Startseite » 2. Februar: Auf die Plätze, fertig…
Imbolc: Haselzweige mit hellgrünen Blüten

2. Februar: Auf die Plätze, fertig…

Was bringt mich in Bewegung?

Ziemlich genau vor zwei Jahren schrieb ich einen Artikel über diesen Tag zwischen der Wintersonnenwende und dem Frühlingsanfang. Die traditionellen Fäden, die hier zusammenlaufen sind:

  • Der Murmeltiertag, an dem vom Verhalten eines Murmeltiers auf das Wetter in den kommenden Wochen geschlossen wird.
  • Die Weihung von Kerzen zu Lichtmess
  • Der Tag der heiligen Brigid, bzw. ihrer Vorläuferin der Göttin Brighid, zuständig für Dicht- und Schmiedekunst, Inspiration und Heilung.

Diese Themen haben sich für mich abgeleitet: Das Finden des richtigen Zeitpunkts und der Balance zwischen Geduld und Loslegen, das Schmieden von Plänen, Schließen von Verträgen und das Lauschen auf Inspiration.

Was folgt, sind ein paar Anregungen, wie diese Themen mehr oder weniger konkret erlebt werden können, außerdem die Beschreibungen meiner eigenen Aktivitäten und Erlebnisse. Dieser Artikel wird zum 2.2. noch angepasst werden und auch in Zukunft werde ich eventuell auftauchende neue Ideen einflechten.

Raus vor die Tür

In meiner Umgebung steckt ein großer Teil der Natur wieder in den Startlöchern. Erste grüne Stengelchen schieben sich aus dem Erdboden heraus. Die ganz frühen Haselbäume blühen seit ungefähr zwei Wochen und die Rhododendronknospen warten schon seit dem Vorjahr auf ihren großen Auftritt.

Es ist noch merklich Winter, das Wetter ist feucht und grau, aber das Grau ist schon viel freundlicher und heller als noch zum Jahreswechsel. Die Welt wartet auf das „Los!“ Mitgenommen habe ich dieses Mal keine physischen Objekte, sondern eine Reihe Photos an einem überraschend sonnigen Tag Ende Januar.

Ich habe ein paar Bäume ausgesucht, die jeweils mein Kandidat für eine ganzjährige Beobachtung werden könnten. Unter diesen will ich mir in den folgenden Tagen noch einen endgültig aussuchen.

Wie sieht es bei dir aus? Ist die Natur schon weiter als bei mir? Noch ein bisschen weiter zurück im Winterschlaf?

Raus in den Garten

In meinem Garten sind ein paar Zwiebelpflanzen auch schon aufgegangen, leider habe ich vergessen, was ich an der Stelle eingebuddelt hatte, so viel zum Thema sorgfältiger Vertragsabschlüsse. An den Rosen tauchen testhalber die ersten grünen Blätter auf, ansonsten passiert noch nicht sehr viel. Auch ich selbst habe noch nicht viel gemacht, nur ein paar Süßkartoffeln angeschnitten und zum Wurzelnbilden in Wasser gestellt. Damit bin ich dieses Jahr endlich mal früh dran.

Zum 2.2. will ich mich in aller Ruhe hinsetzen und mein Gartenjahr planen. Welches Gemüse ich nochmal probieren will, wo es dieses Mal stehen soll, was in die Hochbeete gesetzt wird, wo noch ein paar Schattenpflanzen oder Bodendecker fehlen. Tipps für jetzt anstehende Arbeiten gibt es zum Beispiel hier und hier.

Die Tiere, die sich bei mir blicken lassen, sind Gartenvögel wie Meisen, Elstern und Eichelhäher. Ansonsten haben wir das Glück, dass ganzjährig ein Eichhörnchen durch unseren Garten turnt.

Wie sieht es in deinem Garten, auf Deinem Balkon oder Fensterbrett aus? Hast du schon Pläne für das kommende Gartenjahr?

Meditation

Neben meiner eigenen Meditation gibt es online eine breite Auswahl an passenden und unterschiedlich langen geführten Meditationen, auch geeignete Yogaflows. Eine weitere Alternative wäre es natürlich, einfach in der Stille eins oder mehrere der Themen dieses Tages in geeigneter Atmosphäre zu meditieren.

Kreativität ausleben

Eine traditionelle Möglichkeit wäre es, ein Binsenkreuz zu basteln. Ich hatte zunächst nach einer Origamianleitung für einen Amboss gesucht, um das Thema Schmieden zu symbolisieren. Letztlich habe ich entschieden, nach dieser Anleitung für einen Smartphoneständer aus fester Pappe einen Aufsteller zu basteln, auf dem ich das ganze Jahr über ein jeweils jahreszeitlich passendes Bild präsentieren kann. Zum 2.2. wird dort ein weißes Stück Papier zu sehen sein, eine weiße Leinwand, bereit für die Inspiration.

Musik hören oder machen

Auf der Suche nach klassischer und moderner Musik habe ich ein breites Spektrum verschiedener Interpretationen des Februars gefunden. Alleine über den Winter finden sich diverse klassische Stücke. Da war die Frage weniger, wo ich anfangen als wo ich aufhören sollte.

Fanny Mendelssohn-Hensels Februar ist zum Beispiel geprägt von der Erinnerung an den inspirierenden Karneval in Italien. Händels „Der harmonische Grobschmied“ ist vermutlich nicht entstanden, nachdem Händel sich während eines Regenschauers in einer Schmiede unterstellte, allerdings repräsentiert das Stück genau wie die Ambosspolka des Musikvereins Allendorf die Bedeutung des richtigen Timings.

OK KID haben eine ganz eigene eher ambivalente und kämpferische Sicht auf den Februar. Florence and the Machines Dog days are over kann auf diversen ebenen verstanden werden, für mich passt die Farbgebung des Videos und der von einem Schriftzug an einem Londoner Gebäude inspirierte Refrain perfekt zum Februarbeginn. Florence selbst sagt dazu:

„It’s a reference to the dog star, Sirius. When it was closest to the Earth, all the animals would get languid and sleepy. When it moved away, they’d wake up.“

Auch in der Metalsparte findet sich passende Musik. Wolves in the Throne Room besingen in The Old Ones Are with Us den „sterbenden Winter“ und das Tauen des Eises. Damh the Bard heißt die wiederkehrende Bridhid auf eher melancholische Weise willkommen.

Clueso singt in Neuanfang:

„Es ist nicht zu früh, es ist nicht zu spät. Ein guter Plan ist mehr als eine Idee.“

Na also. Derweil hat sich Alexa Feser musikalisch zum Thema Mut geäußert:

„Mut ist mehr als ein Gedanke. Mut ist wenn die Schranke im Kopf zerbricht“.

Und damit schließe ich zunächst einmal diese Liste. Es kann sein, dass mir zwischenzeitlich noch mehr musikalische Untermalung über den Weg läuft, dann werde ich sie hier einfügen.

Lesen

Erich Kästner bezieht sich in seinem Gedicht über den Februar genau wie Fanny Mendelssohn-Hensel auf den Karneval, allerdings sieht er diese Veranstaltung wie auch den Februar im Ganzen nicht durchgängig positiv. Die erste Strophe passt auch für mich in diese merkwürdige Zeit zwischen „fertig“ und „Los!“:

Nordwind bläst. Und Südwind weht.

Und es schneit. Und taut. Und schneit.

Und indes die Zeit vergeht

bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Erich Kästner

Ganze Bücher sind mir zum 2. Februar bisher noch nicht eingefallen, auch wenn mir das folgende passende Zitat in die Hände purzelte:

Man muss die Pläne schmieden, solange das Herz noch heiß ist.

Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger)

Werde ich mir zu Herzen nehmen.

Fragen stellen

Dies sind die Fragen, die Du Dir oder einem Orakel jetzt stellen könntest:

  • Welchen Vertrag schließt Du mit Dir und der Welt?
  • Was hält Dich zurück?
  • Was inspiriert Dich?
  • Was ist der erste Schritt?

Deine wichtigsten Erkenntnisse in den Fokus setzen

Ich habe meinen eigenen Fokus mit meinen eigenen Erkenntnissen zusammengestellt. Eine wichtige Komponente ist der feierlich aufgerollte Vertrag, den ich mit mir selber für 2022 geschlossen habe. Mal sehen, welche Früchte der tragen wird.

Mein Fokus vom 2.2. bis zum 20.3.

Wie sieht es bei dir aus?

Was sind für dich die wichtigsten Antworten auf deine Fragen, die für dich am passendsten Zitate oder Gedichte? Lässt sich für dich ein Musikstück zum Februarbeginn auf ein Symbol verdichten? Hast du draußen in der Natur oder in deinem Garten einen Gegenstand gefunden, der es verdient hat, auf deinem Fokus präsentiert zu werden? Fallen dir noch weitere Aktivitäten für Imbolc ein?


Beitrag veröffentlicht am

in

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dir hat dieser Beitrag gefallen? Hier findest du weitere aktuelle Artikel:

Cookie Consent mit Real Cookie Banner