Für das Jahr 2026 habe ich mir an Astrid Engel und ihren Monatschallenges ein Beispiel genommen. Jeden Monat versuche ich, etwas Neues (oder Altes) in meinen Alltag einzubauen, auch passend zu meinem Jahresmotto „Feeling Groovy“. Im Januar wollte ich meine Vorräte sinnvoll verbrauchen und schaue jetzt zurück, wie gut das funktioniert hat und was ich aus der Aktion gelernt habe.
Warum will ich meine Vorräte sinnvoll verbrauchen?
Alle paar Jahre raffe ich mich zum großen Aufräumen auf. Dann werden Schränke und Schubladen geöffnet, der Inhalt gesichtet und neu sortiert, aber auch zum Teil entrümpelt. In der Küche und im Keller fallen mir dann regelmäßig trockene, eingedoste und tiefgekühlte Lebensmittel in die Hände, die lange abgelaufen sind. Manches davon ist dann zwar noch genießbar. Allerdings bildet das alles oft einen insgesamt überfordernden Stapel.
Also werfe ich immer wieder tütenweise Lebensmittel weg. Das deprimiert mich persönlich, weil ich zum Beispiel mal für ein leckeres Gericht eingekauft hatte, danach aber nicht zum Kochen gekommen bin. Aber auch, weil Lebensmittelabfälle aus Gründen des Klimas und allgemein der Umwelt vermieden werden sollten und auch zum weltweiten Hunger beitragen. Der Zustand, dass ich Dinge anschaffe, nur um sie später ungenutzt in die Tonne rieseln zu lassen, ist im Grunde untragbar.
Wie bin ich vorgegangen?
Stattdessen wollte ich jetzt meine Vorräte sinnvoll verbrauchen. Und gleichzeitig einen Blick dafür entwickeln, was ich überhaupt wo lagere. Es ist ja durchaus sinnvoll, immer einen gewissen Bestand an haltbaren Lebensmitteln im Haus zu haben.
Also bin ich alle Schubladen, Auszugregale und Fächer sowie den Tiefkühlschrank in der Küche durchgegangen und habe alles aufgelistet, was da war. Bei der Gelegenheit ging schon ein bisschen was in den Müll, aber meine letzte Clutterbug Challenge war noch nicht so lange her. Also gab es nicht so viel Abgelaufenes. Genauso habe ich alles aus dem Kellervorratsregal auf die Liste gesetzt.
Passend zu dieser Liste habe ich meine elektronische Rezeptesammlung durchgeblättert. Die ist ein ähnliches Hamsterproblem, nur werden die PDFs zum Glück nicht schlecht. Ich habe die Rezepte rausgesucht, mit denen ich trockene Hülsenfrüchte, Cashews, Hanfsamen, Flohsamenschalen und dergleichen gewinnbringend verbraten konnte.
Zur Sicherheit habe die Aktion in meine Habittrackerapp Habitica eingebunden. Jeden Montag stand die Entscheidung für zwei oder drei Rezepte an. Außerdem habe ich im Rahmen einer offiziellen Habitica-Monatschallenge ein sogenanntes Accountability-Posting veröffentlicht:
„In 2026 I want to create less food waste, ideally zero.
I am going to inventory my supply of dry, canned and frozen food. I am going to plan recipes to use this food and stick to my meal plan.
I am also going to regularly replenish my food supply and maintain an overview of what is in there and how long it will keep.
This is my accountability post for the Habitica New-Year-Resolutions challenge 😊“
Angela auf Mastodon
Entsprechend durfte ich für jeden positiven Schritt auf diesem Weg den Button für das digitale Konfetti anklicken. Das hat mich erwartungsgemäß besonders motiviert.
Beispiele für umgesetze Rezepte
Mein allererstes Rezept mit dem ich die ersten Vorräte sinnvoll reduziert habe, war ein Champignon-Kroketten-Auflauf. Ende Dezember hatte ich bei einem Mastodon-Bekannten gelesen, dass der beim ihm auf dem Menü stand. Was mich von der Umsetzung trennte, waren frische Pilze, getrocknete Steinpilze hatte ich nämlich, die schon lange genug in der Schublade ausgeharrt hatten.
Aus den roten Linsen habe ich Wraps gemacht. Dieses Zwei-Zutaten-Rezept ist allgemein beliebt und in diversen Varianten verbreitet, ich habe mich an Michaelas Anleitung für Linsenpfannkuchen gehalten. Die Dinger sind wirklich toll, nur müssen die Linsen vorher ausreichend lange einweichen.
Veganer Mozzarella war bei mir bisher auch immer am Aufraffen zum Einweichen gescheitert. Oder an der mentalen Koordination. Jedenfalls habe ich endlich erfolgreich getestet und bestätigt, dass das Rezept für Cashewmozzarella auch mit Hanfsamen funktioniert. Schmeckt dann allerdings ein bisschen anders, ich mochte beide Versionen gerne und selbstgemacht ist dieses Produkt signifikant günstiger als die kleinen Kugeln, die es fertig zu kaufen gibt.
Das Sprossenziehen musste ich als Hobby einfach nur wiederbeleben. Ich besitze seit Jahren drei Sprossengläser und die Tütchen mit Brokkoli-, Radieschen- und Bockshornkleesamen, sowie die Belugalinsen und Mungbohnen waren zum Glück noch gut erhalten.
Mein Linsen-Rührei-Experiment
Als ich vor ein paar Monaten mal ausprobieren wollte, ob sich auch gelbe Linsen für die Pfannkuchen eignen, habe ich zunächst laut geflucht. Der Teig hat sich überhaupt nicht brav als flacher Fladen vom Pfannenboden gelöst. Aus Frust habe ich dann das ganze restliche Püree auf einmal in die Pfanne gegossen und weiter gebraten. Was sollte passieren? Der Plan an sich war ja schon gescheitert.
Wie sich herausstellte, dickt so ein Püree aus gelben Linsen sehr gemächlich ein und nimmt die Konsistenz von Rührei an. Die Farbe passt ja schon. Für diesen Januar habe ich daran weiter experimentiert, denn ich hatte letztes Jahr eine große Tüte gelbe Linsen im türkischen Supermarkt gekauft.


Mit den Mengenverhältnissen halte ich mich an das Pfannkuchenrezept:
- 150 g getrocknete gelbe Linsen
- ca. 350 ml Wasser
Diese Zutaten lasse ich über Nacht stehen und gebe morgens einen Schuss Rapsöl, einen Teelöffel Kala Namak (für den Eigeschmack) und etwas Pfeffer und Salz zu. Das Ganze kommt dann in einem Rutsch in eine Pfanne. Mit einer Edelstahlpfanne habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, das Gerät sollte schon Antihafteigenschaften mitbringen.
Nach kurzer Zeit fängt die Mischung bei mittlerer Hitze an, sichtlich festere Stellen auszubilden. Ähnlich wie ich das bei Rührei aus Hühnereiern dunkel in Erinnerung habe. Danach ist aber Geduld angesagt.


Im ersten Bild ist die Mischung nach vielleicht fünf Minuten noch ziemlich weich, feucht, und klebrig. Nach weiteren fünf Minuten zeigen sich trockene und angebräunte Stellen. An der Stelle habe ich das Linsen-Rührei serviert und gegessen.
Mit der Zeit wird es durch das Abkühlen noch deutlich fester, also lohnt es sich, nicht zu lange darauf herum zu brutzeln. Einmal habe ich gemeinsam mit den Gewürzen einen Teelöffel Tapioka dazu gemixt, dadurch wurde die Konsistenz noch etwas schlotziger. Ich werde an dieser Geschichte aber noch dranbleiben und weiter probieren, was für Stellschrauben sich drehen lassen.
Rezepte, die ich in den Februar mitnehme
Nicht alles, was ich an Rezepten heraus gesucht habe, ist auch auf dem Teller gelandet. Es warten noch ein Linsenaufstrich und ein Hanfaufstrich auf die Umsetzung. Auch Hanfsamen hatte ich mal im Anflug großen Übermutes in einer sehr großen Tüte gekauft.
Für das Buchweizenmehl, bei dem ich gar nicht mehr weiß, was ich damit genau vorhatte, habe ich ein Apfelbrot geplant.
Einsichten, die ich mitnehme
Durch das gezielte Aufbrauchen war zwischenzeitlich unser Gefrierschrank fast leer. So konnten wir sogar die Schneekälte nutzen und den Gefrierschrank abtauen. Offensichtlich ist der Januar eine gute Zeit für eine regelmäßige gezielte Wiederholung des Projektes „Vorräte sinnvoll verbrauchen“
Rezepte, bei denen ich Zutaten einweichen muss, schreibe ich mir in den Wochenplan. Ansonsten vergesse ich das und ärgere mich am Ende der Woche, dass zum Beispiel die Linsenpfannkuchen wieder mal nicht stattgefunden haben.
Es ist keine gute Idee, drei Sprossengläser auf einmal in Gang zu setzen, erst recht nicht mit zu viel Befüllung. Wenn plötzlich sechs Handvoll fertige Sprossen gegessen werden wollen, ist das doch etwas viel und sorgt eventuell dafür, dass diese Gewohnheit wieder einschläft. Weniger ist mehr.
So eine Monatschallenge sorgt natürlich nicht dafür, dass sofort Ordnung in der Küche einzieht. Aber sie motiviert dazu, wenigstens etwas Struktur in die Vorratshaltung zu bekommen. Im nächsten Januar wiederhole ich diese Challenge als gezielten Monatsschwerpunkt. Bis dahin werde ich die neu gewachsenen Gewohnheiten schonmal weiter einüben,
Was sind deine Tipps, um Vorräte sinnvoll zu verbrauchen?
Geht es dir auch so, dass du manchmal große Pakete mit Trockenprodukten kaufst, die dann nach ein paar Jahren überraschend doch schlecht werden?
Wie behältst du den Überblick über deine Vorräte und deren Haltbarkeitswerte?
Gibt es auch bei dir Rezepte, die an genau den richtigen Zutaten ansetzen, um wieder Platz im Regal zu schaffen?
Im Februar heißt meine Monatschallenge „Jeden Tag 10 Minuten Sport“. Wünsch mir Glück!



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