr der kampfbereiten Version von Männlichkeit, als Adam leisten kann. Als der Bösewicht Skeletor mit seinen Leuten Castle Grayskull angreift, schickt die ortsansässige Zauberin Adam durch ein Portal auf die Erde.
Später soll er mit seinem magischen Schwert zurückkehren und Eternia retten, leider verliert er besagtes Schwert unterwegs und liegt als Erwachsener seinem Mitbewohner in den Ohren, dass er es dringend wiederfinden muss.
Im Grunde ist die Geschichte eine klassische Heldenreise. Und zusätzlich nimmt sich der Film selbst überhaupt nicht ernst. Die teils absurden Namen der Figuren aus den Achtzigern werden dadurch erklärt, dass Adam sie sich als Kind ausgedacht hat. Auch die Konzepte von Männlichkeit, Teamgeist und Siegen werden durch eine moderne Brille neu beleuchtet. Das Ganze ist nicht besonders tiefgründig, aber sehr liebevoll gemacht und auch für Mensche ohne (unfreiwillige) Vorkenntnisse nachvollziehbar.
Nebenbei: Meine Verbindung zur Serie ist das Profil „Inspirational Skeletor“. Die betreibende Person teilt dort Bilder aus der Originalserie mit überraschend motivierenden Worten, zum Beispiel „Find out who you are and do it on purpose“ oder „Bestrong enough to be gentle“. Ich genieße den Kontrast zwischen der Bösewichtfigur und dem erbaulichen Inhalt immer wieder.
Reaktionen auf Musik aus vergangenen Zeiten
Mal wieder ein Kaninchenbau auf YouTube: Es gibt mehrere Menschen aus der Generation Z, die per Video auf Musik reagieren. Und zwar auf solche, die rechtmäßig Oldies genannt werden müsste, für mich aber gefühlt „vor kurzem“ heraus gekommen ist. Also neulich in den Achtzigern, Neunzigern und Nullern.
Einer meiner Lieblingskanäle in diesem Zusammenhang ist der von Mollyboy. Er hört von sich aus eher zeitgenössischen Hip-Hop, ist aber anderen Musikstilen gegenüber sehr aufgeschlossen. Unter anderem seine Reaktion auf „Don’t Dream It’s Over“ von Crowded House und die Reaktion auf „The Winner Takes It All“ von ABBA find ich sehr bewegend.
Wenn sich in seinem Gesicht Erstaunen und Musikgenuss abzeichnen, ist es für mich fast, als höre ich diese Lieder zum ersten Mal in meinem Leben. Es ist auch vom Verständnis der Generationen untereinander her schön, dass wir gar nicht so unterschiedlich sind und auf Kunst mit ähnlichen Emotionen reagieren.
Vor allem freut mich sein Ansatz, dass es kein Genre gibt, das er pauschal nicht mag. Für ihn geht es darum, dass jemand Musik mit Herz macht und das geht mir ganz genauso.
Was habe ich im Juli 26 gebloggt?
Wie gesagt: Die regelmäßigen Blogformate sind hier das Rückgrat, wenn mir ansonsten die Puste ausgeht: Monatsrückblick, Monatschallenge, 12tel-Blick und Projekt 52 gehen irgendwie immer noch.
Monatsrückblick Juni 26 – Im Regen stehen und im Stadtpark hopsen
Mein Monatsrückblick Juni 26: Auch wenn es heiß ist, gibt es eine Menge Anlass zur Hoffnung in Form von Musik und Geschichten.
Jeden Tag Musik machen – Meine Challenge im Juni 26
Im Juni 26 lautete meine Monatschallenge „Jeden Tag Musik machen“. Jetzt habe ich Hornhaut an den Fingerkuppen, und es war richtig schön.
Das Wetter am Tag, als ich meinen 12tel-Blick Juli 26 aufnahm kam mit zwar ästhetisch nicht entgegen, dafür aber wohlfühltechnisch.
Monatsrückblick Juli 26 in Mastodönekes:
Im Fediverse war im vergangenen Monat viel los. Ich setze bei Posts, die mich bewegen und/oder berühren, immer Lesezeichen und gehe diese am Ende des Monats durch. Hier sind meine Highlights:
„Kennt jemand einen guten Hausarzt? Ich brauche eine Krankschreibung bis Ende Merz.“
„Kinder haben mit Kreide auf den Gehweg vor dem Haus „Vorsicht Krokodile!“ geschrieben. Zunächst habe ich mich noch halbwegs sicher gefühlt, aber darunter steht in Klammern „UNSICHTBARE“. Das ist natürlich eine komplett andere Situation.“
„Dieses ganz spezielle Fernweh, wenn man in den Zug zu einem interessanten Ort steigt, und an einem sehr viel uninteressanteren aussteigen muss“
„Es ist kein Wohlstand, wenn nicht alle was davon haben. Es ist ein persönlicher Komfort auf Kosten deiner Mitmenschen.“
„Picard management tip: Withhold advice on matters you do not understand.“
„One of the saddest scenes in the modern world is an immigrant apologising for their accent to someone who speaks only one language.
Karim Hussaini“
gelesen bei Schneewittchen
„People are climbing mountains, zip lining etc & I’m feeling good that I got my leg through my underwear without falling over today.“
„Picard management tip: During a large-scale, life-threatening emergency, postpone all other priorities and focus on protecting your crew.“
Nochmal Picard Tips
„I think if you want to stay sane in a world that is constantly bombarding you with bad news, you pick your priorities and let the little shit slide.“
„I also would like to point out that when someone states a boundary, and your first reaction is to point out how you’d get around the spirit of it, you may not be a safe person to be around.“
„I cannot tell you enough how insulting it is for artists to see any use of AI-generated images.
This technology was made from our work, our labour, stolen from us, violating our consent and copyrights. Somehow without any legal consequences, and without any financial compensation made to us, but making billions in profits exploiting us.
I feel rage each time I see an AI-generated image.
Each time it’s a reminder of how much people devalue the hard labour of artists and feel entitled to their work for free.
It’s disgusting.“
„I don’t understand the people who told me I would get more conservative with age. The more powerful I become, the more angry I get at the people who abuse their power and the more aware I become of the ways in which systemic oppression functions.“
Und was war sonst noch los?

Ich habe Lemon Drizzle gebacken, weil in meiner Lieblingssoap der „unangefochtene Kuchenkönig“ eine Rolle spielt. Manchmal bestimmt Fansein bei mir den Alltag sehr.

Insgesamt versuche ich, meine umfassende Rezeptsammlung (auf Papier und digital) endlich mal durchzuprobieren. Hier Twixkekse.

Von Zeit zu Zeit war eine Menge Wasserdampf in der Luft. Hier im Bild stehen eigentlich große Gewächshäuser hinter den Gebüschen.

Es stehen immer wieder interessante Dinge am Straßenrand. Wer aber eine Mikrowelle mit der Aufschrift „zu verschenken! defekt“ mitnehmen sollte, ist mir schleierhaft.

Mein Hibiskus vor dem Haus blüht so zauberhaft.

Genauso wie die von der Gemeinde angelegte Wildwiese.
Vorherige Rückblicke
Für den Monatsrückblick Juli 26 schlage ich wieder in meinem Blog nach, was ich in den Vorjahren erlebt habe. Mit jedem weiteren Jahr lohnt es sich mehr, dass ich regelmäßig diese Rückblicke schreibe.
Juli 23: Es war heiß und trocken, dafür bin ich viel zum Wandern draußen gewesen. Und zum Schnuppern an den Lindenblüten.
Juli 24: Unsere Katze musste wegen ihrer Zähne leider zu vielen Untersuchungen. Währenddessen nervte mich eine Dauerbaustelle vor unserer Straßenausfahrt.
Juli 25: Wir haben im Büsum in einem Strandkorb übernachtet. Außerdem bin ich bei VIB von Judith Peters eingestiegen.
Was habe ich im August 26 vor?
- eine Woche Langeoog ✓
- mit dem Sauerteig Brote backen
- wieder in den Schuljahresrhythmus eingrooven
- wieder zur Prüfdemo in Hamburg gehen ✓
- mein Bookbeat-Abo täglich nutzen
Das war mein Monatsrückblick Juli 26. Schreibst du auch mehr oder weniger regelmäßig Rückblicke? Mir hat zum Einstieg die Anleitung von Judith Peters geholfen. Hier findest du ihren eigenen Monatsrückblick auf den Juli 26.
Was sind deine Erfahrungen damit? Gehst du auch so gerne in deiner näheren Umgebung wandern und entdeckst immer wieder lustige oder schöne neue Dinge? Und was tut deiner Seele gut?
Auf meinem Blog erscheinen regelmäßig Beiträge wie dieser in der



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