2006 begann ich bei Twoday zu bloggen, später bei Blogspot. Allerdings war nach dem Theater um die Impressumspflicht erst einmal Pause. Seit 2020 haben sich an diesem Ort insgesamt 278 Artikel angesammelt, 39 weitere stecken noch in meiner Entwürfe-Vorratskammer. Mit sage und schreibe 109 hat das vergangene Blogjahr mir persönlich offenbar gut getan. Daher ziehe ich heute noch einmal Bilanz, woran das gelegen hat. Und hier sind sie, meine wichtigsten Blog-Lektionen 2025:
Meine Blog-Bilanz 2025
Ich betreibe keine Statistiktools. Deswegen weiß ich auch nicht, wie oft meine Blogbeiträge geklickt werden. Für meine Blog-Lektionen 2025 verwende ich daher andere Kriterien.
Meine 5 meistkommentierten Blogartikel 2025
Diese Beiträge sind deckungsgleich mit den fünf am häufigsten kommentierten Artikeln seit 2020. Und das sagt schon alles über mein Blogjahr 25 aus.
Die absoluten Zahlen (immer inklusive meiner Antworten) mögen nicht alle anderen Blogger:innen beeindrucken. Trotzdem zeigen sie mir, dass es richtig war, meine Vernetzung ganz neu auszurichten.
- Meine ToWant-Liste für das vierte Quartal 2025: Insgesamt hat wohl die Sanftheit meiner ToWant-Formulierungen zu 34 Kommentaren geführt.
- Bar oder mit Karte? Wie ich meistens zahle: Dieser September-Beitrag zur Blogparadenreihe #relevant hat offenbar einen Nerv getroffen und 24 Kommentare ergeben.
- Künstliche Intelligenz ist überall – Warum dann noch bloggen?: KI ist allgegenwärtig und immer wieder Anlass für Kontroversen. Mich stört ausdrücklich nicht, wenn jemand KI zur Teilhabe am Bloggen an sich nutzt. Gleichzeitig regte auch dieser Beitrag 24 Kommentare an.
- Häkelanleitung für Weihnachtswichtel: Vermutlich sollte ich öfter mal Anleitungen für solche kreativen Projekte verfassen. Der Wichtel bekam immerhin 23 Kommentare.
- Das Fediverse kann auch anders: Auch dieser sehr persönliche Erfahrungsbericht hatte eine deutliche Resonanz. Die 21 Kommentare haben meiner geknickten Seele gut getan.
Meine 5 längsten Blogartikel 2025
Anfang bis Frühjahr 2024 habe ich eine Serie über das Matheabitur gebloggt. Hauptsächlich darüber, was alles drankommen kann, und diese Artikel finden sich auf Platz eins (8.956), zwei (8.883), fünf (4.945) und siebzehn (2.706) meiner längsten Artikel. Verglichen damit habe ich mich 2025 wirklich kurzgefasst.
- Monatsrückblick August 25 – Musik im Matsch und zur Mittagszeit: In 3.422 Wörtern habe ich von meinen gut gefüllten Sommerferien, Wacken und meinen Erlebnissen in Post-COVID-Ambulanz erzählt.
- Warum ich Facebook und Instagram verlassen habe: Für diesen Bericht über meine sehr persönliche Befreiung vom Algorithmus habe ich 3.127 Wörter gebraucht.
- Mein Jahresrückblick 2025 – Was sollte passieren?: Dass ich wieder dem klassischen Format von Judith Peters gefolgt bin, hatte 3.106 Wörter zur Folge. Es ist aber auch wirklich eine Menge passiert!
- ToDo-Listen und das Streben nach Produktivität: Ich ringe schon mein ganzes Leben mit diesem Thema. Kein Wunder, dass hier 2.999 Wörter zusammenkamen. Immerhin endete der Beitrag positiver als gedacht.
- Monatsrückblick Dezember 25 – Eine gemischte Adventstüte: Und auch dieser Monat war dermaßen prall gefüllt mit Erlebnissen und Erkenntnissen, dass ich 2.706 Wörter brauchte, um ihn einzufangen.
Es überrascht mich nicht, dass zwei Monatsrückblicke in der Liste auftauchen. Am Ende eines Monats habe ich einfach immer viel zu erzählen! Manchmal frage ich mich, ob ich mal ein paar Kategorien rausnehmen sollte. Und dann freue ich mich doch wieder, wenn ich im Folgejahr nochmal drauf klicke und sehe, was ich alles gelesen und gehört habe und was im Fediverse alles los war.
Meine 5 wichtigsten Blogartikel 2025
Ein Teil der Beiträge, die mir besonders am Herzen lagen, kam schon in den anderen Kategorien vor, das gibt mir etwas Platz für weitree Lieblinge. Denn wichtig waren sie mir irgendwie alle.
2025 habe ich mich bewusst mehr politisch positioniert. Außerdem habe ich wieder an sehr vielen spannenden Blogparaden teilgenommen und über Mathematik gebloggt.
- Perspektiven auf Zuversicht: Die Zusammenfassung meiner ersten selbst gestarteten Blogparade. Sie hat mich auf mehreren Ebenen bereichert: Zunächst mit verschiedenen Perspektiven auf Zuversicht. Und zum anderen damit, dass sich immerhin vier andere Menschen beteiligt haben.
- 42 ist die Antwort – Von Memes und Desinformation: Dieser Beitrag verbindet einen persönlichen regelmäßigen Aufreger mit einem extra Rant über schräg laufende Kommunikation. Das Thema Propaganda hat mich 2025 sehr beschäftigt.
- Mathe Abi Vorbereitung: Diesem Artikel fasst alle meine Abitur-Vorbereitungsbeiträge zusammen. Das Ziel ist, Abiturient:innen möglichst rechtzeitig und möglichst umfassend zu informieren.
- Probleme mit Mathe – Was ich bei der Nachhilfe beobachte: Das Fach Mathematik hat für mich eine besondere Bedeutung. Gleichzeitig macht es anscheinend den meisten Schüler:innen Schwierigkeiten. Mit diesem Blogpost teile ich meine Erfahrungen aus neun Jahren Schuldienst plus inzwischen mehr als zehn Jahren Nachhilfe.
- Tag der Fehler – 15. August: Stellvertretend für meine vielen Blogparadenbeiträge war es mir eine Freude, über die großen Vorteile des Fehlermachens zu schreiben.
Meine Blog-Erfolge 2025
Von 2024 auf 2025 habe ich die Zahl meiner Blogposts von 51 auf 109 mehr als verdoppelt. Mit dem Ausstieg aus Meta und dem Anbinden meines Blogs an das Fediverse hat sich hier überhaupt erst ein Austausch in den Kommentaren entwickelt. Daneben habe ich eine Menge andere interessante Blogger:innen kennengelernt, hauptsächlich über das Bloghexenforum.
Die höhere Artikelanzahl liegt hauptsächlich daran, dass ich entspannter und mit mehr Spaß blogge. Dieser Erfolg lässt sich nicht in Zahlen messen, allerdings merke ich die Veränderung natürlich deutlich an meinem Wohlbefinden. Ein zweiter positiver Einfluss ist die App Habitica, mit der ich einen großen Teil meines Alltags auf eine immer noch unterhaltsame Weise neu organisiert habe und jetzt endlich bewusst mehr Zeit für das Bloggen reserviere.

Ich werte es auch als Erfolg, dass ich inzwischen für fast alle Bilder Alt-Texte geschrieben habe. Nebenbei tausche ich aktuell noch die png-Bilder zum Platzsparen durch webp-Versionen aus.
Meine 5 wichtigsten Blog-Lektionen 2025 für Wundertüten-Blogger:innen
Lektion 1: Auch ein bunter Themenmix erzeugt Resonanz
Ich bin inzwischen meine eigene Nische. Allen Menschen, die in einer relativ schmalen Kategoriekiste nicht glücklich würden, würde ich empfehlen, sich nicht zu sehr von den Erwartungen anderer einschränken zu lassen. Wenn es jemand schafft, den eigenen Blog auf ein paar Themen zu fokussieren, dann ist das toll. Wenn sich aber jemand durch diese guten Ratschläge selbst blockiert, ist es schade.
Nicht alle an meinem Blog interessierten Menschen lesen alle Beitragskategorien. Ich lese ja andere Blogs genauso wenig wie einen Roman von vorne bis hinten. Manche Überschriften klingen spannend, bei manchen sorgt mein begrenztes Zeitbudget dafür, dass ich sie nicht anklicke. Und das ist in Ordnung so.
Ich trete mit unterschiedlichen Menschen über unterschiedliche Stichworte in Resonanz. Das war in meinem realen Alltagsleben schon immer so und das passt auch für meinen Blog am besten.
Lektion 2: Bloggen geschieht in Wellen
Manchmal hat mein Gehirn sehr viel Mitteilungsbedürfnis. Und dann kommen meine Finger kaum fehlerfrei mit dem Tippen hinterher. Manchmal habe ich diesen einen Blogbeitrag, den ich eigentlich schreiben wollte, aber die richtigen Worte stellen sich wochenlang nicht ein. Deswegen setze ich mir kein Ziel mehr, wie viele Artikel ich in welcher Zeit geschrieben haben will.
Ähnlich ist es mit meinem Entwürfeordner. Richtig leer ist er nie, wird er auch nie sein. Allerdings gibt es Tage, an denen ich gleich mehrere Entwürfe anlege, jeweils mit einem Link oder einem Einleitungssatz. Dann gucke ich phasenweise gar nicht in diese Schatzkiste mit potentiellen Beiträgen rein. Und manchmal suche ich mir gezielt einen Entwurf nach dem nächsten heraus und schreibe die Beiträge in einem Rutsch herunter.
Mein Tipp: Vertraue auf den Prozess. Was heraus will, sucht sich seine Zeit.
Lektion 3: Kleine stetige Portionen
Gleichzeitig hat sich eine sanfte Routine als hilfreich herausgestellt. Keine feste Uhrzeit, aber der Punkt „zwanzig Minuten schreiben, was auch immer“ motiviert mich jetzt schon seit mehreren Monaten, jeden Tag ein bisschen was in meinen Blog zu schreiben. Idealerweise geschieht das am Vormittag. Wenn es sich anders ergibt, ist auch der Nachmittag okay. Da habe ich mich mit meinem inneren Team inzwischen auf Kompromisse verständigt.
Und wenn der Timer klingelt, dann lasse ich ohne Skrupel den Bloghammer fallen. Es sei denn, ich habe mich mal wieder so dermaßen ins Schreiben hinein gegroovt, dass es sich lohnt, dranzubleiben. Auf die Weise habe ich seit meiner Anmeldung bei Very Important Blogger von Judith Peters sehr entspannt jede Woche mindestens einen Beitrag fertig geschrieben.
Lektion 4: Gemeinschaften beflügeln das Schreiben
Im Bloghexenforum habe ich nicht nur neue Leser:innen und neue Blogs zum Selberlesen gefunden. Sondern auch regelmäßige Gemeinschaftsaktionen wie den Bloggerschnack. Dabei schreiben wir jeden Monat über einen anderen Aspekt des Daseins als Blogger:innen. Und es ist spannend zu lernen, wie andere Menschen mit den verschiedenen Freuden, Ärgernissen und technischen Herausforderungen umgehen.
Genauso motiviert mich Eriks Blogparade „relevant“ jeden Monat. Auch er ist Mitglied im Bloghexenforum und stellt bewusst Fragen, die nichts mit dem Bloggen an sich zu tun haben, sondern relevant für den Alltag der meisten Menschen sind, daher der Name der Aktion. Diese Blogparade ist ein Inspirationsmotor und regt regelmäßig zum Austausch an.
Lektion 5: Automatisiertes Föderieren mit Plugin
2025 habe ich das ActivityPub-Plugin installiert. Es veröffentlicht automatisch alle neuen Blogbeiträge im Fediverse. Dort bekomme ich eine organische Reichweite durch das Teilen von Posts statt ein Ringen mit dem Algorithmus. Das Plugin wird durch ein sehr enthusiastisches Team ständig weiterentwickelt, und ich habe bisher nichts daran auszusetzen.
Menschen im Fediverse können meinem Blog von dort aus folgen. Ich sehe derweil hier unter meinen Beiträgen Likes, Kommentare, und auch, wer meine Artikel geteilt hat. Und das alles mit minimalem Aufwand: Ich wähle, ob der Beitrag öffentlich sein soll oder nicht, hänge passende Hashtags an und klicke wie gewohnt auf „Veröffentlichen“. Mehr habe ich nicht zu tun, entsprechend ist diese Maßnahme aus meiner Sicht immer einen Versuch wert. Auf jeden Fall weniger stressig als die großen Techbroplattformen.
Was waren deine Blog-Lektionen 2025?
Wie hat sich dein Blog im vergangenen Jahr entwickelt? Und bist du zufrieden damit?
Welche Maßnahmen haben dir das Bloggen erleichtert und was war vielleicht im Nachhinein nicht so eine günstige Entscheidung?
Jetzt freue ich mich auf das restliche Jahr 2026. Hoffentlich grooven mein Blog und ich genauso harmonisch weiter.
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